DE10144406C1 - Heizgerät, insbesondere Zusatzheizgerät für mobile Anwendungen - Google Patents
Heizgerät, insbesondere Zusatzheizgerät für mobile AnwendungenInfo
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Abstract
Das Heizgerät (10) weist eine Abgasleitung (20a) zum Abführen von Abgas von einem Brenner (12) ein Steuergerät (18) zum Steuern des Betriebs des Brenners (12), und einen am Brenner (12) oder an der Abgasleitung (20a) angeordneten und mit dem Steuergerät (18) betrieblich gekoppelten Verbrennungsgütesensor (20) zur Diagnose der Verbrennungsgüte auf. Um insbesondere eine ursachengerechte, geregelte Verbrennung im Brenner (12) zu gewährleisten, ist ein mit dem Steuergerät (18) betrieblich gekoppelter Brennstoffmassensensor (20) zum Ermitteln der dem Brenner (12) pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmasse vorgesehen und das Steuergerät (18) dazu eingerichtet, den Betrieb des Brenners (12) in Abhängigkeit der vom Verbrennungsgütesensor (20) ermittelten Verbrennungsgüte und der vom Brennstoffmassensensor (20) ermittelten Brennstoffmasse derart zu regeln, dass eine optimale Verbrennung erfolgt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Heizgerät, insbesondere ein Zusatzheizgerät für mobile
Anwendungen, mit einer Abgasleitung zum Abführen von Abgas von einem Bren
ner, einem Steuergerät zum Steuern des Betriebs des Brenners, und einem an
der Abgasleitung angeordneten und mit dem Steuergerät betrieblich gekoppelten
Verbrennungsgütesensor zur Diagnose der Verbrennungsgüte im Brenner, ins
besondere zum Ermitteln des Gehalts eines Bestandteiles im Abgas. Die Erfin
dung betrifft ferner ein Verfahren zum Regeln eines derartigen Heizgerätes mit
den Schritten: Abführen von Abgas von einem Brenner, Ermitteln der Verbren
nungsgüte und Regeln des Betriebs des Brenners.
Ein Heizgerät dieser Art wird als sogenanntes Luftheizgerät oder Wasserheizge
rät bei Fahrzeugen wie beispielsweise Personenwagen, Nutzfahrzeugen, Bussen
oder Schiffen eingesetzt. Es dient in der Regel zum Beheizen eines Fahrgast
raumes oder zum Vorwärmen des Kühlwassers eines Verbrennungsmotors.
Gegenwärtig werden derartige Heizgeräte mit ungeregelter Verbrennung betrie
ben. Dies hat jedoch die folgenden Nachteile: Abweichungen bei den Kompo
nenten des Heizgerätes, wie z. B. Maßtoleranzen bei Brennluftgebläse und
Brennstoffpumpe, führen zu Abweichungen in den Fördervolumina und damit zu
Schwankungen des Brennluft/Brennstoff-Verhältnisses, die nicht ausgeglichen
werden können. Wechselnde Anforderungen des umgebenden Systems, wie sie
z. B. bei unterschiedlichen Fahrzeugapplikationen brennstoff- und abgasseitig
auftreten, wirken sich ebenfalls negativ auf die Qualität der Verbrennung aus.
Schließlich sind auch die Umgebungsbedingungen zu beachten, denn bei
schwankender Umgebungstemperatur und sich änderndem Umgebungsdruck
ändern sich auch die Mediendichte und -viskosität von Brennluft und Brennstoff.
Um eine geregelte Verbrennung vorzusehen, ist aus der EP 0 827 854 A2 ein
Verfahren und eine Vorrichtung zum Betreiben eines eingangs beschriebenen
Heizgerätes bekannt, bei dem bzw. der ein im Abgasstrom durch einen Verbren
nungsgütesensor erfasster Abgaswert zur Regelung der Brennluft- und/oder
Brennstoffmenge in ein Steuergerät eingegeben wird. Der Abgaswert wird im
Steuergerät zur Überwachung bzw. Stabilisierung der Flamme des Brenners aus
gewertet. Als Verbrennungsgütesensor werden ein CO2, ein CO- oder ein O2-
Sensor vorgesehen.
