DE10161095C1 - Verfahren zur Membranfiltration in Flüssigkeiten - Google Patents
Verfahren zur Membranfiltration in FlüssigkeitenInfo
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Abstract
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Membranfiltration in Flüssigkeiten unter Verwendung eines Faserbündels aus Kapillarmembranen, die ein in ein Kopfstück eingegossenes und zu einem Permeatsammelraum des Kopfstückes offenes Ende sowie ein ohne Einspannung frei bewegliches verschlossenes Ende aufweisen. Das Faserbündel wird in eine zu filtrierende Flüssigkeit eingetaucht oder von der zu filtrierenden Flüssigkeit umströmt, wobei eine Druckdifferenz zwischen der zu filtrierenden Flüssigkeit und dem Permeatsammelraum erzeugt sowie ein an dem offenen Ende der Kapillarmembranen abfließendes Permeat aus dem Permeatsammelraum abgezogen wird. Zur Beseitigung von Ablagerungen im Faserbündel wird zumindest in Intervallen ein Fluid durch ein in das Faserbündel ragendes Mundstück zugeführt, welches mit einer Reinigungswirkung verbundene Scherkräfte auf die Ablagerungen ausübt. Als Fluid wird eine Flüssigkeit oder ein Flüssigkeits/Gas-Gemisch verwendet.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Membranfiltration
in Flüssigkeiten unter Verwendung eines Faserbündels aus
Kapillarmembranen, die ein in ein Kopfstück eingegossenes
und zu einem Permeatsammelraum des Kopfstückes offenes Ende
aufweisen. Das Faserbündel wird in eine zu filtrierende
Flüssigkeit eingetaucht oder von der zu filtrierenden Flüs
sigkeit umströmt, wobei eine Druckdifferenz zwischen der zu
filtrierenden Flüssigkeit und dem Permeatsammelraum erzeugt
sowie ein an dem offenen Ende der Kapillarmembranen ab
fließendes Permeat aus dem Permeatsammelraum abgezogen
wird.
Bei einem aus WO 98/28 066 A1 bekannten Verfahren zur
Membranfiltration wird mit einem Faserbündel aus Kapillar
membranen gearbeitet, die zwischen zwei Kopfstücken end
seitig eingespannt sind. Zur Beseitigung von Ablagerungen
wird das Faserbündel mit Luft begast, die durch ein inner
halb des Faserbündels angeordnetes Mundstück zugeführt
wird. Die Reinigungswirkung der innerhalb des Faserbündels
aufsteigenden Gasblasen ist jedoch begrenzt. Unter schwie
rigen Filtrationsbedingungen, z. B. bei faserförmigen oder
an den Membranflächen fest haftenden Rückständen, kann
nicht verhindert werden, dass sich an den Kopfstücken Ab
lagerungen aufbauen und in das Faserbündel hineinwachsen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Membranfiltration anzugeben, mit dem auch unter schwierigen
Filtrationsbedingungen Ablagerungen im Faserbündel wirkungsvoll
beseitigt bzw. die Ausbildung solcher Ablage
rungen begrenzt werden kann.
Gegenstand der Erfindung und Lösung dieser Aufgabe ist ein
Verfahren zur Membranfiltration in Flüssigkeiten unter Ver
wendung eines Faserbündels aus Kapillarmembranen, die ein
in ein Kopfstück eingegossenes und zu einem Permeatsammel
raum des Kopfstückes offenes Ende sowie ein ohne Ein
spannung frei bewegliches verschlossenes Ende aufweisen,
wobei das Faserbündel in eine zu filtrierende Flüs sigkeit eingetaucht oder von der zu filtrierenden Flüssigkeit umströmt wird,
wobei eine Druckdifferenz zwischen der zu filtrieren den Flüssigkeit und dem Permeatsammelraum erzeugt sowie ein an dem offenen Ende der Kapillarmembranen abfließendes Permeat aus dem Permeatsammelraum ab gezogen wird,
wobei zur Beseitigung von Ablagerungen im Faserbündel zumindest in Intervallen ein Fluid durch ein in das Faserbündel ragendes Mundstück zugeführt wird, welches mit einer Reinigungswirkung verbunden Scherkräfte auf die Ablagerungen ausübt, und
wobei als Fluid eine Flüssigkeit oder ein Flüssig keits/Gas-Gemisch verwendet wird.
