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Die
Erfindung betrifft ein Steuerungsmodul für eine Aufwickelvorrichtung
zum Aufwickeln eines Fadens gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft ferner eine mit einem derartigen Steuerungsmodul
ausgestattete Aufwickelvorrichtung sowie ein entsprechendes Verfahren.
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Ein
derartiges Steuermodul sowie ein entsprechendes Verfahren ist aus
der europäischen
Patentanmeldung
EP 0 401 781 bekannt.
Durch eine regelbare Verbindung zwischen den Antrieben der Spule
und einer Changiereinrichtung mit um einen Sollwert schwankenden
Windungszahlen werden die Windungszahlen so optimiert, dass eine
gleichmäßige Verteilung
der Fadenwendeln am Spulenumfang erreicht wird. Dadurch hat die
Spule sehr gute Ablaufeigenschaften. Eine Verteilung der Fadenwendeln kann
beispielsweise nach einem Spulversuch oder mittels eines Simulationsprogramms
ermittelt werden. In der Druckschrift ist erläutert, dass die Verteilung
der Fadenwendeln am Spulenumfang ungleichmäßig ist, wenn die Windungszahl
zur Spiegelbildung führt.
Ein gleichmäßiger Spulenaufbau
wird hingegen dann erreicht, wenn das Verhältnis von Spindeldrehzahl und
Changierfrequenz so geregelt wird, dass im Bereich der Regel schwankungen
der Dezimal der Windungszahl keine Spiegeldezimalen bis zu einer
maximalen Spiegelordnung vorhanden sind.
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Die
DE 691 10 539 T2 betrifft
das Abspulen von Kreuzwickelspulen mit optimaler Garnentnahmegeschwindigkeit.
Die Geschwindigkeit, mit der ein Schußgarn auf eine Speichertrommel
gespult wird, wird so konstant wie möglich gehalten. Es wird in
der Druckschrift erläutert,
dass die meisten Fadenbrüche am
Anfang oder am Ende einer Vorratsspule auftreten. Das Verfahren
gemäß der Druckschrift
soll daher in erster Linie am Anfang und am Ende einer Vorratsspule
angewendet werden. Dann wird die Garnentnahmegeschwindigkeit, mit
der das fragliche Schußgarn
von der entsprechenden Vorratsspule abgespult wird, reduziert.
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Aus
der
DE 101 57 303
A1 sind ein Steuerungsmodul und eine Aufwickelvorrichtung
bekannt, mit denen verschiedenartige Kreuzwickelspulen erzeugt werden
können,
wobei die Fadenführungseinrichtung
parallel zur Drehachse der Hülse
hin und her bewegt wird, so dass der Faden auf die durch den Drehantrieb
in Rotation versetzte Kreuzwickelspule changierend aufgewickelt
wird. Bei der bekannten Aufwickelvorrichtung ist der Längsantrieb
optimiert, insbesondere im Hinblick auf den Umkehrvorgang am Ende
eines jeweiligen Changierhubes entlang der Drehachse bzw. Längsachse
der Kreuzwickelspule.
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Wenn
eine derartig bewickelte Kreuzwickelspule an einer Abwickelvorrichtung,
beispielsweise an einer textilverarbeitenden Maschine, abgewickelt wird,
treten besonders beim stirnseitigen Abwickeln oder Abziehen starke
Belastungen am Faden auf. Bei den seither im Einsatz befindlichen
Abwickelvorrichtungen ist dies meistens noch unproblematisch, da der
Faden mit verhältnismäßig geringer
Geschwindigkeit und somit geringer Zug-Kraft von der Kreuzwickelspule
abgewickelt wird. Neuere Textilmaschinen, beispielsweise schnelle
Webmaschinen oder dergleichen, benötigen jedoch in verhältnismäßig kurzer Zeit
große
Mengen an Faden bzw. Garn. Dementsprechend hoch ist die Abwickelgeschwindigkeit, was
beim stirnseitigen Abwickeln zu Lastspitzen und somit zum Abreißen des
Fadens führen
kann.
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Kreuzwickelspule
mit Faden derart optimiert zu bewickeln, dass die Belastungen am
Faden beim Abwickeln der Kreuzwickelspule, insbesondere beim stirnseitigen
Abwickeln der Kreuzwickelspule, möglichst gering sind.
