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Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung für druckmittelbetätigte pneumatische
Antriebe von Armaturen mit einem Gehäuse, mit einer Druckmittelzuleitung,
mit einer Druckmittelableitung, mit einer Entlüftung und mit einem Schaltkolben,
der in einer Zylinderbohrung geführt
ist, und Kolbenscheiben aufweist, durch welche die Zylinderbohrung
in Steuerkammern unterteilt ist, wobei zum Verschieben des Schaltkolbens
von einer ersten Schaltstellung in eine zweite Schaltstellung und
umgekehrt eine der Steuerkammern mittels eines Steuermittels mit
Druck beaufschlagt oder entlüftet
werden kann, wobei je nach Schaltstellung des Schaltkolbens die
Druckmittelableitung entweder mit der Druckmittelzuleitung oder der
Entlüftung
durch eine der weiteren Steuerkammern verbunden ist.
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Eine solche Steuervorrichtung ist
aus der
US 4,254,798 bekannt.
Diese bekannte Steuervorrichtung ermöglicht einen hohen Druckluftdurchsatz
bei geringer Leistung des Steuermittels. Nachteilig bei der bekannten
Steuervorrichtung ist aber, daß eine Vielzahl
von Zu- und Ableitungen erforderlich ist. Insbesondere wegen des
verhältnismäßig freiliegenden Magnetventils
ist diese Steuervorrichtung nur in weitgehend feuchtigkeitsgeschützten Bereichen
anwendbar. Insbesondere in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie
ist der gesamte Produktionsbereich aber sorgfältig zu säubern. Dazu werden meist Hochdruckreiniger
und Desinfektionslösungen
verwendet.
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Eine für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie
geeignete Steuervorrichtung ist aus der
DE 196 42 181 A1 bekannt.
Bei dieser Steuervorrichtung sind eine Signaleinrichtung, durch
welche die Stellung des Antriebes und mithin der Armatur ("Auf" oder "Zu") erfaßt werden
kann, und die Ansteuerung für
den Antrieb in einem Gehäuse
zusammengefaßt. Gegenüber Steuervorrichtungen,
bei denen diese Funktionen in getrennten Gehäusen untergebracht sind, hat
die Steuervorrichtung nach der
DE 196 42 181 A1 den Vorteil, daß, zumindest
wenn keine Hilfsspannung beispielsweise für ein ASI-Bussystem benötigt wird,
nur eine einzige elektrische Zuleitung erforderlich ist und die
Steuervorrichtung raum- und gewichtssparend ausgebildet ist. Insbesondere
letztes ist bei dünnen
Rohrleitungen, in die die Armatur eingebaut ist, wichtig, da die
Leitungen auch das Gewicht des Stellantriebes für die Armatur tragen müssen.
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Bei der Steuervorrichtung nach der
DE 196 42 181 A1 werden
als Schaltmittel ein oder mehrere Magnetventile verwendet. In derartige
Steuervorrichtungen eingebaute Magnetventile haben aber den Nachteil,
daß sie
bei einem Vordruck von etwa 6 bar und einem Hinterdruck von etwa
5 bar nur einen Druckluftdurchsatz von etwa 300 bis 400 l/min ermöglichen.
Dieses führt
dazu, daß sich
die Armaturen nur sehr langsam betätigen lassen, also nur sehr große Schaltzeiten
möglich
sind. Zum Verkürzen
der Schaltzeiten wäre
ein höherer
Druckluftdurchsatz erforderlich, wie er bei den herkömmlichen
Antrieben, bei denen die Signaleinrichtung und die Ansteuerung getrennt
sind, nämlich
die Ansteuerung in Form des Magnetventils direkt an den Antrieb
angeschlossen wird, bereitgestellt wird. Konkret wird hier ein Druckluftdurchsatz
von etwa 900 l/min bei einem Vordruck von 6 bar und einem Hinterdruck
von 5 bar bereitgestellt.
