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Die
Erfindung betrifft eine Spulenumsetzvorrichtung mit einer Umsetzeinrichtung
zum selektiven Herausnehmen von Spulenelementen aus einem Spulenzug
oder/und zum selektiven Einfügen
von Spulenelementen in einen Spulenzug in einer Spulenfördereinrichtung
einer Spinnanlage, wobei die Spulenfördereinrichtung dazu eingerichtet
ist, Spulenelemente in dem Spulenzug längs einer Umlauftörderstrecke
zu transportieren, um sie für
wenigstens eine Bearbeitungsstation an der Umlaufförderstrecke
im Austausch gegen auszutauschende Spulenelemente bereitzustellen.
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Die
Erfindung basiert auf Überlegungen
betreffend die Verbesserung von Transportvorgängen bei der Versorgung von
Ringspinnmaschinen mit Vorgarn, welcher von einer im Folgenden auch
als Flyer bezeichneten Vorspinnmaschine auf Spulenelementen bereitgestellt
wird. Die mit Vorgarn bewickelten Spulenträger werden im Folgen auch als
Vorgarn-Spulenelemente oder volle Spulenelemente bezeichnet, wohingegen
die von dem Vorgarn befreiten Spulenträger auch als leere Spulenelemente
bezeichnet werden.
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In
einer Spinnanlage mit einer oder mehreren Vorspinnmaschinen und üblicherweise
einer oder mehreren Gruppen von Ringspinnmaschinen dient die Spulenfördereinrichtung
dazu, Vorgarn-Spulenelemente über
ein Förderstreckennetz
zu den Ringspinnmaschinen zu transportieren und im Austausch leere
Spulenelemente von den Ringspinnmaschinen abzuholen und der Vorspinnmaschine
ggf. über
einen Puffer oder/und eine Putzstation zuzuführen. Das Förderstreckennetz weist üblicherweise
eine Umlauftörderstrecke
auf, auf welcher gleichzeitig sowohl volle Spulenelemente als auch
leere Spulenelemente transportiert werden. Die Spulenfördereinrichtungen
sind üblicherweise
Hängefördereinrichtungen,
bei denen die Spulenelemente zu einem Spulenzug an geführt längs der
Förderstrecken
bewegbaren Fördermitteln
aneinander gereiht sind. Bei den Fördermitteln kann es sich z.B.
um Förder ketten
oder um Trolleys handeln, welche Laufrollen aufweisen, mit denen
sie an Führungsschienen
des Förderstreckennetzes
angehängt
sind. Die Trolleys umfassen Halterungsmittel für die Aufnahme mehrerer Spulenelemente
hintereinander und sind zur Bildung eines Trolleyzugs normalerweise
miteinander gekoppelt.
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Beispiele
für derartige
Spulenfördereinrichtungen
in Spinnereianlagen mit Vorspinnmaschinen und Ringspinnmaschinen
sowie Umsetzeinrichtungen zum Umsetzen von Spulenelementen zwischen den
Maschinen und betreffenden Spulenzügen sind in diversen Varianten
bekannt. Zum Stand der Technik wird insbesondere auf die CH-682
496 A5, die
EP 0 431
268 A1 , die
EP
0 392 482 A2 , die
EP
0 394 708 A1 , die
DE
43 33 011 A1 , die
DE
196 01 286 C1 und die
DE 197 49 024 A1 hingewiesen.
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Die
vorliegende Erfindung kann für
Spinnanlagen konzipiert sein, wie sie in den vorstehend genannten
Druckschriften erläutert
sind. Hinsichtlich der Ausgestaltung von Komponenten der Spulenfördereinrichtung,
insbesondere von Fördermitteln
in Gestalt von Trolleyzügen
und deren Spulenhalterungsanordnungen kann auf die in den vorstehend genannten
Druckschriften offenbarten Beispiele zurückgegriffen werden. Dies trifft
auch zu für
die Ausgestaltung der Umsetzmechanismen, wie z.B. verschwenkbare
Umsetzhebel, welche in der Lage sind, Spulenelemente aus einem Spulenzug
herauszugreifen und/oder Spulenelemente an freien Stellen eines Spulenzuges
einzufügen.