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Zur
Lösung
der Aufgabe sieht die Erfindung ein Steuerungsmodul gemäß der technischen
Lehre des Anspruchs 1 vor. Das erfindungsgemäße Verfahren sieht zur Optimierung
von Belastungen am Faden, die beim Abwickeln des Fadens von der
Kreuzwickelspule an der Abwicklungsvorrichtung auftreten, ein Steuern
des Drehantriebs und des Längsantriebs anhand
eines mathema tischen Modells vor, das mindestens eine beim Abwickeln
an der Abwicklungsvorrichtung am Faden auftretende Kraft umfasst,
wobei die mindestens eine Kraft eine auf den Faden wirkende Zugkraft
und/oder eine am jeweiligen Ablösepunkt des
Fadens von der Kreuzwickelspule auftretende Ablösekraft umfasst.
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Bei
der Erfindung ist ein auf einem mathematischen Modell basierender
Ansatz gewählt,
bei dem eine, vorzugsweise mehrere Kräfte am Faden berücksichtigt
sind, die beim Abwickeln bzw. Abziehen der Kreuzwickelspule, insbesondere
beim stirnseitigen Abwickeln, auftreten. Beispielsweise baut das Modell
auf einem Differentialgleichungssystem auf. Die Erfindung ermög licht ein
flexibles, dynamisch an die jeweiligen Abwicklungsverhältnisse
angepasstes Bewickeln der Kreuzwickelspule. Langwierige Versuchsreihen
zur Ermittlung von Wickelparametern sind nicht erforderlich. Eine Änderung
der Verhältnisse
beim Abwickeln der Kreuzwickelspule kann mit verhältnismäßig geringem
Aufwand bei dem Modell berücksichtigt
werden, so dass die. Anpassung an geänderte Abwicklungsverhältnisse,
beispielsweise an andere Kräfteverhältnisse
und/oder kinematische Verhältnisse
an der Abwicklungsvorrichtung, beispielsweise an einer Textilmaschine,
mit geringem Aufwand möglich
ist. Das Steuerungsmodul sorgt jedenfalls für eine an die jeweiligen Abwicklungsverhältnisse
optimal gewickelte Kreuzwickelspule. Erfindungsgemäß können zylindrische,
kegelstumpfförmige
oder sonstige rotationssymmetrische Kreuzwickelspulen bewickelt
werden. Der Begriff "Faden" ist sehr weit zu
verstehen und umfasst selbstverständlich auch Textil-Garne, flexible,
fadenartige Kunststoffe, Seile oder dergleichen.
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Die
Kreuzwickelspule rotiert vorzugsweise beim Aufwickeln, jedoch nicht
beim Abwickeln, wobei sie beim Aufwickeln durch den Drehantrieb
angetrieben wird. Beim Abwickeln ist die Kreuzwickelspule üblicherweise
ohne Antrieb, wobei sie auch beim Abwickeln rotieren kann.
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Der
Drehantrieb treibt den Spulenträger
mittelbar oder unmittelbar an. Bevorzugt ist eine Variante, bei
der der Drehantrieb den Spulenträger
mittelbar über
eine auf die Kreuzwi ckelspule wirkende Friktionswalze antreibt.
Bei dieser Variante ist die Rotationsgeschwindigkeit am Außenumfang
der Kreuzwickelspule zweckmäßigerweise
konstant.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie der
Beschreibung.
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Bei
dem mathematischen Modell können verschiedene
Parameter berücksichtigt
werden, die nachfolgend beispielhaft aufgezählt sind:
- – eine Beschaffenheit
des Fadens, beispielsweise maximale Zugbelastbarkeit, Faden-Durchmesser, Elastizität, Masse
oder dergleichen;
- – ein
Abstand zwischen der abzuwickelnden Kreuzwickelspule und einer Abwickel-Fadenführungseinrichtung,
z.B. einer Führungsöse, an der Abwickelvorrichtung;
- – die
Abzugsgeschwindigkeit, mit der der Faden von der Kreuzwickelspule
abgewickelt wird;
- – ein
Spulendurchmesser der Kreuzwickelspule, wobei vorzugsweise auch
ein beim Abwickeln der Kreuzwickelspule sich verändernder Spulendurchmesser
berücksichtigt
wird;
- – eine
oder mehrere Zugkräfte,
die am Faden zwischen dem Ablösepunkt
an der Kreuzwickelspule und der Abwickel-Fadenführungseinrichtung auftritt
bzw. auftreten;
- – eine
oder mehrere Ablösekräfte, die
am Ablösepunkt
des Fadens von der Kreuzwickelspule beim Abwickeln auftreten, wobei
diese Ablösekräfte auch
Reibungskräfte
zwischen Faden und Kreuzwickelspule umfassen können;
- – Tangentialkräfte und
dergleichen.