wobei das Faserbündel in eine zu filtrierende Flüs sigkeit eingetaucht oder von der zu filtrierenden Flüssigkeit umströmt wird,
wobei eine Druckdifferenz zwischen der zu filtrieren den Flüssigkeit und dem Permeatsammelraum erzeugt sowie ein an dem offenen Ende der Kapillarmembranen abfließendes Permeat aus dem Permeatsammelraum ab gezogen wird,
wobei zur Beseitigung von Ablagerungen im Faserbündel zumindest in Intervallen ein Fluid durch ein in das Faserbündel ragendes Mundstück zugeführt wird, welches mit einer Reinigungswirkung verbunden Scherkräfte auf die Ablagerungen ausübt, und
wobei als Fluid eine Flüssigkeit oder ein Flüssig keits/Gas-Gemisch verwendet wird.
Als Flüssigkeit wird vorzugsweise Wasser und als Flüssig
keits/Gas-Gemisch ein Wasser/Luft-Gemisch verwendet. Eine
bevorzugte Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
die Wasseraufbereitung.
Die Erfindung setzt ein mit der Überlegung, dass die Kapil
larmembranen des Faserbündels nur an einem Ende in ein
Kopfstück eingegossen sind und dass das Faserbündel an
seinem anderen Ende ohne Einspannung frei beweglich in der
zu filtrierenden Flüssigkeit endet. Das zur Beseitigung von
Ablagerungen im Faserbündel in das Innere des Faserbündels
eingeleitete Fluid durchströmt das Faserbündel in einer
definierten Strömung von innen nach außen und strömt in
Längsrichtung der Kapillarmembranen ab. Dabei bewegen sich
die Kapillarmembranen in der Flüssigkeit, was das Ablösen
von Membranbelegen unterstützt. An dem freien Ende des
Faserbündels ist ein effektiver Abtransport gelöster
Schmutzpartikel sichergestellt. Vorteilhaft ist in diesem
Zusammenhang auch, dass sich das Faserbündel durch den
zentralen Eintrag des Fluids radial aufweitet und dadurch
ein Freiraum zwischen den Kapillarmembranen entsteht, durch
den ein effektiver Feststoffaustrag gewährleistet ist. Die
Reinigungswirkung wird erfindungsgemäß dadurch noch ver
bessert, dass als Fluid eine Flüssigkeit oder ein Flüssig
keits/Gas-Gemisch verwendet wird. Das vorzugsweise mit
einer hohen Strömungsgeschwindigkeit aus dem Mundstück aus
tretende Fluid erzeugt durch Impuls und Scherkräfte eine
beachtliche Reinigungswirkung. Durch die Verwendung einer
Flüssigkeit oder eines Flüssigkeit/Gas-Gemisches gelingt
es, auch den unmittelbar an das Kopfstück anschließenden
Faserbündelbereich von Ablagerungen weitgehend frei zu
halten bzw. Rückstände aus diesem Bereich zu entfernen.
In weiterer Ausgestaltung lehrt die Erfindung, dass die
Fluidzusammensetzung, insbesondere der Gasanteil innerhalb
des Fluids, im Betrieb verändert und dadurch die Reini
gungswirkung gezielt beeinflusst wird. Eine weitere Ausfüh
rungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass
Wasser oder ein Wasser/Luft-Gemisch jeweils im Wechsel mit
Luft als Fluid verwendet werden. Ferner können dem Fluid
zumindest zeitweise Reinigungschemikalien zugesetzt werden.
Das verwendete Fluid und das Mundstück sind aufeinander
abzustimmen. Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfin
dung wird mit auswechselbaren Mundstücken unterschiedlicher
Länge und/oder mit unterschiedlichen Düsenaustrittsgeo
metrien gearbeitet. Im Rahmen der Erfindung kann schließ
lich ein Mundstück mit separaten Kanälen für Flüssigkeit
und Gas verwendet werden, wobei das Mundstück so gestaltet
wird, dass die Flüssigkeit und das Gas an unterschiedlichen
Abschnitten und/oder mit unterschiedlicher Strömungsaus
richtung in das Faserbündel eingeleitet werden.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläutert. Es
zeigen schematisch
Fig. 1 ein im Tauchbetrieb eingesetztes Membranfilter
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver
fahrens,
Fig. 2 ein ebenfalls nach dem erfindungsgemäßen Ver
fahren betriebenes Membranfilter mit einem flüs
sigkeitsdurchströmten Filterraum.
