DE10163373C1 - Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen in einem Walzgerüst - Google Patents
Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen in einem WalzgerüstInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen in einem Walzgerüst (1), insbesondere zum Einsetzen einer Warmbreitbandstraße, wobei das Walzgerüst (1) eine obere höhenverstellbare Stützwalze (5), einen Arbeitswalzensatz mit einer oberen Arbeitswalze (3) und mit einer unteren Arbeitswalze (2), und eine untere Stützwalze (4) aufweist, wobei die obere Arbeitswalze (3) gegenüber der unteren Arbeitswalze (2) höhenverstellbar ist, wobei der Arbeitswalzensatz gegenüber der unteren Stützwalze (4) höhenverstellbar ist, wobei die obere Stützwalze (5) im Walzgerüst (1) aus einer Walzstellung nach oben in eine maximale obere Hubstellung verstellbar ist, wobei zum Wechsel des Arbeitswalzensatzes ein Ausbauspiel zwischen der oberen Arbeitswalze (3) und der oberen Stützwalze (5) vorgesehen ist und wobei der Arbeitswalzensatz zum Arbeitswalzenwechsel zusammen mit der unteren Stützwalze (4) aus dem Walzgerüst (1, 2) herausgefahren wird. Um die notwendige Zeit zum Wechsel der Arbeitswalzen zu reduzieren, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß die obere Stützwalze (5) zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes zusammen mit der unteren Stützwalze (4) aus dem Walzgerüst (1) in einer Ausbaustellung unterhalb der maximalen Hubstellung im Walzgerüst (1) angeordnet ist und/oder daß die Ausbaustellung der oberen Stützwalze (5) zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes zusammen mit der unteren Stützwalze (4) aus dem Walzgerüst (1) vom Durchmesser der auszutauschenden ...
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen in einem
Walzgerüst, insbesondere zum Einsatz in einer Warmbreitband- und Kaltband
straße, wobei das Walzgerüst eine obere höhenverstellbare Stützwalze, einen Ar
beitswalzensatz mit einer oberen Arbeitswalze und mit einer unteren Arbeitswal
ze, und eine untere höhenverstellbare Stützwalze aufweist, wobei die obere Ar
beitswalze gegenüber der unteren Arbeitswalze höhenverstellbar ist, wobei der
Arbeitswalzensatz gegenüber der unteren Stützwalze höhenverstellbar ist, wobei
die obere Stützwalze im Walzgerüst aus der Walzstellung nach oben in eine ma
ximale obere Hubstellung verstellbar ist, wobei zum Wechsel des Arbeitswalzen
satzes ein Ausbauspiel zwischen der oberen Arbeitswalze und der oberen Stütz
walze vorgesehen ist und wobei der Arbeitswalzensatz zum Arbeitswalzenwech
sel zusammen mit der unteren Stützwalze aus dem Walzgerüst herausgefahren
wird. Des weiteren betrifft die Erfindung ein Walzgerüst, insbesondere zum Ein
satz in einer Warmbreitbandstraße, mit einer oberen höhenverstellbaren Stütz
walze, einem Arbeitswalzensatz mit einer oberen Arbeitswalze und mit einer un
teren Arbeitswalze, und mit einer unteren Stützwalze, wobei die obere Arbeits
walze gegenüber der unteren Arbeitswalze über Arbeitswalzen-Hubzylinder hö
henverstellbar ist, wobei der Arbeitswalzensatz gegenüber der unteren Stützwal
ze über Arbeitswalzensatz-Hubzylinder höhenverstellbar ist, wobei die obere
Stützwalze im Walzgerüst aus der Walzstellung nach oben in eine maximale
obere Hubstellung über eine Stelleinrichtung höhenverstellbar ist, wobei zum
Wechsel des Arbeitswalzensatzes ein Ausbauspiel zwischen der oberen Arbeits
walze und der oberen Stützwalze vorgesehen ist und wobei zum Herausfahren
des Arbeitswalzensatzes zusammen mit der unteren Stützwalze ein Stützwalzen
schlitten vorgesehen ist.
Zum Walzen in Warmbreitbandstraßen werden üblicherweise Walzgerüste der
vorgenannten Art eingesetzt. Durch das Walzen verschleißen die Arbeitswalzen
und müssen in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden. Aus der DE 14
52 024 A1 ist eine Arbeitswalzen-Schnellwechselvorrichtung für Walzgerüste,
insbesondere von Breitbrandstraßen, mit einem Ausbauschlitten bekannt, mit
dem der Arbeitswalzensatz auf Führungsbahnen durch die Ständerfenster der
Walzgerüste aus- und eingefahren werden kann. Um den Wechsel der Arbeits
walzen bei mit Stützwalzen ausgerüsteten Walzgerüsten zu erleichtern und die
Walzwechselzeit auf ein Mindestmaß zu verringern, wird bei der bekannten Ar
beitswalzen-Schnellwechselvorrichtung der Ausbauschlitten durch die untere
Stützwalze und deren Einbaustücke gebildet, wobei die Einbaustücke der Ar
beitswalzen auf den Einbaustücken der unteren Stützwalze durch hochstellbare
Stempel stabil abstützbar und ausrichtbar sind.
Bevor verschlissene Arbeitswalzen aus dem Walzgerüst ausgebaut werden kön
nen, ist es erforderlich, das Walzgerüst aus einem Betriebs- oder Walzzustand in
einen Ausbauzustand zu überführen. Dazu wird die obere Stützwalze mittels ei
ner Druckspindel in eine maximale Hubstellung als Ausbaustellung im Walzge
rüst verfahren. Diese maximale Hubstellung ergibt sich aus dem Hub zwischen
der unteren Stützwalze und der unteren Arbeitswalze, dem Hub zwischen den
Arbeitswalzen und der sogenannten Ausbauluft zwischen der oberen Arbeitswal
ze und der oberen Stützwalze. Zur Einstellung des entsprechenden Hubes sind
Arbeitswalzensatz-Hubzylinder, welche in dem unteren Stützwalzeneinbaustück
eingebaut sind und Arbeitswalzen-Hubzylinder, welche in dem unteren Arbeits
walzeneinbaustück eingebaut sind, vorgesehen.
Sind alle Bewegungen im Gerüst abgeschlossen, werden in diesem Zustand die
Antriebsspindeln der Arbeitswalzen fixiert. In dieser Lage werden die verschlis
senen Arbeitswalzen zusammen mit der unteren Stützwalze aus dem Walzgerüst
herausgefahren. Im ausgefahrenen Zustand werden dann die Arbeitswalzen von
der unteren Stützwalze abgehoben und es wird ein neuer Walzensatz auf die voll
ausgefahrenen Arbeitswalzensatz-Hubzylinder der unter Stützwalze abgelegt.
Der neue Arbeitswalzensatz wird anschließend zusammen mit der unteren Stütz
walze wieder in das Walzgerüst eingefahren. Dabei erfolgt der Anschluß der
neuen Arbeitswalzen an die Antriebsspindeln im Gerüst, ohne daß eine Höhen
verstellung der oberen Stützwalze bzw. der Antriebsspindeln erforderlich ist.
