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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Mikrophon und ein Verfahren
zur Herstellung eines Mikrophons und insbesondere auf ein Mikrophon mit
gerichteter Empfindlichkeitscharakteristik.
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Immer
häufiger
werden in technischen Geräten
Mikrophone, die die Umsetzung eines akustischen Signals in ein elektrisches
Signal durchführen, eingesetzt.
Eine zunehmende Verbesserung einer Verarbeitung von Sprachsignalen
in den Mikrophonen nachgelagerten Einrichtungen, wie z. B. digitale Signalprozessoren,
erfordert, daß auch
die Eigenschaften der Mikrophone verbessert werden, da die Qualität der Sprachübertragung
immer weiter zunimmt. Darüber
hinaus werden Mikrophone vermehrt in tragbaren Geräten, wie
z. B. eben Mobiltelefonen oder Laptops mit Spracherkennung, eingesetzt,
die von den Verbrauchern wiederum häufig an Orten benutzt werden,
an denen viele akustische Störquellen vorhanden
sind, wie z. B. Bahnhöfen
oder Flughäfen. Dadurch
ergibt sich die Anforderung an die in den Geräten eingesetzten Mikrophone
bezüglich
einer verbesserten Richtwirkung. Das Ziel ist, Schallstörquellen,
deren Schallwellen nicht aus der Richtung der eigentlichen Schallsignalquelle
kommen, herauszufiltern. Außerdem
stellt die fortschreitende Miniaturisierung der Geräte, wie
z. B. Mobiltelefone oder PDAs, auch die Anforderung, daß die Komponenten, wie
z. B. die Mikrophone, die dort eingesetzt werden, ebenfalls in ihren
Abmessungen reduziert werden. Zugleich verlangt der zunehmende Kostendruck
auf diese Geräte,
wie Laptops mit Spracherkennungssystemen oder Mobiltelefonen, das
Herstellungsverfahren für
Mikrophone und insbesondere für
Mikrophone mit einer Richtwirkung zu vereinfachen.
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Bereits
seit einigen Jahrzehnten beschäftigen
sich Fachleute der Elektroakustik mit dem Entwurf von Mikrophonen,
die eine Richtcharakteristik zeigen, also ein Signal aus einer Vorzugsrichtung besser
empfangen als aus einer anderen Richtung. Hierzu bietet sich der
Einsatz von akustischen Laufzeitgliedern und von akustischen Filtern
an.
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In
dem Buch Elektroakustik das in der 3. Auflage 1993 von dem Springer-Verlag
erschienen ist, werden Bauformen von Richtmikrophonen gezeigt, die
in 4 und 5 beschrieben werden.
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4 erläutert ein
solches Filterelement. Das Filterelement umfaßt eine Membran 1,
Seitenwände 11,
Schallöcher 21 und
eine Rückwand 31. Ein
Pfeil 41a stellt einen direkten Weg einer frontalen Schallwelle
auf die Membran 1 dar, während Pfeil 41b einen
Weg einer frontalen Schallwelle auf die Membran 1 über einen
Innenraum 32 des Mikrophons darstellt. Als die frontale
Schallwelle wird hier die Schallwelle bezeichnet, die aus der Richtung
der Membran 1 kommt und senkrecht auf die Membran 1 auftrifft.
Ein Pfeil 51a zeigt einen Weg einer rückwärtigen Schallwelle, die auf
die Membran an der Außenseite
des Mikrophons auftrifft, Pfeil 51b den Weg der rückwärtigen Schallwelle,
die über
das Schalloch 21 in den Innenraum des Mikrophons eintritt
und dort auf die Membran 1 trifft.
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Somit
ergibt sich ein akustisches Laufzeitglied. Für die frontalen Schallwellen
ergibt sich eine Weg- und damit Druckdifferenz. Für die rückwärtigen Schallwellen
wird diese Druckdifferenz null.
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5 zeigt
eine Erweiterung des in 4 gezeigten Ausführungsbeispiels
gemäß dem Stand der
Technik. Zu sehen ist in dieser Anordnung die Membran 1,
die Seitenwand 11, der Mikrophoninnenraum 32,
ein Hohlraum 61 im Mikrophoninnenraum 32, ein
Dämpfungselement 71 am
Eingang des Hohlraums 61 und ein Dämpfungselement 81 am
Eingang des Mikrophoninnenraums 32.
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Um
die Empfindlichkeit derartiger Mikrophone bei tiefen Frequenzen
zu erhöhen,
werden an die Membranrückseite
phasendrehende akustische Filter gesetzt. An den Hohlraum 32 hinter
der Membran 1 ist über
einen Dämpfungsfilz 71 ein
zweiter Hohlraum 61 angekoppelt. Über ein Rohr 81 erfolgt
der Anschluß an
den Außenraum.
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In
Polardiagrammen kann eine akustische Dämpfung einer Anordnung in Abhängigkeit
von einem Einfallswinkel der Schallwellen, wobei die Schallwellen,
die parallel zur Membranflächen-Normalen einfallen,
einen Winkel von 0° aufweisen,
dargestellt werden. Durch eine geeignete Wahl von entsprecheneden
Geometrien in den akustischen Laufzeitgliedern besitzen diese Polardiagramme
eine Form einer Niere, einer Superniere oder einer Hyperniere.
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Auch
die WO 02145463 A2 zeigt Mikrophone, die neben dem Zugang zu der
Membran 1 ein weiteres Schalloch haben, jedoch ist das
zweite Schalleinlassloch so groß wie
das Schalleinlassloch zu der Membran und damit kein Impedanzloch.
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Mikrophone
mit Richtcharakteristik gemäß dem Stand
der Technik erzeugen eine Richtcharakteristik durch eine Anordnung
mehrerer Mikrophone in einem Raum, die unterschiedlich positioniert
sind, und eine anschließende
Verarbeitung der Signale von diesen Mikrophonen in einer gemeinsamen
Verarbeitungseinheit durchführen.