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Ein
typisches Beispiel für
die Organisation des Spulenelementewechsels in einer Spinnanlage mit
Vorspinnmaschinen und mit Ringspinnmaschinen findet sich z.B. in
der
DE 197 49 024
A1 . Die in der
DE
197 49 024 A1 erläuterte
Spinnanlage umfasst wenigstens eine Gruppe von Ringspinnmaschinen und
eine Vorspinneinrichtung mit im Beispielsfall zwei Flyern, welche
Vorgarnspulenelemente für
die Ringspinnmaschinen bereitstellen. Die Spulenfördereinrichtung
weist eine Umlaufförderstrecke
auf, welche Vorspinnmaschinen-Umsetzer an der Vorspinnmaschineneinrichtung
tangiert und an den Ringspinnmaschinen entlang verläuft, so
dass an den Ringspinnmaschinen vorhandene Ringspinnmaschinen-Umsetzer
auf Spulenzüge
der Spulenfördereinrichtung
zugreifen können.
Als Fördermittel
dient im Beispielsfall der
DE
197 49 024 A1 eine in einer geschlossenen Schienenbahn
geführte
Gliederkette, an der Hängehalter
angeordnet sind, in welche die Spulenelemente selbsttätig durch
die Vorspinnmaschinen-Umsetzer, die Ringspinnmaschinen-Umsetzer oder
ggf. von Hand durch Bedienungspersonen einklinkbar sind.
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Für die Überwachung
des Spulenzugs auf Austauschbedarf an Spulenelementplätzen, also
an Hängehaltern
des Fördermittels,
ist bei der Anlage gemäß
DE 197 49 024 A1 ein
Stellungsfühler
vorgesehen, der den Einlauf eines Hängehalters in eine Wechselstellung
an dem Vorspinnmaschinen-Umsetzer
5 detektiert. Meldet dieser Stellungsfühler den Einlauf eines leeren
Spulenelementes in die genannte Wechselstellung und steht ferner
ein volles Vorgarn-Spulenelement in der Vorspinnmaschine zum Umsetzen
zur Verfügung,
so stoppt eine den Stellungsfühler
umfassende Steuereinheit den Antrieb des Spulenzugs, sobald der
betreffende Hängehalter mit
dem leeren Spulenelement die Wechselposition an dem Vorspinnmaschinen-Umsetzer
erreicht hat. Der Vorspinnmaschinen-Umsetzer kann dann das leere
Spulenelement in dem Spulenzug gegen das volle Vorgarn-Spulenelement
von der Vorspinnmaschine (Flyer) austauschen, wonach der Spulenzug dann
wieder in Bewegung versetzt wird.
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In ähnlicher
Weise ist der Spulenzug auch zu stoppen, wenn an einer Ringspinnmaschine
ein volles Vorgarn-Spulenelement benötigt und gegen ein betreffendes
leeres Spulenelement ausgetauscht werden muss.
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Bei
einer in der
EP 0 431
268 A1 beschriebenen Spinnanlage sind die Ringspinnmaschinen
an Streckenabzweigungen einer Umlaufförderstrecke vorgesehen, wobei
Spulenzüge
mittels Weichen aus der Umlaufförderstrecke
herausgeschleust und in die Zweigstrecken zu betreffenden Ringspinnmaschinen geleitet
werden können.
Eine Vorspinnmaschineneinrichtung mit Flyer und einem Puffer, welcher
Spulenelemente zum Austausch bereithält, dient zur Bereitstellung
der vollen Vorgarnspulen. Die Umlaufförderstrecke tangiert diesen
Puffer, wobei ein Umsetzer den Spulenwechsel zwischen dem Spulenzug
auf der Umlaufstrecke und dem Vorspinnmaschinenpuffer gesteuert
vornimmt. Für
den Wechselvorgang ist es auch in diesem Fall erforderlich, den
Spulenzug zu stoppen, damit der Umsetzer auf den betreffenden Spulenelementplatz
des Spulenzuges zugreifen kann.
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In
all diesen Fällen
ist daher eine Unterbrechung des Spulenflusses auf der Umlaufförderstrecke
erforderlich. Da sich auf der Umlauftörderstrecke ein sehr langer
einzelner Spulenzug oder ggf. mehrere Spulenzüge mit einer großen Anzahl
an Spulenelementen befinden und diese in ihrer Gesamtheit eine relativ
große
zu fördernde
Masse darstellen, werden die Antriebsmittel beim Starten und Stoppen
des Spulenzuges jeweils erheblich belastet und haben einen erhöhten Energiebedarf.