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Ein Magnetventil, das einen Druckluftstrom von
860 l/min bei einem Vordruck von 6 bar und einem Hinterdruck von
5 bar bereitstellt, ist beispielsweise durch ein Magnetventil "ASCO® Joucomatic Typ
551" gegeben. Bei
diesem Typ ist ein Schieber vorgesehen, der mittels Druckluft gegen
eine Feder verschiebbar ist und damit die Druckluftströme umschaltet.
Dieses Magnetventil stellt diesen Druckluftstrom aber nur als reines
Steuerventil, das unmittelbar an einem Antrieb angeschraubt ist,
bereit. Sobald Leitungswege zwischen dem Magnetventil und dem Antrieb
vorgesehen sind, wird, je nach Länge
der Leitungswege, nur noch ein erheblich niedrigerer Druckluftstrom
bereitgestellt. Damit ist dieses Magnetventil in einem integrierten
System nicht mehr geeignet. Um einen solchen Volumenstrom mit einem
integrieren System bereitzustellen, wären sehr große und damit
schwere Magnetventile erforderlich.
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Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine
Steuervorrichtung anzugeben, mit der sich auf einfache Weise hohe
Druckluftdurchsätze
erzielen lassen und die sich einfach sauberhalten läßt, so daß sie auch
in starker Feuchtigkeit ausgesetzter Umgebung einsetzbar ist.
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Das Problem wird dadurch gelöst, daß bei einer
Steuervorrichtung der eingangs genannten Art die Steuerkammer zum
Entlüften
mit der Entlüftung verbindbar
ist, und daß das
Steuermittel in dem Gehäuse
angeordnet ist.
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Durch das Kapseln des Steuermittels
in dem Gehäuse
läßt sich
ein geeigneter Schutz des Steuermittels beispielsweise gegen Spritzwasser
sicherstellen. Das Gehäuse
kann auch vollständig
wasserdicht ausgebildet sein. Auf diese Weise läßt sich die Steuervorrichtung
einfacher sauberhalten und beispielsweise auch mittels eines Hochdruckreinigers
säubern.
Das Anordnen des Steuermittels in dem Gehäuse wird dadurch ermöglicht,
daß die
Steuerkammer zum Entlüften
mit der Entlüftung
verbindbar ist. Auf diese Weise ist keine zusätzliche Entlüftung für die Steuerkammer
erforderlich. Insbesondere ist auch keine Entlüftung im Bereich des Steuermittels erforderlich.
Eine solche Steuervorrichtung ist insbesondere für integrierte Systeme, bei
denen die Signaleinrichtung und die Ansteuerung in einem Gehäuse zusammengefaßt sind,
von Vorteil. Diese Steuervorrichtung läßt sich aber auch als reine
Steuervorrichtung ohne Signaleinrichtung vorteilhaft verwenden.
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Durch den erfindungsgemäß ausgebildeten Schaltkolben
lassen sich auf überraschend
einfache Weise erheblich höhere
Druckluftdurchsätze
ermöglichen,
als dieses mit den herkömmlichen
Magnetventilen der Fall ist. Insbesondere können Druckluftdurchsätze von
800 l/min bei einen Vordruck von 6 bar und einem Hinterdruck von
5 bar und höher
auch bei integrierten Systemen (Ansteuerung und Signaleinrichtung
in einem Gehäuse)
problemlos bereitgestellt werden, da sich aufgrund des Schaltkolbens
die jeweils miteinander zu verbindenden Anschlüsse gleichsam kurzschließen lassen,
ohne daß der „Umweg" über ein Magnetventil erforderlich
ist. Darüber hinaus
lassen sich aufgrund des Schaltkolbens erhöhte Durchleitungsquerschnitte
bereitstellen, was den Strömungswiderstand
herabsetzt und mithin den Druckluftdurchsatz erhöht.
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Die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung ist sowohl
für einfach
wirkende Antriebe, bei denen eine 3/2-Wege-Steuerung ausreicht,
als auch für
doppelt wirkende Antriebe geeignet. Allerdings müssen für doppelt wirkende Antriebe
zwei Druckluftableitungen bereitgestellt werden (5/2-Wege-Steuerung).