Aus der DE 44 47 285 A1 ist ein Fahrzeugheizgerät mit einem Brennluftgebläse
und einer Brennstoffpumpe bekannt, bei dem im Brenner und/oder im Abgasweg
ein Verbrennungsgütesensor angeordnet ist, dessen Signal von einer Steuerung
für das Brennluftgebläse und/oder die Brennstoffpumpe berücksichtigt wird. Als
Verbrennungsgütesensor werden ein CO2-, ein O2-, ein Infrarotsensor, ein Wär
meleitfähigkeitssensor oder eine Lambda-Sonde vorgeschlagen. In dieser Druck
schrift wird auch ein Abgastemperatursensor erwähnt, dessen Funktion aber nicht
weiter beschrieben ist. Im allgemeinen werden bei Fahrzeugheizgeräten Abga
stemperatursensoren verwendet, um die Gefahr eines Überhitzens des Heizge
rätes zu ermitteln. Die DE 44 47 285 A1 beschreibt weiter, dass ferner Innen- und
Außentemperatursensoren vorhanden sind, mit denen die zum Aufheizen erfor
derliche Wärmemenge ermittelt und das Fahrzeugheizgerät mit entsprechender
Vorlaufzeit eingeschaltet wird.
Aus der DE 44 47 286 A1 ist ein Heizgerät mit einem Brenner bekannt, der von
einer Brennstoffpumpe mit Brennstoff und von einem Brennluftgebläse mit Brenn
luft versorgt wird. Um im Brenner eine optimale Verbrennung zu erreichen, wird
eine vorgegebene Brennstoffmenge gefördert und dazu ein passender Soll-
Brennluftmassenstrom bestimmt. Der Soll-Brennluftmassenstrom wird mit einem
Ist-Brennluftmassenstrom verglichen und die Drehzahl des Brennluftgebläses
anschließend so geregelt, dass der Ist-Wert dem Soll-Wert entspricht. Um den
Ist-Brennluftmassenstrom zu ermitteln, ist unter anderem in einer Brennluftleitung
ein Brennluftmassenstromsensor, insbesondere ein Hitzedraht-Anemometer, an
geordnet. Derartige Massenstromsensoren sind bekannt und werden speziell bei
der Regelung von Katalysatoren in Abgasleitungen von Verbrennungsmotoren
eingesetzt.
Aus der DE 197 35 079 A1 ist es bekannt, bei einem brennstoffbetriebenen Heiz
gerät, insbesondere einem motorunabhängig betriebenen Luftheizgerät für Kraft
fahrzeuge, mittels eines an einem Wärmetauscher angeordneten Boden- bzw.
Kalottentemperaturfühlers und eines Abgastemperaturfühlers die CO2-Emission
des Abgases bei der Verbrennung zu überwachen und gegebenenfalls zu be
grenzen, um einen höhenunabhängigen Betrieb des Heizgerätes einzurichten.
In der Praxis ist die Regelung der Verbrennungsgüte eines eingangs genannten
Heizgerätes schwieriger, als die oben beschriebenen Verfahren glauben lassen
würden. Die Regelung führt oftmals dazu, dass zwar die Verbrennung optimiert,
dabei zugleich aber die Heizleistung so verändert wird, dass ein bedarfgerechtes
Heizen mit dem Heizgerät nicht mehr möglich ist. Dieses grundsätzliche Problem
ist auch mit den in der EP 0 827 854 A2 und der DE 44 47 285 A1 beschriebenen
Verfahren nicht gelöst. Diese Verfahren werden daher in der Praxis nicht verwen
det.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Heizgerät der eingangs genannten
Art so zu verbessern, dass die genannten Nachteile überwunden sind und zu
gleich eine geregelte Verbrennung möglich ist.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein mit dem Steuerge
rät betrieblich gekoppelter Brennstoffmassensensor zum Ermitteln der dem Bren
ner pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmasse vorgesehen ist und das Steuer
gerät dazu eingerichtet ist, den Betrieb des Brenners in Abhängigkeit der vom
Verbrennungsgütesensor ermittelten Verbrennungsgüte und der vom Brennstoff
massensensor ermittelten Brennstoffmasse derart zu regeln, dass eine optimale
Verbrennung erfolgt.
Die Aufgabe ist ferner durch die Verwendung eines derartigen Heizgerätes in ei
nem Fahrzeug gelöst und weiterhin durch ein Verfahren gelöst, bei dem die pro
Zeiteinheit zum Brenner geförderte Brennstoffmasse ermittelt und der Betrieb des
Brenners in Abhängigkeit der ermittelten Verbrennungsgüte und der ermittelten
Brennstoffmasse geregelt wird.
Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass die bisher für Heizgeräte vorge
schlagenen Regelungen der Verbrennung nicht ursachengerecht sind. Tritt bei
spielsweise eine Überfettung der Verbrennung auf, so führt dies zwar zu einer
Zunahme der Abgas-CO-Konzentration, die ermittelt werden kann, die Ursache
für diese Zunahme kann aber sowohl in einer zu großen pro Zeiteinheit geför
derten Brennstoffmasse bzw. Brennstofffördermenge, als auch in einer Abnahme
des Brennluftmassenstroms liegen. Im ersten Fall besteht die Gefahr einer Über
hitzung des Heizgerätes, weshalb die pro Zeiteinheit geförderte Brennstoffmasse
zu reduzieren ist. Im zweiten Fall würde die Reduzierung der Brennstoffförder
menge ein Absinken der Heizleistung bedeuten, was dem Kundennutzen entge
gensteht. Die richtige Reaktion wäre hier die Brennluftfördermenge zu erhöhen.
Erfindungsgemäß wird zumindest sowohl die Verbrennungsgüte, z. B. die Zu
sammensetzung des vom Brenner abgeführten Abgases, als auch der dem Bren
ner dabei zugeführte Brennstoffmassenstrom ermittelt.
Mit dem erfindungsgemäßen Heizgerät ist es möglich, zwischen verschiedenen
Ursachen einer sich verschlechternden Verbrennung zu unterscheiden und den
Betrieb des Brenners entsprechend zu regeln. Die Bildung von Ablagerungen im
Brenner und im Wärmetauscher, wie beispielsweise Ruß, kann damit vermieden
und eine insgesamt schadstoffärmere Verbrennung gewährleistet werden.
Ein Vorteil der Erfindung ist ferner, dass Herstellungs- und Wartungskosten ein
gespart werden können. So können an verschiedene Komponenten des Heizge
rätes geringere Anforderungen hinsichtlich Toleranzen und Genauigkeiten gestellt
werden. Ferner können insgesamt kostengünstigere Komponenten, wie z. B. ein
getaktetes Brennstoffventil, verwendet werden. Ein aufwendiges Voreinstellen
des Heizgerätes entfällt. Einschränkungen an Einbauort und -lage, die bisher
durch die Brennstoffzuführung bedingt waren, können entfallen. Das erfindungs
gemäße Heizgerät ist insgesamt unempfindlicher gegenüber Umweltbedingun
gen. In der Regel kann bei dem erfindungsgemäßen Heizgerät auch ein bisher
erforderlicher Flammwächter entfallen.
Darüber hinaus ist es bei dem erfindungsgemäßen Heizgerät auch möglich, auf
der Grundlage der ermittelten Sensorsignale eine Langzeitdiagnose sowie eine
sogenannte on-board-Diagnose durchzuführen.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Brennstoffmassensen
sor ein an dem Brenner oder der Abgasleitung angeordneter Abgastemperatur
sensor. Die Abgastemperatur ist im wesentlichen eine Funktion der Heizleistung
und damit (bei bekannter und gleichbleibender Brennstoffart) eine Funktion der
dem Brenner pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmasse und nur in ganz gerin
gem Maß abhängig vom CO2-Gehalt im Verbrennungsabgas (siehe Fig. 3). Dies
erklärt sich folgendermaßen: Während die Verbrennungstemperatur mit zuneh
mendem CO2-Gehalt im Abgas bis zu einem Maximum bei stöchiometrischer Zu
sammensetzung von Brennstoff und Verbrennungsluft ansteigt, nimmt zugleich
die durch einen dem Brenner nachgeschalteten Wärmeübertrager pro Zeiteinheit
strömende Abgasmasse ab. Die Einflüsse einer zunehmenden Temperaturdiffe
renz und einer abnehmenden Abgasmasse auf die Abgastemperatur heben sich
beim konvektiven Wärmeübergang im Wärmeübertrager nahezu auf, so dass aus
der hinter dem Wärmeübertrager gemessenen Abgastemperatur bei bekannter
Temperatur der Verbrennungsluft mit guter Genauigkeit auf die der Verbrennung
pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmasse geschlossen werden kann. Der kon
vektive Wärmeübergang verringert sich, weil sich infolge einer abnehmenden Ab
gasgeschwindigkeit auch die Reynoldszahl verringert.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist das Heiz
gerät eine Brennluftleitung zum Zuführen von Brennluft zum Brenner auf und das
Steuergerät ist dazu eingerichtet, während einer Startphase des Brenners mittels
des Abgastemperatursensors die Brennlufttemperatur zu ermitteln. Bei dieser
Ausführungsform bestimmt das Steuergerät die Heizleistung des Brenners an
hand der Temperaturdifferenz zwischen der Abgastemperatur und der ermittelten
Brennlufttemperatur. Dabei ist zum Ermitteln der Brennlufttemperatur nicht ein
zusätzlicher Temperatursensor erforderlich, sondern die Temperatur kann eben
falls mit dem am Brenner oder an der Abgasleitung angeordneten Abgastempe
ratursensor ermittelt werden.
