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DE102004024416A1 - Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel sowie Mörtelcompound - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel sowie Mörtelcompound Download PDF

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DE102004024416A1 DE200410024416 DE102004024416A DE102004024416A1 DE 102004024416 A1 DE102004024416 A1 DE 102004024416A1 DE 200410024416 DE200410024416 DE 200410024416 DE 102004024416 A DE102004024416 A DE 102004024416A DE 102004024416 A1 DE102004024416 A1 DE 102004024416A1
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel, ein Mörtelcompound sowie eine Dosiervorrichtung. Um auf Baustellen unter Minimierung des Transportaufwandes die Bereitstellung eines hochwertigen Mörtels auch in kleinen Mengen zu ermöglichen, ist gemäß der Erfindung bei einem Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel auf einer Baustelle vorgesehen, daß zunächst auf der Baustelle ein konzentriertes Mörtelcompound mit einer ersten Menge Wasser gemischt wird, wonach dann das Bindemittel, das Zement, Kalk oder auch eine Zement-Kalk-Mischung sein kann, und der Sand der Mischung aus Mörtelcompound und Wasser hinzugegeben und miteinander und mit der Mischung aus Mörtecompound und Wasser gemischt werden. Bei diesem Verfahren werden durch das Mörtelcompound die Eigenschaften des Mörtels gegenüber reinen Zement-Sand-Waser-Mörteln erheblich verbessert, wobei die Verwendung des Mörtelcompounds in konzentrierter Form den Transportaufwand, der ingesamt erforderlich ist, auf einem geringen Niveau gehalten werden kann.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel, ein Mörtelcompound sowie eine Dosiervorrichtung.
  • Aus der Praxis ist bekannt, auf Baustellen selbst Frischmörtel herzustellen oder werkmäßig hergestellten Frischmörtel, so genannten Werk-Frischmörtel zu verwenden.
  • Mauermörtel, die baustellenüblich aus den Ausgangsstoffen Bindemittel (Zement und/oder Kalk), Sand und Wasser hergestellt werden, sind in der Regel nur über einen kurzen Zeitraum gut verarbeitbar, da das zur Verarbeitung erforderliche und für die Frischmörteleigenschaften verantwortliche Wasser je nach Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind) mehr oder weniger schnell verdunstet.
  • Auf einer Baustelle läßt sich Frischmörtel auch aus fertigen Mörtelmischungen aus Bindemittel (Zement und/oder Kalk) Sand und Zusatzstoffen – so genannten Werk-Trockenmörtel-Mischungen – herstellen, wobei eine solche Mörtelmischung nur noch unter Zugabe vom Wasser zu mischen ist. Die genannten Zusatzstoffe, die werkseitig in großen Mischvorrichtungen in die genannten Werk-Trockenmörtel-Mischungen eingebracht werden, dienen der Beeinflussung der Frischmörteleigenschaften, wobei diese insbesondere die Verarbeitungszeit, die Verarbeitungswilligkeit, die auch als Geschmeidigkeit bezeichnet wird, der Wasseranspruch und das Wasserrückhaltevermögen sind. Wegen der großen zu transportierenden Massen bedeutet die Verwendung von Werk- Trockenmörtel-Mischungen jedoch einen hohen Transportaufwand.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auf Baustellen unter Minimierung des Transportaufwandes die Bereitstellung eines hochwertigen Mörtels auch in kleinen Mengen zu ermöglichen. Insbesondere sollen durch die Erfindung und durch vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung auf einfache Weise die Verarbeitbarkeit (Verarbeitungszeit, Verarbeitungswilligkeit/Geschmeidigkeit) und Festmörteleigenschaften (Druckfestigkeit, Haftscherfestigkeit) derart positiv beeinflußt werden, daß mit diesem Baustellenmörtel insbesondere auch für Kalksandsteinmauerwerk sicher erstellt werden kann.
  • Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der Ansprüche 1, 11 bzw. 23.
