DE102004006490B3 - Stützanordnung zur axial und radial nachgiebigen Abstützung eines Wellenlagers - Google Patents
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Abstract
Zur Stützanordnung gehören ein radial äußerer Stützring (12), der in einem Lagergehäuse (40) anzuordnen ist, ein radial innerer Stützring (14), in den sich das Wellenlager einbauen lässt, ein Verbindungskörper (16) aus gummielastischem Material, der den inneren Stützring (14) radial und axial elastisch auslenkbar mit dem äußeren Stützring (12) verbindet, und mindestens zwei nockenartige Anschläge (20), die an einem der beiden Stützringe (12, 14) befestigt und dem anderen Stützring (14, 12) zugewandt sind. Die an einem der Stützringe (12, 14) befestigten Anschläge (20) tragen je einen Gleitkörper (24), und an dem anderen der beiden Stützringe (14, 12) sind Gleitflächen angeordnet, die je einem der Gleitkörper (24) zugewandt sind. Die Anschläge (20), Gleitkörper (24) und Gleitflächen (28) sind so beschaffen, dass sie die radiale Auslenkbarkeit des inneren Stützrings (14) begrenzen, dessen axiale Auslenkbarkeit aber selbst bei größtmöglicher radialer Auslenkung nicht nennenswert behindern.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Stütranordnung zur axial und radial nachgiebigen Abstützung eines Wellenlagers, insbesondere eines Mittellagers im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs.
- In
DE 38 32 543 A1 (Spalte 1 Zeilen 12-25) wird als Stand der Technik ein Mittellager mit einer dem vorstehend genannten Zweck dienenden Stütranordnung vorausgesetzt, die einen radial äußeren Stützring, einen radial inneren Stützring und einen diese beiden Stützringe miteinander verbindenden gummielastischen Verbindungskörper in Gestalt einer Faltmembran aufweist. Dabei wird ein Nachteil dieser vorausgesetzten Stützanordnung vor allem darin gesehen (Spalte 1 Zeilen 26-31), dass die aus Gummi bestehende Faltmembran infolge von Axialbeanspruchungen wechselseitig geknickt werde und zu frühzeitiger Beschädigung neige, mit der Folge, dass das gesamte Mittellager häufig ausgewechselt werden müsse. - Als Abhilfe wird in
DE 38 32 543 A1 ein Lager empfohlen, bei dem der radial äußere Stützring von einem zweiteiligen Gehäuse gebildet ist und der gummielastische Verbindungskörper zumindest drei von dem radial inneren Stützring sternartig abstehende Lagerstege aufweist, die beim Zusammenbau des Lagers unter radiale Vorspannung gesetzt werden. Um radiale Auslenkungen des radial inneren Stützrings zu begrenzen, sind an den radial inneren Stützring zwischen den Stegen nockenartige Anschläge angeformt, die radial nach außen ragen, ebenfalls Bestandteile des gummielastischen Verbindungskörpers sind jedoch kürzer sind als die unter Vorspannung stehenden Stege. Durch diese Anschläge soll in radialer Richtung eine progressive Kennung (Federcharakteristik) erreicht werden. - Eine ähnliche, ebenfalls für ein Gelenkwellen-Mittel- oder Zwischenlager vorgesehene Stütranordnung, bei der nockenartige Anschläge von Kröpfungen des radial inneren Stützrings und daran befestigten Anschlagpuffern gebildet sind, ist aus
DE 81 12 477 U1 bekannt. - Beiden aus
DE 38 32 543 A1 undDE 81 12 477 U1 bekannten Stützanordnungen mit radialen Anschlägen ist gemeinsam, dass ihre radiale Federcharakteristik stark von der axialen Auslenkung der beiden Stützringe in bezug zueinander abhängt. Auf die beiden vorstehend genannten Stützanordnungen mit radialen Anschlägen bezieht sich der Oberbegriff des vorliegenden Anspruchs 1. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stützanordnung dieser Gattung derart weiterzubilden, dass sie eine lange Lebensdauer, im Allgemeinen entsprechend derjenigen eines Kraftfahrzeugs, auch dann aufweist, wenn ihre Anschläge aus verhältnismäßig weichem Werkstoff bestehen, um bei allen im Betrieb vorkommenden Auslenkungen des Wellenlagers in axialer und/oder radialer Richtung Körperschallübertragung im Wesentlichen auszuschließen.