Das ständige
Anhalten des Spulenzuges kann überdies
zu Verzögerungen bei
der Belieferung der Ringspinnmaschine führen.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spulenumsetzvorrichtung
für eine Spinnanlage
bereitzustellen, wobei die Spulenumsetzvorrichtung zu einer Reduzierung
des Energieverbrauchs des Spulenzugantriebs und zur Verringerung
von Verzögerungszeiten
bei der Bereitstellung von vollen Spulenelementen für Feinspinnmaschinen,
insbesondere Ringspinnmaschinen, beitragen kann.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass bei einer
Spulenumsetzvorrichtung der eingangs genannten Art die Umsetzeinrichtung
an einem Träger
angeordnet ist, der auf einem Weg längs der Förderstrecke neben dem fahrenden
Spulenzug geführt
verfahrbar ist, um während
der Fahrt auf den Spulenzug selektiv zuzugreifen und ein betreffendes
Spulenelement umzusetzen.
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Die
Umsetzeinrichtung kann somit den Spulenzug längs einer begrenzten Wegstrecke
begleiten, um während
der Fahrt auf einen Spulenelementplatz des Spulenzugs zuzugreifen.
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Manche
Spinnanlagen sind so organisiert, dass das Herausnehmen von leeren
Spulenelementen aus dem Spulenzug an einem anderen Ort zu erfolgen
hat als das Wiederauffüllen
der leeren Spulenelementplätze
in dem Spulenzug. In einem solchen Fall und in ähnlichen Fällen kann die Erfindung schon verwirklicht
sein, wenn die Umsetzeinrichtung lediglich dazu ausgelegt ist, betreffende
Spulenträger
aus dem Spulenzug herauszulösen,
ohne unmittelbar darauf folgendend ein Ersatzspulenelement in den Spulenzug
einzufügen.
Das Einfügen
eines Ersatzspulenelementes kann an anderer Stelle auf irgendeine
geeignete Weise erfolgen, insbesondere mit einer Spulenumsetzvorrichtung
nach der Erfindung, die dazu eingerichtet ist, volle Spulenelemente in
einen Spulenzug an betreffenden leeren Plätzen einzufügen. Auch sind Spulenumsetzvorrichtungen nach
der Erfindung denkbar, welche nur zum Einfügen von Spulenelementen in
einen Spulenzug ausgestattet sind.
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Die
Spulenumsetzvorrichtung nach der Erfindung kann gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
auch dazu eingerichtet sein, während
einer jeweiligen Fahrt des Trägers
dem Spulenzug ein etwaig vorhandenes leeres Spulenelement zu entnehmen und
an dem leer gewordenen Spulenelementplatz oder ggf. an einem anderen
leeren Spulenelementplatz des Spulenzuges ein volles Spulenelement
zu hinterlassen. In diesem Fall findet daher ein vollständiger Austausch
zwischen einem leeren Spulenelement und einem vollen Spulenelement
an dem Spulenzug statt. Die Austauschkriterien leer/voll können im
Rahmen der Erfindung modifiziert werden, etwa so, dass der Austausch
von Spulenelementen mit unterschiedlichen Vorgarnqualitäten möglich sein
soll.
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In
all den vorstehend angesprochenen Fällen einer Spulenumsetzvorrichtung
nach der Erfindung ist es nicht erforderlich, den Spulenzug oder ggf.
die Spulenzüge
auf der Umlauftörderstrecke
anzuhalten, um einen Umsetz vorgang durchzuführen.
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Gemäß einer
bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist der verfahrbare Träger der
Umsetzeinrichtung zur gemeinsamen Bewegung mit dem Spulenzug mittelbar
oder unmittelbar koppelbar, um den begrenzten Weg längs der
Umlaufförderstrecke
zurückzulegen.
Die Umsetzeinrichtung sollte eine möglichst geringe Masse haben
und leichtgängig
geführt sein,
damit beim Ankoppeln des Trägers
an den Antrieb des Spulenzugs dieser möglichst erschütterungsfrei
weiterbewegt werden kann. Es soll im Rahmen der Erfindung auch nicht
ausgeschlossen sein, dass die Geschwindigkeit des Spulenzuges moderiert
wird, so dass der Spulenzug beim Ankoppeln des Trägers der
Umsetzeinrichtung kurzfristig langsamer fährt.
