[go: up one dir, main page]

DE102004027516A1 - Neuer Efomycin Biosynthesegencluster - Google Patents

Neuer Efomycin Biosynthesegencluster Download PDF

Info

Publication number
DE102004027516A1
DE102004027516A1 DE200410027516 DE102004027516A DE102004027516A1 DE 102004027516 A1 DE102004027516 A1 DE 102004027516A1 DE 200410027516 DE200410027516 DE 200410027516 DE 102004027516 A DE102004027516 A DE 102004027516A DE 102004027516 A1 DE102004027516 A1 DE 102004027516A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
efomycin
derivative
gene
nucleic acid
cell
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Ceased
Application number
DE200410027516
Other languages
English (en)
Inventor
Stefan Dr. Pelzer
Heidrun Dr. Dorsch
Tilman Dr. Spellig
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Merlion Pharmaceuticals GmbH
Original Assignee
Combinature Biopharm AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Combinature Biopharm AG filed Critical Combinature Biopharm AG
Priority to DE200410027516 priority Critical patent/DE102004027516A1/de
Publication of DE102004027516A1 publication Critical patent/DE102004027516A1/de
Ceased legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N15/00Mutation or genetic engineering; DNA or RNA concerning genetic engineering, vectors, e.g. plasmids, or their isolation, preparation or purification; Use of hosts therefor
    • C12N15/09Recombinant DNA-technology
    • C12N15/11DNA or RNA fragments; Modified forms thereof; Non-coding nucleic acids having a biological activity
    • C12N15/52Genes encoding for enzymes or proenzymes

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Plant Pathology (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft neue Gene aus Efomycin-produzierenden Mikroorganismen, neue Genkluster, welche aus neuen und/oder bekannten Genen dieser Mikroorganismen gebildet sind, Expressionsprodukte dieser Gene, Transformationsvehikel, enthaltend solche Gene, Genfragmente oder Genkluster, transformierte Zellen, enthaltend solche Gene oder Genkluster, Verfahren zur biotechnologischen Herstellung von Efomycinderivaten, Verfahren zur kombinatorischen Biosynthese von Efomycinderivaten, neue Efomycinderivate, wie das Aglycon, Verwendungen solcher Efomycinderivate und pharmazeutische Zusammensetzungen, enthaltend solche Efomycinderivate.