Bei dem bekannten Verfahren ist es also so, daß zum Wechsel von Arbeitswal
zen die obere Stützwalze zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes in eine ma
ximale Hubstellung aufgefahren wird. Diese maximale Hubstellung erlaubt den
Einbau eines Arbeitswalzensatzes bzw. einer unteren Stützwalze mit - im Ver
gleich zu allen verfügbaren und zum Einbau vorgesehenen Walzen maximalen
Durchmessern. So ergibt sich der maximale Hub zwischen unterer Stützwalze
und untere Arbeitswalze aus der Differenz zwischen kleinster oder größter Stütz
walze und kleinster und größter Arbeitswalze zuzüglich der Ausbauluft zwischen
den Walzen beim Arbeitswalzenwechsel. Bei dem bekannten Verfahren zum Ar
beitswalzenwechsel ist es weiterhin von Nachteil, daß durch das Auffahren der
oberen Stützwalze in die maximale Hubstellung - infolge der geringen Anstellge
schwindigkeiten üblicher zum Auffahren der oberen Stützwalze eingesetzter
Druckspindeln - der Arbeitswalzenwechsel vergleichsweise lange dauert, was zu
einer Verringerung der Produktionszeit und höheren Kosten führt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Arbeitswal
zenwechsel sowie Einrichtungen im Walzgerüst zur Verfügung zu stellen, wobei
der Walzenwechsel einfach und schnell durchführbar ist. Eine weitere Aufgabe
der vorliegenden Erfindung liegt darin, die spezifischen Betriebskosten des Wal
zenwechsels zu senken und die Anlagenproduktivität zu erhöhen.
Zur Lösung der vorgenannten Aufgabe ist es bei dem erfindungsgemäßen Ver
fahren zum Wechsel von Arbeitswalzen in einem Walzgerüst vorgesehen, daß
die obere Stützwalze zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes zusammen mit
der unteren Stützwalze aus dem Walzgerüst in einer Ausbaustellung unterhalb
der maximalen Hubstellung im Walzgerüst angeordnet ist und/oder daß die Aus
baustellung der oberen Stützwalze zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes
zusammen mit der unteren Stützwalze aus dem Walzgerüst vom Durchmesser
der auszutauschenden Arbeitswalzen und/oder der unteren Stützwalze abhängig
ist. Der Erfindung liegt der Grundgedanke zugrunde, daß es nicht immer not
wendig ist, die obere Stützwalze zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes in
die maximale Hubstellung im Walzgerüst aufzufahren. Werden beispielsweise
Walzen mit einem Durchmesser eingewechselt, der kleiner als der Durchmesser
der ausgebauten Walzen ist, kann der für den Wechsel notwendige Ausbauhub
der oberen Stützwalze deutlich unterhalb des Maximalhubs liegen. Letztlich
hängt die Hubstellung der oberen Stützwalze zum Herausfahren des Arbeitswal
zensatzes lediglich vom Durchmesser der auszutauschenden Arbeitswalzen
und/oder der Stützwalze ab. Insbesondere ist es erfindungsgemäß nicht erforder
lich, daß die obere Stützwalze zwingend, das heißt in jedem Fall bis auf die ma
ximale Hubstellung im Walzgerüst aufgefahren wird. Vielmehr wird die Hub
stellung der oberen Stützwalze im Walzgerüst variabel vorgegeben. Der Begriff
variabel deutet in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die obere Stützwalze
nur um das notwendige Ausbauspiel zwischen oberer Arbeitswalze und oberer
Stützwalze aufgefahren wird. Dadurch sinkt die Ausbauzeit der auszuwechseln
den Walzen, was zu deutlich geringeren spezifischen Kosten des Walzenwech
sels führt. Das erfindungsgemäße Verfahren kann im übrigen auch zum Wechsel
der unteren Stützwalze eingesetzt werden, wobei die Arbeitswalzen entweder
ebenfalls gewechselt werden oder nach dem Austausch der Stützwalze wieder in
das Walzgerüst eingebaut werden können.
Von besonderem Vorteil ist es in diesem Zusammenhang, daß das Ausbauspiel
dem zum Herausfahren der unteren Stützwalze mit dem Arbeitswalzensatz erfor
derlichen Spiel zwischen der oberen Arbeitswalze und der oberen Stützwalze
entspricht und daß, vorzugsweise, das Ausbauspiel zwischen 5 und 50 mm, ins
besondere etwa 10 mm beträgt. Wesentlich ist also, das Ausbauspiel möglichst
klein zu wählen, um den notwendigen Hub der oberen Stützwalze im Walzgerüst
möglichst gering zu halten. Das für den Aus- und Einbau erforderliche Ausbau
spiel ergibt sich in Abhängigkeit von den Abmaßen der auszubauenden Arbeits
walzen und der konstruktiven Ausführung des Walzgerüstes. Das minimale Aus
bauspiel muß in jedem Fall einen sicheren Ein- und Ausbau, das heißt das Her
aus- und Hereinfahren der Arbeitswalzen mit der unteren Stützwalze gerade noch
gewährleisten.
Um den Hub der oberen Stützwalze weiter zu minimieren, ist vorzugsweise vor
gesehen, daß die obere Arbeitswalze vor dem Ausbau aus dem Walzgerüst auf
die untere Arbeitswalze derart abgesenkt wird, daß die obere Arbeitswalze auf
der unteren Arbeitswalze zumindest im wesentlichen aufliegt. Zur Stabilisierung
der oberen Arbeitswalze ist es allenfalls erforderlich, die Arbeitswalzenhubzy
linder geringfügig auszufahren, um eine Gleichgewichtsstabilisierung der oberen
Arbeitswalze zu bewirken.
Im übrigen kann auch vorgesehen sein, daß die obere Stützwalze nur um einen
geringeren Betrag als das Ausbauspiel angehoben wird. Dabei wird der erforder
liche Hub der oberen Stützwalze in Abhängigkeit des Spiels nach Absenkung der
oberen Arbeitswalze auf die untere Arbeitswalze eingestellt. Es kann dabei sogar
passieren, daß überhaupt keine Höhenverstellung der oberen Stützwalze vorge
nommen wird, wenn nämlich das Spiel zwischen den Arbeitswalzen vor dem
Absenken der oberen Arbeitswalze dem zum Ausbau der Arbeitswalzen erfor
derlichen Ausbauspiel bzw. dem dort vorhandenen Luftspalt bereits entspricht.
Letztlich erfolgt eine Anhebung der oberen Stützwalze nur dann, wenn der Aus
bau der auszuwechselnden Arbeitswalzen aus dem Walzgerüst ansonsten nicht
möglich ist.
Grundsätzlich ist es auch möglich, daß der Arbeitswalzensatz während des He
rausfahrens aus dem Walzgerüst auf der unteren Stützwalze aufliegt und daß,
vorzugsweise, am Einbaustück der unteren Stützwalze vorgesehene Arbeitswal
zensatz-Hubzylinder vor und/oder während des Herausfahrens aus dem Walzge
rüst an das Einbaustück des Arbeitswalzensatzes angestellt werden, das heißt an
schlagen, ohne den Arbeitswalzensatz dadurch anzuheben. Dies dient wiederum
dem Ziel, den zum Ausbau der Arbeitswalzen erforderlichen Hub der oberen
Stützwalze möglichst zu begrenzen. Das Optimum stellt sich dann ein, wenn die
obere Stützwalze zum Ausbau der Arbeitswalzen ausgehend von einem Be
triebszustand überhaupt nicht aufgefahren werden muß.