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Andererseits
kann es vorgesehen sein, dass der verfahrbare Träger der Umsetzeinrichtung eigene Antriebsmittel
aufweist, so dass er unabhängig
vom Antrieb des Spulenzuges beschleunigbar ist. Auch sind Lösungen im
Rahmen der Erfindung denkbar, gemäß denen ein Anschubantrieb
vorgesehen ist, welcher den Träger
der Umsetzeinrichtung in Bewegung setzt, so dass diese im Zustand
der Bewegung in Förderrichtung – und nicht
aus dem Stand heraus mit dem betreffenden Spulenzug zu koppeln ist.
Es kann jedenfalls in allen genannten Fällen erreicht werden, dass
die Umsetzeinrichtung in einem bestimmten Zeitintervall mit im Wesentlichen
gleicher Geschwindigkeit wie der Spulenzug neben dem Spulenzug fährt, so
dass die Relativgeschwindigkeit zwischen Spulenzug und Träger der
Umsetzeinrichtung näherungsweise
null ist. Während
dieses Zeitintervalls kann dann der betreffende Umsetzvorgang durchgeführt werden,
wobei die konstruktiven Einzelheiten der Umsetzglieder im Wesentlichen
mit den konstruktiven Einzelheiten entsprechender Umsetzglieder
von stationären
Umsetzeinrichtungen aus dem Stand der Technik übereinstimmen können.
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Der
Träger
der Umsetzeinrichtung ist in einer Start- und Warteposition zu parken,
aus der heraus er zur Bewegung längs
des Weges aktivierbar ist, wenn er auf den Spulenzug zuzugreifen
hat. Wenngleich es im Rahmen der Erfindung nicht ausgeschlossen
sein soll, dass der Träger
der Umsetzeinrichtung selbst eine Umlaufbewegung auf einem geschlossenen Weg
macht, um jeweils in seine Start- und Warteposition zurückzukehren,
so ist doch eine Ausführungsform
bevorzugt, gemäß welcher
er zwischen seiner Star- und
Warteposition und einer Endposition auf dem begrenzten Weg längs der
Förderstrecke
des Spulenzugs vor- und zurückbewegbar
ist. Eine Rückholeinrichtung
sorgt dafür,
dass der Träger
der Umsetzeinrichtung aus seiner Endposition heraus in die Start-
und Warteposition zurückgeführt wird.
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Die
Spulenumsetzvorrichtung nach der Erfindung ist gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform mittels
einer elektronischen Steuereinrichtung steuerbar, welche eine Sensoreinrichtung
zur Überwachung
des Spulenzuges auf Austauschbedarf an seinen Spulenelementplätzen, die
sich der Umsetzeinrichtung nähern,
aufweist, wobei der Träger
der Umsetzeinrichtung bei Feststellung des Austauschbedarfs mittels
der Steuereinrichtung in Bewegung setzbar ist, so dass die Umsetzeinrichtung
neben dem betreffenden Spulenelementplatz mit Austauschbedarf fahren
und auf diesen Spulenelementplatz zugreifen kann, um einen Umsetzschritt
durchzuführen.
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Wie
schon dargelegt, ist die Spulenumsetzvorrichtung nach der Erfindung
in einer bevorzugten Verwendungsweise einer Vorspinnmaschine zugeordnet
und dazu bestimmt und eingerichtet, dem Spulenzug volle Vorgarn-Spulenelemente
von der Vorspinnmaschine im Austausch gegen leere Spulenelemente
von wenigstens einer Feinspinnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine,
zuzuführen.
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Gemäß einer
anderen Anwendungssituation kann eine Spulenumsetzungsvorrichtung
nach der Erfindung einer Feinspinnmaschine zugeordnet und dazu bestimmt
und eingerichtet sein, dem Spulenzug leere Spulenelemente von der
Feinspinnmaschine im Austausch gegen volle Vorgarn-Spulenelemente
von einer Vorspinnmaschine zuzuführen.
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Die
Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert.
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1 zeigt
in einer stark vereinfachten schematischen Darstellung einen möglichen
Aufbau einer Spinnanlage, in welcher die Spulenumsetzvorrichtung
nach der Erfindung einsetzbar ist.
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2 zeigt
Erläuterungsskizzen
zur Darstellung des Ablaufs der Entnahme eines Spulenelementes aus
einem Spulenzug mittels einer Variante der Spulenumsetzvorrichtung
nach der Erfindung.
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3 zeigt
Erläuterungsskizzen
zur Darstellung der Abläufe
bei der Einfügung
eines Spulenelementes in einen Spulenzug mit einer Variante der Spulenumsetzvorrichtung
nach der Erfindung.