Description

  • Gebiet der Erfindung.
  • Die Erfindung betrifft einen neuen Efomycin Biosynthesegencluster, neue Gene oder Genfragmente aus einem solchen Biosynthesegencluster, Expressionsprodukte dieser Gene oder Genfragmente, Transformationsvehikel enthaltend solche Gene, Genfragmente oder Gencluster, transformierte Zellen enthaltend solche Gene, Genfragmente oder Gencluster, Verfahren zur biotechnologischen Herstellung von Efomycin und Efomycinderivaten, Verfahren zur kombinatorischen Biosynthese von Efomycinderivaten, neue Efomycinderivate, Verwendungen solcher neuer Efomycinderivate und pharmazeutische Zusammensetzungen enthaltend solche Efomycinderivate.
  • Hintergrund der Erfindung und Stand der Technik
  • Die Struktur des Efomycins E (Elaiophylin) ist in der 1 dargestellt. Efomycine bzw. Elaiophyline sind Makrodiolide, die von verschiedenen Aktinomyceten erzeugt werden und ein mannigfaltiges Aktivitätsspektrum aufweisen. Bekannt ist die antiinflammatorische Wirkung von bekannten Efomycin-Derivaten als potentielles Psoriasis-Therapeutikum (Schön et al. 2002, Nat. Med. 8, 366-72). Aufgrund der Komplexität der chemischen Struktur des Efomycins ist eine klassisch chemische Modifikation insbesondere des Grundgerüsts, wenn überhaupt, nur schwer durchführbar.
  • Bei biosynthetisierten Efomycinderivaten handelt es sich prinzipiell um Sekundärmetabolite der für die Synthese eingesetzten Mikroorganismen. Die für die Synthese relevanten Enzyme bzw. Enzymgruppen werden von den Genen, Genfragmente bzw. Genclustern der Mikroorganismen exprimiert. Die Kombination solcher Gene, Genfragmente bzw. Gencluster bestimmt letztendlich die spezifische Struktur des erzeugten Efomycinderivates. Durch unterschiedliche Kombination der Gene, Genfragmente bzw. Gencluster (einschließlich modifizierter Gene) in gentechnologisch modifizierten Mikroorganismen können diese neue Derivate der natürlicherweise hergestellten Efomycinderivate herstellen. Durch Kombinatorik der Gene und/oder Gencluster können eine Vielzahl von unterschiedlichen Derivaten erzeugt werden, welche wiederum in Screeningverfahren auf Wirksamkeit, insbesondere erhöhte Wirksamkeit gegenüber bekannten Efomycinderivaten, und/oder reduzierte Nebenwirkungen, getestet werden können.
  • Aus der Literaturstelle EP 0 360 130 A2 sind Efomycinderivate bekannt, welche durch chemische Synthese erhältlich sind. Aus der Literaturstelle US 6,291,515 B1 sind ebenfalls Efomycinderivate und deren Verwendung bekannt, welche durch chemische Synthese erhältlich sind. Diese Herstellungsweise ist extrem aufwändig und teuer.
  • Für neue Indikationen ist es wünschenswert neue Derivate zu finden, insbesondere solche, die auch chemischen Wege nicht ohne weiteres synthetisierbar sind. Zudem sind verbesserte pharmakologische Eigenschaften sowie höhere Selektivität und Spezifität erstrebenswert.
  • Technisches Problem der Erfindung
  • Der Erfindung liegt daher das technische Problem zu Grunde, Mittel zur Schaffung von neuen Efomycinderivaten, insbesondere von einer chemischen Synthese nicht oder nur schwer zugänglichen Efomycinderivaten, welche zudem verbesserte pharmakologische Eigenschaften aufweisen, zur Verfügung zu stellen.
  • Grundzüge der Erfindung und Ausführungsformen.
  • Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung ein isoliertes Protein oder Peptid enthaltend, insbesondere bestehend aus, einer oder mehreren Aminosäurensequenzen SEQ-ID 23 bis 43, 45 und 47. Erfindungsgemäße Proteine oder Peptide können in einer Zelle zur Biosynthese exprimiert werden, es ist jedoch auch ein Import extern erzeugten Proteins oder Peptids in eine die Biosynthese ausführende Zelle möglich.
  • Das Protein oder Peptid ist vorzugsweise für einen Teilsyntheseschritt der Biosynthese eines Efomycinderivates, insbesondere eines Efomycinderivat-Antibiotikums, funktional.
  • Die Erfindung betrifft weiterhin eine isolierte Nukleinsäure, insbesondere DNA, beispielsweise genomische DNA, cDNA, oder RNA, insbesondere mRNA, codierend für ein erfindungsgemäßes Protein oder Peptid.
  • Mit der Erfindung umfaßt sind auch Homologe der offenbarten Sequenzen, wobei die Homologie zumindest 80% Identität, vorzugsweise mehr als 90% Identität, höchstvorzugsweise mehr als 95% Identität, beträgt (berechnet mit dem Programm MEGALIGN, DNASTAR LASERGENE, in der zum Anmeldezeitpunkt gültigen Fassung). Im Falle der Nukleinsäuresequenzen sind auch komplementäre oder allelische Varianten mit umfaßt. Weiterhin sind Sequenzen umfaßt, welche lediglich Teilsequenzen bzw. Genfragmente der explizit offenbarten Sequenzen oder komplementärer Sequenzen hierzu darstellen, mit der Maßgabe, daß diese Teilsequenzen im Falle der Nukleinsäuren eine für eine Hybridisierung mit einer erfindungsgemäßen Nukleinsäure hinreichende Länge, zumindest 50 oder 150 Basen, aufweisen und im Falle der Proteine bzw. Peptide, ggf. codiert durch eine Nukleinsäure, mit zumindest gleicher Affinität an ein protein- oder peptidspezifisches Zielmolekül binden. Weiterhin sind alle mit erfindungsgemäß eingesetzten Nukleinsäuren hybridisierende Nukleinsäuren umfasst, nämlich solche, die unter stringenten Bedingungen (5°C bis 25°C unterhalb der Aufschmelztemperatur; siehe ergänzend J.M. Sambrook et al., A laboratory manual, Cold Spring Harbor Laboratory Press (1989) und E.M. Southern, J Mol Biol, 98:503ff (1975)) hybridisieren. Es versteht sich, daß die Erfindung auch Expressionskassetten umfasst, i.e. eine oder mehrere der erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenzen mit mindestens einer Kontroll- oder regulatorischen Sequenz. Eine solche Expressionskassette kann auch eine Sequenz für ein bekanntes Protein umfassen, wobei im Zuge der Translation ein Fusionsprotein aus einem bekannten Protein und einem erfindungsgemäßen Protein oder Peptid entsteht. Ebenso sind auch antisense Sequenzen zu den vorstehenden Nukleinsäuresequenzen umfasst. Im Zusammenhang mit erfindungsgemäßen Verwendungen umfassen die Begriffe der Nukleinsäuren oder Proteine bzw. Peptide neben den Volllängen der offenbarten Sequenzen (siehe auch vorstehender Absatz) auch Teilsequenzen bzw. Genfragmente hieraus, und zwar mit einer Mindestlänge von 21 Nukleotiden, vorzugsweise einer Mindestlänge von 30 bis 90 Nukleotiden, im Falle der Nukleinsäuren und einer Mindestlänge von 7 Aminosäuren, vorzugsweise einer Mindestlänge von 10 bis 30 Aminosäuren, im Falle der Proteine oder Peptide. Insbesondere zwischen 21 und 90 sowie 7 und 30 ist jeder einzelne Zahlenwert als Mindestlänge möglich. Vorbekannte Sequenzen und/oder deren Verwendung, welche unter die im Rahmen dieser Beschreibung verwendeten Definitionen fallen, können durch einen Disclaimer in Patentansprüchen ausgeschlossen werden.
  • Die Erfindung umfasst weiterhin ein isoliertes Transformationsvehikel, insbesondere Plasmid oder Cosmid, enthaltend eine erfindungsgemäße Nukleinsäure. Es kann eine Mehrzahl, insbesondere 1 bis 50, gleicher und/oder verschiedener erfindungsgemäßer Nukleinsäuren enthalten. Dabei wird es sich insbesondere empfehlen, wenn durch die Mehrzahl der Nukleinsäuren ein Biosynthesegencluster oder ein Teil eines Biosynthesegenclusters für ein Efomycinderivat gebildet ist. Das Transformationsvehikel kann zusätzlich zumindest eine regulatorische Nukleinsäuresequenz enthalten, wobei die erfindungsgemäße Nukleinsäure unter der Kontrolle der regulatorischen Nukleinsäuresequenz, insbesondere eines Promotors, steht. Selbstverständlich können ein oder mehrere regulatorische Sequenzen mit der Maßgabe eingerichtet sein, dass eine Mehrzahl von Nukleinsäuren, insbesondere ein Gencluster oder ein Teil eines Genclusters kontrolliert werden.
  • Die Erfindung betrifft weiterhin eine Zelle enthaltend eine erfindungsgemäße fremde Nukleinsäure oder mehrere verschiedene solcher fremden Nukleinsäuren und/oder ein erfindungsgemäßes fremdes Protein oder Peptid oder mehrere verschiedene solcher fremden Proteine oder Peptide, wobei die Zelle optional mit einer erfindungsgemäßen fremden Nukleinsäure oder mehreren verschiedenen solcher fremden Nukleinsäuren transformiert sein kann. Hierbei kann eine gewünschte Derivatisierung eines natürlicherweise von der Zelle synthetisierten Efomycinderivates dadurch erreicht werden, dass in einem Efomycinbiosynthesegencluster der Zelle an Stelle oder zusätzlich zu einem natürlichen korrespondierenden Gen für einen definierten Teilsyntheseschritt ein hiervon verschiedenes fremdes Gen für einen von dem definierten Teilsyntheseschritt verschiedenen anderen definierten Teilsyntheseschritt eingeführt ist. Dies kann durch Konstruktion und Einführung des gesamten fremden bzw. mutierten Efomycinbiosynthesegenclusters oder Teilen hiervon erfolgen. Es wird gleichsam eine mutierte Biosynthese maßgeschneidert nach Maßgabe der gewünschten Derivatisierung. Es ist gleichzeitig möglich, ein natürlicherweise in der Zelle enthaltenes Gen codierend für ein Protein oder Peptid, welches für einen Teilsyntheseschritt der Biosynthese des Efomycins oder eines Efomycinderivates funktional ist, zu inhibieren oder zu mutieren, insbesondere ganz oder teilweise zu deletieren. Dies kann auch für mehrere natürlicherweise in der Zelle enthaltene solche Gene erfolgen.
  • Mit der Erfindung wird erreicht, dass neben gezielten molekulargenetischen Eingriffen auch durch das Einbringen heterologer Modifizierungsgene, also durch "Kombinatorische Biosynthese", neue Efomycinderivate erzeugt werden können.
  • Geeignete Zellen sind vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe der Actinomyceten, wie z.B. die Streptomyceten, oder Enterobakterien, wie z.B. E. coli. Es versteht sich, dass eine erfindungsgemäße Zelle eine mit einem erfindungsgemäßen Transformationsvehikel erzeugte Mutante bzw. Rekombinante bekannter Stämme ist, und dass das damit erzeugbare Antibiotikum gegenüber bekannten Verbindungen derivatisiert ist.
  • Die Erfindung umfasst auch Efomycinderivate, insbesondere Efomycinderivat-Antibiotika, welche dadurch erhältlich sind, dass eine erfindungsgemäße Zelle kultiviert wird, und dass nach Kultivierung das Efomycinderivat aus der Zelle und/oder aus dem Kultivierungsüberstand isoliert wird. Ein erfindungsgemäßes Efomycinderivat ist zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung von bakteriellen oder viralen Infektionen und/oder inflammatorischen Erkrankungen, wie Psoriasis, geeignet. Dabei kann die Biosynthese dahingehend mutiert sein, dass das neue Efomycinderivat eine verbesserte Wirksamkeit gegenüber bekannten Wirkstoffen aufweist. Es ist aber auch möglich, dass ein erfindungsgemäßes Efomycinderivat "lediglich" als Ersatztherapie bei Resistenz gegen einen bekannten Wirkstoff Verwendung findet. Dann liegt der Vorteil darin, dass mittels des erfindungsgemäßen Wirkstoffes überhaupt erst wieder eine Therapie möglich ist. Besonders wünschenwert sind jedoch auch neue Efomycinderivate mit reduzierten Nebenwirkungen. Schließlich sind mit der Erfindung auch besonders effektive Herstellungsverfahren, beispielsweise für das Aglycon, möglich.
  • Die Erfindung betrifft des Weiteren eine pharmazeutische Zusammensetzung enthaltend ein erfindungsgemäßes Efomycinderivat oder mehrere solcher Efomycinderivate in physiologisch wirksamer Dosis. Zusätzlich enthalten können sein galenische Hilfs- und/oder Trägerstoffe. Die galenische Herrichtung einer erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzung kann in fachüblicher Weise erfolgen. Als Gegenionen für ionische Verbindungen kommen beispielsweise Na+, K+, Li+ oder Cyclohexylammonium in Frage. Geeignete feste oder flüssige galenische Zubereitungsformen sind beispielsweise Granulate, Pulver, Dragees, Tabletten, (Mikro-) Kapseln, Suppositorien, Sirupe, Säfte, Suspensionen, Emulsionen, Salben, Tropfen oder Lösungen zur Injektion (i.v., i.p., i.m., s.c.) oder Vernebelung (Aerosole), transdermale Systeme oder sonstige topische Applikation, sowie Präparate mit protrahierter Wirkstoff-Freigabe, bei deren Herstellung übliche Hilfsmittel wie Trägerstoffe, Spreng-, Binde-, Überzugs-, Quellungs-, Gleit- oder Schmiermittel, Geschmacksstoffe, Süßungsmittel und Lösungsvermittler, Verwendung finden. Als Hilfsstoffe sei Magnesiumcarbonat, Titandioxid, Lactose, Mannit und andere Zucker, Talcum, Milcheiweiß, Gelatine, Stärke, Zellulose und ihre Derivate, tierische und pflanzliche Öle wie Lebertran, Sonnenblumen-, Erdnuss- oder Sesamöl, Polyethylenglycole und Lösungsmittel, wie etwa steriles Wasser und ein- oder mehrwertige Alkohole, beispielsweise Glycerin, genannt. Eine erfindungsgemäße pharmazeutische Zusammensetzung ist dadurch herstellbar, dass mindestens ein erfindungsgemäß verwendeter Wirkstoff in definierter Dosis mit einem pharmazeutisch geeigneten und physiologisch verträglichen Träger und ggf. weiteren geeigneten Wirk-, Zusatz- oder Hilfsstoffen mit definierter Inhibitordosis gemischt und zu der gewünschten Darreichungsform hergerichtet ist. Vorzugsweise ist eine erfindungsgemäße pharmazeutische Zusammensetzung galenisch hergerichtet zur oralen oder parenteralen Gabe.
  • Als Dosierungen kommen für einen 75 kg Erwachsenen 0,01 bis 5,0 mg/kg/Tag, insbesondere 0,01 bis 1,0 mg/kg/Tag, (oral), 0,001 bis 2,5 mg/kg/Tag, insbesondere 0,005 bis 1,0 mg/kg/Tag, (i.p.) in Frage. Im Falle der topischen Anwendung kann die Wirkstoffkonzentration 0,001 bis 1,0 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 0,1 Gew.-%, der Salbe betragen.
  • Im folgenden wird die Erfindung durch ausführliche Beschreibung der Identifizierung, Sequenzierung, Annotation des Efomycin-Biosynthesegenclusters und gezielte Herstellung von Efomycin-Derivate synthetisierenden Mutanten näher beschrieben. In diesen Ausführungsformen können einzelne Merkmale der Erfindung allein oder in Kombination mit anderen Merkmalen verwirklicht sein. Die beschriebenen besonderen Ausführungsformen dienen lediglich zur Erläuterung und zum besseren Verständnis der Erfindung und sind in keiner Weise beschränkend zu verstehen.
  • Beispiel 1: Identifizierung eines für die Kombinatorische Biosynthese geeigneten und ausreichende Efomycin-Mengen synthetisierenden Produzentenstammes.