- Die Aufgabe ist erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
- Dadurch, dass die Anschläge mit Gleitkörpern versehen sind, die nahezu reibungsfrei auf den ihnen zugeordneten Gleitflächen in axialer Richtung und ggf. in engen Grenzen auch in Umfangsrichtung gleiten können, sind die Anschläge als solche außer Stande, axiale Relativbewegungen der beiden Stützringe in bezug zueinander in irgend einer Weise zu behindern. Deshalb besteht bei der Werkstoffauswahl für die Anschläge und bei deren Gestaltung vollständige Freiheit, neben der gewünschten Federcharakteristik der Anschläge auf deren Fähigkeit zu achten, die Übertragung von Körperschall zu vermeiden oder zumindest auf Amplituden und Frequenzen zu beschränken, die nicht als störend empfunden werden. In jedem Fall wird die Membran, die den Verbindungskörper zwischen den beiden Stützringen bildet, durch die in je einem Freiraum der Membran angeordneten Anschläge und deren Gleitkörper von radialen Kräften im Wesentlichen entlastet, so dass die Membran – und somit die gesamte Stützanordnung – eine lange Lebensdauer hat.
- Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand schematischer Zeichnungen mit weiteren Einzelheiten erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
-
1 eine erste Stützanordnung in axialer Ansicht, -
2 den axialen Schnitt II-II in1 , -
3 eine zweite Stützanordnung in axialer Ansicht, -
4 den axialen Schnitt IV-IV in3 , -
5 eine dritte Stützanordnung in axialer Ansicht, -
6 den axialen Schnitt VI-VI in5 , -
7 eine vierte Stützanordnung in axialer Ansicht, -
8 den axialen Schnitt VIII-VIII in7 , -
9 eine fünfte Stützanordnung in axialer Ansicht, -
10 den axialen Schnitt X-X in9 , -
11 eine sechste Stützanordnung in axialer Ansicht, -
12 den axialen Schnitt XII-XII in11 und -
13 einen Gleitkörper aus11 und12 für sich genommen in einer Ansicht radial von innen. - Jede der dargestellten Stützanordnungen ist als Ganze mit
10 bezeichnet und zur axial und radial nachgiebigen Abstützung eines nicht dargestellten, handelsüblichen Wälzlagers vorgesehen, das als Mittellager im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs dient. Jede der dargestellten Stützanordnungen10 hat einen radial äußeren Stützring12 und einen radial inneren Stützring14 . Beide Stützringe12 und14 bestehen vorzugsweise aus Stahl und sind miteinander durch einen Verbindungskörper16 aus Gummi verbunden. Der Verbindungskörper16 hat die Form einer Faltmembran, die jedoch durch mehrere Freiräume18 unterbrochen und somit in ebenso viele stegartige Abschnitte unterteilt ist. In sämtlichen hier dargestellten Ausführungsbeispielen weist die den Verbindungskörper16 bildende Faltmembran drei Freiräume18 und dementsprechend drei stegartige Abschnitte auf, von denen sich jeder über ungefähr 60°, bezogen auf die in Ruhelage gemeinsame Achse A der beiden Stützringe12 und14 , erstreckt. In jedem der drei Freiräume18 ist ein Anschlag20 aus Gummi angeordnet, der ebenso wie der Verbindungskörper16 an den radial inneren Stützring14 anvulkanisiert, jedoch im Gegensatz zu dem Verbindungskörper vom radial äußeren Stützring12 getrennt ist. Die Anordnung kann auch umgekehrt sein dergestalt, dass die Anschläge20 mit dem äußeren Stützring12 fest verbunden sind, beispielsweise durch Anvulkanisieren, vom inneren Stützkörper14 jedoch getrennt sind. - Die Anschläge
