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DE102004006977B4 - Verfahren und Vorrichtung zur Überwachung einer physikalischen Größe an einem Rad eines Fahrzeugs - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Überwachung einer physikalischen Größe an einem Rad eines Fahrzeugs Download PDF

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DE102004006977B4
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Gregor Kuchler
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Abstract

Verfahren zur Überwachung einer physikalischen Größe, insbesondere des Reifendrucks, eines in einem Fahrzeug (1) montierten Rades (10) während der Fahrt, wobei eine physikalische Größe an dem Rad (10) gemessen und an einen fahrzeugseitigen Empfänger (20) gesendet wird, wobei eine Auswertungs-/Speichereinheit (30) eine vorab bestimmte erste Vergleichs-Intensitätsverteilung der Empfangsstärke der Funksignale bei festgelegtem Auslenkungswinkel (omega) zwischen Fahrzeug-Längsachse und Radebene ermittelt und speichert und im Betrieb durch wiederholtes Senden und Empfangen einer Vielzahl von Funkmeldungen eine Stichprobe der tatsächlichen Intensitätsverteilung der Empfangsstärke der Funksignale aufgenommen wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Überwachung einer physikalischen Größe, insbesondere des Reifendrucks, eines in einem Fahrzeug montierten Rades während der Fahrt nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 12.
  • Es ist ein etabliertes Verfahren, bestimmte physikalische Größen der Räder eines Fahrzeuges mit Hilfe eines am Rad montierten Sensors mit angeschlossenem Sender zu überwachen. Der Sensor bestimmt dabei die Überwachungsgröße, beispielsweise den Reifendruck, und sendet die ermittelten Daten an einen fahrzeugseitig angebrachten Empfänger. Der Empfänger ist mit dem elektronischen Steuerungssystem des Fahrzeuges verbunden, das die empfangenen Daten auswertet.
  • Handelt es sich dabei, wie im genannten Beispiel, um Reifendruckdaten, so ist die Fahrzeugelektronik in der Lage, dem Fahrer Informationen über den Reifendruck zur Verfügung zu stellen und ihn etwa im Falle eines zu niedrigen Reifendruckes zu einer Wartung aufzufordern oder ihn bei einer Gefahrensituation ("platzender Reifen") zu alarmieren.
  • Es ist sinnvoll, diese Information einem Rad an einer bestimmten Position zuzuordnen, wie etwa "vorne rechts" oder "hinten links". Dadurch erhöht sich die Nutzbarkeit der Informationen – der Fahrer kann in einer Gefahrensituation zielgerichtet reagieren, und für eine notwendige Wartungsarbeit kann unmittelbar das betroffene Rad festgestellt werden.
  • Nun ist es zwar ein Leichtes, den gesendeten Daten einen Identifizierungscode des Senders und somit des Rades hinzuzufügen. Daraus allein lässt sich aber noch nicht feststellen, an welcher Position das Rad montiert ist. Selbst wenn die Steuerungselektronik die Zuordnung zwischen Identifizierungscode und Radposition kennt, deren manuelle Bestimmung ein zusätzlicher Aufwand ist, kann diese Zuordnung etwa nach einem Radwechsel variieren und ist deshalb unzuverlässig.
  • Deshalb wurden schon Verfahren entwickelt, um die Position eines Rades innerhalb eines Fahrzeugs allein aus den gesendeten Daten zu ermitteln. Dazu wurde eine ganze Reihe von Ansätzen verfolgt. Entsprechende Verfahren und Vorrichtungen wurden hierzu in den deutschen Patentanmeldungen DE 102 23 214 A1 und DE 101 40 146 A1 sowie der amerikanischen Offenlegungsschrift US 2003/0001735 A1 offenbart. So zeigt die erstgenannte Druckschrift beispielsweise ein Verfahren zur Überwachung des Reifendrucks eines an einem Fahrzeug montierten Rades während der Fahrt. Bei diesem Verfahren wird die physikalische Größe an dem Rad gemessen und im Wege einer Funkmeldung, welche eine Information über die gemessene physikalische Größe aufweist, an eine Steuereinheit übermittelt und dort von dieser empfangen und verarbeitet. Dabei wird vorab eine erste Vergleichs-Intensitätsverteilung der Empfangsstärke der Funksignale ermittelt und gespeichert, und es wird im Betrieb durch wiederholtes Senden und Empfangen einer Vielzahl von Funkmeldungen eine Stichprobe der tatsächlichen Intensitätsverteilung der Empfangsstärke der Funksignale aufgenommen. Abschliessend wird mit Hilfe eines statistischen Tests ermittelt, ob die Stichprobe der ersten Vergleichs-Intensitätsverteilung entnommen sein könnte und anhand des Testergebnisses wird die Entscheidung getroffen, an welcher Radposition das Rad montiert ist. Eine teilweise Positionsbe stimmung ist bereits auf mindestens drei Arten versucht worden. So ist es denkbar, anhand der unterschiedlichen Beschleunigungen, denen die inneren und äußeren Räder in einer Kurve unterworfen sind, eine Rechts-Links-Positionsbestimmung vorzunehmen. Dies erfordert aber neben den Beschleunigungsdetektoren eine unabhängige Information darüber, ob sich das Fahrzeug in einer Rechts- bzw. Linkskurve befindet.
  • Weiterhin kann man anhand des unterschiedlichen Reifendrucks der vorderen und hinteren Räder eine teilweise Positionsbestimmung (vorn/hinten) vornehmen. Dieses Verfahren ist aber, wenn auch die Überwachungsgröße der Reifendruck ist, zirkulär und in jedem Falle nicht besonders zuverlässig.