Zum grundsätzlichen Aufbau der in den Figuren dargestellten
Membranfilter gehören ein Kopfstück 1, das einen Permeat
sammelraum 2 mit einem Permeatablauf 3 aufweist, und zumin
dest ein Faserbündel 4 aus Kapillarmembranen 5, die an
einem Ende 6 verschlossen sind und an ihrer anderen Seite
mit einem offenen Ende zum Permeatsammelraum 2 in das Kopf
stück 1 eingegossen sind. Bei den Kapillarmembranen 5 han
delt es sich vorzugsweise um Ultrafiltrationsmembranen oder
Mikrofiltrationsmembranen, deren Durchmesser weniger als
5 mm beträgt. Vorzugsweise besitzen sie Durchmesser zwi
schen 0,5 und 3 mm. Die Kapillarmembranen sind von der zu
filtrierenden Flüssigkeit 7 umgeben. Die Filtration erfolgt
aufgrund einer transmembranen Druckdifferenz, die durch
einen Überdruck in der zu filtrierenden Flüssigkeit und/
oder einem permeatseitigen Unterdruck erzeugt werden kann.
Die geklärte Flüssigkeit (Permeat) strömt in den Kapillar
membranen 5 zum Permeatsammelraum 2 ab und wird aus dem
Permeatsammelraum abgezogen.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das
Faserbündel in die zu filtrierende Flüssigkeit 7 unter
getaucht. Die an einem Ende im Kopfstück 1 eingegossenen
Kapillarmembranen 5 sind an ihrem anderen verschlossenen
Ende 6 frei beweglich und führen unter der Wirkung der in
der Flüssigkeit herrschenden Turbulenzen und der auftre
tenden Strömungen mehr oder weniger stark ausgeprägte seitliche
Bewegungen aus. Zur Begrenzung der seitlichen Bewe
gungen ist auf das Kopfstück 1 ein Korb 8 aufgesetzt.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführung weist das Mem
branfilter einen Filterraum 9 auf, der von der zu filtrie
renden Flüssigkeit 7 durchströmt wird. Die Anströmung des
Filterraumes 9 erfolgt durch Bohrungen 10 im Kopfstück 1 in
einem Abschnitt außerhalb des Faserbündels 4. Die Flüssig
keit 7 wird im Wesentlichen an der Außenseite des Faser
bündels 4 vorbeigeführt und strömt in Längsrichtung der
Kapillarmembranen 5 ab.
Zur Beseitigung von Ablagerungen im Faserbündel 4 wird zu
mindest in Intervallen ein Fluid 11 durch ein in das Faser
bündel ragendes Mundstück 12 zugeführt. Das Mundstück 12
erstreckt sich innerhalb des Faserbündels 4 im Wesentlichen
parallel zu den Kapillarmembranen 5 und weist einen rohr
förmigen Abschnitt mit umfangsseitigen Bohrungen 13 auf. Es
kann aber auch beispielsweise als Ringspaltdüse ausgebildet
sein, aus der das Fluid 11 mit radialer Ausrichtung aus
tritt. Als Fluid 11 wird eine Flüssigkeit, insbesondere
Wasser, oder ein Flüssigkeits/Gas-Gemisch, insbesondere ein
Wasser/Luft-Gemisch, verwendet. Durch den austretenden
Impuls sowie durch Scherkräfte übt das Fluid 11 eine Reini
gungswirkung auf Ablagerungen innerhalb des Faserbündels 4
aus. Deckschichten, die sich während der Membranfiltration
an der Membranoberfläche gebildet haben, werden abgereinigt
und mit dem Fluidstrom aus dem Faserbündel 4 ausgetragen.
