DE102004027767B4 - System zur Befestigung von Schutzplatten gegen Beschuss - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft ein Bausystem in Fahrzeugen, Aufbauten und Behältern etc., die bei relativ geringem Eigengewicht Innenräume mit einem großen Volumen gegen ballistische Beschussbedrohungen schützen sollen.
- Bekannt ist die Verwendung relativ leichte Verbundplatten aus Keramik und Faserverbundwerkstoffen (
DE 199 53 259 C2 ) zum Schutz gegen ballistische Bedrohungen gegenüber Panzerstahl. Die Befestigung solcher Schutzplatten an tragenden Strukturen ist jedoch relativ aufwendig. - In der
DE 199 58 594 A1 sind für den Zweck der Verbindung der Schutzplatten Panzerungen, die aus mehreren Panzerungselementen bestehen, vorgesehen, die im Bereich der Berührungsflächen ineinander greifen. Diese Konstruktion hat den Nachteil, dass die Befestigung anderer Bauelemente an dieser Struktur sehr schwierig ist. Außerdem sind dabei die empfindlichen Randbereiche der Panzerungselemente nicht gut geschützt. - Die
US 6 082 240 A zeigt eine Befestigung von Schutzplatten, deren Randbereiche mit Hilfe eines Winkelsystems überlappt und diese Systeme mittels Schraubverbindungen am Fahrzeug befestigt werden. Dazu sind an der Fahrzeugstruktur Schienen angebracht, die ihrerseits über Schrauben mit der Fahrzeugstruktur verbunden sind und an dieser gehalten werden. - Die
DE 36 35 741 A1 zeigt einen Gehäuseaufbau für gepanzerte Fahrzeuge mit einem dreidimensionalen, aus Holmen gebildeten Tragrahmen und einer Vielzahl von ebenen Panzerplatten aus nichtmetallischem Material, die in ihrem Randbereich an den Holmen des Tragrahmens befestigt sind. Nachteilig ist hierbei die starre Verschraubung der Panzerplatten von außen gegen den innenliegenden Tragrahmen. - Bekanntlich sind Schutzplatten aus Verbundplatten, z. B. Keramik und Faserverbänden, auch in Verbindung mit weiteren Schichten, im Randbereich meist schwächer als z. B. Panzerstahl. Durchbrüche, z. B. Löcher für Verschraubungen, schwächen den Verbund und verteuern ihn. Der besonderen Befestigung von Schutzplatten, z. B. aus Verbundwerkstoffen, bedarf daher besonderer Sorgfalt.
- Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, Schutzplatten aus Verbundwerkstoffen, die die Innenräume von Fahrzeugen, Behältern oder Containern gegen ballistische Bedrohungen schützen sollen, so anzubringen, dass sie in einer Struktur gehalten werden und ihre empfindlichen Randbereiche geschützt werden.
- Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1.
- Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, die Befestigung von Schutzplattenaus Verbundwerkstoffen an einem Rahmen vorzusehen, der aus Profilen aus Panzerstahl besteht, so dass die bekanntermaßen schutzschwachen Randbereiche der Schutzplatten durch diese Profile überlappt werden. Die empfindlichen Ränder der Schutzplatten werden somit im Profilrahmen geschützt.
- Kostengünstig werden solche Schutzplatten dann, wenn möglichst einheitliche Kachelformen der Keramik ohne Sonderformen, (Löcher, abgeschnittene Ecken oder Stahleinlagen) verwendet werden können.
- In die Profile sind C-Nuten integriert, die sowohl der Befestigung der Schutzplatten dienen, als auch zur Befestigung anderer Bauteile benutzt werden können.
- Erfindungsgemäß werden die Schutzplatten durch Federklammern im Profilrahmen gehalten. Die Abdichtung wird vorteilhafterweise zwischen Rahmen und Platten durch Dichtungen und/oder Dichtmittel hergestellt. Die Profile ermöglichen durch geeignete Gestaltung ebene und winkelige Stöße von Schutzplatten.
- Diese formgebende Struktur hat den Vorteil, dass sie auch zur Befestigung anderer Bauteile verwendet werden kann und eine vielseitige Formgestaltung der Behälter und Fahrzeugaufbauten ermöglicht. Löcher oder dergleichen werden vermieden.
- In einer vorteilhaften Variante werden bekannte Rahmenprofile (
DE 196 12 491 A1 ) aus verschiedenen Materialien, wie Panzerstahl etc. auch mit C-Schienen, zum Befestigen der Platten verwendet. - Anhand eines Ausführungsbeispiels mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden.
