DE1013896B - Vorrichtung zum Ermitteln sehr niedriger Gasdruecke - Google Patents
Vorrichtung zum Ermitteln sehr niedriger GasdrueckeInfo
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Description
DEUTSCHES
Um sehr niedrige Gasdrücke zu messen, verwendet man vielfach ein aus einer Elektronen emittierenden
Kathode, einer gitterförmigen Elektrode und einer plattenförmigen Elektrode bestehendes Elektrodensystem,
das in einem Behälter untergebracht ist, in dem der Druck gemessen werden soll. Die gitterförmige
Elektrode hat hierbei ein bestimmtes positives Potential gegenüber der Kathode und beschleunigt die
Elektronen derart, daß diese die Gasatmosphäre zu ionisieren vermögen. Die plattenförmige Elektrode
hat ein negatives Potential und dient als Kollektor für die gebildeten Ionen. Die Zahl der gebildeten
Ionen und infolgedessen auch der im Kreis der plattenförmigen Elektrode fließende Strom ist innerhalb
bestimmter Grenzen dem Gasdruck proportional, so daß letzterer durch Messung des Stromes ermittelbar
ist.
Da bei sehr niedrigen Gasdrücken Nebenerscheinungen auftreten, wodurch der lineare Zusammenhang
zwischen Gasdruck und Plattenstrom verlorengeht, ist vorgeschlagen worden, diese Vorrichtung in dem
Sinne zu ändern, daß die Kollektorelektrode mit einem sehr kleinen Querschnitt ausgebildet wird. So ist man
zu einer Vorrichtung gelangt, bei der die schraubenförmig gewundene, gitterförmige Elektrode einen
zylindrischen Raum umschließt, in dessen Achse etwa sich ein drahtförmiger Kollektor befindet. Die Kathode
ist außerhalb dieses Raumes angeordnet und erstreckt sich auch annähernd parallel zu seiner Achse. Die
emittierten Elektronen fliegen durch die Maschen des Gitters zum Raum. Abgesehen von der unmittelbaren
Nähe der Kollektorelektrode kann angenommen werden, daß der genannte Raum, in dem die Ionisation
erfolgt, ein Äquipotentialraum ist. Mit dieser Vorrichtung sind Gasdrücke von annähernd 10—I0 mm
Quecksilbersäule ermittelbar. Eine genaue Messung ist aber ziemlich schwierig durchführbar, da die zu
messenden Ströme äußerst klein sind.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung Vorrichtung zum Ermitteln
sehr niedriger Gasdrücke
sehr niedriger Gasdrücke
Anmelder:
N. V. Philips' Gloeilampenfabrieken,
Eindhoven (Niederlande)
Eindhoven (Niederlande)
Vertreter: Dipl.-Ing. K. Lengner, Patentanwalt,
Hamburg 1, Mönckebergstr. 7
Hamburg 1, Mönckebergstr. 7
Beanspruchte Priorität:
Niederlande vom 15. Juni 1953
Niederlande vom 15. Juni 1953
Hendrik Groendijk, Eindhoven (Niederlande),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Erfindung enthält die Zuleitung zur Kollektorelektrode eine hohe Impedanz, und es ist eine vierte Elektrode
vorhanden, die derart gegenüber der Kathode angeordnet ist, daß die Kollektorelektrode eine Verteilungssteuerung auf den Strom zur gitterförmigen Elektrode
und zur vierten Elektrode ausübt, und es sind weiter Mittel vorgesehen, um wenigstens einen dieser Ströme
zu messen.
Die Kollektorelektrode erhält infolge der hohen Impedanz eine vom Gasdruck abhängige Spannung,
wodurch sie eine Ablenksteuerung auf den Elektrodenstrom ausüben kann.
Die vierte Elektrode ist zweckmäßig innerhalb des von der gitterförmigen Elektrode umschlossenen
Raumes angeordnet, und die Kollektorelektrode bewirkt eine Verteilungssteuerumg des Elektronenstroms
zwischen der vierten Elektrode und der gitterförmigen
zum Ermitteln von sehr niedrigen Gasdrücken, bei 40 Elektrode. Eine dieser Elektroden oder beide können
der eine Ionisation der Gasmoleküle in dem Raum über einen Widerstand mit dem positiven. Pol einer
erfolgt, in dem der Gasdruck ermittelt wird1; diese
Vorrichtung besitzt eine Elektronen emittierende
Vorrichtung besitzt eine Elektronen emittierende
Kathode, eine zweckmäßig gitterförmige Elektrode, Stromquelle verbunden werden, und zum Messen kann
man entweder das Potential von einer dieser Elektroden oder den Potentialunterschied zwischen den
die ein positives Potential in bezug auf die Kathode 45 Elektroden ermitteln, während der Kollektorelektrode
hat, sowie eine Kollektorelektrode mit negativem eine negative Spannung erteilt wird.