  • Als dritte Möglichkeit kann man die Empfangsantenne in einer nicht mittigen Position des Fahrzeugs anordnen, so dass zwei der Räder – die linken oder rechten – deutlich weiter von der Antenne beabstandet sind als die beiden anderen. Dann lässt sich anhand der Empfangsstärke des vom Rad gesendeten Signals (des sogenannten Signalstärkeindikators des Empfangs bzw. RSSI = received signal strength indicator) der Abstand zwischen Rad und Empfangsantenne und daraus wegen der asymmetrischen Anordnung der Empfangsantenne ermitteln, welchem der beiden oben genannten Radpaare das Signal zuzuordnen ist, wie eben aus der DE 102 23 214 A1 bekannt ist.
  • Bei dem letztgenannten Verfahren ist aber zu beachten, dass wegen der Rotation der Räder der RSSI nicht konstant, sondern einer statistischen Variation unterworfen ist, je nachdem in welchem Rotationszustand das Signal gesendet wird. Somit lässt sich also der RSSI nur mit gewissen Toleranzintervallen ermitteln. Die Position der Empfangsantenne ist so gewählt, dass sich die beiden Toleranzintervalle der beiden Radpaare nicht überschneiden. Damit lässt sich beispielsweise zuverlässig unterscheiden, ob das hintere oder das vordere Radpaar gesendet hat. Eine Verallgemeinerung auf eine vollständige Positionsbestimmung aller vier Räder dadurch, dass die Antenne auch bezüglich der Fahrzeug-Längsachse asymmetrisch angeordnet wird, ist nicht möglich, weil sich dann eine Überschneidung der nunmehr vier Toleranzintervalle nicht vermeiden lässt.
  • Eine vollständige Positionsbestimmung wurde nur unter Verwendung zusätzlicher kostspieliger Hardware vorgeschlagen, beispielsweise durch mehrere Empfangsantennen.
  • Sämtliche genannten Verfahren benötigen somit entweder zusätzliche Hardware, um eine eindeutige Positionsbestimmung zu ermöglichen, oder können lediglich teilweise Positionsinformationen in einer nicht auf vollständige Positionsinformationen erweiterbaren Weise liefern.
  • Aufgabe der Erfindung ist es daher, mit möglichst geringem zusätzlichen Aufwand eine eindeutige Positionsbestimmung von Rädern in einem fahrenden Fahrzeug zu ermöglichen. Insbesondere soll es möglich sein, die Positionsbestimmung ohne zusätzlichen Hardwareaufwand zu einer vollständigen Positionsbestimmung ergänzen zu können.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Verfahren nach Anspruch 1 bzw. durch eine Vorrichtung nach Anspruch 12 gelöst.
  • Die Lösung basiert auf dem Prinzip, eine Positionsbestimmung allein auf Softwarebasis vorzunehmen. Dazu wird die Tatsache ausgenutzt, dass Signale, die von den rotierenden Rädern aus gesandt werden, nicht mit konstanter Stärke empfangen werden, sondern einer statistischen Verteilung folgen. Da diese statistische Verteilung unter anderem von der Lenkstellung der Räder abhängt, kann aus ihr bestimmt werden, ob das Signal von einem gelenkten oder einem ungelenkten Rad gesendet wurde.
  • Die erfindungsgemäße Lösung hat mehrere Vorteile. Zunächst werden durch eine reine Software-Lösung Kosten eingespart, bei gleichzeitig hoher Zuverlässigkeit durch Verzicht auf zusätzliche, potentiell störanfällige Hardware. Dadurch, dass eine Unterscheidung über den Lenkzustand erfolgt, lässt sich nämlich ein nach dem Stand der Technik bereits bekanntes Verfahren zur teilweisen Positionsbestimmung ohne gegenseitige Beeinträchtigung kombinieren. Damit kann dann eine vollständige Positionsbestimmung erfolgen, ohne dass die Erfindung dabei zusätzliche Hardware erforderlich macht.
  • Vorteilhafterweise werden für den statistischen Test Momente, insbesondere die Standardabweichung, der Stichprobe berechnet und mit den entsprechenden Momenten der ersten Vergleichs-Intensitätsverteilung verglichen. Die Standardabweichung ist ein robustes und einfach zu bestimmendes Maß, das somit schnell und mit verhältnismäßig hoher Sicherheit die Entscheidung ermöglicht, ob die Stichprobe einer Vergleichs-Verteilung entnommen sein kann oder nicht.
  • Bevorzugt wird vorab zumindest eine zweite Vergleichs-Intensitätsverteilung bei einem Auslenkungswinkel aufgenommen, der von dem Auslenkungswinkel für die erste Vergleichs-Intensitätsverteilung abweicht. Die Nutzung mehrerer Vergleichs-Intensitätsverteilungen ist geeignet, die Zuverlässigkeit und Genauigkeit des Verfahrens zu erhöhen.
  • Sinnvollerweise ist der Auslenkungswinkel für eine der Vergleichs-Intensitätsverteilungen die Nullstellung, bei der Radebene und Fahrzeug-Längsachse parallel zueinander stehen. Diese Nullstellung ist besonders charakteristisch, da nicht gelenkte Räder immer in ihr verharren, und deshalb ist diese Vergleichs-Intensitätsverteilung besonders trennscharf.
  • Von Vorteil ist es, wenn zusätzlich auf unabhängigem Wege der tatsächliche Auslenkungswinkel der gelenkten Räder des Fahrzeuges ermittelt und zu jedem Datenpunkt der Stichprobe gespeichert wird, mittels des tatsächlichen Auslenkungswinkels Untermengen der Stichprobe mit untereinander gleichem oder ähnlichem Auslenkungswinkel gebildet werden und diese Untermengen jeweils gegen diejenige Vergleichs-Intensitätsverteilung getestet werden, die für einen bestmöglich mit dem tatsächlichen Auslenkungswinkel übereinstimmenden Auslenkungswinkel bestimmt worden ist.
