DE102004008306A1 - Verfahren zum Aufbau eines Radialreifenrohlings auf einer Reifenaufbautrommel - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbau eines Radialreifenrohlings auf einer Reifenaufbautrommel, wobei der Radialreifenrohling aus mehreren unvulkanisierten Teilen besteht, nämlich mindestens aus einem Gürtel, einem Laufstreifen, einer Innenschicht, Seitenwänden, zumindest einer Karkasslage und Wulstbereichen, wobei die Teile wenigstens teilweise als Materialstreifen auf die Reifenaufbautrommel verspleißt werden. DOLLAR A Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass Endbereiche wenigstens eines Materialstreifens vor dem Aufbringen auf die Reifenaufbautrommel auf einem flachen Untergrund aufgelegt und gespleißt werden und dass anschließend der derart gebildete Ring auf die Reifenaufbautrommel aufgeschoben und mit den restlichen Teilen zum Reifenrohling vereinigt wird.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbau eines Radialreifenrohlings auf einer Reifenaufbautrommel gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Zur Herstellung eines Radialreifenrohlings ist es üblich, vorkonfektionierte Materialstreifen für die luftdichte Innenschicht, für die Karkasslage, die Seitenwände, den Gürtel und den Laufstreifen als streifenförmige Materialbahn auf eine Reifenaufbautrommel aufzulegen, wobei die Materialstreifen an ihren Stoßstellen per Hand oder maschinell gespleißt werden, d.h., die Enden des Streifens werden auf der Reifenaufbautrommel zu einem geschlossenen Ring verbunden. Vor Auflage auf die Reifenaufbautrommel werden die Materialstreifen jeweils aus einer endlosen Bahn zu Stücken bestimmter Länge abgelängt, wobei die Schnittstellen in der Regel in einem Winkel zur Ebene geführt werden, so dass die Enden auf der Trommel keilartig aufeinander zu liegen kommen. Dieses Verfahren hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Bei Materialstreifen größerer Dicke, also insbesondere Laufstreifen oder Einsätze für selbsttragende Reifen, ist dies aber insofern problematisch, als dass der Spleiß nicht exakt kontrollierbar ist, da die Enden auf der runden Trommel aufliegen, wodurch der Verspleißungsgrad nicht exakt genug kontrollierbar ist.
- Insbesondere das Aufbringen von Verstärkungseinsätzen selbsttragender Radialreifen mit Notlaufeigenschaften auf die Reifenaufbautrommel ist problematisch. Derartige Reifen weisen mondsichelförmige Verstärkungseinsätze in den Seitenwänden auf, deren Zweck es ist, den Reifen bei einem plötzlichen Druckverlust, also im Pannenfall, für eine gewisse Zeit bzw. für eine Wegstrecke von etwa 100–200 km bei 80 km/h solange selbsttragend zu erhalten, dass eine Weiterfahrt gefahrlos möglich ist. Ein derartiger selbsttragender Reifen ist beispielsweise aus der DE-A 29 43 654 bekannt.
- Die Herstellung eines derartigen Reifens mit Einsätzen in den Seitenwänden erfolgt entweder auf herkömmlichen Bautrommeln oder auf speziellen Trommeln mit Taschen zur Aufnahme der Einsätze, wie sie beispielsweise aus der
US 6,488,791 A1 bekannt sind. Bei der Herstellung eines Reifenrohlings auf einer üblichen oder mit Taschen versehenen Bautrommeln wird zunächst die Innenschicht aufgelegt, anschließend erfolgt das Auflegen weiterer Materialschichten, wie der Einsätze für selbsttragende Reifen und der Karkasse. Nach Auflage der Materialstreifen werden die aneinander stoßenden Enden beispielsweise des Laufstreifens oder der Verstärkungsprofile gespleißt, d.h. die beiden Enden werden formschlüssig aneinander gepresst. - Das Spleißen ist, wie bereits eingangs erwähnt, nur schwer zu kontrollieren, da die Trommeloberfläche gewölbt ist. Bei der Verwendung von Bautrommeln mit Ausnehmungen bzw. umlaufenden Taschen, wie sie zur Herstellung von selbsttragenden Reifen verwendet werden, ist zudem der Großteil der Enden, welche miteinander verspleißt werden müssen, von außen nicht zugänglich. Hierdurch kann der Überlappungsgrad während des Spleißens nur schwer kontrolliert werden. Das Ergebnis können dann Reifen mit ungenügender Tire-Uniformity (TU), also Gleichförmigkeit, sein.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Reifenrohlinge derart aufzubauen, dass die Spleißqualität wenigstens eines Materialstreifens deutlich erhöht wird.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren gelöst, bei dem die Endbereiche wenigstens eines Materialstreifens vor dem Aufbringen auf die Reifenaufbautrommel auf einem flachen Untergrund aufgelegt und gespleißt werden und das anschließend der derart gebildete Ring auf die Reifenaufbautrommel aufgeschoben und mit den resltichen Teilen zum Reifenrohling vereinigt wird.
