In
der Literatur sind folgende Methoden für das Überziehen von Pellets oder
Tabletten mit wässrigen Polymerdispersionen
beschrieben.
Gemäß
EP 0 403 959 A1 sowie „Glyceryl
monostearate as a glidant in aqueous film-coating formulations", H.-U. Petereit
et. al., Eur. J. Pharm. 41 (4) 219-228, (1995) erfolgt das Überziehen
von Kernen (Pellets, Tabletten) mit wässrigen Polymer-Dispersionen
auf Acrylatbasis mit Hilfe lipophiler Emulgatoren wie Glycerinmonostearat,
welche ein Verkleben der Pellets verhindern und stabile wässrige Dispersionen
mit den Polymeren bilden.
In „Coating
of Ibuprofen crystals with Eudragit FS30D", S. Schmid, Arch. Pharm. Med. Chem.
333, Suppl. 1, 2000, 1-40, Nr. 78 wird ein Verkleben der Partikel
dadurch vermieden, daß Glycerylmonostearat
als Trennmittel und Polysorbat 80 als Netzmittel zu der Eudragit
FS30D Polymerdispersion zugesetzt werden. Die Filmqualität ist vom
Gewichtsanteil Glyerylmonostearat und Polysorbat abhänig.
„Microencapsulated
Eudragit RS30D coated controlled-release pellets: the influence
of dissolution variables and topographical evaluation", T. Govender, J.
Microencapsulation, Vol. 14, No. 1, 1997, S. 1-13 beschreibt die
Verwendung von Magnesiumstearat als „Antiklebemittel" für das Überziehen
von Kernen (Durchmesser ca. 1.9 mm) mit Eudragit RS30D. Die Wirksoff-Freisetzung
basiert auf einer Kinetik erster Ordnung.
In
US 5,529,790 wird das Erzielen
einer bestimmten Freisetzungsrate der Wirkstoff-Pellets durch Verwendung
wässriger
Polymerdispersionen wie Eudragit NE oder Eudragit RS mit Additiven
offenbart. Als Additive zur Kontrolle der Permeabilität dient
insbesondere Magnesiumstearat in Kombination mit Citronensäure oder
Simethicon. Magnesiumstearat verhindert auch ein Agglomerieren der
Kerne (500 bis 1500 microns) während
des Überziehens.
In „Eudragit
RL and RS Pseudolatices: properties and performance in pharmaceutical
coating as a controlled release membrane for theophyline pellets", R.-K. Chang, Drug
Development and Industrial Pharmacy, 15 (2), 1989, S. 187-196 werden
für das Überziehen
von Theophyllin-Pellets mit Eudragit RL- und/oder RS-Pseudolatices
als Trennmittel Talk und Siliciumdioxid verwendet. Für die Herstellung
der Eudragit-Dispersion
werden auch organische Lösungsmittel
eingesetzt.
„Effect
of application temperature on the dissolution profile of sustained-release
theophylline pellets coated with Eudragit RS30D, P. Schmidt, F.
Niemann, Drug Development and Industrial Pharmacy, 19 (13), 1603-1612
(1993) beschreibt das Überziehen
von Theophyllin Pellets (100 bis 1400 μm) in einem „miniature fluid-bed pan coater" mit Eudragit RS30D,
verschiedenen Weichmachern (Triethylcitrat, Dibutylphthalat, PEG) und
Talk.
„Drug release
from compressed Eudragit RS30D coated beads", G.F. Palmieri, S.T.P. Pharma Sciences
6 (2), 1996, S. 118-121, betrifft das Überziehen von Theophyllin-haltigen
Kernen (Durchmesser 200 bis 630 μm)
mit Eudragit RS30D, 20 % Triethylcitrat (Weichmacher) sowie 50 %
Talk (bezogen auf das Tockengewicht des Polymeren), welcher zur
Verringerung der Klebeneigung des Eudragit RS30D eingesetzt wird.
Die mit dem Wirkstoffgranulat gefüllten Kapseln zeigen eine Freisetzung
nullter Ordnung, die zu Tabletten verpressten Granulate zeigen je
nach Granulatgehalt eine Freisetzung nullter bis erster Ordnung.
In „Influence
of platicizer concentration and storage conditions on the drug release
rate from Eudragit RS30D filmcoated sustained release theophylline
pellets", K. Amighi,
A. Moes, Eur. J. Pharm. Biopharm. 42 (1) 29-35 (1996) wird das Überziehen
von Theophyllin Pellets (Durchmesser 1100 μm) mit Eudragit RS30D mit Hilfe
von HPMC, Talk, Triethylcitrat (Weichmacher) sowie Silicon-Emulsion
(Antischaummittel) beschrieben.
In „Effect
of pectinolytic enzymes on the theophylline release from pellets
coated with water insoluble polymers containing pectin HM or calcium
pectinate", R. Semde,
Int. J. Pharm., 197, 2000, S. 169-179, ebenso in „Influence
of curing conditions on the drug release rate from Eudragit NE30D
film coated sustained-release theophylline pellets", K. Amighi, S.T.P.
Pharma Sciences 7 (2), 1997, S. 141-147 werden Talk und eine Silicon-Emulsion
(Antischaummittel) als Hilfsstoffe beim Überziehen von Pellets (Durchmesser
1 mm) mit Eudragit NE30D eingesetzt, wobei der Film auch Pektin
enthält.