Eine Weiterbildung der Erfindung für doppelt wirkende Antriebe
ist deshalb dadurch gekennzeichnet, daß zwei Druckluftableitungen
und zwei Entlüftungen
vorgesehen sind, wobei in einer ersten Stellung des Schaltkolbens
die erste Druckluftableitung mit der Druckmittelzuleitung und die
zweite Druckmittelableitung mit der zweiten Entlüftung, und in einer zweiten
Stellung des Schaltkolbens die zweite Druckluftableitung mit der
Durckmittelzuleitung und die erste Druckmittelableitung mit der
ersten Entlüftung
verbunden sind.
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Der Schaltkolben ist nach einer konkreten konstruktiven
Ausgestaltung der Erfindung längsverschieblich
in der Zylinderbohrung angeordnet. Er kann alternativ aber beispielsweise
auch als Drehkolben ausgebildet sein.
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Nach einer an sich auch unabhängig denkbaren
Weiterbildung der Erfindung weist die Steuervorrichtung eine Signaleinrichtung
zum Erfassen der Stellung des Antriebes auf. Hierdurch ist eine
einfach montierbare, kleine und leichte Einheit gegeben, die sich
ohne weiteres auch auf Armaturen in dünnen Rohrleitungen einsetzen
läßt. Besonders
günstig
ist es, wenn die Signaleinrichtung und Magnetventile zum Schalten
des Schaltkolbens in einer gemeinsamen, gesonderten Kammer untergebracht
sind. Hierdurch ist der elektrische Anschluß der Steuervorrichtung weiter
erleichtert sowie das Magnetventil und die Signaleinrichtung vor
Verschmutzung geschützt.
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Weitere Merkmale der Erfindung beziehen sich
auf konstruktive Ausgestaltungen des Schaltkolbens und einer Signaleinrichtung
zum Erfassen der Schaltstellung der Armatur.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand
eines in der Zeichnung näher
dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
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1 eine
auf einen Antrieb montierte Steuervorrichtung mit den Erfindungsmerkmalen
in Seitenansicht,
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2 die
Steuervorrichtung gemäß 2 in noch nicht auf dem
Antrieb montiertem Zustand im Vertikalschnitt,
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3 einen
schematischen Horizontalschnitt durch die Steuervorrichtung gemäß 1 in einem ersten Schaltzustand,
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4 den
Horizontalschnitt durch die Steuervorrichtung gemäß 3 in einer zweiten Schaltstellung,
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5 einen
Horizontalschnitt einer Steuervorrichtung nach einem anderen Ausführungsbeispiel
in einer ersten Schaltstellung,
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6 einen
Horizontalschnitt der Steuervorrichtung gemäß 5 in einer zweiten Schaltstellung
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7 eine
Draufsicht auf die geöffnete
Steuervorrichtung gemäß 1, und
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8 einen
Horizontalschnitt in der Ebene VI-VI gemäß 5 durch die Steuervorrichtung.
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1 zeigt
eine auf einen Antrieb 10 montierte Steuervorrichtung 11.
Die Steuervorrichtung 11 weist ein kastenförmiges Gehäuse 12 auf,
das durch einen Deckel 13 verschlossen ist. Mittels eines
wasserdicht verschließbaren
Durchleitungskanal 14 können
Elektroleitungen in das innere des Gehäuses 12 geführt werden.
Ferner sind in 1 fünf Anschlüsse 15, 16, 17, 18, 19 erkennbar,
die zum Anschließen von
Druckluftleitungen dienen. Konkret ist an den Anschluß 15 eine
Druckluftzuleitung 20, an den Anschluß 16 eine Druckluftableitung 21,
an den Anschluß 17 eine
Entlüftung 22,
an den Anschluß 18 eine
Druckluftableitung 23 und an den Anschluß 19 eine
Entlüftung 24 angeschlossen.
Die Druckluftableitungen 21, 23 sind zu korrespondierenden
Anschlüssen 25, 26 des
Antriebes 10 geführt.