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4 zeigt
Erläuterungsskizzen
zur Darstellung der Abläufe
beim Austausch eines Spulenelementes am Spulenzug mit einer weiteren
Variante einer Spulenumsetzvorrichtung nach der Erfindung.
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5 zeigt
eine schematische Darstellung einer Spulenfördereinrichtung mit mehreren
auf Abstand zueinander fahrenden Spulenzügen, wobei die 5 zur
Erläuterung
eines weiteren Erfindungsaspekts dient.
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In 1 ist
eine Spinnanlage grob schematisch skizziert. Sie umfasst eine Gruppe
von Ringspinnmaschinen 2, welche in bekannter Weise dazu dienen,
Feingarn aus einem Vorgarn zu spinnen. Das Vorgarn wird von einer
Vorgarnspinnmaschine (Flyer) 4 auf Spulenelementen bereitgestellt.
Die Spulenelemente werden von einer Spulenumsetzvorrichtung 6 nach
der Erfindung von der Vorgarnspinnmaschine 4 an eine Spulenfördereinrichtung übergeben, welche
in 1 durch ihren Förderstreckenverlauf 8 repräsentiert
ist. Die Fördereinrichtung 8 kann
z.B. vom Kettenförderertyp
oder vom Trolleyzugtyp sein. In beiden Fällen ist sie dazu eingerichtet,
Spulenelemen te der Reihe nach in einem ggf. endlos umlaufenden Spulenzug
oder ggf. mehreren Spulenzügen hängend längs der
Förderstrecke 8 zu
transportieren.
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Im
Bereich der Ringspinnmaschinen 2 verläuft die Förderstrecke 8 mäanderartig,
so dass sie im Beispielsfall längs
sämtlicher
Gatterlängsseiten der
Ringspinnmaschinen 2 entlangführt. Jede Ringspinnmaschine 2 kann
somit von ihren jeweiligen beiden Gatterlängsseiten her mit vollen Vorgarnspulen aus
einem auf der Umlaufstrecke 8 fahrenden Spulenzug versorgt
werden. Die Umsetzung eines vollen Vorgarnspulenelementes vom Spulenzug
auf eine betreffende Ringspinnmaschine 2 im Austausch gegen
ein leeres Spulenelement von der Ringspinnmaschine 2 kann
ggf. manuell, vorzugsweise unter Verwendung einer fahrbaren Umsetzeinrichtung
nach der Erfindung erfolgen. Dieser Fall wird hier nicht weiter
konkret beschrieben.
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Die
von den Ringspinnmaschinen 2 zu dem Spulenzug übertragenen
leeren Spulenelemente werden von dem kontinulierlich längs der
Förderstrecke 8 umlaufenden
Spulenzug der Spulenumsetzvorrichtung 6 zugeführt. Die
Spulenumsetzvorrichtung 6 ist der Vorspinnmaschine 4 zugeordnet
und dazu eingerichtet, von der Vorspinnmaschine 4 bereitgestellte volle
Vorgarnspulenelemente im Austausch gegen leere Spulenelemente an
den Spulenzug 8 zu übergeben.
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Im
Beispielsfall der 1 sei angenommen, dass die Spulenumsetzvorrichtung 6 eine
zweistufige Umsetzeinrichtung bzw. eine Umsetzeinrichtung zur Entnahme
von leeren Spulen aus dem Spulenzug der Fördereinrichtung 8 – und eine
Umsetzeinrichtung zur Einfügung
voller Spulen in den Spulenzug der Fördereinrichtung 8 aufweist.
Die Arbeitsweise der in 1 mit 10 und 12 gekennzeichneten
Umsetzstufen wird nachstehend noch unter Bezugnahme auf die 2 und 3 erläutert. Vorher
sei noch darauf hingewiesen, dass die Umsetzstufe 10 die
von ihr übernommenen
leeren Spulenelemente einer der Vorspinnmaschine 4 vorgeschalteten
Putzeinrichtung 14 zuführt,
welche dazu dient, die leeren Spulenträgerkörper zu reinigen und für die neue
Verwendung in der Vorspinnmaschine 4 vorzubereiten. Auch können in 1 nicht
gezeigte Puffer für
Spulenelemente in an sich bekannter Weise vorgesehen sein.
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2 zeigt
schematisch 5 Zeitmomentaufnahmen A – E der Umsetzstufe 10 aus 1 während der
Entnahme eines leeren Spulenelementes L vom Spulenzug 8a der
Fördereinrichtung 8.
