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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung gefalzter Bögen mit einem Messerfalzautomat, dem ein zu falzender rechteckiger Bogen zugeführt ist. Vorrichtungen zur Herstellung gefalzter Bögen bzw. von Beipackzetteln aus Bögen, die aus Papier oder Karton bestehen können, sind grundsätzlich bekannt. Häufig sind in derartigen Vorrichtungen mehrere Falzautomaten hintereinander geschaltet. In der Regel ist mit derartigen Falzautomaten nur eine Falzung parallel zu einer Kante eines Bogens möglich.
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Aus der
DE 21 40 036 A und der
GB 204 547 A sind Falzmaschinen für Briefumschläge bekannt, denen die Umschlagrohlinge in der richtigen Ausrichtung durch mit Anschlagstiften versehenen Ketten zugeführt werden.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung bereitzustellen, mit der weitere Möglichkeiten der Falzung und Faltung von Bögen geschaffen werden.
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Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Durch diese Maßnahme ist es möglich, auch Falze schräg zu einer Kante des Bogens anzubringen. Insbesondere lassen sich rechteckige Bögen auch diagonal falten. Des Weiteren ist es möglich, in einem zweiten, mittleren Bereich des Bogens einen schrägen Falz anzubringen, um eine besondere Art der Faltung des Bogens zu erreichen. Die Bögen können grundsätzlich dem Messerfalzautomaten bereits in einer schrägen Ausrichtung bzw. Orientierung der Bogenkanten zum Messer zugeführt werden. Vorteilhafterweise werden die Bögen jedoch in gewohnter Weise durch einen Flachstapelanleger zugeführt, wobei die zu falzenden Bögen sich in einer ersten Orientierung befinden und die Orientierung der Bögen in dem Messerfalzautomat geändert wird, derart, dass die Kanten des Bogens schräg zu dem Messer des Messerfalzautomaten ausgerichtet sind. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Bogen vor der ersten Falzung um etwa 45° gedreht wird.
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Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Orientierungsmittel mindestens zwei Anschläge umfassen, wobei ein erster Anschlag für eine erste und ein zweiter Anschlag für eine zweite Kante des Bogens vorgesehen ist. Dabei ist es vorteilhaft, wenn der erste Anschlag bezüglich des Bogens außermittig angeordnet ist, sodass bei einem Anschlagen einer Kante des Bogens an dem ersten Anschlag der Bogen um diesen Anschlag gedreht wird, bis ein zweiter Anschlag erreicht wird.
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Besonders bevorzugt ist es, wenn die Orientierungsmittel zumindest teilweise verstellbar ausgebildet sind. Durch diese Maßnahme ist es möglich, unterschiedliche Orientierungen zu wählen, sodass Falze mit unterschiedlichen Winkeln zu den Kanten des Bogens erzeugt werden können.
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Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Anschläge als Stifte ausgebildet sind. Derartige Anschläge sind besonders einfach zu realisieren und können auch einfach verstellt werden.
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Vorteilhafterweise weist der Messerfalzautomat in unterschiedlichen Ebenen angeordnete Transportbänder auf, wobei die Transportbänder einer Ebene sich parallel zueinander erstrecken. Vorteilhafterweise sind die Transportbänder unterschiedlicher Ebenen in einem Winkel zueinander angeordnet. Dadurch ist es möglich, einen zu falzenden Bogen in einer ersten Ebene in einer ersten Richtung dem Messerfalzautomaten zuzuführen. Nach der Orientierung und Falzung wird der gefalzte und gefaltete Bogen in die zweite Ebene verbracht, aus der er in einer anderen Richtung über die Transportbänder dieser Ebene aus dem Messerfalzautomat heraustransportiert werden kann.
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Bei bekannten Messerfalzautomaten sind den Transportbändern gegenüberliegend Antriebsrollen vorgesehen, die den Bogen auf den Transportbändern halten und zum Transport der Bögen eingesetzt werden. Derartige Rollen würden einer Verdrehung des Bogens in dem Messerfalzautomat entgegenwirken. Deshalb ist es vorteilhaft, wenn der Bogenfalzbereich des Messerfalzautomatenantriebs rollenfrei ausgebildet ist.
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Um einen sicheren Transport des Bogens bis zum Bogenfalzbereich sicherzustellen, ist es vorteilhaft, Bogenantriebsrollen in einem Bogenzuführbereich vorzusehen. Weiterhin können Bogenantriebsrollen in einem Bogenabführbereich vorgesehen sein.