Eudragit RS30D wird unter Verwendung einer Silicon-Emulsion verarbeitet.
In „A pH-dependent
colon targeted oral drug delivery system using methacrylic acid
copolymers", M. Z.
I. Khan, Journal of Controlled Release 58 (1999), 215-222, wird
das Überziehen
von Tabletten mit Eudragit 5100 und Eudragit L 100-55 oder deren Mischungen
aus wässriger
Dispersion mit Triethylcitrat als Weichmacher und Talk als Gleitmittel
beschrieben.
In „Modifying
the release properties of Eudragit L30D", N. A. Muhammad, et. al., Drug development and
industrial pharmacy, 17(18), 2497-2509 (1991), wird das Überziehen
von wirkstoffhaltigen Kernen mit einer wässrigen Dispersion aus Eudragit
L30D, Triethylcitrat und Kaolin in einem Glatt GPCG3 mit anschließendem „curing" der Pellets bei
45 °C beschrieben.
US 20020160046 beschreibt
eine Retard-Formulierung für
Omeprazol, wobei Omeprazol-haltige Kerne mit einem „dicken" retardierenden Überzug (100
bis 5000 microns) beispielsweise mit nicht-enterischen Formen von
Eudragit versehen sind. Omeprazol-Kerne werden mit einer wässrigen
Dispersion aus Eudragit NE30D, Talk, Magnesiumstearat, Glycerinmonostearat
und Triethylcitrat besprüht.
Der Überzug
enthält
hier das Tensid Glycerinmonostearat.
WO
99/12524 beschreibt die Herstellung von multiple-unitdosage forms
für NSAIDs.
Wirkstoffhaltige Kerne werden beispielsweise mit einer Mischung
aus Eudragit NE, Hypromellose, Talk und Magnesiumstearat überzogen.
Um ein Verkleben der Pellets bei erhöhter Temperatur zu verhindern,
wird ein zweiter Überzug
mit einem filmbildenden Polymer aufgebracht.
EP 0 520 119 A1 offenbart
Diclofenac-Pellets, die mit einer Membranschicht, welche Eudragit
NE, Talk, Magnesiumstearat, Polysorbat und Silicon-Antischaumemulsion
enthält, überzogen
sind.
In „Aqueous
polyacrylate dispersions as coating materials for sustained and
enteric release systems", D.
Wouessidjewe, S.T.P. Pharma Sciences 7 (6), 1997, S. 469-475 wird
das Überziehen
mit Eudragit NE30D beschrieben. Eburnamonin-haltige Kerne (Durchmesser
ca 1000 μm)
werden mit einer wässrigen
Dispersion von Eudragit NE30D und 10 % Talk als Trennmittel besprüht. Eine
hohe Klebeneigung von Eudragit NE30D wird trotz der Verwendung von
Talk beobachtet. Um ein Verkleben der Pellets beim Besprühen mit
der Eudragit-Dispersion zu verhindern, wird ein diskontinuierliches
Sprühverfahren
angewendet, bei dem die Pellets abwechselnd besprüht und getrocknet
werden. Die Prozesszeit beträgt
im Labormaßstab
mehr als 9 Stunden, d.h. dieses Verfahren ist sehr zeitintensiv.
In
der Literatur wird Talk als bekanntes Antiklebemittel für wässrige Poly(meth)acrylat-Dispersionen beschrieben.
Jedoch sedimentiert Talk in einer wässrigen Suspension sehr rasch,
d.h. die Überzugsmitteldispersionen
müssen
kurz vor der Anwendung frisch zubereitet und während des Sprühens ständig gerührt werden.
Magnesiumstearat wird seltener als Antiklebemittel verwendet. Nachteilig
ist das Aufschwimmen von Magnesiumstearat in wässrigen Dispersionen, wodurch
die Ausführung
eines Sprühprozesses
kompliziert wird.
Für die Verarbeitung
von Eudragit NE30D wird vom Hersteller (Fa. Röhm) die Verwendung von Glycerolmonostearat
oder Talkum empfohlen. Mikronisiertes Talkum wird dabei in einer
Menge von bis 100 % bezogen auf die Polymermasse eingesetzt. Versuche
zum Überziehen
von wirkstoffhaltigen Kernen mit Eudragit NE30D – Talkum-Suspensionen in Wirbelschichtgeräten unterschiedlicher
Maschinenkonfigurationen waren erfolglos. Nach Auftrag von nur 20
% des Polymeren kam es zu einem Verkleben der Mikropellets und damit zu
einem Prozesszusammenbruch.
Aufgabe
der Erfindung ist die Bereitstellung einer pharmazeutischen wirkstoffhaltigen
Formulierung zu oraler Verabreichung, vorzugsweise auf Wasserbasis,
mit verbesserter Verarbeitbarkeit, welche eine geringe Klebrigkeit,
hohe mechanische Stärke
und Reproduzierbarkeit während
des Verarbeitungsprozesses aufweist und zudem keine weiteren Überzüge oder
Stabilisatoren wie Tenside oder Antischaummittel benötigt. Auch
ein Verfahren zur Herstellung von überzogenen Formulierungen,
wie Pellets oder Tabletten, soll vorgesehen werden, wobei die Herstellung
kostengünstig
und zeitsparend sein soll. Die überzogenen
Formulierungen können ein
modifiziertes Freisetzungsprofil für den (die) Wirkstoff(e) zeigen,
insbesondere eine konstante Freisetzung (Nullte Ordnung).