  • Da die Vergleichs-Verteilungsfunktion eigentlich von dem Auslenkwinkel funktional abhängt, wird die Auswertegenauigkeit erhöht, wenn dieser Auslenkwinkel ebenfalls ermittelt und berücksichtigt wird.
  • Bevorzugt werden dabei Untermengen verworfen, falls der tatsächliche Auslenkungswinkel über ein bestimmtes Maß hinaus von dem Auslenkungswinkel abweicht, für den die Vergleichs-Intensitätsverteilung bestimmt worden ist. Solche Untermengen können die Auswertung verfälschen, weil ohnehin a priori klar ist, dass sie nicht der Vergleichs-Intensitätsverteilung entnommen sind.
  • Werden – in vorteilhafter Ausgestaltung des Verfahrens – zusätzlich an dem Rad die Beschleunigung, die Geschwindigkeit und/oder die Reifenprofiltiefe gemessen und gesendet, so werden für den Benutzer und die Steuerungselektronik zusätzliche Parameter überwacht, welche dem Benutzer bessere Übersicht und der Steuerungselektronik weitere Sicherheitsüberprüfungen ermöglichen.
  • Vorteilhafterweise werden in einem Fahrzeug, bei dem jedes Rad eine Funkmeldung mit einer für das Rad charakteristischen Identifizierungsinformation sendet und die Räder sich in gelenkte und ungelenkte Räder und zum anderen in bezüglich der Fahrzeug-Längsachse des Fahrzeugs rechts und links angeordnete Räder klassifizieren lassen, die Räder anhand der Funkmeldungen in vier Positionen eingeteilt, indem
    • – auf die oben erläuterte Weise mittels statistischem Test der Stichprobe gegen die Vergleichs-Intensitätsverteilung entschieden wird, ob das Rad ein gelenktes oder ein nicht gelenktes Rad ist,
    • – die Funkmeldungen an einem nicht auf der Fahrzeug-Längsachse gelegenen Ort empfangen werden,
    • – mittels eines Vergleichs der empfangenen Funksignalstärken der Abstand zu dem Empfangsort ermittelt wird und
    • – somit entschieden wird, ob das Rad rechts oder links der Fahrzeug-Längsachse angeordnet ist.
  • Bevorzugt ist eine Kalibrierungsphase vorgesehen, während derer die Positionsbestimmung der Räder vorgenommen wird, wobei nach Abschluss der Kalibrierungsphase die Identifikationsinformation jedes Rades der ermittelten zugehörigen Position zugeordnet wird und diese Zuordnung insbesondere auch dauerhaft gespeichert wird. Hat nämlich das erfindungsgemäße Verfahren einmal die Positionen der Räder bestimmt, so kann entweder zusätzlich oder alternativ auf die bereits früher ermittelten Positionen zugegriffen werden. Das erhöht die Ge nauigkeit; zumindest kann unnötiger Rechenaufwand vermieden werden.
  • Ebenfalls bevorzugt ist eine Anlaufphase vorgesehen, wobei die Anlaufphase beendet ist, wenn eine Mindestfahrtzeit abgelaufen oder eine Mindestanzahl von Auslenkwinkeln erreicht ist und wobei innerhalb der Anlaufphase die Positionsinformationen als ungenau oder nicht ermittelbar eingestuft werden. Solange die gelenkten Räder während einer Fahrt nicht ausgelenkt wurden, kann keine zuverlässige Positionsbestimmung stattfinden. Die Anlaufphase stellt sicher, dass dies nicht zu Fehlern führt.
  • Noch bevorzugter wird die Anlaufphase und/oder ihr Ende dem Benutzer angezeigt. Dann besteht jederzeit Übersicht, ob die Positionsbestimmung gültig ist bzw. ob wann sie zur Verfügung stehen wird.
  • In dem erfindungsgemäßen System weist vorteilhafterweise die Recheneinheit einen Integrierer zur Ermittlung statistischer Momente auf, und die Vergleichseinrichtung ist ausgelegt zu entscheiden, ob ein gegebener wert in einem Toleranzintervall liegt oder nicht. Damit lassen sich die Momente ohne Aufwand berechnen und rasch prüfen.
  • Bevorzugt weist das System einen im Rad, am Radkasten oder am Lenksystem montierten Auslenkungsdetektor auf, der mit der Recheneinheit verbunden ist. Dieser Auslenkungsdetektor liefert unabhängige Daten über den Auslenkungswinkel, der für eine bessere statistische Auswertung verwendet werden kann.
  • Weiter bevorzugt weist das System einen Beschleunigungssensor, einen Geschwindigkeitssensor und/oder einen Reifenpro filsensor auf, welcher Beschleunigung, Geschwindigkeit bzw. Reifenprofiltiefe messen kann und mit dem Sender verbunden ist, um die Daten in der Funkmeldung zu übermitteln. Diese Anordnung liefert raschen Zugriff auf weitere wichtige physikalische Größen, die der Sicherheit und der Wartungsfreundlichkeit dienen.
  • Vorteilhafterweise weist jeder Reifen des Fahrzeuges einen Sender und einen Identifikationsspeicher zur dauerhaften Speicherung einer für das Rad charakteristischen Identifizierungsinformation auf, und es ist eine Empfangsantenne des Empfängers nicht auf der Fahrzeug-Längsachse angebracht, wobei die Auswertungs-/Speichereinheit des Empfängers empfangene Funkmeldungen mittels der Identifizierungsinformation jedem Sender zuordnen und anhand der Intensität der empfangenen Funkmeldung eine Rechts-Links-Zuordnung des zu der Funkmeldung gehörigen Senders vornehmen kann. Durch diese Anordnung wird ohne zusätzliche Hardware eine vollständige Positionsbestimmung der Räder ermöglicht.
