DE10152430C1 - Vorrichtung und Verfahren zur Verdunstung einer Flüssigkeit - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur Verdunstung einer FlüssigkeitInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Verdunstung einer Flüssigkeit. In einer ersten Kammer wird mittels einer Zerstäuberdüse ein Flüssigkeitsnebel erzeugt, welcher durch das Abscheiden der größeren Tröpchenfraktion in einen Feinstnebel überführt wird. Dieser Feinstnebel wird durch die Zugabe einer zusätzlichen Verdünnungsluft vollständig aufgelöst. Dadurch wird eine mit der Flüssigkeit hochangereichterte Luftmasse erzeugt.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verdunstung einer Flüssigkeit,
enthaltend eine Nebelkammer, in die eine Flüssigkeit mittels einer Zerstäuberdüse als
Flüssigkeitsnebel eingesprüht wird.
Des weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Verdunstung einer
Flüssigkeit.
Die Überführung einer Flüssigkeit in die Gasphase wird meist durch Verdunstung unter
Hitzeeinwirkung durchgeführt. Die Verdunstung kann deutlich verstärkt werden, wenn die
Flüssigkeit vorher in einen Nebel überführt wird. Das Entweichen dieses Nebels in die
Umgebung ist jedoch oft problematisch, da sich die Flüssigkeit wieder niederschlagen
kann und insbesondere bei inhomogenen Flüssigkeitsgemischen keineswegs vollständig
verdunstet.
Duftstoffe, insbesondere natürliche oder Designerduftstoffe, sind meist
Flüssigkeitsgemische aus Substanzen mit stark unterschiedlichen physikalischen und
chemischen Eigenschaften. Das Ausbringen wird oft mittels wärmeunterstützter
Verdunstung in sogenannten Duftlampen durchgeführt. Auch mittels Versprühen aus
Drucksystemen werden Duftstoffe als Aerosol ausgebracht.
Die wärmeunterstütze Verdunstung führt nur beim Einsatz kleiner Mengen, welche relativ
schnell vollständig verdunsten, zu einer gleichmäßigen Freisetzung der gesamten
Duftstoffzusammensetzung. Große erwärmte Mengen an Duftstoffkompositionen werden
statt dessen wärmefraktioniert und erleiden eine Verfälschung der Duftwahrnehmung.
Handelsübliche Sprühsyteme setzen den Duftstoff als Nebeltröpfchen frei. Dies führt
immer zu einer nachteiligen hohen Konzentrationswolke des Wirkstoffes und nicht selten
schlägt sich die gröbere Tröpfchenfraktion in der Umgebung nieder. Häufig wird der
Duftstoff zur nebelförmigen Ausbringung daher in einer alkoholischen Verdünnung
vorgelegt. Dies ist jedoch nicht für alle Anwendungen akzeptabel.
Daher war es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verdunstungsvorrichtung zur
Verfügung zu stellen, mit der Stoffgemische ohne die Zugabe von Lösungsmitteln
gleichmäßig und vollständig sowie ohne Tropfenabscheidung verdunstet werden können.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zur Verdunstung einer Flüssigkeit gelöst,
enthaltend eine Nebelkammer, in die eine Flüssigkeit mittels einer Zerstäuberdüse als
Flüssigkeitsnebel eingesprüht wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Nebelkammer eine
Verdunstungskammer nachgeschaltet ist, in der der Flüssigkeitsnebel mittels einer
geeigneten Menge zusätzlicher Verdünnungsluft unter Vermischung vollständig in die
Gasphase überführt wird, wobei das Übergangsstück zwischen der Nebelkammer und der
Verdunstungskammer so ausgeführt ist, daß keine oder fast keine Luftwirbel von der
Nebelkammer in die Verdunstungskammer übertragen werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Nebelkammer mindestens eine
Ablauföffnung für abgeschiedene Nebeltropfen auf. Dieser Ablauf kann beispielsweise
direkt in den Vorlagebehälter der Zerstäuberdüse führen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ragt das Übergangsstück in die
Nebelkammer hinein und verringert so den Eintrag von Luftwirbeln und großen
Nebeltropfen in das Übergangsstück.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das Übergangsstück eine
ausreichende Verengung und/oder Länge auf und vermeidet so weitestgehend eine
Übertragung von Luftwirbeln von der Nebelkammer in die Verdunstungskammer.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Einlaßöffnung der
Verdünnungsluft in der Verdunstungskammer zur Einlaßöffnung des Nebels so
positioniert ist, daß eine Verwirbelung beider Luftströme stattfindet.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verdunstung
einer Flüssigkeit, bei dem die Flüssigkeit zuerst in einer Nebelkammer in einen Nebel
überführt wird, wobei gleichzeitig durch Impaktion an der Innenwand eine Vorabscheidung
großer Nebeltropfen erfolgt, und anschließend der Feinstnebel unter weitestgehender
Vermeidung von Wirbeln in eine zweiten Kammer gelangt, in der der Nebel mit
Verdünnungsluft verwirbelt wird und so vollständig verdunstet.