Gemäß einer
Ausführungsform
wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe durch eine pharmazeutische
wirkstoffhaltige Formulierung zu oraler Verabreichung gelöst, die
mit einem einzigen Überzug
eines filmbildenden Polymeren überzogen
ist, wobei der Überzug
eine Mischung aus mindestens zwei Trennmitteln und keinen Stabilisator
umfasst.
Bei
der erfindungsgemäßen Formulierung
kann der Überzug
kein Tensid oder Antischaummittel als Stabilisator umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
das filmbildende Polymere dadurch gekennzeichnet sein, dass es als
Dispersion auf Wasserbasis vorgesehen werden kann.
Ferner
kann es sich bei der erfindungsgemäßen Formulierung bei dem filmbildenden
Polymeren um ein Gemisch von filmbildenden Polymeren handeln.
Die
erfindungsgemäße Formulierung
kann ferner mit einem Polyacrylat als filmbildendem Polymeren vorgesehen
sein.
Ferner
kann es sich bei der erfindungsgemäßen Formulierung bei dem Polyacrylat
um ein Polymerisat auf Basis von Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäureester
und/oder Methacrylsäureester
handeln, insbesondere Eudragit und/oder Kollicoat.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung mit den mindestens zwei Trennmitteln
- – mindestens
ein Trennmittel, das in reinem Wasser aufschwimmt, und
- – mindestens
ein Trennmittel umfassen, das in reinem Wasser absinkt oder sich
darin löst.
Die
Tatsache, ob ein Trennmittel in reinem Wasser aufschwimmt oder nicht
aufschwimmt, muß nicht allein
davon abhängen,
ob die Dichte des Trennmittels größer als die des Wassers ist
oder nicht. So hat beispielsweise Magnesiumstearat eine wahre Dichte
von 1,09 g/cm3, schwimmt jedoch in Wasser
auf.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung mit den mindestens zwei Trennmitteln
- – mindestens
ein Fettsäuresalz
als Trennmittel und
- – mindestens
ein Silikat aus der durch Bandsilikate und Schichtsilikate gebildeten
Gruppe als Trennmittel umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung als aufschwimmendes Trennmittel oder als Fettsäuresalz
ein Alkalisalz und/oder ein Erdalkalisalz und/oder ein Aluminiumsalz
einer Fettsäure umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung Natrium-, Kalium-, Magnesium-, und/oder Calciumbehenat
als Alkali- bzw. Erdalkalisalz einer Fettsäure umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung Natrium-, Kalium-, Magnesium-, Calcium- und/oder Aluminiumstearat
als Alkali-, Erdalkali- bzw. Aluminiumsalz einer Fettsäure umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung ein Magnesiumsalz der Caprylsäure, Caprinsäure, Laurinsäure und/oder
Palmitinsäure
als Erdalkalisalz einer Fettsäure
umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
der Gehalt an aufschwimmendem Trennmittel oder an Fettsäuresalz
5 bis 40 Gew.-% betragen, vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-%, jeweils
bezogen auf das Trockengewicht des filmbildenden Polymeren.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung als absinkendes Trennmittel oder als Silikat ein Schichtsilikat
umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mischung als Schichtsilikat Talk, Kaolinit, Pyrophyllit, Attapulgit,
Sepolit, Muskovit, Montmorillonit, Bentonit und/oder Vermiculit
umfassen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
der Gehalt an absinkendem Trennmittel oder an Silikat 20 bis 60
Gew.-% betragen, vorzugsweise 30 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen
auf das Trockengewicht des filmbildenden Polymeren.
Ferner
kann die erfindungsgemäße Formulierung
in Form von mit dem Überzug
versehenen wirkstoffhaltigen Kernen vorliegen, bei denen es sich
um Kapseln, Tabletten, Pellets, Granulate, Minitabletten oder Mikropellets
handelt.
Ferner
kann die erfindungsgemäße Formulierung
in Form von mit dem Überzug
versehenen Kernen vorliegen, bei denen es sich um Wirkstoff-Kristalle
handelt.
Ferner
kann die erfindungsgemäße Formulierung
ein Pellet oder Mikropellet als wirkstoffhaltiger Kern einen inerten
Kern (Inert-Kern) umfassen, wobei insbesondere ein inerter Kern
mit einem wirkstoffhaltigen Überzug
zu einem wirkstoffhaltigen Kern ausgebildet ist.
Ferner
können
bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Mikropellets als Multiple-Unit-Dosage-Form vorgesehen sein,
insbesondere in Form von Tabletten oder in Kapseln.
Ferner
können
bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Pellets, Granulate oder Minitabletten als Multiple-Unit-Dosage-Form vorgesehen
sein, insbesondere in Kapseln.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
die Multiple-Unit-Dosage-Form ihrerseits mit einem erfindungsgemäßen Überzug versehen
sein.
Ferner
kann es sich bei der erfindungsgemäßen Formulierung bei der Multiple-Dosage-Form
um eine Kapsel handeln, insbesondere eine Weichgelatine-Kapsel.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
der Wirkstoff im Gemisch mit pharmazeutisch akzeptablen Hilfsstoffen
vorgesehen sein, insbesondere mit üblichen Hilfsstoffen.