  • Bevorzugt gibt es einen Positionsspeicher der Recheneinheit, welcher die Zuordnung von Identifikationsinformationen zu Positionen der Räder insbesondere auch dauerhaft speichern kann. Durch diesen Speicher lassen sich jederzeit frühere Positionsdaten abrufen, die zum Vergleich oder zum besonders raschen Zugriff ohne jegliche Auswertung führen.
  • Vorteilhafterweise ist eine Uhr, welche das Andauern und Ablaufen einer Anlaufphase direkt misst, oder ein Zähler für verschiedene Auslenkwinkel vorgesehen, der das Andauern und Ablaufen einer Anlaufphase anhand einer Mindestzahl und -dauer aufgetretener Auslenkwinkel zählt, wobei nach Ablauf der Anlaufphase ein Signal an die angeschlossene Auswertungs- /Speichereinheit abgegeben wird. Dabei ist bevorzugt eine mit der Auswertungs-/Speichereinheit verbundene Anzeige vorgesehen, welche das Andauern oder den Ablauf der Anlaufphase anzeigen kann. Damit weiß auch der Benutzer, ob die angezeigten Positionsdaten gültig sind bzw. wann er mit gültigen Daten rechnen kann.
  • Die Erfindung wird nachstehend, auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile, anhand von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Die Zeichnungen zeigen in:
  • 1 ein Diagramm, das den Zusammenhang zwischen Lenkstellung eines Rades und der Intensitätsverteilung der Empfangsstärke eines von dem Rad ausgesendeten Signal darstellt;
  • 2 eine Schemazeichnung eines Fahrzeuges, bei dem die Rechts-Links-Position der Räder anhand einer bezüglich der Fahrzeug-Längsachse asymmetrisch angeordneten Empfangsantenne ermittelt werden kann;
  • 3a eine Blockdarstellung einer Überwachungseinheit mit einem Sender zum Senden von Überwachungssignalen, die an einem Rad montiert wird;
  • 3b eine Blockdarstellung einer Empfangs- und Auswerteeinheit für empfangene Überwachungssignale.
  • Zunächst wird anhand der 1 das erfindungsgemäße Verfahren veranschaulicht, in einem Fahrzeug 1 zwischen gelenkten und nicht gelenkten Rädern 10 zu unterscheiden. Ist das Fahrzeug 1 ein Pkw herkömmlicher Bauart, so sind die beiden gelenkten Räder 10 die Vorderräder und die beiden nicht gelenkten Räder 10 die Hinterräder. Die Erfindung ist aber keines wegs auf Pkws beschränkt, sondern lässt sich ebenso vorteilhaft bei anderen Rad-Fahrzeugen einsetzen.
  • Die obere Hälfte der 1 zeigt das in einem Fahrzeug 1 montierte Rad 10 in einer nicht gelenkten, parallelen Ausrichtung zur Fahrzeug-Längsachse, während die untere Hälfte der Figur das Rad 10 in einer gelenkten Ausrichtung zeigt, wobei das Rad mit der Fahrzeug-Längsrichtung einen Auslenkwinkel ω einschließt. Die linke Spalte der Figur ist eine Seitenansicht des Rades 10. An dem Rad ist eine Radeinheit 11 montiert, welche eine physikalische Größe messen und senden kann. Diese Radeinheit 11 wird später im Zusammenhang mit 3a genauer beschrieben.
  • Bei der Fahrt des Fahrzeuges 1 rotiert das Rad 10, und die Radeinheit 11 ändert ihre Position. Dabei kommt sie in verschiedene Rotationswinkelstellungen ρ, von denen eine Ruhestellung 11a bei einem Rotationswinkel ρ0 sowie zwei der möglichen weiteren Stellungen 11b, 11c bei Rotationswinkeln ρ1 bzw. ρ2 dargestellt sind.
  • In der mittleren Spalte der 1 ist das Rad 10 in einer Draufsicht zu sehen. Es sind wiederum einige der Stellungen 11a, 11b, 11c der Radeinheit 11 bei Rotation des Rades 10 dargestellt. Das Rad 10 oben ist nicht ausgelenkt, es steht parallel zur Längsrichtung des Fahrzeugs 1. Dagegen ist das Rad 10 unten mit einem Auslenkwinkel ω gegen die Längsrichtung des Fahrzeugs 1 ausgelenkt.
  • In der rechten Spalte der 1 ist oben für das nicht ausgelenkte Rad und unten für das mit dem Auslenkwinkel ω ausgelenkte Rad ein Beispiel für die Stärke der empfangenen Sig nale bzw. des RSSI bei verschiedenen Rotationswinkeln ρ dargestellt.
  • Der RSSI des nicht ausgelenkten Rades 10 liegt in einem relativ engen Toleranzintervall. Die Schwankungen des RSSI kommen maßgeblich dadurch zustande, dass Signale von der Radeinheit 11 bei unterschiedlichen Stellungen 11a, 11b, 11c in unterschiedlicher Weise durch das Rad selbst abgeschirmt werden. Bei dem ausgelenkten Rad 10 ist das Toleranzintervall des RSSI deutlich breiter, weil zusätzlich zu der Abschirmung durch das Rad 10 selbst auch Teile des Fahrzeugs 1, wie etwa der Radkasten, je nach Stellung 11a, 11b, 11c der Radeinheit 11 das ausgesendete Signal unterschiedlich stark abschirmen.
  • Die Verteilungsfunktionen des RSSI eines ausgelenkten und eines nicht ausgelenkten Rades 10 unterscheiden sich also in einer Weise, die durch statistische Verfahren erkannt werden kann. Auf ein entsprechendes statistisches Auswertungsverfahren wird unten im Zusammenhang mit 3b noch genauer eingegangen.