Dem Brenner des erfindungsgemäßen Heizgerätes ist in der Regel ein Wärme
übertrager nachgeschaltet, in dem ein Wärmeträger strömt. Gemäß einer vorteil
haften Weiterbildung ist das Steuergerät nun dazu eingerichtet, die Temperatur
des Wärmeträgers zu ermitteln und entsprechend die Temperatur der Brennluft
zu korrigieren. Mittels dieser Korrektur werden Temperaturerhöhungen des Abga
ses erkannt, die nicht durch Heizen des Brenners, sondern durch einen bereits
vorgewärmten Wärmeträger bzw. ein vorgewärmtes Heizgerät verursacht sind.
Dieses Vorwärmen kann z. B. durch von einem Verbrennungsmotor vorgewärmtes
Kühlwasser erfolgt sein.
Der erfindungsgemäße Verbrennungsgütesensor ist besonders vorteilhaft ein
CO-Sensor, insbesondere mit einem fremdbeheizten, bei Hochtemperatur O2-
leitenden Keramikelement. Zwischen dem CO- und dem CO2-Gehalt des Abga
ses besteht ein für jeden Brennertyp typischer Zusammenhang, der eine be
stimmte Charakteristik aufweist. Zwischen einzelnen Heizgeräten eines Typs
können sich im Rahmen der Charakteristik aber dennoch erhebliche Unterschie
de ergeben. Eine alleinige Regelung des Brenners auf einen bestimmten CO2-
oder O2-Gehalt im Abgas würde nicht ausreichen, um diese Unterschiede zu
kompensieren. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist dies jedoch möglich.
Der CO-Sensor ist auch insofern vorteilhaft, als mit ihm Vorläufer von Flammab
rissen erkannt werden können, bei denen regelmäßig eine besonders hohe CO-
Konzentration auftritt.
Ein solcher CO-Sensor, wie auch manch anderer Verbrennungsgütesensor, ist
fremdbeheizt und weist daher eine Heizwendel auf. Bei einer vorteilhaften Wei
terbildung ist nun vorgesehen, dass das Steuergerät dazu eingerichtet ist, die
Abgastemperatur anhand des Widerstands der Heizwendel zu ermitteln. Somit
kann ein zusätzlicher Temperatursensor für das Abgas entfallen. Der Verbren
nungsgütesensor wird dabei zunächst auf seine Betriebstemperatur aufgeheizt,
die in der Regel oberhalb der Abgastemperatur liegt. Anschließend wird das Auf
heizen beendet und der Widerstand in der Heizwendel vom Steuergerät abge
fragt, bis der Verbrennungsgütesensor die Abgastemperatur, also einen stationä
ren Zustand, angenommen hat. Anhand des beobachteten Widerstandes kann
auf die Abgastemperatur rückgeschlossen werden.
Um die zum Ermitteln der Abgastemperatur erforderliche Zeit zu verkürzen, ist bei
dem oben genannten CO-Sensor vorteilhaft vorgesehen, dass das Steuergerät
die Temperatur anhand des Gradienten der Widerstandsänderung der Heizwen
del ermitteln kann.
