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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und ein Kraftfahrzeugschließsystem gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
16.
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Das
Entfernungs-Kraftübertragungsmittel dient
zur Verwendung in einem Kraftfahrzeug, vorzugsweise in einem Kraftfahrzeugschließsystem.
Der Begriff "Kraftfahrzeugschließsystem" bezeichnet hier eine
Vorrichtung eines Kraftfahrzeugs, zu der ein Kraftfahrzeugschloß oder mehrere
Kraftfahrzeugschlösser
gehören,
aber auch Türgriffe,
Steuereinrichtungen etc. gehören
können.
Mit dem Begriff "Kraftfahrzeugschloß" ist dabei primär ein Türschloß oder Schiebetürschloß eines
Kraftfahrzeugs gemeint. Es kann sich hierbei jedoch auch um ein
Kofferraumschloß,
ein Haubenschloß,
ein Klappenschloß o.
dgl. eines Kraftfahrzeugs handeln. Weitere Verwendungsgebiete des
Entfernungs-Kraftübertragungsmittels
sind beispielsweise motorische Betätigungseinrichtungen für Türen, Schiebetüren oder Klappen,
motorische Sitz- bzw. Sitzhöhenverstellungen
oder motorische Fensterheber eines Kraftfahrzeugs. Die obige, beispielhafte
Aufzählung
ist nicht beschränkend
zu verstehen.
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Aus
dem Stand der Technik ist ein Kraftfahrzeugschließsystem
bekannt (
DE 101 51
022 A1 ), das ein Entfernungs-Kraftübertragungsmittel aufweist. Das
Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
dient dazu, eine Schließeinheit
mit einer von dieser beabstandeten Steuereinheit mechanisch zu verbinden.
Dadurch ist gewährleistet,
daß die
Schließeinheit
bzw. ein anzutreibendes Element der Schließeinheit, nämlich die Sperrklinke, von
der Steuereinheit betätigbar
ist. Das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
ist hier so ausgeführt,
daß es
einerseits als Zugmittel, andererseits als Druckmittel eingesetzt
werden kann.
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Aus
einem nicht vorveröffentlichten
Stand der Technik (
DE
103 56 306 A1 ) ist ein, den Ausgangspunkt der vorliegenden
Erfindung bildendes Kraftfahrzeugschließsystem bekannt, bei dem zum Ausheben
einer Sperrklinke ein Entfernungs-Kraftübertragungsmittel verwendet
wird. Das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
weist ein als Seil ausgeführtes
Zugmittel auf. Ein Ende des Seils ist mit einer Motorwelle verbunden,
auf die es durch den Motor aufgewickelt wer den kann. Das zweite
Ende des Seils ist mit einem anzutreibenden Element, nämlich einem
Schlepphebel verbunden, durch den die Betätigung der Sperrklinke erfolgt.
In einem mittleren Bereich zwischen den beiden Enden des Seils ist
das Seil auf zwei Aufwickelbereiche mit jeweils unterschiedlichem
Radius aufgewickelt. Der vom Motor ausgehende erste Aufwickelbereich
weist dabei einen größeren Radius
auf als der zweite Aufwickelbereich. Hierdurch wird eine Untersetzung
der Bewegung des Entfernungs-Kraftübertragungsmittels erreicht.
Die beiden Aufwickelbereiche wirken insofern, wie ein Untersetzungsgetriebe.
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Bei
dem zuvor beschriebenen Entfernungs-Kraftübertragungsmittel ist es möglich, die
Untersetzung eines Antriebs auch ohne aufwendiges Getriebe zu erreichen.
Wünschenswert
wäre jedoch auch
eine Möglichkeit,
das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
an die tatsächlich
auftretenden Kräfte anzupassen.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
anzugeben, bei dem die Kraftübertragung
bezüglich
der tatsächlich
auftretenden Kräfte
optimiert ist.
