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DE102004008981A1 - Verfahren und Einrichtung zur Überwachung des Ablaufs eines Anwendungsprogramms - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Überwachung des Ablaufs eines Anwendungsprogramms Download PDF

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DE102004008981A1 DE200410008981 DE102004008981A DE102004008981A1 DE 102004008981 A1 DE102004008981 A1 DE 102004008981A1 DE 200410008981 DE200410008981 DE 200410008981 DE 102004008981 A DE102004008981 A DE 102004008981A DE 102004008981 A1 DE102004008981 A1 DE 102004008981A1
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Hubert Dr. Bellm
Herbert Grieb
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Siemens Corp
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Überwachung des Ablaufs eines Anwendungsprogramms (323) auf einer Recheneinheit (303), insbesondere eines Steuerprogramms auf einem Industrie-PC einer automatisierungstechnischen Anlage (1). Um frühzeitig Informationen über den Qualitätszustand des Anwendungsprogramms (323) bereitstellen zu können, wird durch die Überwachungseinrichtung (313) zyklisch die Reaktionszeit des Anwendungsprogramms (323) anhand der Zeitdifferenz zwischen Senden einer Testnachricht (30) und Empfang einer Quittungsnachricht (40) gemessen. Steigt beispielsweise die Reaktionszeit an, lässt dies auf einen Fehlerzustand schließen und es können im Sinne einer prädiktiven Instandhaltung Maßnahmen zur Fehlerbeseitigung ergriffen werden, bevor es zum Stillstand des Anwendungsprogramms (323) kommt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Überwachung des Ablaufs eines Anwendungsprogramms auf einer Recheneinheit, insbesondere eines Steuerprogramms auf einer Recheneinheit einer automatisierungstechnischen Anlage.
  • Als automatisierungstechnische Anlage werden zusammenfassend alle Komponenten bezeichnet, die dazu dienen, den Ablauf beispielsweise eines Herstellungsprozesses eines Produktes zu automatisieren. Mit Hilfe von Messumformern werden Informationen über den Prozess erfasst, die beispielsweise in einem Regler verarbeitet werden, um ein Stellsignal zu erzeugen, mit welchem in den Prozessablauf mit Hilfe eines Aktuators eingegriffen wird, um ein gewünschtes Prozessverhalten zu erreichen. Die verschiedenen Komponenten der automatisierungstechnischen Anlage, zum Beispiel Messumformer, Aktuatoren, Automatisierungsgeräte, Programmiergeräte, Bedien- und Beobachtungsgeräte und/oder Server, werden über ein Netzwerk miteinander verbunden, das drahtgebundene und drahtlose Datenübertragungsstrecken enthalten kann. Weiter voneinander entfernte Einheiten können beispielsweise über das Internet miteinander kommunizieren. Programme, welche in der Anlage Steuerungs- und/oder Regelungsaufgaben übernehmen, laufen häufig auf den Automatisierungsgeräten ab. Mit der zunehmenden Verbreitung der so genannten PC-based Automation wird die Steuer- und Regelungsaufgabe in automatisierungstechnischen Anlagen auf Industrie-PCs verlagert. Beispielsweise ein Regler wird dann durch ein Anwendungsprogramm, das auf der Recheneinheit des Industrie-PCs abläuft, realisiert. Zum sicheren Betrieb der automatisierungstechnischen Anlage muss die Ablauffähigkeit des Anwendungsprogramms gewährleistet werden, denn eine hohe Verfügbarkeit von Anwendungsprogrammen auf Industrie-PCs, das heißt eine geringe Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Programmstillstands, ist eine wesentliche Forderung der Betreiber von automatisierungstechnischen Anlagen. Jeder Stillstand eines Anwendungsprogramms auf einem Industrie-PC könnte nämlich im schlimmsten Fall zu einem Stillstand des automatisierten Prozesses führen, der mit erheblichen Kosten verbunden wäre.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Einrichtung zur Überwachung des Ablaufs eines Anwendungsprogramms auf einer Recheneinheit zu schaffen, das eine frühzeitige Bereitstellung von Informationen über den Qualitätszustand des ablaufenden Anwendungsprogramms ermöglicht.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe weisen das neue Verfahren und die neue Einrichtung der eingangs genannten Art die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 6 angegebenen Merkmale auf. In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen beschrieben.