Durch die Fluidzusammensetzung, insbesondere den Gasanteil
in der Flüssigkeit, kann die Reinigungswirkung beeinflusst
werden. Im Rahmen der Erfindung liegt es, das Mischungs
verhältnis von Wasser und Luft zu steuern und die Fluid
zusammensetzung im Betrieb zu verändern, um dadurch die
Reinigungswirkung zu beeinflussen. Ferner besteht die
Möglichkeit, Wasser oder ein Wasser/Luft-Gemisch jeweils im
Wechsel mit Luft als Fluid zu verwenden. Schließlich können
dem Fluid zumindest zeitweise Reinigungschemikalien zuge
setzt werden.
Das Mundstück 12 des Membranfilters ist auswechselbar und
kann durch ein anderes Mundstück, welches sich hinsichtlich
Länge und/oder der Düsenaustrittsgeometrie unterscheidet,
ausgetauscht werden. Es besteht auch die Möglichkeit,
Mundstücke 12 mit separaten Kanälen für Flüssigkeit und Gas
einzusetzen, so dass die Flüssigkeit und das Gas an unter
schiedlichen Abschnitten und/oder mit unterschiedlicher
Strömungsausrichtung in das Faserbündel eingeleitet werden.
Claims (7)
1. Verfahren zur Membranfiltration in Flüssigkeiten unter
Verwendung eines Faserbündels aus Kapillarmembranen, die
ein in ein Kopfstück eingegossenes und zu einem Permeat
sammelraum des Kopfstückes offenes Ende sowie ein ohne
Einspannung frei bewegliches verschlossenes Ende aufweisen,
wobei das Faserbündel in eine zu filtrierende Flüs sigkeit eingetaucht oder von der zu filtrierenden Flüssigkeit umströmt wird,
wobei eine Druckdifferenz zwischen der zu filtrie renden Flüssigkeit und dem Permeatsammelraum erzeugt sowie ein an dem offenen Ende der Kapillarmembranen abfließendes Permeat aus dem Permeatsammelraum abge zogen wird,
wobei zur Beseitigung von Ablagerungen im Faserbündel zumindest in Intervallen ein Fluid durch ein in das Faserbündel ragendes Mundstück zugeführt wird, welches mit einer Reinigungswirkung verbunden Scherkräfte auf die Ablagerungen ausübt, und
wobei als Fluid eine Flüssigkeit oder ein Flüssig keits/Gas-Gemisch verwendet wird.
wobei das Faserbündel in eine zu filtrierende Flüs sigkeit eingetaucht oder von der zu filtrierenden Flüssigkeit umströmt wird,
wobei eine Druckdifferenz zwischen der zu filtrie renden Flüssigkeit und dem Permeatsammelraum erzeugt sowie ein an dem offenen Ende der Kapillarmembranen abfließendes Permeat aus dem Permeatsammelraum abge zogen wird,
wobei zur Beseitigung von Ablagerungen im Faserbündel zumindest in Intervallen ein Fluid durch ein in das Faserbündel ragendes Mundstück zugeführt wird, welches mit einer Reinigungswirkung verbunden Scherkräfte auf die Ablagerungen ausübt, und
wobei als Fluid eine Flüssigkeit oder ein Flüssig keits/Gas-Gemisch verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei als Flüssigkeit Wasser
und als Flüssigkeits/Gas-Gemisch ein Wasser/Luft-Gemisch
verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Fluid
zusammensetzung im Betrieb verändert und dadurch die Reini
gungswirkung beeinflusst wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
Wasser oder ein Wasser/Luft-Gemisch jeweils im Wechsel mit
Luft als Fluid verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei dem
Fluid zumindest zeitweise Reinigungschemikalien zugesetzt
werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei mit
auswechselbaren Mundstücken unterschiedlicher Länge und/
oder mit unterschiedlichen Düsenaustrittsgeometrien gear
beitet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei ein
Mundstück mit separaten Kanälen für Flüssigkeit und Gas
verwendet wird und die Flüssigkeit und das Gas an unter
schiedlichen Abschnitten und/oder mit unterschiedlicher
Strömungsausrichtung in das Faserbündel eingeleitet werden.
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