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Das
obige Problem ist bei dem Entfernungs-Kraftübertragungsmittel gemäß Anspruch
1 und dem Kraftfahrzeugschließsystem
gemäß Anspruch
15 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Eine
grundlegende Idee der vorliegenden Erfindung liegt darin, ein Mittel
zur Änderung
der wirksamen Länge
eines Hebelarms vorzusehen. Hierzu sieht die Erfindung ein Zug-
und/oder Druckmittel vor, das zur eigentlichen Kraftübertragung
dient. Im Sinne der Lehre der Erfindung ist primär ein Zugmittel vorgesehen,
kann aber auch ein Druckmittel vorgesehen sein oder ein sowohl als
Zugmittel als auch als Druckmittel geeignetes Element, das der Kraftübertragung
dient. Deshalb wird immer die Bezeichnung Zug-/Druckmittel im folgenden
verwendet.
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An
dem Zug-/Druckmittel greift an einem antriebseitigen Ende und/oder
einem abtriebseitigen Ende der Hebelarm an. Durch Veränderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms ist es dann möglich,
die Kraftübertragung
durch das Zug-/Druckmittel an die im Betrieb tatsächlich auftretenden
Kräfte
anzupassen. Sofern das Zug-/Druckmittel motorisch angetrieben wird,
ist dadurch eine genauere Anpas sung des Antriebs an die auftretenden
Kräfte
möglich,
so daß der
Antrieb kleiner gewählt
werden kann und Kosten eingespart werden. Aber auch bei manueller
Betätigung
des Zug-/Druckmittels ist die Optimierung der Kraftübertragung
vorteilhaft.
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Je
nach vorhandenem Bauraum für
das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
ist es vorteilhaft, wenn das Mittel zur Änderung der wirksamen Länge des
Hebelarms an dem antriebseitigen Ende oder an dem abtriebseitigen
Ende des Zug-/Druckmittels
angeordnet ist. Ggf. können
auch zwei Mittel zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms vorgesehen sein. Diese sind dann jeweils an einem
der Enden des Zug-/Druckmittels angeordnet.
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Je
nachdem, ob die aufzubringende Kraft während der Bewegung des Zug-/Druckmittels ansteigt
oder abnimmt ist es zweckmäßig, das
Mittel zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms so auszuführen,
daß die
wirksame Länge
des Hebelarms im Verlauf der Bewegung des Zug-/Druckmittels länger oder
kürzer
wird.
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Vorteilhaft
ist auch eine schwenkbare Lagerung des Mittels zur Änderung
der wirksamen Länge des
Hebelarms. Dies ermöglicht
eine besonders einfache Konstruktion.
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Weiter
vorteilhaft ist es, wenn das Mittel zur Änderung der wirksamen Länge des
Hebelarms eine Kontur zur Führung
des Zug-/Druckmittels aufweist. Dieses kann dann entsprechend in
die Kontur eingelegt sein, so daß ein Abrutschen des Zug-/Druckmittels
von dem Mittel zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms nicht möglich
ist.
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Bevorzugt
ist es auch, wenn das Zug-/Druckmittel zumindest teilweise auf das
Mittel zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms aufwickelbar ist. Insbesondere wenn das Aufwickeln
des Zug-/Druckmittels mit nicht konstantem Radius erfolgt, ist es
dadurch möglich,
die Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms auf einfache Weise zu realisieren.
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Insbesondere
ist es vorteilhaft, wenn das Mittel zur Änderung der wirksamen Länge des
Hebelarms als Exzenter ausgeführt
ist. Auf diesen kann dann die Aufwicklung erfolgen. Ein nicht konstanter Radius
für das
Aufwickeln ist dann bereits durch die Form des Exzenters realisiert.
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In
einer vorteilhaften Ausführung
wird das Zug-/Druckmittel über
ein ortsfest angeordnetes Führungselement,
vorzugsweise über
eine Rolle, zu dem Mittel zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms geführt.