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Die
oben erläuterten
Parameter können
zum Teil dem erfindungsgemäßen Steuerungsmodul
vorgegeben werden. Beispielsweise kann der Abstand zwischen Kreuzwickelspule
und Abwickel-Führungseinrichtung
dem Steuerungsmodul über
eine Bedienoberfläche, über eine
Bus-Schnittstelle oder dergleichen vorgegeben werden. Teilweise
werden die Parameter vom erfindungsgemäßen Steuerungsmodul auch anhand
des Modells berechnet.
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In
Abhängigkeit
von den jeweiligen Ausgabeparametern des mathematischen Modells
steuert das Steuerungsmodul den Drehantrieb bzw. den Längsantrieb
an, so dass der Faden in unterschiedlichen Wickelwinkeln auf die
Kreuzwickelspule aufgewickelt wird. Dieser Winkel, der beispielsweise
auf die Drehachse bzw. Längsachse
der Kreuzwickelspule oder auf ein Lot zur Drehachse bezogen ist,
kann bei zwei aufeinanderfolgenden Hüben der Aufwickel-Fadenführungseinrichtung
unterschiedlich sein. Beispielsweise wird der Faden bei einer ersten
Vorwärts-Längsbewegung "schräger" auf die Kreuzwickelspule
aufgewickelt als bei einer entgegengesetzten Rückwärtsbewegung der Fadenführungseinrichtung.
Ferner wird vorteilhafterweise der Wickelwinkel in Abhängigkeit
vom Durchmesser der Kreuzwickelspule verändert.
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Das
Steuerungsmodul bzw. das erfindungsgemäße Verfahren ermittelt vorteilhafte
Wickelwinkel, wobei sie den jeweiligen, sich während des Bewickelns der Kreuzwickelspule
veränderlichen
Spulendurchmesser berücksichtigen.
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Eine
erfindungsgemäß optimierte
Bewicklung der Kreuzwickelspule sieht zweckmäßigerweise eine im Wesentlichen
konstante Doppelhub-Länge des
Fadens vor. Die Doppelhub-Länge
umfasst eine Länge
des Fadens, die bei zwei aufeinanderfolgenden, einander entgegengesetzten
Längshüben des Ablösepunkts
entlang der Längsachse
der Kreuzwickelspule beim Abwickeln des Fadens von der Kreuzwickelspule
abgewickelt wird. Mit Bezug auf die erfindungsgemäße Aufwickelvorrichtung
würde die
entsprechende Definition lauten, dass die Doppelhub-Länge eine
Länge des
Fadens umfasst, die bei zwei aufeinanderfolgenden, einander entgegengesetzten,
entlang der Längsachse
der Kreuzwickelspule führenden
Längshüben der
Fadenführungseinrichtung
auf die rotierende Kreuzwickelspule aufgewickelt wird.
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Zusätzlich umfasst
die Doppelhub-Länge zweckmäßigerweise
noch einen Abstand zwischen der Kreuzwickelspule und der Abwickel-Fadenführungseinrichtung,
beispielsweise den Längsabstand zwischen
einer Stirnseite der Kreuzwickelspule und der Abwickel-Fadenführungseinrichtung.
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Zweckmäßigerweise
ist die Doppelhub-Länge
derart gewählt,
dass beim Abwickeln des Fadens an der Abwicklungsvorrichtung keine
Resonanzen am Faden entstehen.
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Die
Erfinder haben weiterhin erkannt, dass vorteilhafterweise ein beim
Abwickeln des Fadens an der Abwicklungsvorrichtung entstehender
rotationssymmetrischer Ballon des Fadens eine im Wesentlichen konstante
Außengestalt
aufweisen soll. Der Begriff "konstante
Außengestalt" ist dahingehend
zu verstehen, dass die Länge
des Ballons mit Bezug auf die Rotationsachse selbstverständlich mit
dem sich hin und her bewegenden Ablösepunkt an der Kreuzwickelspule
variiert. Der Ballon hat beispielsweise während des gesamten Abwicklungsvorgangs
keine Taillierung oder konstant eine oder mehrere Taillierungen.