Um einen problemlosen Ausbau der Arbeitswalzen aus dem Walzgerüst zu er
möglichen, ist es im übrigen vorgesehen, daß die zum Antrieb der Arbeitswalzen
vorgesehenen Antriebsspindeln zusammen mit den Arbeitswalzen in die Ausbau
stellung, die in der Regel unterhalb der maximalen Hubstellung liegt, verstellt
werden und die Antriebsspindeln nach Erreichen der Herausfahrstellung der Ar
beitswalzen aus dem Walzgerüst in dieser Stellung fixiert werden. Hier besteht
ein wesentlicher Unterschied zum Stand der Technik, wo die Antriebsspindeln
stets in der maximalen Hubstellung arretiert worden sind. Nachdem die An
triebsspindeln fixiert sind, können sie von den Arbeitswalzen entkoppelt werden.
Dadurch werden Beschädigungen der Antriebsspindeln beim Ausbau der Ar
beitswalzen vermieden. Zudem wird den Antriebsspindeln eine definierte Hö
henstellung im Walzgerüst vorgegeben, wodurch der Arbeitswalzenwechsel, ins
besondere der Einbau neuer Arbeitswalzen und das Ankoppeln an die Antriebs
spindeln erleichtert wird.
Im übrigen versteht es sich, daß die Steuerung des Ausbauspiels zwischen der
oberen Arbeitswalze und der oberen Stützwalze automatisch erfolgt. Um die ge
genseitige Lage der Arbeit- und/oder Stützwalzen zueinander und im Walzgerüst
eindeutig zu bestimmen, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß die relative La
ge der oberen Arbeitswalze und/oder der unteren Arbeitswalze und/oder der obe
ren Stützwalze und/oder der unteren Stützwalze und/oder der Antriebsspindeln
und/oder die Stellung von Hubzylindern gemessen und insbesondere gespeichert
werden. Diese gemessenen bzw. gespeicherten Werte können unmittelbar zur
Steuerung des Ausbauspiels bzw. des erforderlichen Hubes der oberen Stützwal
ze dienen. Schließlich ist es möglich, die Ein- bzw. Ausfahrstellung der Arbeits
walzen im Walzgerüst und die notwendige Dauer der beim Arbeitswalzenwech
sel stattfindenden Verfahrensschritte zu erfassen bzw. zu speichern und zu steu
ern.
In Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es vorrichtungsgemäß
vorgesehen, daß eine Steuereinrichtung zur Einstellung des Ausbauspiels vorge
sehen ist, derart, daß die obere Stützwalze zum Herausfahren des Arbeitswalzen
satzes zusammen mit der unteren Stützwalze aus dem Walzgerüst in einer Aus
baustellung unterhalb der maximalen Hubstellung im Walzgerüst angeordnet ist
und/oder daß die Ausbaustellung der oberen Stützwalze zum Herausfahren des
Arbeitswalzensatzes zusammen mit der unteren Stützwalze aus dem Walzgerüst
vom Durchmesser der auszutauschenden Arbeitswalzen und/oder der unteren
Stützwalze abhängig ist. Durch die Steuereinrichtung kann der Ausbauvorgang
der Arbeitswalzen optimiert und die notwendige Zeit zum Arbeitswalzenwechsel
noch weiter minimiert werden. Dies bewirkt letztlich eine Steigerung der Pro
duktivität des Walzprozesses.
Zur Steuerung des Ausbauspiels bzw. des Hubes der oberen Stützwalze und der
Abfolge der Verfahrensschritte während des Ausbauvorgangs der Arbeitswalzen
ist die Steuereinrichtung mit einer Meßeinrichtung zur Messung der relativen
Lage der oberen Arbeitswalze und/oder der unteren Arbeitswalze und/oder der
oberen Stützwalze und/oder der unteren Stützwalze und/oder der Antriebsspin
deln und/oder der Stellung von Hubzylindern gekoppelt. Darüber hinaus ist es
selbstverständlich denkbar, daß die Dauer der einzelnen Arbeitsvorgänge gemes
sen wird und daraus die zeitliche Steuerung des Arbeitswalzenwechsels errech
net und einem Steuerstand vorgegeben wird.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen
in einem Walzgerüst, insbesondere zum Einsetzen in einer Warmbreitbandstraße,
wobei das Walzgerüst eine obere höhenverstellbare Stützwalze, einen Arbeits
walzensatz mit einer oberen Arbeitswalze und einer unteren Arbeitswalze, eine
untere Stützwalze sowie höhenverstellbare Antriebsspindeln zum Antrieb der
Arbeitswalzen aufweist, wobei der Arbeitswalzensatz zum Arbeitswalzenwech
sel zusammen mit der unteren Stützwalze aus dem Walzgerüst herausgefahren
und von der unteren Stützwalze abgehoben wird und wobei anschließend ein
neuer Arbeitswalzensatz auf die untere Stützwalze aufgesetzt wird. Des weiteren
betrifft die Erfindung ein Walzgerüst, insbesondere zum Einsatz in einer Warm
breitbandstraße, mit einer oberen über eine Stelleinrichtung höhenverstellbaren
Stützwalze, einem Arbeitswalzensatz mit einer oberen Arbeitswalze und einer
unteren Arbeitswalze, einer unteren Stützwalze sowie höhenverstellbaren An
triebsspindeln zum Antrieb der Arbeitswalzen.
Bei den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren zum Wechsel von Ar
beitswalzen in einem Walzgerüst ist es üblicherweise so, daß die Antriebsspin
deln vor dem Ausbau der Arbeitswalzen fixiert werden, sobald alle Bewegungen
im Gerüst abgeschlossen sind und die Stellung der Arbeitswalzen der Ausbau
stellung entspricht. Nachteilig dabei ist, daß die einzuwechselnden Arbeitswal
zen in jedem Fall auf die Höhe dieser Ausbaustellung der Antriebsspindeln auf
gefahren werden müssen. Das ist auch dann der Fall, wenn beispielsweise solche
Arbeitswalzen eingewechselt werden, die einen Durchmesser aufweisen, der
kleiner ist als der Durchmesser der auszuwechselnden Walzen. Dadurch nimmt
die Dauer des Arbeitswalzenwechsels zu, während die Produktivität abnimmt.
Zur Lösung der eingangs genannten Aufgabe ist es bei einem Verfahren zum
Wechsel von Arbeitswalzen in einem Walzgerüst mit den Oberbegriffsmerkma
len des Anspruchs 10 vorgesehen, daß nach dem Herausfahren des Arbeitswal
zensatzes aus dem Walzgerüst die Antriebsspindeln vor dem Ankoppeln an die
Arbeitswalzen des neuen Arbeitswalzensatzes in Abhängigkeit von dem Durch
messer der Arbeitswalzen des neuen Arbeitswalzensatzes höhenverstellt werden.
Mit anderen Worten bedeutet dies, daß die Höhenstellung bzw. der Hub der An
triebsspindeln nicht mehr bereits beim Ausbau der alten Arbeitswalzen festgelegt
wird, sondern in Abhängigkeit von den zum Einsatz vorgesehen neuen Arbeits
walzen variabel einstellbar ist. Im Ergebnis nimmt dadurch die Dauer für einen
Arbeitswalzenwechsel ab.