Bei einer weiteren betriebszeitoptimierten Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Heizgerätes ist das Steuergerät dazu eingerichtet, den Verbrennungsgütesensor
zyklisch zu betreiben und insbesondere bei einem Zyklus die Verbrennungsgüte
und anschließend die Abgastemperatur, oder umgekehrt, zu ermitteln.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist das Steuergerät ferner
dazu eingerichtet, zum Ermitteln der Verbrennungsgüte mittels des Verbren
nungsgütesensors die Drehzahl des Brennluftgebläses zu variieren. Die oben
genannte CO-CO2-Charakteristik ist im Teillast-Betriebsbereich des Brenners
zweideutig, d. h. sie weist zwei Äste auf, von denen jedoch unter bestimmten För
derbedingungen des Brennluftgebläses nur einer plausibel ist. Mittels der Variati
on der Gebläsedrehzahl können die Förderbedingungen so gestaltet werden,
dass der relevante Ast der Charakteristik ermittelt werden kann.
Schließlich ist bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Heizgerätes eine
Brennstoffleitung mit einer Brennstofffördereinrichtung, insbesondere eine Brenn
stoffpumpe, vorgesehen, und das Steuergerät dazu eingerichtet, während einer
Startphase des Brenners die Brennstofffördereinrichtung auf hohem Niveau und
den Verbrennungsgütesensor mit hoher Empfindlichkeit zu betreiben. Mit dieser
Vorrichtung ist es möglich, eine ausgegaste Brennstoffleitung effizient zu befüllen
und anschließend in einen normalen Startablauf des Brenners zu wechseln. Der
Wechsel erfolgt, sobald der Verbrennungsgütesensor einen brennbaren Be
standteil im Abgas ermittelt.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Heizgerätes
anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Schemaskizze eines erfindungsgemäßen Heizgerätes;
Fig. 2 ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Rege
lung eines Heizgerätes; und
Fig. 3 in einem Diagramm den Zusammenhang von Abgastemperatur und
Brennstoffmassenstrom für verschiedene Werte des Abgas-CO2.
Ein in Fig. 1 dargestelltes Heizgerät 10 ist als Wasserheizgerät für ein Fahrzeug
gestaltet. Als Wärmeträger wird Kühlwasser verwendet, das dem Kühlkreislauf
eines nicht dargestellten Verbrennungsmotors entnommen wird. Im Betrieb des
Heizgerätes 10 werden zu einem Brenner 12 von einer Brennstoffpumpe 14
durch eine Brennstoffleitung 14a Brennstoff und von einem Gebläse 16 durch
eine Brennluftleitung 16a Brennluft gefördert. Mit der Brennstoffpumpe 14 und
dem Gebläse 16 ist ein Steuergerät 18 betrieblich gekoppelt, an das ferner ein
CO-Sensor 20 angeschlossen ist, der sich in einer Abgasleitung 20a befindet.
Der CO-Sensor 20 weist ein Y2O3-stabilisiertes ZrO2-Element auf, das ab einer
bestimmten Temperatur O2-leitend wird und dazu mittels einer nicht dargestellten
Heizwendel beheizbar ist.
An den Brenner 12 schließt sich ein Wärmeübertrager 22 an, durch den das
Kühlwasser als Wärmeträger strömt. Die Temperatur des Kühlwassers wird mit
tels eines nicht dargestellten Sensors erfasst und ebenfalls an das Steuergerät
18 gemeldet. Mittels des CO-Sensors 20 wird sowohl der CO-Gehalt des Abga
ses als auch dessen Temperatur ermittelt. Das Steuergerät 18 steuert auf
Grundlage der Ermittlungen des CO-Sensors 20 den Brenner 12 derart, dass ei
ne optimale Verbrennung gewährleistet ist.
Der dabei durchlaufene Regelablauf ist in Fig. 2 dargestellt. Mit dem Start des
Heizgerätes 10 wird zunächst die Lufttemperatur der Umgebung des Heizgerätes
10 ermittelt. Dazu wird der Brenner 12 vom Gebläse 16 mit Brennluft gespült. Das
Steuergerät 18 lässt den CO-Sensor 20 gleichzeitig auf dessen Betriebstempe
ratur von etwa 400°C aufheizen. Anschließend wird das Aufheizen beendet und
das Steuergerät 18 ermittelt anhand des Gradienten der Widerstandsänderung
der Heizwendel im CO-Sensor 20 die Differenz zwischen der Betriebstemperatur
des CO-Sensors 20 und der Lufttemperatur, woraus sich die absolute Lufttempe
ratur ergibt.