Vorzugsweise werden Nebeltropfen mit einer Größe von mehr als 200 µm, besonders
bevorzugt mit einer Größe von mehr als 50 µm, durch die Beschleunigung durch die
Zerstäuberdüse an der Innenwand der Nebelkammer durch Impaktion abgeschieden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Transportgeschwindigkeit der
Nebeltropfen so eingestellt, daß die Geschwindigkeit der Nebeltropfen mit einer Größe von
mehr als 200 µm (Durchmesser), vorzugsweise mit einer Größe von mehr als 50 µm,
durch das Durchgangsstück geringer ist als ihre Sinkgeschwindigkeit.
Bevorzugt werden die in der Nebelkammer abgeschiedene Nebeltropfen durch eine
Rücklaufzuführung wieder in die Vorlage der Zerstäuberdüse überführt.
Im Falle der Verwendung einer Einstoffzerstäuberdüse wird vorzugsweise eine zusätzliche
Trägerluft in die erste Kammer eingegeben.
Ein zur Lösung der Aufgabe geeignetes Verfahren ist in den Patentansprüchen 6 bis 11
beschrieben.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise mit den oben beschriebenen
erfindungsgemäßen Vorrichtungen durchgeführt.
Die Vorrichtung und das damit durchführbare Verfahren werden im folgenden kurz und
beispielhaft dargestellt.
Eine Zerstäuberdüse produziert ausreichend kinetische Energie zur Verwirbelung des
Luftdruckstrahls und zur Abscheidung der Tröpfchenfraktion, welche eine relativ zur
Gesamttröpfchenmenge große Masse besitzen, an der Innenwand der Nebelkammer
(Impaktion).
Die verbleibende vorfraktionierte Feinstnebelfraktion gelangt nun mit der Luftströmung in
ein Übergangsstück aus der Nebelkammer hinaus. Durch dieses Übergangsstück
gelangen vorzugsweise nur Tröpfchen, deren Absinkgeschwindigkeit geringer ist als die
Geschwindigkeit der aufsteigenden Luftmasse. Dies führt zu einer weiteren Abscheidung
von unerwünscht großen Tropfengrößen aus der Nebelmasse.
Gleichzeitig gewährleistet das Übergangstück eine völlige Beruhigung der
Luftverwirbelung. Dadurch wird vermieden, daß durch Luftwirbel auch Tröpfchengrößen
mit großem Durchmeser ausgetragen werden können, die dann unvollständig in der
folgenden Verdunstungskammer verdunsten.
Der von allen größeren Tröpfchen befreite Nebel gelangt so in die Verdunstungskammer.
In dieser Verdunstungskammer wird über ein geeignet angeordnetes Einlaßstück eine
ausreichend große Menge Verdünnungsluft unter erneuter Wirbelbildung zugeführt, und
so eine vollständige Verdunstung des Nebels erreicht.
Durch die vorhergegangene Abscheidung größerer Tröpfchenanteile aus dem Nebel
liegen nur noch hinreichend kleine Tröpfchen vor. Diese Tröpfchen haben eine sehr große
Oberfläche im Verhältniss zu ihrer Masse, was zu einem schnellen Übergang in die
Gasphase führt.
Vorteilhaft für das vorgestellte Verfahren ist die Verwendung einer Düse mit hohem Anteil
an feinsten Nebeltröpfchen, wie sie beispielsweise in der DE 44 17 709 A1 beschrieben
wird.
Die mit Duftstoff hochangereicherte Luftmasse entweicht dann aus einer Öffnung aus der
Vorrichtung. Sie kann nun auch ohne Tropfenabscheidung, beispielsweise über eine
Schlauchleitung in eine Klimaanlage geleitet werden.
Das vorgestellte Verfahren ermöglicht die unverfälschte Freisetzung von Duftstoffen in die
Umgebungsluft ohne Verdünnungslösungen. Die vorgestellte Vorrichtung ermöglicht auch
das Freisetzen von großen Mengen Duftstoff in kurzer Zeit, so daß eine Beduftung großer
Räume über eine Klimaanlage ermöglicht wird. Gerade für diese Anwendung ist die
aerosolfreie Ausbringung aus Sicherheitgründen besonders wichtig.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigt Fig. 1 eine bevorzugte Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Die dargestellte Abbildung einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zeigt eine Nebelkammer 1, in welcher mittels Druckluft 8 und einer
Zerstäuberdüse 6 ein Flüssigkeitsnebel 15 aus der zu verdunstenden Flüssigkeit erzeugt
wird.
Der erzeugte Flüssigkeitsnebel 15 wirbelt 9 in dieser Nebelkammer 1 umher.
Anschließend gelangt der verbleibende Feinstnebel über den Gaslauf 10 in das
Übergangsstück 2. Hier findet eine deutliche Beruhigung der Gasbewegung statt.