Durch die Druckluftableitungen 21, 23 wird dem
Antrieb 10 die Druckluft zum Betätigen der Armatur im Zwei-Wege-Prinzip
zugeführt.
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Wie aus 2 erkennbar, wird das Gehäuse 12 der
Steuervorrichtung 11 auf den Antrieb 10 aufgesteckt.
An der Oberseite des Antriebes 10 ist ein genormter (VDI/VDE
3845) Verbindungszapfen 27 vorgesehen, der in einen korrespondierenden
Mitnehmerzapfen 28 der Steuervorichtung eingreift, so daß eine drehfeste
Verbindung zwischen dem Mitnehmerzapfen 28 und dem Verbindungszapfen 27 hergestellt
wird. Der Mitnehmerzapfen 28 ist gegen das Gehäuse 12 der
Steuervorrichtung 11 durch einen O-Ring 29 gedichtet.
Auf die Oberseite des Mitnehmerzapfens 28 ist eine Steuerscheibe 30 aufgeschraubt,
die weiter unten noch näher
beschrieben wird.
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Der Antrieb 10 selbst wird
der aufgesetzten Steuervorrichtung 11 auf eine nicht gezeigte
Armatur in bekannter Weise aufgesetzt und mit dieser verbunden.
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Das Herzstück der Steuervorrichtung 11 bildet
ein Schaltkolben 31 (3 und 4). Der Schaltkolben 31 ist
längsverschieblich
in einer abgestuften Zylinderbohrung 32 im Gehäuse 12 gelagert.
Der Schaltkolben 31 selbst weist drei Kolbenscheiben 32,
34, 35 auf,
welche durch Distanzstücke 36, 37 auf
einen vorbestimmten Abstand zueinander gehalten werden und mittels
einer Schraubverbindung 38 montiert sind.
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Die Kolbenscheibe 33 weist
den kleinsten Durchmesser auf und korrespondiert zu dem Abschnitt
der Zylinderbohrung 32 mit dem geringeren Querschnitt.
Die Kolbenscheiben 34 und 35 weisen jeweils den
gleichen Durchmesser auf und sind größer als die Kolbenscheibe 33.
Ihr Durchmesser korrespondiert zu dem Durchmesser des größeren Abschnittes
der Zylinderbohrung 32. Die Kolbenscheiben 33, 34 und 35 liegen
dichtend an der Zylinderbohrung 32 an und unterteilen die
Zylinderbohrung 32 in vier Steuerkammern 39, 40, 41 und 42.
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Der insoweit beschriebene Schaltkolben 31 arbeitet
wie folgt:
Der Anschluß 15 für die Druckluftzuleitung 20 ist
immer der Steuerkammer 40 zugeordnet, so daß die Steuerkammer 40 immer
unter dem Leitungsdruck der Druckluftzuleitung 20 steht.
In 3 ist nun eine erste
Endstellung des Schaltkolbens 31 gezeigt, bei der sich
zusätzlich
auch der Anschluß 18 für die Druckluftableitung 23 in
die Steuerkammer 40 öffnet. Der
Anschluß 16 für die Druckluftableitung 21 und der
Anschluß 17 für die Entlüftung 22 öffnen sich
hingegen in die Steuerkammer 39. In dieser Position wird
also über
die Druckluftableitung 23 Druckluft zum Anschluß 26 des
Antriebes 10 geführt,
während der
Anschluß 25 über die
Druckluftableitung 21 entlüftet wird. Der Antrieb 10 befindet
sich in einer ersten Schaltstellung für die Armatur.
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Zum Umschalten des Antriebes 10 in
die zweite Schaltposition für
die Armatur ist nun die Druckluftableitung 21 mit Druckluft
aus der Druckluftzuleitung 20 zu versorgen und die Druckluftableitung 23 zu
entlüften.