20 sind in den einzelnen Ausführungsbeispielen unterschiedlich gestaltet. Bei der Stützanordnung gemäß1 und2 bestehen sie aus massivem Gummi (oder gummiartigem Material). Bei den Stützanordnungen gemäß3 und4 sowie gemäß5 und6 weisen die Anschläge20 hingegen je zwei Reihen von drei bzw. vier achsparallelen Kanälen22 auf. Gemäß3 und4 erstrecken sich die Kanäle22 vollständig durch die Anschläge20 hindurch, also von einer Stirnseite zur anderen. Gemäß5 und6 gehen die Kanäle22 hingegen abwechselnd von der einen oder anderen Stirnseite der Anschläge20 aus, erweitern sich mit zunehmendem Abstand von der betreffenden Stirnseite und enden vor der entgegengesetzten Stirnseite; die Kanäle22 sind hier also Sacklöcher, die im Längsschnitt gemäß6 keulenartig aussehen. In jedem Fall haben die achsparallelen Kanäle22 die Wirkung, die Übertragung von Körperschall in radialer Richtung nahezu vollständig selbst dann auszuschließen, wenn die Anschläge20 aus nicht besonders weichem Gummi bestehen. - Jeder der Anschläge
20 endet in radialem Abstand von dem äußeren Stützring12 und trägt einen mit ihm fest verbundenen Gleitkörper24 , der beispielsweise aus Polyamid, ggf. mit Einschlüssen aus Polytetrafluorethylen, besteht. Die Gleitkörper24 sind an ihrer inneren Seite fest mit dem zugehörigen Anschlag20 verbunden, beispielsweise anvulkanisiert, und weisen an ihrer radial äußeren Seite eine kreiszylindrisch gewölbte Umfangsfläche26 auf. - Bei den Stützanordnungen
10 gemäß1 und2 sowie gemäß3 und4 und gemäß5 und6 liegt jeder der Gleitkörper24 mit seiner Umfangsfläche26 in der dargestellten gegenseitig zentrierten Ruhelage der beiden Stützringe12 und14 an einer Gleitfläche28 an der Innenseite des radial äußeren Stützrings12 an. Dabei kann zwischen jeder der Umfangsflächen26 und der zugehörigen Gleitfläche28 eine Vorspannung herrschen, die bei üblicher Belastung des inneren Stützrings14 , beispielsweise durch das Eigengewicht eines in ihm gelagerten Wellenabschnitts, falls gewünscht aber auch bei allen im Betrieb vorkommenden dynamischen Belastungen, dafür sorgt, dass die Anlage jedes Gleitkörpers24 an der zugehörigen Gleitfläche28 erhalten bleibt. - Die in
7 und8 dargestellte Stützanordnung10 hat gegenüber den bisher beschriebenen Stützanordnungen die Besonderheit, dass jedem am inneren Stützring14 befestigten Anschlag20 samt zugehörigem Gleitkörper24 ein am radial äußeren Stützring12 befestigter Anschlag30 samt zugehörigem Gleitkörper32 radial gegenübersteht. Die Gleitkörper32 bestehen vorzugsweise aus gleichem oder ähnlichem Material wie die Gleitkörper24 . Die radial äußere Umfangsfläche26 jedes einem radial inneren Anschlag20 zugeordneten Gleitkörpers24 liegt wiederum an einer Gleitfläche28 an, die dem äußeren Stützring12 zugeordnet ist, wobei diese Gleitfläche28 jedoch nicht am äußeren Stützring12 selbst sondern an einem der Gleitkörper32 ausgebildet ist, die über einen der Anschläge30 mit dem äußeren Stützring12 verbunden sind. - In jedem der dargestellten Ausführungsbeispiele ist der radial äußere Stützring
12 an einer unteren Gehäusehälfte34 befestigt, beispielsweise mit einigen Schweißpunkten36 . Der unteren Gehäusehälfte34 ist gemäß1 eine obere Gehäusehälfte38 zugeordnet, die beispielsweise Bestandteil einer Bodengruppe eines Kraftfahrzeugs sein kann. Die beiden Gehäusehälften34 und38 bilden zusammen ein Lagergehäuse40 , das durch in den Zeichnungen nur angedeutete Schrauben42 zusammengehalten ist. - Die Stütranordnung gemäß
9 und10 entspricht der in1 und2 dargestellten mit der Ausnahme, dass zwischen der radial äußeren Umfangsfläche26 jedes Gleitkörpers24 und der zugehörigen, am radial äußeren Stützring12 ausgebildeten Gleitfläche28 ein radiales Spiel44 vorgesehen ist. Außerdem ist diese Gleitfläche28 nicht von einer Metallfläche des radial äußeren Stützrings12 gebildet sondern von einer Beschichtung45 dieses Stützrings12 , die aus gleichem oder ähnlichem Material bestehen kann wie die Gleitkörper24 . - Die Stütranordnung gemäß
