-
Rollenkühlbett In Walzwerksanlagen ist es unter anderem aus Raumgründen
erwünscht, den Abstand zwischen dem Zuführ- und Abführrollgang beim Kühlbett möglichst
gering, also das Kühlbett möglichst schmal zu halten.
-
Grenzen hierfür setzt die Mindestabkühlzeit, die das Walzgut auf dem
Kühlbett bleiben muß. Das Walzgut soll auf dem Kühlbett nicht übereinander, sondern
schon mit Rücksicht auf den zur Verfügung stehenden Raum dicht nebeneinanderliegen.
Dies ist Grundbedingung für ein schmales und damit auch billiges Kühlbett.
-
I-, U-Eisen, Schienen u. dgl. Profilwalzgut sollen aus dem gleichen
Grunde nicht flach liegend, sondern aufrecht über die Kühlrollen laufen. Um eine
gleichmäßige Abkühlung zu erreichen und ein Verziehen der Profile möglichst zu vermeiden,
wird vielfach noch gefordert, daß die Profile ohne jeden Zwischenraum aufrecht,
unmittelbar nebeneinander stehen.
-
Hierzu kommt die Forderung, dem Walzgut schon von vornherein auf
dem Kühlbett eine solche Lage zu geben, daß es von diesem in einer Lage auf den
Ablaufrollgang übergeht, die schnitt- und richtgerecht für die nachfolgende Adjustage
ist. Profileisen kommen vorwiegend in flacher Lage, U-Eisen beispielsweise mit Öffnung
nach unten aus dem Walzwerk, damit der Walzensinter sich leichter entfernt. In gleicher
Lage sollen sie auch zur Adjustage gelangen. Auf dem Kühlbett sollen sie jedoch
aufrecht, unmittelbar nebeneinander stehen.
-
Diese verschiedenen Forderungen werden von den bekannten Einrichtungen
nur unvollkommen erfüllt, oder es sind, um das Walzgut in die gewünschte Lage bringen
zu können, baulich sehr aufwendige Zusatzeinrichtungen erforderlich, die nicht nur
teuer, sondern auch änßerst störanfällig sind.
-
So ist es beispielsweise bekannt, in die Kühlbett fläche von Rechenkühlbetten
oder zwischen dem Rechenkühlbett und dem Zuführrollgang Rollen an zuordnen, durch
die das Walzgut während der Unter brechung des Quertransportes in seiner Längsrichtung
bis gegen einen Anschlag vorbewegt und somit bündig gelegt wird.
-
Dieser bauliche Mehraufwand wird nach einem weiteren bekannten Vorschlag
dadurch vermieden, daß die Mittel für den Ouertransport des Walzgutes zugleich zum
Bündiglegen des Walzgutes vorgesehen werden. Für diesen Zweck sind die einen Teil
des Ouertransportes übernehmenden Schrägrollen so angeordnet, daß sie in den Bereich
eines den Schrägrollen vorgeordneten Rechenkühlbettes eingreifen und mit Ringwülsten
versehen sind, die den Quertransport des Walzgutes verhindern.
-
Allen diesen bekannten Einrichtungen ist jedoch der gemeinsame Nachteil
eigen, daß es nicht möglich ist, das Walzgut so auf das Kühlbett zu bringen, daß
es ohne jeden Zwischenraum aufrecht, unmittelbar nebeneinander steht.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen,
die Transportrichtung der Einrichtung zum Quertransportieren des Walzgutes umkehrbar
zu wählen, und die das Walzgut von dem Zuführrollgang abhebenden schwenkbaren Arme
während der umgekehrten Transportrichtung in eine nahezu senkrechte Lage zu bringen,
so daß das bereits auf dem Kühlbett abgelegte Walzgut gegen die Arme zurückgefahren
undzwischenraumlos aneinandergelegt wird. Dieses ist insbesondere bei Profilmaterial,
wie U-Eisen u. dgl., von Vorteil; aber auch gewöhnliches Flacheisen und ähnliches
Walzgut läßt sich auf diese Weise vorteilhaft ohne Zwischenraum nebeneinander auf
die Transportrollen legen. Es ist aber auch möglich, das Walzgut nebeneinanderzulegen
durch Nachschieben vermittels der Arme dadurch, daß der neu zugelegte Stab den vorhergehenden
weiterschiebt.
-
Als Einrichtung zum Quertransportieren des Walzgutes sind erfindungsgemäß
an sich bekannte, schräg zum Zufuhrrollgang liegende Rollen vorgesehen, deren Drehrichtung
umkehrbar ist.
-
Um ein gerichtetes Aufkommen des noch warmen Walzgutes auf die Quertransportrollen
zu erreichen, können an sich bekannte Anschlagflächen an den Quertransportrollen
oder Anschläge an den Armen vorgesehen sein, gegen die das Walzgut bei schräger
Lage der Arme beim Übergang vom Zufuhrrollgang zu den Quertransportrollen abrutscht
und sich ausrichtet.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
-
Abb. 1 zeigt einen Querschnitt durch den Zuführrollgang mit Kühlbett
und Abb. 1 a durch den Abführrollgang mit Kühlbett;
Abb. 2 gibt
eine Teildraufsicht entsprechend Abb. 1 wieder; Abb. 3 veranschaulicht eine Kurve,
die das Verhältnis von Temperatur und Kühlzeit wiedergibt.