Dadurch kann die Lage des Zug-/Druckmittels auf einfache Weise vorgegeben werden
und somit ein Knicken oder Scheuern verhindert werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Zug-/Druckmittel als Bowdenzug ausgeführt. Dann wird die Seele des
Bowdenzugs über
die zuvor beschriebene ortsfest angeordnete Rolle geführt, so daß die Seele
nicht abknickt oder scheuert. Das Zug-/Druckmittel kann aber auch,
wie bereits oben erwähnt,
als Zugseil oder Zugkette ausgeführt
sein.
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Das
Zug-/Druckmittel wird vorzugsweise motorisch angetrieben. Dabei
weist der Antrieb in bevorzugter Ausführung ein als Planetengetriebe
ausgeführtes
Getriebe auf, da durch dieses auf engem Raum ein hohes Untersetzungsverhältnis erreichbar ist.
Das Mittel zur Änderung
der wirksamen Länge des
Hebelarms ist dann vorzugsweise an dem Planetengetriebe, insbesondere
an dem Planetenradträger angeordnet.
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Das
Entfernungs-Kraftübertragungsmittel eignet
sich in besonderer Weise für
eine Schließhilfe. Bei
diesem nimmt nämlich
die Kraft, die zur Überwindung
einer durch eine Türdichtung
aufgebrachten Gegenkraft notwendig ist zu, je weiter das Schließen des
entsprechenden Bauteils vorangeschritten ist.
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Ebenfalls
besonders geeignet ist das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel für eine Öffnungshilfe.
Bei einer Öffnungshilfe
ist die zum Ausheben einer Sperrklinke notwendige Kraft am Anfang
der Bewegung groß und
nimmt dann ab. Dies ist ebenfalls durch das erfindungsgemäße Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
besonders gut umzusetzen.
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Weitere
Einzelheiten, Merkmale, Ziele und Vorteile der vorliegenden Erfindung
werden nachfolgend anhand der Zeichnung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In
der Zeichnung zeigt
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1 eine
schematische Ansicht eines Entfernungs-Kraftübertragungsmittels, aus dem
Stand der Technik,
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2 eine
schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Entfernungs-Kraftübertragungsmittels
und
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3 ein
weiteres Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Entfernungs-Kraftübertragungsmittels.
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1 zeigt
in schematischer Ansicht ein Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 wie
es aus dem Stand der Technik bekannt ist. Ein solches Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 wird üblicherweise in
einem Kraftfahrzeugschließsystem 2 verwendet. Das
Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 weist
ein Zug-/Druckmittel 3 mit
einem antriebseitigen Ende 4 und einem antriebseitigen
Ende 5 auf. An dem antriebseitigen Ende 4 ist
ein in 1 nicht erkennbarer Antrieb 6 vorgesehen,
der manuell und/oder motorisch arbeiten kann. An dem abtriebseitigen
Ende 5 ist ein anzutreibendes Element 7 angeordnet.
Das anzutreibende Element 7 ist hier als Betätigungshebel
einer Sperrklinke 8 ausgeführt. Die Sperrklinke 8 weist
eine Einfallstellung auf (1), in der
sie eine Schloßfalle 9 in
der Hauptschließstellung
hält. Daneben
weist die Sperrklinke 8 eine Aushebestellung auf, in der
die Schloßfalle 9 freigegeben
ist.
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Mit
dem Begriff "Zug-/Druckmittel" ist wie oben bereits
vermerkt ein Mittel gemeint, mittels dem eine Kraft durch Ziehen
oder durch Drücken
oder aber durch Ziehen und Drücken
mittelbar oder unmittelbar übertragen
werden kann. Der Begriff "mittelbar" meint, daß eine Kraftübertragung
durch Zwischenschaltung weiterer Elemente, wie z. B. Hebel, Nocken
etc. erfolgt. Der Begriff "unmittelbar" bezeichnet demgegenüber eine
Kraftübertragung
ohne Zwischenschaltung weiterer Elemente.
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In 2 ist
ein erfindungsgemäßes Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 dargestellt.