Ferner
kann bei der erfindungsgemäßen Formulierung
der Wirkstoff im Gemisch mit Tensiden, insbesondere nicht-ionischen oder ionischen
oberflächenaktiven
Substanzen, vorgesehen oder frei von Tensiden sein.
Ferner
kann eine erfindungsgemäße Formulierung
mit einem gut wasserlöslichen
Wirkstoff vorgesehen sein, vorzugsweise einer Löslichkeit von mehr als 300
g/l wässrige
Lösung.
So
kann die erfindungsgemäße Formulierung
mit Metoprolol oder einem seiner Salze als Wirkstoff vorgesehen
sein, insbesondere Metoprolol-succinat.
Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe durch eine wässerige
Dispersion zur Herstellung eines Überzuges für eine pharmazeutische wirkstoffhaltige
Formulierung zu oraler Verabreichung gemäß der Erfindung gelöst, wobei
die Dispersion einen Gehalt an einem filmbildenden Polymeren und
an mindestens zwei Trennmitteln aufweist und frei von Stabilisatoren
ist, wobei
- – mindestens ein Trennmittel,
das in reinem Wasser aufschwimmt, in einer Menge von 5 bis 40 Gew.-%
enthalten ist und
- – mindestens
ein Trennmittel, das in reinem Wasser absinkt, in einer Menge von
20 bis 60 Gew.-% enthalten ist, jeweils bezogen auf das Polymer-Trockengewicht.
Ferner
wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe gemäß einer
weiteren Ausführungsform durch
eine wässrige
Dispersion zu Herstellung eines Überzuges
für eine
pharmazeutische wirkstoffhaltige Formulierung zu oraler Verabreichung
gemäß der Erfindung
gelöst,
wobei die Dispersion einen Gehalt an einem filmbildenen Polymeren
und an mindestens zwei Trennmitteln aufweist und frei von Stabilisatoren
ist, wobei
- – mindestens ein Fettsäuresalz
als Trennmittel in einer Menge von 5 bis 40 Gew.-% enthalten ist
und
- – mindestens
ein Silikat aus der durch Bandsilikate und Schichtsilikate gebildeten
Gruppe in einer Menge von 20 bis 60 Gew.-% enthalten ist, jeweils
bezogen auf das Polymer-Trockengewicht.
Gemäß der Erfindung
kann die Dispersion kein Tensid oder Antischaummittel als Stabilisator
umfassen,
- – insbesondere
kein nicht-ionisches Tensid, besonders kein Polysorbat, Sorbitan-monoisostearat,
Sorbitan-monolaurat, Sorbitan-monopalmitat, Sorbitan-monostearat,
Sorbitanmonooleat, Sorbitan-sesquioleat, Sorbitan-trioleat, Glyceryl-monostearat,
Glyceryl-monooleat und/oder Polyvinylalkohol,
- – insbesondere
kein anionisches Tensid, besonders kein Natriumdocusat und/oder
Natriumlaurylsulfat,
- – insbesondere
kein kationisches Tensid, besonders kein Benzalkoniumchlorid, Benzethoniumchlorid und/oder
Cetrimid,
- – insbesondere
kein Antischaummittel auf Siliconbasis und/oder
- – insbesondere
kein Glycerol, Sorbitol und/oder PEG-Derivat als Antischaummittel.
Schließlich wird
die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe gemäß einer weiteren Ausführungsform durch
ein Verfahren zur Herstellung einer pharmazeutischen wirkstoffhaltigen
Formulierung gemäß der Erfindung
gelöst,
bei dem man auf einer noch überzugsfreien
Formulierung mit Hilfe einer erfindungsgemäßen Dispersion einen Überzug vorsieht.
Überraschenderweise
wurde also unter anderem gefunden, dass eine gute Verarbeitbarkeit
von wässrigen
Polymer-Dispersionen für
das Überziehen
von Kernen (z.B. Pellets oder Tabletten) erreicht werden kann, wenn
man den wässrigen
Dispersionen des/der Polymeren eine Mischung aus mindestens zwei
Trennmitteln zusetzt. Hierbei kann mindestens ein Trennmittel ein
Alkali-, Erdalkali- oder Aluminiumsalz einer Fettsäure sein und
mindestens ein weiteres Trennmittel ein Schichtsilikat. Die Klebeneigung
des/der Polymeren wird durch die Verwendung einer Mischung aus mindestens
zwei Trennmitteln herabgesetzt. Durch die Mischung mindestens zweier
Trennmittel sehr unterschiedlicher Dichte wird offensichtlich eine
Annäherung
an die Dichte von Wasser erreicht. In Wasser tritt weder eine Sedimentation
des Schichtsilikats noch eine Schaumbildung des Fettsäuresalzes
auf. Eine Verwendung von Tensiden oder Antischaummitteln ist nicht
notwendig.
Durch
die Verwendung zweier Trennmittel werden die wirkstoffhaltigen Kerne
lipophilisiert, wodurch eine Verlangsamung der Freisetzung und damit
eine Kinetik nahezu nullter Ordnung erzielt werden kann.
Sofern
das erfindungsgemäße Überziehen
von wirkstoffhaltigen Kernen mit Hilfe von wässrigen Polymer-Dispersionen
erfolgt, ist dieses Verfahren kostengünstiger als Prozesse, bei denen
organische Lösungsmittel
zur Verarbeitung des/der Polymer(en) eingesetzt werden. Teure, explosionsgeschütze Anlagen
zum Überziehen
der wirkstoffhaltigen Kerne wie bei Verfahren, die mit Hilfe organischer
Lösungsmittel
erfolgen, sowie die teure Entsorgung dieser Lösungsmittel sind entbehrlich.
