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Hohlbrennende Leuchtkerze Zu festlichen Anlässen, aber auch zu vielen
anderen Gelegenheiten, ist es b,ere:iits seit längerer Zeit schöner Brauch, die
Tafel oder den Raure mit Kerzen zu schmücken. Hierzu wurden zwar in der Hauptsache
normale Kerzen verwendet - vielfach in kunstvoll v erzierter A fülr.rung -, abler
auch sogenannteLichtrosn und die bekannten Leuchtkerz.een. Lichtrosen sind gepreßte
o.d,e,r gegossene Kerzen in der Gestalt einer aufgoblüht-cn Blume aus Kompo-siti.ons.wachs,
die nach ganz kurzer Brenndauer zu ein; in häßlichen Häufchen Wachs zerfli-eß,en
und damit nur einen sehr unschönen Anblick geben. Leuchtkerzen sind kurze, gc,drungene:
Kerzenformen, die durch die eigene Flamme aus d"in Inneren heraus durch Reflexion
der Flamme schwach leuchten, aber hierbei normal ab-1)rennen, d.h., die Kerzenflamme
brennt wiebei jedernormalen Kerze oberhalb der Kerzendraufsichtfläche frei.
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Durch die Patentschriften 934 284 und 934 285 sind auch Lichtrosen
mit einer unverbrennbaren Hülle, vorzugsweise aus Glas, in der Gestalt einer Blume
bekanntgeworden, die Kerzeneinsätze tragen, doch ist hierbei die Bruchgefahr sehr
groß.
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In allen vor-genannten bekannten Fällen, mit Ausnahme dar Lichtrosen
nach den Patentschriften 934 284 und 934 285, brennt die Kerzenflamme oberhalb der-
obersten Wacb.sschicht und wird die Kerze mit zunehmender Brenndauer immer kleineir,
bis sie sich zum Schluß ganz auflöst. Die Kerzenflamme brennt hierbei ausschließlich
im freien: Raum oberhalb der eigentlichen Kerze und kann von allen Seiten gesehen
werden. Derartige frei breannend,-e Kerzen ergeben zwar .,in helles Licht, doch
ist in sehr vielen Fällen gerade das Gegensteil erwünscht, nämlich ein intimes gedämpftes
Licht, wobei die Kerzenflamme selbst nicht zu sehen ist. Die Lichtrosen, der beiden
vorgenannten Patentschriften sollten zwar auch den gleichen Zwück erfüllen, doch
war dies neben verschiedenen Nachteilen nur beschränkt der Fall.
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Erfindungsgemäß ist nun der gewünschte Zweck dadurch erreicht, daß
die Kerzenflamme in den Kerzenstamm selbst verlegt wird, und zwar in seiner Wirkung
fortschreitend und zunehmend mit der Brienndaue,r, so daß die beste Wirkung am Sch,luß
der Brenindauer erreicht wird.
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Bemerkt werden soll noch hierbei, daß die Ein, hüllung der Kerzenflamme
einen ruhigen, nicht flackernden und stetig gleichmäßigen Abbrand mit Sicherheit
gewährleistet, da ein Luftzug durch die Umhüllung der Kerzenflamme ausgeschlossen
ist. Dies bewirkt natürlich, wirtschaftlich gesehen, d@aß die erfin:dungsgemäße,
hohlbrennende Leuchtkerze mit dem gleichen Wachs- und Dochtmateriaa erheblich länger
brennt als eine nicht hohlbrennende Kerze unter den gleichen Voraussetzungen. Außerdem
ist das. viel zu beobachtende Tropfen, d. h. Ablaufen von Kerzenstammaterial an
der Außenfläche der Kerze selbst, vollkommen ausgeschlossen. Es zeigt Abb. 1 eine
Leuchtkerze in einer beispielsweisen Ausführungsform, schematisch dargestellt im
'Vertikahmittelschnitt, bei einer frisch entzündeten Kerze, Abb. 2 wie Abb. 1 am
Schluß der Brenndauer, Abb. 3 wie Abb. 1 mit fabrikationsmäßig- bereits tief angeordneter
Kerzenflamme, Abb. 4 eine beispielsweise Sonderausführung e-iner Lcuchtke,rz,e in
Laternenforim, -im Vertikalmittelschnitt, Abb. 5 eine Draufsicht von Abb. 4.
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In b; i-eb-i er Gestalt, z. B. als Kegel, Trapez, Kugel oder in zylindrischer
Gestalt, aber auch in Gestalt einer Figur, wie einer Laterne, einem Faß, Ring od.
dgl., vorzugsweise in kurzer gedrungener Form, wird um den Docht lein Kerzenstamm
2 gebildet, der aus Paraffin, Ko@mpo-s.iti,oniswachs oder Wachsen aller Art besteht.