Beim Austritt des Feinstnebels 11 aus dem Übergangsstück 2 in die Verdunstungskammer
3 wird dieser nun abermals mit einer zusätzlichen Verdünnungsluft 12 aus der
Lufteinlaßöffnung 7 vermischt und verwirbelt 13. In dieser Verdunstungskammer 3 löst
sich der Feinstnebel 11 vollständig auf.
Aus einer Öffnung 4 entweicht die hochangereicherte, aber nebelfreie Luftmasse 14. Die
Ablauföffnung 5 am unteren Ende der Vorrichtung hat Verbindung zum Vorratsgefäß (nicht
gezeigt) der Flüssigkeit. Hier laufen die Flüssigkeitsmengen zurück, die in der
Nebelkammer 1 an der Wand abgeschieden wurden.
Claims (11)
1. Vorrichtung zur Verdunstung einer Flüssigkeit enthaltend eine Nebelkammer (1), in
die eine Flüssigkeit mittels einer Zerstäuberdüse (6) als Flüssigkeitsnebel (15)
eingesprüht wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Nebelkammer (1) eine
Verdunstungskammer (3) nachgeschaltet ist, in der der Flüssigkeitsnebel (15)
mittels einer geeigneten Menge zusätzlicher Verdünnungsluft (12) unter
Vermischung vollständig in die Gasphase überführt wird, wobei das
Übergangsstück (2) zwischen der Nebelkammer und der Verdunstungskammer so
ausgeführt ist, daß keine oder fast keine Luftwirbel von der Nebelkammer (1) in die
Verdunstungskammer (3) übertragen werden.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Nebelkammer
(1) mindestens eine Ablauföffnung (5) für abgeschiedene Nebeltropfen aufweist.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Übergangsstück (2) in die Nebelkammer (1) hineinragt.
4. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Übergangsstück (2) eine ausreichende Verengung und/oder Länge aufweist und so
eine Übertragung von Luftwirbeln von der Nebelkammer (1) in die
Verdunstungskammer (3) weitestgehend vermieden werden.
5. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Einlaßöffnung (7) der Verdünnungsluft (12) zur Einlaßöffnung (Übergangsstück 2)
des Feinstnebels (11) so positioniert ist, daß eine Verwirbelung beider Luftströme
stattfindet.
6. Verfahren zur Verdunstung einer Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß die
Flüssigkeit zuerst in einer Nebelkammer in einen Nebel überführt wird, wobei
gleichzeitig durch Impaktion an der Innenwand eine Vorabscheidung großer
Nebeltropfen erfolgt, und anschließend der Flüssigkeitsnebel unter weitestgehender
Vermeidung von Wirbeln in eine Verdunstungskammer gelangt, in der der Nebel mit
Verdünnungsluft verwirbelt wird und so vollständig verdunstet.
7. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß Nebeltropfen mit einer
Größe von mehr als 200 µm, vorzugsweise von mehr als 50 µm durch die
Beschleunigung durch die Zerstäuberdüse an der Innenwand der Nebelkammer
durch Impaktion abgeschieden werden.
8. Verfahren gemäß Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Transportgeschwindigkeit der Nebeltropfen mit einer Größe von mehr als 200 µm,
vorzugsweise von mehr als 50 µm, durch das Übergangsstück geringer ist als ihre
Sinkgeschwindigkeit.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in
der Nebelkammer abgeschiedene Nebeltropfen durch eine Rücklaufzuführung
wieder in die Vorlage der Zerstäuberdüse gelangen.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß bei
Verwendung einer Einstoffzerstäuberdüse eine zusätzliche Trägerluft in die
Nebelkammer eingegeben wird.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verdunstung mittels einer Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5
durchgeführt wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE10152430A DE10152430C1 (de) | 2001-10-24 | 2001-10-24 | Vorrichtung und Verfahren zur Verdunstung einer Flüssigkeit |
Applications Claiming Priority (1)
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10152430C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102008047893A1 (de) | 2008-09-16 | 2010-03-25 | Erhard Schumann | Gemisch und Verfahren zur Freisetzung von Duftstoffen unter Wärmeeinwirkung |
| CN114616003A (zh) * | 2019-11-07 | 2022-06-10 | 株式会社爱瑞思 | 净化系统 |
| CN115389375A (zh) * | 2022-09-19 | 2022-11-25 | 深圳市圣华传感技术有限公司 | 一种云室光子产生的方法及发生装置 |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO1991015718A1 (de) * | 1990-04-10 | 1991-10-17 | Diotima Von Kempski | Verfahren, anlage und gerät zum anreichern von lüftungs- oder klimatisierungsluft mit duftstoffen |
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| DE19903374C2 (de) * | 1999-01-28 | 2001-02-15 | Pari Gmbh | Vernebler, insbesondere zu Inhalationszwecken |
-
2001
- 2001-10-24 DE DE10152430A patent/DE10152430C1/de not_active Expired - Fee Related
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