DE102004026892A1 - Sicherheitsgurtanordnung mit zur Halterung der Gurtzunge abschnittsweise versteiftem Gurtband - Google Patents
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Abstract
Eine Sicherheitsgurtanordnung für Kraftfahrzeuge mit einem aus einem Bauteil als Bestandteil der Sicherheitsgurtanordnung in das Innere des Kraftfahrzeuges austretenden, textilen Sicherheitsgurt und einer an dem Sicherheitsgurt gehalterten Gurtzunge ist dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherheitsgurt (14) in seinem an die Gurtzunge (15) anschließenden Bereich über einen Abschnitt (16) seiner Längserstreckung derart versteift ist, dass der mit der Versteifung versehene Abschnitt (16) des Sicherheitsgurtes (14) an einer Bewegung in das den Austritt für den Sicherheitsgurt (14) bildende Bauteil (10, 18) gehinert ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsgurtanordnung für Kraftfahrzeuge mit einem aus einem Bauteil als Bestandteil der Sicherheitsgurtanordnung in das Innere des Kraftfahrzeuges austretenden, textilen Sicherheitsgurt und einer an dem Sicherheitsgurt gehalterten Gurtzunge.
- Derartige Sicherheitsgurtanordnungen finden in Kraftfahrzeugen als 3-Punkt-Gurte oder auch als 2-Punkt-Gurte Verwendung, wobei an dem Sicherheitsgurt eine Gurtzunge gehaltert ist, die beim Anschnallen des Fahrzeuginsassen durch Anlegen des Sicherheitsgurtes von dem Fahrzeuginsassen und unter Ausziehen des Sicherheitsgurtes in ein in geeigneter Stelle angebrachtes Gurtschloss eingesteckt werden muss. Der die Gurtzunge tragende Sicherheitsgurt tritt dabei in das Innere des Kraftfahrzeuges entweder unmittelbar aus einem Sicherheitsgurtaufroller aus oder ist an dem Fahrzeug von dem Sicherheitsgurtaufroller durch einen Umlenkbeschlag geführt und hierzu an seinem Austritt in den Innenraum des Kraftfahrzeuges umgelenkt. In beiden Fällen gelangt die Gurtzunge entweder beim Einzug des Sicherheitsgurtes in Anlage an dem betreffenden Bauteil, oder sie nimmt längs eines Abschnittes des Sicherheitsgurtes eine undefinierte Lage ein. Dabei ist der Austritt des Sicherheitsgurtes in dem Kraftfahrzeug in der Regel an einer für den Fahrzeuginsassen schwer erreichbaren Stelle im Kraftfahrzeug angeordnet, um die Verletzungsgefahr für den Fahrzeuginsassen im Unfallgeschehen durch Anschlagen von Körperteilen an dem den Gurtaustritt bildenden Bauteil zu mindern.
- Zur Verbesserung des Anlagekomforts sind bereits unterschiedliche Maßnahmen bekannt geworden, um die Gurtzunge in einer Stellung zu halten oder in diese zu verbringen, in welcher die Gurtzunge von dem Fahrzeuginsassen für den Anschnallvorgang leicht ergriffen werden kann.
- So ist in der
DE 30 07 645 A1 eine an einem Fahrzeugsitz angebrachte biegsame Gurtführung nach Art eines Stummels beschrieben, die im Bereich ihrer Auslassöffnung für das Gurtband ein Widerlager oder eine Aufnahme für die Gurtzunge bildet. Aus derDE 297 11 792 U1 ist eine an der Fahrzeugkarosserie angebrachte Gurtführungsvorrichtung mit einem biegsamen Ausleger beschrieben, über den der Sicherheitsgurt geführt ist, und der ebenfalls die Gurtzunge bei abgelegtem Sicherheitsgurt in einer griffgünstigen Position hält. Schließlich ist Gegenstand derDE 33 43 619 C1 ein Gurtbringer in Form eines aufblasbaren Faltenbalges, mittels dessen die Gurtzunge für den Anlagevorgang in die entsprechend günstige Griffposition gebracht wird. - Mit allen diesen bekannten Maßnahmen ist der Nachteil verbunden, dass gesonderte Vorrichtungen an dem Fahrzeug anzubringen sind, die einen zusätzlichen Aufwand in Herstellung und Montage erfordern. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Montage der Sicherheitsgurtanordnung in dem Kraftfahrzeug der Sicherheitsgurt durch die jeweils entsprechend fahrzeugfest angebrachte oder anzubringende Vorrichtung hindurchgefädelt bzw. bereits gemeinsam mit dieser Vorrichtung montiert werden muss, was ebenfalls einen besonderen Aufwand erfordert.
- Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitsgurtanordnung zur Verfügung zu stellen, die einfach in dem Kraftfahrzeug zu montieren ist und die Gurtzunge in einer griffgünstigen Position bereit hält. Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich einschließlich vorteilhafter Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung aus dem Inhalt der Patentansprüche, welche dieser Beschreibung nachgestellt sind.
- Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken vor, dass der Sicherheitsgurt in seinem an die Gurtzunge anschließenden Bereich über einen Abschnitt seiner Längserstreckung derart versteift ist, dass der mit der Versteifung versehene Abschnitt des Sicherheitsgurtes an einer Bewegung in das den Austritt für den Sicherheitsgurt bildende Bauteil gehindert ist. Mit der Erfindung ist der Vorteil verbunden, dass als zusätzliche Maßnahme bei der Herstellung des Sicherheitsgurtes lediglich für die Versteifung des vorgesehenen Abschnitts des Sicherheitsgurtes in einer bestimmten Länge Sorge zu tragen ist; mit dieser Versteifung wird verhindert, dass der Sicherheitsgurt beim Ablegen vollständig über das seinen Austritt bildende Bauteil einläuft, vielmehr mit seinem versteiften Abschnitt vor dem betreffenden Bauteil stehen bleibt, so dass die Gurtzunge in einem der Längenerstreckung des versteiften Abschnittes des Sicherheitsgurtes entsprechenden Abstand von dem Bauteil in einer griffgünstigen Position gehalten wird. Bei dem an dem Fahrzeug angebrachten Bauteil kann es sich entweder um einen Gurtaufroller oder auch um einen Umlenkbeschlag handeln.
- Nach einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, dass die Versteifung des Sicherheitsgurtes durch eine den Sicherheitsgurt außen umgreifende Kappe gebildet ist, wobei vorgesehen sein kann, dass die Kappe aus zwei den Sicherheitsgurt jeweils teilweise umschließenden Halbschalen besteht.
- Zur Verbesserung des Griffkomforts kann hierbei vorgesehen sein, dass an der Kappe Griffgestaltungen zur Erleichterung des Ergreifens des versteiften Abschnitts des Sicherheitsgurtes ausgebildet sind.
- In einer alternativen Ausführungsform sieht die Erfindung vor, dass die Versteifung des Sicherheitsgurtes durch eine zwischen zwei Gewebelagen des Sicherheitsgurtes eingelegte Verstärkungsplatte gebildet ist.
- Die Versteifung des betreffenden Abschnitts des Sicherheitsgurtes ist auf der einen Seite biegsam auszubilden, um bei angelegtem Sicherheitsgurt eine Anlage des Sicherheitsgurtes an dem Körper des Fahrzeuginsassen zu gewährleisten; andererseits muss die Biegsamkeit aber ausreichend bemessen sein, um ein Durchlaufen des Sicherheitsgurtes durch das betreffende Bauteil wie Umlenkbeschlag oder Sicherheitsgurtaufroller zu verhindern. Somit ist vorgesehen, dass entsprechend den Ausführungsbeispielen der Erfindung Kappe oder Versteifungsplatte aus einem hinreichend biegsamen bzw. hinreichend biegesteifen Kunststoffmaterial bestehen.
- In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung wiedergegeben, welche nachstehend beschrieben sind. Es zeigen:
-
1 einen Sicherheitsgurtaufroller mit davon abgehenden, abschnittsweise versteiften Sicherheitsgurt in einer schematischen Ansicht, -
2 den Gegenstand der1 in einer anderen Ansicht, -
3 eine Sicherheitsgurtanordnung mit einem Umlenkbeschlag und darüber geführten, abschnittsweise versteiften Sicherheitsgurt in einer schematischen Ansicht, -
4 den Sicherheitsgurt mit Versteifung in einer Stirnansicht, -
5 ein anderes Ausführungsbeispiel des Sicherheitsgurtes mit Versteifung in einer Stirnansicht, -
6 den Gegenstand der5 mit einer zusätzlichen Griffgestaltung in einer Draufsicht. - Wie aus den
1 und2 ersichtlich, ist bei einer Sicherheitsgurtanordnung ein von einem Gurtaufrollergehäuse11 umschlossener Gurtaufroller10 vorgesehen mit einer Gurtwelle12 und einem darauf befindlichen Gurtwickel13 . Der von dem Gurtwickel13 abgehende und aus dem Gurtaufrollergehäuse11 austretende Sicherheitsgurt14 ist über einen Abschnitt16 derart versteift, dass dieser Abschnitt16 des Sicherheitsgurtes14 nicht Teil des Gurtwickels13 und somit auf der Gurtwelle12 aufgewickelt sein kann; vielmehr steht der versteifte Abschnitt16 des Sicherheitsgurtes14 bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel geradlinig von dem Gurtaufrollergehäuse11 ab und trägt an seinem Ende eine mittels einer Halteschlaufe17 gehalterte Gurtzunge15 . Es ist erkennbar, dass in der dargestellten Stellung sich die Gurtzunge15 bei aufgewickeltem Gurtband in einer griffgünstigen Position befindet. Dieser versteifte Abschnitt16 des Sicherheitsgurtes14 kann in zweckmäßiger Weise mit einer Länge von 50 bis 150 mm ausgelegt sein. - In