  • Die Erfindung hat den Vorteil, dass eine prädiktive Instandhaltung von Anwendungsprogrammen, die beispielsweise auf einem Personal Computer ablaufen, und des Personal Computers selbst ermöglicht wird. Diese können gewartet werden, bevor es zu einem Stillstand kommt. Dadurch werden erhebliche Kosten, die beispielsweise in einer automatisierungstechnischen Anlage mit einem Anlagenstillstand verbunden wären, vermieden. Ein Stillstand eines Anwendungsprogramms wird angenommen, wenn dieses auf eine Testnachricht nicht innerhalb einer vorgegebenen maximalen Zeitdauer reagiert. Er kann beispielsweise eintreten, wenn das Anwendungsprogramm bei seinem Ablauf auf irgendwelche Ereignisse wartet, die nicht innerhalb der maximal zulässigen Reaktionszeit eintreten oder wenn sich ein Anwendungsprogramm in einer Schleife mit Berechnungen befindet, diese Schleife jedoch nicht rechtzeitig verlässt. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die Reaktionszeit des überwachten Anwendungsprogramms als wichtige Größe zur Beurteilung seines Qualitätszustands herangezogen werden kann. Ursachen für ein nicht oder träge reagierendes Anwendungsprogramm können beispielsweise sein:
    Hardwarefehler,
    eine Ergänzung von Prozessen mit hohem Bedarf an Rechenleistung auf derselben Recheneinheit,
    eine schlechte Verteilung der CPU-Zeit auf die einzelnen, ablaufenden Prozesse, zum Beispiel wenn ein Prozess die CPU zu fast 100% beansprucht,
    ein gestörtes Netzwerk oder Bussystem oder zu viele Busteilnehmer, da das Anwendungsprogramm in diesem Fall lange bis zu einem möglichen Buszugriff warten muss,
    eine zu geringe, verfügbare Rechenleistung, da zum Beispiel die Auslastung der CPU zu hoch, die Idle-Time zu gering oder die Befehlsausführungszeit zu hoch ist,
    ein zu geringer verfügbarer Hauptspeicher, da in diesem Fall die so genannte Swap-Datei, in welche Programmteile oder Daten beim Umschalten der CPU auf eine andere Anwendung ausgelagert werden, zu groß wird, und/oder
    Datensatzreste, die beim Gebrauch von Datenbanken beim Lesen und Schreiben der Datensätze entstehen.
  • Vielfältige Ursachen können somit zu einer Veränderung der Reaktionszeit eines Anwendungsprogramms führen. Durch die Messung der Reaktionszeit kann in vorteilhafter Weise eine Information über den Qualitätszustand eines ablaufenden Anwendungsprogramms frühzeitig vor einem möglichen Ausfall gewonnen werden. In einer prädiktiven Instandhaltung kann dann eine genauere Diagnose der Fehlerursache vorgenommen werden. Zur Diagnose kann beispielsweise ein Hardwaretest mit einem Speichertest durchgeführt werden. Weiterhin kann die Zahl der ablaufenden Programme und/oder die prozentuale Nutzung der Auslagerungsdatei, der so genannten Swap-Datei, überprüft werden. Bei einer nahezu 100%igen Nutzung der Swap-Datei ist von einer Überlastung der Recheneinheit, auf welcher das Anwendungsprogramm abläuft, auszugehen. Je nach Ergebnis der Fehlerursachenbestimmung können die Fehler beispielsweise dadurch behoben werden, dass der Speicher der Recheneinheit erweitert, eine schnellere CPU eingebaut und/oder ein neuer, schnellerer Server eingesetzt wird. Zur leichten Durchführbarkeit der Diagnose können die ermittelten, gesammelten und evtl. aufbereiteten Messdaten dem Anwender in einem Anwenderprogramm der Recheneinheit, einem Programmiergerät, einem Diagnosegerät und/oder einem Anzeigegerät ausgegeben werden. Damit stehen dem Anwender auf einfache Art und Weise und gegebenenfalls ohne zusätzliche Anzeigemittel detaillierte Informationen über den Qualitätszustand des überwachten Anwenderprogramms zur Verfügung. Von einem Anwenderprogramm können die Informationen über den Qualitätszustand des überwachten Anwenderprogramms zusätzlich an vorkonfigurierte Ziele, wie beispielsweise eine zentrale Überwachungsstelle oder eine Service-Hotline, weitergeleitet werden. Im Service-Fall können die detaillierten Informationen zudem direkt als Systemzustandsdaten an ein Diagnosegerät weitergereicht und dem Anwender, in diesem Fall dem Service-Personal, auf dem Diagnosegerät gemeldet und graphisch dargestellt werden.