Für diesen
Schaltvorgang ist die Steuervorrichtung 11 mit einem Magnetventil 43,
das hier nur als Vorschaltventil arbeitet, ausgerüstet. Dieses
Magnetventil 43 wird zum Umschalten so geschaltet, daß über Leitungsbohrungen 44, 45 im
Gehäuse 12 Druckluft
aus der Druckluftzuleitung 20 in die Steuerkammer 42 geleitet
wird. In den Steuerkammern 40 und 42 herrscht
jetzt also der gleiche, erhöhte
Druck, während
die Steuerkammern 39 und 41 unter Normaldruck
oder gegebenenfalls unter einem an den Entlüftungen 22 und 24 anliegenden
Unterdruck stehen. Der Schaltkolben 31 wird hierdurch nach
links in die in 4 gezeigte
Position verschoben.
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In dieser Position öffnet sich
nur noch der Anschluß 17 für die Entlüftung 22 in
die Steuerkammer 39. Die Anschlüsse 15 und 16 für die Druckluftzuleitung 20 bzw.
die Druckluftableitung 21 öffnen sich gemeinsam in die
Steuerkammer 40 und sind somit kurzgeschlossen. Die Druckluftableitung 21 wird
jetzt mit Druckluft aus der Druckluftzuleitung 20 versorgt.
Die Anschlüsse 18 und 19 für die Druckluftableitung 23 und
die Entlüftung 24 öffnen sich
gemeinsam in die Steuerkammer 41, so daß der Anschluß 26 des
Antriebes 12 über
die Druckluftableitung 23 durch die Entlüftung 24 entlüftet wird.
Der Antrieb 10 wird in seine zweite Schaltposition für die Armatur
umgeschaltet.
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Zum Zurückschalten des Schaltkolbens 31 in die
in 3 gezeigte Position
und damit zum erneuten Umschalten des Antriebes 10 werden
nun mittels des Magnetventiles 43 über die Leitungsbohrung 45 und
eine weitere Leitungsbohrung 46 die Steuerkammern 41 und 42 miteinander
verbunden. Die Steuerkammern 39, 41 und 42 stehen
nun unter Normaldruck oder gegebenenfalls unter einem an den Entlüftungen 22 und 24 anliegenden
Unterdruck. Nur noch die Steuerkammer 40 steht unter dem
erhöhten Leitungsdruck
der Druckluftzuleitung 20. Aufgrund der größeren Fläche der
Kolbenscheibe 34 gegenüber
der Kolbenscheibe 33 wird der Schaltkolben 31 nach
rechts in die in 3 gezeigte
Position verschoben. Der Antrieb 10 ist, wie weiter oben
bereits anhand von 3 beschrieben,
umgeschaltet.
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Die in soweit beschriebene Steuervorrichtung 11 ist
monostabil ausgebildet. Das bedeutet, daß der Schaltkolben 31 bei
Stromausfall am Magnetventil 43 immer eine vorbestimmte
Schaltstellung einnimmt. Ist das Magnetventil 43 so angeschlossen, daß bei einem
Stromausfall die Druckluftzuleitung 20 mit der Steuerkammer 42 verbunden
ist, nimmt der Schaltkolben 31 die Schaltstellung gemäß 4 ein. Ist das Magnetventil 43 hingegen
so angeschlossen, daß im
Falle eines Stromausfalls die Steuerkammer 42 mit der Entlüftung 24 verbunden
ist, nimmt der Schaltkolben 31 die Schaltstellung gemäß 3 ein. Die jeweilige Anschlußart wird
je nach Anwendungsfall nach dem Gesichtspunkt des "Fail-Save-Verhaltens" ausgewählt, so
daß sich
bei einem Stromausfall die sichere Variante (Armatur "Auf" oder Armatur "Zu") einstellt.
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Alternativ kann die Steuervorrichtung
auch bistabil ausgebildet werden. Eine solche Variante ist in 5 und 6 gezeigt, in der die bistabile Steuervorrichtung
mit 11' bezeichnet
ist. Bei der bistabilen Steuervorrichtung behält der Schaltkolben 31' bei einem Stromausfall
immer die Schaltstellung bei, die er gerade im Moment des Stromausfalls
inne hatte.