- Es zeigt:
-
1 in einer Querschnittdarstellung eine nicht-erfindungsgemäße erste Befestigungsform, -
2 in einer Querschnittdarstellung eine weitere Befestigungsform, -
3 in einer Querschnittdarstellung eine dritte Befestigungsform, -
4 ein mit dieser Lösung ausgeführtes Fahrzeug. - In den
1 bis3 werden verschiedene Gestaltungsvarianten des Systems10 (Struktur) zur Befestigung von Schutzplatten1 und anderer Teile an Rahmenprofilen2 ,2' ,2'' dargestellt und erläutert. - Bild 4 zeigt die Anwendung des Systems
10 für den Mehrzweckaufbau eines Fahrzeugs11 , welches beispielsweise gegen Beschuss und Bedrohung durch Minenexplosionen Schutz bietet. - In
1 dargestellt ist in einer Querschnittdarstellung das Profil2 , in welches Schutzplatten1 in die dem Fahrzeuginneren zugewandten Ausnehmungen des Profils2 eingelegt sind. Die Art der Halterung dieser Schutzplatten1 in dem Profilrahmen ist hier nicht näher dargestellt, wird aber in den2 und3 erläutert. - In
1 ist dargestellt ist eine innenliegende Isolierplatte9 und ein Flansch7 zur Befestigung weiterer, nicht näher bezeichneter Teile in einer C-förmigen Nut des Profils2 . Mittels eines in die C-Nut eingelegten Gleitsteins3 , eines Gewindebolzens4 und von Muttern5 und6 sind diese am Profil2 verschraubt gehalten. Das Profil2 , hier aus Panzerstahl, schützt die Ränder der Schutzplatten1 , beispielsweise gegen von der Außenseite des Schutzverbundes ankommende, nicht näher dargestellte Geschosse und gibt der Struktur10 die Festigkeit und Stabilität. - In
2 ist ein anders geformtes Profil2' für die Gestaltung einer Ecke von Behältern oder eines Fahrzeugaufbaus im Schnitt dargestellt. Auch dieses Profil2' weist eine C-förmige Nut auf, in der der Gleitstein3 geführt wird. Die Schutzplatte1 wird durch eine auf dem Bolzen4 des Gleitsteines3 verschraubte Federklammer8 von der Innenseite der Struktur10 gegen das Profil2' des Rahmens gepresst. - Diese Art der Befestigung der Schutzplatten
1 hat einen weiteren Vorteil, nämlich, dass die Platten1 bei Beschädigung leicht ausgewechselt werden können. Auf der anderen Seite des Profils2' kann eine Luke oder Tür12 in den Rahmen aus Profilen2' eingebaut werden, so dass diese gegen Beschuss sicher ist und darüber hinaus der Innenraum des Aufbaus abgedichtet wird. -
3 stellt einen Schnitt quer zum Profil2'' an einer Stelle dar, wo im Innern des Aufbaus eine Schottwand13 angebracht ist. Die Schutzplatten1 werden durch verschieden geformte Federklammern8 am Profil2'' gehalten. - Eine Abdichtung zwischen den Profilen
2 ,2' ,2'' und den Schutzplatten1 kann in bekannter Art und Weise durch Dichtungen und/oder Dichtmittel hergestellt werden. - In
4 ist ein Beispiel für die Anwendung des erfindungsgemäßen Systems zur Befestigung von Schutzplatten1 an einem geschützten Fahrzeug10 dargestellt. Der Aufbau des Fahrzeuges11 besteht aus einem in Fachwerkbauweise ausgeführten Rahmen mit den beschriebenen Profilen2 ,2' ,2'' , und in diese Rahmenstruktur eingesetzten Schutzplatten1 , welche in der oben erläuterten Weise in den Profilen2 ,2' ,2'' befestigt sind. - Es versteht sich, dass der Unterboden des Aufbaus aus einer gepanzerten Platte oder Wanne besteht, die die Struktur
10 gegen Bedrohung durch Minenexplosionen schützt. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Schutzplatte
- 2, 2', 2''
- Profile
- 3
- Gleitstein
- 4
- Gewindebolzen
- 5
- Haltemutter
- 6
- Mutter
- 7
- Flansch
- 8
- Federklammer
- 9
- Isolierplatte
- 10
- Struktur
- 11
- Fahrzeug
- 12
- Luke/Tür
- 13
- Schottwand
Claims (3)
- System (
10 ) zur Befestigung von Schutzplatten (1 ) aus Verbundwerkstoffen in einem Fahrzeug (11 ) mit einem in Fachwerkbauweise. ausgeführten Rahmen, wobei der Rahmen aus Profilen (2' ) aus Panzerstahl besteht, in die schutzschwache Randbereiche der Schutzplatten (1 ) eingebunden sind, so dass die Profile (2' ) diese überlappen, wobei das Befestigen der Schutzplatten (1 ) an den Profilen (2' ) mittels Mittel (3 ,4 ,7 ,8 ) erfolgt, wodurch ein direktes Verschrauben der Schutzplatten (1 ) am Prof, (2' ) entfällt, wobei die Mittel ein Gleitstein (3 ), ein darin geführter Gewindebolzen (4 ) sowie Federklammern (8 ) und Flansche (7 ) sind und wobei die Schutzplatten (1 ) jeweils durch die auf den Bolzen (4 ) des Gleitsteins (3 ) verschraubte Federklammer (8 ) von einer Innenseite des Systems (10 ) gegen das Profil (2' ) des Rahmens gepresst sind. - System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in die Profile (
2' ) C-Nuten integriert sind, die sowohl der Befestigung der Schutzplatten (1 ) dienen, als auch zur Befestigung anderer Bauteile benutzt werden können. - System nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abdichtung zwischen Profilen (
2' ) und Schutzplatten (1 ) durch Dichtungen und/oder Dichtmittel hergestellt wird.
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