  • 2 zeigt das Fahrzeug 1 schematisch in einer Draufsicht, um die bevorzugte Rechts-Links-Positionsbestimmung der Räder 10 bezüglich der Längsachse zu erläutern. Ein fahrzeugseitig montierter Empfänger 20 empfängt die Signale der Radeinheiten 11 über eine Empfangsantenne 21, die gegenüber der Längsachse des Fahrzeugs 1 asymmetrisch angeordnet ist. Im gezeigten Beispiel ist die Empfangsantenne 21 ganz auf der in Fahrtrichtung linken Seite des Fahrzeugs 1 angebracht.
  • Eine Auswertungs-/Speichereinheit 30 ist mit dem Empfänger 20 verbunden, und der Auswertungs-/Speichereinheit 30 werden vom Empfänger 20 die Signale sowie die zugehörigen RSSI-Werte übermittelt. Jedes Signal weist neben der Information über die physikalische Größe, welche die Radeinheit 11 überwacht, auch eine Identifizierungsinformation des Senders auf. Die Auswertungs-/Speichereinheit erhält somit senderspezifische RSSI-Werte. Die RSSI-Werte tragen eine Information über den Abstand der Sendequellen, sie nehmen aufgrund von höheren Abschirmverlusten und der entfernungsabhängigen Energieverluste jedes elektromagnetischen Signals mit dem Abstand ab. Größere RSSI-Werte werden deshalb den näher gelegenen Rädern, im gezeigten Beispiel also den in Fahrtrichtung linken zugeordnet, während kleinere RSSI-Werte den rechten Rädern zugeordnet werden. Auf diese Weise ist eine Rechts-Links-Positionsbestimmung erfolgt.
  • Anhand von 3 wird nunmehr das erfindungsgemäße Verfahren zur Unterscheidung zwischen gelenkten und nicht gelenkten Rädern in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im Detail beschrieben.
  • 3a zeigt die Radeinheit 11, welche einen Sensor 12 zur Bestimmung einer physikalischen Größe wie etwa des Reifendrucks, der Beschleunigung, der Geschwindigkeit oder der Profiltiefe aufweist. Der Sensor 12 ist mit einem Sender 13 verbunden, welcher über eine Sendeantenne 14 eine von dem Sensor 12 gemessene physikalische Größe sowie einen Identifizierungscode des Senders als Funkmeldung sendet, der in einem ID-Speicher 15 abgelegt ist.
  • Die Radeinheit 11 kann die Funkmeldung dauerhaft oder nach vorgegebenen Kriterien senden. Solche Kriterien könnten ein periodisches Senden oder etwa ein Senden bei jeder Lenkbewegung oder bei bestimmten Rotationsstellungen des Rades 10 oder jedes andere zweckdienliche Kriterium sein. Es ist auch denkbar, die Radeinheit 11 mit einem Empfänger auszustatten, so dass sie auf Anfrage senden kann. Ein Vorteil des nicht dauerhaften Sendens ist eine Schonung der nicht dargestellten Energieversorgung sowie ein Vermeiden unnötigen Funkverkehrs.
  • Der Sensor 12 kann ein Reifendrucksensor sein. Er kann aber auch alternativ oder zusätzlich weitere physikalische Größen wie die Beschleunigung, die Geschwindigkeit oder die Reifenprofiltiefe messen. Solche Informationen mehren die Übersicht des Benutzers über sein Fahrzeug und können Fahrkomfort und Sicherheit erhöhen.
  • In 3b sind der Empfänger 20 und die Auswertungs-/Speichereinheit 30 dargestellt. Die von der Radeinheit 11 gesendete Funkmeldung wird mittels der Empfangsantenne 21 vom Empfänger 20 empfangen. Ein an den Empfänger 20 angeschlossener Intensitätsdetektor 22 bestimmt die Stärke des empfangenen Signals, beispielsweise unmittelbar als Energie oder als RSSI.
  • Die Funkmeldung und der RSSI werden dann an die Auswertungs-/Speichereinheit 30 übertragen. Es soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass die einzelnen Komponenten der Empfangs- und Auswertungs-/Speichereinheit und ihre Verbindungen untereinander nur beispielhaft zu verstehen sind. Als minimale Hardwareumsetzung würde nämlich bereits ein Empfänger und ein Intensitätsdetektor genügen, der an den Computer der elektronischen Steuerungseinheit (ECU) angeschlossen ist, die ohnehin in jedem modernen Fahrzeug vorhanden ist.
  • In der dargestellten Vorrichtung übermittelt der Empfänger 20 die Funkmeldung und den RSSI einer Recheneinheit 31 der Auswertungs-/Speichereinheit 30. Der RSSI wird dann von der Re cheneinheit 31 in einem angeschlossenen Intensitätsspeicher 32 als erster senderspezifischer Datenpunkt abgelegt. Für die Zuordnung zu einem Sender dient der in der Funkmeldung übertragene Identifizierungscode. Es soll im folgenden nur noch von einem Sender gesprochen werden, da das Verfahren für die anderen Sender völlig analog ist.
  • Der beschriebene Sende- und Empfangsvorgang wird vor der ersten Auswertung vielfach wiederholt. Auf diese Weise wird eine Stichprobe der RSSI-Verteilungsfunktion bestimmt, deren statistische Aussagekraft sich mit jedem weiteren RSSI-Datenpunkt erhöht.
  • In einem Verteilungsspeicher 33, der mit der Recheneinheit 31 verbunden ist, sind schon vor dem Betrieb erwartete RSSI-Verteilungen abgelegt. Dabei sind verschiedenen Auslenkwinkel ω des Rades 10 jeweils eine erwartete RSSI-Verteilung zugeordnet. Genaugenommen ist wegen der kontinuierlichen Werte des Auslenkwinkels ω die RSSI-Verteilung auch eine Funktion von ω, was diskret durch eine Vielzahl von RSSI-Verteilungen bei jeweils festem ω angenähert wird.
