DE10143220C1 - Bolzenschweißen mit magnetischer Lichtbogenrotation - Google Patents
Bolzenschweißen mit magnetischer LichtbogenrotationInfo
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Abstract
Beim Bolzenschweißen mit rotierendem Lichtbogen kann ein Werkstück, wie beispielsweise eine Mutter (1), mit im Wesentlichen ringförmiger Stirnfläche (17) auf einen Träger (2) aufgeschweißt werden. Durch die Rotation des Lichtbogens erfolgt somit eine im Wesentlichen gleichmäßige ringförmige Verschweißung der Stirnfläche (17) des Werkstücks (1) auf einen Träger (2). Um gleichzeitig die zur Erzeugung des Magnetfelds (B) Elektromagnetanordnung (3) vor Schweißspritzern zu schützen und die Einsehbarkeit bzw. Zugänglichkeit der Schweißstelle zu erhöhen, wird vorgeschlagen, das Magnetfeld (B) von der von der Schweißverbindung (7) her abgewandten Seite (18) des Trägers (2) aus zu erzeugen. Dazu wird also der Elektromagnet (3) an der Unterseite des Trägers (2) positioniert und während des Schweißvorgangs aktiviert. DOLLAR A Ein zentraler Feldformerdorn (5) aus magnetisch leitfähigem Material kann mehrere Aufgaben erfüllen. Einerseits dient er zur Formung der Feldlinien (6) des Magnetfelds (B), derart, dass er im Bereich des Lichtbogens (Schweißstelle) eine im Wesentliche radiale Komponente (B¶y¶) aufweist und andererseits kann er bei entsprechender Innenbohrung des Feldformerdorns (5) zur Schutzgaszuführung dienen.
Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Bolzenschweißverfahren, bei dem ein
Werkstück mit in Draufsicht im Wesentlichen ringförmiger Stirnfläche auf einen Träger
aufgeschweißt wird und der Lichtbogen während des Schweißvorgangs durch ein
Magnetfeld in Rotation versetzt wird. Die vorliegende Erfindung bezieht sich darüber
hinaus auf eine Elektromagnetanordnung zur Verwendung bei einem
Bolzenschweißverfahren sowie auf die Verwendung einer solchen
Elektromagnetanordnung bei einem Bolzenschweißverfahren.
Das Bolzenschweißen mit rotierenden Lichtbogen ist mittlerweile aus dem Stand der
Technik gut bekannt. Dieses Verfahren wird üblicherweise eingesetzt, um Teile mit in
Draufsicht ringförmiger Kontaktstirnseite auf einen Träger aufzuschweißen. Derartige
Teile können beispielsweise Hohlbolzen, Hülsen, Rohrstücke und Mutern sein. Um den
Lichtbogen während des Bolzenschweißvorgangs in Rotation zu versetzen, derart, dass er
kontinuierlich über die ringförmige Stirnfläche des Werkstücks kreist, wird ein extern
erzeugtes Magnetfeld angelegt, das eine radiale Feldkomponente BRAD aufweist, die in
Zusammenwirkung mit dem Schweißstrom I eine Rotationskraft FROT bewirkt, die den
Lichtbogen kreisförmig rotieren lässt.
Ein derartiges Verfahren findet bspw. Anwendung in der KFZ-Industrie sowie im
Stahlbau allgemein. Bspw. eignet es sich auch sehr gut für die Herstellung von
Schaltschränken.
Zentrales Problem beim Bolzenschweißen mit rotierenden Lichtbogen ist es, ein
Magnetfeld mit radialer Feldkomponente im Bereich des Schweißstroms derart zu
erzeugen, dass der Schweißvorgang im Übrigen nicht behindert wird.
Aus der DE 44 32 550 C1 ist ein Hubzündungs-Bolzenschweißen bekannt, bei dem der
aufzuschweißende Hohlbolzen eine besondere stirnseitige Ausgestaltung aufweist.