Dieser Kerzenstamm 2 gibt der, fertigen hohlbeennenden Leuchtkerze die Gestalt und
Form, wie sie vorn Anfang bis zum Ende der Brenndauer, die bis zu einigen Tagen
dauern kann, erhalten bleibt. Auf diesen, Kerzemstamm 2 wird ein Hartwach@smantel
3 aufgebracht, der aus einem hochgradigen Hartwachs besteht, also aus einem Wachs
m.it einem möglichst hohen Schmelzpunkt.
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Es isst zwar bereits bekannt, Kerzen mit einem Ha!rhv-ach-smantel
zu versehen, aber nur zu dem Zweck, die Kerzen nicht tropfend zu gestalten; dieser
aufgebrachte Hartwachsmantel brannte mit zunehmendem Abbrand auch voillkommen ab.
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Hierbei ist es möglich, .diesen Mantel 3 in mehreren Schichten 3,
3' aufzubringen, z. B. aufzutauchen, aufzuspritzen od. d.gl. Zu beachten ist hierbei
lediglich, daß dieser Mantel nicht bis an dien aus dem Kerzenstamm
2
herausragenden Docht 1' heran aufgebracht wird, sondern nur bis zu einem bestimmten
Abstand vom Docht 1'.
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Wird nun, der Docht 1' angezündet, dann brennt zwar zunächst die Kerzenflamme
6 frei oberhalb der ganzen Kerze. Aber mit zunehmender Brenndauer verbrennt der
Kerzenstamm 1 immer weiter, und damit rückt die Kerzenflamme 6 in die hohlbrennende
Leuchtkerze hinein, bis zum Schluß die Kerzenflamme 6' fast am Boden des Kerzenstammes
1 brennt (Abb,.2). Der Mantel 3 bzw. die Mantel-Hartwachsschichten 3, 3' bleiben
jedoch erhalten und in ihrer ursprünglichen Form bestehen, wobei die Sauerstoffzufuhr
für die Kerzenflamme 6, 6' durch die Öffnung 7 erfolgt.
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Die Mantelflächen 3, 3' sind jedoch andererseits so dünn, gehalten,
daß :die Kerzenflamme 6, 6' durchleuchtet und die ganze Kerze tatsächlich aus dem
Inneren heraus erleuchtet wird. Eine ganze Reihe von Versuchen hat gezeigt, d:aß
der Abbrand einer derartigen hohlbrennenden Leuchtkerze ein gedämpftes und intimes
Licht ergibt und damit den Zweck der Erfindung voll erfüllt.
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Es ist möglich, derartigen hohlbrennenden Leuchtkerzen auf ihren seitlichen
Oberflächen noch zusätzliche Verzierungen, Ornamente, Blattansätze 8 od. dgl. zu
geben, die für die Festigkeit des Mantels 3, 3' als Versteifungsrippen dienen können
und den. Halt des Mantels erhöhen. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, die fertige
hohlbrennende Leuchtkerze zu lackieren oder in Lack zu tauchen oder sonstiges lichtdurch-und/oder
lichtundurchlässiges Material, wie Glas, Kunststoff, Porzellan od. dgl. oder Ornamente,
Dekors, Verzierungen, hieraus aufzubringen. Hierdurch kann auch der hohlbrennenden
Leuchtkerze bis zum Sch.luß ihres Brandes eine figürliche Form und Gestalt gegeben
werden, z. B. die Gestalt einer aufgeblühten Blume.
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Um die Kerzenflamme 6, 6' bereits von Anbeginn hohl brennen zu lassen,
kann im Kerzenstamm 2 eine Aussparung 9 vorgesehen sein, wodurch die Flamme 6 selbst
tiefer liegt als der Oberflächenrand 7 (Abb. 3).
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Abb. 4 und 5 zeigen eine beispielsweise Sonderausführung in Gestalt
einer Laterne. Hierbei ist es möglich, den Hartwachsmantel 10 um den Kerzenstamm
11 zu einem teilweisen Dach 12 auszubilden, wobei allerdings in dem Dach 12 eine
mittlere Oberflächenöffnung 13 vorgesehen sein muß, die die Luftzuführung für die
Flamme ermöglicht.
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Um ein sicheres und vollständiges Ausbrennen des Kerzenstammes 2 in
jeden Falle zu gewährleisten, können in den Hartwachsschichten 3, 3' und teilweise
auch im Kerzenstamm 2 selbst, vorzugsweise im unteren Teil der Kerze, Luftzuführungslöcher
14 vorgesehen werden.
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In allen Fällen, gleichgültig, welche Form und Gestaltung der hohlbrennenden
Leuchtkerze gegeben ist, brennt .die Flamme innerhalb der Kerzenfigur und leuchtet
durch den Mantel. Es ergibt dies ein sehr schönes und gefälliges Aussehen, welches
mit einer offen brennenden Kerze, gleichgültig welcher Form und Art, nicht vergleichbar
ist.