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Ein
Sensor 16 erfasst, dass in dem Spulenzug 8a der
Förderstrecke 8 ein
sich der Umsetzstufe 10 unmittelbar nähernder Spulenelementplatz
des Spulenzuges 8a mit einem leeren Spulenelement L besetzt
ist. Die das Signal des Sensors 16 auswertende Steuereinrichtung 18 aktiviert
dann die verfahrbare Umsetzeinrichtung 20 der Umsetzstufe 10,
so dass die Umsetzeinrichtung 20 aus ihrer Start- und Warteposition
gemäß Situation
A der 2 heraus sich mit dem Spulenzug 8a in
Förderrichtung
bewegt. Dabei findet zu dem Zeitpunkt, in dem das leere Spulenelement
L seitlich neben der Umsetzeinrichtung 20 angekommen ist,
eine Ankopplung der Umsetzeinrichtung 20 an den Antrieb
des Spulenzuges 8a statt, so dass sich von nun an Spulenzug 8a und
die Umsetzeinrichtung 20 mit ihrem Träger 21 gleich schnell
längs der
Förderstrecke 8 bewegen.
Ein im Beispielsfall schwenkbarer Greifarm 26 der Umsetzeinrichtung 20 wird
nun mittels eines Schwenkarmantriebs (nicht gezeigt) zu dem leeren
Spulenelement L seitlich ausgeschwenkt, so dass er das Spulenelement
L aufnehmen (Situation B in 2) und im
weiteren Verlauf der gemeinsamen Bewegung des Trägers 21 und des Spulenzuges 8a vom
Spulenzug zu entfernen kann (Situation C in 2). Die Umsetzeinrichtung 20 erreicht
schließlich
die in Situation D gezeigte Endstellung ihres Verfahrweges, in der
sie das leere Spulenelement L an eine Abgabefördereinrichtung (nicht gezeigt)
abgeben kann, welche das leere Spulenelement L dann der Putzstation 14 (vgl. 1)
zuführt.
Die Umsetzeinrichtung 20 kehrt dann unter der Wirkung eines
Rückholantriebs (nicht
gezeigt) in die Start- und Warteposition zurück (Situation E in 2).
Sobald dann ein nächstes
leeres Spulenelement L des Weges kommt, wird die Umsetzeinrichtung 20 dann
wieder aktiv geschaltet.
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3 zeigt
in einer der 2 ähnlichen Darstellung fünf Situationen
A – E
der Arbeitsweise der Umsetzstufe 12. Entdeckt der Sensor 36 einen
sich der Umsetzstufe 12 längs der Förderstrecke 8 nähernden
leeren Spulenelementplatz X des Spulenzuges 8a, so wird
die Umsetzeinrichtung 30 zu dem Zeitpunkt, in dem der leere
Platz X neben der Umsetzeinrichtung 30 angekommen ist (Situation
A) zur gemeinsamen Bewegung mit dem Spulenzug 8a gekoppelt.
Bei der gemeinsamen Bewegung wird der Schwenkarm 32 unter
der Wirkung eines (nicht gezeigten) Schwenkarmantriebs seitlich
zu dem Spulenzug 8a verschwenkt, so dass er auf die Leerstelle X
zugreifen kann, um dort ein volles Vorgarnspulenelement V in den
Spulenzug 8a einzufügen
(Situationen B und C). Das volle Vorgarnspulenelement V hat der
Schwenkarm 32 bereits vorher in der Situation A von der
Vorspinnmaschine 2 erhalten. In der Situation D gemäß 3 hat
die Umsetzeinrichtung 30 ihre Endposition auf ihrem Weg
längs der
Förderstrecke 8 erreicht
und wird dann von einem (nicht gezeigten) Rückholantrieb in die Start-
und Warteposition zurückgeführt (Situation
E).
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Die
beiden Umsetzstufen 10 und 12 können somit
zusammenwirken, um einen vollständigen Spulenaustausch
an einem betreffenden Spulenelementplatz im Spulenzug 8a vorzunehmen.
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In 4 ist
schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel
einer Spulenumsetzvorrichtung nach der Erfindung in verschiedenen
Momentaufnahmen in der Art der Darstellung gemäß 2 bzw. 3 gezeigt.
Die Spulenumsetzvorrichtung in 4 umfasst
eine längs
der Förderstrecke 8 zwischen
einer Start- und Warteposition (Situation A) und einer Endposition
(Situation E) hin- und herfahrbare Umsetzeinrichtung 40.