Potential in bezug auf die Kathode. Die Erfindung Der Kollektor kann zu diesem Zweck über einen
zielt auf eine derartige Vorrichtung ab·, daß mit ein- hohen Widerstand mit einem Punkt negativen Potenfachen
Mitteln eine genaue Messung möglich ist. tials verbunden sein. Hierbei mißt man den Platten-
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß 50 strom oder den Gitterstrom und leitet daraus das
die Kollektorelektrode einen ablenkenden Einfluß auf den Elektronenstrom ausübt, der hinreichend ist, um
ziemlich geringe Änderung des Potentials der Kollektorelektrode erkennbar zu machen. Gemäß der
Potential des Kollektors ab·. Vorzugsweise schaltet man aber zwischen den Kollektor und einen Punkt
konstanten Potentials einen Kondensator, der derart aufgeladen oder an eine solche Spannung angelegt
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wird, daß der Kollektor .negativ ist. In diesem Falle
wird1 die Änderung des- auftretenden Plattenstroms oder Gitterstroms gemessen, die ebenfalls ein Maß
für die Gasdichte bildet.
Bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung ist es günstig, daß die Kpllektorelektrodfe aus einem einzigen
!Leiter besteht, dessen Querabmessung, wenigstens senkrecht zur Hauptrichtung des Elektronenstroms,
klein in bezug auf defl -"Querschnitt des Elektronenbündels
ist, so daß diese Elektrode im wesentlichen
nur eine ablenkende Wirkung darauf ausübt.
Bei einer günstigen Ausbildung umschließt die gitterförmiige Elektrode- einen Ionisationsraum, in
dem die Kollektorelektrode und zweckmäßig auch die genannte vierte Elektrode untergebracht sind. Letztere
kann auch außerhalb des Jonisationsra-um.es angeordnet
sein. Die Kathode ist-.außerhalb des Raumes angeordnet, und zwar an der von der vierten Elektrode
abgewandten Seite der_Kpllektorelektrode.
Die Erfindung wird an Hand von Fig. 1 der Zeich.-nung
beispielsweise näher erläutert.
K stellt die drahtförmige Kathode, C die ebenfalls
drahtförtniige KollektoFelektrodie, G ein Gitter und P
eine Platte dar. Die von der Kathode K ausgesandten Elektronen ionisieren das Gas rings um den Kollektor
C. Dieser liegt über. einen hohen Widerstand an
einem Punkt, der ein negatives Potential gegenüber der Kathode hat. Das Ganze ist in einem Teil des
Behälters untergebracht, . in dem der Gasdruck gemessen wird. Infolge des Ionenstroms zum Kollektor
erreicht letzterer eine Spannung, die in dem Maße weniger negativ ist, wie der Drude der Gasatmosphäre
höher liegt. Der Kollektor übt eine ablenkende Wirkung auf den von der Kathode zum Gitter und zur
Platte wandernden Elektronenstrom aus, die um so kleiner ist, je weniger das Potential des Kollektors
negativ ist. Diese letztgenannten Elektroden liegen ebenfalls über höhe Widerstände an Punkten mit
geeignet gewählten positiven Potentialen. Die Stromverteilung über das Gitter und die Platte bildet ein
Maß für den Druck der Gasatmosphäre und1 kann
unter Zuhilfenahme des zwischen diesen Elektroden liegenden Gerätes A gemessen werden.
Es ist auch möglich, zwei miteinander verbundene Platten beiderseits - der Ebene der Kathode und des
Kollektors anzuordnen. In diesem Fall wächst der Plattenstrom, wenn das negative Potential des Kollektors
in absolutem Wert ansteigt. Die Fig. 2 und 3 zeigen ein praktisches · Ausführungsbeispiel. Das
Gitter G ist hierbei schraubenförmig gewunden und umschließt einen zylindrischen Ionisationsraum, längs
dessen Achse der drahtförmige Kollektor C angeordnet ist. Die PlatteP"ist ebenfalls in diesem Raum untergebracht,
und zwar an der von der Kathode abgewandten Kollektorseite. Die Platte wird auch bed
dieser Aufstellung um so mehr Elektronen auffangen, je niedriger die negative Spannung des Kollektors ist.
Das Meßgerät, z. B. ein Mikroamperemeter, kann wieder zwischen dem Gitter und der Platte angeschlossen
werden, und die beiden Elektroden ebenso wie der Kollektor sind über Widerstände, deren Werte
in bezug auf den Widerstand des Meßgerätes hoch sind,· mit Punkten konstanten Potentials verbunden.
Vorzugsweise wird zwischen dem Gitter und der Platte ein Spannungsteilerwiderstand angeschlossen,
dessen Gleitkontakt mit dem positiven Pol einer Spannungsquelle verbunden ist. Dies hat den Vorteil,
daß der Übergangswiderstand des beweglichen Kontaktes keinen Einfluß auf die Anzeige des Meßgerätes
hat.