Diese Anordnungen werden in Patentanmeldungen
EP 1 065 909 A2 ,
EP 1 081 985 A2 ,
US2002/0031234 A1,
US
0054835 99A , WO 01/54451 A2 und WO 00/52959 erläutert.
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Jedoch
ist hier ein aufwendiger Aufbau mit mehreren Mikrophonen und einer
komplexen nachgelagerten Schaltung, die beispielsweise die Differenz
aus den Mikrophonsignalen bildet, erforderlich.
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Diese
Verwendung mehrerer Mikrophone insbesondere auch zusätzlicher
elektronischer Schaltungselemente führt zu erhöhten Herstellungskosten.
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Auch
ist es schwierig, eine Mehrzahl an Mikrophonen inklusive der nachgelagerten
Schaltungselemente in einer miniaturisierten Anordnung, wie z. B.
für Mikrophone
in einer Mobiltelephonanwendung oder Hörgeräteanwendung, unterzubringen.
Somit lassen sich auch nur schwer Mikrophone mit Richtcharakteristik
herstellen, die in ein SMD-Gehäuse
passen.
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Daneben
führt der
Einsatz von mehreren Mikrophonen mit nachgelagerten Schaltungselementen zu
einer erhöhten
Leistungsaufnahme der Geräte,
in denen diese Komponenten eingesetzt werden. Dies steht der Anforderung
von langen Betriebszeiten zwischen 2 Ladevorgängen in tragbaren Geräten wie Mobiltelephonen
entgegen.
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Zusätzlich erfordert
ein abschließendes
Testen dieser komplexen Anordnung erheblichen Aufwand, um das korrekte
Zusammenspiel dieser Anzahl an Komponenten sicherzustellen.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Mikrophon
und ein Verfahren zur Herstellung eines Mikrophons zu schaffen,
das eine Richtcharakteristik aufweist und das einfacher herzustellen
ist.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Mikrophon gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren
gemäß Anspruch 19
gelöst.
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Die
vorliegende Erfindung schafft ein Mikrophon mit folgenden Merkmalen:
einem Substrat, das einen schalldurchlässigen Substratbereich aufweist; einem
Deckel mit einem schalldurchlässigen
Deckelbereich; und einer Membran, die durch einen Membranträger zwischen
dem Deckel und dem Substrat gehalten wird; wobei der schalldurchlässige Substratbereich
oder der schalldurchlässige
Deckelbereich mindestens ein Impedanzloch aufweist, das so dimensioniert
ist, daß eine
akustische Impedanz des Impedanzlochs größer ist als eine akustische
Impedanz des schalldurchlässigen
Bereichs des jeweils anderen Bereichs aus Substratbereich und Deckelbereich.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß ein Impedanzloch
in dem Deckel oder dem Substrat, das so dimensioniert ist, daß es eine
höhere
akustische Impedanz aufweist als ein schalldurchlässiger Bereich
des Mikrophons, zu einer Erhöhung
der gerichteten Empfindlichkeitscharakteristik führt.
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Die
vorliegende Erfindung ermöglicht
somit ein Mikrophon mit einer gerichteten Empfindlichkeitscharakteristik über ein
einfaches Herstellungsverfahren zu fertigen.
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Ein
weiterer Vorteil der Erfindung liegt in der Möglichkeit das Impedanzloch
maschinell zu fertigen, was den Automatisierungsgrad des Herstellungsverfahrens
steigert.
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Auch
erhöht
auch die Erzeugung einer gerichteten Empfindlichkeitscharakteristik
durch ein einfach zu fertigendes Impedanzloch die Wirtschaftlichkeit
des Herstellungsverfahrens.
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Da
die Impedanz des Impedanzlochs von dessen geometrischen Abmessungen
abhängig
ist, ergibt sich eine erhöhte
Flexibilität
in der Auslegung der gerichteten Empfindlichkeitscharakteristik,
die es den Herstellern ermöglicht
ein Entwurfskonzept auf verschiedene Einsatzanforderungen nur durch
die Anpassung der Abmessungen eines Impedanzlochs anzupassen.
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Diese
Flexibilität
in der gerichteten Empfindlichkeitscharakteristik kann sogar durch
eine Implementierung weiterer Impedanzlöcher, die leicht zu fertigen
sind und ebenfalls das Richtcharakteristikverhalten beeinflussen,
erhöht
werden. Denkbar ist somit sogar eine Grundvariante mit einem Impedanzloch
zu fertigen, und spezielle Modifikationen des Mikro phons durch das
Implementieren eines weiteren Impedanzlochs oder sogar mehrerer
Impedanzlöcher zu
erzeugen, was der industriellen Massenfertigung dieser Mikrophone
sehr entgegenkommt.
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Ein
weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, daß das zu
erzeugende Impedanzloch erst in einem späten Schritt des Herstellungsverfahrens eingebracht
werden kann. Somit ist es möglich
eine Vorfertigung von Mikrophonen durchzuführen, und dann in einem kurzen
und einfachen weiteren Fertigungsschritt die gerichtete Empfindlichkeitscharakteristik
der Mikrophone flexibel und schnell auf die Anforderungen des Markts
anzupassen.
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Äußerst vorteilhaft
ist auch der Umstand, daß sich
mit einer vorbestimmten Anzahl an Komponenten verschiedene gerichtete
Empfindlichkeitscharakteristiken erzeugen lassen. Dies erleichtert
die Bevorratung der benötigten
Komponenten.
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Ein
weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß die Anzahl
der elektrischen Schaltungselementen in den Mikrophonen gemäß der vorliegenden
Erfindung begrenzt ist. Dies führt
zu einer niedrigen Stromaufnahme, was wiederum die Betriebsdauer
zwischen zwei Ladevorgängen
eines Akkus von tragbaren Geräten,
in denen diese Mikrophone eingesetzt werden, erhöht.