- Auf überraschend einfache Art und Weise wird die Aufgabe also dadurch gelöst, dass der zu einem Ring geformte Materialstreifen vorkonfektioniert wird, d.h., dass das kritische Spleißen bereits vor dem Auflegen auf die Aufbautrommel bewerkstelligt wird.
- Hierdurch lässt sich das Zusammenfügen der Enden des Materialstreifens, also das Spleißen, kontrolliert durchführen, insbesondere dann, wenn die Enden des Materialstreifens auf eine ebene Unterlage aufgelegt und dort gespleißt werden. Dann nämlich sind alle Bereiche des Materialstreifens frei einsehbar und zugänglich, so dass bereits optisch der Grad des Spleißes kontrolliert werden kann. Wird der Ring dann auf die Reifenaufbautrommel aufgeschoben, ist der kritische Spleiß bereits fertiggestellt, so dass man ihm in diesem Stadium keine weitere Beachtung schenken muss.
- Alternativ kann vorgesehen sein, dass wenigstens ein Teil als einstückiger Formartikel hergestellt und danach auf die Reifenaufbautrommel aufgeschoben und mit den restlichen Teilen zum Reifenrohling vereinigt wird. Dies hat den Vorteil, dass das jeweilige Teil, also beispielsweise das Verstärkungselement für einen selbsttragenden Reifen oder der Laufstreifen, an keiner Stelle eine Verbindungsstelle oder -naht aufweist, so dass hierdurch die Gleichförmigkeit des Reifens optimal ist.
- Weiterbildungen der Erfindung, insbesondere vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrensablaufes, werden anhand von Ausführungsbeispielen in der nachfolgenden Beschreibung, der Zeichnung und der Patentansprüche näher dargelegt. Die
1 bis7 der Zeichnung stellen dabei schematische Verfahrensabläufe des erfindungsgemäßen Verfahrens dar. - In
1a sind schematisch bereits zu Ringen geformte und verspleißte Verstärkungselemente1 dargestellt. Die Verstärkungselemente1 werden vor dem Zusammenformen extrudiert und in eine so genannte Kassette, welche der temporären Lagerung von aus Kautschuk bestehenden Reifenbauteilen dient, hineingefahren. Hernach wurden die Verstärkungselemente1 aus der Kassette herausgefahren und abgelängt. Anschließend werden die Verstärkungselemente1 zu einem ringförmigen Vorartikel gespleißt, wozu Enden des Verstärkungselementes1 flach auf einer ebenen Unterlage aufgelegt und miteinander verspleißt werden. - Alternativ ist es auch möglich, die Verstärkungselemente
1 , die nicht dargestellten Seitenwände oder den nicht dargestellten Laufstreifen als einstückige Formartikel herzustellen, beispielsweise durch eine bekannte Technik des Injection Molding. -
1 zeigt den nachfolgenden Verfahrensschritt. Hier werden manuell oder maschinell die Verstärkungselemente kantengenau auf eine Spendertrommel2 aufgelegt. Mit3 sind Tragringe, und mit4 ist die Reifenaufbautrommel bezeichnet, welche mit Taschen5 versehen ist, in welche die Verstärkungselemente eingelegt werden sollen. -
2 stellt den nächsten Verfahrensschritt dar. In diesem wird, was mit dem Pfeil A angedeutet ist, die Spendertrommel2 auf einen Durchmesser größer dem Durchmesser der Reifenaufbautrommel4 expandiert. Anschließend werden, was in3 dargestellt ist, die Tragringe3 über die Spendertrommel2 verfahren. Die Tragringe3 ergreifen mechanisch oder durch Vakuum die Verstärkungselemente1 . Nachdem die Tragringe3 die Verstärkungselemente1 aufgenommen haben, fällt die Spendertrommel2 wieder auf ihren ursprünglichen Durchmesser zurück, was mit dem Pfeil B dargestellt ist. Anschließend fahren die Tragringe3 mit den Verstärkungselementen1 kantengenau über die Taschen5 der Reifenaufbautrommel4 (5 ). - Anschließend (
6 ) werden die Tragringe3 in ihrem Durchmesser so verkleinert, dass die Verstärkungselemente1 kantengenau in die Taschen5 der Reifenaufbautrommel4 abgelegt werden. - Alternativ hierzu ist es auch möglich, was in