Dieses weist gegenüber
dem aus dem Stand der Technik bekannten Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 zusätzlich ein
Mittel 11 zur Änderungen
der wirksamen Länge
eines Hebelarms 10 auf. Das Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 dient dazu, die Kraftübertragung, die durch das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 erfolgt,
besser an die üblicherweise
während
der Bewegung des Zug-/Druckmittels 3 auftretenden Kräfte anzupassen.
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Das
Mittel 11 zur Änderungen
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 ist hier (2) an dem
antriebseitigen Ende 4 des Zug-/Druckmittels 3 angeordnet.
Bei entsprechender Ausgestaltung kann es jedoch auch an dem antriebseitigen
Ende 5 des Zug-/Druckmittels 3 angeordnet sein
(3), bzw. wenn mehrere Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 vorgesehen sind, können diese auch an beiden Enden 4, 5 des
Zug-/Druckmittels 3 angeordnet sein.
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Hier
ist das Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 so angeordnet und ausgeführt, daß die wirksamen
Länge des
Hebelarms 10 im Verlauf der Bewegung bei Betätigung des Entfernungs-Kraftübertragungsmittels 1 kürzer wird. Dadurch
wird zu Beginn der Bewegung eine größere Kraft übertragen, als am Ende der
Bewegung. Diese Ausgestaltung ist insofern für eine Anwendung geeignet,
bei der die zu überwindende
Kraft im Verlauf der Bewegung abnimmt. Für eine Anwendung, bei der die
zu überwindende
Kraft im Verlauf der Bewegung zunimmt, kann das Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 aber auch so angeordnet und ausgeführt werden,
daß die
wirksame Länge
des Hebelarms 10 im Verlauf der Bewegung länger wird.
Die übertragene
Kraft ist dann zu Beginn der Bewegung des Entfernungs-Kraftübertragungsmittels 1 klein
und wird im Verlauf dieser Bewegung größer.
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Das
Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 (2) ist hier
um eine Achse 12 schwenkbar gelagert. Zudem weist das Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 eine Kontur 13 zur Führung des
Zug-/Druckmittels 3 auf. Diese Kontur 13 dient
dazu, daß das Zug-/Druckmittel 3 sicher
geführt
wird und ein Abrutschen von dem Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 nicht möglich ist.
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Das
Zug-/Druckmittel 3 wird bei Betätigung des Entfernungs-Kraftübertragungsmittels 1 hier (2)
mit dem antriebseitigen Ende 4 auf das Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 aufgewickelt. Bei entsprechend anderer
Anordnung ist es aber auch möglich,
daß ein
anderer Abschnitt des Zug-/Druckmittels 3 auf das Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 aufgewickelt wird (3). Das
Aufwickeln des Zug- /Druckmittels 3 erfolgt
dabei mit nicht konstantem Radius. Dadurch wird bei dieser Ausgestaltung die Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 erreicht.
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Hier
und vorzugsweise ist das Mittel 11 zur Änderung der wirksamen Länge des
Hebelarms 10 als Exzenter ausgeführt. Dadurch ist es möglich, einen
nicht konstanten Radius für
das Aufwickeln des Zug-/Druckmittels 3 auf einfache Weise
zu realisieren.
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Das
Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 weist
zudem ein ortsfest gelagertes Führungselement 14 auf.
Für die
Realisierung des Führungselements 14 sind
verschiedene Varianten denkbar. Vorzugsweise ist das Führungselement 14 als
Rolle 14 ausgestaltet. Das Zug-/Druckmittel 3 wird über diese Rolle 14 zu
dem Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 geführt.
Durch diese Führung
ist das Zug-/Druckmittel 3 sicher geführt und ein Knicken oder Scheuern
an anderen Bauteilen des Entfernungs-Kraftübertragungsmittels 1 wird
verhindert.
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Hier
und vorzugsweise ist das Zug-/Druckmittel 3 als Bowdenzug
ausgeführt.