11 bis13 unterscheidet sich von der in1 und2 dargestellten dadurch, dass die Gleitkörper24 je zwei zueinander hin gebogene Schenkel46 und einen diese miteinander verbindenden schmalen Steg48 aufweisen. Die Schenkel46 und der Steg48 sind in den zugehörigen Anschlag20 eingebettet, beispielsweise einvulkanisiert. Zum Fixieren jedes dieser in11 bis13 dargestellten Gleitkörper24 während des Vulkanisierens ist in der dazu verwendeten Vulkanisierform ein Paar Stifte vorgesehen, die nach dem Entnehmen der fertigen Stütranordnung10 in11 angedeutete Löcher50 zurücklassen. Es ist allerdings auch möglich, beim Vulkanisieren nur dafür zu sorgen, dass in den Anschlägen20 Aussparungen zum Aufnehmen je eines Gleitkörpers24 entstehen, der dann nachträglich im zugehörigen Anschlag20 verankert wird. Hierzu eignet sich der in13 dargestellte Gleitkörper24 , sofern dessen Steg48 unterbrochen ist, beispielsweise in einer Ebene, die nach dem Einbau des Gleitkörpers24 die Achse A der Stütranordnung10 enthält.
Claims (9)
- Stütranordnung zur nachgiebigen Abstützung eines Wellenlagers, mit – einem radial äußeren Stützring (
12 ), der in einem Lagergehäuse (40 ) anzuordnen ist, – einem radial inneren Stützring (14 ), in den sich das Wellenlager einbauen lässt, – einem Verbindungskörper (16 ) aus gummielastischem Material, der den inneren Stützring (14 ) radial und axial elastisch auslenkbar mit dem äußeren Stützring (12 ) verbindet, und – mindestens zwei nockenartigen Anschlägen (20 ), die an einem der beiden Stützringe (12 ,14 ) befestigt und dem anderen Stützring (14 ,12 ) zugewandt sind, dadurch gekennzeichnet, dass – die an einem der Stützringe (12 ,14 ) befestigten Anschläge (20 ) je einen Gleitkörper (24 ) tragen, – an dem anderen der beiden Stützringe (14 ,12 ) Gleitflächen (28 ) angeordnet sind, die je einem der Gleitkörper (24 ) zugewandt sind, und – der Verbindungskörper (16 ) eine Faltmembran ist, in der für jeden der Anschläge (20 ) samt zugehörigem Gleitkörper (24 ) ein die Faltmembran unterbrechender Freiraum (18 ) ausgespart ist, – wobei die Anschläge (20 ), Gleitkörper (24 ) und Gleitflächen (28 ) so beschaffen sind, dass sie die radiale Auslenkbarkeit des inneren Stützrings (14 ) begrenzen, dessen axiale Auslenkbarkeit aber selbst bei größtmöglicher radialer Auslenkung nicht nennenswert behindern. - Stütranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschläge (
20 ) an einem der Stützringe (14 ) anvulkanisierte Gummikörper sind. - Stützanordnung nach Anspruche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschläge (
20 ) achsparallele Kanäle (22 ) enthalten. - Stütranordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanäle (
22 ) in axialer Richtung durch den betreffenden Anschlag (20 ) hindurch gehen. - Stützanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanäle (
22 ) von je einer Stirnseite des betreffenden Anschlags (20 ) ausgehen und vor dessen entgegengesetzter Stirnseite enden. - Stütranordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanäle (
22 ) sich mit zunehmendem Abstand von der Stirnseite, von der sie ausgehen, erweitern. - Stütranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedem an dem inneren Stützring (
14 ) befestigten Anschlag (20 ) samt zugehörigem Gleitkörper (24 ) ein am äußeren Stützring (12 ) befestigter Anschlag (30 ) samt zugehörigem Gleitkörper (32 ) radial gegenüber steht, so dass für jeden Gleitkörper (24 ) der ihm gegenüberstehende Gleitkörper (32 ) die zugehörige Gleitfläche (28 ) bildet. - Stütranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschläge (
20 ,30 ) in radialer Richtung vorgespannt sind. - Stütranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Stützring (
10 ) an einer Gehäusehälfte (34 ) des Lagergehäuses (40 ) dauerhaft befestigt ist.
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