6a mit dem Pfeil C angedeutet ist, die Reifenaufbautrommel4 zu expandieren, so dass die Verstärkungselemente1 kantengenau in die Taschen5 der Reifenaufbautrommel4 abgelegt werden, was eine Reifenaufbautrommel4 mit mindestens drei verschiedenen anfahrbaren Durchmessern erforderlich macht. - Abschließend werden die Tragringe
3 wieder expandiert und zurück in ihre Ausgangsposition gemäß1 verfahren. Dieser letzte Verfahrensschritt ist in7 dargestellt. -
- 1
- Verstärkungselement
- 2
- Spendertrommel
- 3
- Tragring
- 4
- Reifenaufbautrommel
- 5
- Tasche
- A
- Pfeil
- B
- Pfeil
- C
- Pfeil
Claims (10)
- Verfahren zum Aufbau eines Radialreifenrohlings auf einer Reifenaufbautrommel, wobei der Radialreifenrohling aus mehreren unvulkanisierten Teilen besteht, nämlich mindestens aus einem Gürtel, einem Laufstreifen, einer Innenschicht, Seitenwände, zumindest einer Karkasslage und Wulstbereichen, wobei die Teile wenigstens teilweise als Materialstreifen auf die Reifenaufbautrommel verspleißt werden, dadurch gekennzeichnet, dass Endbereiche wenigstens eines Materialstreifens vor dem Aufbringen auf die Reifenaufbautrommel auf einem flachen Untergrund aufgelegt und gespleißt werden und dass anschließend der derart gebildete Ring auf die Reifenaufbautrommel (
4 ) aufgeschoben und mit den restlichen Teilen zum Reifenrohling vereinigt wird. - Verfahren zum Aufbau einer Reifenkarkasse auf eine Reifenaufbautrommel für einen selbsttragenden Radialreifen, wobei die Reifenkarkasse eine Innenschicht, Verstärkungsprofile für Seitenwände sowie Seitenwände, zumindest eine Karkasslage und Wulstbereiche aufweist und wobei die Reifenaufbautrommel mit umlaufenden Taschen zum Aufnehmen der Verstärkungsprofile versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil als einstückiger Formartikel hergestellt und danach auf die Reifenaufbautrommel (
4 ) aufgeschoben und mit den restlichen Teilen zum Reifenrohling vereinigt wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das als Ring ausgebildete Teil ein Verstärkungselement (
1 ) eines selbsttragenden Reifens ist. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das als Ring ausgebildete Teil ein Laufstreifen eines Radialreifens, oder eine Seitenwand eines Radialreifens ist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das als Ring ausgebildete Verstärkungselement (
1 ) vor dem Auflegen auf die Reifenaufbautrommel (4 ) auf eine Spendertrommel (2 ) aufgelegt wird. - Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Spendertrommel (
2 ) nach Auflegen des Verstärkungselementes (1 ) vergrößert wird. - Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass Tragringe (
3 ) über die Spendertrommel (2 ) verfahren werden, wobei die Tragringe (3 ) die Verstärkungselemente (1 ) greifen. - Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragringe (
3 ) mit den Verstärkungselementen (1 ) über die Reifenaufbautrommel (4 ) verfahren werden. - Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass durch Verringerung des Durchmessers der Tragringe (
3 ) die Verstärkungselemente (1 ) in die Taschen (5 ) der Reifenaufbautrommel eingepresst werden. - Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungselemente (
1 ) in die Taschen (5 ) der Reifenaufbautrommel (1 ) dadurch eingepresst werden, dass die Reifenaufbautrommel (4 ) in ihrem Durchmesser vergrößert wird.
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Country Status (1)
| Country | Link |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| WO2014166647A1 (de) * | 2013-04-11 | 2014-10-16 | Continental Reifen Deutschland Gmbh | Verfahren zur herstellung eines fahrzeugreifens |
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2004
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