Genauer gesagt weist der anzuschweißende Hohlbolzen einen kegelstumpfförmigen
Flächenbereich auf, dessen kleinster Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser der
Werkstückbohrung und dessen größter Durchmesser mindestens im Wesentlichen gleich
groß ist wie der Durchmesser der Werkstückbohrung. Durch eine solche Gestaltung kann
eine Selbstzentrierung des Hohlbolzens gegenüber der Werkstückbohrung erreicht
werden. Hinsichtlich der Rotation des Lichtbogens ist weiterhin von Bedeutung, dass die
aus dem kegelstumpfförmigen Flächenbereich austretenden Magnetfeldlinien eine
erhebliche Radialkomponente aufweisen, die eine wirksame Rotation des Lichtbogens um
die Werkstückbohrung herum ergibt. Dieses Verfahren hat indessen bei wirtschaftlicher
Betrachtung den Nachteil, dass beispielsweise kaum Standardmuttern verwendet werden
können, sondern wesentlich teurere Spezialteile mit speziell gestalteter Stirnfläche
verwendet werden müssen.
Aus der DE 44 00 957 C1 ist ein weiterer Ansatz bekannt, beim Lichtbogenschweißen mit
rotierenden Lichtbogen eine radiale Magnetfeldkomponente zu erzeugen. Gemäß diesem
Stand der Technik ist zum Anschweißen von Bolzen mit im Wesentlichen ringförmigem
Querschnitt durch Lichtbogenverschweißung nach dem Hubzündungsprinzip ein
Bolzenhalter von einer Elektromagnetspule umgeben, der ein Magnetfeld über ein
Flussführungsteil zum Schweißspalt zu zugeführt wird, so dass sich in diesem eine radial
zum Bolzen verlaufende Magnetfeldkomponente ausbildet. Diese Feldkomponente übt
eine auf den Lichtbogen in Umfangsrichtung wirkende Kraft aus, so dass der hohle
Bolzen über einen gesamten ringförmigen Querschnitt am Werkstück sicher angeschweißt
wird. Um eine Einkopplung des von der Spule erzeugten Magnetfelds in das Werkstücks
so gering wie möglich zu halten, ist das Flussführungsteil mit einem kegelstumpfförmigen
Feldformer versehen, dessen verlängerte Mantellinie auf die Schweißstelle weist, so dass
die an der Spitze des Feldformers gebildete Polfläche den Schweißspalt eng umschließt.
Dieser Stand der Technik weist den Nachteil auf, dass einerseits die Elektromagnetspule
um den Bolzenhalter herum angeordnet ist. Dies verstellt somit für den Bediener des
Bolzenschweißgeräts den freien Blick auf die Schweißstelle. Darüber hinaus ist das
zusätzliche Flussführungsteil notwendig, dass zusätzliche Kosten und Aufwand
verursacht.
Aus der DD 142 517 C1 und der DD 224 788 A1 ein Verfahren zum Schweißen mittels
eines magnetisch bewegten Lichtbogens bekannt, bei dem auf beiden Seiten des
Trägerbauteils ein Magnet vorgesehen ist. Dabei ist auf der Unterseite eine Ringspule
vorgesehen.
In der JP 10-024 368 wird eine Kühlvorrichtung für eine Spule einer Schweißvorrichtung
vorgeschlagen, mit der die Spule von ihrer Außenseite her gekühlt wird.
Allgemein können also die Nachteile des Standes der Technik wie folgt zusammengefasst
werden:
- - Alle bisher für das Rotationslichtbogenschweißen verwendeten Spulenanordnungen behindern die Zugänglichkeit der Schweißstelle.
- - Durch die sehr hohe thermische Strahlung des Lichtbogens kommt es zu einer Erwärmung der gesamten Anordnung, was zusätzliche Kühlmaßnahmen erfordert, die sich bei den bekannten Techniken schwer integrieren lassen.
- - Die Spulenanordnung ist durch Schweißspritzer und Verunreinigungen gefährdet.
- - Die Anbindung der Spulenanordnung oberhalb der Schweißstelle erschwert die automatische Beladung eines Bolzenhalters mit Werkstücken.
- - Wie beispielsweise in der DE 44 32 550 C2 zu sehen, lassen sich optimale Schweißergebnisse oft nur mit speziell gestalteten Sonderschweißelementen erreichen, was die Kosten des Verfahrens erheblich steigern kann.