  • Als eine besonders erprobte und betriebssichere Windows-Betriebssystemfunktion kann in vorteilhafter Weise die Testnachricht durch die Überwachungseinrichtung als eine so genannte Null-Message an das zu überwachende Anwendungsprogramm gesendet werden. Dieser Nachrichtentyp löst im Anwendungsprogramm neben der Rücksendung einer Quittungsnachricht keine zusätzlichen Funktionen aus. Als eine erprobte Betriebssystemfunktion hat die Null-Message den Vorteil, dass durch eine derart durchgeführte Reaktionszeitmessung keinerlei Gefährdung des Betriebs der Recheneinheit, auf welcher das Anwen dungsprogramm abläuft, insbesondere des Betriebs einer automatisierungstechnischen Anlage, in welcher die Recheneinheit mit dem Anwendungsprogramm eingesetzt wird, entsteht. Eine Null-Message ist den Nachrichten ähnlich, die durch das Betriebssystem zur Weiterleitung von Bedieneingaben, die beispielsweise über eine Tastatur erfolgen können, an das Anwendungsprogramm gesendet werden.
  • Eine Trendanalyse anhand mehrerer, zeitlich aufeinander folgend gemessener Reaktionszeiten hat den Vorteil, dass bei Erkennen von Veränderungen frühzeitige Abhilfemaßnahmen ergriffen werden können, bevor diese zu einem Stillstand eines Anwendungsprogramms und damit evtl. zu einem Anlagenstillstand führen.
  • Die Überwachungseinrichtung kann durch ein Softwarewerkzeug realisiert werden, das auf derselben Recheneinheit installiert ist, auf welcher das zu überwachende Programm abläuft. Das hat den Vorteil, dass die Überwachungseinrichtung eine unabhängige Instanz darstellt und keine Eingriffe in das zu überwachende Anwendungsprogramm notwendig sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass keine zusätzliche Kommunikationsverbindung, beispielsweise über ein Netzwerk, im Weg der Testnachricht liegt und dass somit die Messung der Reaktionszeit nicht durch Übertragungszeiten, die durch diese Kommunikationsverbindung entstehen könnten, verfälscht wird. Die Reaktionszeit wird in vorteilhafter Weise wesentlich durch das zu überwachende Anwendungsprogramm verursacht.
  • Eine bessere manuelle Beurteilung von Fehlern durch einen Bediener wird in vorteilhafter Weise ermöglicht, wenn die Ausgabe von Messwerten der Reaktionszeit durch eine Anzeigeeinheit erfolgt, auf welcher Zeitverläufe der Messwerte graphisch visualisiert werden. Beispielsweise bei wiederkehrenden Erhöhungen der Reaktionszeiten können leichter Zusammenhänge mit anderen wiederkehrenden Ereignissen im Betriebsumfeld erkannt werden. Zum Beispiel eine gesteigerte Netzauslastung in einer automatisierungstechnischen Anlage zu bestimmten Tageszeiten, insbesondere wenn am Morgen viele Benutzer ihren Personal Computer einschalten und sich im Netz anmelden, kann zu einer zyklischen Erhöhung der Reaktionszeit führen.