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Auch
ist durch die geringe Anzahl an elektrischen Komponenten die Empfindlichkeit
des Mikrophons gegenüber
elektromagnetischen Störquellen, die
ja häufig
in Bereichen wie Bahnhöfen
oder Flughäfen
auftreten, reduziert.
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Bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug nehmend auf
die beiliegenden Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 ein
Ausführungsbeispiel
eines Mikrophons gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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1a ein
Ausführungsbeispiel
eines Mikrophons gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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1b eine
schematische Darstellung des Mikrophons gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
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1c eine
schematische Darstellung eines weiteren Mikrophons gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
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2a ein
Ausführungsbeispiel
eines Mikrophons gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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2b eine
schematische Darstellung des Ausführungsbeispiels des Mikrophons
der vorliegenden Erfindung;
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3 Richtcharakteristikverhalten
für zwei Ausführungsbeispiele
von Mikrophonen gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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3a Polardiagramm
eines Mikrophons gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung mit 10 Löchern;
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3b Polardiagramm
eines Mikrophons gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung mit 25 Löchern;
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3c simuliertes
Richtcharakteristikverhalten für
zwei Ausführungsbeispiele
von Mikrophonen gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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3d gemessenes
Richtcharakteristikverhalten für
zwei Ausführungsbeispiele
von Mikrophonen gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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4 ein
Mikrophon mit Richtcharakteristik gemäß einem Ausführungsbeispiel
des Stands der Technik; und
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5 ein
Mikrophon mit Richtcharakteristik gemäß einem Ausführungsbeispiel
des Stands der Technik, das ein Hohlraumelement aufweist.
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1 zeigt
ein Ausführungsbeispiel
eines Mikrophons der vorliegenden Erfindung. Es umfaßt ein Substrat 112,
ein Mikrophonschalloch 116, einen Membranträger 121,
eine Gegenstruktur 131, eine Zwischenschicht 141,
eine Membranstruktur 151, einen Deckel 161, einen
Signalverarbeitungschip 186, Bonddrähte 191a, 191b,
eine Kontaktierung 201, ein Kontaktloch 211 und
ein Impedanzloch 221. Zuerst soll die elektrische Funktionsweise
des Mikrophons erklärt
werden, bevor anschließend
die Erzeugung einer Richtcharakteristik erläutert wird.
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Die
Membranstruktur 151 ist gegenüber dem Schallloch 116 angeordnet.
Eine an der Membranstruktur 151 auftretende Druckdifferenz
zwischen den von unten kommenden Schallwellen und den von oben auf
die Membranstruktur auftreffenden Schallwellen führt zu einer Auslenkung von
dieser. Durch diese Auslenkung ändert
sich der Abstand zu der Gegenstruktur 131, die die Schallwellen
passieren ohne sie auszulenken, wodurch sich die Kapazität des aus der
Membranstruktur 151 und der Gegenstruktur 131 gebildeten
Mikrophonkondensators ändert.
Der Grund dafür,
daß die
Schallwellen die Gegenstruktur 131 passieren, ist eine
erhöhte
mechanische Steifigkeit und das vorteilhafte Vorhandensein von Perforierungen
in der Gegenstruktur 131, die während der Herstellung des Mikrophonchips
dazu dienen, das Wegätzen
der Opferschicht zu ermöglichen.
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Die
Zwischenschicht 141 isoliert die Elektroden der Gegenstruktur 131 und
der Membranstruktur 151 voneinander. Der Membranträger 121 hält die Mikrophonkondensatoranordnung über dem
Schalloch 116.
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Über den
Bonddraht 191a werden elektrische Signale von dem Mikrophonkondensator
zu dem Signalverarbeitungschip 186 weitergeleitet. Dieser
verarbeitet die von dem Mikrophonkondensator stammenden Signale
und leitet sie über
den Bonddraht 191b zur Kontaktierung 201 weiter.
Diese Kontaktierung 201 ist über ein Kontaktloch 211 mit
der Außenseite
des Substrats 112 verbunden. Dort können weitere Kontakte sitzen,
die mit dem Kontaktloch 211 elektrisch verbunden sind,
wodurch die Signale an diesen Kontakten abgegriffen werden können, und
an eine Platine, die sich unterhalb der gesamten Anordnung befindet,
weitergeleitet werden. Somit sind die an dem Kontaktloch 211 ankommenden
Signale von der Auslenkung der Membranstruktur 151 abhängig.
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Im
folgenden soll nun die Richtwirkung des Mikrophons erläutert werden.
Das Schallloch 116 ist derart dimensioniert, daß es für die Schallausbreitung
keinen nennenswerten Widerstand darstellt.
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Durch
den Membranträger 121 und
die Membranstruktur 151 wird ein von dem Substrat 112,
dem Membranträger 121 und
der Membranstruktur 151 gebildeter erster Raum von einem
aus dem Deckelbereich 161, dem Membranträger 121,
der Membranstruktur 151 und Substratbereich 112 gebildeten zweiten
Raum akustisch getrennt.
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Das
Impedanzloch 221 weist eine kleinere Fläche als das Schalloch 116 auf.
Es stellt daher einen akustischen Widerstand dar, während der
aus dem Deckel 161 und dem Substrat 112, dem Membranträger 121,
der Membranstruktur 151 und dem Signalverarbeitungschip 186 gebildete
Innenraum den Hohlraum bildet, der vergleichbar einer akustischen Kapazität ist. Somit
entsteht in Analogie zu einer elektrischen Schaltung ein akustisches
RC-Glied. Dieses akustische RC-Glied erzeugt eine zusätzliche Phasenverschiebung
für die über das
Impedanzloch 221 eintretenden Schallwellen gegenüber den Schallwellen,
die an dem Mikrophonschalloch 116 eintreten.