In 2 ist zu erkennen, daß die Rolle 14, die
am Gehäuse,
das hier nicht dargestellt ist, festgelegt ist, gewährleistet,
daß die
Bowdenzugseele 3' sauber
geführt
wird und nicht abknickt und immer in einem konstanten Winkel aus der
Bowdenzughülle 3'', die ebenfalls mittels einer Halterung 3''' am
nicht dargestellten Gehäuse
festgelegt ist, austritt. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn
der Bowdenzug auch auf Druck beansprucht wird.
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Das
Zug-/Druckmittel 3 kann aber auch als Seil, Kette etc.
ausgeführt
sein. Ein Bowdenzug ist aber insofern vorteilhaft, als er problemlos
auf Zug und Druck beansprucht werden kann und auch die Führung in
dem Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 durch
die Bowdenzughülle 3'' einfach realisierbar ist.
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Der
Antrieb 6 des Entfernungs-Kraftübertragungsmittels 1 ist
hier als motorischer Antrieb ausgeführt. Der Antrieb 6 weist
ein als Planetengetriebe (2) ausgeführtes Getriebe 15 auf.
Dieses weist ein Hohlrad 16, ein Sonnenrad (nicht gezeigt,
an der Unterseite in 2 angeordnet), Planetenräder 18 und
einen Planetenradträger 19 auf.
Das Hohlrad 16 des Getriebes 15 ist fest gelagert.
Hier und vorzugsweise ist die Rolle 14 auf dem Hohlrad 16 des
Getriebes 15 angeordnet. Das Sonnenrad wird hier mittelbar
durch einen Elektromotor 20, der Teil des Antriebs 6 ist,
angetrieben. Das Sonnenrad ist mit dem Planetenradträger 19 auf
der selben Achse 12 gelagert. Die Planetenräder 18 sind
an jeweiligen Ecken des als Dreieck geformten Planetenradträgers 19 drehbar
gelagert. Die Planetenräder 18 rollen
bei Drehung des Planetenradträgers 19 entlang
der inneren Seite des Hohlrades 16. Das Sonnenrad und der
Planetenradträger 19 sind
so miteinander verbunden, daß sich
der Planetenradträger 19 bei
Drehung des Sonnenrads ebenfalls dreht.
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Auf
dem Planetenradträger 19 ist
das Mittel 11 zur Änderung
der wirksamen Länge
des Hebelarms 10 angeordnet. Wird nun das Sonnenrad durch den
Elektromotor 20 gedreht, so wird mittels des Planetenradträgers 19 auch
das Mittel 11 zur Änderung der
wirksamen Länge
des Hebelarms 10 gedreht, so daß sich das Zug-/Druckmittel 3 auf
dieses aufwickeln kann. Die Betätigung
des Entfernungs-Kraftübertragungsmittels 1 erfolgt
hier somit motorisch durch den Elektromotor 20. Anstelle
des Elektromotors 20 kann der Antrieb 6 auch einen
hydraulischen oder einen pneumatischen Antrieb ggf. mit einem entsprechenden
Getriebe 15 aufweisen, durch den das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 betätigbar ist.
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Das
Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 wird
vorzugsweise als Teil einer Schließhilfe verwendet. Eine Schließhilfe dient üblicherweise
dazu, die Schloßfalle 9 eines
Kraftfahrzeugschlosses oder einen Schließkeil, der einem Kraftfahrzeugschloß zugeordnet
ist, mit Hilfe eines Antriebsmotors, vorzugsweise eines Elektromotors,
von einer Vorschließstellung
in eine Hauptschließstellung
zu bewegen. Als Vorschließstellung
wird dabei eine Stellung bezeichnet, in die das Kraftfahrzeugschloß durch
manuelles Schließen
eines entsprechenden Bauteils, wie z. B. einer Tür gebracht wird. In der Vorschließstellung wird
ein üblicherweise
an der Karosserie angeordneter Schließkeil bereits von einer üblicherweise
an dem Bauteil, wie z. B. der Tür
angeordneten Schloßfalle 9 gehalten.