  • Gemäß der Erfindung ist bei einem Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel auf einer Baustelle vorgesehen, daß zunächst auf der Baustelle ein konzentriertes Mörtelcompound mit einer ersten Menge Wasser gemischt wird, wonach dann des Bindemittel, das Zement, Kalk oder auch eine Zement-Kalk-Mischung sein kann, und der Sand der Mischung aus Mörtelcompound und Wasser hinzugegeben und miteinander und mit der Mischung aus Mörtelcompound und Wasser gemischt werden. Bei diesem Verfahren werden durch das Mörtelcompound die Eigenschaften des Mörtels gegenüber reinen Zement-Sand-Wasser-Mörteln erheblich verbessert, wobei die Verwendung des Mörtelcompounds in konzentrierter Form den Transportaufwand, der insgesamt erforderlich ist, auf einem geringen Niveau gehalten werden kann. Das Bindemittel, z. B. Zement und Sand können dadurch nämlich von der nächstgelegenen Bezugsquelle beschafft werden, ohne daß deren Qualität die des Frischmörtels bestimmen muß.
  • Diese wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nämlich maßgeblich durch das Mörtelcompound beeinflußt, welches sich aufgrund der Verwendung in konzentrierter Form auch über große Entfernungen leicht transportieren läßt, wobei der Verfahrensschritt des Mischens von Mörtelcompound und Wasser vor der Zusammenführung mit dem Bindemittel bzw. Sand eine gleichmäßige Verteilung des Mörtelcompounds ermöglicht.
  • Die Verteilung und gegebenenfalls Auflösung des Mörtelcompounds wird erleichtert, wenn die Zugabe von Wasser in zwei Schritten, nämlich durch Verwendung einer ersten und einer zweiten Menge Wasser vor der Zugabe des Bindemittels, insbesondere des Zementes und des Sandes erfolgt.
  • Besonders vorteilhaft ist es, wenn als Mörtelcompound ein trockenes Mörtelcompound verwendet wird, denn bei einem solchen sind die ggf. über große Entfernungen zu transportierenden Massen äußerst gering. Dies wird besonders deutlich, wenn bedacht wird, daß mit der Zugabe eines Mörtelcompound im Bereich weniger Gramm die Eigenschaften einer Menge Frischmörtel im Bereich vom 100 kg eingestellt werden können. Dies gilt insbesondere, wenn ein Mörtelcompound gemäß einem der Ansprüche 10 bis 22 verwendet wird.
  • Wenn gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens die Zugabe des Bindemittels, insbesondere Zementes vor der Zugabe des Sandes erfolgt, läßt sich die Menge des zu verwendenden Mörtelcompounds gering halten, denn die Wirkstoffe des Mörtelcompounds befinden sich dann schon seit der Mischung in unmittelbarer Nähe zu dem ebenfalls chemisch aktiven Bindemittel.
  • Eine Korrigierung des Frischmörtels hinsichtlich seiner Eigenschaften läßt sich erreichen, wenn nach der Zugabe von Bindemittel und Sand eine weitere Menge Wasser hinzugegeben wird, wobei es bei dieser Verfahrensvariante vorteilhaft ist, wenn die Ermittlung der zweiten Menge Wasser nach der Mörtelkonsistenz erfolgt.
  • Durch die Zugabe von mehr oder weniger Mörtelcompound lassen sich auf der Baustelle auch hinsichtlich ihrer Verarbeitbarkeit unterschiedliche Frischmörteleigenschaften einstellen, so daß nicht für unterschiedliche Verwendungszwecke, beispielsweise zum Mauern oder Verputzen unterschiedliche Mörtel bereitgehalten werden müssen. Dies verringert nicht nur den Transportaufwand, sondern verringert auch die auf einer Baustelle bereitzuhaltenden Baustoffmassen, indem aus den allgemein verwendbaren Baustoffen Zement, Kalk, Sand und Wasser durch eine Einstellung der Mörtelkonsistenz durch die erfindungsgemäße Verwendung unterschiedlicher Mörtelcompounds oder unterschiedlicher Mengen Mörtelcompound sich Frischmörtel nach der Art eines Mauermörtels oder nach der Art eines Putzmörtels durchführen lassen.