-
Mit 1 ist der Zuführrollgang bezeichnet, dessen Rolien 2 etwas schräg
angeordnet sind, so daß das noch warme und biegsame Walzgut immer an der Außenseite
gleitet. Schräg zum Rollgang 1 liegen die Quertransportrollen 3 mit Anschlagflächen
3-a, die sich mit jedem neuen Stab in Aufnahmestel-lung befinden. Mit 4 ist ein
Wimmler bezeichnet, mit 5 ein Rutschblech und mit 6 der Abführrollgang, der eine
nasenartige Erhebung 7 trägt, welche dafür sorgt, daß das Walzgut immer nur einzeln
auf den Rollgang gelangen kann.
-
Mit 10 sind die schwenkbaren Arme bezeichnet, die zwischen den Rollen
3 liegen und in Schlitzen 11 den Rollgang 1 untergreifen. Bewegt werden die Arme
10 durch eine gemeinsame Antriebswelle 12. Mit 13 ist eine Rutschfläche bezeichnet,
über die das von den Armen 10 angehobene Walzgut bis gegen die Anschlagfiächen 3
a der Rollen 3 abrutschen kann. Statt dessen können auch entsprechende Anschläge
an den Armen 10 vorgesehen sein, die bei aufrechter Lage der Arme ungefähr in Höhe
der Rollenoberkante liegen.
-
An diesen Anschlägen richtet sich das noch nicht abgekühlte und deshalb
noch etwas bildsame Walzgut grob aus.
-
Zum Wenden der Profile 17 ist eine Wendevorrichtung vorgesehen, die
aus mehreren Hubkolben 14 mit Ansätzen 14a besteht, die durch Rollen 15 geführt
und durch Druckmittelzylinder 16, Zahustangen od. dgl. Betätigungsvorrichtungen
bewegt werden.
-
Das Walzgut kommt, wie aus Abb. t zu ersehen, in flacher Lage an.
Werden - wie dargestellt -U-Eisen verwalzt. so liegen diese, wie sie aus dem Walzwerk
kommen, mit Öffnung nach unten im Rollt gang 1. Da die Öffnungen der aufrechtstehenden
U-Eisen auf dem Kühlbett jeweils zum Ablaufrollgang 6 weisen müssen, damit sie auf
diesem nach Abkippen über die Schräge 5 die richtige Lage mit Öffnung nach unten
für die nachfolgende Adjustage haben, werden sie durch die Wendevorrichtung 14 bis
16 gekippt, ehe sie von den Armen 10 ausgehoben, geschwenkt und aufrecht auf die
Rollen 3 abgestellt werden.
-
Die Arme 10 schieben das Walzgut nacheinander ohne Zwischenraum auf
die Rollen 3 jedoch nur bis zu einer gewissen Gruppenbreite. Der eigentliche Quertransport
erfolgt durch-Drehung der Rollen. Will man Zwischenräume auch zwischen den Gruppen
vermeiden, werden die Arme 10 aufgerichtet, und die Drehrichtung der Rollen wird
umgekehrt, so daß das Walzgut gegen die Arme 10 zurückgefahren wird.
-
Dieses Zusammenrücken des Walzgutes kann nach Bedarf erfolgen. Auf
einfache Weise wird dadurch erreicht, daß die Rollen 3 immer über ihre ganze Breite
mit
zu kühlendem Walzgut belegt sind, so daß der Kühlraum weitestgehend ausgenutzt wird.
Gleidizeitig erreicht man damit eine gleichmäßige und verzugfreie Abkühlung, die
insbesondere bei Profilmaterial von Bedeutung ist.
-
Die Kurve entsprechend Abb. 3 läßt die Abkühlzeit erkennen und zeigt,
daß für eine Abkühlung bis auf etwa 100°, die durchweg zumindest erforderlich ist,
etwa 20 Minuten erforderlich sind. Das Walzgut muß also wenigstens 20 Minuten auf
den Rollen 3 verlileihen. Diese müssen also das in 20 Minuten anfallende Walzgut
aufnehmen können. Dank der erfirfdungsgemäßen Ausbildung wird ein nur verhältnismäßig
schmales Kühlbett benötigt, das außerdem einfach ist und ohne zusätzliche Hilfsmittel
das Walzgut in der richtigen Lage wieder an den Ablaufrollgang abgibt.
-
PATENTANSPRCCHE 1. Kühlbett, insbesondere mit einem Kühlrost, der
die zu kühlenden Profile quer zum Abführrollgang transportiert, bei dem zwischen
den Einrichtungen zum Quertransportieren als Aushebevorrichtung wirkende, um. eine
parallel zum Zuführrollgang verlaufende Achse schwenkbare Arme angeordnet sind,
die den Zuführrollgang in Schlitzen untergreifen, das in flacher Lage zugeführte
W.alzgut ausheben, und bei denen mit einem Anschlag versehene Flächen vorgesehen
sind, auf denen das Walzgut bei Schräglage der Arme und beim Übergang vom Zuführrollgang
zur Quertranspórteinrichtung abrutscht, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportrichtung
der Einrichtung zum Quertransportieren des aufrechtgestellten Walzgutes umkehrbar
ist und die schwenkbaren Arme (10), während die Einrichtung zum Quertransportieren
umgekehrt läuft, in bekannter Weise in etwa senkrechter Lage ausgeschwenkt sind.