  • Die abgelegten erwarteten RSSI-Verteilungen können aufgrund theoretischer Überlegungen ermittelt sein. Sie können aber auch ergänzend oder alternativ geschätzt werden, indem bei festgelegtem Auslenkwinkel ω eine Stichprobe ganz analog zu dem Verfahren im Betrieb genommen wird und diese Stichprobe als diskrete Schätzung der tatsächlichen Verteilung vor dem Betrieb in dem Verteilungsspeicher abgelegt wird.
  • Eine Vergleichseinrichtung 34, die mit der Recheneinheit 31 verbunden ist, vergleicht nun die in dem Verteilungsspeicher abgelegte erwartete RSSI-Verteilung und die im Betrieb genom mene Stichprobe von RSSI-Datenpunkten. Hier gibt es nun verschiedene Implementierungsmöglichkeiten. Die eine lautet, dass wenn die Stichprobe mit der RSSI-Verteilung für ω = 0 unverträglich ist, also einem nicht gelenkten Rades, festgelegt wird, dass das Rad ein gelenktes Rad ist. Alternativ kann die Hypothese getestet werden, dass das Rad ein gelenktes Rad ist, und es können auch zugleich mehrere RSSI-Verteilungen für verschiedene ω herangezogen werden. Letztlich hängt diese Wahl der Implementierung davon ab, welche Fehler 1. oder 2. Art als gravierender für die Funktionstüchtigkeit des Überwachungssystems angesehen werden. Die statistische Umsetzung ist dann ein Standardverfahren, welches der mathematischen Standardliteratur entnommen werden kann.
  • Ein sehr einfacher Test ist es, die Momente der Verteilung aus der Stichprobe zu schätzen und mit aus den Momenten der Verteilung abgeleiteten Kriterien zu vergleichen. Dafür eignet sich besonders das 2. Moment, die Standardabweichung. Überschreitet sie einen Schwellwert, so wird das Rad 10 als gelenkt eingestuft, da, wie in 1 dargestellt, das Toleranzintervall eines ausgelenkten Rades 10 größer ist als das eines nicht ausgelenkten Rades 10.
  • Die Genauigkeit des Verfahrens wird noch dadurch verbessert, dass das System einen Auslenkungsdetektor 35 aufweist, der die tatsächliche Auslenkung des Rades 10 bestimmt und an die verbundene Recheneinheit 31 übermittelt. Ein solcher Detektor kann etwa am Lenkrad, am Rad oder am Radkasten montiert sein und ermittelt unabhängig den Auslenkwinkel ω. Dieser tatsächliche Auslenkwinkel ω wird mit dem RSSI-Datenpunkt gespeichert, so dass bei der statistischen Auswertung die Information einfließt, aus welcher erwarteten Intensitätsverteilung der RSSI-Datenpunkt gezogen wurde. Somit kann man Un termengen der RSSI-Datenpunkt-Stichprobe bilden und sie jeweils nur gegen die zugehörige RSSI-Verteilung gleichen oder ähnlichen Auslenkwinkels ω testen, oder man kann auch Untermengen verwerfen, falls keine RSSI-Verteilung gespeichert ist, deren zugehöriger Auslenkwinkels ω zu der Untermenge passt.
  • Mit dem Vergleich ermittelt die Auswertungs-/Speichereinheit 30 insgesamt, ob die Funkmeldung von einem ausgelenkten oder einem nicht ausgelenkten Rad 10 stammt. Es kann dann bei einem Pkw herkömmlicher Bauart davon ausgegangen werden, dass es sich bei einem ausgelenkten Rad um ein Vorderrad und bei einem nicht ausgelenkten Rad um ein Hinterrad handelt.
  • Das ist aber nicht notwendigerweise der Fall. Zum einen könnten auch die Hinterräder gelenkt sein. Ein auf einen solchen Pkw zugeschnittenes Verfahren würde einen zeitabhängigen statistischen Test erfordern, um die Hinterräder mit dem beschriebenen Verfahren anhand der jederzeit geringeren Auslenkung der Hinterräder im Vergleich zu den Vorderrädern zu erkennen. Prinzipiell kann man aber die Messzeitpunkte der RSSI-Datenpunkte mit speichern und das Verfahren entsprechend auf gelenkte Hinterräder erweitern. Zum anderen kann es zwei Gründe dafür geben, dass ein Rad nicht ausgelenkt ist. Der eine ist der, von dem das bisher beschriebene Verfahren ausgeht: Das nicht ausgelenkte Rad ist ein nicht gelenktes Rad. Es kann aber auch einfach sein, dass das Fahrzeug sich auf der bisherigen Fahrt ausschließlich geradeaus bewegt hat.
  • Um den zweiten Fehler auszuschließen, kann ein Zähler 36 vorgesehen werden, der ebenfalls mit der Recheneinheit 31 verbunden ist und der zu Beginn einer Fahrt die Länge einer Anlaufphase festlegt. Dieser Zähler ist im einfachsten Fall ei ne Uhr, kann aber auch zählen, wie viele verschiedene Auslenkwinkel ω der Auslenkungsdetektor 35 auf der aktuellen Fahrt schon ermittelt hat. Vor Ablauf einer festgelegten Zeit oder dem Erreichen einer bestimmten Anzahl von Auslenkwinkeln ω ist die Positionsbestimmung unsicher.
  • Dies kann dem Benutzer auf verschiedene Arten auf einer Anzeige 37 dargestellt werden: Es werden gar keine Informationen über die physikalische Größe angezeigt, oder es wird eine Information angezeigt, dass die Daten noch nicht verfügbar sind, oder die Informationen über die physikalische Größe und die Positionsbestimmung werden ausgewertet und angezeigt, aber als unsicher beispielsweise farblich kenntlich gemacht. Natürlich ist dabei der Ablauf einer festen Zeit nur ein Indiz, aber noch keine Sicherheit für eine verlässliche Positionsbestimmung.