Der Zeitbedarf für den Auswechselprozeß der Arbeitswalzen kann weiterhin da
durch minimiert werden, daß die Antriebsspindeln automatisch derart in ihrer
relativen Lage zu den einzuwechselnden Arbeitswalzen verstellt werden, daß
nach dem Einfahren des neuen Arbeitswalzensatzes in das Walzgerüst ein An
koppeln der Arbeitswalzen an die Antriebsspindeln sofort - ohne weitere Höhen
verstellung der Antriebsspindeln - möglich ist. Insbesondere wird durch die auto
matische Verstellung sichergestellt, daß die Zeitabläufe des Walzenwechsels im
Walzgerüst optimal aufeinander abgestimmt und miteinander kombiniert werden
können und daß es in keinem Fall zu Betriebsproblemen beim Einkuppelprozeß
der Arbeitswalzen an die Antriebsspindeln kommt.
Im übrigen ist es von Vorteil, daß nach dem Herausfahren des Arbeitswalzensat
zes aus dem Walzgerüst, insbesondere unmittelbar nach dem Abheben des aus
zuwechselnden Arbeitswalzensatzes und vorzugsweise während des Transportes
des neuen Arbeitswalzensatzes zur unteren Stützwalze, die Arbeitswalzensatz-
Hubzylinder im Einbauteil der unteren Stützwalze um einen vorgegebenen Hub
ausgefahren werden, um einen Sicherheitsspalt zwischen dem aufzusetzenden
Arbeitswalzensatz und der unteren Stützwalze sicherzustellen. Dadurch können
Beschädigungen der Stützwalze und/oder der aufzusetzenden Arbeitswalzen aus
geschlossen werden. Der auszufahrende Hub der Arbeitswalzensatz-Hubzylinder
sollte dabei unterhalb des maximalen Hubs liegen, da bereits ein kleiner Hub
ausreicht, um den notwendigen Sicherheitsspalt zu gewährleisten.
Im übrigen kann es von Vorteil sein, daß die obere Stützwalze in Abhängigkeit
von dem Durchmesser der Arbeitswalzen des neuen Arbeitswalzensatzes und des
eingestellten Hubs zwischen den Arbeitswalzen und/oder zwischen der unteren
Arbeitswalze und der unteren Stützwalze derart relativ zu der oberen Arbeitswal
ze vor dem Einfahren der einzuwechselnden Arbeitswalzen in der Höhe verstellt
wird, daß sich der zum Einbau der einzuwechselnden Arbeitswalzen in das Ge
rüst benötigte Einbauspalt zwischen oberer Stützwalze und oberer Arbeitswalze
einstellt. Zum einen wird dadurch ein kontaktloser Einbau der einzuwechselnden
Arbeitswalzen in das Walzgerüst sichergestellt, zum anderen kann durch eine
insbesondere vor dem Einbau erfolgte Höhenanpassung der oberen Stützwalze
an den benötigten Einbauspalt zwischen oberer Stützwalze und oberer Arbeits
walze die Einbauzeit der neuen Arbeitswalzen weiter gesenkt werden.
Nach der Kopplung der neuen Arbeitswalzen an die Antriebsspindeln kann eine
zuvor vorgesehene Fixierung der Antriebsspindeln entriegelt werden. Im einge
koppelten Zustand ist eine ungewollte Lageänderung zwischen den neuen Ar
beitswalzen und den Antriebsspindeln nicht mehr möglich. Gleichzeitig oder
auch anschließend können die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder zwischen der un
teren Stützwalze und der unteren Arbeitswalze entlastet werden. Insbesondere ist
es zur Vermessung einer Druckkurve vorgesehen, die obere Stützwalze auf
Eichposition zu fahren und zu eichen.
Entsprechend dem vorgenannten Verfahren weist das Walzgerüst eine Steuerein
richtung zur Höhenverstellung der Antriebsspindeln derart auf, daß nach dem
Herausfahren des Arbeitswalzensatzes aus dem Walzgerüst die Antriebsspindeln
vor dem Ankoppeln an die Arbeitswalzen des neuen Arbeitswalzenssatzes in
Abhängigkeit von dem Durchmesser der Arbeitswalzen des neuen Arbeitswal
zensatzes höhenverstellt werden. Die Steuereinrichtung dient im wesentlichen
zur Automatisierung des Arbeitswalzenwechsels und zur Senkung der Einbauzeit
neuer Arbeitswalzen in das Walzgerüst. Die Höhenverstellung der Antriebsspin
deln sollte möglichst so gesteuert sein, daß der Verstellvorgang unmittelbar nach
dem Herausfahren des Arbeitswalzensatzes aus dem Walzgerüst stattfindet.
Während die auszuwechselnden Arbeitswalzen von der unteren Stützwalze ab
gehoben und neue einzuwechselnde Arbeitswalzen auf die untere Stützwalze
aufgelegt werden, kann bereits die Höhenverstellung der Antriebsspindeln erfol
gen. Insbesondere bietet es sich an, die Höhenverstellung der Antriebsspindeln
an den Durchmesser der einzubauenden Arbeitswalzen anzupassen, nämlich der
art, daß bei einem geringen Durchmesser der einzubauenden Arbeitswalzen die
Antriebsspindeln entsprechend gering verstellt werden müssen.
Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung mit der Stelleinrichtung der oberen
Stützwalze und/oder den Arbeitswalzensatz-Hubzylindern und/oder den Ar
beitswalzen-Hubzylindern gekoppelt. Darüber hinaus sollte die Steuereinrich
tung derart ausgebildet sein, daß aus den Kenndaten der Arbeitswalzen des alten
und des neuen Arbeitswalzensatzes unter Berücksichtigung des vorgegebenen
Hubes der Arbeitswalzensatz-Hubzylinder automatisch die Höheneinstellung der
Antriebsspindeln, des Arbeitswalzensatzes mit den Arbeitswalzen und der obe
ren Stützwalze bestimmt und vorgenommen wird. Die Ausgestaltung der Steuer
einrichtung unterliegt dabei der Zielstellung, den notwendigen Zeitraum zum
Auswechseln bzw. zum Einbau der neuen Arbeitswalzen zu minimieren und die
einzelnen Arbeitsabläufe möglichst optimal aufeinander abzustimmen.
Letztlich ist es von Vorteil, daß die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, daß
die Höheneinstellung der Antriebsspindeln und/oder der oberen Stützwalze nach
dem Abheben eines alten Arbeitswalzensatzes von der Stützwalze und vor dem
Aufsetzen eines neuen Arbeitswalzensatzes auf die untere Stützwalze erfolgt.
Dadurch ist es möglich, die neuen Arbeitwalzen unmittelbar nach dem Aufsetzen
auf die untere Stützwalze in das Walzgerüst einzufahren und an die Antriebs
spindeln anzukoppeln. Letztlich läßt sich hierdurch wiederum die notwendige
Einbauzeit der Antriebsspindeln reduzieren.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung erläutert. Da
bei zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Walzgerüstes im Ausbauzu
stand vor dem Ausbau der verschlissenen Arbeitswalzen bei Einsatz
eines bekannten Verfahrens,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines Walz
gerüstes im Ausbauzustand vor dem Arbeitswalzenwechsel bei Ein
satz des erfindungsgemäßen Verfahrens und
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines Walz
gerüstes beim Einbau neuer Arbeitswalzen bei Einsatz des erfin
dungsgemäßen Verfahrens.