Es folgt eine Plausibilitätsabfrage mit der vom Temperatursensor am Kühlwas
serkreislauf des Verbrennungsmotors ermittelten Kühlwassertemperatur. Ist die
Kühlwassertemperatur höher als die Lufttemperatur, so wird die Lufttemperatur
mittels einer experimentell ermittelten Funktion korrigiert.
Um dem Brenner 12 effizient Brennstoff zuzuführen, muss die noch ausgegaste
Brennstoffleitung 14a nun gefüllt werden. Dazu wird die Brennstoffpumpe 14 vom
Steuergerät 18 mit hoher Frequenz betrieben, bis der CO-Sensor 20 brennbare
Bestandteile im Abgas ermittelt und das CO-Signal einen Schwellenwert erreicht.
Wenn in diesem Verfahrensstadium eine vorgegebene Zeitbedingung nicht erfüllt
ist, d. h. ein bestimmte Zeitspanne überschritten worden ist, so wird das Heizgerät
10 nicht gestartet. Ansonsten wird ein Start-in-Ordnung-Signal erzeugt.
Der eigentliche Regelzyklus des Brenners 12 fängt damit an, dass mittels des
CO-Sensors 20 der CO-Gehalt im Abgas ermittelt wird. Unmittelbar anschließend
wird die Abgastemperatur ebenfalls mittels des CO-Sensors 20 erfasst. Dabei
wird wiederum vorgegangen, wie es oben für die Ermittlung der Lufttemperatur
während der Startphase erläutert worden ist. Anhand des ermittelten CO-Gehalts
und der ermittelten Abgastemperatur regelt das Steuergerät 18 die Brennstoff
pumpe 14 und das Gebläse 16 nun wie folgt:
Wenn der CO-Gehalt größer als ein Sollwert ist, die Heizleistung aber kleiner als deren Sollwert, so wird die Förderleistung des Gebläses 16 erhöht. Ist die Heiz leistung hingegen größer als ihr Sollwert, so wird die Förderleistung der Brenn stoffpumpe 14 verringert.
Wenn der CO-Gehalt größer als ein Sollwert ist, die Heizleistung aber kleiner als deren Sollwert, so wird die Förderleistung des Gebläses 16 erhöht. Ist die Heiz leistung hingegen größer als ihr Sollwert, so wird die Förderleistung der Brenn stoffpumpe 14 verringert.
Falls der CO-Gehalt kleiner als ein Sollwert ist, und auch die Heizleistung kleiner
als ihr Sollwert, so wird die Förderleistung der Brennstoffpumpe 14 erhöht. Ist die
Heizleistung hingegen größer als ihr Sollwert, so wird die Förderleistung des Ge
bläses 16 verringert.
Der einzelne Regelzyklus endet nachfolgend und der Ablauf geht zum Beginn
eines neuen Regelzyklus über.
10
Heizgerät
12
Brenner
14
Brennstoffpumpe
14
a Brennstoffleitung
16
Gebläse
16
a Brennluftleitung
18
Steuergerät
20
Verbrennungsgütesensor, insbesondere CO-Sensor
20
a Abgasleitung
22
Wärmeübertrager
Claims (13)
1. Heizgerät (10), insbesondere Zusatzheizgerät für mobile Anwendungen,
mit
einer Abgasleitung (20a) zum Abführen von Abgas von einem Brenner (12),
einem Steuergerät (18) zum Steuern des Betriebs des Brenners (12), und
einem am Brenner (12) oder an der Abgasleitung (20a) angeordneten und mit dem Steuergerät (18) betrieblich gekoppelten Verbrennungsgüte sensor (20) zur Diagnose der Verbrennungsgüte,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein mit dem Steuergerät (18) betrieblich gekoppelter Brennstoff massensensor (20) zum Ermitteln der dem Brenner (12) pro Zeiteinheit zu geführten Brennstoffmasse vorgesehen ist, und
daß das Steuergerät (18) dazu eingerichtet ist, den Betrieb des Brenners (12) in Abhängigkeit der vom Verbrennungsgütesensor (20) ermittelten Verbrennungsgüte und der vom Brennstoffmassensensor (20) ermittelten Brennstoffmasse derart zu regeln, dass eine optimale Verbrennung erfolgt.