  • Fünf potentielle Efomycin-Produzenten wurden untersucht. Die Stämme S. melanosporofaciens CB2923 (DSM40318), S. hygroscopicus subsp hygroscopicus CB2924 (DSM40821), CB3, CB7 und CB2163 wurden untersucht. Alle Stämme wurden nach folgenden Kriterien, die für die erfolgreiche Durchführung der kombinatorischen Biosynthese wichtig sind, untersucht, nämlich Produktionsmenge, Diversität der Produkte, Wachstumsverhalten und Resistenzprofil, Überprüfung eines möglichen Plasmidtransfers von integrativen (wie z.B. pSET152; Kieser et al., 2000, Hopwood Manual, siehe Beispiel 4) und replikativen (wie z.B. pUWL; Kieser et al., 2000) Plasmiden mit Hilfe der PEG-induzierten Protoplasten-Transformation bzw. der intergenerischen Konjugation von E. coli nach Streptomyces unter der Verwendung von Sporen des jeweiligen Produzentenstammes (Methoden beschrieben in Kieser et al., 2000). Nach diesen Kriterien wurde der Stamm CB2924 als der am besten geeignete Stamm ausgewählt, da nur er in allen Kriterien gute bis sehr gute Ergebnisse bzw. Eigenschaften zeigte. Er stellt ausreichende Mengen Efomycin her, die in Efomycin M derivatisiert werden können. Nur für CB2924 war es möglich ein Gentransfersystem auf Basis der intergenerischen Konjugation zu etablieren, das den Transfer von Inaktivierungs- und Genaustauschplamiden, die Integration von Cosmiden in das Genom aber auch die gleichzeitige Verwendung replikativer Plasmide ermöglicht.
  • Beispiel 2: Identifizierung des Efomycin-Biosynthesegenclusters durch genetisches Screening und funktionellem Nachweis
  • Die chemische Struktur von Efomycin, aber auch Fütterungsexperimente zeigen (Martin Gerlitz, 1995, Erkenntnisse- und anwendungsorientierte Untersuchungen zur Polyketid-Biosynthese, Dissertation der Universität Göttingen), dass das Efomycin-Rückgrat nach einem, wie für die Erythromycin-Biosynthese beschriebenen typischen Polyketidsynthase I Mechanismus, ausgehend von vier Acetat, drei Propionat und einem Butyrat-Rest aufgebaut wird. Da sich der chemische Aufbau eines Polyketids in der Regel im Domänenaufbau der modularen Polyketidsynthasen widerspiegelt ("Kolinearität"), ist davon auszugehen, dass für die Synthese eines Semi-Efomycin-Oktaketids ein Starter-Modul und sieben Extensions-Module benötigt werden. Aufgrund dieser Annahme lies sich ein Modell für den Aufbau der Domänen der Efomycin PKS-Module ableiten, welches in 2 dargestellt ist. Hierin erkennt man den Ablauf der Efomycin-Aglykonsynthese und die postulierte Domänenstruktur einer Efomycin PKS I. Ebenfalls kann für die Biosynthese des Efomycin-Desoxyzuckers L-2-Desoxyfukose aufgrund von Erkenntnissen zur Biosynthese von Desoxyzuckern ein Biosyntheseschema in sechs Schritten, ausgehend von D-Glukose, postuliert werden. Hierzu zeigt 3 einen Vorschlag für die Biosynthese des Efomycin-Desoxyzuckers L-2 Desoxyfukose. Dieser Zucker würde dann am Ende der Biosynthese von einer Glykosyltransferase auf das Aglykon übertragen werden, nämlich durch terminale Glykosylierung des Efomycin-Aglykons durch eine Efomycin-Glykosyltransferase (4).
  • 2.1: Die Identifizierung des Efomycin-Biosynthesegenclusters erfolgte unter Verwendung unterschiedlicher konservierter Gensonden ("reverse Genetik") gegen gespottete Klone einer Cosmid-Genbank des Stammes CB2924. Die Methode der Genbankherstellung basiert im Wesentlichen auf Protokollen, die unter Beye et al., 1998, GENOMICS 49, 317-320 und Burgtorf et al., 1998, GENOMICS 52(2):230-2 beschrieben wurden. Homogenisierte Bakterienkulturen wurden in 0.5% "low melting point agarose" (SeaPlaque GTG, Biozym) eingebettet und anschließend mit 2 mg/ml HEW-Lysozym (Roth) für 14 h bei Raumtemperatur und mit 1 mg/ml Proteinase K (Merck) für 24 h bei 50 °C inkubiert. Die eingebettete DNA wurde partiell mit Sau3AI gespalten, mit Gelase (Epicentre) extrahiert und nach beschriebenen Methoden dephosphoryliert. Die genomische DNA wurde mit 750 ng BamHI gespaltenen Cosmidvektor pOJ436 (Kieser et al., 2000, Practical Streptomyces Genetics, The John Innes Foundation, Norwich, England.) ligiert, entsalzt, verpackt (Gigapack III Gold Packaging Extract, Stratagene) und in DH5α (Invitrogen) transfiziert. Cosmidklone wurden in 384 MTP (Mikrotiterplatten) gepickt und anschließend auf Nylonfilter (Amersham) gespottet. Nachdem die Kolonien auf den Membranen gewachsen waren, wurden diese nach Nizetic et al., 1991, PNAS 88:3233-7 prozessiert und unter Verwendung der Standard-Methoden nicht-radioaktiv hybridisiert (Roche). Zur Identifizierung von PKSI-kodierenden Cosmiden wurde zunächst eine homologe Sonde mit Hilfe der genomischen DNA aus CB2924 hergestellt. Dazu wurden nach Sequenzvergleich folgende konservierten PKSI-Primer abgeleitet: KSIIFOR: 5'-CTSGGSGACCCSATCGAG-3'; ATIREV: 5'-GCSGCSGCGATCTCSCCCTGSSWGTGSCC-3' (S = G oder C; W =.A oder T). Der PCR-Ansatz hatte folgende Zusammensetzung: 1,0 μl genomische DNA von CB2924 (ca. 0,2 μg), 2,5 μl 10 × Puffer, 2,5 μl PCR-DIG Probe Synthesis Mix (Roche), 5,0 μl Q-Solution, 0,5 μl KSIIFOR -Primer (50 pmol), 0,5 μl ATIREV-Primer (50 pmol), 0,5 μl Qiagen-Taq-Polymerase (2,5 u), 14,5 μl H2O. Die PCR wurde in einem PCR-Gerät von MJ Research (PTC-225) unter folgenden Bedingungen durchgeführt: 1 × (2 min, 94°C), 30 × (94°C, 1 min; 64°C, 1 min; 72°C, 2 min), 1 × (72°C, 10 min). PKSI-Amplifikate zeigen eine charakteristische Größe von ca. 850 bp. Der Einsatz der amplifizierten PKSI-Sonde in einer Hybridisierung gegen die CB2924 Cosmidbibliothek ergab 112 hybridisierende Cosmide (5). Da diese erstaunlich hohe Anzahl von hybridisierenden Cosmiden auch in 3 weiteren analysierten Efomycin-Produzenten zu beobachten war, ist davon auszugehen, dass alle analysierten Efomycin-Produzenten ein sehr hohes Potential zur Synthese von weiteren PKSI-Substanzen aufweisen. Für einige dieser Produzenten sind weitere PKSI-Produkte beschrieben. In 5 erkennt man beschriebene PKSI-Produkte von 4 analysierten Efomycin-Produzenten (5a) und das Ergebnis der Hybridisierung von 4 entsprechenden Cosmidbibliotheken gegen eine PKSI-Sonde (5b). Um aus der Vielzahl der PKSI-hybridisierenden Cosmide solche auszuwählen, die an der Biosynthese von Efomycin beteiligt sein könnten, wurden weitere Sonden eingesetzt. Die Verwendung von Sonden, die gegen 4,6-Dehydratasegene (siehe 3) gerichtet waren (PCR-Bedingungen und Primer siehe Decker et al., 1996, FEMS Microbiol Lett.;141:195-201), führte zur Identifizierung von insgesamt sechs PKSI/4,6-Dehydratasecohybridisierenden Cosmiden (5c;2,3-DY = 2,3-Dehydratase; 4,6-DH = 4,6-Dehydratase; GT = Glycosyltransferase; TDP-SY = dTDP-Glucose-Synthase). Hybridisierungen und Spaltungen legten nahe, dass je 3 Cosmide (2C15, 3N12, 5D12 und 3I11, 4D04, 4F09) eine Klasse bilden. Aufgrund weiterer Hybridisierungen wurde deutlich, dass auf dem Cosmid 3N12 ein für die Biosynthese des Desoxyzuckers erforderliches dTDP-Glukose Synthasegen (PCR-Bedingungen und Primer siehe Hyun et al., 2000 FEMS Microbiol Lett.; 183-189) lokalisiert ist (3). Durch die Verwendung weiterer Sonden, die zum einen gegen 2,3-Dehydratasegene (PCR-Bedingungen und Primer siehe Trefzer et al., 2002, Antimicrob Agents Chemother.46(5): 1174-82) und Glykosyltransferasegene (PCR-Bedingungen und Primer siehe Blanco et al. 2001, Chem Biol.;8(3):253-63) gerichtet waren und zum anderen von Endsequenzen des Cosmids 5D12 abgeleitet wurden, konnten letztendlich mit 4L08 und 2F16 zwei weiterere, überlappende Cosmide identifiziert werden, die zusammen mit 2C15, 3N12 und 5D12 das potentielle Efomycin Cluster abdecken, wozu auf die 6 verwiesen wird. Hierin erkennt man die relativen Positionen von 5 überlappenden Cosmiden, die für potentielle Gene des Efomycin-Genclusters kodieren. Der mit A gekennzeichnete Strich symbolisiert ein PKSI-kodierendes Fragment auf Cosmid 2924-5D12, das für ein Inaktivierungsexperiment eingesetzt wurde.
  • 2.2: Der Nachweis, dass die identifizierten, gegen konservierte Sonden hybridisierenden Cosmide tatsächlich Gene des Efomycin-Biosynthesegenclusters kodieren, erfolgte durch ein Geninaktivierungsexperiment. Hierzu wurde 1 PKSI-kodierendes Fragment des Cosmids 5D12 (siehe 6) in einen Inaktivierungsvektor kloniert und das daraus entstehende Konstrukt in den Efomycin-Produzenten transferiert (Beschreibung der Methode siehe Beispiel 4). Durch homologe Rekombination sollte dieses Plasmid in das vermeintliche Cluster integrieren und so die entsprechende Genfunktion inaktivieren ("gene disruption"). Das Efomycin Cluster wäre identifiziert, wenn die entsprechenden Integrationsmutante nicht mehr in der Lage wäre, Efomycin zu synthetisieren. Im Folgenden wird die Herstellung und Analyse der Mutante detailliert beschrieben.
  • Ein ca. 4 kb großes BamHI-Fragment des Cosmids 5D12, das für ein Fragment der PKSI kodiert (siehe 6 "A"), wurde in den nichtreplikativen Vektor p18mob2 (die Konstruktion des Vektors ist in Beispiel 4 beschrieben) kloniert. Das erhaltene Konstrukt wurde anschließend über intergenerische Konjugation in den Efomycin-Produzenten transferiert (siehe Beispiel 4). Eine Selektion auf den Plasmidmarker führte zur Identifizierung von Rekombinanten, die im Chromosom über homologe Rekombination integrierte Plasmide tragen. Die Anwesenheit des Plasmids nach Transfer konnte per PCR nachgewiesen werden. Anschließend wurde eine der Trankonjuganten auf ihre Fähigkeit zur Efomycin-Produktion im Vergleich zum Wildtyp analysiert (7 und 8). Die LC-DAD-MS-Analysen (siehe Beispiel 4) ergaben, dass die Transkonjugante 2924-4,0-C kein Efomycin mehr produziert. Damit war der Nachweis erbracht, dass die identifizierten, überlappenden Cosmide und insbesondere 5D12 Efomycin-Biosynthesegene kodieren. Hierzu sieht man in der 7 eine LC-DAD-MS Analyse des Essigsäureethylester-Extrakts des Efomycin Wildtyps. 7a zeigt folgende Chromatogramme (von oben nach unten): Fokussiertes Base Peak Index (BPI) DAD zwischen 245 und 260 nm. Gesamt BPI DAD; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 1020 bis 1025; Gesamt MS Total Ion Current (TIC). Die Chromatogramme legen nahe, dass im Wildtyp Efomycin (Accurate Mass 1024.59707, siehe 7c) produziert wird. Das UV-Spektrum 7b untermauert, dass bei einer Retentionszeit um 5.0 min ein typisches Efomycin-UV-Spektrum nachgewiesen werden kann. Die aufsummierten Spektren beweisen das Vorliegen des Efomycins bzw. Efomycin- typischer Derivate mit einem Massenpeak von 1024 amu (ESI negativ Modus, m/z 1023). In 8 sieht man eine LC-DAD-MS Analyse des Essigsäureethylester-Extrakts der Efomycin-Integrationsmutante 2924-4,0-C. 8a zeigt folgende Chromatogramme (von oben nach unten): Fokussiertes Base Peak Index (BPI) DAD zwischen 245 und 260 nm. Gesamt BPI DAD; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 1020 bis 1025; Gesamt MS Total Ion Current (TIC). Die Chromatogramme legen nahe, dass im Unterschied zum Wildtyp kein Efomycin-Derivat produziert wird, das mit einem Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus, m/z 1023, siehe 8b und 8c) zu detektieren wäre. Darüber hinaus war kein Efomycin-typisches UV-Spektrum bei der charakteristischen Retentionszeit von ca 5.0 min nachweisbar. Die aufsummierten Spektren (unten) beweisen, dass bei einer Retentionszeit um 5.0 min keine signifikanten Mengen einer Substanz mit dem Efomycin-typischen Massepeak von 1024 amu (ESI negative Modus: m/z 1023) produziert wird ("Grundrauschen").
  • Beispiel 3: Sequenzierung des kompletten Biosynthesegenclusters, Sequenzannoation und Entwicklung eines Biosyntheseschemas
  • Das vorstehende Inaktivierungsexperiment zeigte, dass das identifizierte Cosmid 5D12 Gene des Efomycin-Biosynthesegenclusters trägt. Hybridisierungen und Sequenzierungen von Cosmidinserts ergaben, dass 5 Cosmide einen zusammenhängenden, mit 5D12 überlappenden Bereich abdecken (Siehe 6). Um die Sequenz des putativen Efomycin-Biosynthesegenclusters zu bestimmen, wurden die ca. 35 kb großen Inserts der Cosmide 5D12 und 4L08 komplett shotgun sequenziert. Darüber hinaus wurden zusätzlich ein ca. 1,5 kb großes Fragment des Cosmids 3N12 und ein ca. 4.4 kb großes Fragment des Cosmids 2C15, das die Lücke zwischen den Cosmiden 5D12 und 4L08 schließt, sequenziert. Insgesamt wurde eine Sequenz von 77.040 bp doppelsträngig ermittelt, wozu auf die Sequenzprotokolle verwiesen wird (SEQ.-ID 1). Der GC-Gehalt des gesamten sequenzierten Bereiches wurde mit für Actinomyceten typischen 73,1 % bestimmt. Zur Identifizierung des Efomycin-Biosynthesegenclusters wurden umfassende ORF (Open Reading Frame)-Analysen und Datenbankvergleiche durchgeführt. Diese Analysen ergaben, dass insgesamt 19 bis 21 ORFs, die alle in einer Transkriptionsrichtung angeordnet sind, an der Efomycin-Biosynthese beteiligt sind (9a, die Funktion der einzelnen Gene ist in 9b zusammengefasst). Die relative Position der Cosmide ist angezeigt (z.B. 2924-5D12)). Diese ORFs umfassen einen Kodierbereich von ca. 60.6 kb mit einem durchschnittlichen GC-Gehalt von 73,2 % (9b). Für die Gene efoG und efoR1 konnte jeweils ein alternatives Startcodon identifiziert werden. Die Wahl des alternativen Startcodons ist in den Genen/Genprodukten efoG* bzw. efoR1* berücksichtigt. Im Folgenden werden die Funktionen der 23 abgeleiteten Genprodukte detailliert beschrieben. Die Organisation des Clusters ist der 9a und die Charakteristika der einzelnen Gene/Enzyme ist der 9b zu entnehmen.
  • Die Biosynthese des Polyketid-Rückgrats erfolgt durch die 5 modularen Polyketidsynthasen EfoA1 bis EfoA5, die für ein Loading-Modul und 7 Extensionsmodule kodieren. Eine genauere Analyse der abgeleiteten Genprodukte macht deutlich, dass EfoA1 für ein Loading Modul und 2 Extensionsmodule kodiert, EfoA2, EfoA3 und EfoA5 sind jeweils monomodular und EfoA4 ist ein bimodulares Enzym. Die Analyse der einzelnen Domänen (KS = β-Ketoacyl-ACP-Synthase; AT = Acyltransferase; ACP = Acyl-Carrier-Protein); KR = Ketoreduktase; DH = Dehydratase; DH* = inaktive Dehydratase, KSQ = KS-ähnliche Starter Domäne; TE = Thioesterase) führt zu folgenden Ergebnissen.