  • Die ermittelten Messwerte der Reaktionszeiten auf einem von der Recheneinheit mit dem zu überwachenden Anwendungsprogramm entfernten Personal Computer zur Verfügung zu stellen hat den Vorteil, dass das Anwendungsprogramm im Netzwerk von der Ferne aus überwacht werden kann. Beispielsweise können von Clients aus, die in einer Leitwarte angeordnet sind, prozessnahe Daten-Server überwacht werden.
  • Anhand der Zeichnungen, in denen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist, werden im Folgenden die Erfindung sowie Ausgestaltungen und Vorteile näher erläutert.
  • Es zeigen:
  • 1 eine Struktur einer automatisierungstechnischen Anlage,
  • 2 ein Blockschaltbild zusammenwirkender Programme auf einer Recheneinheit und
  • 3 ein Blockschaltbild mit zwei Recheneinheiten.
  • In den Zeichnungen sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
  • Gemäß der in 1 beispielhaft dargestellten Struktur einer automatisierungstechnischen Anlage 1 sind in einer obersten Hierarchieebene zwei Bedien- und Beobachtungsstationen 100 und 101 angeordnet, die häufig auch als Operator-Stationen bezeichnet werden. In derselben Ebene befindet sich eine Station 102 für höhere Regelungsverfahren, die auch Advanced-Process-Control-Station genannt und als Personal Com puter ausgeführt werden kann. Algorithmen für höhere Regelungsverfahren laufen häufig als spezielle Anwendungsprogramme, beispielsweise als ein Anwendungsprogramm 122, unter dem Betriebssystem eines Personal Computers. Die Stationen 100, 101 und 102 sind über einen Terminalbus 10 mit einer Ebene von Servern 200, 201 und 202 verbunden. Aufgabe der Server 200...202 ist das Sammeln, Verfügbarmachen und Archivieren der Prozessdaten für die darüber liegende Ebene der Bedien- und Beobachtungsstationen 100 und 101, die hier um die Station 102 für höhere Regelungsverfahren ergänzt ist. Dazu sind die Server 200...202 über einen Anlagenbus 20 mit einer Ebene von Automatisierungsgeräten 300, 301 und 302 verbunden. Auf den Automatisierungsgeräten 300...302 laufen die Programme, welche über in 1 nicht näher dargestellte Sensoren und Aktuatoren einen mit der automatisierungstechnischen Anlage 1 automatisierten, ebenfalls der Übersichtlichkeit wegen in der 1 nicht dargestellten Prozess steuern und/oder regeln. Für eine so genannte PC-based Automation, das heißt einer Automatisierung, bei welcher die Programme zur Steuerung und/oder Regelung unter einem Betriebssystem eines Personal Computers ablaufen, wird ein Industrie-PC 303, das heißt ein Personal Computer, der für raue Industrieumgebung ausgelegt ist, für Steuer- und Regelungsaufgaben eingesetzt. Dieser Industrie-PC 303 ist ebenfalls an den Anlagenbus 20 angeschlossen. Für die Steuer- und Regelungsaufgaben läuft beispielsweise unter dem Betriebssystem Windows auf dem Personal Computer 303 ein Anwendungsprogramm 323 ab. Eine Überwachungseinrichtung 313, welche den Ablauf des Anwendungsprogramms 323 überwacht, wird durch ein gesondertes Programm realisiert, welches ebenfalls unter dem Betriebssystem des Industrie-PCs 303 abläuft. Entsprechende Überwachungseinrichtungen 110, 111, 112, 210, 211 und 212 sind auf der Station 100, der Station 101, der Station 102, dem Server 200, dem Server 201 bzw. dem Server 202 zur Überwachung dort ablaufender Anwendungsprogramme installiert. Auf der Station 102 für Advanced-Process-Control läuft beispielsweise ein Anwendungsprogramm 122 zur Mehrgrößenregelung ab, das durch die Über wachungseinrichtung 112 überwacht wird. Ergebnisse der Überwachungen können auf einer Anzeigeeinheit 130 ausgegeben werden.