Das entsprechende Bauteil ist in dieser Stellung geschlossen, eine
an der Karosserie angeordnete Dichtung ist jedoch noch nicht vollständig zusammengedrückt. Als
Hauptschließstellung
wird die endgültige
Stellung bezeichnet, in der die Dichtung zwischen der Karosserie
und dem entsprechenden Bauteil der Karosserie zusammengedrückt wird, das
Bauteil und auch die Schloßfalle 9 befinden
sich in ihrer endgültigen
Stellung, der Hauptschließstellung.
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Die
hierbei auftretenden Kräfte
sind am Anfang der Bewegung der Schloßfalle 9 bzw. des Schließkeils recht
gering. Sie werden jedoch mit voranschreitender Verlagerung des
entsprechenden Bauteils in Richtung der Hauptschließstellung
durch die Gegenkraft der mehr und mehr zusammengedrückten Dichtung
größer. Da
sich folglich die während
der Bewegung des Schließhilfsantriebs
zu überwindende
Kraft ändert,
ist das erfindungsgemäße Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 optimal
für diese
Verwendung geeignet. Die Kraftübertragung läßt sich
auf einfache Weise an die tatsächlich
auftretenden Kräfte
anpassen.
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In
gleicher Weise ist das erfindungsgemäße Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 auch
als Teil einer Öffnungshilfe
eines Kraftfahrzeugschlosses geeignet. Eine solche Öffnungshilfe
dient dazu, die Sperrklinke 8 eines Kraftfahrzeugschlosses
aus ihrer Einfallstellung, in der sie die Schloßfalle 9 in der Hauptschließstellung
hält, in
ihre Aushebestellung, in der die Schloßfalle 9 freigegeben
ist, zu verlagern. Die dabei zu überwindende
Kraft ist am Anfang der Bewegung der Sperrklinke 8 besonders
groß,
da die Sperrklinke 8 entsprechend blockiert ist, um ein selbsttätiges Lösen zu verhindern.
Desweiteren kann es vorkommen, daß die Sperrklinke 8 festgefroren
ist und erst durch Kraftwirkung gelöst werden muß. Wenn
die erste, zum Ausheben der Sperrklinke aus der Einfallstellung
erforderliche hohe Kraft überwunden
ist, erfolgt das weitere Ausheben der Sperrklinke 8 mit
einer relativ geringen Kraft. Auch an diese Bedürfnisse nämlich zuerst eine hohe Kraftübertragung, anschließend eine
geringere Kraftübertragung
ist das Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 leicht
anpaßbar,
so daß es
auch hier bevorzugt Verwendung findet.
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Neben
den oben beiden genannten Beispielen sind zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten
des erfindungsgemäßen Entfernungs-Kraftübertragungsmittels 1 in
einem Kraftfahrzeug denkbar. Beispielhaft sei hier der Auslösemechanismus
der mechanischen Redundanz eines Elektroschlosses genannt. Weiter ist
es denkbar, daß das
Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 Teil
des Antriebs einer motorisch angetriebenen Tür oder Klappe eines Kraftfahrzeugs
ist, wobei die Tür
insbesondere auch die Schiebetür
eines Kraftfahrzeugs einschließt.
Ferner ist das erfindungsgemäße Entfernungs-Kraftübertragungsmittel 1 auch
vorteilhaft für
die Betätigung
einer Kupplung zwischen zwei oder mehreren Kraftfahrzeugmodulen einsetzbar.
Mit einer derartigen Kupplung kann beispielsweise ein Antrieb auf
verschiedene "Verbraucher" geschaltet werden.
Derartige Verbraucher kön nen
beispielsweise ein motorisch angetriebener Fensterheber eines Kraftfahrzeugs
oder die motorische Klappenbetätigung
eines Kraftfahrzeugs sein.
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Schließlich darf
darauf hingewiesen werden, daß das
erfindungsgemäße Entfernungs-Kraftübertragungsmittel
in vorteilhafter Weise auch Teil eines motorisch angetriebenen Fensterhebers
selbst oder einer motorisch angetriebenen Sitz- bzw. Sitzhöhenverstellung eines Kraftfahrzeugs
sein kann.