  • Besonders vorteilhaft sind das erfindungsgemäße Verfahren und dessen Verfahrensvarianten, wenn daß Mörtelcompound derart konzentriert ist, daß 10 bis 100 Gramm Mörtelcompound zur Herstellung von 100 kg fertigen Frischmörtels verwendet werden können.
  • Die Vorteile der Erfindung zeigen sich auch bei einem erfindungsgemäßen Mörtelcompound, welches eine bauchemische Komponente in einer in Wasser verteilbaren, konzentrierten Form aufweist. Gegenüber aus der Praxis bekannten sogenannten Mischölen, die ohne Verdünnung einem Frischmörtel zugesetzt werden und daher einen hohen Transportaufwand mit sich bringen, weist ein mit Hilfe des erfindungsgemäßen Mörtelcompounds hergestellter Frischmörtel insgesamt einen deutlich verringerten Transportaufwand auf. Da das erfindungsgemäße Mörtelcompound mit Wasser verdünnt werden kann, lassen sich geringe zu transportierende Massen erreichen.
  • Vorzugsweise enthält ein Mörtelcompound als bauchemische Komponente eine Wasserrückhaltekomponente in konzentrierter Form. Mit der Wasserrückhaltekomponente läßt sich ein Aufbrennen des Mörtels auch bei trockenen Steinen verhindern und es läßt sich zu dem eine lange Verarbeitungszeit des Frischmörtels erreichen.
  • Wenn die chemische Komponente einen Luftporenbildner in konzentrierter Form enthält, lassen sich besonders geschmeidige Frischmörtel herstellen.
  • Die Wasserrückhaltekomponente und/bzw. der Luftporenbildner in konzentrierter Form sind vorzugsweise ein trockenes Konzentrat. Dieses hat neben den schon im Rahmen des Verfahrens beschriebenen Vorteilen hinsichtlich des Transportaufwandes, auf die hiermit ausdrücklich bezug genommen wird, den Vorteil, eine lange Lagerung zu ermöglichen.
  • Für die Wasserrückhaltekomponente hat es sich als vorteilhat erwiesen, eine organische Komponente, insbesondere eine Zellulose oder eine Stärke, insbesondere eine Methylhydroxypropylcellulose zu verwenden.
  • Als Luftporenbildner sind insbesondere Tenside besonders geeignet, wobei bevorzugt Natriumdodecylsulfat verwendet werden sollte.
  • Ein zum Mauern und Verputzen gleichermaßen geeignetes Mörtelcompound, bei dem über die Menge des verwendeten Mörtelcompounds eine Einstellung der Frischmörteleigenschaften möglich ist, läßt sich durch ein relatives Mengenverhältnis von 5 bis 90 Gewichtsteilen, vorzugsweise 50 Gewichtsteilen Wasserrückhaltekomponente, zu 1 bis 30 Gewichtsteilen, vorzugsweise 10 Gewichtsteilen Luftporenbildner erreichen.
  • Um eine gleichmäßige Verteilung des Mörtelcompounds zu fördern, ist es trotz des damit verbundenen geringfügig höheren Transportaufwandes vorteilhaft, 5 bis 50 Gewichtsteile vorzugsweise 40 Gewichtsteile einer Mischhilfskomponente der vorgenannten Mischung hinzu zu fügen. Der geringfügige Nachteil des etwas höheren Transportaufwandes ist jedoch insbesondere dann gerechtfertigt, wenn als Mischhilfskomponente ein Chromatreduzierer, insbesondere ein EisenIIsulfat verwendet wird, welches die Wirkung des natürlicherweise in Zement enthaltenen Chromat VI mindestens teilweise neutralisiert und damit die Gesundheit des Verarbeiters fördert.
  • Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine Dosiervorrichtung zur Verfügung gestellt, in der sich der schon zuvor beschriebene Aspekt der Transportkostenvermeidung in gleicher Weise äußert. Die Dosiervorrichtung ermöglicht nämlich eine präzise Dosierung des in konzentrierter Form zur Verfügung gestellten Mörtelcompounds. Eine solche erfindungsgemäße Dosiervorrichtung zur Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, weist ein von einer Wandung mindestens teilweise umschlossenes Meßvolumen auf, wobei das Meßvolumen einerseits zur Aufnahme eines konzentrierten Mörtelcompounds und andererseits zur Aufnahme einer ersten Menge Wasser ausgebildet ist.
  • Vorzugsweise ist die Dosiervorrichtung als Transportgefäß für eine auf eine Menge Bindemittel, insbesondere Kalk und/oder Zement abgestimmte Menge eines Mörtelcompounds nach einem der Ansprüche 10 bis 21 ausgebildet. Dadurch können Fehldosierungen vermieden werden, denn der Verwender muß nur noch die vorgeschriebene Menge Wasser hinzufügen, um die geforderte Verdünnung, ohne die sich das Mörtelcompound nicht gut verteilen würde, sicherzustellen. So ist es möglich, beispielsweise kleine Beutel zu verwenden, deren Inhalt auf die Menge Zement und gegebenenfalls an Baustellen übliche 5 oder 10 Liter Eimer abgestimmt ist.
  • Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, die Dosiervorrichtung als Mischgefäß auszugestalten. Auf diese Weise steht ein sauberes Mischgefäß zur Verfügung, so daß eine vorzeitige Reaktion der bauchemischen Komponenten vermieden werden kann.
  • Wenn die Wandung einer solchen Dosiervorrichtung im wesentlichen formstabil ausgebildet ist und einen wiederverschließbaren Verschluß aufweist, um ein Schütteln des mit Mörtelcompound und der ersten Menge Wasser gefüllten Meßvolumens zu ermöglichen, fördert dies die Durchmischung und ggf. Auflösung des Mörtelcompounds. Eine solche Dosiervorrichtung kann nach Art eines Bechers mit Deckel ausgebildet sein.
  • Alternativ können die Durchmischung und ggf. die Auflösung des Mörtelcompounds dadurch gefördert werden, daß die Wandung der Dosiervorrichtung eine Öffnung aufweist, um in dem Meßvolumen mittels einer Rührhilfe eine Durchmischung von Mörtelcompound und der ersten Menge Wasser zu ermöglichen. Eine solche Dosiervorrichtung kann nach Art eines Bechers ausgebildet sein.
  • Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung einer Dosiervorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung nach der Art eines flexiblen Beutels ausgebildet ist und einen wiederverschließbaren Verschluß aufweist, um ein Schütteln oder Walken des mit Mörtelcompound und der ersten Menge Wasser gefüllten Meßvolumens zu ermöglichen. Eine flexible Wandung ermöglicht zudem eine flache Lagerung, wodurch sich ein geringes Transportvolumen ergibt.
  • Vorzugsweise ist das Meßvolumen einer erfindungsgemäßen Dosiervorrichtung zur Aufnahme von 10 bis 100 Gramm Mörtelcompound und zusätzlich zur Aufnahme eines Liters Wasser ausgebildet ist.
  • Vorteilhaft ist es ferner, wenn die Wandung des Meßvolumens Dosiermarkierungen aufweist. Solche Dosiermarkierungen ermöglichen es beispielsweise, auf eine mit der Dosiermarkierung angegebene Menge Bindemittel, insbesondere Kalk und/oder Zement die entsprechende Menge Mörtelcompound sicher abzumessen und anschließend mit einer ebenfalls auf die Menge Zement bezogenen ersten Menge Wasser zu verdünnen.
  • Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung im Zusammenhang mit den Zeichnungen.
  • Es zeigen:
  • 1 ein Flußdiagramm zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
  • 2 ein Diagramm zur Erläuterung der Dosierung im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens,
  • 3 einen Schnitt durch eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Dosiervorrichtung und
  • 4 einen Schnitt durch eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Dosiervorrichtung.
