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Einrichtung zur Messung von Bandlängungen Es ist bereits eine Einrichtung
zur Messung der Längung von bandförmigem ferromagnetischem Walzgut während des Walzprozesses
bekannt, die das Walzgut vor und hinter den Walzen gleichzeitig mit magnetischen
Markierungen von gleicher Frequenz versieht, die von vor und hinter den Walzen angeordneten
Ahnehmern in elektrische Spannungen umgeformt und mittels geeigneter Indikatoren
zur Anzeige gebracht werden. Bei dieser Einrichtung wird ein Laufzeitvergleich der
vor und hinter den Walzen aufgebrachten Markierungen durchgeführt. Die Einrichtung
besteht aus einem das Material magnetisierenden Geber, der beispielsweise mit Wechselstrom
betrieben wird, und einem mit Abstand vom Geber angeordneten Abnehmer, der die magnetischen
Markierungen des Bandes abtastet. Zur Messung der Längung werden zwei solcher Systeme
benötigt, und zwar wird das eine am ungelängten und das andere am gelängten Walzgut
angeordnet. Die an den Abnehmern entstehenden Impulse werden entweder einem Elektronenstrahl-Oszillographen
oder phasenempfindlichen Einrichtungen zwecks Anzeige der Längung zugeführt.
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Bei einem System, gewöhnlidi dem vor den Walzen angeordneten, ist
der Abstand Geber-Abnehmer veränderbar, so daß unmittelbar eine Einstellung auf
die verlangte Längung vorgenommen werden kann.
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Die Erfindung betrifft gleichfalls eine Einrichtung zur Messung der
Längung von in Bewegung befindlichem bandförmigem Walzgut, bei der am ungelängten
und gelängten Walzgut ein Rotationskörper angeordnet ist. Die erfindungsgemäße Einrichtung
ist jedoch nicht auf die Messung der Längung von magnetisierbarem Walzgut beschränkt,
sondern kann mit Vorteil auch bei unmagnetischen Werkstoffen angewendet werden.
Die Erfindung besteht darin, daß nur einer der Rotationskörper gleichmäßig verteilte
Markierungen aufweist, die an einem zugeordneten Abnehmer Impulsspannungen erzeugen,
die einen Geber steuern, der dem anderen Rotationskörper entsprechende Markierungen
aufprägt, die von einem diesem Rotationskörper zugeordneten Abnehmer abgetastet
werden, und daß die an den Abnehmern erzeugten Impulsspannungen in bekannter Weise
einem Indikator zugeführt werden.
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Die Erfindung wird mit weiteren vorteilhaften Ausbildungen an Hand
eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Das
Bild 1 zeigt eine erfindungsgemäße Einrichtung in schematischer Form. Das Band B
läuft mit der Geschwindigkeit v auf die Walzen W zu und verläßt diese mit der Geschwindigkeit
v2, die in jedem Falle größer ist als die Geschwindigkeit vl, je nachdem, wie groß
die Längung E ist. Das ungelängte Band, das mit der Geschwindigkeit vl läuft, treibt
einen Rotationskörper sl durch Friktion schlupffrei an. Dieser Körper trägt beispielsweise
auf seinem Umfang eine magnetisierbare Schicht. Unmittelbar am Umfang, d. h. in
sehr geringem Abstand vom Körper S1, sind ein gesteuerter Impulsgeber M, ein ImpulsabnehmerA
und eine Löscheinrichtung L angeordnet. Rechts von den Walzen, also auf der Seite
des gelängten Bandes, das die Geschwindigkeit v2 hat, ist ebenfalls ein Rotationskörper
S2 angeordnet, an dessen Umfang ein Abnehmer G angebracht ist. Der Rotationskörper
S2 ist auf seinem Umfang in dichtem Abstand voneinander mit einer Reihe von Markierungen
versehen, z. falls die Scheibe aus magnetischem Material besteht, mit einer Reihe
von Löchern oder Schlitzen. In dem Abnehmer G wird bei Rotation des Körpers S2 eine
Wechselspannung erzeugt, deren Frequenz durch nachstehende Beziehung gegeben ist:
v.2 Hierin bedeutet 22 den Abstand der Markierungen auf dem Umfang des Körpers vS2
Die vom Abnehmer G gelieferte Wechselspannung mit der Frequenz J2 wird zum Impulsgeber
M am Rotationskörper S1 geführt und gleichzeitig beispielsweise einer Phasenmeßeinrichtung
Ph zugeleitet, die ihre Bezugsspannung vom am Umfang des Körpers S1 befindlichen
Abnehmer A erhält. Der Impulsgeber M wird also durch den am gelängten Band angeordneten
Abnehmer G erregt und prägt dem Rotationskörper S1 einen Wellenzug auf, der in dem
Abnehmer A eine entsprechende Wechselspannung gleicher Frequenz erzeugt, deren Phasenlage
von der Geschwindigkeit vl abhängt. Nach Passieren der Abtasteinrichtung A wird
in dem Löschkopf L der aufgeprägte Wellenzug wieder entfernt.