Die Vorrichtung ist besonders geeignet für eine Messung, bei der der Kollektor über einen Kondensator
an einen Punkt festen Potentials, z. B. an Erde, gelegt ist und Mittel vorgesehen sind, um den Kondensator
derart aufzuladen, daß der Kollektor ein negatives Potential in bezug auf die Kathode erhält.
Da der Kollektor die positiven Ionen auffängt, wird dessen Potential allmählich in absolutem Wert abnehmen. Die Geschwindigkeit, mit der dies erfolgt,
bildet ein Maß für den Ionisationsgrad und mithin auch für den Gasdruck in dem vom Gitter umschlossenen
Raum. Diese Geschwindigkeit kann gemessen werden. Zweckmäßig mißt man hierbei die Zeit, in
der der Kollektor, nachdem der Kondensator aufgeladen oder nachdem die Spannung der untersten
Elektrode des Kondensators um einen bestimmten Betrag abgefallen ist, wieder sein ursprüngliches
negatives Potential erhält, während die Spannungen am Gitter und an der Platte konstant gehalten werden.
Der Zeitpunkt, in dem dies erfolgt, ist mit dem Mikroamperemeter ermittelbar.
Statt dessen kann man auch, nachdem der Kondensator aufgeladen worden ist, den Gleitkontakt auf
dem Spannungsteiler zwischen Gitter und Platte mit einer derartigen Geschwindigkeit verstellen, daß die
Ablesung des Mikroamperemeters konstant bleibt. Die Geschwindigkeit, mit der der Gleitkontakt bewegt
wird, ist durch die Höhe des Vakuums bedingt.
Es zeigte sich, daß der das. Mikroamperemeteir durchfließende Strom sehr unempfindlich gegen Änderungen der Plattenspannung ist, so daß letztere nicht
mit großer Genauigkeit konstant gehalten zu werden braucht. Indem die Heizfadenenden mit einem geerdeten
Schirm umgeben werden, kann man den Strom auch im wesentlichen unabhängig von der Heizspannung
halten.
Bei einer bestimmten Ausbildung betrug der Ionenstrom bei einem Elektronenstrom von 1 mA annähernd
10— n A. Bei einem Wert der Kapazität von 10 pF
stieg die Kollektorspannung um 1 Volt je Sekunde an. Dies läßt sich mit dem Spannungsteiler leicht ausgleichen.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Ermitteln sehr niedriger Gasdrücke, bei der eine Ionisation der Gasmoleküle
im Raum erfolgt, in dem der Gasdruck ermittelt wird, und die eine Elektronen emittierende Kathode,
eine zweckmäßig gitter förmige Elektrode, die ein positives Potential gegenüber der Kathode hat,
und eine Kollektorelektrode für die gebildeten Ionen mit einem negativen Potential in bezug auf
die Kathode besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitung zur Kollektorelektrode eine hohe
Impedanz enthält und daß eine vierte, derart gegenüber der Kathode angeordnete Elektrode
vorhanden ist, daß die Kollektorelektrode eine Verteilungssteuerung auf den Strom zur gitterförmigen
Elektrode und zur vierten Elektrode ausübt, und daß weiter Mittel vorgesehen sind, um
wenigstens einen dieser Ströme zu messen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gitterförmige Elektrode
einen Raum umschließt, in dem der Kollektor untergebracht ist, derart, daß dieser die Verteilung
des Elektronenstroms über das Gitter und die Platte steuert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querabmessung der KoI-
lektorelektrode klein in bezug auf den Querschnitt des Elektronenbündels ist, so* daß sie auf letzteres
im wesentlichen nur eine ablenkende Wirkung ausübt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kollektorelektrode ein einziger
Draht mit kleinem Querschnitt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die gitterförmige Elektrode
einen Ionisationsraum umschließt, in dem die Kollektorelektrode untergebracht ist, und die
Kathode außerhalb dieses Raumes und die vierte Elektrode innerhalb dieses Raumes an der von
der Kathode abgewandten Kollektorseite angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kollektor,
das Gitter und die Platte über hohe Impe-
danzen mit den Spannungsquellen verbunden sind und zwischen Gitter und Platte ein Meßgerät
angeschlossen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Gitter und Platte
ein Spannungsteilerwiderstand angeschlossen ist, dessen Gleitkontakt mit einem Punkt positiven
Potentials verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kollektorelektrode
über einen Kondensator an einem Punkt konstanten Potentials liegt und Mittel vorgesehen sind, um den Kollektor negativ gegenüber
der Kathode zu machen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 644 418;
USA.-Patentsehriften Nr. 2 334 356, 2 639 397.
Britische Patentschrift Nr. 644 418;
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Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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