  • 1 zeigt ein Verfahren zur Herstellung eines Mauermörtels für Kalk-Sandsteine und Kalk-Sandstein-Platten, bei dem in einem ersten Verfahrensschritt S1 57 Gramm des nachfolgend beschriebenen Mörtelcompounds in 1 Liter Wasser in einem ersten Gefäß, beispielsweise in einer der nachfolgend beschriebenen Dosiervorrichtungen, gemischt werden.
  • In einem zweiten Verfahrensschritt S2 wird diese Mischung in einer leeren Mischmaschine mit einer zweiten Menge Wasser, nämlich mit 4 Liter Wasser, weiter verdünnt.
  • In einem dritten Verfahrensschritt S3 wird zu dieser Mischung aus Mörtelcompound und Wasser eine Menge von 15 kg Zement der Klasse CEM I 42,5R zugegeben und durch Betätigung der Mischmaschine mit der Mischung aus Mörtelcompound und Wasser intensiv vermischt. Die Mischzeit sollte mindestens 2 Minuten betragen.
  • Anschließend erfolgt in einem vierten Verfahrensschritt S4 die Zugabe vom 85 kg Sand mit einer Korngrößenverteilung von 0 bis 4 mm. Durch Betätigung der Mischmaschine wird dann diese Menge aus Mörtelcompound, Wasser, Zement und Sand intensiv vermischt. Die Mischzeit sollte mindestens 5 Minuten betragen.
  • In einem fünften Verfahrensschritt S5 wird abhängig von der ursprünglichen Sandfeuchte eine weitere Menge Wasser hinzugegeben, bis die gewünschte Frischmörtelkonsistenz erreicht ist.
  • Auf diese Weise können folgende Frisch- und Festmörteleigenschaften positiv beeinflußt werden:
  • Frischmörteleigenschaften:
    • Verarbeitbarkeitszeit,
    • Verarbeitungswilligkeit, „Geschmeidigkeit",
    • Wasseranspruch,
    • Wasserrückhaltevermögen.
  • Festmörteleigenschaften:
    • Druckfestigkeit,
    • Biegezugfestigkeit,
    • Haftscherfestigkeit.
  • Der wie vorstehend beschrieben hergestellte Mörtel kann als plastischer Mauermörtel mit einem deutlich geringen Wasseranspruch bezeichnet werden. Dank des verbesserten Wasserrückhaltevermögens findet über den Mörtelleim eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Stein statt. Die Haftscherfestigkeitswerte für einen Mauermörtel der Mörtelgruppen (MG) IIa oder III (Anforderung MG III: 0,25 N/mm2 nach DIN 1053/EN 998-2) werden mit ca. 0,39 N/mm2 durch diesen Mörtel weit übertroffen. Die Druckfestigkeit beträgt ca. 11 N/mm2 (Anforderung MG III: 10 N/mm2 und MG II a 5 N/mm2).
  • Die erreichbaren Festigkeiten hängen unter anderem von der verwendeten Zementart ab. Zu verschiedenen Zementarten oder anderen Bindemitteln, insbesondere aus Kalk und Zement können unterschiedliche Mörtelcompounds zur Verfügung gestellt werden.
  • Der wie vorstehend beschrieben angemischte Mörtel ist je nach Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) ca. 2 Stunden verarbeitbar.
  • Das Mörtelcompound enthält 50 Gew.-% Methyldroxypropylcellulose, 10 Gew.-% Natriumdodecylsulfat, und 40 Gew.-% EisenIIsulfat.
  • 2 zeigt ein Diagramm, auf dessen x-Achse 10 die Umgebungstemperatur eingezeichnet ist. Auf der y-Achse 12 ist eine Eigenschaft des Untergrundes, beispielsweise der von zu vermauernden Steinen angegeben. Solche Untergründe können schwach, normal oder stark wassersaugend sein. Im Zusammenhang mit der eingezeichneten Fläche 14 ergibt sich so die jeweils individuell zu verwendende Menge Mörtelcompound, abzulesen an der Z-Achse 16. Zur Verwendung auf Baustellen ist eine treppenartige Fläche ermittelbar, wobei die Stufenhöhe einer abgepackten Menge Mörtelcompound entsprechen würde.