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Daher
erfahren die Schallwellen, die aus einer Null-Grad-Richtung über das
Impedanzloch 221 an der Membranstruktur 151 ankommen,
wie in der 1 dargestellt, zwei Phasenunterschiede
gegenüber
den Schallwellen, die über
das Schalloch 116 an der Membranstruktur 151 ankommen.
Ein erster Phasenunterschied wird durch die längere Laufzeit zu dem Impedanzloch 221 als
zu dem Mikrophonschalloch 116 hervorgerufen, und eine zweite
Phasenverschiebung ergibt sich aus dem akustischen RC-Glied, das ja aus
dem Impedanzloch 221, hier als akustischer Widerstand wirkend,
und dem Gehäuseinneren,
hier als akustische Kapazität
wirkend, gebildet wird. Diese Phasenverschiebung ist für auf das Mikrophon
unter einem 180°-Winkel,
also von hinten, auftreffende Schallwellen nicht so groß, da die
Wegunterschiede zwischen der durch das Schallloch 116 und
der durch das Impedanzloch 221 eintretenden Schallwelle
kleiner sind als unter einem 0° Winkel, wodurch
sich die Richtcharakteristik des Mikrophons ergibt.
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1a zeigt
ein Mikrophon gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. In der nachfolgenden Beschreibung der
bevorzugten Ausführungsbeispiele
werden gleiche oder gleich wirkende Elemente mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
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Gegenüber dem
ersten Ausführungsbeispiel der
Erfindung in 1 weist das Mikrophon jetzt
meherere Impedanzlöcher 221 auf.
Somit entsteht wiederum ein akustisches RC-Glied, das jetzt aus
den Impedanzlöchern 221,
die einen hohen akustischen Widerstand haben, und dem Innenraum
des Gehäuses
gebildet wird. Dabei fungiert der Innenraum des Gehäuses wiederum als
akustische Kapazität.
Der akustische Widerstand der Impedanzlöcher 221 wird durch
den Strömungswiderstand
der Impedanzlöcher 221,
die vorzugsweise mit kleinen geometrischen Abmessungen gegenüber dem
Schalloch 116 ausgeführt
sind, gebildet.
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Eine
gefertigte Darstellung des in 1a erläuterten
Ausführungsbeispiels
der Erfindung erläutert 1b.
Sie zeigt von links nach rechts eine Substratdarstellung 231,
eine Gesamtdarstellung 251, einen Impedanzlöcherbereich 261 und
das Impedanzloch 221 in schematischer Darstellung.
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Die
Substratdarstellung 231 zeigt eine Ausführung des Substrats 112,
den Signalverarbeitungschip 186, die Bonddrähte 191a,
einen Mikrophonchip 241, einen Kontakt 242 und
eine Kontaktierung 244. Der Signalverarbeitungschip 186 und
der Mikrophonchip 241 sind auf dem Substrat 112 montiert.
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Die
Gesamtdarstellung 251 besteht aus dem Substrat 112 und
dem Deckel 161. Der Deckel 161 ist dabei auf das
Substrat 112 montiert, so daß er mit diesem mechanisch
verbunden ist. Außerdem
umfaßt
der Deckel 161 den Impedanzlöcherbereich 261. Dieser
Impedanzlöcherbereich 261 weist
ein Feld von den Impedanzlöchern 221 auf.
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Der
Impedanzlöcherbereich 261 ist
schematisch in der dritten Anordnung von links dargestellt.
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Ganz
rechts ist eine schematische Darstellung des Impedanzlochs 221 gezeigt.
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Durch
die Anzahl der Impedanzlöcher 221, deren
Abmessungen, ihre Tiefe, und die Anordnung der Impedanzlöcher 221 im
Feld 261, läßt sich
die Richtcharakteristik des Mikrophons beeinflussen.
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1c zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, wobei jetzt eine Anordnungsposition
der Impedanzlöcher 221 verändert ist.
Die Löcher 221 sind
jetzt nicht mehr in der Nähe eines
Zentrums des Mikrophons sondern am rechten Rand angeordnet. Eine
daraus resultierende Veränderung
der Richtcharakteristik des Mikrophons wird in einigen folgenden
Figuren erläutert.
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2a zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines Mikrophons der vorliegenden Erfindung. Die Richtwirkung des
Mikrophons ergibt sich wiederum aus den Impedanzlöchern 221,
die eine akustische Impedanz darstellen, und dem Innenraum des Mikrophons,
das einen Hohlraum und damit eine akustische Kapazität bildet. Über die
Kontaktierungen 191d wird die elektrische Verbindung zu
einer Platine hergestellt. Das Substrat 112 kann hier vorteilhafterweise
als ein Premold-Unterbau
ausgeführt sein,
während
der Deckel 161 beispielsweise als Metalldeckel ausgeführt ist.
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2b zeigt
eine schematische Darstellung des Ausführungsbeispiels gemäß der vorliegenden Erfindung,
das in 2a erläutert ist. Von links nach rechts
zu erkennen ist ein Premold-Unterbau 271, eine Gehäuseausführung 281 und
der Impedanzlöcherbereich 261.
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Der
Premold-Unterbau 271 beinhaltet den Mikrophonchip 241 und
den Signalverarbeitungschip 186 und verfügt über nach
außen
geführte
Kontakte 191d. Mittels dieser wird der Premold-Unterbau mit einer
Platine, die hier nicht gezeigt ist, mechanisch und elektrisch leitend
verbunden.
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Die
Gehäuseausführung 281 weist
ebenfalls die Kontakte 191d zur Platine auf und umfaßt zusätzlich den
Impedanzlöcherbereich 261.
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Der
Impedanzlöcherbereich 261 ist
in der Anordnung rechts herausprojiziert dargestellt. Zu erkennen
sind wieder die Impedanzlöcher 221.