Zudem ist das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren
zeitsparend, da das Überziehen
der wirkstoffhaltigen Kerne mit Hilfe einer Mischung aus mindestens
zwei Trennmitteln mit einer hohen Sprührate und ohne Zwischentrocknungsschritte
erfolgen kann.
Die
Erfindung bezieht sich also unter anderem auf Formulierungen wie
Tabletten oder Pellets mit einem einzigen Filmüberzug, wobei der Filmüberzug aus
einer wässrigen
Dispersion des filmbildenden Polymeren aufgebracht wird. Das Überziehen
mit der wässrigen
Polymerdispersion erfolgt erfindungsgemäß mit Hilfe einer Mischung
aus mindestens 2 Trennmitteln, insbesondere einem Alkali- oder Erdalkalisalz
einer Fettsäure und
einem Schichtsilikat. Der Filmüberzug
ist frei von Stabilisatoren wie Tensiden oder Antischaummitteln.
Die
Erfindung beschreibt also unter anderem ein filmbildendes System
zur Herstellung modifiziert freisetzender Formulierungen mit einem
einzigen Überzug
umfassend:
- – eine Polymerdispersion auf
Wasserbasis,
- – mindestens
ein Fettsäuresalz
als Trennmittel, wie beispielsweise Alkali- oder Erdalkalisalze
von Fettsäuren,
- – und
mindestens ein Schichtsilikat als weiteres Trennmittel, wobei die
mindestens zwei Trennmittel gemischt werden und diese Mischung der
Polymerdispersion zugesetzt wird.
Mit
dem erfindungsgemäßen filmbildenden
System können
wirkstoffhaltige Kerne mit einer einzigen polymerhaltigen Schicht überzogen
werden. Die Kerne können
eine pharmakologisch wirksame Substanz und ggf. ein oder mehrere
pharmazeutisch verträgliche
Hilfsstoffe enthalten.
Wirkstoffe
mit einer guten Wasserlöslichkeit
werden besonders bevorzugt, da mit anderen Methoden nur schwer eine
langanhaltende Freisetzung erreicht werden kann. Die Wasserlöslichkeit
des Wirkstoffs beträgt
bevorzugt mehr als 300 g/l.
Als
Beispiele für
wasserlösliche
Wirkstoffe seien genannt: beta-Blocker, wie Metoprolol, Bisoprolol; Opioide,
wie Tramadol, Morphin, Oxycodon oder Hydrocodon. Die Wirkstoffe
können
als Stereoisomere oder pharmazeutisch unbedenkliche Salze, Hydrate,
Solvate sowie in Form von Derivaten eingesetzt werden. Es können auch
Kombinationen aus zwei oder mehreren Wirkstoffen eingesetzt werden.
Bevorzugt wird Metoprolol oder dessen Salze wie Tartrat, Succinat,
Fumarat, Benzoat oder Sorbat verwendet. Das S-Enantiomer von Metoprolol
oder dessen Benzoat- oder Sorbat-Salz kann ebenfalls eingesetzt
werden. Besonders bevorzugt wird Metoprololsuccinat verwendet.
Die
wirkstoffhaltigen Kerne können
in Form von Tabletten, Pellets, Minitabletten, Granulaten oder Mikropellets
vorliegen. Die überzogenen
Pellets oder Minitabletten können
in Kapseln gefüllt
werden. Die überzogenen
Mikropellets können
zu Tabletten oder Kapseln, d.h. zu multiple-unit-dosage forms, weiterverarbeitet werden.
Auch Wirkstoff-Kristalle und Kapseln, beispielsweise Weichgelatine-Kapseln,
lassen sich mit dem erfindungsgemäßen filmbildenden System überziehen.
Die überzogenen
wirkstoffhaltigen Kerne zeigen eine modifizierte Freisetzung. Bevorzugt
wird der Wirkstoff über
einen längeren
Zeitraum, beispielsweise über
10 bis 24 Stunden freigesetzt.
Wirkstoffhaltige Kerne:
Träger bzw.
Kerne für
die Überzüge können Kapseln,
Tabletten, Granulate, Pellets oder Kristalle sein. Die Größe von Granulaten,
Pellets oder Kristallen kann zwischen liegt 0,01 und 2,5 mm liegen,
die von Tabletten zwischen 2,5 und 30,0 mm. Der Wirkstoffgehalt
kann je nach eingesetztem Wirkstoff und gewünschter Freisetzungsgeschwindigkeit
in weiten Grenzen variieren. So kann der Wirkstoffgehalt im Bereich
von 0,1 bis 98 Gew.%, vorzugsweise von 50 bis 80 Gew.% bezogen auf
das Gesamtgewicht des Kerns liegen.
Der
Wirkstoffhaltige Kern kann ein Wirkstoffpellet oder Wirkstoffgranulat
sein, welches den/die Wirkstoff e) und pharmazeutisch übliche Hilfsstoffe
enthält.
Hierzu werden Wirkstoff (e) und Hilfsstoffe gemeinsam granuliert.