  • Während fertige Werk-Trockenmörtel und Werkfrischmörtel eine individuelle Anpassung auf die aktuelle an der Baustelle herrschenden Umwelt- und Baubedingungen nicht oder nur mit hohem Aufwand ermöglichen, ermöglicht es das erfindungsgemäße Verfahren, solche zu berücksichtigen.
  • Die in 3 gezeigte Dosiervorrichtung 108 ist als Beutel 110 mit flexibler Wandung für eine flache Lagerung ausgebildet. An der Oberseite ist ein wiederverschließbarer Verschluß 112 angeordnet.
  • Das von der Wandung umschlossene Meßvolumen beinhaltet bereits die oben beschriebene Menge von 57 Gramm des beschriebenen Mörtelcompounds 114.
  • Um dieses Mörtelcompound 114 zu verwenden, wird der Verschluß 112 abgenommen, und es wird bis zu einem an der Wandung vorgesehenen Eichstrich 116 eine Menge von 1 Liter Wasser eingefüllt. Danach kann die Dosiervorrichtung mit dem Verschluß 112 wieder verschlossen werden. Durch Schütteln oder Walken läßt sich dann eine intensive Vermischung erreichen.
  • Wenn in großen Mengen lose bereitgestelltes Mörtelcompound 114 verwendet werden soll, ist eine Verwendung der in 4 dargestellten Dosiervorrichtung 208 gemäß einer zweiten Ausführungsform vorteilhaft. Diese weist eine im wesentlichen formstabile Wandung 210, die ein Meßvolumen begrenzt, und einen abnehmbaren Deckel 212 auf. An einem Boden 213 und an dem Deckel 212 sind eine erste und eine zweite Greifhilfe 218, 220 vorgesehen, die ein Schütteln der Dosierhilfe erleichtern.
  • Um für die kleinen Mengen Mörtelcompound eine sichere Dosierung zu ermöglichen, ist die Dosiervorrichtung in Richtung Boden 213 verjüngt ausgebildet. An der Wandung sind eine erste Skala zur Dosierung des Mörtelcompounds bezogen auf die zu verwendende Menge Zement sowie eine zweite Skala 224 zur Dosierung der ersten Menge Wasser, ebenfalls bezogen auf die zu verwendende Menge Zement angeordnet. Beide Skalen 222, 224 sind in Abhängigkeit von dem Mörtelcompound für normal saugende Untergründe und 20°C ausgelegt, um einen Mauermörtel herzustellen. Weitere Skalen für andere Untergründe und andere Umgebungstemperaturen können vorgesehen sein.
  • Für die gemäß dem oben beschriebenen Verfahren genannte Zufügung einer zweiten Menge Wasser vor der Zugabe des Zements ist die Dosiervorrichtung ebenfalls geeignet, indem ein entsprechender Eichstrich 216 für 1 Liter die Zugabe dieser Wassermenge ermöglicht.

Claims (30)

  1. Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel, bei dem Sand, Bindemittel und Wasser gemischt werden, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst auf der Baustelle ein konzentriertes Mörtelcompound mit einer ersten Menge Wasser gemischt wird, wonach dann das Bindemittel und der Sand der Mischung aus Mörtelcompound und Wasser hinzugegeben und miteinander und der Mischung aus Mörtelcompound und Wasser gemischt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als konzentriertes Mörtelcompound ein trockenes Mörtelcompound verwendet wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Mörtelcompound gemäß einem der Ansprüche 10 bis 22 verwendet wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugabe des Bindemittels vor der Zugabe des Sandes erfolgt.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Zugabe von Bindemittel und Sand eine zweite Menge Wasser hinzugegeben wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Zugabe von Bindemittel und Sand eine weitere Menge Wasser hinzugegeben wird und daß die Ermittlung der weiteren Menge Wasser nach der Mörtelkonsistenz erfolgt.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einstellung der Mörtelkonsistenz nach Art eines Mauermörtels erfolgt.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einstellung der Mörtelkonsistenz nach Art eines Putzmörtels erfolgt.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß 10 bis 100 Gramm Mörtelkompound zur Herstellung von 100 kg fertigen Frischmörtels verwendet werden.