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Betrachtet
man eine Momentaufnahme beim Abwickeln des Fadens von der Kreuzwickelspule,
so befindet sich während
dieser Momentaufnahme der Faden sozusagen auf einer Winkelsegment-
oder Winkelebene des rotationssymmetrischen Ballons. In einer solchen
Winkelebene beschreibt der Faden beispielsweise einen nach außen gewölbten Bogen, eine
Wellenlinie mit einer oder mehreren Wellen oder dergleichen. Dementsprechend
hat der Verlauf des Fadens keinen Wendepunkt bzw. einen oder mehrere
Wendepunkte. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass die
Kreuzwickelspule durch die erfindungsgemäße Aufwicklungsvorrichtung
bzw. das Steuerungsmodul so bewickelt wird, dass der Faden beim
Abwickeln möglichst
dieselbe Anzahl von Wende punkten hat oder, mit anderen Worten, der
Fadenverlauf, beispielsweise die Wellenform, des Fadens auf einem
Winkelabschnitt des rotationssymmetrischen Ballons im Wesentlichen
konstant bleibt.
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Nachfolgend
wird ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
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1 schematisiert
eine erfindungsgemäße Aufwicklungsvorrichtung
mit einem erfindungsgemäßen Steuerungsmodul,
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2a schematisiert
eine Abwicklungsvorrichtung zum Abwickeln einer durch die Aufwicklungsvorrichtung
gemäß 1 mit
Faden bewickelten Kreuzwickelspule, wobei der Faden eine erste Wellenform
beschreibt,
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2b eine
zweite Variante der Abwicklungsvorrichtung gemäß 2a, wobei
der abzuwickelnde Faden eine zweite Wellenform beschreibt.
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In 1 ist
eine insgesamt mit 10 bezeichnete Aufwickelvorrichtung
zum Aufwickeln eines Fadens 11 auf eine Kreuzwickelspule 12 gezeigt.
Die Kreuzwickelspule 12 wird auf eine Hülse 13 gewickelt,
die an einem um eine Drehachse 14 rotierbaren Spulenträger 15 angeordnet
ist, beispielsweise auf diesen aufgesteckt ist. Ein Drehantrieb 16 treibt
den Spulenträ ger 15 an.
Die Drehachse 14 bildet zugleich eine Längsachse 18 der Kreuzwickelspule 12.
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Alternativ
ist auch ein mittelbares Antreiben des Spulenträgers 15 möglich, z.B.
in Gestalt eines Friktionsantriebs. Beispielsweise treibt ein zum
Drehantrieb 16 alternativer Drehantrieb 16' eine Friktionswalze 70 an,
die am Außenumfang
der Kreuzwickelspule 12 anliegt. Schwenkarme 71 halten
die Friktionswalze 70. Mittels der Schwenkarme 71,
die die Friktionswalze 70 vorzugsweise federbelastet an
den Außenumfang
der Kreuzwickelspule 12 anpressen, ist die Friktionswalze 70 zur
Kreuzwickelspule 12 hin schwenkbar bzw. kann von dieser
weggeschwenkt werden.
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Eine
entlang der Drehachse 14 bzw. Längsachse 18 längsbewegliche
Fadenführungseinrichtung 17,
beispielsweise eine Öse,
führt den
Faden 11 der Kreuzwickelspule 12 zu. Zugleich
führt die
Fadenführungseinrichtung 17 den
Faden 11 entlang der Längsachse 18 bei
rotierender Kreuzwickelspule 12 hin und her, wobei ein
changierendes Wicklungsmuster entsteht. Der Faden 11 kommt
aus einer Fadenquelle 19, beispielsweise einer Spinnmaschine
oder dergleichen.
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Ein
Längsantrieb 20 treibt
die Fadenführungseinrichtung 17 entlang
der Längsachse 18 an bzw.
bewegt die Fadenführungseinrichtung 17 entlang
der Längsachse 18 bzw.
der Drehachse 14 hin und her. Der Längsantrieb 20, beispielsweise
ein e lektrischer Antrieb oder ein fluidtechnischer Antrieb, enthält ein Antriebselement 21.
Das Antriebselement 21 ist beispielsweise der Läufer des
z.B. elektrischen Längsantriebs 20 oder
ein Kolben eines fluidtechnischen, beispielsweise pneumatischen
Längsantriebs 20.
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Ein
Steuerungsmodul steuert den Drehantrieb 16 sowie den Längsantrieb 20 über Leitungen 23, 24.
Bei elektrischen Antrieben 16, 20 handelt es sich
bei den Leitungen 23, 24 beispielsweise um elektrische
Leitungen, bei entsprechenden fluidtechnischen, beispielsweise pneumatischen
Antrieben können
anstelle der Leitungen 23, 24 auch Ventilanordnungen,
Fluidleitungen oder dergleichen vorgesehen sein, um die entsprechenden
Antriebe gesteuert mit Druckmedium zu beaufschlagen bzw. Druckmedium
von den Antrieben wegzuführen.