Der
Wirkstoffhaltige Kern in Form von Pellets oder Mikropellets kann
einen „inerten
Kern" enthalten, der
mit einer wirkstoffhaltigen Schicht überzogen ist. Der „inerte
Kern" kann aus einem
wasserunlöslichen
Material bestehen, beispielsweise Glas, Cellulose (z. B. mikrokristalline
Cellulose), Oxide und/oder organische Polymere. Als organische Polymere
eignen sich Polypropylen oder Polyethylen. Er kann auch aus wasserlöslichem
Material aufgebaut sein, wie anorganische Salze, Zucker oder non-pareils.
Diese „inerten
Kerne" können einen
Durchmesser von 10 bis 2000 μm,
bevorzugt von 50 bis 500 μm
haben.
Das
inerte Kernmaterial kann mit dem (den) Wirkstoff(en) in Form von
Kristallen, Agglomeraten, etc. beschichtet sein. Die Wirkstoff-Beschichtung
der inerten Kerne kann beispielsweise mit Hilfe von Granulierung oder
Spray-Coating erfolgen. Die Größe der wirkstoffhaltigen
Kerne beträgt
200 bis 2000 μm,
bevorzugt 200 bis 800 μm.
Vor
Beschichtung des inerten Kernmaterials kann der (die) Wirkstoff
(e) mit Hilfsstoffen gemischt werden, beispielsweise Bindemittel,
Tenside, Sprengmittel und/oder andere pharmazeutisch akzeptable
Hilfsstoffe. Als Bindemittel können
Cellulosen, wie Hydroxypropylmethylcellulose, Hydroxypropylcellulose
oder Natriumcarboxymethylcellulose, Polyvinylpyrrolidon, Zucker
und/oder Stärke
eingesetzt werden. Als Tenside eignen sich nicht-ionische oder ionische
oberflächenaktive
Substanzen, wie z.B. Natriumlaurylsulfat.
Der
wirkstoffhaltige Kern kann eine Tablette oder Minitablette (Durchmesser
kleiner 4 mm) sein. Diese Kerne können neben dem Wirkstoff weitere
pharmazeutische Hilfsstoffe wie Trägermaterialien, Füllstoffe,
Bindemittel, Feuchthaltemittel, Zerfallsföderer, Sprengmittel, Schmiermittel,
Fließregulierungsmittel,
Formentrennmittel, Konservierungsmittel, Aromen und/oder Farbpigmente
enthalten. Übliche
Herstellungsverfahren sind direktes Verpressen oder Verpressen von
Trocken-, Feucht- oder Sintergranulaten.
Überzug:
Die
wirkstoffhaltigen Kerne können
mit einer einzigen Schicht überzogen
werden, die ein oder mehrere filmbildende Polymere und mindestens
zwei Trennmittel enthält.
Als
filmbildende Polymere auf Wasserbasis eignen sich Polyacrylate.
Mit
dem Begriff „Polyacrylat" werden beispielsweise
Copolymerisate mit zwei oder mehr Monomeren wie Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylatester
oder Methacrylatester, wie beispielsweise Aminoalkylester oder Alkylester,
insbesondere Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butylester als auch hydroxylierte
Acryl- ober Methacrylsäureester
bezeichnet. Als filmbildende Polyacrylate eignen sich beispielsweise
Polyethylacrylatmethylmethacrylate, Polyethylacrylatmethacrylsäure, Polymethacrylsäuremethylmethacrylate
und/oder Copolymerisate aus Acryl- und Methacrylsäureestern
mit quartären
Ammoniumgruppen.
Polyacrylate
sind unter dem Handelsnamen „Eudragit" der Fa. Röhm erhältlich.
Erfindungsgemäß können Eudragit
NE, Eudragit RL, Eudragit RS, Eudragit L, Eudragit S, Eudragit FS
oder deren Mischungen eingesetzt werden. Bevorzugt wird Eudragit
NE30D verwendet.
Bei
Eudragit NE30D handelt es sich um Polyethylacrylatmethylmethacrylat
in Form einer 30%igen wässrigen
Dispersion, mit einem Verhältnis
der Copolymeren von 2:1. Eudragit NE zeigt eine Filmbildungstemperatur
von 5°C
(Minimum). Das Copolymerisat hat einen neutralen Charakter und ist
wasserunlöslich
im gesamten pH-Bereich des Verdauungstrakts. Eudragit NE zeigt eine
pH-unabhänige
Permeabilität.
Der Überzug eines
wirkstoffhaltigen Kerns mit Eudragit NE führt demnach zu einer diffusionskontrollierten
Retardierung der Wirkstofffreisetzung, da das Eudragit in Wasser
quillt. Für
die Verarbeitung von Eudragit NE30D ist ein Zusatz von Weichmachern
nicht erforderlich.
Eine ähnliche
Dispersion wie Eudragit NE30D ist Kollicoat EMM30D der Fa. BASF.
Eine
wässrige
Dispersion mit 40% Polymeranteil liegt bei Eudragit NE40D vor.
Bei
Eudragit RL und RS handelt es sich um Copolymerisate aus Acryl-
und Methacrylsäureestern
mit einem geringen Gehalt an quartären Ammoniumgruppen und zwar
um Poly(ethylacrylatmethylmethacrylattrimethylammoniumethylmethylmethacrylatchlorid).
Das Verhältnis
der Copolymeren beträgt
1:2:0.2 bei Eudragit RL bzw. 1:2:0.1 bei Eudragit RS. Die Copolymerisate
sind wasserunlöslich im
gesamten pH-Bereich des Verdauungstrakts und zeigen eine pH-unabhänige Permeabilität.