Ausgehend von diesen Problemen ist es entsprechend Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Technik für das Bolzenschweißen mit rotierendem Lichtbogen
bereitzustellen, bei dem die Zugänglichkeit der Schweißstelle durch die das Magnetfeld
erzeugende Spulenanordnung nicht behindert wird. Eine weitere Aufgabe ist es, die
Technik dahingehend weiterzuentwickeln, dass die Spulenanordnung sicher vor
Schweißspritzern und Verunreinigungen geschützt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Die abhängigen Ansprüche bilden den zentralen Gedanken der Erfindung in
besonders vorteilhafter Weise weiter.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung ist also ein Bolzenschweißverfahren
vorgeschlagen, bei dem Werkstück mit im Wesentlichen ringförmiger Stirnfläche auf
einen Träger aufgeschweißt wird und der Lichtbogen während des Schweißvorgangs
durch ein Magnetfeld in Rotation versetzt wird. Dabei wird das Magnetfeld von der von
der Schweißverbindung abgewandten Seite des Trägers aus erzeugt. Durch diese auf den
ersten Blick einfache Maßnahme lassen sich gleich zwei Vorteile auf einen Schlag
erzielen: Einerseits wird die Zugänglichkeit und auch die Einsehbarkeit von oben nicht
beeinträchtigt und andererseits wird die Magnetspule durch den Träger selbst gegen
Schweißspritzer geschützt, da sie ja auf der von der Schweißstelle abgewandten Seite
liegt. Überraschenderweise wurde bei der Tätigung der Erfindung festgestellt, dass trotz
der Tatsache, dass der metallische Träger zwischen der Magnetspule und der
Schweißstelle liegt, eine ausreichende radiale Magnetfeldkomponente im Bereich des
Lichtbogens erzielt werden kann. Dies gilt besonders für magnetisch nicht leitfähige
Materialien, wie beispielsweise V2A-Stahl.
Zu der Erzeugung des Magnetfelds von der von der Schweißverbindung abgewandten
Seite des Trägers her kann ein Elektromagnet an der von der Schweißverbindung
abgewandten Seite des Trägers positioniert und aktiviert werden.
Der Elektromagnet kann dabei derart ausgebildet sein, dass die Feldlinien des von ihm
generierten Magnetfelds im Bereich der Schweißverbindung eine wesentliche radiale
Komponente aufweisen, die den Lichtbogen in Rotation versetzen kann.
Dabei kann in eine Ringspule des Elektromagneten ein Feldformerdorn (Innendorn) aus
magnetisch leitfähigem Material eingesetzt werden, der während des Schweißvorgangs
gegen die von der Schweißverbindung abgewandten Seite des Trägers gedrückt wird.
Für den Fall des Schweißens auf ein Lochblech, bei dem also die Schweißstelle um ein
Loch in dem Träger herum verläuft, kann in die Ringspule des Elektromagneten ein
Feldformerdorn aus magnetisch leitfähigem Material eingesetzt werden, der während des
Schweißvorgangs von der von der Schweißverbindung abgewandten Seite des Trägers her
durch ein Loch in dem Träger hineinsteht.
Besonders vorteilhafterweise kann das Werkstück mittels des Feldformerdorns
(Innendorn) auch zentriert werden. Diese Zentrierung kann beispielsweise mittels einer
auf den Feldformerdorn aufgesetzten Kappe oder Aufsatz erfolgen.
Schließlich kann der Feldformerdorn noch eine weitere Funktion erfüllen: Während des
Schweißvorgangs kann durch den Feldformerdorn ein Schutzgas von unten zu der
entstehenden Schweißverbindung hin befördert werden.
Die Schweißverbindung kann wie bereits gesagt um das Loch in dem Träger herum
geschaffen werden.
Der Elektromagnet kann eine in einem Gehäuse aufgenommene Ringspule aufweisen,
wobei zwischen der Gehäusewand und der Ringspule ein Kühlfluid zirkulieren kann.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist eine
Elektromagnetanordnung zur Verwendung bei einem Bolzenschweißverfahren
vorgesehen, bei dem ein Werkstück mit im Wesentlichen ringförmiger Auflagefläche auf
einen Träger aufgeschweißt wird und der Lichtbogen während des Schweißvorgangs
durch ein Magnetfeld eines Elektromagnets in Rotation versetzt wird. Der Elektromagnet
weist eine Ringspule auf. Erfindungsgemäß ist ein magnetisch leitfähiger Innendorn
vorgesehen, der in die Elektromagnetanordnung eingesetzt den Feldlinien des
Magnetfelds in einem Bereich etwas oberhalb und in der Zentralachse des
Elektromagneten eine Komponente im Wesentlichen parallel zu der Seitenfläche des
Elektromagneten vermittelt.