  • Nachdem mittels des Verfahrens einerseits die Vorne-Hinten-Position und andererseits die Rechts-Links-Position jeden Rades festgelegt ist, ist die genaue Position des Rades 10 bestimmt. Von diesem Zeitpunkt an genügt bereits der Identifizierungscode jedes Senders für eine eindeutige Positionsbestimmung. Diese Zuordnung zwischen Sender und Position kann in einem Positionsspeicher 38 vorübergehend oder auch halbdauerhaft (z.B. Flash) abgelegt werden. Eine Positionsbestimmung kann von diesem Speicherungszeitpunkt an ausschließlich oder ergänzend mittels eines einfachen Auslesens der Zuordnung erfolgen.
  • Diese Zuordnung ist verlässlich so lange, bis die Montagepositionen der Räder 10 oder die Räder 10 selbst verändert werden, etwa durch Radwechsel. Deshalb kann man eine Kalibrierungsphase vorsehen, während derer eine Positionsbestimmung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren stattfindet, und anschließend stehen zuverlässige Zuordnungsdaten im Positionsspeicher 38 bereit. Die Kalibrierungsphase kann werkseitig vorgenommen oder vom Benutzer eingeleitet werden, indem die Auswertungs-/Speichereinheit 30 einen entsprechenden Befehl über ein nicht dargestelltes Eingabegerät erhält. Die Kalibrierungsphase wird automatisch gestartet, wenn das Fahrzeug länger als eine vorbestimmte Zeit, z.B. 15 Minuten, geparkt war (insbesondere Motor aus bzw. Zündung aus). Hintergrund ist, dass der Bemutzer zwischenzeitlich einen Radwechsel vorgenommen haben kann, der automatisch detektiert bzw. neu kalibriert werden soll.
  • Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass, obwohl die Erfindung hauptsächlich in Bezug auf einen vierrädrigen Pkw beschrieben wurde, das Verfahren sich ohne wesentliche Änderungen auch auf Motorräder oder dreirädrige Fahrzeuge anwenden lässt. Für alle diese Fahrzeuge wird genauso zwischen gelenkten und nicht gelenkten Rädern unterschieden, was in nahezu allen Fällen mit der Zuordnung zu vorderen und hinteren Rädern übereinstimmt.

Claims (19)

  1. Verfahren zur Überwachung einer physikalischen Größe, insbesondere des Reifendrucks, eines in einem Fahrzeug (1) montierten Rades (10) während der Fahrt, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist: – Messen der physikalischen Größe an dem Rad (10) und Senden einer Funkmeldung, welche eine Information über die gemessene physikalische Größe aufweist und – Empfangen und Verarbeiten der Funkmeldung an dem Fahrzeug (1), dadurch gekennzeichnet, dass – vorab eine erste Vergleichs-Intensitätsverteilung der Empfangsstärke der Funksignale bei vorbestimmten Auslenkungswinkel (ω) zwischen Fahrzeug-Längsachse und Radebene ermittelt und gespeichert wird, – im Betrieb durch wiederholtes Senden und Empfangen einer Vielzahl von Funkmeldungen eine Stichprobe der tatsächlichen Intensitätsverteilung der Empfangsstärke der Funksignale aufgenommen wird, – mittels eines statistischen Testes ermittelt wird, ob die Stichprobe der ersten Vergleichs-Intensitätsverteilung entnommen sein könnte und anhand des Testergebnisses die Entscheidung getroffen wird, ob das Rad (10) den vorbestimmten Auslenkungswinkel (ω) erreicht hat oder nicht und – aus dem durch den statistischen Test ermittelten Auslenkungswinkel (ω) geschlossen wird, ob das Rad (10) ein gelenktes oder ein nicht gelenktes Rad ist.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für den statistischen Test Momente, insbesondere die Standardabweichung, der Stichprobe berechnet und mit entsprechen den Momenten der ersten Vergleichs-Intensitätsverteilung verglichen werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vorab zumindest eine zweite Vergleichs-Intensitätsverteilung bei einem zweiten Auslenkungswinkel (ω) aufgenommen wird, der von dem Auslenkungswinkel (ω) für die erste Vergleichs-Intensitätsverteilung abweicht.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Auslenkungswinkel (ω) die Nullstellung ist, bei der Radebene und Fahrzeug-Längsachse parallel zueinander sind.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass – auf unabhängigem Wege der tatsächliche Auslenkungswinkel (ω) der gelenkten Räder des Fahrzeuges ermittelt wird, – zu jedem Datenpunkt der Stichprobe der tatsächliche Auslenkungswinkel (ω) gespeichert wird, – mittels des tatsächlichen Auslenkungswinkels (ω) Untermengen der Stichprobe mit untereinander im wesentlichen gleichem Auslenkungswinkel (ω) gebildet werden und – diese Untermengen jeweils gegen diejenige Vergleichs-Intensitätsverteilung getestet werden, die für einen bestmöglich mit dem tatsächlichen Auslenkungswinkel (ω) übereinstimmenden Auslenkungswinkel (ω) bestimmt worden ist.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass Untermengen verworfen werden, falls der tatsächliche Auslenkungswinkel (ω) über ein bestimmtes Maß hinaus von dem Auslenkungswinkel (ω) abweicht, für den die Vergleichs-Intensitätsverteilung bestimmt worden ist.