In den Fig. 1 bis 3 ist ein Walzgerüst 1 insbesondere zum Einsatz in einer
Warmbreitbandstraße dargestellt. Das Walzgerüst 1 weist vorliegend einen Ar
beitswalzensatz mit einer unteren Arbeitswalze 2 und mit einer oberen Arbeits
walze 3, eine untere Stützwalze 4 sowie eine obere Stützwalze 5 auf. Der Ar
beitswalzensatz und damit die untere Arbeitswalze 2 ist gegenüber der unteren
Stützwalze 4 über Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 höhenverstellbar. Die obere
Arbeitswalze 3 ist gegenüber der unteren Arbeitswalze 2 über Arbeitswalzen-
Hubzylinder 7 ebenfalls in der Höhe verstellbar. Die Arbeitswalzensatz-Hubzy
linder 6 sind in einem Stützwalzen-Einbaustück 8a, die Arbeitswalzen-Hubzylin
der 7 in einem Arbeitswalzen-Einbaustück 8b aufgenommen. Die untere Stütz
walze 4 mit dem Arbeitswalzensatz liegt auf einem Stützwalzenschlitten 9 auf
bzw. ist auf diesem verfahrbar. Die obere Stützwalze 5 ist durch eine Druckspin
del 10 höhenverstellbar, wobei zur Ausbalancierung der oberen Stützwalze 5 ei
ne Stützwalzenausbalancierung 11 vorgesehen ist. Zum Antrieb der Arbeitswal
zen 3, 2 sind Antriebsspindeln 12, 13 vorgesehen. Im Betriebszustand, das heißt
während des Walzprozesses, ist die untere Arbeitwalze 2 an die untere Antriebs
spindel 13 und die obere Arbeitswalze 3 an die obere Antriebsspindel 12 ange
koppelt. Die Antriebsspindeln 12, 13 weisen vorliegend Spindel-Hubzylinder 14
zur Höhenverstellung auf. Die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 sind, wie insbe
sondere aus Fig. 3 hervorgeht, über einen Dosierverteiler 15 steuerbar. Nicht dar
gestellt ist im übrigen, daß auch die Arbeitswalzen-Hubzylinder 7 über eine ent
sprechende Dosierverteilung ansteuerbar sein können.
Anhand der Fig. 1 wird nun zunächst auf das aus dem Stand der Technik be
kannte Verfahren zum Wechseln von Arbeitswalzen eingegangen, um den Unter
schied zur Erfindung zu verdeutlichen. Während des Betriebszustandes wird
zwischen der unteren Arbeitswalze 2 und der oberen Arbeitwalze 3 ein nicht
dargestelltes Metallband gewalzt. Die Arbeitswalzen-Hubzylinder 7 sind wäh
rend des Betriebszustandes soweit ausgefahren, daß der Walzvorgang mit dem
gewünschten Walzspalt ablaufen kann. Der Arbeitswalzensatz wird durch die
untere Stützwalze 4 und die obere Stützwalze 5, die eine Gegenkraft erzeugen,
abgestützt. Zum Wechsel der Arbeitswalzen 2, 3 ist es vorgesehen, daß die ver
schlissenen Arbeitswalzen 2, 3 auf der unteren Stützwalze 4 mittels des Stütz
walzenschlittens 9 aus dem Walzgerüst 1 herausgefahren werden.
Um von dem Betriebszustand in den Ausbauzustand des Walzgerüstes 1 zu ge
langen, werden folgende Maßnahmen durchgeführt. Zuerst wird die obere Stütz
walze 5 durch die Verstellung der Druckspindel 10 in eine maximale Hubstel
lung im Walzgerüst 1 aufgefahren. Die maximale Hubstellung der oberen Stütz
walze 5 ergibt sich aus dem Spiel A, welches der Ausbauluft zwischen der obe
ren Arbeitswalze 3 und der oberen Stützwalze 5 entspricht, dem Spiel B, welches
dem Hub zwischen den Arbeitswalzen 2, 3 entspricht, und dem Spiel C, nämlich
dem Hub zwischen der unteren Stützwalze 4 und der unteren Arbeitswalze 2.
Der Hub zwischen der unteren Stützwalze 4 und der unteren Arbeitswalze 2 wird
durch die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 eingestellt. Der Hub zwischen den
Arbeitswalzen 2, 3 wird durch die Arbeitswalzen-Hubzylinder 7, bei denen es
sich üblicherweise um Elastomerplunger handelt, erzeugt. Während der Hubbe
wegung der Arbeitswalzen 2, 3 folgen die angekoppelten Antriebsspindeln 12,
13, die über Spindel-Hubzylinder 14 verstellt werden, der Höhenverstellung der
Arbeitswalzen 2, 3. Sind alle Bewegungen im Gerüst abgeschlossen, werden in
diesem Zustand beide Antriebsspindeln 12, 13 fixiert. Anschließend werden die
Arbeitswalzen 2, 3 entkoppelt und zusammen mit der unteren Stützwalze 4 aus
dem Walzgerüst 1 ausgefahren. Der neue Arbeitswalzensatz wird, ohne daß Hö
henbewegungen im Walzgerüst 1 stattfinden, eingebaut. Dabei werden die neuen
Arbeitswalzen 2, 3 auf der unteren Stützwalze 4 in das Walzgerüst 1 eingefahren,
auf die Höhe der Antriebsspindeln 12, 13 aufgefahren und an die Antriebsspin
deln 12, 13 angekoppelt. Nach der Ankopplung wird die Fixierung der Antriebs
spindeln 12, 13 gelöst.
Der Ausbauzustand im Walzgerüst 1 kennzeichnet sich bei dem bekannten Ver
fahren des Arbeitswalzenwechsels im wesentlichen dadurch, daß die Arbeitswal
zensatz-Hubzylinder 6 über eine Druckbeaufschlagung in der Art maximal aus
gefahren sind, daß das Arbeitswalzen-Einbaustück 8b zusammen mit den Ar
beitswalzen 2, 3 maximal angehoben wird. Zudem sind die Arbeitswalzen-Hub
zylinder 7 maximal ausgefahren. Der Hub zwischen der unteren Stützwalze 4
und der unteren Arbeitswalze 2 ergibt sich aus der Differenz zwischen kleinster
und größter Stützwalze und kleinster und größter Arbeitswalze, die für einen Ar
beitswalzenwechsel in Frage kommen, zuzüglich der Luft bzw. dem Spalt zwi
schen den verschiedenen Walzen 2, 3, 4 beim Arbeitswalzenwechsel. Die obere
Stützwalze 5 wird bis zu einer maximalen Hubstellung im Walzgerüst 1 aufge
fahren, und zwar unabhängig davon, welche Arbeitswalzen 2, 3 gerade im Walz
gerüst 1 eingebaut sind. Es geht letztlich darum, die obere Stützwalze 5 soweit
im Walzgerüst 1 aufzufahren, daß auch bei einem vorgesehenen Einbau von Ar
beitswalzen 2, 3 mit maximalen Arbeitswalzendurchmesser der Arbeitswalzen
wechsel ohne Höhenbewegung im Walzgerüst 1 vorgenommen werden kann.