Die Ringspule kann beispielsweise in einen nach oben offenen, magnetisch leitfähigen
Topf eingebettet sein.
Der Innendorn kann zentral axial an dem Elektromagneten angeordnet sein.
Der Innendorn kann auswechselbar sein.
Der Innendorn kann über eine Anlageebene des Elektromagneten hervorstehen.
Der Innendorn kann mit seiner Spitze mit einer Kappe bzw. einem Aufsatz versehen sein,
der bzw. die das Werkstück während des Schweißvorgangs zentriert.
Für den Fall, dass keine Schweißung auf einem gelochten Träger erfolgen soll, kann die
Spitze des Feldformerdorns im Wesentlichen in der Anlage des Elektromagneten liegen,
so dass bei Anlage des Elektromagneten an die Unterseite des Trägers die Spitze des
Feldformerdorns in sicherem Kontakt mit der Trägerunterseite liegt.
Der Feldformerdorn kann derart durchbohrt sein, dass ein Gas an der Unterseite des
Feldformerdorns in einem Einlass des Feldformerdorns zugeführt werden kann, wobei das
Gas dann im Bereich der Spitze des Feldformerdorns durch eine Öffnung wieder austreten
kann.
Die Ringspule kann in einem Gehäuse mit Übermaß aufgenommen sein, derart, dass
zwischen der Gehäusewand und der Ringspule ein Kühlfluid in einem Zwischenraum
zirkulieren kann.
Das Kühlfluid kann beispielsweise Wasser oder Pressluft sein.
Wenn die Elektromagnetanordnung plan auf den Träger (Unterseite) aufgesetzt ist, kann
eine Ringdichtung den äußeren Bereich der Auflagefläche von einem Mittenbereich im
Wesentlichen hermetisch trennen.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung schließlich wird die
Verwendung einer Elektromagnetanordnung wie oben ausgeführt bei einem
Bolzenschweißverfahren vorgeschlagen, bei dem ein Werkstück mit im Wesentlichen
ringförmiger Stirnfläche auf einen Träger aufgeschweißt wird und der Lichtbogen
während des Schweißvorgangs durch ein Magnetfeld der Elektromagnetanordnung in
Rotation versetzt wird.
Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
nunmehr anhand der detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen und
bezugnehmend auf die Figuren der begleitenden Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch die Anordnung einer Elektromagnetanordnung
an der Unterseite eines Trägers, dem ein Werkstück mit ringförmiger
Stirnfläche aufgeschweißt werden soll,
Fig. 2 zeigt eine Variierung des Ausführungsbeispiels von Fig. 1
dahingehend, dass das Werkstück um ein Loch (Bohrung) in dem Träger
herum aufgeschweißt werden soll,
Fig. 3 zeigt die Verwendung eines Feldformerdorns auf der Innenseite der
Spule zur Zufuhr beispielsweise eines Schutzgases unten an die
Schweißstelle hin, und
Fig. 4 zeigt die Zirkulation von Kühlfluiden, wie beispielsweise Pressluft
oder Wasser, um die Ringspule der Elektromagnetanordnung herum.
In Fig. 1 ist als Beispiel für ein Werkstück mit in Draufsicht im Wesentlichen
ringförmiger Stirnfläche 17 eine Mutter 1 gezeigt, die auf einem im Wesentlichen planen
metallischen Träger 2 aufgeschweißt werden soll. Im übrigen kann der Träger auch - bei
entsprechender Anpassung der Stirnfläche des Werkstücks - eine gekrümmte Form
aufweisen, wie es bspw. beim Aufschweissen von Werkstücken auf Auspuffkrümmern
der Fall ist.