Die Aufgabe der Impedanzlöcher 221 sowie
des Impedanzlöcherbereichs 261 ist,
einen akustischen Widerstand zu bilden, der mit dem Innenraum des
Premold-Gehäuses 281 ein
akustisches RC-Glied bildet.
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3 zeigt
den Verlauf der Richtcharakteristik in Abhängigkeit von einer Anzahl der
Impedanzlöcher 221 bei
Mikrophonen, die gemäß Ausführungsbeisielen
der vorliegenden Erfindung entworfen sind. Auf der x-Achse ist die
Anzahl der Löcher 221 in
dem Impedanzlöcherbereich 261 dargestellt,
während
auf der y-Achse die Richtcharakteristik bei einer Schallwelle von
einer Frequenz von 1 kHz und einem Einfallswinkelunterschied von
180° dargestellt
ist. Die Darstellung der Richtcharakteristik auf der y-Achse erfolgt
in dB-Werten, was einer logarithmischen Darstellung von Schalldruckintensitäten entspricht.
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Die
Kurve 291 zeigt den Verlauf der Richtcharakteristik in
Abhängigkeit
von der Anzahl der Impedanzlöcher 221,
wenn der Durchmesser der kreisförmigen
Impedanzlöcher 221 160 μm und die Dicke
des Deckels 100 μm
beträgt.
Die Kurve 301 zeigt dagegen den Verlauf der Richtcharakteristik
in Abhängigkeit
von der Anzahl der Impedanzlöcher 221 bei
dem Mikrophon, dessen Impedanzlochdurchmesser 100 μm und dessen
Deckeldicke 50 μm
beträgt.
Somit sind die Flächen
der Impedanzlöcher deutlich
kleiner als die Fläche
des Schallochs 116.
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Zu
erkennen ist, daß bei
einem kleinen Impedanzlochdurchmesser und einer kleinen Deckeldicke die
Richtcharakteristik, insbesondere deren Maximalwert, stärker ausgeprägt ist als
bei einem größeren Impedanzlochdurchmesser
und größerer Deckeldicke.
Es sei noch darauf hingewiesen, daß die Deckeldicke ja der Tiefe
der Impedanzlöcher 221 entspricht.
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Ein
weiterer Effekt, den 3 zeigt, ist, daß bei den
Impedanzlöcher 221 kleiner
Fläche
und kleiner Tiefe das Maximum erst bei einer größeren Anzahl an Löchern 221 auf tritt
als bei dem Mikrophon mit den Impedanzlöchern 221 größeren Durchmessers
und größerer Deckeldicke.
Gleichzeitig wird durch diese Darstellung untermauert, daß die Richtcharakteristik
eines Mikrophons von der Tiefe der Impedanzlöcher 221, der Fläche der
Impedanzlöcher 221 und
der Anzahl der Impedanzlöcher 221 abhängt. Durch
diese drei Parameter lassen sich in ihrem Richtcharakteristikverhalten
angepasste Mikrophone einfach herstellen.
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Ein
weiterer Parameter, um die gerichtete Empfindlichkeitscharakteristik
der in 3 dargestellten Mikrophone anzupassen, ist ein
Dämpfungselement,
das z. B. als Stoff oder Filz ausgeführt sein kann und auf einem
der Impedanzlöcher 221 aufgebracht
wird.
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3a zeigt
ein Polardiagramm 311, das ein Dämpfungsverhalten des Mikrophons
mit 10 Löchern veranschaulicht.
Eine Kurve 321 erläutert
dabei Simulationsergebnisse, während
die Punkte 331 die Messergebnisse für diese Anzahl an Löchern veranschaulichen.
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3b zeigt
ein Polardiagramm 341, das ein Dämpfungsverhalten des Mikrophons
mit 25 Löchern veranschaulicht.
Eine Kurve 351 erläutert
dabei wiederum wie in 3a Simulationsergebnisse allerdings
für eine
grössere
Anzahl an Impedanzlöchern 221,
während
die Punkte 351 die Messergebnisse für diese veränderte Anzahl an Löchern 221 veranschaulichen.
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Ein
Vergleich der beiden Polardiagramme 311 und 341 veranschaulicht,
daß das
Dämpfungsmaximum
bei der grösseren
Anzahl an Löchern 221 höher ist
und sich eine Form der Kurven 321, 351 ändert. So
weist die Kurve 321 mit 10 Löchern den Verlauf einer Niere
auf, während
die Form der Kurve 351 einer Hyperniere entspricht.
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3c veranschaulicht
einen Verlauf der in 1a und 1c dargestellten
Verläufe
der Richtwirkungen, welche in Simulationen ermittelt sind. Auf der
y-Achse ist die Dämpfung
in dB angetragen, was einer Darstellung in logarithmischem Maßstab entspricht,
während
auf der x-Achse linear der Einfallswinkel angetragen ist. Eine Kurve 371 erläutert den Verlauf
der Dämpfung
des in 1a gezeigten Mikrophons, während eine
Kurve 381 den Verlauf der Dämpfung des in 1c dargestellten
Mikrophons zeigt.
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Deutlich
zu erkennen ist, daß das
Mikrophon aus 1c, bei dem die Impedanzlöcher 221 in
der Nähe
des Rands angebracht sind, ein höheres Dämpfungsmaximum
aufweist als das Mikrophon aus 1a. Zusätzlich ist
auch die Lage des Dämpfungsmaximums
verschoben. Das Dämpfungsmaximum
tritt bei dem Mikrophon aus 1a bei
ca. 160° Einfallswinkel
und bei dem Mikrophon aus 1c bei ca.
220° Einfallswinkel
auf. Durch eine Änderung
der Position der Impedanzlöcher 221 läßt sich
damit auch die Lage des Dämpfungsmaximums
des Mikrophons in Bezug auf verschiedene Einfallswinkel variieren.