In der Fig. 2 ist nun der Zustand beim Ausbau der verschlissenen Arbeitswalzen
2, 3 aus dem Walzgerüst 1 für das erfindungsgemäße Verfahren zum Wechsel
von Arbeitswalzen 2, 3 dargestellt. Dazu ist erfindungsgemäß eine nicht darge
stellte Steuereinrichtung zur Steuerung des Arbeitswalzenwechsels, insbesondere
zur Koordination der erfindungsgemäßen Verfahrensschritte beim Walzenausbau
und -einbau vorgesehen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Arbeitswalzensatz-Hubzy
linder 6 und/oder die Spindel-Hubzylinder 14 und/oder nicht im einzelnen darge
stellte weitere Einrichtungen zur Fixierung der Antriebsspindeln 12, 13 hydrau
lisch und/oder elektrisch angesteuert. Bei den Arbeitswalzen Hubzylindern 7
handelt es sich vorzugsweise um Stahlplunger, bei denen kein internes Dämp
fungselement vorgesehen ist und die insbesondere einzeln angesteuert werden
können. Zusätzlich ist eine Regelungs- und/oder Steuereinheit vorgesehen, die
zum Datenaustausch mit einem üblicherweise vorgesehenen Walzstraßencom
puter dient und den Arbeitswalzenwechsel regelt bzw. steuert.
Der Arbeitswalzenwechsel läuft entsprechend des erfindungsgemäßen Verfah
rens beim Ausbau der verschlissenen Walzen 2, 3 wie folgt ab. Die Arbeitswal
zensatz-Hubzylinder 6 werden für den Ausbau der Arbeitswalzen 2, 3 mit einem
geminderten Druck beaufschlagt, bis sie am Einbaustück der Arbeitswalzen an
schlagen, und werden anschließend einzeln hydraulisch abgesperrt. Die Arbeits
walzensatz-Hubzylinder 6 sind mit diesem Druck nicht in der Lage, den Arbeits
walzensatz anzuheben. Gemäß Fig. 2 dienen die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder
6 lediglich dazu, den Arbeitswalzensatz bzw. die untere Arbeitswalze 2 zu stabi
lisieren und auszubalancieren. Die untere Arbeitswalze 2 liegt im wesentlichen
auf der unteren Stützwalze 4 auf. Selbstverständlich ist es jedoch auch denkbar,
daß die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 mit einem etwas höheren Druck beauf
schlagt werden und somit den Arbeitswalzensatz geringfügig anheben können.
Dabei sollten die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 jedoch nur soweit ausgefah
ren werden, daß sie sich nicht in einer maximalen Ausfahrstellung befinden.
Nach automatischer Prüfung, ob nicht schon ein genügender Walzspalt zwischen
der oberen Stützwalze 5 und der oberen Arbeitswalze 3 zum Ausbau der Ar
beitswalzen 2, 3 vorhanden ist, wird die obere Stützwalze 5 über die Druckspin
del 10 lediglich um einen geringen Betrag, nämlich maximal um das Ausbauspiel
A aufgefahren. Das Ausbauspiel sollte möglichst gering sein, wobei ein Wert
zwischen 5 und 50 mm, insbesondere von etwa 10 mm vorgesehen ist. Anschlie
ßend oder unmittelbar davor oder gleichzeitig wird die Ausbalancierung zwi
schen den Arbeitswalzen 2, 3 abgeschaltet. Dazu werden die Arbeitswalzen-
Hubzylinder 7 entlastet. Vorzugsweise liegen danach die obere Arbeitswalze 3
und die untere Arbeitswalze 2 unmittelbar aufeinander. Selbstverständlich ist es
auch hier vorstellbar, daß die Ausbalancierung zwischen den Arbeitswalzen 2, 3
nicht völlig abgeschaltet wird, sondern lediglich abgesenkt wird. Falls das Aus
bauspiel bereits für einen Ausbau der Arbeitswalzen 2, 3 ausreicht, ist eine Hö
henverstellung der oberen Stützwalze 5 nicht erforderlich. In dieser, in Bezug auf
die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 bzw. Arbeitswalzen-Hubzylinder 7 entla
steten Stellung der Arbeitswalzen 2, 3 und der unteren Stützwalze 4 zueinander
werden die Antriebsspindeln 12, 13 fixiert. Die Fixierung der Antriebsspindeln
12, 13 erfolgt über die Spindel-Hubzylinder 14. In diesem Zustand wird der Ar
beitswalzensatz zusammen mit der unteren Stützwalze 4 aus dem Walzgerüst 1
herausgefahren.
Der aus dem Walzgerüst 1 herausgefahrene Arbeitswalzensatz bestehend aus den
auszuwechselnden Arbeitswalzen 2, 3 wird mittels eines nicht im einzelnen dar
gestellten Krans und einer Walzentransporttraverse von der unteren Stützwalze 5
abgehoben und auf einen Lagerplatz abgelegt. Danach wird ein neuer Walzen
satz mit den einzubauenden neuen Arbeitswalzen 2, 3 aufgenommen und auf die
untere Stützwalze 5 abgelegt.
Vorzugsweise in dieser Transportzeit und vor dem Ablegen der neuen Walzen
auf der unteren Stützrolle werden im Walzgerüst 1 die nachfolgenden Funktio
nen ausgeführt. Die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 werden um einen festen
Betrag ausgefahren, ohne in die maximale Hubstellung gefahren zu werden. Da
zu werden die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 über einen Dosierverteiler 15
angesteuert. Durch eine Verstellung der Spindel-Hubzylinder 14 wird anschlie
ßend die untere Antriebsspindel 13 um denselben festen Betrag angehoben. Um
diesen Betrag werden ebenfalls die obere Antriebsspindel 12 angehoben und die
Druckspindel 10 und damit die obere Stützwalze 5 aufgefahren. Die obere An
triebsspindel 12 und die Druckspindel 10 bzw. die obere Stützwalze 5 werden
zusätzlich um die Differenz zwischen dem Durchmesser der ausgetauschten Ar
beitswalzen 2, 3 und den einzubauenden neuen Arbeitswalzen 2, 3 angehoben
oder abgesenkt. Dadurch wird sichergestellt, daß vor dem Auflegen der neuen
Arbeitswalzen 2, 3 auf die untere Stützwalze 4 die Arbeitswalzensatz-Hubzylin
der 6 soweit ausgefahren sind, daß die einzubauenden neuen Arbeitswalzen 2, 3
bei deren Auflage auf die untere Stützwalze 4 zu keiner Beschädigung führen.
Die Antriebsspindeln 12, 13 werden durch Feststellung der Spindel-Hubzylinder
14 in dieser Stellung fixiert.