  • EfoA1: EfoA1 (SEQ-ID 1 und 23; NS/AS) ist ein trimodulares Enzym (Loading und 2 Extension-Module) mit einer Größe von 4442 Aminosäuren (AS). Das Loading-Modul umfasst die Domänen KSQ, AT, ACP, im Gegensatz zum AT, ACP Loading-Modul der Erythromycin-Polyketidsynthase DEBSI. Eine sogenannte KSQ Domäne stellt eine KS-ähnliche Domäne dar, die einen Q-Rest anstelle des konservierten C-Restes aufweist und dadurch eine Decarboxylierungsaktivität zeigt (Bisang et al. 1999, Nature 401: 502-505; Long et al. 2002, Mol. Microbiol. 43, 1215-1225). KSQ Domänen wurden bei einer Reihe von PKSI-Biosynthesen wie z.B. Niddamycin, Tylosin, Pikromycin/Methymycin, Spinosyn oder Monensin beschrieben. Der Vorteil dieses Systems besteht in der Spezifität für den Starter. Acetat findet sich als Starter im Efomycin wieder (siehe Auch 2), die KSQ-Domäne sorgt dafür, dass nur die Dicarboxylsäure Malonyl-CoA als Lieferant von Acetat akzeptiert wird. Konservierte Regionen innerhalb der AT zeigen, ob diese eine Spezifität für Malonyl-CoA (M), Methylmalonyl-CoA (MM) oder andere ungewöhnliche Carboxylsäuren aufweisen (Yadav et al. 2003, J. Mol. Biol. 328, 335-363). Die AT des Starter-Moduls zeigt Sequenzmotive, die auf eine Malonat-spezifische ATM hinweisen. Im Falle der Efomycin-Biosynthese ist demnach die Sachlage die, dass die Acyltransferase (AT) eine Spezifität für Malonyl-CoA aufweist, diesen Rest auf den Phosphopantheteinarm des Loading-ACP überträgt und die KSQ-Domäne anschließend den Malonat-Rest zu Acetat decarboxyliert. Modul 1 zeigt die Domänenfolge AT1, DH*, KR1, ACP1. von besonderem Interesse ist die Spezifität der AT1, da diese aufgrund der Efomycin-Struktur in der Lage sein sollte, Ethylmalonyl-CoA (EM)als ungewöhnlichen Extender zu erkennen. Die Existenz von unsymmetrischen Efomycinen wie Efomycin G lässt vermuten, dass diese AT auch eine gewisse Affinität zu Methylmalonyl-CoA aufweisen könnte. Betrachtet man die zur Bestimmung der Aktivität vorhandenen konservierten AS (Yadav et al. 2003, J. Mol. Biol. 328, 335-363), so fällt auf, dass die AS 200 und 201 G und H entsprechen, anstelle von S und H in typischen Methylmalonyl-CoA spezifischen ATs. G und H finden sich allerdings ebenfalls in der Niddamycin AT wieder, die ebenfalls für Ethylmalonyl-CoA spezifisch ist. Daher ist die AT1 der Efomycin-PKS eine AT mit EM-Spezifität. Dieser AT folgt überraschenderweise eine Dehydratase (DH) Domäne, die aufgrund der Struktur von Efomycin nicht erforderlich wäre. Diese DH*-Domäne sollte aber inaktiv sein, da das für eine DH-Aktivität notwendige konservierte DH-Motiv LxxHxxxGxxxxP (Bevitt et al. 1992, Eur. J. Biochem. 204, 39-49) zu LxxPxxxDxxxxP mutiert ist. Inaktive DH und auch KR Domänen wurden bei mehreren PKSI-Enzymen, wie z.B. die Rifamycin PKS oder Avermectin-PKS gefunden. Modul 2 zeigt die erwartete Domänenfolge KS2, AT2M, KR2, ACP2.
  • EfoA2: EfoA2 (SEQ-ID 3 und 24; NS/AS) ist ein monomodulares Enzym mit einer Größe von 1673 AS. Das Enzym weist die Domänenfolge KS3, AT3MM, KR3, ACP3 auf. Hier fällt vor allem die aufgrund der Struktur nicht erwartete Anwesenheit der KR3-Domäne auf. Diese KR besitzt sowohl das hochkonservierte NADP(H) Bindungsmotiv GxGxxGxxxA und ein weiteres konserviertes Motiv SRrG, die bei vielen inaktiven KR-Domänen Mutationen aufweisen. Eine aktive KR-Domäne würde eine Reduktion zur Folge haben, die die Hemiacetalbildung von Efomycin unterbinden würde (2). Daher bleibt derzeit fraglich, ob die Domäne aktiv ist und ein unerwartetes Zwischenprodukt erzeugt, oder ob die Domäne trotz Anwesenheit der konservierten Motive inaktiv ist.
  • EfoA3: EfoA3 (SEQ-ID 4 und 25; NS/AS) ist ebenfalls ein monomodulares Enzym mit einer Größe von 1677 AS. Das Enzym zeigt die erwartete Domänenfolge KS4, AT4MM, KR4, ACP4.
  • EfoA4: EfoA4 (SEQ-ID 5 und 26; NS/AS) ist ein bimodulares Enzym einer Größe von 3389 AS. Modul 5 zeigt die erwartete Domänenfolge KS5, AT5MM, KR5, ACP5. Bei der Analyse der konservierten Motive fällt allerdings auf, dass das 2. konservierte KR5 Motiv modifiziert ist. Statt SRrG ist in KR5 das Motiv GRrG vorhanden, das ungewöhnlich erscheint. Modul 6 zeigt die erwartete Domänenfolge KS6, AT6M, DH6, KR6, ACP6 ohne besondere Sequenzauffälligkeiten.
  • EfoA5: EfoA5 (SEQ-ID 6 und 27; NS/AS) ist ebenfalls ein monomodulares Enzym einer Größe von 2088 AS. Die Anordnung der Domänen ist KS7, AT7M, DH7, KR7, ACP7, TE. AT7 zeigt konservierte Motive, die für eine Malonyl-CoA spezifische AT typisch sind. Allerdings sind an den Positionen 200 und 201 die AS A und H anstelle der typischen Reste F und H. Die Kombination A und H wurde bisher bei Propionat spezifischen ATs der Loading Domäne der Erythromycin und Megalomycin PKS beschrieben. Die letzte Domäne der PKSI stellt, wie üblich, eine Thioesterase (TE)-Domäne dar. Diese ist bei anderen PKSI-Systemen an der Hydrolyse des fertigen PKSI-Produktes bzw. wie im Falle der Erythromycin PKSI-TE an der Zyklisierung/Laktonisierung beteiligt. Die durchschnittliche Größe einer modularen TE-Domäne beträgt ca. 212 AS (Yadav et al. 2003, J. Mol. Biol. 328, 335-363). Die Efomycin-PKS spezifische TE weist eine Größe von ca. 308 AS auf. Innerhalb dieser Sequenz sind die TE typischen Motive GxSxG und GxH zu finden (Kakavas et al. 1997, J. Bacteriol. 179, 7515-7522). Ob die etwas vergrößerte Domäne auf eine potentielle Dimerisierungsfunktion hinweist ist unklar.
  • EfoD: Efo D (SEQ-ID 9 und 30; NS/AS) zeigt höchste Identität zu einer sogenannten separaten Thioesterase II (TEII). Diese Art von Thioesterasen kommt in vielen PKSI-Systemen, wie Erythromycin, Pikromycin, Tylosin oder auch Rifamycin und auch in nicht-ribosomalen Peptidsynthetase (NRPS) Systemen vor. Untersuchungen zeigen, dass diese Enzyme "editierende" Aufgaben erfüllen, in dem sie falschgebundene Starter/Extender vom ACP entfernen. Während bei der Erythromycin-PKSI diese Spezifität auf falschgebundene Starter CoAs beschränkt zu sein scheint (Hu et al. 2003, Microbiology, 149, 2213-2225), ist die Spezifität der Pikromycin TEII auch auf andere Extender ACPs erweitert (Kim et al. 2002, J Biol Chem 277, 48028-48034). Eine Inaktivierung der TEII-Funktion führt in der Regel zu einem verstärkten Anteil von entsprechenden PKSI-Derivaten, wobei die Erhöhung der Diversität mit einem starken Abfall der Produktmenge einhergeht. Umgekehrt führt in der Regel eine Überexpression des entsprechenden Gens zu einer Erhöhung der Produktmenge.
  • Die Zuordnung der Gene der 9b zu den Sequenzen ist wie folgt:
    Figure 00220001
  • Biosynthese des Desoxyzuckers L-2-Desoxyfukose: Im Efomycin-Biosynthesegencluster konnten alle (10), für die Biosynthese von 2-L-Desoxyfukose und dessen Transfer verantwortlichen Gene identifiziert werden (spezifische Parameter der einzelnen Gene sind der 9b zu entnehmen). So kodieren efoB und efoC, die stromaufwärts der PKSI lokalisiert sind, die beiden initialen Gene der Zuckerbiosynthese, eine dTDP-Glukose-Synthase und eine 4,6-Dehydratase. Stromabwärts der PKSI sind weitere, in der Biosynthese folgende Gene lokalisiert: efoK kodiert für eine 2,3-Dehydratase, efoJ für eine 2,3-Enoyl-Reduktase, efoF für eine 3,5-Epimerase, efoI für eine 4-Ketoreduktase und efoF für eine Glykosyltransferase. Stämme, die Efomycin A produzieren, die also am Zucker eine zusätzliche Methoxygruppe aufweisen, benötigen noch eine entsprechende O-Methyltransferase (3). Da im Efomycin-Biosynthesegencluster ein solches Gen nicht identifiziert wurde, liegt die Vermutung nahe, dass CB2924 nicht in der Lage ist, Efomycin A-artige Zucker zu synthetisieren.
  • Biosynthese von Vorstufen: Die Verwendung eines Ethylmalonyl-CoA Extenders stellt unter PKSI-Systemen eine Besonderheit dar. Dennoch gibt es einige Beispiele, wie Monensin, FK520, Tylosin und Niddamycin, die ebenfalls Ethylmalonyl-CoA-Einheiten einbauen. Die Biosynthese von Ethylmalonyl-CoA kann in Actinomyceten über 2 verschiedene Stoffwechselwege erfolgen (Liu und Reynolds, 2001 Metabol. Engineer. 3, 40-48). Zum einen über die Isomerisierung des Valin-Kataboliten Isobutyryl-CoA zu Butyryl-CoA, das abschließend zu Ethyl-Malonyl-CoA carboxyliert wird. Ein alternativer Weg (12; die Gene ORF1, ORF2 und EfoL sind im Efomycingencluster vorhanden) beginnt mit der Kondensation von 2 Acetatresten zu Acetoacetyl-CoA, einer Reduktion und Wasserabspaltung zu Crotonyl-CoA, das anschließend ebenfalls zu Butyryl-CoA, dem direkten Ethylmalonyl-CoA Vorläufer reduziert wird. Für diese Reduktion ist die Crotonyl CoA-Reduktase (CCR) verantwortlich. Ein entsprechendes ccr-Gen ist Bestandteil des Tylosin und Niddamycin Biosynthesegenclusters ist. Auch im Efomycin-Biosynthesegencluster ist mit efoL ebenfalls ein Gen vorhanden, das für eine CCR kodiert. Dieses Gen stellt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Randregion des Clusters dar, da stromabwärts 2 ORFs folgen, die zum einen Ähnlichkeiten zu einem divergent transkribierten hypothetischen S. coelicolor/S. avermitilis Enzym aufweisen und zum anderen höchste Homologie zu einer Formamidopyrimidin-DNA Glycosylase, die an Reparaturprozessen der DNA beteiligt ist, zeigen. Erstaunlicherweise konnten in der anderen Randregion 2 ORFs identifiziert werden, die ebenfalls dem Ethylmalonyl-CoA-Biosyntheseweg zuzuordnen sind. ORF1 kodiert dabei für eine β-Ketoacyl-ACP-Synthase III, die innerhalb der Fettsäuresynthese für die initiale Kondensation von 2 Acetyl-CoA-Resten verantwortlich ist (11). Weiterhin wurde mit ORF2 ein Genprodukt identifiziert, das wahrscheinlich für eine β-Hydroxybutyryl-CoA-Dehydrogenase kodiert und somit für den nächsten Schritt der Biosynthese, der Reduktion von Acetoacetyl-CoA zu β-Hydroxybutyryl-CoA verantwortlich sein könnte. Datenbankvergleiche ergaben, dass ein ähnliches Gen Bestandteil des Oligomycin-Biosynthese Genclusters aus S. avermitilis und des Phoslactomycin B Biosynthesegenclusters aus Streptomyces sp. HK803 ist (Palaniappan et al. 2003, J. Biol. Chem. 278, 35552-35557). Beide PKSI-Produkte besitzen ebenfalls einen Ethylmalonyl-CoA Extender. Diese Genprodukte und auch das putative ORF2 Genprodukt, zeigen eine Größe von 571 – 601 AS und sind damit doppelt so groß, wie andere Enzyme mit ähnlicher Funktion. Laut Homologievergleich könnten diese Gene aus einer Duplikation eines entsprechenden Vorläufer-Gens entstanden sein. Zur Synthese von Butyryl-CoA würde lediglich die β-Hydroxybutyryl-CoA-Dehydratase fehlen, wobei es fraglich erscheint, ob diese Funktion nicht ebenfalls von dem duplizierten ORF2 durchgeführt werden könnte. Offen bleibt auch, ob beide ORFs im engeren Sinne zum Efomycin-Gencluster gehören. Fest steht, dass stromaufwärts dieser beiden Gene keine weiteren potentiellen Efomycin-Biosynthesegene lokalisiert sind, da hier ebenfalls divergent organisiert, ein hypothetisches integrales Membranprotein lokalisiert ist, das sowohl in S. coelicolor als auch in S. avermitilis gefunden wurde.
  • Regulation und Resistenz/Transport: Das Efomycin-Biosynthesegencluster kodiert für 3 putative Regulatoren (EfoR1, EfoR2 und EfoR3). EfoR1 zeigt die höchste Identität zu einer Gruppe von großen ATP-bindenden Regulatoren der LuxR-Familie (LAL). Durch das Vorliegen eines 2. Startcodons muss derzeit von 2 Genprodukten EfoR1 und EfoR1* mit einer Größe von 971 bzw. 991 AS ausgegangen werden. Das jeweils abgeleitete Enzym besitzt die typischen N-terminalen ATP-bindenden Walker A und Walker B Motive und ein C-terminales LuxR-typisches "Helix turn Helix"-Motiv zur DNA-Bindung. Eine Reihe anderer Biosynthesegencluster für komplexe Polyketide kodieren für entsprechende Regulatoren, wie der Rapamycin-Regulator RapH oder der Pikromycin-Regulator PikD (Wilson et al. 2001, J. Bacteriol. 183, 3468-3475). EfoR1 besitzt als Besonderheit ein in Streptomyceten seltenes TTA-Codon, das auf eine übergeordnete Regulation in einem entsprechenden Netzwerk hindeutet. Untersuchungen an PikD haben gezeigt, dass dieser Regulator ein positiver Regulator ist, bei dessen Inaktivierung die komplette Biosynthese verloren geht und dessen Überexpression eine Steigerung der Biosynthese zur Folge haben kann. Neben efoR1 sind mit efoR2 und efoR3 zwei weitere potentielle Regulatorgene im Cluster vorhanden. EfoR2 zeigt mit einer Größe von 420 AS höchste Ähnlichkeiten zu einer 2-Komponenten-Sensorkinase während EfoR3 mit 222 AS höchste Ähnlichkeiten zu einem 2-Komponenten-Response-Regulator aufweist. Es liegt nahe, dass beide Komponenten zu einem Regulationssystem gehören. Die Existenz unterschiedlicher Regulationssysteme innerhalb einer Antibiotika-Biosynthese stellt keine Besonderheit dar. So weist das Tylosin-Biosynthesegencluster mindestens 5 verschiedene Regulatorgene auf (Stratigopoulos and Cundliffe 2002, Chem Biol 9:71-8). Die letzten beiden Gene efoG und efoH kodieren Genprodukte, die mit dem Transport des fertigen Produkts bzw. mit der Resistenzvermittlung zusammenhängen könnten. EfoG zeigt höchste Identität zu ABC (ATP-binding cassette)-Transportern, die im Zusammenhang von Antibiotika-Biosynthesen für Resistenz und Transport verantwortlich gemacht werden (Mendez und Salas, 2001, Res. Microbiol. 152, 341-50). Auch für EfoG gibt es ein 2. Startcodon, so dass ebenfalls in 9b 2 Gene/Genprodukte (EfoG und EfoG*) berücksichtigt sind. Ebenfalls zeigt auch EfoH höchste Ähnlichkeit zu Transportern bzw. integralen Membranproteinen.
  • Beispiel 4: Herstellung verschiedener Efomycin-Aglykon synthetisierender Mutanten
  • Das Efomycin-Aglykon stellt eine geeignete Ausgangssubstanz für weitere Derivatisierungen dar. Die chemische Abspaltung der 2-L-Desoxyfucosereste wird aufgrund der beschriebenen Säure/Base-Instabilität des Aglykons erschwert (s. EP 0360130 ). Die Anwendung der säurekatalysierten Methanolyse führt lediglich zu Deglycosylierungsprodukten (Elaiolide, Seebach et al., 1986 J. Liebigs Ann. Chem, 1281), deren Struktur nachträglich als tetra-O-methyl Derivat des Aglykons bestimmt werden konnte (Bindseil und Zeeck, 1993, 58, 5487-5492). Nur die Säurehydrolyse in Abwesenheit von Methanol führte nach 15 h zu einem Produktgemisch, das unter anderem das echte Aglykon mit einer nichtsubstituierten OH-Gruppe in Position 13 des Hemiacetals enthält. Aufgrund der Säurelabilität des Aglykons können keine Produktraten >20% erzielt werden (Bindseil und Zeeck, 1993, 58, 5487-5492).