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Die
Antriebe 16, 20 weisen Schnittstellenmittel 25 auf,
mit denen sie mit dem Steuerungsmodul 22 verbindbar sind.
Beim Ausführungsbeispiel
sind die Schnittstellenmittel 25 vereinfacht durch Stecker 26, 27 angedeutet.
Die Schnittstellenmittel 25 erlauben eine dynamische Ansteuerung
der Antriebe 16, 20 und können beispielsweise Regelungsmittel,
fluidtechnische Ventilanordnungen oder dergleichen enthalten. Jedenfalls
kann das Steuerungsmodul 22 die Antriebe 16, 20 über die
Schnittstellenmittel 25 zweckmäßigerweise hochdynamisch zur
Ausführung der
Erfindung ansteuern.
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Das
erfindungsgemäße Steuerungsmodul 22 ist
beim Ausführungsbeispiel
in Hardware und Software ausgeführt,
wobei eine Ausführung
in reiner Software ebenfalls möglich
ist. Das Steuerungsmodul 22 enthält einen Prozessor 28 zum
Ausführen
von Programmcode, beispielsweise von Programmcode eines Betriebssystemmoduls 29 und
eines Parametermoduls 30, die in einem Speicher 31,
beispielsweise flüchtigem
und/oder nicht flüchtigem
Speicher des Steuerungsmoduls 22 abgelegt sind. Durch Ausführung von
Programmcode des Parametermoduls 30 erzeugt das Steuerungsmodul 22 Steuerungsparameter
und Steuerungsbefehle 32, 33, mit denen das Steuerungsmodul 22 die
Antriebe 16, 20 derart steuert, dass der Faden 11 bei
durch den Drehantrieb 16 in Rotation versetzter Hülse 13 bzw.
Kreuzwickelspule 12 unter durch den Längsantrieb 20 bewirkter
Hin- und Herbewegung der Fadenführungseinrichtung 17 zu
der Kreuzwickelspule 12 changierend gewickelt wird. Die
Steuerungsbefehle 32, 33 übermittelt das Steuerungsmodul 22 über Schnittstellenmittel 34 an die
Schnittstellenmittel 25 der Antriebe 16, 20.
Hierfür eignet
sich beispielsweise eine Kommunikation über einen Feldbus, beispielsweise
einen CAN-Bus oder dergleichen. Das Steuerungsmodul 22 kann
nicht dargestellte Regelungsmittel zum Regeln der Antriebe 16, 20 enthalten.
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Das
Parametermodul 30 enthält
Programmcode, der ein mathematisches Modell von am Faden 11 auftretenden
Kräften,
die beim Abwickeln, das man auch als Abziehen bezeichnen könnte, der Kreuzwickelspule 12 an
einer in den 2a und 2b darge stellten
Abwicklungsvorrichtung 50 auftreten. Bei der Abwicklungsvorrichtung 50 handelt
es sich beispielsweise um eine Webmaschine oder eine sonstige textilverarbeitende
Maschine, die Faden, Garn oder dergleichen verarbeitet.
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Bei
der Abwicklungsvorrichtung 50 ist die Kreuzwickelspule 12 vorzugsweise
drehfest oder aber drehbar gelagert, beispielsweise an einer drehbaren
Halterung, die in der Figur aus Gründen der Vereinfachung nicht
dargestellt ist. Die Kreuzwickelspule 12 ist z.B. um eine
Drehachse 51 drehbar. In Achsrichtung der Drehachse 51 ist
eine Abwickel-Fadenführungseinrichtung 52,
beispielsweise eine Öse, angeordnet.
Eine Zugeinrichtung 53 zieht den Faden 11 von
der Kreuzwickelspule 12 ab, wobei der Faden 11 durch
die Fadenabwickel-Fadenführungseinrichtung 52 geführt wird.
Die Zugeinrichtung 53 führt
den Faden 11 beispielsweise einem Webprozess oder dergleichen
zu, den die Abwicklungsvorrichtung 50 in nicht dargestellter
Weise durchführt.