3 ist einer anderes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, bei welchem die Sicherheitsgurtanordnung einen in an sich bekannter Weise an der zugeordneten Fahrzeugsäule einer Fahrzeugkarosserie befestigten Umlenkbeschlag18 aufweist, durch den der von dem Gurtaufroller10 bzw. dem davon getragenen Gurtwickel13 herkommende Sicherheitsgurt durch einen Umlenkbeschlag18 hindurchgeführt ist. In dem bei abgelegtem Gurtband an den Umlenkbeschlag18 anschließenden Bereich ist der Sicherheitsgurt14 über einen Abschnitt16 mit vorgegebener Länge entsprechend versteift, so dass dieser Abschnitt16 des Sicherheitsgurtes14 bei abgelegtem Sicherheitsgurt gemäß3 nicht durch den Umlenkbeschlag18 hindurchtreten kann, sondern davor stehen bleibt und sich geradlinig von dem Umlenkbeschlag18 wegerstreckt. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist am Ende des versteiften Abschnitts16 des Sicherheitsgurtes17 eine Gurtzunge15 an einer zugeordneten Halteschlaufe17 befestigt. - Aus
4 ergibt sich nunmehr aus einem ersten Ausführungsbeispiel die Ausbildung der Versteifung des Abschnitts16 des Sicherheitsgurtes14 , die dadurch gebildet ist, dass zwischen zwei den Sicherheitsgurt14 gemeinsam bildenden Gewebelagen19 eine Verstärkungsplatte22 aus einem biegsamen Kunststoffmaterial eingelegt und durch Vernähen der seitlichen Ränder der Gewebelagen19 festgelegt ist. Auf diese Weise ist eine hinreichende Versteifung des Sicherheitsgurtes14 gegeben. - Bei dem in den
5 und6 dargestellten alternativen Ausführungsbeispiel ist die Versteifung des Abschnitts16 des Sicherheitsgurtes14 durch eine den Sicherheitsgurt14 außen umschließende Kappe20 gebildet, die auch aus zwei den Sicherheitsgurt jeweils teilweise umschließenden und miteinander verbundenen Halbschalen bestehen kann. Entsprechend6 gibt diese Ausbildung der Versteifung die Möglichkeit, an der Kappe20 zusätzliche Griffgestaltungen21 anzubringen, die die Handhabung der Gurtzunge erleichtern; bei dem in6 dargestellten Ausführungsbeispiel schließt die Kappe20 insoweit einen Teil der Gurtzunge15 ein, so dass hierdurch auch eine Versteifung des Überganges zwischen Gurtzunge15 und dem versteiften Abschnitt16 des Sicherheitsgurtes14 gewährleistet ist. - Die in der vorstehenden Beschreibung, den Patentansprüchen, der Zusammenfassung und der Zeichnung offenbarten Merkmale des Gegenstandes dieser Unterlagen können einzeln als auch in beliebigen Kombinationen untereinander für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
Claims (6)
- Sicherheitsgurtanordnung für Kraftfahrzeuge mit einem aus einem Bauteil als Bestandteil der Sicherheitsgurtanordnung in das Innere des Kraftfahrzeuges austretenden, textilen Sicherheitsgurt und einer an dem Sicherheitsgurt gehalterten Gurtzunge, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherheitsgurt (
14 ) in seinem an die Gurtzunge (15 ) anschließenden Bereich über einen Abschnitt (16 ) seiner Längserstreckung derart versteift ist, dass der mit der Versteifung versehene Abschnitt (16 ) des Sicherheitsgurtes (14 ) an einer Bewegung in das den Austritt für den Sicherheitsgurt (14 ) bildende Bauteil (10 ,18 ) gehindert ist. - Sicherheitsgurtanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifung des Sicherheitsgurtes (
14 ) durch eine den Sicherheitsgurt (14 ) außen umgreifende Kappe (20 ) gebildet ist. - Sicherheitsgurtanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kappe (
20 ) aus zwei den Sicherheitsgurt (14 ) jeweils teilweise umschließenden Halbschalen besteht. - Sicherheitsgurtanordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Kappe (
20 ) Griffgestaltungen (21 ) zur Erleichterung des Ergreifens des versteiften Abschnitts (16 ) des Sicherheitsgurtes (14 ) ausgebildet sind. - Sicherheitsgurtanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifung des Sicherheitsgurtes (
14 ) durch eine zwischen zwei Gewebelagen (19 ) des Sicherheitsgurtes (14 ) eingelegte Verstärkungsplatte (22 ) gebildet ist. - Sicherheitsgurtanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Kappe (
20 ) oder Versteifungsplatte (22 ) aus einem biegsamen Kunststoffmaterial bestehen.
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| DE3007645A1 (de) * | 1980-02-29 | 1981-10-01 | Autoflug Gmbh, 2084 Rellingen | Sicherheitssitz fuer kraftfahrzeuge |
| DE20317226U1 (de) * | 2003-08-02 | 2004-01-22 | Opel Eisenach Gmbh | Vorrichtung zur Ablage der beiden lösbaren Schlosszungen eines Dreipunkt-Sicherheitsgurtsystems für Fahrzeuge, insbesondere Kraftfahrzeuge |
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