Die Schweissung wird also durch ein Bolzenschweißverfahren durchgeführt werden, bei
dem sich der Lichtbogen während der Schweißung zwischen der ringförmigen Stirnfläche
17 der Mutter 1 und dem Träger 2 bildet. Da die Details des Bolzenschweißens selbst aus .
dem Stand der Technik hinreichend bekannt sind, wird auf eine weitere Erläuterung und
auch auf eine Darstellung in den Zeichnungen verzichtet. Die Zeichnungen zeigen also
lediglich die Komponenten, in denen sich die vorliegende Erfindung vom Stand der
Technik unterscheidet. Allgemeine Ausführungen zum Bolzenschweißen mit rotierenden
Lichtbogen können beispielsweise in der bereits eingangs zitierten DE 44 00 957 C1 oder
DE 44 32 550 C1 ersehen werden.
Wie sich im Verlauf der Beschreibung zeigen wird, ist es gerade ein Vorteil der
vorliegenden Erfindung, dass übliche Bolzenschweissgeräte ohne spezielle Anpassung an
das Rotationslichtbogenschweissen verwendet werden können, solange der Bolzenhalter
des Bolzenschweissgeräts für Werkstücke mit in der Draufsicht im wesentlichen
ringförmiger Stirnfläche ausgelegt ist.
Um den Lichtbogen während des Schweißens in Rotation zu versetzen, derart, dass er auf
der in Draufsicht ringförmigen Stirnfläche 17 der Mutter 1 kreist, wird ein Magnetfeld B
mit Feldlinien 6 erzeugt, die in dem Bereich des Lichtbogens, also in dem Zwischenraum
zwischen der ringförmigen Stirnfläche 17 der Mutter 1 und dem Träger 2 eine nicht
verschwindende radiale Komponente By aufweisen. Selbstverständlich ist ein
vollständiger radialer Verlauf in diesem Bereich nicht notwendig, solange die radiale
Komponente By ausreicht, um den Lichtbogen in Rotation zu versetzen.
Wie in Fig. 1 ersichtlich wird erfindungsgemäß die Elektromagnetanordnung 3 mit einer
darin aufgenommenen Ringspule 4 auf der Unterseite des Trägers 18 positioniert, wobei
also die Schweißung auf der Oberseite 19 des Trägers 2 ausgeführt werden soll. Wie
ersichtlich ist die Ringspule 4 dabei in einem oben offenen, topfförmigen Gehäuse 23 der
Elektromagnetanordnung 3 aufgenommen. Das Gehäuse der Elektromagnetanordnung 3
ist dabei aus einem magnetisch leitfähigen Material gebildet. Der obere, kreisförmige
Rand des Gehäuses 23 definiert eine Auflagefläche 15, die bei aufgesetzter
Elektromagnetanordnung 3 die Kontaktfläche zwischen dem Gehäuse 23 und der
Unterseite 18 des Trägers 2 darstellt.
Fig. 1 zeigt die Anwendung der vorliegenden Erfindung auf das Beispiel des
Aufschweißens einer Mutter 1 auf einen nicht durchbohrten Träger 2.
In der Elektromagnetanordnung 3 ist ein Feldformerdorn 5 zentral, d. h. in der
Symmetrieachse 24 der Ringspule 4 und des Gehäuses 23, angeordnet. Dieser
Feldformerdorn (auch Innendorn genannt) ist bei dem Anwendungsfall von Fig. 1, also
dem Aufschweißen auf einen nicht durchbohrten Träger 2, derart positioniert, dass seine
Spitze (14 in Fig. 3) plan auf der Unterseite 18 des Trägers 2 aufliegt. Somit stellt sich
also der in Fig. 1 dargestellte Verlauf der Feldlinien 6 des durch die
Elektromagnetanordnung 3 im aktivierten Zustand erzeugten Magnetfelds B ein, bei dem
die Feldlinien 6 die Spitze 14 des Feldformerdorns 5 verlassen, bei einem Edelstahlträger
2 durch den Träger 2 hindurchtreten und schließlich die Ringspule 4 wieder an ihrer
Außenseite treffen. Somit ergibt sich wie schematisch in Fig. 1 dargestellt die
gewünschte Radialkomponente By der Feldlinien 6 im Bereich des Lichtbogens, also dem
Zwischenraum zwischen der ringförmigen Stirnfläche 17 des Werkstücks 1 und der
Oberseite 19 des Trägers 2.