Die Umsetzeinrichtung 40 weist einen Träger 41 auf, an dem
eine mehrarmige Schwenkanordnung 42 vorgesehen ist. In
der Situation gemäß A ist
die Umsetzeinrichtung 40 in ihrer Start- und Warteposition,
wobei ein Schwenkarm 42a ein volles Vorgarnspulenelement
V zur Übergabe
an den Spulenzug 8a bereit hält. Gemäß Situation A in 4 hat
sich ein leeres Spulenelement L der Umsetzeinrich tung 40 genähert, wobei
der Sensor 46 diesen Zustand detektiert hat und die betreffende Steuereinrichtung
die Umsetzeinrichtung 40 zur Bewegung längs ihres Verfahrweges aktiviert
hat. Dabei entnimmt der Schwenkarm 42b das leere Spulenelement
L aus dem Spulenzug 8a (Situation B und C). Im weiteren
Verlauf der gemeinsamen Bewegung des Trägers 41 der Umsetzeinrichtung 40 und
des Spulenzuges 8a sorgt der (nicht gezeigte) Schwenkantrieb
der mehrarmigen Schwenkanordnung 42 dafür, dass der Schwenkarm 42a zu
der frei gewordenen Stelle X verschwenkt wird, so dass das volle Spulenelement
V an der Leerstelle X in den Spulenzug 8a eingefügt werden
kann (Situation D und E in 4). In der
Situation E hat die Umsetzeinrichtung ihre Endstellung auf dem Weg
längs der
Förderstrecke 8 erreicht.
Sie wird dann gemäß Situation
F in die Start- und Wartestellung zurückbewegt, wobei sie dann das
mit dem Schwenkarm 42b aufgenommene leere Spulenelement
an die Vorspinnmaschine abgeben und vorher ein neues volles Vorgarnspulenelement
mit einem anderen Schwenkarm 42c von der Vorspinnmaschine übernehmen
kann (Situationen G und H), so dass sie schließlich einen nächsten Spulenaustausch
mit dem Spulenzug 8a vornehmen kann.
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Gemäß 4 kann
es vorgesehen sein, dass der Träger 41 bei
seiner Bewegung längs
der Förderstrecke 8 auch
Bewegungskomponenten quer dazu zur Annäherung an den Spulenzug 8a und
Entfernung von dem Spulenzug 8a ausführen kann.
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Mit
Bezugnahme auf 5 wird im Folgenden ein weiterer
Erfindungsaspekt erläutert. 5 zeigt
schematisch eine Umlaufförderstrecke 8,
welche von mehreren aufeinander folgenden Spulenzügen 8a befahren
wird. An der Förderstrecke
liegen Bearbeitungsstationen 2, 4, etwa eine Ringspinnmaschinengruppe 2 und
ein Flyer 4, wobei unter Verwendung von Spulenumsetzvorrichtungen
Spulenaustausch zwischen einer betreffenden Bearbeitungsstation 2 bzw. 4 und
den Förderzügen 8a stattfinden
kann. Eine Spulenumsetzvorrichtung 6, wie sie z.B. unter
Bezugnahme auf 4 erläutert wurde, sorgt für den Spulenaustausch
zwischen dem Flyer 4 und einem betreffenden Spulenzug 8a.
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Die
Förderstrecke
8 ist
durch eine Führungsschienenanordnung
definiert. Die Spulenzüge
8a sind
aus Trolleys gebildet, welche mittels der Führungsschienen der Führungsschienenanordnung längs der
Förderstrecke
8 geführt sind.
Bei den Trolleys handelt es sich vorzugsweise um Hängetrolleys, welche
mit Rollenlaufwerken an den betreffenden Führungsschienen hängend längs der
Förderstrecke verschiebbar
sind, wobei das Fördergut – im Beispielsfall
also die Spulenelemente – an
betreffenden Halterungsmitteln der Trolleys hängen. Ein Beispiel für eine solche
Hängefördereinrichtung
ist z.B. in der
EP
0 431 268 A1 erläutert.