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Beim
Abwickeln bzw. Abziehen des Fadens 11 von der Kreuzwickelspule 12 wirken
verschiedene Kräfte
auf den Faden 11, beispielsweise eine Ablösekraft 54 an
einem Ablösepunkt 55 an
der Kreuzwickelspule 12. Die Ablösekraft 54 enthält beispielsweise
Tangentialkräfte,
Reibungskräfte,
beispielsweise bewirkt durch das Anhaften des Fadens 11 an
der Kreuzwickelspule 12 oder dergleichen, Zugkräfte oder
dergleichen. Jedenfalls bildet das Parametermodul 30 diese
Kräfte
ab bzw. be rechnet diese Kräfte,
wobei eine oder mehrere geometrische und/oder kinematische Bedingungen
der Abwicklungsvorrichtung 50 berücksichtigt werden.
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Die
geometrischen Bedingungen enthalten beispielsweise die Länge 56 der
Kreuzwickelspule 12, deren Durchmesser 57 sowie
den Abstand 58 der Kreuzwickelspule 12 zur Abwickel-Fadenführungseinrichtung 52,
bei dem es sich vorliegend um einen Axialabstand handelt.
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Weiterhin
berücksichtigt
das Parametermodul 30 als kinematische Bedingung eine Abwicklungsgeschwindigkeit 59,
mit der die Zugeinrichtung 53 den Faden 11 von
der Kreuzwickelspule 12 abwickelt bzw. abzieht.
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Bei
diesem Abwickeln bzw. Abziehen kann die Kreuzspule 12 in
Rotation versetzt werden oder drehfest sein. Jedenfalls rotiert
der Ablösepunkt 55 üblicherweise
beim Abwickeln bzw. Abziehen um die Kreuzwickelspule 12.
Der Faden 12 bildet zwischen dem Ablösepunkt 55 und der
Abwickel-Fadenführungseinrichtung 52 eine
Art Ballon oder einen sonstigen, um die Drehachse 51 im
Wesentlichen rotationssymmetrischen Körper. Bei dem in 2a gezeigten
Abstand 58 der Kreuzwickelspule 12 von der Abwickel-Fadenführungseinrichtung 52 bildet
sich beispielsweise ein Einfach-Ballon 60, der keine Taillierung
aufweist. Bei einem gegenüber
dem Abstand 58 vergrößerten Abstand 58' zwischen der
Kreuzwickelspule 12 und der Abwickel-Fadenführungseinrichtung 52 gemäß 2b hingegen
bildet sich ein Mehrfach-Ballon 61, z.B. ein Doppelballon.
Zwischen dem Ablösepunkt 55 und
der Abwickel-Fadenführungseinrichtung 52 weist
der Verlauf des Fadens 11 dann mehrere Wendepunkte auf,
beispielsweise Wendepunkte 62, 63.
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Wenn
sich ein Einfachballon wie in 2a oder
ein Mehrfachballon wie in 2b stationär oder quasistationär einstellt,
sind nach der Erkenntnis der Erfinder die auf den Faden 11 beim
Abwickeln von der Kreuzwickelspule 12 wirkenden Kräfte verhältnismäßig gering.
Findet jedoch ein Übergang
von einem Einfachballon auf einen Zwei- oder Mehrfachballon, oder
allgemeiner formuliert, von einem x-fach auf einen y-fach Ballon
(mit x ungleich y) statt (oder umgekehrt), treten insbesondere während der Übergangsphase
verhältnismäßig große Kräfte am Faden 11 auf,
was im Extremfall zum Abreißen
des Fadens 11 führen
kann. Um eine derartige Situation zu verhindern, ermittelt das Parametermodul 30 optimierte Wicklungsparameter
zum Bewickeln der Kreuzwickelspule 12 anhand eines Modells,
bei dem z.B. die Länge 56 der
Kreuzwickelspule 12, der Abstand 58, zweckmäßigerweise
auch der Durchmesser 57 der Kreuzwickelspule 12 und
dergleichen mehr berücksichtigt
sein können.
Bei einer mit den durch das Steuerungsmodul 22 ermittelten
optimierten Wicklungsparametern bewickelten Kreuzwickelspule 12 treten Übergänge von
einem x-fach auf einen y-fach Ballon
beim Abwickeln der Kreuzwickelspule 12 nicht oder selten
auf. Durch die erfindungsgemäß optimierte
Bewicklung der Kreuzwickelspule 12 sind derartige Übergänge gezielt
beeinflussbar, wobei z.B. hinsichtlich der Fadenbelastung unkritische Übergänge erlaubt
sein können.