  • Das Vorliegen der in diesem Patent beschriebenen Sequenz des Efomycin-Biosynthesegenclusters eröffnet nun erstmals die Möglichkeit der "biologischen" Synthese des Aglykons durch gezieltes Ausschalten bestimmter Zuckerbiosynthesegene. Zur Unterbrechung der Biosynthese des Desoxyzuckers 2-L-Desoxyfucose wurden zwei Biosynthesegene efoK, das für eine 2,3-Dehydratase kodiert und efoF, das für eine 3,5-Epimerase kodiert (3), gezielt inaktiviert. Die Inaktivierung beider Gene erfolgte in zwei Schritten, wie es in vergleichbarer Weise zur Inaktivierung des Halogenasegens bhaA in Puk et al., 2002, Chem. & Biol. 9, 225-235 bereits beschrieben wurde. Im ersten Schritt wurde ein Plasmidkonstrukt generiert, das nach einem doppel cross-over die Entstehung der Genaustauschmutante CB3785 (in efoK) bzw. CB3787 (in efoF) zur Folge hat (12 und 13). In beiden Genaustauschmutanten ist ein Teil des zu inaktivierenden efoK bzw efoF Gens durch das Kanamycin-Resistenz vermittelnde aphII-Gen ersetzt. Im zweiten Schritt wird ein weiteres Plasmidkonstrukt benutzt, um die zuvor inserierte Resistenzgenkassette gegen eine "in frame" deletierte inaktive Kopie von efoK bzw. efoF durch doppel cross-over auszutauschen. Die entstehenden "in frame" Deletionsmutanten CB3788 bzw. CB3786 (12 und 13) weisen keine heterologen Gene auf, so dass ein negativer (polarer) Effekt auf stromab- bzw. stromaufwärts im Cluster lokalisierte Gene ausgeschlossen ist. Im Folgenden wird die Herstellung der entsprechenden Efomycin-Aglykon synthetisierenden Mutanten detailliert beschrieben.
  • A: Inaktivierung des 2,3-Dehydratasegen efoK des Efomycin-Biosynthese-Clusters zur Herstellung von Efomycin-Aglykon synthetisierenden Mutanten
  • Zur Herstellung einer efoK-Genaustauschmutante wird ein Plasmidkonstrukt generiert, das zum einen an efoK stromauf- und abwärts angrenzende DNA Fragmente enthält und zum anderen ein efoK-Gen, das eine 780 bp Deletion aufweist, die durch eine Kanamycin-Resistenzgenkassette aphII ersetzt wurde (12). Das entsprechende Plasmidinsert wird durch die Klonierung von 3 PCR-Fragmenten erzeugt, von denen das eine den 5'-Bereich (DH5'-Fragment) vor der Deletion und das andere den 3'-Bereich (DH3'-Fragment) nach der Deletion umfasst (12). Diese beiden PCR-Fragmente werden zunächst über eingeführte Restriktionsschnittstellen gezielt fusioniert und anschließend wird eine Kanamycin-Resistenzgenkassette aphII so amplifiziert, dass sie aufgrund eingeführter Schnittstellen zwischen beide DH-Fragmente inseriert werden kann.
  • 1. Klonierung der efoK-Genaustausch- und in frame Deletionsplasmide:
  • – Klonierung des DH5'-Fragments
  • Alle Klonierungen und DNA-Modifikationen wurden wie unter Sambrook et al., 1989 (Molecular cloning: A laboratory manual, 2nd ed. Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor, NY) beschrieben, durchgeführt.
  • Primer:
    • DH5ForEcoRI: 5' – GCCTGTGAATTCTCGGCTCGGTCCACGAGT – 3'
    • DH5RevEcoRV: 5' – CATCACGATATCCGGTACGCCGTCGAAGTC – 3'
    • PCR-Ansatz:
      DNA Cosmid 2924-4L08 0,5 μl (ca. 0,2 μg)
      Primer DH5ForEcoRI 1 μl (25 pmol)
      Primer DH5RevEcoRV 1 μl (25 pmol)
      Nukleotide (10 mM pro Nukleotid) 1 μl
      10×Puffer Qiagen 2,5 μl
      Q-Solution 5 μl
      Proofstart Polymerase Qiagen 2 μl (5u)
      H2O 13 μl
  • PCR-Bedingungen
    • Gerät: MJ Research, PTC-225
      95 °C 5 min
      94 °C 1 min
      60 °C 1 min, 35×
      72 °C 2 min 30 sec
      72 °C 5 min
      10 °C unbeschränkt
  • Das 1959 by große PCR-Fragment wurde EcoRI/EcoRV in den Vektor Litmus28 (Evans et al., 1995, BioTechniques 19, 130-135) kloniert. Das erhaltene Plasmidkonstrukt wurde Lit28dh5 bezeichnet.
  • – Klonierung des DH3'-Fragments
  • Primer:
    • DH3ForEcoRV: 5' – CAGTGCGATATCCGCAACTACACCCATCTG – 3'
    • DH3RevXbaI: 5' – AGGAGTTCTAGACGCTCGGCAACCTCAACC – 3'
    • PCR-Ansatz:
      DNA Cosmid 2924-4L08 0,5 μl (ca. 0,2 μg)
      Primer DH3ForEcoRV 1 μl (25 pmol)
      Primer DH3RevXbaI 1 μl (25 pmol)
      Nukleotide (10 mM pro Nukleotid) 1 μl
      10×Puffer Qiagen 2,5 μl
      Q-Solution 5 μl
      Proofstart Polymerase Qiagen 2 μl (5u)
      H2O 12 μl
  • PCR-Bedingungen s.o.
  • Das 2110 bp große PCR-Fragment wurde XbaI/EcoRV in Lit28dh5 (s.o.) kloniert. Das entstandene Plasmid wurde Lit28deltadh bezeichnet.
  • – Klonierung der Kanamycin-Resistenzgenkassette aphII
  • Primer:
    • aphIIForEcoRV: 5' – CCACCAGATATCCAGGCGGTAACCGGCCTC – 3'
    • aphIIRevEcoRV: 5' – GCATGCGATATCCACGCTGCCGCAAGCAC – 3'
    • PCR-Ansatz:
      DNA pGM9 0,5 μl (ca. 0,2 μg)
      Primer aphIIForEcoRV 1 μl (25 pmol)
      Primer aphIIRevEcoRV 1 μl (25 pmol)
      Nukleotide (10 mM pro Nukleotid) 1 μl
      5× Puffer Roche 5 μl
      Proofstart Tgo Roche 1 μl (1u)
      H2O 15,5 μl
  • PCR-Bedingungen
    • Gerät: MJ Research, PTC-225
      94 °C 2 min
      94 °C 1 min
      60 °C 1 min 35×
      72 °C 2 min
      72 °C 5 min
      10 °C unbeschränkt
  • Das 1746 bp große PCR-Fragment wurde EcoRV gespalten und in das ebenso geschnittene Plasmid Lit28deltadh kloniert. Dabei entstand das Plasmid Lit28GRdhasense.
  • – Konstruktion eines neuen Apramycin-Resistenzgen (aacC4)-tragenden, mobilisierbaren Inaktivierungsvektors
  • Der Transfer genetischer Information nach Actinomyceten ist mit Hilfe der intergenerischen Konjugation von E. coli möglich (Kieser et al., 2000, Streptomyces Genetics, The John Innes Foundation, Norwich, England). Voraussetzung ist hier ein IncP-Plasmid enthaltender E. coli- Donor-Stamm, wie z.B. ET12567(pUB307) [McNeil et al., 1992, Gene 111, 61-68], der gleichzeitig ein oriT-tragendes und daher mobilisierbares Plasmid enthält, das im Verlaufe der Konjugation durch das IncP-Plasmid nach Actinomyceten mobilisiert werden kann. Ein solcher für Inaktivierungsexperimente häufig eingesetzter Grundvektor ist der Vektor pK18mob (Schäfer et al., 1994, Gene, 145, 69-73). Dieser Vektor enthält das Kanamycin-Resistenzgen aphII. Zur Erzeugung eines alternativen Vektors wurde das aphII Resistenzgen gegen das Apramycin-Resistenzgen aacC4 ausgetauscht. Durch eine BglII/BstBI Spaltung von pK18mob wurde das aphII-Gen entfernt. Beide Schnittstellen wurden mit Hilfe einer Klenow-Behandlung aufgefüllt. In diese "blunt end"-Schnittstellen wurde das Apramycin-Resistenzgen aacC4 inseriert. Dazu wurde dieses Gen zuvor als 1721 bp großes HindIII-Fragment des Ωaac Fragments (Blondelet-Rouault et al., 1997, 190, 315-317) isoliert und Klenow behandelt. Der neu entstandene Inaktivierungsvektor wurde p18mob2 bezeichnet.
  • – Klonierung der efoK-Genaustausch- und in frame Deletionsplasmide p18mobGRdh und p18mobdeltadh
  • Die Inserts aus Lit28GRdhasense und Lit28deltadh wurden mit EcoRI/XbaI isoliert und in einen ebenso gespaltenen Vektor p18mob2 (s.o.) kloniert. Das so erhaltene efoK-Genaustauschplasmid wurde p18mobGRdh und das efoK in frame Deletionsplasmid wurde p18mobdeltadh bezeichnet (12).
  • 2. Transfer der efoK-Genaustausch- und in frame Deletionsplasmide p18mobGRdh und p18mobdeltadh nach CB2924 und Erzeugung der entsprechenden Mutanten
  • – Herstellung der efoK-Genaustauschmutante CB3785
  • Das Genaustauschplasmid pmobGRdh wurde mit Hilfe der intergenerischen Konjugation von E. coli nach S. hygroscopicus subsp. hygroscopicus CB2924 transferiert (Standard-Methode siehe: Kieser et al., 2000, Streptomyces Genetics, The John Innes Foundation, Norwich, England). Das eingesetzte Genaustauschplasmid p18mobGRdh ist in Aktinomyceten nicht replikativ. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass das Plasmid über eine der beiden chromosomalen DNA-Fragmente (Dh5' bzw. Dh3' Fragment, s.o.) ins Chromosom mit Hilfe der homologen Rekombination integriert (einfach cross-over). Findet eine doppeltes Rekombinationsereignis (doppel cross-over) zwischen beiden homologen Bereichen statt, führt dies zu einem Genaustausch, was die Insertion der defekten von einem Kanamycin-Resistenzgen aphII unterbrochenen Kopie des efoK-Gens zur Folge hat (12). Beide Rekombinationsereignisse (single und doppel cross-over) können durch den Einsatz der Selektionsmarker unterschieden werden.
  • Zunächst wurde der Transkonjugationsansatz mit 1 mg Kanamycin (selektioniert auf Anwesenheit des aphII-Resistenzgens, das nach single und doppel cross-over vorhanden sein sollte) und 1 mg Phosphomycin (tötet die im Transkonjugationsansatz vorhandenen unerwünschten E. coli Donoren ab) überschichtet. Nach 4 – 6 d Inkubation bei 28 °C wurden Transkonjuganden sichtbar. In zwei unabhängigen Konjugationsansätzen wurden insgesamt 7 Kanamycin-resistente (50 μg/ml) Transkonjuganden erhalten. Durch eine weitere Selektion auf Anwesenheit des Apramycin-Resistenzgenmarkers aacC4 (25 μg/ml) des Genaustauschsplasmids p18mobGRdh kann zwischen den Rekombinationsereignissen "Integration des Genaustauschplasmids über einfach cross-over (Kanamycin und Apramycin resistent) bzw. Genaustausch über doppel cross-over (Kanamycin-resistent und Apramycin sensitiv, 12) unterschieden werden. von den 7 Transkonjuganden erwies sich ein Klon als Apramycin-sensitiv und Kanamycin-resistent, was auf ein doppel-over Ereignis hindeutet. Mit Hilfe der PCR wurde der korrekte Genaustausch nachgewiesen. Die efoK-Genaustausch-Mutante wurde mit CB3785 bezeichnet.
  • – Herstellung der efoK in frame Deletionsmutante CB3786
  • Ausgehend von der efoK Genaustauschmutante CB3785 wurde mit Hilfe des in frame Deletionsplasmids p18mobdeltadh die efoK in frame Deletionsmutante CB3786 hergestellt (12). Dazu wurde p18mobGRdh mittels intergenerischer Konjugation nach CB3785 transferiert (Methode s.o). Durch Selektion auf den Plasmidmarker aacC4, der eine Apramycin-Resistenz vermittelt (25 μg/ml), wurden 3 Transkonjuganden erhalten, die aufgrund der gleichzeitigen Anwesenheit der aphII-Resistenzgenkassette in CB3785 auch die entsprechende Kanamycin-Resistenz aufwiesen. Das Resistenzmuster und auch ein PCR-Nachweis bestätigten, dass p18mobdeltadh in diesen Kolonien über ein einfach cross-over in das Efomycin-Biosynthesegencluster integriert war. Um nun aus dieser p18mobdeltadh-Integrationsmutante eine efoK in frame-Deletionsmutante zu erzeugen, muss das integrierte Plasmid über ein 2. cross-over derart aus dem Chromosom desintgrieren, dass das durch die aphII-Resistenzgenkassette unterbrochene efoK Gen aus CB3785 gegen die in frame deletierte efoK-Kopie ausgetauscht wird. Bei dieser über homologe Rekombination vermittelten Desintegration besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass das Plasmid p18mobdeltadh über das Fragment rekombiniert, über das es ursprünglich integrierte. Ein solches Ereignis hätte die unerwünschte Widerherstellung der efoK Genaustauschmutante CB3785 zur Folge, was phänotypisch durch das Vorhandensein des Kanamycin-Resistenzgenmarkers aphII nachzuweisen wäre. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine solches Desintegrationsereignis durch Stressfaktoren wie Hitze und Ultraschall forciert werden kann (Puk et al., 2002, Chem. & Biol. 9, 225-235). Aus diesem Grund wurde eine p18mobdeltadh-Integrationsmutante folgendem Stressprotokoll unterzogen:
    • – 2 d Anzucht bei 28 °C in 50 ml HA-Medium [Zusammensetzung pro 1 H2Obidest: 4g Bacto Yeast Extract (Becton Dickinson), 10 g Malt Extract (Becton Dickinson), 4 g Glucose-Monohydrat (Roth), pH 7,3] ohne Antibiotikum
    • – Überimpfen von 1 ml Kultur in frisches Medium und 1 d Inkubation bei 37 °C
    • – Nochmaliges Überimpfen und 1 d Inkubation bei 37 °C
    • – Abzentrifugieren der Kultur (10 min, 5000 rpm) und Resuspendieren des Pellets in 10 ml HA
    • – 15 min Ultraschallbehandlung
    • – 2 h Inkubation bei 37 °C
    • – 15 min Ultrschallbehandlung
    • – Ausplattieren von Verdünnungsreihen (in HA) auf ISP4 [Zusammensetzung pro 1 H2Obidest: 37 g Difco ISP Medium 4 (Becton Dickinson)] und Inkubation 6 – 8 d bei 28 °C
  • 1248 Klone der Verdünnungsreihe wurden parallel auf HA-Agar und HA-Agar mit 50 μg/ml Kanamycin gepickt und 3 – 4 d bei 28 °C inkubiert. 2 Klone waren sowohl Kanamycin-, als auch Apramycin-sensitiv. Mit Hilfe eines PCR-Experimentes konnte bei beiden Kolonien das korrekte Desintegrationsereignis nachgewiesen werden. Eine der beiden efoK in frame Deletionsmutanten bekam die Bezeichnung CB3786.
  • 3. Charakterisierung der efoK-Genaustauschmutante CB3785 und efoK in frame Deletionsmutante CB3786
  • Die Inaktivierung des 2,3-Dehydratasegens sollte die Unterbrechung der Biosynthese des Efomycin Desoxyzuckers 2-L-Desoxyfucose und somit die Bildung des Efomycin-Aglykons zur Folge haben. Um diese Annahme zu überprüfen, wurden die beiden efoK-Mutanten unter Produktionsbedingungen fermentiert und nach Extraktion mit Hilfe der LC-DAD-MS analysiert.
  • Anzucht:
    • – Vorkultur: je 20 ml NL19D-Medium [Zusammensetzung pro 1 Leitungswasser: 20 g D (–)-Mannit, 20 g Soybean Flour TypI (not roasted), pH 7,5] wurden mit der Mutante CB3785 (Zugabe von 50 μg/ml Kanamycin) bzw. CB3786 angeimpft und für 72 h bei 28 °C inkubiert
    • – Hauptkultur: je 200 μl der Vorkultur wurden auf SG-Platten [Zusammensetzung pro 1 H2Obidest: 20 g Glucose-Monohydrat (Roth), 10 g Bacto Soytone (Becton Dickinson), 2 g CaCO3 (Roth), 1 mg Cobald(II)chlorid (Merck), 15 g Agar, pH 7,2] ausplattiert und für 96 h bei 28 °C inkubiert
  • Extraktion:
    • – das Festmedium der Hauptkultur wurde zerkleinert, mit 5ml Essigsäureethylester extrahiert und die organische Phase zur Trockne eingeengt
    • – Der Rückstand wurde in 80 μl McOH aufgenommen und die Produktion potentieller Efomycin Derivate mittels LC-DAD-MS untersucht. Das Injektionsvolumen betrug 20 μl.
  • LC-DAD-MS-Analyse Gerätespezifikationen:
    • HPLC: Waters Alliance 2790, Säule: Grom Sil 120 ODS-4HE, 3μm, Dim. 40×4 mm, Vor-Säule: Phenomenex C18 ODS, 4mm L × 3,0 mm ID,
    • MS: Micromass Q-TOF 2, ausgestattet mit V-Optic
  • Gradientensystem:
  • Lösungsmittel
    • A:
      Wasser mit 0.1% Ameisensäure
      B:
      Acetonitril
      Figure 00360001
      Figure 00370001
      Säulen Temperatur (°C) 30
      Säulen Temperatur Limit (°C) 10
      Proben Temperatur (°C) 4
      Proben Temperatur Limit (°C) 20
  • Ein Lösungsmittel-Splitter ist in das System integriert, mit dem etwa 1/3 der mobilen Phase in das Massenspektrometer geleitet wird.
  • LC-DAD-MS-Analyse der efoK-Genaustauschmutante CB3785 (14): Die Analyse ergab, dass die Mutante CB3785 kein "Wildtyp"-Efomycin (ESI Masse negativ Modus: m/z 1023) produziert, sondern als Hauptprodukt ein Efomycin-Derivat mit der Masse 764 amu (ESI negativ Modus: m/z 763), was der Masse des Efomycin Aglykons mit OH-Gruppen in Position 13 des Hemiacetals entspricht. Hierzu sieht man in der 14a folgende Chromatogramme (von oben nach unten): Fokussiertes Base Peak Index (BPI) DAD zwischen 245 und 260 nm. Gesamt BPI DAD; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 760-765; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 1020 bis 1025; Gesamt MS Total Ion Current (TIC). Die Chromatogramme zeigen, dass im Unterschied zum Wildtyp kein Efomycin-Derivat mit einem Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023) produziert wird (s. z.B. 7), sondern vielmehr ein Efomycin-Derivat der Masse 764 (ESI negativ Modus: m/z 763) mit einem Efomycin-typischen UV-Spektrum bei einer Retentionszeit um 5.0 min. Die aufsummierten Spektren in 14b beweisen ebenfalls, dass bei einer Retentionszeit um 5.0 min keine signifikanten Mengen einer Substanz mit dem Efomycin-typischen Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023) sondern ein Efomycin-Derivat der Masse 764 amu (ESI negativ Modus: m/z 763) produziert wird. Die Produktion des Efomycin Aglykons mit dem Massenpeak [M-H] 763 in der efoK-Genaustauschmutante zeigt, dass das 2,3 Dehydratase-kodierende efoK Gen essentiell für die Biosynthese des Zuckers ist und dass unter diesen Bedingungen kein anderes im Wildtyp vorhandenes Dehydratasegenprodukt die efoK-Funktion ersetzen kann. Weiterhin scheint die Anwesenheit der aphII-Resistenzgenkassette in efoK die Funktion der anderen Efomycin-Biosynthesegene nicht zu beeinträchtigen.
  • LC-DAD-MS-Analyse der efoK in frame Deletionsmutante CB3786 (15): Auch die Analyse der Mutante CB3786 ergab, dass ebenfalls kein "Wildtyp"-Efomycin (ESI negativ Modus: m/z 1023) produziert wird, sondern wie in CB3785 als Hauptprodukt ein Efomycin-Derivat mit der charakteristischen Masse des Efomycin-Aglykons (ESI negativ Modus: m/z 763 amu). Dementsprechend sieht man in der 15a folgende Chromatogramme (von oben nach unten): Fokussiertes Base Peak Index (BPI) DAD zwischen 245 und 260 nm. Gesamt BPI DAD; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 760-765; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 1020 bis 1025; Gesamt MS Total Ion Current (TIC). Die Chromatogramme zeigen, dass im Unterschied zum Wildtyp kein Efomycin-Derivat mit einem Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023) produziert wird (s. z.B. 7), sondern vielmehr ein Efomycin-Derivat der Masse 764 (ESI negativ Modus: m/z 763) mit einem Efomycin-typischen UV-Spektrum bei einer Retentionszeit um 5.0 min. Die aufsummierten Spektren in 15b beweisen ebenfalls, dass bei einer Retentionszeit um 5.0 min keine signifikanten Mengen einer Substanz mit dem Efomycin-typischen Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023), sondern vielmehr ein Efomycin-Derivat der Masse 764 amu (ESI negativ Modus) produziert wird. Im Unterschied zur Genaustauschmutante CB3785 besitzt die in frame Deletionsmutante CB3786 kein heterologes Resistenzgen. Damit ist in dieser Mutante der aphII-Resistenzmarker für weitere Experimente erneut einsetzbar.
  • B. Inaktivierung des 3,5-Epimerasegen efoF des Efomycin-Biosynthese-Clusters zur Herstellung von Efomycin-Aglykon synthetisierenden Mutanten
  • Zur Herstellung alternativer Efomycin-Aglykonproduzierender Mutanten wurde parallel zur efoK-Inaktivierung mit dem 3,5-Epimerase kodierenden efoF Gen, ein zweites Desoxyzucker-Biosynthesegen inaktiviert. Die prinzipielle Klonierungsstrategie und Vorgehensweise wurde, wie unter A. beschrieben, durchgeführt. Zur Herstellung einer efoF-Genaustauschmutante wurde ein Plasmidkonstrukt generiert, das zum einen an efoF stromauf- und abwärts angrenzende DNA Fragmente enthält und zum anderen ein efoF-Gen, das eine 159 bp Deletion aufweist, die durch eine Kanamycin-Resistenzgenkassette aphII ersetzt wurde (13). Auch dieses entsprechende Plasmidinsert wird durch die Klonierung von 3 PCR-Fragmenten erzeugt, von denen das eine den 5'-Bereich (Epi5'-Fragment) vor der Deletion und das andere den 3'-Bereich (Epi3'-Fragment) nach der Deletion umfasst (13). Diese beiden PCR- Fragmente werden zunächst über eingeführte Restriktionsschnittstellen gezielt fusioniert und anschließend wird eine Kanamycin-Resistenzgenkassette aphII so amplifiziert, dass sie aufgrund eingeführter Schnittstellen zwischen beide Epi-Fragmente inseriert werden kann.
  • 1. Klonierung der efoF-Genaustausch- und in frame Deletionsplasmide:
  • – Klonierung des Epi5'-Fragments
  • Alle Klonierungen und DNA-Modifikationen wurden wie unter Sambrook et al., 1989 (Molecular cloning: A laboratory manual, 2nd ed. Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor, NY) beschrieben, durchgeführt.
  • Primer:
    • Epi5ForEcoRI: 5' – GACATAGAATTCGCGCTGAAGCCGCTCACG – 3'
    • Epi5RevHindIII: 5' – GAGGAGAAGCTTGCTGACGCAGGTCACCATC – 3'
    • PCR-Ansatz:
      DNA Cosmid 2924-4L08 0,5 μ (ca. 0,2 μg)
      Primer Epi5ForEcoRI 1 μl (25 pmol)
      Primer Epi5RevHindIII 1 μl (25 pmol)
      Nukleotide (10 mM pro Nukleotid) 1 μl
      10×Puffer Qiagen 2,5 μl
      Q-Solution 5 μl
      Proofstart Polymerase Qiagen 2 μl (5u)
      H2O 12 μl
  • PCR-Bedingungen
    • Gerät: s.o.
      95 °C 5 min
      94 °C 1 min
      60 °C 1 min, 35×
      72 °C 2 min 30 sec
      72 °C 5 min
      10 °C unbeschränkt
  • Das 2068 bp große PCR-Fragment wurde EcoRI/HindIII in den Vektor Litmus28 (Evans et al., 1995, BioTechniques 19, 130-135) kloniert. Das erhaltene Plasmidkonstrukt wurde Lit28epi5 bezeichnet.
  • – Klonierung des Epi3'-Fragments
  • Primer:
    • Epi3ForHindIII: 5' – GCGGCCAAGCTTAACTCGGAGGAGTACAAC – 3'
    • Epi3RevXbaI: 5' – GGCCACTCTAGACACTCCGAGGACGGTCAG – 3'
    • PCR-Ansatz:
      DNA Cosmid 2924-4L08 0,5 μl (ca. 0,2 μg)
      Primer Epi3ForHindIII 1 μl (25 pmol)
      Primer Epi3RevXbaI 1 μl (25 pmol)
      Nukleotide (10 mM pro Nukleotid) 1 μl
      10×Puffer Qiagen 2,5 μl
      Q-Solution 5 μl
      Proofstart Polymerase Qiagen 2 μl (5u)
      H2O 12 μl
  • PCR-Bedingungen: s. Epi5'-Fragment
  • Das 2024 bp große PCR-Fragment wurde XbaI/HindIII in Lit28epi5 (s.o.) kloniert. Das entstandene Plasmid wurde Lit28deltaepi bezeichnet.
  • – Klonierung der Kanamycin-Resistenzgenkassette aphII
  • Primer:
    • aphIIForHindIII: 5'-CAGGTCAAGCTTCGGTAACCGGCCTCTTCATCG-3'
    • aphIIRevHindIII: 5'-GCATGCAAGCTTCACGCTGCCGCAAGCAC-3'
    • PCR-Ansatz:
      DNA pGM9 0,5 μl (ca. 0,2 μg)
      Primer aphIIForHindIII 1 μl (25 pmol)
      Primer aphIIRevHindIII 1 μl (25 pmol)
      Nukleotide (10 mM pro Nukleotid) 1 μl
      5× Puffer Roche 5 μl
      Proofstart Tgo Roche 1 μl (1u)
      H2O 15,5 μl
  • PCR-Bedingungen
    • Gerät: s.o.
      94 °C 2 min
      94 °C 1 min
      60 °C 1 min, 35×
      72 °C 2 min
      72 °C 5 min
      10 °C unbeschränkt
  • Das 1742 bp große PCR-Fragment wurde HindIII gespalten und in das ebenso geschnittene Plasmid Lit28deltaepi kloniert. Dabei entstand das Plasmid Lit28GRepisense.
  • – Klonierung der efoF-Genaustausch- und in frame Dele tionsplasmide p18mobGRepi und p18mobdeltaepi
  • Die Inserts aus Lit28GRepisense und Lit28deltaepi wurden mit EcoRI/XbaI isoliert und in einen ebenso gespaltenen Vektor p18mob2 (s.o.) kloniert. Das so erhaltene efoF-Genaustauschplasmid wurde p18mobGRepi und das efoF in frame Deletionsplasmid wurde p18mobdeltaepi bezeichnet (13).
  • 2. Transfer der efoF-Genaustausch- und in frame Deletionsplasmide p18mobGRepi und p18mobdeltaepi nach CB2924 und Erzeugung der entsprechenden Mutanten
  • – Herstellung der efoF-Genaustauschmutante CB3787
  • Das Inaktivierungskonstrukt pKmobGRepisense wurde wie unter A2. beschrieben nach CB2924 transferiert und selektioniert. In zwei unabhängigen Konjugationsansätzen wurden insgesamt 4 Kanamycin-resistente Transkonjuganden erhalten. Einer der Transkonjuganden erwies sich als Apramycinsensitiv und Kanamycin-resistent, was auf ein doppel cross-over Ereignis hindeutet. Mit Hilfe der PCR wurde der korrekte Genaustausch nachgewiesen. Die efoF-Genaustausch-Mutante wurde mit CB3787 bezeichnet (13).
  • – Herstellung der efoF in frame Deletionsmutante CB3788
  • Ausgehend von der efoF Genaustauschmutante CB3787 wurde mit Hilfe des in frame Deletionsplasmids p18mobGRepi die efoF in frame Deletionsmutante CB3788 hergestellt (13). Dazu wurde das Plasmid p18mobdeltaepi, wie unter A2. beschrieben, nach CB3787 transferiert und selektioniert. Es wurde 1 Transkonjugand erhalten, der gleichzeitig eine Apramycin-Resistenz (vermittelt durch den Plasmidmarker aacC4) und Kanamycin-Resistenz (aphII-Resistenzgenkassette in CB3787) aufwies. Das Resistenzmuster und auch ein PCR-Nachweis bestätigten, dass p18mobdeltaepi in diesen Kolonien über ein einfach cross-over in das Efomycin-Biosynthesegencluster integriert war. Um nun aus dieser p18mobdeltaepi-Integrationsmutante eine efoF in frame-Deletionsmutante zu erzeugen, muss ebenfalls wie unter A2. beschrieben das integrierte Plasmid über ein .2. cross-over derart aus dem Chromosom desintgrieren, dass das durch die aphII-Resistenzgenkassette unterbrochene efoF Gen aus CB3787 gegen die in frame deletierte efoF-Kopie ausgetauscht wird. Um dieses Ereignis zu forcieren, wurde auch diese Integrationsmutante einem Stressprotokoll ausgesetzt (s. A2.) Insgesamt wurden nach Stressbehandlung 1920 Klone parallel auf HA-Agar und HA-Agar mit 50 μg/ml Kanamycin gepickt und 3 – 4 d bei 28 °C inkubiert. 3 Kolonien waren sowohl Kanamycin-, als auch Apramycin-sensitiv. Mit Hilfe eines PCR-Experimentes konnte das korrekte Desintegrationsereignis in einer dieser Mutanten nachgewiesen werden. Diese efoF in frame Deletionsmutante bekam die Bezeichnung CB3788.
  • 3. Charakterisierung der efoF-Genaustauschmutante CB3787 und efoF in frame Deletionsmutante CB3788
  • Auch die Inaktivierung des späten 3,5-Epimerasegens (s. 3) sollte die Unterbrechung der Biosynthese des Efomycin Desoxyzuckers 2-L-Desoxyfucose und somit die Bildung des Efomycin-Aglykons zur Folge haben. Um diese Annahme zu überprüfen, wurden die beiden efoF-Mutanten unter Produktionsbedingungen fermentiert und nach Extraktion mit Hilfe der LC-DAD-MS analysiert (Durchführung und Bedingungen analog zu A3.).
  • LC-DAD-MS-Analyse der efoF-Genaustauschmutante CB3787 (16): Die Analyse ergab, dass auch die 3,5-Epimerase-Mutante CB3787, wie schon zuvor beide 2,3-Dehydratasemutanten CB3585 und CB3586, kein "Wildtyp"-Efomycin (ESI negativ Modus: m/z 1023) produziert, sondern als Hauptprodukt ein Efomycin-Derivat mit der Masse 764 amu (ESI negativ Modus: m/z 763). Hierzu sieht man in der 16a folgende Chromatogramme (von oben nach unten): Fokussiertes Base Peak Index (BPI) DAD zwischen 245 und 260 nm. Gesamt BPI DAD; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 760-765; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 1020 bis 1025; Gesamt MS Total Ion Current (TIC). Die Chromatogramme zeigen, dass im Unterschied zum Wildtyp kein Efomycin-Derivat mit einem Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023) produziert wird (s. z.B. 7), sondern vielmehr ein Efomycin-Derivat der Masse 763 (ESI negativ Modus) mit einem Efomycin-typischen UV-Spektrum bei einer Retentionszeit um 5.0 min. Die aufsummierten Spektren in 16a beweisen ebenfalls, dass bei einer Retentionszeit um 5.0 min keine signifikanten Mengen einer Substanz mit dem Efomycin-typischen Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023) sondern ein Efomycin-Derivat der Masse 764 amu (ESI negativ Modus: m/z 763) produziert wird. Die Produktion des Efomycin Aglykons mit der Masse [M-H] 763 in der efoF-Genaustauschmutante zeigt, dass auch 3,5 Epimerase-kodierende efoF Gen essentiell für die Biosynthese des Zuckers ist und dass unter diesen Bedingungen kein anderes im Wildtyp vorhandenes Genprodukt die efoF-Funktion ersetzen kann.
  • LC-DAD-MS-Analyse der efoF in frame Deletionsmutante CB3788 (17): Auch die Analyse der Mutante CB3788 ergab, dass ebenfalls kein "Wildtyp"-Efomycin (ESI negativ Modus: m/z 1023) produziert wird, sondern wie in den Mutanten CB3785, CB3786 und CB3787 als Hauptprodukt ein Efomycin-Derivat mit der charakteristischen Masse des Efomycin-Aglykons (ESI negativ Modus: m/z 763). Dementsprechend sieht man in der 17a folgende Chromatogramme (von oben nach unten): Fokussiertes Base Peak Index (BPI) DAD zwischen 245 und 260 nm. Gesamt BPI DAD; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 760-765; Fokussiertes Ionenchromatogramm für m/z 1020 bis 1025; Gesamt MS Total Ion Current (TIC). Die Chromatogramme zeigen, dass im Unterschied zum Wildtyp kein Efomycin-Derivat mit einem Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023) produziert wird (s. z.B. 7), sondern vielmehr ein Efomycin-Derivat der Masse 764 (ESI negativ Modus: m/z 763) mit einem Efomycin-typischen UV-Spektrum bei einer Retentionszeit um 5.0 min. Die aufsummierten Spektren in 17a beweisen ebenfalls, dass bei einer Retentionszeit um 5.0 min keine signifikanten Mengen einer Substanz mit dem Efomycin-typischen Massepeak von 1024 (ESI negativ Modus: m/z 1023), sondern vielmehr ein Efomycin-Derivat der Masse 764 amu (ESI negativ Modus: m/z 763) produziert wird.
  • Alle generierten efoK und efoF-Mutanten können zur Produktion und Isolierung des zur weiteren Derivatisierung geeigneten Efomycin-Aglykons eingesetzt werden.
  • Es folgt ein Sequenzprotokoll nach WIPO St. 25. Dieses kann von der amtlichen Veröffentlichungsplattform des DPMA heruntergeladen werden.