einer Abgasleitung (20a) zum Abführen von Abgas von einem Brenner (12),
einem Steuergerät (18) zum Steuern des Betriebs des Brenners (12), und
einem am Brenner (12) oder an der Abgasleitung (20a) angeordneten und mit dem Steuergerät (18) betrieblich gekoppelten Verbrennungsgüte sensor (20) zur Diagnose der Verbrennungsgüte,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein mit dem Steuergerät (18) betrieblich gekoppelter Brennstoff massensensor (20) zum Ermitteln der dem Brenner (12) pro Zeiteinheit zu geführten Brennstoffmasse vorgesehen ist, und
daß das Steuergerät (18) dazu eingerichtet ist, den Betrieb des Brenners (12) in Abhängigkeit der vom Verbrennungsgütesensor (20) ermittelten Verbrennungsgüte und der vom Brennstoffmassensensor (20) ermittelten Brennstoffmasse derart zu regeln, dass eine optimale Verbrennung erfolgt.
2. Heizgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoffmassensensor ein im Bren
ner (12) oder an der Abgasleitung (20a) angeordneter Abgastemperatur
sensor (20) ist.
3. Heizgerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Brennluftleitung (16a) zum Zuführen
von Brennluft zum Brenner (12) vorgesehen ist, und das Steuergerät (18)
dazu eingerichtet ist, während einer Startphase des Brenners (12) mittels
des Abgastemperatursensors (20) die Brennlufttemperatur zu ermitteln.
4. Heizgerät nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass dem Brenner (12) ein Wärmeübertrager
(22) nachgeschaltet ist, in dem ein Wärmeträger strömt, und das Steuerge
rät (18) dazu eingerichtet ist, die Temperatur des Wärmeträgers zu ermit
teln und entsprechend den Wert der ermittelten Brennlufttemperatur zu
korrigieren.
5. Heizgeräte nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbrennungsgütesensor ein CO-
Sensor (20) ist, insbesondere mit einem fremdbeheizten, bei Hochtempe
ratur O2-leitenden Keramikelement.
6. Heizgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (18) dazu eingerichtet ist,
mit dem Verbrennungsgütesensor (20) die Abgastemperatur zu ermitteln,
insbesondere anhand des Widerstandes einer Heizwendel des Verbren
nungsgütesensors (20).
7. Heizgerät nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (18) dazu eingerichtet ist,
mit dem Verbrennungsgütesensor (20) die Temperatur der Brennluft vor
Beginn des Heizbetriebs und die Abgastemperatur während des Heizbe
triebs zu ermitteln.
8. Heizgerät nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (18) dazu eingerichtet ist,
den Gradienten der Widerstandsänderung der Heizwendel zu ermitteln.
9. Heizgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (18) dazu eingerichtet ist,
den Verbrennungsgütesensor (20) zyklisch anzusteuern, und insbesondere
in jedem Zyklus die Verbrennungsgüte und die Brennstoffmasse bzw. Ab
gastemperatur zu ermitteln.
10. Heizgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Brennluftfördereinrichtung, insbeson
dere ein Brennluftgebläse (16), vorgesehen ist, und das Steuergerät (18)
dazu eingerichtet ist, zum Ermitteln der Verbrennungsgüte mittels des Ver
brennungsgütesensors (20) die Förderleistung des Brennluftgebläses (16)
zu variieren.
11. Heizgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Brennstoffleitung (14a) mit einer
Brennstofffördereinrichtung, insbesondere eine Brennstoffpumpe (14), vor
gesehen ist, und das Steuergerät (18) dazu eingerichtet ist, während einer
Startphase des Brenners (12) die Brennstofffördereinrichtung (14) mit gro
ßer Förderleistung und den Verbrennungsgütesensor (20) mit hoher Emp
findlichkeit zu betreiben.
12. Verwendung eines Heizgeräts (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 in
einem Fahrzeug.
13. Verfahren zum Regeln eines Heizgerätes (10), insbesondere für mobile
Anwendungen, mit den Schritten:
- - Abführen von Abgas von einem Brenner (12),
- - Ermitteln der Verbrennungsgüte, und
- - Regeln des Betriebs des Brenners (12),
- - Ermitteln der pro Zeiteinheit dem Brenner zugeführten Brennstoffmasse,
- - Regeln des Betriebs des Brenners (12) in Abhängigkeit der ermittelten
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| DE10144406A DE10144406C1 (de) | 2001-09-10 | 2001-09-10 | Heizgerät, insbesondere Zusatzheizgerät für mobile Anwendungen |
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