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Der Schaltkolben 31' weist bei der
bistabilen Ausführung
der Steuervorrichtung 11' vier
Kolbenscheiben 34, 35, 36 und 52 auf,
die durch drei Distanzstücke 36, 37 und 53 auf
Abstand gehalten werden, so daß sich
fünf Steuerkammern 39, 40, 41, 42 und 54 ergeben.
Ferner ist die bistabile Steuervorrichtung 11' mit zwei Magnetventilen 43a und 43b ausgerüstet. Durch
das Magnetventil 43a kann die Steuerkammer 54 mit
der Druckluftzuleitung 20 (Anschluß 15) oder der Entlüftung 22 (Anschluß 17)
verbunden werden. Das Magnetventil 43b verbindet die Steuerkammer 42 entweder
mit der Druckluftzuleitung 20 (Anschluß 15) oder der Entlüftung 24 (Anschluß 19).
Dabei sind die Magnetventile 43a und 43b so miteinander
verschaltet, daß entweder
die Steuerkammer 54 oder 42 mit der Druckluftzuleitung 20 verbunden
und demnach mit Druckluft versorgt sind und die jeweils andere Steuerkammer 42 bzw. 54 mit
der Entlüftung 22 bzw. 24 verbunden,
also drucklos ist. Dementsprechend wird der Schaltkolben 31' entweder in
die linke Position gemäß 5 oder die rechte Position
gemäß 6 verschoben.
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Fällt
der Strom komplett aus, so daß weder das
Magnetventil 43a, noch das Magnetventil 43b mit Strom
versorgt sind, werden beide Steuerkammern 54 und 42 mit
ihren zugehörigen
Entlüftungen 22 bzw. 24 verbunden
und sind demnach drucklos. Der Schaltkolben 31' bleibt in der
Position, in der er sich gerade befindet. Die Steuervorrichtung 11' ist bistabil.
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Aufgrund des oben beschriebenen Aufbaus mit
zwei Magnetventilen 43a und 43b braucht der Schaltkolben 31' und entsprechend
die Zylinderbohrung 32' nicht
abgestuft zu sein. Vielmehr hat die Zylinderbohrung 32' über ihre
gesamte Länge
den gleichen Durchmesser. Dementsprechend weisen auch die Kolbenscheiben 33, 34 und 52 immer
den gleichen Durchmesser auf.
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Die Steuervorrichtung
11,
11' ist im vorliegenden
Fall auch mit einem Signalgeber für die jeweilige Schaltstellung
des Antriebes
10 und damit der Armatur ausgerüstet. Wie
bereits anhand von
2 beschrieben,
ist hierzu die Signalscheibe
30 über den Mitnehmerzapfen
28 mit
dem Verbindungszapfen
27 des Antriebes
10 verbunden.
Die Signalscheibe
30 ist aus einem nichtmagnetischen Stahl
gebildet und ist an zwei, den jeweiligen Endstellungen des Antriebes
10 entsprechenden
Positionen mit jeweils einer Schraube
46,
47 aus
einem magnetischen Material versehen. Ein Sensor
48, beispielsweise
ein elektroinduktiver oder -kapazitiver Aufnehmer erfaßt die Schraube
46 bzw.
47 und
meldet hierdurch, ob sich der Antrieb
10 in der einen oder
anderen Endstellung befindet. Gegebenenfalls können die Schrauben
46 und
47 auch
mit unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften ausgerüstet sein,
so daß sich
je nachdem, ob sich die Schraube
46 oder
47 im
Bereich des Sensors
48 befindet, ein unterschiedlich starkes
Signal ausgelöst
wird. Hierdurch läßt sich
auf einfache Weise auch erfassen, welche der beiden Endstellungen
der Antrieb
10 gerade eingenommen hat. Mit Hilfe der beiden
Schrauben
46,
47 und dem einen Sensor
48 ist
aufgrund der Schaltstellung des Magnetventils
43 bzw.