  10. Verfahren einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel Zement, Kalk oder ein Kalk-Zement-Gemisch verwendet wird.
  11. Mörtelcompound zur Verwendung bei der Herstellung von Frischmörtel aus Sand, Bindemittel und Wasser, gekennzeichnet durch eine bauchemische Komponente in einer in Wasser verteilbaren, konzentrierten Form.
  12. Mörtelcompound nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die bauchemische Komponente eine Wasserrückhaltekomponente in konzentrierter Form enthält.
  13. Mörtelcompound nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die bauchemische Komponente einen Luftporenbildner in konzentrierter Form enthält.
  14. Mörtelcompound nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasserrückhaltekomponente in konzentrierter Form ein trockenes Konzentrat ist.
  15. Mörtelcompound nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftporenbildner in konzentrierter Form ein trockenes Konzentrat ist.
  16. Mörtelcompound nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasserrückhaltekomponente eine organische Komponente, insbesondere eine Zellulose oder eine Stärke enthält.
  17. Mörtelcompound nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasserrückhaltekomponente Methylhydroxypropylcellulose enthält.
  18. Mörtelcompound nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftporenbildner ein Tensid enthält.
  19. Mörtelcompound nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftporenbildner ein Natriumdodecylsulfat enthält.
  20. Mörtelkompound nach einem der Ansprüche 11 bis 19, gekennzeichnet durch ein relatives Mengenverhältnis 5 bis 90 Gewichtsteile, vorzugsweise 50 Gewichtsteile Wasserrückhaltekomponente, zu 1 bis 30 Gewichtsteile, vorzugsweise 10 Gewichtsteile Luftporenbildner.
  21. Mörtelcompound nach Anspruch 20, gekennzeichnet durch 5 bis 50 Gewichtsteile vorzugsweise 40 Gewichtsteile einer Mischhilfskomponente.
  22. Mörtelcompound nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß als Mischhilfskomponente ein Chromatreduzierer, insbesondere ein Eisen II Sulfat vorgesehen ist.
  23. Dosiervorrichtung zur Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung von Frischmörtel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, mit einem von einer Wandung (210) mindestens teilweise umschlossenen Meßvolumen, wobei das Meßvolumen einerseits zur Aufnahme eines konzentrierten Mörtelcompounds und andererseits zur Aufnahme einer ersten Menge Wasser ausgebildet ist.
  24. Dosiervorrichtung nach Anspruch 23, gekennzeichnet durch eine Ausgestaltung als Transportgefäß für eine auf eine Menge Zement abgestimmte Menge eines Mörtelcompounds nach einen der Ansprüche 11 bis 22.
  25. Dosiervorrichtung nach Anspruch 23 oder 24, gekennzeichnet durch eine Ausgestaltung als Mischgefäß.
  26. Dosiervorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (210) im wesentlichen formstabil ausgebildet ist und einen wiederverschließbaren Verschluß (212) aufweist, um ein Schütteln des mit Mörtelcompound und der ersten Menge Wasser gefüllten Meßvolumens zu ermöglichen.
  27. Dosiervorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (210) eine Öffnung aufweist, um in dem Meßvolumen mittels einer Rührhilfe eine Durchmischung von Mörtelcompound und der ersten Menge Wasser zu ermöglichen.
  28. Dosiervorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung nach der Art eines flexiblen Beutels ausgebildet ist und einen wiederverschließbaren Verschluß (112) aufweist, um ein Schütteln oder Walken des mit Mörtelcompound und der ersten Menge Wasser gefüllten Meßvolumens zu ermöglichen.
  29. Dosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 23 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßvolumen zur Aufnahme von 10 bis 100 Gramm Mörtelcompound und zusätzlich zur Aufnahme eines Liters Wasser ausgebildet ist.
  30. Dosiervorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (210) des Meßvolumens Dosiermarkierungen (222, 224) aufweist.
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