  7. verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich an dem Rad (10) die Beschleunigung, die Geschwindigkeit und/oder die Reifenprofiltiefe gemessen und gesendet wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Fahrzeug (1), bei dem jedes Rad (10) eine Funkmeldung mit einer für das Rad (10) charakteristischen Identifizierungsinformation sendet und die Räder sich in gelenkte und ungelenkte Räder und zum anderen in bezüglich der Fahrzeug-Längsachse des Fahrzeugs (1) rechts und links angeordnete Räder einteilen lassen, die Räder anhand der Funkmeldungen klassifiziert werden, indem – mittels eines statistischen Tests der Stichprobe gegen die Vergleichs-Intensitätsverteilung entschieden wird, ob das Rad (10) ein gelenktes oder ein nicht gelenktes Rad ist, – die Funkmeldungen an einem nicht auf der Fahrzeug-Längsachse gelegenen Ort empfangen werden, – mittels eines Vergleichs der empfangenen Funksignalstärken der Abstand zu dem Empfangsort ermittelt wird und – somit entschieden wird, ob das Rad (10) rechts oder links der Fahrzeug-Längsachse angeordnet ist.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine bei stehendem Fahrzeug vorgenommene Kalibrierungsphase vorgesehen ist, während derer die Positionsbestimmung der Räder (10) vorgenommen wird, wobei nach Abschluss der Kalibrierungsphase die Identifikationsinformation jedes Rades (10) der ermittelten zugehörigen Position zugeordnet wird und diese Zuordnung, insbesondere auch dauerhaft, gespeichert wird.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine bei fahrendem Fahrzeug ablaufende Anlaufphase vorgesehen ist, wobei die Anlaufphase beendet ist, wenn eine Mindestfahrtzeit abgelaufen oder eine Mindestanzahl von Auslenkwinkeln erreicht ist und wobei innerhalb der Anlaufphase die Positionsinformationen als ungenau oder nicht ermittelbar eingestuft werden.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlaufphase und/oder ihr Ende dem Benutzer angezeigt wird.
  12. Anordnung zur Überwachung einer physikalischen Größe, insbesondere des Reifendrucks, eines in einem Fahrzeug (1) montierten Rades (10) während der Fahrt, wobei das System folgendes aufweist: – einen Sensor (12), – einen Sender (13) an dem Rad (10), der eine Funkmeldung senden kann, – einen Empfänger (20) mit einem angeschlossenen Intensitätsdetektor (22), welcher die Signalstärke der empfangenen Funkmeldung ermitteln kann, sowie – eine Auswertungs-/Speichereinrichtung (30), dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertungs-/Speichereinrichtung (30) folgendes aufweist: – einen Verteilungsspeicher (33) zur Speicherung mindestens einer Intensitätsverteilung, – einen Intensitätsspeicher (32) zur Speicherung von Intensitätsmesswerten, – eine Recheneinheit (31), die für Datentransfer und statistische Standardverfahren ausgelegt ist und – eine mit der Recheneinheit (31) zusammenarbeitende Vergleichseinrichtung (34), die in einer Weise ausgestaltet ist, dass prüfbar ist, ob eine Stichprobe einer gegebenen Verteilungsfunktion entnommen wurde und anhand der Prüfung bestimmbar ist, ob das Rad (10) einen vorbestimmten Auslenkwinkel erreicht hat, wobei aus dem mittels dieser Prüfung ermittelten Auslenkungswinkel (ω) ableitbar ist, ob es sich um ein gelenktes oder ein nicht gelenktes Rad handelt.
  13. Anordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit (31) einen Integrierer für statistische Momente aufweist und die Vergleichseinrichtung (34) ausgelegt ist zu entscheiden, ob ein gegebener Wert in einem Toleranzintervall liegt oder nicht.
  14. Anordnung nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch einen im Rad (10), am Radkasten oder am Lenksystem montierten Auslenkungsdetektor (35), der mit der Recheneinheit (31) verbunden ist.
  15. Anordnung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, gekennzeichnet durch einen Beschleunigungssensor (12), einen Geschwindigkeitssensor (12) oder einen Reifenprofilsensor (12), welcher Be schleunigung, Geschwindigkeit bzw. Reifenprofiltiefe misst und mit dem Sender (13) verbunden ist, um die Daten in der Funkmeldung zu übermitteln.
  16. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Rad (10) des Fahrzeuges einen Sender (13) und einen Identifikationsspeicher (15) zur dauerhaften Speicherung einer für das Rad charakteristischen Identifizierungsinformation aufweist, und dass eine Empfangsantenne (21) des Empfängers nicht auf der Fahrzeug-Längsachse angebracht ist, wobei die Auswertungs-/Speichereinheit (30) die mit dem Empfänger (20) empfangenen Funkmeldungen mittels der Identifizierungsinformation jedem Sender (13) zuordnet und anhand der Intensität der empfangenen Funkmeldung eine Rechts-Links-Zuordnung des zu der Funkmeldung gehörigen Senders (13) vornimmt.
  17. System nach Anspruch 16, gekennzeichnet durch einen Positionsspeicher (38) der Recheneinheit (31), welcher die Zuordnung von Identifikationsinformationen zu Positionen der Räder (10), insbesondere auch dauerhaft, speichert.
  18. System nach einem der Ansprüche 1 bis 17, gekennzeichnet durch eine Uhr, welche das Andauern und Ablaufen einer bei fahrendem Fahrzeug durchgeführten Anlaufphase misst, oder einen Zähler (36) für verschiedene Auslenkwinkel (ω), der das Andauern und Ablaufen einer bei fahrendem Fahrzeug durchgeführten Anlaufphase anhand einer Mindestzahl und -dauer aufgetretener Auslenkwinkel (ω) zählt, wobei nach Ablauf der Anlauf phase ein Ablaufsignal an die angeschlossene Auswertungs-/Speichereinheit (31) abgegeben wird.
  19. System nach Anspruch 18, gekennzeichnet durch eine mit der Auswertungs-/Speichereinheit (30) verbundene Anzeige (37), welche das Andauern oder den Ablauf der Anlaufphase anzeigt.
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