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Besonders bevorzugt ist es, wenn im Bogenfalzbereich zumindest ein Bogenführungselement vorgesehen ist. Durch das Bogenführungselement wird sichergestellt, dass der Bogen auf den Transportbändern flach liegen bleibt, bis der Falzvorgang eingeleitet wird.
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Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass das Bogenführungselement als federnd gelagerte Kugel ausgebildet ist. Mit einem derartigen Bogenführungselement wird zum einen sichergestellt, dass der Bogen sich bei seiner Verdrehung nicht aufrichtet und zum anderen wird eine Verdrehung nicht behindert, da die federnd gelagerte Kugel dem Bogen bei einer Rotationsbewegung in der Ebene nur einen geringen Widerstand entgegensetzt.
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Vorzugsweise ist dem Messerfalzautomaten ein Flachstapelanleger vorgestellt, durch den die ungefalzten Bögen dem Messerfalzautomaten zugeführt sind. Dem Messerfalzautomaten kann eine Wendestation nachgeordnet sein, wobei die Wendestation unterschiedlich schnell laufende, parallel zueinander angeordnete Transportbänder aufweist. Dabei ist vorgesehen, dass der in dem ersten Messerfalzautomaten gefaltete Bogen mit einem ersten Abschnitt auf einem ersten Transportband und mit einem zweiten Abschnitt auf einem zweiten Transportband anderer Geschwindigkeit aufliegt. Durch diese Maßnahme wird der Bogen in der Wendestation verdreht.
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Vorteilhafterweise weist die Wendestation einen Ausrichter auf, der eine weitere Verdrehung des Bogens verhindert, wenn eine bestimmte Orientierung eingenommen wurde. Durch den Ausrichter wird sichergestellt, dass der gefaltete Bogen in der korrekten Orientierung einem zweiten Falzautomat, der der Wendestation nachgeordnet ist, zugeführt wird. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der zweite Falzautomat als Taschenfalzautomat ausgebildet ist. In diesem Falzautomat wird ein erster Bereich des Bogens nach unten geklappt und gefalzt. Insbesondere wird ein dritter Bereich des Bogens auf einen zweiten Bereich des Bogens gefaltet. Dies bedeutet, dass eine Falzung parallel zu einer Bogenkante erfolgt.
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Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist dem zweiten Falzautomat ein dritter Falzautomat, insbesondere ein Messerfalzautomat nachgeordnet. In diesem Falzautomat wird ein erster Bereich des Bogens auf den zweiten und dritten Bereich gefaltet, sodass ein gefalteter Bogen entsteht, dessen Grundfläche etwa ein Drittel des ursprünglichen Bogens aufweist.
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Dem dritten Falzautomat kann eine Bogenpresse nachgeordnet sein, die den gefalteten Bogen presst und einer Schuppenanlage zuführt, aus der die gefalteten Bögen entnommen werden können.
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Es versteht sich, dass zur Herstellung von gefalzten Bögen mehrere der genannten Einrichtungen, wie Messerfalzautomaten, Taschenfalzautomaten, Wendestationen und dergleichen beliebig kombiniert werden können. Insbesondere können in einer Vorrichtung mehrere Messerfalzautomaten mit Orientierungsmitteln vorgesehen sein.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung verwirklicht sein.
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Ein Ausführungsbeispiel ist in der schematischen Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung erläutert.
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Es zeigt:
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1 eine Blockdarstellung einer Vorrichtung zur Herstellung gefalzter Bögen;
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2 eine schematische Detaildarstellung eines Messerfalzautomaten.
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In der 1 ist eine Vorrichtung 1 zur Herstellung gefalzter Bögen dargestellt. Die Vorrichtung umfasst einen Flachstapelanleger 2, in dem mehrere rechteckige Bögen 3 bevorratet sind, die einem Messerfalzautomaten 4 in einer ersten Orientierung zugeführt werden. Im Messerfalzautomaten 4 werden die Bögen 3 derart orientiert, dass die Kanten 5, 6 schräg zu einem Messer des Messerfalzautomaten 4 ausgerichtet sind. Bei einem Falzvorgang kann der Bogen 3 daher entlang der gepunkteten Linie 7 gefalzt und gefaltet werden. Der gefalzte Bogen 3 wird in Pfeilrichtung 8 aus dem Messerfalzautomaten 4 heraustransportiert und gelangt in eine Wendestation 9, die mindestens zwei Transportbänder 10, 11 aufweist, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten arbeiten. Insbesondere bewegt sich das Transportband 10 schneller als das Transportband 11. Dadurch wird der gefalzte Bogen 3a entgegen dem Uhrzeigersinn verdreht, bis er die Position des Bogens 3b einnimmt. In dieser Orientierung wird der Bogen 3b durch einen Ausrichter 12 gehalten. Durch den Ausrichter 12 wird sichergestellt, dass der Bogen 3b in Pfeilrichtung 13 in richtiger Orientierung einem zweiten als Taschenfalzautomat ausgebildeten Falzautomat 14 zugeführt wird.