Wie später noch genauer im Detail erläutert werden wird, weist der Feldformerdorn 5
gegebenenfalls noch weitere Funktionen auf. Beispielsweise kann für einen
Schutzgastransport hin zu der Unterseite der Schweißstelle ein Gaseinlass 22 an der
Unterseite des Feldformerdorns 5 und ein Gasauslass 21 im Bereich der Oberseite des
Feldformerdorns 5 vorgesehen sein. Einlass 22 und Auslass 21 kommunizieren dabei
mittels einer zentralen axialen Mittenbohrung 26 in dem Feldformerdorn 5.
Fig. 2 zeigt eine Abwandlung der vorliegenden Erfindung auf den Anwendungsfall, bei
dem die Mutter 1 um ein Loch 20 in dem Träger 2 herum aufgeschweißt werden soll. In
diesem Fall kann in Abwandlung zu Fig. 1 der Feldformerdorn 5 dahingehend
modifiziert sein, dass seine Spitze derart ausgebildet ist, dass sie durch das Loch 20 in
dem Träger 2 nach oben hindurchsteht, wenn die Elektromagnetanordnung 3 mit ihrer
Anlagefläche 15 auf die Unterseite 18 des Trägers 2 aufgesetzt ist. Somit können die
Magnetfeldlinien 6 noch besser, d. h. mit größerer Feldstärke und stärkerem Radialanteil
im Bereich des Lichtbogens geführt werden.
Weiterhin ist in Fig. 2 eine weitere mögliche Funktion des Feldformerdorns 5
aufgezeigt. Wenn nämlich auf die Spitze des Feldformerdorns ein Aufsatz bzw. eine
Kappe 25 aufgesetzt wird, kann der Feldformerdorn 5, der ja in der Zentralachse 24 der
Elektromagnetanordnung 3 angeordnet ist, gleichzeitig auch eine Zentrierfunktion für die
Mutter 1 aufweisen.
Fig. 3 zeigt genauer wie Schutzgas unten einem Feldformerdorn 5 mittels eines
Einlasses 22 zugeführt werden kann, wobei das Schutzgas dann die Mittenbohrung 26 in
dem Feldformerdorn 5 durchquert und an der Oberseite mittels des Auslasses 21 wieder
ausgelassen werden kann.
Da wie in Fig. 3 ersichtlich ein Kühlmedium in einem Raum 10 zwischen der
Gehäusewand 12 der Elektromagnetanordnung 3 und der Ringspule 4 zirkulieren kann, ist
es gegebenenfalls notwendig, eine Ringdichtung 9 an der Oberseite der
Elektromagnetanordnung vorzusehen. Diese Ringdichtung 9 teilt den Raum, der bei
Auflage der Elektromagnetanordnung 3 an die Unterseite 18 des Trägers 2 zwischen der
Elektromagnetanordnung 3 und dem Träger 2 gebildet wird, in einen Mittenbereich und
einen äußeren Bereich, die hermetisch gegeneinander isoliert sind. Somit kann
beispielsweise verhindert werden, dass sich das zentral zugeführte Schutzgas mit dem
Kühlmedium, wie beispielsweise Pressluft oder Wasser mischt.
Fig. 4 zeigt weiterhin, dass der Einlass 11 für das Kühlmedium derart gebildet sein kann,
dass die Luft als Kühlmedium beispielsweise spiralförmig in dem Zwischenraum
zwischen Ringspule 4 und Gehäusewand 12 geführt wird, so dass die Luft dann im oberen
Bereich der Gehäusewand 12 der Elektromagnetanordnung 3 wieder austreten kann, wie
schematisch durch Pfeile 27 in Fig. 4 dargestellt ist.