  • Anhand 2 wird die Funktionsweise der Überwachung am Beispiel des Anwendungsprogramms 323 und der Überwachungseinrichtung 313 des Industrie-PC 303 näher erläutert. Auf ähnliche Weise wie Benutzereingaben durch Nachrichten an das Anwendungsprogramm 323 geleitet werden, sendet die Überwachungseinrichtung 313 zu Beginn einer Messung einer Reaktionszeit eine Null-Message 30 als Testnachricht an das zu überwachende Anwendungsprogramm 323. Diese Null-Message 30 ist im Betriebssystem Windows als eine Nachricht vorgesehen, welche in dem Empfangsprogramm außer einer Quittungsnachricht keinerlei weitere Aktionen hervorruft. Entsprechend wird der Empfang der Null-Message 30 durch das zu überwachende Anwendungsprogramm 323 mit einer Quittungsnachricht 40 beantwortet, welche diese an die Überwachungseinrichtung 313 sendet. Durch eine Zeitmesseinheit 363 wird die Zeitdifferenz zwischen Senden der Null-Message 30 und Empfang der Quittungsnachricht 40 gemessen. Die Zeitdifferenz entspricht der durch die Überwachungseinrichtung 313 gemessenen Reaktionszeit des zu überwachenden Anwendungsprogramms 323. Zur ständigen Überwachung des Anwendungsprogramms wird seine Reaktionszeit zyklisch in vorgegebenen Abständen wiederholt gemessen. Nach einiger Zeit liegt somit eine Reihe von Messwerten vor, die einer weiteren Verarbeitung, insbesondere einer Trendanalyse, unterzogen wird. Anhand der Trendanalyse kann beispielsweise bestimmt werden, wann erwartungsgemäß ein vorgegebener Grenzwert durch die dann gemessene Reaktionszeit überschritten werden wird. Bereits ein langsames Ansteigen der Reaktionszeit deutet auf einen Fehlerzustand beim Ablauf des Anwendungsprogramms 323 hin, dessen Ursache gegebenenfalls durch eine genauere Diagnose festgestellt werden kann. Auf einer Anzeigeeinheit 373 des Industrie-PC 303 werden Zeitverläufe von gemessenen Reaktionszeiten zur Ermöglichung einer manuellen, visuellen Beurteilung durch einen Benutzer graphisch dargestellt. Dadurch können beispielsweise wiederkehrende Überhöhungen der Reaktionszeit in einfacher Weise erkannt und mit ähnlich wiederkehrenden Ereignissen im Umfeld des Anwendungsprogramms 323 in Verbindung gebracht werden, um die Fehlerursache zu diagnostizieren.
  • In einer Weiterbildung gemäß 3 werden durch die Überwachungseinrichtung 313 neben dem Anwendungsprogramm 323 noch drei weitere Anwendungsprogramme 333, 343 und 353 auf analoge Weise durch Messen der Reaktionszeit auf eine Null-Message überwacht. Dadurch ist ein Vergleich der Reaktionszeiten gleichartiger Anwendungsprogramme möglich, der weitere Rückschlüsse auf die Fehlerursache zulässt. Wenn sich beispielsweise die Reaktionszeiten aller Anwendungsprogramme in ähnlicher Weise verändern, lässt dies darauf schließen, dass die Fehlerursache im Umfeld der Anwendungsprogramme zu vermuten ist. Eine individuelle Veränderung der Reaktionszeit lediglich eines Anwendungsprogramms wird mit großer Wahrscheinlichkeit durch das betroffene Anwendungsprogramm selbst verursacht.