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Es sei bemerkt, daß die Rotationskörper S1 und S2 nicht unbedingt
vom Band anzutreiben sind. Es können auch separate Rollen oder Räder verwendet werden,
die
vom Band angetrieben werden und mit denen der Rotationskörper S1 mit dem Geber M,
dem Abnehmer A und der Löscheinrichtung L gekuppelt ist, und ebenso der Rotationskörper
S2 mit dem Abnehmer G. Dieser Abnehmer kann ferner vorteilhaft als lichtelektrischer
Abnehmer ausgebildet sein. Zu diesem Zwecke wird der Rotationskörper S2 mit einer
Reihe von äquidistanten Schlitzen oder Löchern versehen. Die vom Abnehmer G erzeugte
Wechselspannung braucht nicht sinusförmig zu sein, sondern es kann ebensogut eine
Impulsfolge von diesem Abnehmer G an den Geber LII geliefert werden. Das gleiche
gilt für die von dem Abnehmer A gelieferte Spannung. Wenn nämlich die vom Abnehmer
G kommenden Impulse dem Geber M impulshaft aufgeprägt werden, so trägt der Rotationskörper
S1 eine Spur, die keinen sinusförmigen Intensitätsverlauf hat, sondern weist Impulsmarkierungen
auf. Ebenso ist dann also die Spannung an dem Abnehmer A eine Impulsspannung. In
diesem Falle wird vorteilhaft ein kippkreisgesteuerter Phasenmesser verwendet, der
bei jedem von G und A ankommenden Impuls nach der einen und anderen Richtung gekippt
wird. Dessen Gleichstrommittelwert ist dann bekanntlich dem Phasenwinkel dieser
beiden Impulsfolgen in einem Bereich von 2 z streng proportional, und es erfolgt
eine unmittelbare Anzeige der Längung. Das Bild 2 zeigt die Kennlinie eines derartigen
elektronischen Phasenmessers, Einer weiteren zweckmäßigen Ausbildung entsprechend
erfolgt die Aufzeichnung der Impulsfolge oder der sinusförmig verlaufenden Spur
auf dem Rotationskörper S1 lichtelektrisch. Zu diesem Zwecke ist der Geber M als
Lichtblitzlampe ausgebildet, die jedesmal, wenn ein Impuls vom Abnehmer G anlangt,
einen durch entsprechende Optik scharf gebündelten Lichtblitz auf die Oberfläche
des Rotationskörpers S gibt, der in diesem Falle mit einer Leuchtsubstanz versehen
ist. Die einzelnen Leuchtflecke werden am Umfang des Körpers S1 mit herumtransportiert
bis zum lichtelektrischen Abnehmer A und nach Passieren desselben dann von einer
geeigneten Löscheinrichtung gelöscht. Der Phasenmesser Pk kann selbstverständlich
auch nach Art der Ringmodulatoren, Phasen-
brücken oder ähnlicher Einrichtungen ausgebildet
sein.
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Bei Verwendung einer magnetisierbaren Schicht auf dem Rotationskörper
S1 und eines magnetischen Abnehmers A können fehlerhafte Phasenverschiebungen dadurch
entstehen, daß die im Abtastkopf A induzierte Spannung nicht dem auf der Schicht
aufgeprägten Flußverlauf proportional ist, sondern der Änderung dieses Flußverlaufes.
Zweckmäßig wird dann an den Abnehmer A ein integrierender Verstärker geschaltet,
der diese unerwünschten Phasenverschiebungen aufhebt.
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PATENTANSI)P.; LII E 1. Einrichtung zur Messung der Längung von in
Bewegung befindlichem bandförmigem Walzgut, hei der am ungelängten und gelängten
Walzgut ein Rotationskörper angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß nur einer
der Rotationskörper gleichmäßig verteilte Markierungen aufweist, die an einem zugeordneten
Abnehmer Impulsspannungen erzeugen, die einen Geber steuern, der dem anderen Rotationskörper
entsprechende Markierungen aufprägt, die von einem diesem Rotationskörper zugeordneten
Abnehmer abgetastet werden, und daß die an den Abnehmen erzeugten Impulsspannungen
in bekannter Weise einem Indikator zugeführt werden.