Claims (20)

  1. Isoliertes Protein oder Peptid enthaltend, insbesondere bestehend aus, einer oder mehreren der Aminosäurensequenzen SEQ-ID 23 bis 43, 45 und 47.
  2. Protein oder Peptid nach Anspruch 1, wobei das Protein oder Peptid für einen Teilsyntheseschritt der Biosynthese eines Efomycinderivates, insbesondere eines Efomycinderivat-Antibiotikums, funktional ist.
  3. Isolierte Nukleinsäure, insbesondere DNA, beispielsweise genomische DNA, cDNA, oder RNA, insbesondere mRNA, codierend für ein Protein oder Peptid gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, vorzugsweise enthaltend oder bestehend aus einer oder mehreren der Nukleinsäuresequenzen SEQ-ID 1 bis 22, 44 und 46.
  4. Isoliertes Transformationsvehikel, insbesondere Plasmid oder Cosmid, enthaltend eine Nukleinsäure nach Anspruch 3.
  5. Isoliertes Transformationsvehikel nach Anspruch 4, enthaltend eine Mehrzahl, insbesondere 1 bis 50, verschiedener Nukleinsäuren nach Anspruch 3.
  6. Isoliertes Transformationsvehikel nach Anspruch 4 oder 5, zusätzlich enthaltend zumindest eine regulatorische Nukleinsäuresequenz, wobei die Nukleinsäure oder die Nukleinsäuren unter der Kontrolle der regulatorischen Nukleinsäuresequenz, insbesondere eines Promotors, steht bzw. stehen.
  7. Zelle enthaltend eine fremde Nukleinsäure oder mehrere verschiedene fremde Nukleinsäuren nach Anspruch 3 und/oder ein fremdes Protein oder Peptid oder mehrere verschiedene fremde Proteine oder Peptide nach Anspruch 1 oder 2, welche optional mit einer fremden Nukleinsäure oder mehreren verschiedenen fremden Nukleinsäuren nach Anspruch 3 transformiert ist.
  8. Zelle nach Anspruch 7, welche erhältlich ist durch Transformation mit einem Transformationsvehikel nach einem der Ansprüche 4 bis 6.
  9. Zelle nach Anspruch 7 oder 8, wobei ein natürlicherweise enthaltenes Gen codierend für ein Protein oder Peptid, welches für einen Teilsyntheseschritt der Biosynthese von Efomycin oder eines Efomycinderivates, insbesondere eines Efomycinderivat-Antibiotikums, funktional ist, inhibiert oder mutiert, insbesondere ganz oder teilweise deletiert, ist, oder wobei mehrere natürlicherweise enthaltene solche Gene inhibiert, insbesondere deletiert, sind.
  10. Zelle nach einem der Ansprüche 7 bis 9, ausgewählt aus der Gruppe der Actinomyceten oder Enterobakterien.
  11. Verfahren zur Herstellung einer Zelle nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei die Zelle mit einem Transformationsvehikel nach einem der Ansprüche 4 bis 6 transformiert wird.
  12. Efomycinderivat, insbesondere Efomycinderivat-Antibiotikum, dadurch erhältlich, dass eine Zelle nach einem der Ansprüche 7 bis 10 kultiviert wird, und dass nach Kultivierung das Efomycinderivat aus der Zelle und/oder aus dem Kultivierungsüberstand isoliert wird.
  13. Efomycinderivat nach Anspruch 12, wobei es das Aglycon ist.
  14. Verfahren zur Herstellung eines Efomycinderivates, wie das Aglycon, insbesondere eines Efomycinderivat-Antibiotikums, wobei eine Zelle nach einem der Ansprüche 7 bis 10 kultiviert wird, und wobei nach Kultivierung das Efomycinderivat aus der Zelle und/oder aus dem Kultivierungsüberstand isoliert wird.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei das Efomycinderivat das Aglycon ist.
  16. Verwendung eines Efomycinderivates nach Anspruch 12 oder 13 zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung und/oder Prophylaxe von bakteriellen und/oder viralen Infektionen und/oder inflammatorischen Erkrankungen, wie Psoriasis.
  17. Pharmazeutische Zusammensetzung enthaltend ein Efomycinderivat oder mehrere Efomycinderivate nach Anspruch 12 oder 13 in physiologisch wirksamer Dosis.
  18. Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 17, zusätzlich enthalten galenische Hilfs- und/oder Trägerstoffe.
  19. Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 17 oder 18, galenisch hergerichtet zur topischen, oralen oder parenteralen Gabe.
  20. Verfahren zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 17 bis 19, wobei ein Efomycinderivat oder mehrere Efomycinderivate nach Anspruch 12 in physiologisch wirksamer Dosis mit galenischen Hilfs- und/oder Trägerstoffen gemischt und galenisch hergerichtet, insbesondere zur oralen oder parenteralen Gabe, werden.
DE200410027516 2004-06-03 2004-06-03 Neuer Efomycin Biosynthesegencluster Ceased DE102004027516A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200410027516 DE102004027516A1 (de) 2004-06-03 2004-06-03 Neuer Efomycin Biosynthesegencluster