43a,
43b klar,
welche der beiden Endpositionen der Antrieb
10 eingenommen
hat. Gegebenenfalls kann hierzu alternativ auch nur eine Schraube
verwendet werden, die mit zwei unterschiedlich positionierten Sensoren
zusammenwirkt, wie dieses ähnlich
in
DE 196 42 181 A1 beschrieben ist.
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Das Magnetventil 43 bzw. 43a, 43b ist
mit dem Signalgeber in einer gemeinsamen, gesonderten Kammer 55 im
Gehäuse 12 untergebracht.
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Der Sensor 48 ist über Elektrokabel 49 mit der
Anschlußleiste 51 verbunden.
Durch eine entsprechende Schaltung ist dafür gesorgt, daß das Magnetventil 43 nur
umgeschaltet werden kann, wenn sich eine der beiden Schrauben 46 oder 47 im
Bereich des Sensors 48 befindet, also der Antrieb 10 zuverlässig eine
seiner beiden Endstellungen angenommen hat.
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Durch entsprechende Steuerung können auch
Zwischenpositionen zwischen Armatur „Auf" und Armatur „Zu" angefahren werden. Hierfür werden gegebenenfalls
eine oder mehrere weitere Schrauben in der Signalscheibe 30 vorgesehen.
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Das Magnetventil 43 ist
durch weitere Kabel 50 mit einer Anschlußleiste 51 verbunden.
An diese Anschlußleiste 51 werden
die durch den Durchleitungskanal 14 hindurchgeführte Anschlußleitungen angeschlossen.
Hierdurch wird zum einen das Magnetventil 43 und auch der
Sensor 48 mit Strom versorgt und Signale über die
Schaltstellung des Antriebes 10 gesendet und Steuerbefehle
empfangen.
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Das Gehäuse 12 ist wasserdicht
verschlossen. Auch der O-Ring 28 am Mitnehmerzapfen 27 sorgt
für eine
gute Wasserdichtung, so daß die
Steuervorrichtung 11 gegen Spritzwasser, sogar beim Einsatz
von Hochdruckreinigern im Bereich der Armatur, geschützt ist.
Ferner ist das Gehäuse 12 als eigene
Einheit nach IP 65 und höher
geschützt.
Die Steuervorrichtung 11 kann auch in explosionsgefährdeten
Bereichen eingesetzt werden.
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Das gezeigte Ausführungsbeispiel bezieht sich
auf eine 5/2-Wege-Steuerung. Die Erfindung ist analog auch für 3/2-Wege-
und 5/3-Wege-Steuerungen vorteilhaft einsetzbar.
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- 10
- Antrieb
- 11
- Steuervorrichtung
- 12
- Gehäuse
- 13
- Deckel
- 14
- Durchleitungskanal
- 15
- Anschluß
- 16
- Anschluß
- 17
- Anschluß
- 18
- Anschluß
- 19
- Anschluß
- 20
- Druckluftzuleitung
- 21
- Druckluftableitung
- 22
- Entlüftung
- 23
- Druckluftableitung
- 24
- Entlüftung
- 25
- Anschluß
- 26
- Anschluß
- 27
- Verbindungszapfen
- 28
- Mitnehmerzapfen
- 29
- O-Ring
- 30
- Signalscheibe
- 31
- Schaltkolben
- 32
- Zylinderbohrung
- 33
- Kolbenscheibe
- 34
- Kolbenscheibe
- 35
- Kolbenscheibe
- 36
- Distanzstück
- 37
- Distanzstück
- 38
- Schraubenverbindung
- 39
- Steuerkammer
- 40
- Steuerkammer
- 41
- Steuerkammer
- 42
- Steuerkammer
- 43
- Magnetventil
- 44
- Leitungsbohrung
- 45
- Leitungsbohrung
- 46
- Schraube
- 47
- Schraube
- 48
- Sensor
- 49
- Kabel
- 50
- Kabel
- 51
- Anschlußleiste
- 52
- Kolbenscheibe
- 53
- Distanzstück
- 54
- Steuerkammer
- 55
- Kammer