Nach der Verstellung der Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 und der Antriebs
spindeln 12, 13 sowie der oberen Stützwalze 5 bzw. der Druckspindel 10 werden
die auf der unteren Stützwalze 4 lagernden neuen Arbeitswalzen 2, 3 in das
Walzgerüst 1 eingefahren. Anschließend werden die neuen Arbeitswalzen 2, 3 an
die Antriebsspindeln 12, 13 angekoppelt und dann wieder entriegelt. Die Entrie
gelung bezieht sich dabei auf die Feststellung der Spindel-Hubzylinder 14. Nach
folgend wird der Arbeitswalzensatz bestehend aus den neuen Arbeitswalzen 2, 3
über die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 abgesenkt. Danach wird die Ausba
lancierung der Arbeitswalzen 2, 3 durch eine Druckbeaufschlagung der Arbeits
walzen-Hubzylinder 7 quittiert und aufgeschaltet. Die Arbeitswalzenausbalancie
rung kann vorzugsweise manuell erfolgen. Zuletzt wird die Druckspindel 10 und
die obere Stützwalze 5 auf Eichposition um das Spiel A und das Spiel C herabge
fahren und zur Aufnahme der Druckkurve geeicht.
Der Einbauzustand der neuen Arbeitswalzen 2, 3 vor der Überführung in den Be
triebszustand des Walzgerüstes 1 ist in Fig. 3 dargestellt. Wie sich aus der Fig. 3
unmittelbar ergibt, ist nur ein geringes Spiel C zwischen der unteren Arbeitswal
ze 2 und der unteren Stützwalze 4 vorgesehen, daß bei ca. 10 bis 20 mm liegt.
Das Spiel C stellt sicher, daß beim Ablegen der Arbeitswalzen 2, 3 auf die untere
Stützwalze 4 weder die Arbeitswalzen 2, 3 noch die untere Stützwalze 4 beschä
digt werden. Die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder 6 übernehmen dabei eine Puf
ferfunktion. Die Fig. 3 zeigt die Arbeitswalzen 2, 3 vor der Aufschaltung der Ar
beitswalzenausbalancierung, folglich sind die Arbeitswalzen-Hubzylinder 7 ein
gefahren. Zwischen der oberen Arbeitswalze 3 und der oberen Stützwalze 5 ist
ein Spiel A vorhanden, welches im wesentlichen dem zum Einbau erforderlichen
Luftspalt entspricht.
Claims (19)
1. Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen in einem Walzgerüst (1), ins
besondere zum Einsatz in einer Warmbreitbandstraße, wobei das Walzgerüst
(1) eine obere höhenverstellbare Stützwalze (5), einen Arbeitswalzensatz mit
einer oberen Arbeitswalze (3) und mit einer unteren Arbeitswalze (2), und ei
ne untere Stützwalze (4) aufweist, wobei die obere Arbeitswalze (3) gegen
über der unteren Arbeitswalze (2) höhenverstellbar ist, wobei der Arbeitswal
zensatz gegenüber der unteren Stützwalze (4) höhenverstellbar ist, wobei die
obere Stützwalze (5) im Walzgerüst (1) aus einer Walzstellung nach oben in
eine maximale obere Hubstellung verstellbar ist, wobei zum Wechsel des Ar
beitswalzensatzes ein Ausbauspiel zwischen der oberen Arbeitswalze (3) und
der oberen Stützwalze (5) vorgesehen ist und wobei der Arbeitswalzensatz
zum Arbeitswalzenwechsel zusammen mit der unteren Stützwalze (4) aus dem
Walzgerüst (1) herausgefahren wird, dadurch gekennzeichnet, daß die obere
Stützwalze (5) zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes zusammen mit der
unteren Stützwalze (4) aus dem Walzgerüst (1) in einer Ausbaustellung unter
halb der maximalen Hubstellung im Walzgerüst (1) angeordnet ist und/oder
daß die Ausbaustellung der oberen Stützwalze (5) zum Herausfahren des Ar
beitswalzensatzes zusammen mit der unteren Stützwalze (4) aus dem Walzge
rüst (1) vom Durchmesser der auszutauschenden Arbeitswalzen (2, 3)
und/oder der unteren Stützwalze (4) abhängig ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausbau
spiel dem zum Herausfahren der unteren Stützwalze (4) mit dem Arbeitswal
zensatz erforderlichen Spiel zwischen der oberen Arbeitswalze (3) und der
oberen Stützwalze (5) entspricht und daß, vorzugsweise, das Ausbauspiel zwi
schen 5 und 50 mm, insbesondere etwa 10 mm beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die obe
re Arbeitswalze (3) zur unteren Arbeitswalze (2) derart abgesenkt wird, daß
die obere Arbeitswalze (3) auf der unteren Arbeitswalze (2) zumindest im we
sentlichen aufliegt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die obere Stützwalze (5) um das Ausbauspiel oder einen gerin
geren Betrag angehoben wird und daß, vorzugsweise, die Anhebung der obe
ren Stützwalze (5) in Abhängigkeit des Spiels nach Absenkung der oberen
Arbeitswalze (3) auf die untere Arbeitswalze (2) eingestellt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Arbeitswalzensatz während des Herausfahrens aus dem
Walzgerüst (1) auf der unteren Stützwalze (4) aufliegt und daß, vorzugsweise,
am Stützwalzeneinbaustück (8a) der unteren Stützwalze (4) vorgesehene Ar
beitswalzensatz-Hubzylinder (6) vor und/oder während des Herausfahrens aus
dem Walzgerüst (1) an das Arbeitswalzen-Einbaustück (8b) des Arbeitswal
zensatzes angestellt werden, ohne den Arbeitswalzensatz anzuheben.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß zum Antrieb der Arbeitswalzen (2, 3) vorgesehene Antriebs
spindeln (12, 13) zusammen mit den Arbeitwalzen (2, 3) verstellt werden und
daß die Antriebsspindeln (12, 13) nach Erreichen der Ausfahrstellung der Ar
beitswalzen (2, 3) aus dem Walzgerüst (1) in dieser Stellung fixiert werden
und insbesondere nach der Fixierung von den Arbeitswalzen (2, 3) entkoppelt
werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß zum Ausbau der Arbeitswalzen (2, 3) die relative Lage der obe
ren Arbeitswalze (3) und/oder der unteren Arbeitswalze (2) und/oder der obe
ren Stützwalze (5) und/oder der unteren Stützwalze (4) und/oder der Antriebs
spindeln (12, 13) und/oder die Stellung von Hubzylindern (6, 7) gemessen und
gespeichert werden und daß die gemessenen Werte zur Steuerung des Aus
bauspiels zwischen der oberen Arbeitswalze (3) und der oberen Stützwalze (5)
dienen.
8. Walzgerüst (1), insbesondere zum Einsatz in einer Warmbreitbandstraße,
mit einer oberen höhenverstellbaren Stützwalze (5), einem Arbeitswalzensatz
mit einer oberen Arbeitswalze (3) und mit einer unteren Arbeitswalze (2), und
mit einer unteren Stützwalze (4), wobei die obere Arbeitswalze (3) gegenüber
der unteren Arbeitswalze (2) über Arbeitswalzen-Hubzylinder (7) höhenver
stellbar ist, wobei der Arbeitswalzensatz gegenüber der unteren Stützwalze (4)
über Arbeitswalzensatz-Hubzylinder (6) höhenverstellbar ist, wobei die obere
Stützwalze (5) im Walzgerüst (1) aus der Walzstellung nach oben in eine ma
ximale obere Hubstellung über eine Stelleinrichtung höhenverstellbar ist, wo
bei zum Wechsel des Arbeitswalzensatzes ein Ausbauspiel zwischen der obe
ren Arbeitswalze (3) und der oberen Stützwalze (5) vorgesehen ist und wobei
zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes zusammen mit der unteren Stütz
walze (5) ein Stützwalzenschlitten (9) vorgesehen ist, insbesondere zur Durch
führung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung zur Einstellung des Ausbauspiels
vorgesehen ist derart, daß die obere Stützwalze (5) zum Herausfahren des Ar
beitswalzensatzes zusammen mit der unteren Stützwalze (4) aus dem Walzge
rüst (1) in einer Ausbaustellung unterhalb der maximalen Hubstellung im
Walzgerüst (1) angeordnet ist und/oder daß die Ausbaustellung der oberen
Stützwalze (5) zum Herausfahren des Arbeitswalzensatzes zusammen mit der
unteren Stützwalze (4) aus dem Walzgerüst (1) vom Durchmesser der auszu
tauschenden Arbeitswalzen (2, 3), und/oder der unteren Stützwalze (4) abhän
gig ist.