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Zur
Ermittlung optimierter Wicklungsparameter wertet das Steuerungsmodul 22 Eingangsparameter
aus. Über
Schnittstellmittel 35, beispielsweise über eine Ein- Ausgabeschnittstelle
mit einem Display, einer Tastatur und/oder einer seriellen Schnittstelle,
einer Busschnittstelle oder dergleichen, können kinematische und/oder
geometrische Gegebenheiten der Abwicklungsvorrichtung 50 oder
anderer Abwicklungsvorrichtungen an dem Steuerungsmodul 22 parametriert
werden. Beispielsweise sind Parameter 36 des Fadens 11,
z.B. dessen Zugfestigkeit, dessen Reibeigenschaften oder dergleichen,
sowie geometrische und/oder kinematische Parameter 37 der
Abwicklungsvorrichtung 50 über die Schnittstellenmittel 35 parametrierbar,
beispielsweise über
einen interaktiven Benutzerdialog, durch Eingabe über eine
serielle Schnittstelle oder dergleichen. Auch eine gewünschte Abwicklungsgeschwindigkeit 59 an der
Abwicklungsvorrichtung 50 ist parametrierbar. Die Parameter 36, 37 sind
z.B. als Parametersätze im
Speicher 30 gespeichert.
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Anhand
der Parameter 36, 37 ermittelt die Steuerungsvorrichtung 22,
insbesondere das Parametermodul 30, optimierte Wicklungsparameter
zum Bewickeln der Kreuzwickelspule 12. Bei gegebenem Abstand 58 an
der Abwicklungsvorrichtung 50 sowie ei ner gewünschten
Abwicklungsgeschwindigkeit 59 und einem Spulendurchmesser 57 ermittelt
das Parametermodul 50 optimale Wickelwinkel 38, 39 zum Bewickeln
der Kreuzwickelspule 12 mit den Faden 11. Die
Wickelwinkel 38, 39 beziehen sich beispielsweise
auf die Längsachse 18 oder
auf Tangenten an der Oberfläche
der Kreuzwickelspule 12, die senkrecht zur Drehachse 14 bzw.
Längsachse 18 der Kreuzwickelspule 12 sind.
Bei einem ersten Längshub 40 (in
der Figur von rechts nach links) der Fadenführungseinrichtung 17 stellt
das Steuerungsmodul 22 beispielsweise den Wickelwinkel 38 ein.
Bei einem darauffolgenden, dem Längshub 40 entgegengesetzten
Längshub 41 hingegen
stellt das Steuerungsmodul den zweiten, von dem ersten Wickelwinkel 38 verschienenen
Wickelwinkel 39 ein. Beispielsweise steuert das Steuerungsmodul 22 den
Drehantrieb 16 oder den alternativ möglichen Drehantrieb 16' zu einer im
Wesentlichen konstanten Rotationsgeschwindigkeit 42 an.
Bei der bevorzugten Variante mit dem Drehantrieb 16' und der Friktionswalze 70 ist die
Umfangsgeschwindigkeit der Kreuzwickelspule 12 im wesentlichen
konstant.
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Den
Längsantrieb 20 hingegen
steuert das Steuerungsmodul 22 bei den Längshüben 40, 41 mit unterschiedlichen
Längshubgeschwindigkeiten 43, 44 an,
so dass der Faden 11 mit unterschiedlichen Wickelwinkeln 38, 39 auf
die Kreuzwickelspule 12 gewickelt wird. Es versteht sich,
dass das Steuerungsmodul 22 auch die Rotationsgeschwindigkeit 42 variieren
kann.
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Beim
Abwickeln der Kreuzwickelspule 12 verändert sich der Durchmesser 57.
Nun wäre
es prinzipiell möglich,
dass das Steuerungsmodul 22 die Antriebe 16, 20 derart
ansteuert, dass die Kreuzwickelspule 12 über ihren
gesamten, sich mit zunehmender Bewicklung vergrößernden Durchmesser 57 mit
denselben Wickelwinkeln 38, 39 bewickelt wird. Vorliegend
jedoch verändert
das Steuerungsmodul 22 die Wickelwinkel 38, 39 in
Abhängigkeit
vom jeweiligen Durchmesser 57 der Kreuzwickelspule 12, der
beispielsweise mit einem Startdurchmesser 64 (der dem Außendurchmesser
der Hülse 13 entspricht)
beginnt und mit einem Enddurchmesser 65 endet.
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Das
Steuerungsmodul 22 stellt die Wickelwinkel 38, 39 beispielsweise
so ein, dass eine Doppelhublänge 66 des
Fadens 11 im Wesentlichen konstant bleibt, auch bei sich
veränderndem
Durchmesser 57 der Kreuzwickelspule 12 beim Abwickeln
des Fadens 11. Die Doppelhublänge 66 ist vorliegend beispielsweise
die Länge
des Fadens 11, die abgewickelt wird, wenn sich der Ablösepunkt 55 entlang
der Länge 56 der
Kreuzwickelspule 12 jeweils einmal hin und her bewegt,
was einer Summe der Längshübe 40 und 41 entspricht.