Eudragit
RS, ein schwach kationisches hydrophiles Polymethacrylat benötigt einen
Weichmacherzusatz von 10 bis 20%, um die Filmbildungstemperatur
unter 20°C
zu senken. Als Weichmacher eignen sich Acetyltriethylcitrat, Diethylsebacat,
Dibutylsebacat, Diethylphthalat, Dibutylphthalat, Triacetin, 1,2-Propylenglycol, Polyethylenglycol
6000 oder insbesondere Triethylcitrat. Eudragit RS30D liegt als
30%ige wässrige
Dispersion vor.
Eudragit
RL 30D benötigt
einen Weichmacherzusatz von ca. 20 %. Als Weichmacher eignen sich
Acetyltriethylcitrat, Diethylsebacat, Triacetin, 1,2-Propylenglycol
oder insbesondere Triethylcitrat.
Eudragit
FS30D ist eine 30%ige Dispersion enthaltend ein Copolymer aus 65
Gew.-% Methylacrylat, 25 Gew.-% Methylmethacrylat und 10 Gew.-%
Methacrylsäure.
Bei
Eudragit L30D55 handelt es sich um eine 30%ige wässrige Dispersion eines Copolymerisats
mit anionischem Charakter auf Basis von Methacrylsäure und
Ethylacrylat. Das Verhältnis
der freien Carboxylgruppen zu den Estergruppen beträgt etwa
1:1. Eudragit L30D55 ist für
magensaftresistente Überzüge geeignet
und ab pH=5,5 darmsaftlöslich.
Eudragit L30D55 benötigt
einen Weichmacherzusatz von ca. 10 bis 15%. Als Weichmacher eignen
sich Triethylcitrat und Polyethylenglycol.
Eudragit
S ist ein Copolymerisat mit anionischem Charakter auf Basis von
Methacrylsäure
und Methylmethacrylat. Das Verhältnis
der freien Carboxylgruppen zu den Estergruppen beträgt etwa
1:2. Eudragit S ist für
magensaftresistente Überzüge geeignet
und ab pH=7 darmsaftlöslich.
Das Copolymerisat zeigt eine pH-abhängige Retardierung.
Eudragit S benötigt
einen Weichmacherzusatz, beispielsweise Triethylcitrat und Polyethylenglycol.
Der
Gehalt an Polymer(en) kann 40 bis 90 Gew.% bezogen auf den gesamten Überzug betragen.
Bevorzugt wird ein Gehalt von 60 bis 70 Gew.%. Das(die) Polymer(en)
kann (können)
zusammen mit einer Mischung aus zwei oder mehreren Trennmitteln
eingesetzt werden, wobei mindestens ein Trennmittel ein Fettsäuresalz
und mindestens ein weiteres Trennmittel ein Schichtsilikat sein
kann.
Als
Fettsäuresalz
eignen sich beispielsweise Alkali-, Erdalkali- oder Aluminiumsalze
von Fettsäuren, wie
Natrium-, Kalium-, Magnesium-, Calcium-, Aluminiumstearat, oder
Natrium, Kalium-, Magnesium- oder Calciumbehenat oder Magnesiumsalze
der Caprylsäure,
Caprinsäure,
Laurinsäure
oder Palmitinsäure.
Als
Schichtsilicate eignen sich Talk, Kaolinit, Pyrophyllit, Attapulgit,
Sepiolit, Muskovit, Montmorillonit, Bentonit und/oder Vermiculit.
Der
Gehalt an einem oder an mehreren Schichtsilikaten kann 20 bis 60
Gew.% bezogen auf das Trockengewicht des/der Polymer(en) betragen.
Bevorzugt wird ein Gehalt von 30 bis 50 Gew.%.
Der
Gehalt an einem oder an mehreren Fettsäuresalzen kann 5 bis 40 Gew.%
bezogen auf das Trockengewicht des/der Polymer(en) betragen. Bevorzugt
wird ein Gehalt von 10 bis 30 Gew.%.
Als
weitere Hilfsstoffe können
beispielsweise hydrophile Komponenten (z.B. Aerosil oder Polyethylenglycole)
eingesetzt werden.
Ein
Zusatz von Stabilisatoren, wie Tenside (z. B. nichtionische Tenside
wie Polysorbat, Sorbitan-monoisostearat, Sorbitan-monolaurat, Sorbitan-monopalmitat,
Sorbitanmonostearat, Sorbitan-monooeleat, Sorbitan-sesquioleat,
Sorbitan-trioleat, Glycerylmonostearat, Glycerylmonooleat, Polyvinylalkohol
oder anionische Tenside wie Natriumdocusat, Natriumlaurylsulfat
oder kationische Tenside wie Benzalkoniumchlorid, Benzethoniumchlorid
oder Cetrimid) oder Antischaummittel (z. B. Schaumverhütungsmittel
auf Siliconbasis wie Polydimethylsiloxane, Simethicon®, Dimethicon®,
Silicon-Emulsion bzw. Glycerol, Sorbitol oder PEG-Derivate ist nicht
erforderlich.
Die
Polymeren können
als wässrige
Dispersion verarbeitet werden. Es müssen keine organischen, mit Wasser
mischbaren Lösungsmitteln
wie niedere Alkohole, beispielsweise Ethanol, Propanol, Isopropanol
zugesetzt werden.
