DE10159720A1 - Verfahren zum Herstellen von Gussstücken und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von Gussstücken und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Um bei der Herstellung von Gussstücken (3, 4, 5) mit großen Abmessungen die Anzahl der Zuläufe, der Abschnitte und der Speiser reduzieren oder ganz eliminieren zu können, ohne dass die Lunkergefahr auch bei Materialanhäufungen an den Enden erhöht wird, rotiert die Gießform während des Eingießens horizontal um eine vertikale Drehachse (1) und liegt die Eingussöffnung (7) im Bereich der Drehachse (1). Dabei liegt vorzugsweise eine kastenlose oder eine kastengebundene Sandform auf einem Drehtisch (2).
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Gussstücken mit großen Abmessungen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.
- Gussstücke mit großen Abmessungen benötigen naturgemäß eine große Menge an Schmelze. Um die Gefahr der Lunkerbildung zu reduzieren, muss beim Erstarren der Schmelze in Speisern bevorratete Schmelze nachfließen können. Darüber hinaus gibt es bei gestreckten Gussstücken mit Materialanhäufungen an den Enden weitere Probleme beim Zuführen der Schmelze. Hier müssen zum Teil lange Zuläufe und sogar mehrere Anschnitte vorgesehen werden. Derartige Gussstücke benötigen darüber hinaus eine Vielzahl von Speisern.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen von Gussstücken zu finden, bei dem die Anzahl der Zuläufe, der Anschnitte und der Speiser reduziert oder ganz eliminiert werden kann, ohne dass die Lunkergefahr auch bei Materialanhäufungen an den Enden erhöht wird.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen sind in den Ansprüchen 2 bis 4 beschrieben. Anspruch 5 beschreibt die Lösung für eine Vorrichtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens. In den Ansprüchen 6 bis 11 sind vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Vorrichtung beschrieben.
- Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die Gussstücke mit einer verminderten Anzahl von Speiser, Steiger und Eingussanschnitten ausgebildet werden können. Vorteilhaft kommt man bei einer großen Anzahl der Gussstücke sogar mit einem Anschnitt aus. Dadurch reduziert sich der Putzaufwand für nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Gussstücke wesentlich. Weiterhin vorteilhaft kann bei großen Gussstücken die Zeit zum Füllen der Gießformen mit Schmelze reduziert werden.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben. Die einzige Figur zeigt eine Drehscheibe, auf der verschiedene Gussstücke angeordnet sind.
- Die Figur ist als schematische Darstellung anzusehen. Auf die Darstellung von Kästen oder Formen wurde aus Anschauungsgründen verzichtet.
- Ein um eine vertikale Drehachse 1 horizontal rotierender Drehtisch 2 trägt auf seiner Tischoberfläche nicht dargestellte kastenumgebene oder kastenlose Sandformen oder Kokillenformen, die mit Hohlräumen für unterschiedliche Gussstücke 3, 4, 5 ausgebildet sind.
- Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders für lange, großvolumige Gussstücke 3. Hier wird der Anschnitt 6 etwa mittig am Gussstück 3 angebracht. Oberhalb des Anschnitts 6 ist die Eingussöffnung 7 angeordnet. Zwischen Eingussöffnung 7 und Anschnitt 6 liegt ein größeres Volumen, das als Speiser 8 dient.
- Durch die durch die Drehung des Drehtisches 2 erzeugten Fliehkräfte wird die Schmelze nach dem Einlauf in das Gussstück 3 zu den jeweiligen Enden 9 des Gussstücks 3 befördert. Die Erstarrung der Schmelze beginnt von den Enden und schreitet zur Mitte hin fort. Dadurch, dass die Rotation des Drehtisches 2 auch während des Erstarrungsvorganges aufrechterhalten wird, wird die durch die Schwindung des Materials erforderliche Nachspeisung mit Schmelze vom Zentrum zu den Enden 9 bzw. zur Erstarrungsfront gefördert. Die Speisung kann direkt durch die Eingussöffnung 7 oder - soweit erforderlich - durch den zentralen Speiser 8 erfolgen. Es ist auch möglich, mehrere Speiser direkt an die Eingussöffnung 7 anzubinden, um die erforderliche Speisung zu gewährleisten.
- Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich auch sehr gut zum Herstellen von Gussstücken 4, die mit einer einseitigen Volumenanhäufung 10 ausgebildet sind und bei denen gerade im Bereich der Volumenanhäufung 10 kein Speiser gewünscht wird, weil dieser z. B. eine nachfolgende Bearbeitung oder Wärmebehandlung nachteilig beeinflussen könnte. Bei derartigen Gussstücken 4 wird die Volumenanhäufung 10 radial nach außen gelegt. Die Speisung erfolgt wiederum vom Zentrum des Drehtisches 2.
- Beim Einlegen mehrerer Gussstücke in die Form kann es auch sinnvoll sein, Gussstücke 5 parallel radial nach außen versetzt einzulegen. Dieses ist beim rechten Werkstück 5 dargestellt. Die letztgenannte Variante bietet sich besonders an, wenn zwei großvolumige Gussstücke in den Kasten passen. Dann liegt die Eingussöffnung 7 und ein oder mehrere zentrale Speiser 8 zentral zwischen diesen beiden Gussstücken 5.
- Das erfindungsgemäße Gießverfahren eignet sich für alle Formverfahren, bei denen Gießmetall durch Schwerkraft in die Form gelangt und für alle Gusswerkstoffe. Es kann besonders vorteilhaft eingesetzt werden zum Herstellen von Achsbrücken, Getriebegehäusen, Schieberflansche o. ä. Bezugszeichenliste 1 Drehachse
2 Drehtisch
3 Gussstück
4 Gussstück
5 Gussstück
6 Anschnitt
7 Eingussöffnung
8 Speiser
9 Ende
10 Volumenanhäufung
Claims (11)
1. Verfahren zum Herstellen von Gussstücken (3, 4, 5) mit großen Abmessungen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gießform während des Eingießens horizontal
um eine vertikale Drehachse (1) rotiert und die Eingussöffnung (7) im Bereich der
Drehachse (1) liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotation auch
während der Erstarrung der Schmelze aufrechterhalten bleibt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Gussstücke (4, 5) in einer Gießform horizontal voreinander oder
nebeneinander liegen und die zentrale Eingussöffnung (7) zwischen den Gussstücken
angeordnet ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Gießformen horizontal um eine vertikale Drehachse (1) rotieren und über
eine gemeinsame zentrale Eingussöffnung mit Schmelze versorgt werden.
5. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Drehtisch (2), auf dem eine
kastenlose oder eine kastengebundene Sandform aufliegt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehtisch (2)
mit einer Kastenhälfte verbunden oder als Kastenhälfte ausgebildet ist.
7. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Drehtisch (2) mit einer
Kokillenform verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass der Drehtisch (2) als Station einer Gießanlage ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere
Drehtische (2) parallel in der Gießanlage vorgesehen sind.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass die Eingussöffnung (7) so groß gestaltet ist, dass sie sämtliches
Speisermaterial für alle Gussstücke (3, 4, 5) aufnimmt.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass die Eingussöffnung (7) mit einem oder mehreren Speisern (8) direkt
verbunden ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001159720 DE10159720A1 (de) | 2001-12-05 | 2001-12-05 | Verfahren zum Herstellen von Gussstücken und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10159720A1 true DE10159720A1 (de) | 2003-06-26 |
Family
ID=7708120
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE2001159720 Withdrawn DE10159720A1 (de) | 2001-12-05 | 2001-12-05 | Verfahren zum Herstellen von Gussstücken und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10159720A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102007020638A1 (de) * | 2007-04-30 | 2008-11-13 | Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co Kg | Schleudergießverfahren und Anordnung für eine Schleudergießvorrichtung |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE69613140T2 (de) * | 1995-11-07 | 2001-09-13 | F.V.C. Ltd., Sheffield | Herstellung eines profils durch giessen |
-
2001
- 2001-12-05 DE DE2001159720 patent/DE10159720A1/de not_active Withdrawn
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| DE102007020638B4 (de) * | 2007-04-30 | 2017-02-09 | Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co Kg | Schleudergießverfahren und Anordnung für eine Schleudergießvorrichtung |
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