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Im Taschenfalzautomat 14 wird der dritte Bereich 15 nach unten und hinter den zweiten Bereich 16 des Bogens 3 gefaltet, sodass die im Falzautomat 14 gezeigte Form des Bogens 3 entsteht.
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Anschließend wird der Bogen 3 in Pfeilrichtung 17 in einen dritten Falzautomat 18, der als Messerfalzautomat ausgebildet ist, überführt. Dort wird ein erster Bereich 9 des Bogens 3 auf die Bereiche 15, 16 gefaltet. Der nun vollständig gefaltete Bogen 3 wird anschließend in Pfeilrichtung 20 in eine Bogenpresse 21 überführt.
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In der 2 ist der Messerfalzautomat 4 der 1 dargestellt. Dem Messerfalzautomaten 4 wird der Bogen 3 in einer ersten Orientierung zugeführt und im Messerfalzautomat 4 durch Orientierungsmittel orientiert, insbesondere verdreht. Die Orientierungsmittel umfassen als Stifte ausgebildete Anschläge 25, 26 und Transportbänder 27, 28. Durch die Transportbänder 27, 28 wird der Bogen 3 in Pfeilrichtung 29 transportiert. Dabei stößt der Bogen 3 zunächst an den bezüglich der Kante 30 außermittig angeordneten Anschlag 25 an und wird dadurch um den Anschlag 25 herum verdreht, bis die Kante 31 an einen der Anschläge 26 anstößt. Dadurch sind die Kanten 30, 31 schräg zu einem durch die gestrichelte Linie 32 angedeuteten Messer ausgerichtet. Das Messer 32 kann nun von oben herunterfahren und dabei den Bogen 3 falzen und falten.
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Während des Falzvorgangs gelangt der Bogen 3 in eine andere Ebene, in der sich Transportbänder 33, 34 befinden. Die Transportbänder 33, 34 sind parallel zueinander angeordnet. Die Transportbänder 27, 28 sind ebenfalls parallel zueinander angeordnet, weisen jedoch zu den Transportbändern 33, 34, die in einer anderen Ebene liegen, einen Winkel von etwa 90° auf. Durch diese Maßnahme ist es möglich, den gefalteten Bogen 3 durch die Transportbänder 33, 34 in einer anderen Richtung aus dem Messerfalzautomat 4 zu transportieren. Es versteht sich, dass die Transportbänder 33, 34 auch parallel zu den Transportbändern 27, 28 angeordnet sein können, wenn der gefaltete Bogen 3 in der entgegen der Zuführrichtung 29 nach oben aus dem Messerfalzautomat 4 transportiert werden soll.
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Im Bogenzuführbereich weist der Messerfalzautomat 4 Bogenantriebsrollen 35, 36 auf, die den Bogen 3 auf den Transportbändern 27, 28 halten. Derartige Bogenantriebsrollen 35, 36 können außerdem im Bogenabführbereich vorgesehen sein. Im Bogenfalzbereich ist ein Bogenführungselement 37 vorgesehen, welches als federnd gelagerte Kugel ausgebildet ist. Durch das Bogenführungselement 37 wird der Bogen 3 auf den Transportbändern 27, 28 gehalten. Insbesondere wird ein Aufstellen des Bogens 3 verhindert, sodass eine Drehbewegung des Bogens 3 sichergestellt ist. Der Bogenfalzbereich ist dabei derjenige Bereich des Messerfalzautomaten 4, in dem sich der Bogen 3 befindet, wenn er gefalzt wird. Daran schließt sich der Bogenzuführbereich an, den der Bogen 3 vollständig durchläuft, bis er seine Falzstellung einnimmt. Außerdem schließt sich der Bogenabführbereich an, den der Bogen nach der Falzung und Faltung vollständig durchläuft.