Die
Schichtdicke des Polymer-Überzugs
beträgt
bevorzugt 25 bis 75 μm.
Werden
Pellets mit der erfindungsgemäßen Polymer-Dispersion überzogen,
dann kann der Durchmesser der überzogenen
Pellets 10 bis 2000 μm
betragen. Unter Mikropellets versteht man Pellets mit einem Durchmesser
kleiner als 1000 μm.
Die erfindungsgemäßen, überzogenen
Mikropellets haben bevorzugt einen Durchmesser von 300 bis 800 μm.
Verfahren:
Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
zur Herstellung von überzogenen
Formulierungen können
zunächst
mindestens ein Fettsäuresalz
und mindestens ein Schichtsilikat gemischt werden. Das Mischen kann bei
Raumtemperatur mit Hilfe von Mischapparaturen wie Freifall- oder
Pflugscharmischern, beispielsweise in einem Turbula- oder Lödige-Mischer
erfolgen. Die Trennmittel-Mischung kann unter Rühren zu einer wässrigen Suspension
des (der) Polymer(en) gegeben werden. Es können weitere Hilfsstoffe zugesetzt
werden. Die so erhaltene Polymer-Suspension kann auf die wirkstoffhaltigen
Kerne aufgesprüht
werden. Das Aufsprühen der
wässrigen
Polymer-Suspension
kann mittels „Coating
pans", Wirbelschicht-,
Accela-cota-, Tauchrohr-, Tauchschwertverfahren oder Kesseldragierung
erfolgen.
Das
Besprühen
von Tabletten, Minitabletten oder Kapseln kann in einem Wirbelschichtgerät, einem Drageekessel
oder einer Lackieranlage mit perforierter Trommel, Zuluft/Abluftversorgung
und Sprühvorrichtung
erfolgen.
Für das Besprühen von
Wirkstoff-Kristallen, Granulaten, Pellets oder Mikropellets können Wirbelschichtgeräte vom Typ „top-spray", „Wurster-bottom-spray" oder „tangential-spray" eingesetzt werden
(vgl. auch „Air
suspension coating for multiparticulates", D. Jones, Drug Development and Industrial
Pharmacy, 20(20), 1994, S. 3175-3206).
Besonders
bevorzugt wird für
Mikropellets ein Wirbelschichtgerät der Fa. Glatt mit Wurster-Insert
verwendet. Ein Düsendurchmesser
von 0.8 bis 2.0 mm, eine Sprührate
von 20 bis 600 ml/min., ein Sprühdruck von
1.0 bis 2.7 bar sowie eine Produkttemperatur von 22 °C bis 26 °C während des
Sprühprozesses
sind vorteilhaft. Das Trocknen der Mikropellets kann im Wirbelschichtgerät vorzugsweise
bei einer Produkttemperatur von 25 bis 30°C erfolgen. Nach dem Sieben
erhält
man fließfähige Mikropellets
mit einheitlicher Korngrößenverteilung.
Weiterverarbeitung zu
Kapseln:
Die überzogenen,
wirkstoffhaltigen Pellets, Mikropellets, Granulate oder Minitabletten
können
in Kapseln gefüllt
werden. Als Kapseln eignen sich Hart- oder Weichgelatinekapseln.
Weiterverarbeitung zu
Tabletten:
Um
eine multiple-unit-dosage form in Form einer Tablette zu erhalten,
können überzogene,
wirkstoffhaltige Mikropellets mit Hilfsstoffen gemischt und zu Tabletten
verpresst werden.
Als
Hilfsstoffe bei der Tablettenherstellung eignen sich:
- – Füllstoffe
wie Cellulose und/oder Cellulosederivate (z. B. mikrokristalline
Cellulose), Zucker (z. B. Lactose, Glucose, Saccharose), Zuckeralkohole
(z. B. Mannit, Sorbit), Stärke
(z. B. Kartoffel-, Weizen-, Mais- und/oder Reisstärke),
- – Schmiermittel
wie Magnesiumstearat, Calciumstearat, Stearinsäure, hydrierte Pflanzenöle und/oder
Talkum,
- – Fließregulierungsmittel
wie hochdisperses Siliciumdioxid,
- – Sprengmittel
wie Stärke
und -derivate (Natriumcarboxymethylstärke), quervernetztes Polyvinylpyrrolidon, unmodifizierte
oder modifizierte Cellulose (z. B. Natriumcarboxymethylcellulose,
quervernetzte Carboxymethylcellulose) und/oder Alginate.
Die
Tabletten können
mit einem filmbildenden Material überzogen werden, um eine glatte
Oberfläche zu
erhalten oder um die Stabilität
der Tablette während
der Verpackung und dem Transport zu erhöhen. Dieser Tablettenüberzug kann
beispielsweise Additive wie „anti-tacking" Materialien oder
Farbstoffe enthalten.
Der
Gehalt der Mikropellets kann maximal 70% des gesamten Tablettengewichts
betragen. Bevorzugt wird ein Gehalt von 25 bis 55%.
Freisetzungsprofil:
In-vitro
Freisetzungsstudien für
die beschriebenen Formulierungen wurden mit einer USP Standard-Apparatur
mit simuliertem Magensaft (pH = 1,2) oder im Puffermedium (pH =
6,8) durchgeführt.