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3d erläutert einen
gemessenen Verlauf der Dämpfung
der Mikrophone aus 1a und 1c. Auf
der y-Achse ist wiederum die Dämpfung in
dB angetragen, was einer Darstellung in logarithmischem Maßstab entspricht,
während
auf der x-Achse linear der Einfallswinkel angetragen ist. Eine Kurve 391 spiegelt
den gemessenen Verlauf der Dämpfung
an dem Mikrophon aus 1a wider, und die Kurve 401 erläutert den
gemessenen Verlauf der Dämpfung
an dem Mikrophon aus 1c. Zu erkennen ist ähnlich der
Darstellung in 3c, bei der ja die Verläufe simuliert
sind, daß die
Dämpfungsmaxima
der beiden Mikrophone unterschiedliche Höhen aufweisen und bei unterschiedlichen
Einfallswinkeln auftreten.
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Obige
Ausführungsbeispiele
zeigen in ihren schematischen Darstellungen Mikrophone, deren geometrische
Abmessungen im Millimeterbereich liegen und die teilweise als SMD-Bauteile
ausgeführt sind.
Alternativen sind Bauformen, die nicht im Millimeterbereich liegen
und nicht als SMD-Bauteile ausgeführt sind.
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Zusätzlich kann
die Anzahl der Impedanzlöcher 221,
deren Abmessungen und ihre Beabstandung voneinander variieren.
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Auch
sind in den Ausführungsbeispielen Halbleiter-Kondensatormikrophone 241 gezeigt,
jedoch können
auch andere Mikrophontypen, wie z. B. Elektretmikrophone statt der
Kondensator-Mikrophone verwendet werden.
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Weiterhin
kann eine Befestigung des Membranträgers 121 bzw. weiterer
Chips in dem Mikrophongehäuse
zwischen Deckel 161 und Substrat 112 beliebig
ausgeführt
sein, alternativ z. B. kann die Befestigung durch Flip-Chip-Montage
oder ein Festkleben des Membranträgers 121 an dem Substrat 112 erzielt
werden.
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Es
ergeben sich auch verschiedene Möglichkeiten,
den Raum, der durch den Membranträger 121, die Membran 151 und
das Schalloch 116 gebildet wird, von dem übrigen Innenraum
des aus Substrat 112 und Deckel 161 gebildeten
Gehäuses
akustisch zu trennen. Beispielsweise kann zwischen Substrat 112 und
Mikrophonchip 241, wenn der Mikrophonchip 241 mittels
einer Flip-Chip-Montage auf dem Substrat 112 aufgebracht
ist, ein Kleber wie beispielsweise ein Underfiller zur akustischen
Trennung eingesetzt werden.
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Auch
die Art und Weise, wie das Mikrophon mit einer Platine oder einem
anderen Träger
mechanisch und elektrisch verbunden ist, kann beliebig variiert
werden. In obigen Ausführungsbeispielen
dienen die Kontaktlöcher 211 dazu,
die Kontaktierungen 201 auf der Innenseite des Gehäuses mit
den Kontaktierungen auf der Außenseite
zu verbinden, oder es sind Bonddrähte 191d eingesetzt,
um die Kontaktierungen auf der Innenseite mit den Kontaktierungen auf
der Platine elektrisch und mechanisch zu verbinden.
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Zusätzlich ist
es möglich,
die geometrische Form von Substrat 112 und Deckel 161 des
Mikrophons beliebig zu variieren, was den Einsatz dieser Mikrophone
in Mobiltelephonen erleichtert.
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Außerdem kann
durchaus der akustische Widerstand der Impedanzlöcher 221 zumindest
bei einem Teil der Impedanzlöcher 221 mit
dem akustischen Widerstand eines Dämpfungselements kombiniert
werden, was einen zusätzlichen
Grad an Flexibilität
in der Auslegung der gerichteten Empfindlichkeitscharakteristik
ermöglicht.
-
Obige
Ausführungsbeispiele
haben gezeigt, daß in
der Sensorik das niedrigste zu detektierende Signal bzw. die Signalqualität, die einem
Signal-zu-Rausch-Verhältnis
entspricht, durch äußere Störquellen
und dem Rauschen des Sensors begrenzt ist. Obige Ausführungsbeispiele
haben eine Lösung
aufgezeigt zur Reduzierung von äußeren Störsignalen
bei akustischen Sensoren, wie z. B. einem Mikrophon, durch eine
richtungsabhängige
Sensorcharakteristik.
-
Es
werden zur Regulierung von Umgebungsgeräuschen und der gezielten Ausrichtung
auf eine Schallquelle sogenannte direktionale Mikrophone, wie z.
B. Richtmikrophone, eingesetzt, die eine vom Einfallswinkel der
Schallwellen abhängige
Empfindlichkeit aufweisen. Zur Realisierung einer Richtwirkung bei
Mikrophonen können
unterschiedliche Konzepte verfolgt werden, von denen einige in obigen Ausführungsbeispielen
dargestellt sind. Nicht gezeigt sind in obigen Ausführungsbeispielen
sogenannte Mikrophonarrays, bei denen die richtungsabhängigen Laufzeitunterschiede
zwischen mehreren zusammengeschalteten und örtlich getrennten unidirektionalen
Mikrophonen mit Hilfe einer intelligenten Signalverarbeitung ausgewertet
werden. Bei dieser Bauform ist jedoch der Nachteil, daß solch
ein Richtmikrophonsystem hohe Anforderungen an die Empfindlichkeitsanpassung
zwischen den Mikrophonen im Array und die kosten- und platzintensive
Verwendung von zwei oder mehreren Mikrophonen erfordert.