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Die
Spulenzüge 8a sind
nicht unmittelbar aneinander angekoppelt. Es können somit Abstände 60 zwischen
aufeinander folgenden Spulenzügen 8a entstehen
und aufrechterhalten werden. Eine derartige Entkopplung der Spulenzüge 8a hat
den Vorteil, dass an Stellen der Förderstrecke 8a auf
vorbeifahrende Spulenzüge 8a wirkende
Seitenkräfte
oder Querkräfte
sich nicht auf das gesamte Zugsystem gleichzeitig auswirken können, sondern
allenfalls die kürzeren
Einzelzüge 8a beaufschlagen
können.
Auf diese Weise wird das Gesamtfördersystem
erheblich weniger belastet als im Fall eines durchgehend zusammenhängenden
Endlos-Zuges bzw. als in dem Fall der Verwendung extrem langer Züge.
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Die
Geschwindigkeiten der einzelnen Züge 8a sind steuerbar.
Im Beispielsfall sind längs
der Förderstrecke 8 verteilte
Anschub-Antriebsquellen 66 vorgesehen, welche z.B. Reibräder sein
können,
die von einem jeweiligen steuerbaren Motor angetrieben sind. Die
Geschwindigkeit eines mit einem betreffenden Reibrad 66 jeweils
in Eingriff stehenden Zuges 8a hängt somit von der steuerbaren
Drehzahl des Reibrades 66 ab. Es ist somit eine jeweilige
individuelle Geschwindigkeitssteuerung der Spulenzüge 8a möglich, um
sicherzustellen, dass die Abstände 60 zwischen
den Spulenzügen 8a nicht
zu klein – und nicht
zu groß werden,
um Kollisionen zu vermeiden.
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An
wenigstens einer, insbesondere an mehreren Stellen der Förderstrecke 8 sind
Mittel zur Überwachung
des Abstandes 60 zweier aufeinander folgender Züge 8a vorgesehen.
Im Beispielsfall sind dies die Lichtschranken 68. Denkbar
sind aber auch andere Detektionsmittel, etwa induktive Schalter,
magnetsiche Systeme, Bildauswertungssysteme usw.
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Die
Lichtschrankenanordnung 68 ist so platziert, dass ihr Signalzustand
während
der Phase des Vorbeifahrens eines Zuges 8a ein anderer
ist als in der Phase der Lücke 60 zwischen
zwei Zügen.
Sobald das hintere Ende eines betreffenden Zuges 8a eine
Lichtschrankenanordnung 68 passiert hat, erhält die Steuereinrichtung 70 ein
betreffendes Signal von der Lichtschrankenanordnung 68.
Die Steuereinrichtung erfasst dann das Zeitintervall, bis die momentane
Lücke 60 überwunden – und somit
das vordere Ende eines folgenden Zuges 8a die betreffende Lichtschrankenanordnung 68 erreicht
hat. Die gemessene Zeit oder ggf. der daraus berechnete aktuelle
Lückenabstand 60 wird
dann von der Steuereinrichtung 70 mit einem Sollwert verglichen.
Ist der aktuelle Abstand 60 zu klein, so sorgt die Steuereinrichtung 70 dafür, dass
durch Aktivierung einer oder mehrerer Antriebseinheiten 66 eine
Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den betreffenden Zügen 8a erzeugt
wird, in dem Sinne, dass der tatsächliche Abstand 60 dem
Soll-Abstand angeglichen wird. Dies kann durch Verzögern oder/und
Beschleunigen von Zügen 8a erfolgen.
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In
dem Beispielsfall der 5 sind die Abstände 60 zwischen
aufeinander folgenden Zügen 8a näherungsweise
gleich groß.
Dies muss nicht unbedingt sein. Denkbar wäre auch, dass Abstände bestimmten
Fördersituationen
entsprechend gezielt vergrößert und
verkleinert werden, etwa wenn ein Zug 8a beim Passieren
einer bestimmten Stelle langsamer fahren soll, um dann schließlich wieder
auf größere Geschwindigkeit
beschleunigt und ggf. danach wieder auf mittlere Geschwindigkeit
abgebremst werden soll.
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Dieses
Prinzip der Regelung der Abstände zwischen
aufeinander folgenden Trolleys oder Trolleyzügen ist mit großen Vorteilen
auf betreffende Förder systeme
im Allgemeinen anwendbar, so dass diesem weiteren Erfindungsaspekt
selbständige
Bedeutung unabhängig
von der erfindungsgemäßen Spulenumsetzvorrichtung
und unabhängig
von dem Einsatz im Spinnereiwesen zukommt. Die Anmelderin behält sich
daher vor, diesen weiteren Erfindungsaspekt unabhängig aufzugreifen – und zu
beanspruchen.