Die Elektromagnetanordnung 3 weist wie dargestellt eine geschlossene, um mindestens
eine Achse symmetrische Spulenanordnung 4 mit magnetisch leitfähigen, nach oben
offenem Topfgehäuse auf. Weiterhin ist ein auswechselbarer magnetisch leitfähiger
Innendorn 5 mit Gasdurchführung vorgesehen, der oberhalb des Spulentopfes ein
magnetisches Streufeld erzeugt, dass den auf das Schweißteil (Träger) oberseitigen
Lichtbogen zur Rotation bringt. Diese Anordnung ermöglicht eine sehr flache
Spulenbauform, wobei sich die Erregerspule (Ringspule) 4 in die Werkstückaufnahme des
Schweißteils integrieren lässt. Für mehrere Schweißungen auf einem Bauteil können
mehrere Spulen in der Werkstückaufnahme integriert sein. Alternativ kann das Werkstück
bezüglich der Feldformerspule 4 bewegt werden. Der Gasfluss durch den Innendorn 5
schützt die Schweißunterseite vor Anlassfarben oder im Falle der Schweißung auf eine
Bohrung (Loch) 20 zusätzlich vor Oxidation. Gleichzeitig sorgt auch dieses Gas für eine
Kühlung der Anordnung. Gegebenenfalls kann eine zusätzliche Kühlung beispielsweise
mittels Pressluft entfallen.
Der auswechselbare Innendorn 5 senkt die Kosten bei Verschleiß oder veränderter
Schweißaufgabe, da lediglich der Innendorn 5 ausgetauscht werden muss. Dadurch wird
die Flexibilität der Anordnung für unterschiedliche Schweißaufgaben erheblich gesteigert.
Durch entsprechende Gestaltung des Innendorns 5 ist das Schweißen auch auf sehr
dickem Material bis zu 15 mm Trägerstärke möglich. Der Innendorn 5 wird für das
Schweißen auf Durchgangsbohrung wie dargestellt besonders gestaltet, um ein optimales
Feld und damit eine gleichbleibende Rotation des Lichtbogens zu erreichen. Mit
Veränderung der Dornform wird ein optimaler, an die jeweilige Schweißaufgabe
angepasster Streufluss erreicht.
Bei einem Einsatz des Feldformers 5 kann das Rotationslichtbogenschweißen mit
herkömmlichen serienmäßigen Bolzenschweißgeräten und Schweißpistolen ausgeführt
werden.
Die Erfindung lässt sich besonders gut auf das Schweißen von handelsüblichen
Edelstahlmuttern auf Edelstahl mit hoher Qualität anwenden.
Claims (25)
1. Bolzenschweißverfahren, bei dem ein Werkstück mit in Draufsicht im wesentlichen
ringförmiger Stirnfläche (17) auf einen Träger (2) aufgeschweißt wird und der
Lichtbogen während des Schweißvorgangs durch ein Magnetfeld (B) in Rotation
versetzt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Magnetfeld (B) ausschließlich von der von der Schweißverbindung (7)
abgewandten Seite (18) des Trägers (2) aus erzeugt wird.
2. Bolzenschweißverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Schweißvorgangs ein Elektromagnet (3) an der von der
Schweißverbindung (7) abgewandten (18) Seite des Trägers (2) positioniert und
aktiviert wird.
3. Bolzenschweißverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektromagnet (3) derart ausgebildet ist, dass die Feldlinien (6) des von
ihm generierten Magnetfelds (B) im Bereich der Schweißverbindung (7) eine
wesentliche radiale Komponente (By) aufweisen.
4. Bolzenschweißverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Träger (2) aus einem nicht magnetisch leitfähigen Material besteht.
5. Bolzenschweißverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass in eine Ringspule (4) des Elektromagneten (3) ein Feldformerdorn (5) aus
magnetisch leitfähigem Material eingesetzt wird, der während des Schweißvorgangs
von der Schweißverbindung (7) abgewandten Seite des Trägers (2) her durch ein
Loch (20) in dem Träger (2) hineinsteht.
6. Bolzenschweißverfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Werkstück mittels des Feldformerdorns (5) zentriert wird.
7. Bolzenschweißverfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zentrierung mittels einer auf den Feldformerdorn (5) aufgesetzten Kappe
(25) erfolgt.
8. Bolzenschweißverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass in eine Ringspule (4) des Elektromagneten (3) ein Feldformerdorn (5) aus
magnetisch leitfähigem Material eingesetzt wird, der während des Schweißvorgangs
gegen die von der Schweißverbindung (7) abgewandte Seite (18) des Trägers (2)
gedrückt wird.
9. Bolzenschweißverfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Schweißvorgangs durch den Feldformerdorn (5) hindurch ein
Schutzgas von der der Schweißstelle abgewandten Seite des Feldformerdorns (5) zu
der entstehenden Schweißverbindung hin befördert (21, 22) wird.
10. Bolzenschweißverfahren nach einem der Ansprüche 5, 6, 7 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schweißverbindung (7) um das Loch (20) in dem Träger (2) herum
geschaffen wird.
11. Bolzenschweißverfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektromagnet (3) eine in einem Gehäuse (23) aufgenommene Ringspule
(4) aufweist und zwischen der Gehäusewand (12) und der Ringspule (4) ein
Kühlfluid zirkuliert (10).
12. Elektromagnetanordnung zur Verwendung bei einem Bolzenschweißverfahren, bei
dem ein Werkstück mit in Draufsicht im wesentlichen ringförmiger Stirnfläche (17)
auf einen Träger (2) aufgeschweißt wird und der Lichtbogen während des
Schweißvorgangs durch ein Magnetfeld (B) eines Elektromagneten (3) in Rotation
versetzt wird, der eine Ringspule (4) aufweist,
gekennzeichnet dadurch,
dass der Elektromagnet (3) auf der von der Schweißverbindung (7) abgewandten
Seite (18) des Trägers (2) angeordnet ist und das Magnetfeld (B) ausschließlich
durch den Elektromagneten (3) hervorgerufen wird.
13. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch
einen magnetisch leitfähigen Feldformerdorn (5), der den Feldlinien (6) des
Magnetfelds (B) in einem Bereich zwischen dem Träger (2) und dem Werkstück
eine Komponente (By) parallel zu der dem Träger (2) zugewandten Auflageebene
(15) des Elektromagneten (3) vermittelt.
14. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ringspule (4) in einen auf der der Schweißstelle zugewandten Seite
offenen, magnetisch leitfähigen Topf (3) eingebettet ist.
15. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Feldformerdorn (5) zentral axial (24) in dem Elektromagneten (3)
angeordnet ist.
16. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Feldformerdorn (5) auswechselbar ist.
17. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Feldformerdorn (5) aus einer Auflageebene (15) des Elektromagneten (3)
hervorsteht.
18. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Feldformerdorn (5) an seiner Spitze (13) mit einer Kappe bzw. einem
Aufsatz (25) versehen ist, der das Werkstück zentriert.
19. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spitze (13) des Feldformerdorns (5) auf Höhe der Anlageebene (15) des
Elektromagneten (3) liegt.
20. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Feldformerdorn (5) durchbohrt ist, derart, dass ein Gas an der Unterseite
des Feldformerdorns (22) in einem Einlass (22) des Feldformerdorns (5) zugeführt
werden kann, wobei das Gas dann im Bereich der Spitze (13) des Feldformerdorns
(5) durch eine Öffnung (21) wieder austreten kann.
21. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 12 bis 20,
dadurch gekennzeichnet
dass die Ringspule (4) des Elektromagneten (3) in einem Gehäuse (23) mit
Übermaß aufgenommen ist, derart, dass zwischen der Gehäusewand (12) und der
Ringspule (4) ein Kühlfluid in einem Zwischenraum (10) zirkulieren kann.
22. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlfluid Wasser ist.
23. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlfluid Pressluft ist.
24. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 21 bis 23,
dadurch gekennzeichnet,
dass, wenn die Elektromagnetanordnung (3) plan auf dem Träger (2) aufgesetzt ist,
eine Ringdichtung (9) den äußeren Bereich der Auflagefläche in der Auflageebene
(15) von einem Mittenbereich abdichtend trennt.
25. Verwendung einer Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 12 bis 24
bei einem Bolzenschweißverfahren, bei dem ein Werkstück mit in Draufsicht im
wesentlichen ringförmiger Stirnfläche (17) auf einen Träger (2) aufgeschweißt wird
und der Lichtbogen während des Schweißvorgangs durch ein Magnetfeld (B) in
Rotation versetzt wird.
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| DE2001143220 DE10143220C1 (de) | 2001-09-04 | 2001-09-04 | Bolzenschweißen mit magnetischer Lichtbogenrotation |
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