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200410027516 DE102004027516A1 (de) 2004-06-03 2004-06-03 Neuer Efomycin Biosynthesegencluster

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE102004027516A1 true DE102004027516A1 (de) 2006-01-05

Family

ID=35483117

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE200410027516 Ceased DE102004027516A1 (de) 2004-06-03 2004-06-03 Neuer Efomycin Biosynthesegencluster

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE102004027516A1 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP2272963A1 (de) * 2009-07-09 2011-01-12 LEK Pharmaceuticals d.d. Verfahren zur Herstellung von Tacrolimus

Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4019024A1 (de) * 1990-06-14 1991-12-19 Bayer Ag Verwendung der efomycine a, e und g als entzuendungshemmende mittel
WO1993006219A1 (de) * 1991-09-18 1993-04-01 Hoechst Aktiengesellschaft Sekundärmetabolit-biosynthesegene aus aktinomyceten, verfahren zu ihrer isolierung sowie ihre verwendung

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4019024A1 (de) * 1990-06-14 1991-12-19 Bayer Ag Verwendung der efomycine a, e und g als entzuendungshemmende mittel
WO1993006219A1 (de) * 1991-09-18 1993-04-01 Hoechst Aktiengesellschaft Sekundärmetabolit-biosynthesegene aus aktinomyceten, verfahren zu ihrer isolierung sowie ihre verwendung

Non-Patent Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Title
FANG, A. u.a.: Enhancement of the antifungal activity of rapamycin by the coproduced elaio- phylin and nigericin (2000) Zusammenfassung in Datenbank PubMed bei www.ncbi.nlm.nih.gov, J. Antibiot. (Tokyo), Vol. 53(2), S. 158-162 *
OMURA u.a.: Genome sequence of an industrial microorganism Streptomyces avermitilis: Deducing the ability of producing secondary metabolites (2001) PNAS, Vol. 98(21), S. 12215-12220 *
ZAZOPOULOS, E. u.a.: A genomics-guided approach for discovering and expressing cryptic metabolic pathways (2003) Nature Biotechnology, Vol. 21, S. 187-190 *

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP2272963A1 (de) * 2009-07-09 2011-01-12 LEK Pharmaceuticals d.d. Verfahren zur Herstellung von Tacrolimus

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69937732T2 (de) Biosynthetische gene zur spinosyn-insektizidherstellung
DE69930510T2 (de) Polyketide und ihre herstellung
DE60313659T2 (de) Borrelidin-derivate und ihre medizinische anwendung
DE60033965T2 (de) Rapamycin analoge
DE69733416T2 (de) Erythromycine und verfahren zu ihrer herstellung
DE69737753T2 (de) Herstellung von polyketiden in bakterien und hefe
DE69934242T2 (de) Polyketid synthase enzyme und rekombinante dna konstrukte dafür, zur herstellung von mit fk-506 und fk-520 verwandten verbindungen
DE69930515T2 (de) Polyketide, ihre herstellung, und darin benutzte materialien
EP0915981B1 (de) Isolierung der biosynthesegene für pseudo-oligosaccharide aus streptomyces glaucescens gla.o und ihre verwendung
WO2004022586A2 (de) Tubulysin-biosynthese-gene
JPS63502636A (ja) ポリケチド抗生物質生合成用遺伝子の単離
DE60109952T2 (de) Ramoplaninbiosynthesegenkluster
US5876987A (en) Method, DNA and bacteria for hyperproduction of an antibiotic due to disruption of an AbsA gene
EP1212412A2 (de) Nucleinsäuren, die für enzymaktivitäten der spinosyn-biosynthese codieren
DE60122345T2 (de) Polyketid-synthasen mit veränderter spezifität, ihre herstellung und verwendung
DE102004027516A1 (de) Neuer Efomycin Biosynthesegencluster
DE60016231T2 (de) Streptomyces avermitilis gen zum regulieren des verhältnisses der b2:b1 avermectinen
DE60130394T2 (de) Gene, die im Zusammenhang mit der Biosynthese von ML-236B stehen
DE60031126T2 (de) Streptomyces avermitilis gen zum regulieren des verhältnisses der b2:b1 avermectinen
WO2002097082A2 (en) Engineered biosynthesis of novel polyenes
US6960453B1 (en) Hybrid polyketide synthases combining heterologous loading and extender modules
DE112004001054B4 (de) Sequenz für die BacillomycinD Synthese in Bacillus amyloliquefaciens FZB42
DE60028956T2 (de) Multi-plasmid verfahren zur herstellung von grossen bibliotheken von polyketiden und nicht-ribosomalen peptiden
WO2001068867A1 (en) Polyketides and their synthesis
DE69533141T2 (de) Verfahren zur herstellung von anthrazyklinen und deren zwischenprodukten

Legal Events

Date Code Title Description
OP8 Request for examination as to paragraph 44 patent law
8131 Rejection