9. Walzgerüst nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit der
Steuereinrichtung gekoppelte Meßeinrichtung zur Messung der relativen Lage
der oberen Arbeitswalze (3) und/oder der unteren Arbeitswalze (2) und/oder
der oberen Stützwalze und/oder der unteren Stützwalze (4) und/oder der An
triebsspindeln (12, 13) und/oder der Stellung von Hubzylindern (6, 7) vorge
sehen ist.
10. Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen (2, 3) in einem Walzgerüst
(1), insbesondere zum Einsatz in einer Warmbreitbandstraße, wobei das
Walzgerüst (1) eine obere höhenverstellbare Stützwalze (5), einen Arbeitswal
zensatz mit einer oberen Arbeitswalze (3) und einer unteren Arbeitswalze (2),
eine untere Stützwalze (4) sowie höhenverstellbare Antriebsspindeln (12, 13)
zum Antrieb der Arbeitswalzen (2, 3) aufweist, wobei der Arbeitswalzensatz
zum Arbeitswalzenwechsel zusammen mit der unteren Stützwalze (4) aus dem
Walzgerüst (1) herausgefahren und von der unteren Stützwalze (1) abgehoben
wird und wobei anschließend ein neuer Arbeitswalzensatz auf die untere
Stützwalze (4) aufgesetzt wird, insbesondere nach einem der vorhergehenden
Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Herausfahren
des Arbeitswalzensatzes aus dem Walzgerüst (1) die Antriebsspindeln (12, 13)
vor dem Ankoppeln an die Arbeitswalzen (2, 3) des neuen Arbeitswalzensat
zes in Abhängigkeit von dem Durchmesser der Arbeitswalzen (2, 3) des neuen
Arbeitswalzensatzes höhenverstellt werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebs
spindeln (12, 13) automatisch derart in ihrer relativen Lage zu den einzuwech
selnden Arbeitswalzen (2, 3) verstellt werden, daß nach dem Einfahren des
neuen Arbeitswalzensatzes in das Walzgerüst (1) ein Ankuppeln der Arbeits
walzen (2, 3) an die Antriebsspindeln (12, 13) möglich ist.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß nach
dem Herausfahren des Arbeitswalzensatzes aus dem Walzgerüst (1), insbe
sondere unmittelbar nach dem Abheben des auszuwechselnden Arbeitswal
zensatzes und vorzugsweise während des Transports des neuen Arbeitswal
zensatzes zur unteren Stützwalze (4), die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder (6)
an der unteren Stützwalze (4) um einen vorgegebenen Hub ausgefahren wer
den, um einen Sicherheitsspalt zwischen dem aufzusetzenden Arbeitswalzen
satz und der unteren Stützwalze (4) sicherzustellen.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder (6) um einen Hub, der ge
ringer als der maximale Hub ist, vorzugsweise um etwa 20 mm ausgefahren
werden.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die obere Stützwalze (5) in Abhängigkeit von dem Durchmesser
der Arbeitswalzen (2, 3) des neuen Arbeitswalzensatzes und des vorgegebe
nen Hubes derart relativ zu der oberen Arbeitswalze (3) vor dem Einfahren
der einzuwechselnden Arbeitswalzen (2, 3) in der Höhe verstellt wird, daß
sich der zum Einbau der einzuwechselnden Arbeitswalzen (2, 3) in das Gerüst
benötigte Einbauspalt zwischen oberer Stützwalze (5) und oberer Arbeitswal
ze (3) einstellt und daß, vorzugsweise, sich die obere Stützwalze (5) beim Ein
fahren des Arbeitswalzensatzes in das Walzgerüst (1) unterhalb der maxima
len Hubstellung befindet.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß nach der Kopplung der neuen Arbeitswalzen (2, 3) an die An
triebsspindeln (12, 13) eine zuvor vorgesehene Fixierung der Antriebsspindeln
(12, 13) entriegelt wird und/oder daß die Arbeitswalzensatz-Hubzylinder (6)
an der unteren Stützwalze (4) entlastet werden und/oder daß die Arbeitswal
zen (2, 3) ausbalanciert werden und/oder daß die obere Stützrolle (5) auf
Eichposition gefahren und geeicht wird.
16. Walzgerüst (1), insbesondere zum Einsatz in einer Warmbreitbandstraße,
mit einer oberen über eine Stelleinrichtung höhenverstellbaren Stützwalze (5),
einem Arbeitswalzensatz mit einer oberen Arbeitswalze (3) und einer unteren
Arbeitswalze (2), einer unteren Stützwalze (4) sowie höhenverstellbaren An
triebsspindeln (12, 13) zum Antrieb der Arbeitswalzen (2, 3), insbesondere
zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung zur Höhenverstellung
der Antriebspindeln (12, 13) derart vorgesehen ist, daß nach dem Herausfah
ren des Arbeitswalzensatzes aus dem Walzgerüst (1) die Antriebsspindeln (12,
13) vor dem Ankoppeln an die Arbeitswalzen (2, 3) des neuen Arbeitswalzen
satzes in Abhängigkeit von dem Durchmesser der Arbeitswalzen (2, 3) des
neuen Arbeitswalzensatzes höhenverstellt werden.
17. Walzgerüst nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet daß die Steuer
einrichtung mit der Stelleinrichtung der oberen Stützwalze (5) und/oder den
Arbeitswalzensatz-Hubzylindem (6) und/oder den Arbeitswalzen-Hubzylin
dern (7) gekoppelt ist.
18. Walzgerüst nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, daß aus den Kenndaten der Arbeits
walzen (2, 3) des alten und des neuen Arbeitswalzensatzes unter Berücksich
tigung des vorgegebenen Hubes der Arbeitswalzensatz-Hubzylinder (6) auto
matisch die Höheneinstellung der Antriebspindeln (12, 13), des Arbeitswal
zensatzes mit den Arbeitswalzen (2, 3) und der oberen Stützwalze (5) be
stimmt und eingestellt wird.
19. Walzgerüst, nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, daß die Höhenein
stellung nach dem Abheben eines alten Arbeitswalzensatzes von der unteren
Stützrolle (4) und vor dem Aufsetzen eines neuen Arbeitswalzensatzes auf die
untere Stützrolle (4) erfolgt.
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| DE2001163373 DE10163373C1 (de) | 2001-12-22 | 2001-12-22 | Verfahren zum Wechsel von Arbeitswalzen in einem Walzgerüst |
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