Das Steuerungsmodul 22 stellt die Doppelhublänge 66 derart
ein, dass beispielsweise der Einfachballon 60 gemäß 2a oder
der Mehrfachballon 61 gemäß 2b beim
Abwickeln der Kreuzwickelspule 12 entsteht und jeweils über den gesamten
Abwicklungsvorgang der Kreuzwickelspule 12 im wesentlichen
konstant bleibt.
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Es
ist möglich,
dass bei Abwicklungsvorrichtungen der Abstand zwischen der Abwickel-Fadenführungseinrichtung
und der Kreuzwickelspule variabel ist. Dies ist beispielsweise auch
bei der Abwicklungsvorrichtung 50 der Fall. Das Parametermodul 30 bzw.
das Steuerungsmodul 22 ermitteln in einer solchen Konstellation
einen optimalen Abstand 58 zwischen der Kreuzwickelspule 12 und
der Fadenführungseinrichtung 52 anhand
vorgegebener Parameter, beispielsweise der Beschaffenheit des Fadens 11,
gewünschter
Start- und Enddurchmesser 64, 65 der Kreuzwickelspule 12,
gewünschter
bzw. vorgegebener Abwicklungsgeschwindigkeit 59, Wickelwinkeln 38, 39 oder
dergleichen. Den jeweils ermittelten Abstand 58 zur Einstellung
der Abwicklungsvorrichtung 50 gibt das Steuerungsmodul 22 an
den Schnittstellenmitteln 35 aus, beispielsweise in Form
einer optischen Anzeige, auf einem Datenträger oder dergleichen.
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Eine
Anpassung an veränderte
geometrische und/oder kinematische Gegebenheiten der jeweiligen
Abwicklungsvorrichtung, an unterschiedliche Faden bzw. Garnqualitäten oder
dergleichen ist bei dem Steuerungsmodul 22 einfach realisierbar. Die
jeweils gewünschten
Parameter werden an den Schnittstellenmitteln 35 angegeben.
Anhand dieser Parameter ermittelt das Steuerungsmodul 22 die
jeweils erforderlichen Wickelwinkel 38, 39, die,
wie erläutert,
auch veränderlich
sein können,
und steuert in entsprechender Weise die Antriebe 16, 20 an.
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Weitere
Varianten der Erfindung sind ohne Weiteres möglich.
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Beispielsweise
kann das Steuerungsmodul 22 ein von den Antrieben 16, 20 abgesetztes
Modul sein, das mit einem lokalen Steuerungsmodul zur Ansteuerung
der Antriebe 16, 20 zusammenwirkt bzw. für dieses
Steuerungsmodul Parameter bzw. Befehlssätze erzeugt. Das erfindungsgemäße Steuerungsmodul
ermittelt dann in der beschriebenen Weise anhand eines mathematischen
Modells die mit wachsendem Durchmesser 57 der Kreuzwickelspule 12 sich
veränderten
Wickelwinkel 38, 39 und gibt diese an das lokale
Steuerungsmodul zur Ansteuerung der Antriebe 16, 20 weiter,
beispielsweise über
eine Datenleitung und/oder auf einem Datenträger, z.B. einer Diskette oder
dergleichen.
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Das
Steuerungsmodul 22 kann mit verschiedenen Messeinrichtungen,
die aus Gründen
der Vereinfachung in der Figur nicht dargestellt sind, zusammenwirken.
Beispielsweise kann eine Längenmesseinrichtung
zur Messung der jeweils der Kreuzwickelspule 12 zugeführten Länge des
Fadens 11 vorhanden sein. Ferner können Messmittel, beispielsweise optische
Sensoren, vorhanden sein, die den jeweiligen Durchmesser 57 der
Spule 12 ermitteln und dem Steuerungsmodul 22 übermitteln.
Auch zur Ermittlung der jeweiligen Geschwindigkeiten der Antriebe 16, 20 können mit
dem Steuerungsmodul kooperierende Messmittel vorhanden sein.
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Das
Steuerungsmodul 22 kann auch eine optimale Abwicklungsgeschwindigkeit 59 ermitteln,
mit der die Abwicklungsvorrichtung 50 den Faden 11 von der
Kreuzwickelspule 12 abwickeln sollte.