  • Als weitere Ausgestaltung des Verfahrens werden die Ergebniswerte der Reaktionszeitmessungen, die durch die Überwachungseinrichtung 313 durchgeführt werden, über eine Netzwerkverbindung 50, die über die hier nicht mehr dargestellten Server 200...202 führt, an die Bedien- und Beobachtungsstation 100 weitergereicht. Die ermittelten Reaktionszeiten, die Qualitätsmerkmale der überwachten Anwendungsprogramme 323, 333, 343 und 353 darstellen, bieten einem Benutzer die Möglichkeit, Informationen über die Qualität der automatisierungstechnischen Anlage 1 und insbesondere der überwachten Anwendungsprogramme zu erhalten. Diese Informationen können dem Benutzer durch ein Auswerte- und Anzeigeprogramm auf einer Anzeigeeinheit 130 der Station 100, die entfernt vom Industrie-PC 303 angeordnet ist, zur Verfügung gestellt werden. Wird ein Fehlerzustand auf diese Weise einem Benutzer gemeldet, können im Sinne einer prädiktiven Instandhaltung früh zeitig geeignete Maßnahmen zur Fehlerbehebung eingeleitet werden. Damit kann eine hohe Verfügbarkeit der Anwendungsprogramme 323, 333, 343 und 353 auf dem Industrie-PC 303 erreicht werden.
  • In derselben Weise, wie es anhand des in 3 dargestellten Beispiels mit der Netzwerkverbindung 50 beschrieben wurde, können selbstverständlich auch die übrigen Überwachungseinrichtungen 111, 112, 210, 211 und/oder 212 mit der Anzeigeeinheit 130 der Station 100 in Verbindung stehen. Auf diese Weise können von der Station 100 als Client, der in einer Leitwarte angeordnet ist, Datenserver, beispielsweise einer oder mehrere der Server 200, 201 und 202, die sich nahe bei einem Prozess befinden, überwacht werden.

Claims (6)

  1. Verfahren zur Überwachung des Ablaufs eines Anwendungsprogramms (323) auf einer Recheneinheit (303), insbesondere eines Steuerprogramms auf einer Recheneinheit einer automatisierungstechnischen Anlage (1), dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Überwachungseinrichtung (313) eine Testnachricht (30) an das zu überwachende Anwendungsprogramm (323) gesendet wird, dass das zu überwachende Anwendungsprogramm (323) nach Empfang und Verarbeitung der Testnachricht (30) eine Quittungsnachricht (40) an die Überwachungseinrichtung (313) sendet und dass die Überwachungseinrichtung (313) die Reaktionszeit des zu überwachenden Anwendungsprogramms (323) anhand der Zeitdifferenz zwischen Senden der Testnachricht (30) und Empfang der Quittungsnachricht (40) misst und das Messergebnis zur weiteren Auswertung und/oder Anzeige ausgibt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Testnachricht (30) als Null-Message an das zu überwachende Anwendungsprogramm (323) gesendet wird, die im Anwendungsprogramm keine zusätzliche Aktion außer der genannten Quittungsnachricht (40) auslöst.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass anhand mehrerer, zeitlich aufeinander folgend gemessener Reaktionszeiten eine Trendanalyse durchgeführt wird.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungseinrichtung (313) durch ein Softwarewerkzeug realisiert wird, das auf derselben Recheneinheit (303) installiert ist, auf welcher das zu überwachende Anwendungsprogramm (323) abläuft.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabe von Messwerten der Reaktionszeit durch eine Anzeigeeinheit (373) erfolgt, auf wel cher Zeitverläufe der Messwerte graphisch visualisiert werden.
  6. Einrichtung zur Überwachung des Ablaufs eines Anwendungsprogramms (323) auf einer Recheneinheit (303) insbesondere eines Steuerprogramms auf einer Recheneinheit einer automatisierungstechnischen Anlage (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungseinrichtung (313) dazu ausgebildet ist, eine Testnachricht (30) an das zu überwachende Anwendungsprogramm (323) zu senden, die Reaktionszeit des zu überwachenden Anwendungsprogramms (323) anhand der Zeitdifferenz zwischen Senden der Testnachricht (30) und Empfang einer Quittungsnachricht (40), welche das zu überwachende Anwendungsprogramm (323) nach Empfang und Verarbeitung der Testnachricht an die Überwachungseinrichtung (313) sendet, zu messen und das Messergebnis zur weiteren Auswertung und/oder Anzeige auszugeben.
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