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Alternativ
dazu ist in obigen Ausführungsbeispielen
gezeigt, daß man
ein einzelnes Mikrophon verwenden kann, das zwei örtlich getrennte
Schalleinlässe
aufweist. Eine einfache Bauform ist ein sogenannter Druckdifferenzempfänger, der
auch als Druckgradientenempfänger
bezeichnet wird, und der einen ungedämpften beidseitigen Schalleintritt
aufweist. Dieses Prinzip ist in 4 erläutert. Bei
einem Einfallswinkel von 0°,
der auf die Flächensenkrechte der
Membran 1 bezogen ist, ergibt sich ein Weg- bzw. Phasenunterschied
und daher eine von 0 verschiedene Druckdifferenz an der Membran 1,
die über
die Auslenkung der Membran 1 detektiert werden kann. Dagegen
sind die Schallwege bei einem Eintrittswinkel von 180° identisch
und die Differenz der Druckamplituden auf den beiden Seiten der
Membran verschwindet. Das bedeutet, daß Schallwellen mit einem Einfallswinkel
von 180° keine
Auslenkung der Membran 1 verursachen. Im Polardiagramm,
in dem die Richtcharakteristik dargestellt ist, ergibt sich eine charakteristische
Nierenform mit einer maximalen Sensorempfindlichkeit bei einer Einfallsrichtung
von 0°.
Da der Phasenunterschied aufgrund des Wegunterschieds frequenzabhängig ist,
ist die Empfindlichkeit ebenfalls frequenzabhängig und nimmt daher zu tiefen
Frequenzen ab.
-
Eine
Verbesserung des Frequenzgangs wird in obigen Ausführungsbeispielen
erreicht, wenn zusätzlich
zum Wegunterschied ein akustisches Filterelement zur Phasenverschiebung
eingesetzt wird. Diese zusätzliche
Phasenverschiebung kann auch dazu verwendet werden, einen etwaigen
Wegunterschied bei 180°-Einfallswinkel
zu kompensieren, was z. B. für
den Fall gilt, daß sich
die Membran 1 nicht direkt an einem Schalleinlaß 21 befindet.
Das akustische Filterelement zur Phasenverschiebung wird durch einen
Hohlraum 61 und ein Dämpfungselement 81 gebildet.
Der Hohlraum 61 wirkt dabei als potentieller Energiespeicher,
was vergleichbar ist mit einer elektri schen Kapazität, und das
Dämpfungselement 81 als
akustischer Widerstand, was vergleichbar ist mit einem elektrischen
Widerstand R. Diese Anordnung mit einem Hohlraum 61 und
einem akustischen Widerstand 81 verursacht analog zu einem elektrischen
RC-Filter eine Phasendrehung.
-
In
obigen Ausführungsbeispielen
ist auch gezeigt, daß ein
Mikrophon, das mikromechanisch mit den Verfahren der Halbleitertechnologie
hergestellt ist, als Silizium-Mikrophon als SMD- bzw. Surface-Mount-Device-Bauelement
ausgeführt
werden kann. Ein kapazitives Silizium-Mikrophon kann in einem SMD-Bauelement mit zwei
Schalleinlässen
ausgeführt
sein. Hierbei kann ein auf einem Schalleinlaßloch aufgebrachtes Dämpfungselement
zusammen mit dem Gehäusevolumen
den phasenschiebenden Filter zur Verbesserung des Frequenzgangs
und der Richtwirkung bilden.
-
Daneben
gibt es in der Gehäusetechnik
für Silizium-Mikrophone
ebenfalls Mikrophone, die zwei Schalleinlässe einsetzen, die allerdings
nicht zur Erzeugung einer Richtwirkung geeignet sind.
-
Vorteilhaft
ist in obigen Ausführungsbeispielen,
daß ein
akustisches Filterelement zur Erzielung und Verbesserung einer Richtwirkung
nicht durch einen zusätzlichen
Hohlraum bzw. ein zusätzliches Dämpfungselement
realisiert wird, sondern die Erfindung das vorhandene Mikrophon-Gehäusevolumen und
speziell angepaßte Öffnungen 221 in
dem Gehäuse
nutzt. Die Öffnungen 221,
wie beispielsweise Impedanzlöcher 221,
können
derart ausgeführt
werden, daß der
Strömungswiderstand
aufgrund der viskosen Luftreibung in den Öffnungen 221 den benötigten akustischen
Widerstand bereitstellt. Vorteilhaft an dieser Art der Bauform eines
direktionalen Sensors ist, daß eine
besonders flexible Anpassung an verschiedene Gehäuse und damit eine Verbesserung der
Richtwirkung erzielt werden kann, da im Gegensatz zu einem Dämpfungselement
der Strö mungswiderstand
der Öffnungen 221 in
einem breiten Wertebereich durch deren Geometrie und Anzahl variabel ist.
-
Bei
den Ausführungsbeispielen
von Mikrophonen der vorliegenden Erfindung handelt es sich um Bauformen
und Gehäuse,
die auf besonders einfache und flexible Art eine Richtwirkung bei
akustischen Sensoren, wie z. B. bei einem mikromechanisch gefertigten
Silizium-Mikrophon, wie einem SMD-Bauelement, realisieren. In obigen
Ausführungsbeispielen
gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein mikromechanisches Silizium-Mikrophon gezeigt, das auf einer gelochten
Unterlage, z. B. einer Leiterplatte, aufgebracht ist und bei dem
das Gehäusevolumen
durch eine Kappe 161, wie z. B. eine Metallkappe oder eine
Premold-Kappe, realisiert werden kann. Die Kappe 161 besitzt
eine oder mehrere Öffnungen 221 in
der Kappenoberseite. Der untere Schalleinlaß wird vorteilhaft durch eine
relativ große Öffnung 116 realisiert,
wie z. B. Öffnungen 116,
deren laterale Abmessungen größer als
0,3 mm sind, so daß der
Schall ungedämpft
und ohne Phasenverschiebung eindringen kann. Dagegen kann in diesem Ausführungsbeispiel
der zweite Schalleinlaß durch eine Öffnung 221 oder
mehrere Öffnungen 221 mit relativ
kleinem Querschnitt, wie z. B. typischerweise lateralen Abmessungen
unter 0,3 mm, realisiert werden, so daß die Öffnung 221 bzw. Öffnungen 221 einen
nicht vernachlässigbaren
akustischen Widerstand aufweisen. Dieser akustische Widerstand bildet
dann zusammen mit dem Gehäusevolumen
den akustischen Filter. Die Öffnungen 221 können z.
B. gebohrt, geätzt
oder durch Laserbeschuß hergestellt werden.
In vorteilhafter Weise besitzen die Öffnungen 221 einen
möglichst
kleinen Querschnitt in großer
Anzahl mit kleiner Tiefe. Der gefertigte Demonstrator eines kapazitiven
Silizium-Mikrophons kann beispielsweise als SMD-Bauteil auf einem
FR4-Substrat mit gemoldeter Kappe 161 ausgeführt sein,
in der kleine Löcher 221,
die z. B. einen Durchmesser von ca. 100 μm haben, gefasert sind. Auch
kann in obigen Ausführungsbeispielen
das Mikrophon in ein Premold-Gehäuse
eingesetzt werden und mit einem Deckel 161 verschlossen
werden. Der Deckel 161 kann dann eine Metall- oder Plastikkappe
sein.
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Der
so gefertigte Demonstrator eines kapazitiven Silizium-Mikrophons kann als
SMD-Bauteil in einem Premold-Gehäuse
mit einem Metalldeckel 161, in den kleine Löcher 221,
die einen Durchmesser von ca. 100 bis 200 μm haben und in diesen Metalldeckel geätzt wurden,
ausgeführt
sein. Auch können
sich die relativ großen Öffnungen,
die dem Schalloch 116 entsprechen, in der Kappe 161 bzw.
im Deckel 161 befinden, und die schmalen Öffnungen 221 in
der Unterlage bzw. dem Gehäuseboden.
Bei solchen Ausführungen
setzt sich das akustische Filter aus dem Strömungswiderstand der schmalen Öffnungen 221 und
dem Hohlraum des Mikrophonchips zusammen.
-
Werden
beide Schalleinlässe
durch Schallöffnungen
realisiert, so stehen zur akustischen Optimierung von Frequenzgang
und Richtwirkung zwei akustische Filter zur Verfügung.
-
In
obigen Ausführungsbeispielen
ist der akustische Widerstand des phasendrehenden RC-Filters durch
den Strömungswiderstand
der schmalen Öffnungen 221 definiert
worden, wodurch die Richtwirkung gezielt verbessert werden kann. Hierzu
stehen drei Design-Parameter zur Verfügung: der Strömungsquerschnitt
einer Öffnung 221,
die Anzahl der Öffnungen 221 und
die Deckeldicke. Die so gemessene Richtwirkung, die einer Schallpegeldifferenz
bei einem Schalleintrittswinkel von 0° bzw. 180° bezogen auf eine Frequenz von
1 kHz entspricht, kann für
ein gefertigtes Silizium-Mikrophon, das in einem Premold-Gehäuse mit
einer Metallplatte als Deckel 161 untergebracht ist, in
der kreisförmige Öffnungen
als Impedanzlöcher 221 geätzt sind,
dargestellt werden. Variiert werden kann dabei der Lochdurchmesser,
die Lochanzahl und die Deckeldicke. Mit dieser Anordnung kann eine
Phasenverschiebung bzw. ein für
eine gute Richtwirkung notwendiger akustischer Widerstand durch
den Strömungswiderstand
von schmalen Öffnungen 221 erzielt
werden, mit dem eine Richtwirkung bis zu 19 dB demonstriert werden
kann.
-
- 1
- Membran
- 11
- Seitenwand
- 21
- Schalloch
- 31
- Rückwand
- 32
- Mikrophoninnenraum
- 41a
- Direkter
Weg einer frontalen Schallwelle
- 41b
- Weg
einer frontalen Schallwelle über
Innenraum
- 51a
- Direkter
Weg einer rückwärtigen Schallwelle
- 51b
- Weg
einer rückwärtigen Schallwelle über Innenraum
- 61
- Hohlraum
- 71
- Hohlraumeingangsdämpfung
- 81
- Eingangsdämpfungselement
- 112
- Substrat
- 116
- Mikrophonschalloch
- 121
- Membranträger
- 131
- Gegenstruktur
- 141
- Zwischenschicht
- 151
- Membranstruktur
- 161
- Deckel
- 186
- Signalverarbeitungschip
- 191
- Bonddraht
- 191a
- Bonddraht
zur Kontaktierung
- 191b
- Bonddraht
zum Mikrophon
- 191c
- Bonddrahtmikrophonkontakt
- 191d
- Bonddraht
zur Platine
- 201
- Kontaktierung
- 211
- Kontaktloch
- 221
- Impedanzloch
- 231
- Substratphoto
- 241
- Mikrophonchip
- 242
- Kontakt
- 244
- Kontaktierung
- 251
- Gesamtphoto
- 261
- Impedanzlöcherbereich
- 271
- Premold-Unterbau
- 281
- Gehäuseausführung
- 291
- Richtcharakteristik
dicker Deckel
- 301
- Richtcharakteristik
dünner
Deckel
- 311
- Polardiagramm
mit 10 Löchern
- 321
- Simulation
mit 10 Löchern
- 331
- Messpunkte
mit 10 Löchern
- 341
- Polardiagramm
mit 25 Löchern
- 351
- Simulation
mit 25 Löchern
- 361
- Messpunkte
mit 25 Löchern
- 371
- simulierter
Dämpfungsverlauf
des Mikrophons aus 1a
- 381
- simulierter
Dämpfungsverlauf
des Mikrophons aus 1c