DE10123851A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Datenübertragung über Luftschnittstellenkanäle eines Kommunikationssystems - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Datenübertragung über Luftschnittstellenkanäle eines KommunikationssystemsInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Datenübertragung über Luftschnittstellenkanäle zwischen einer ersten Station (UE) und einer netzseitigen Station (B) eines paketvermittelnden Kommunikationssystems (UMTS), bei dem Daten eines einzigen Dienstes entsprechend verschiedenen Zuordnungskriterien über die Luftschnittstelle (V) übertragen werden. DOLLAR A Zur effizienteren Übertragung der Daten wird vorgeschlagen, die Daten auch netzseitig in entsprechend verschiedenen Kanälen oder Verbindungen weiter zu übertragen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Datenüber
tragung über Luftschnittstellenkanäle eines Kommunikations
systems mit den oberbegrifflichen Merkmalen des Patentan
spruchs 1 bzw. eine Vorrichtung zum Durchführen eines solchen
Verfahrens.
In Funk-Kommunikationssystemen, wie beispielsweise dem GSM
(Global System for Mobil Communication) oder dem UMTS (Uni
versal Mobil Telecommunication System) werden Informationen,
beispielsweise Sprache, Bildinformationen oder andere Daten,
mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen über eine Funk
schnittstelle zwischen sendender und empfangender Station ü
bertragen. Die über die Funkschnittstelle kommunizierenden
Stationen sind zumeist eine mobile Teilnehmerstation und eine
netzseitige, ortsfeste Station. Die netzseitige Station lei
tet Daten zu bzw. von weiteren Netzeinrichtungen weiter, wo
bei die netzseitigen Einrichtungen entsprechend dem Kommuni
kationssystem ausgebildet sind.
Bei speziellen Telekommunikationsdiensten, zum Beispiel Spra
che in AMR-Kodierung (AMR: Adaptive Multi-Rate), setzt sich
der Datenstrom, der zwischen den Stationen auszutauschen ist,
aus Bit unterschiedlicher Wichtigkeit zusammen. Oftmals lie
gen die einzelnen Bit der Daten in der Station, von der sie
über die Luftschnittstelle zu versenden sind, bereits nach
Wichtigkeit geordnet vor. Für die Übertragung bei einem sol
chen Dienst werden auf der Luftschnittstelle bei zum Beispiel
UTRAN (UMTS Terrestrial Radio Access Network) zwischen einer
mobilen Teilnehmerstation und einer netzseitigen Basisstation
für die verschiedenen Bit-Klassen separate Kanäle aufgebaut.
Bekannt ist dabei auch, für die verschiedenen Bit-Klassen unterschiedliche
Schutzmechanismen zu verwenden (UEP: Unequal
Error Protection). Dadurch kann die Luftschnittstelle hin
sichtlich der Bandbreite optimiert verwendet werden.
Beispielsweise werden bei AMR-kodierter Sprache über eine
UMTS-Luftschnittstelle für ein Bit der wichtigsten Bit-
Klassen (Class A Bit) 3 Bit übertragen, wobei eine 1/3 Kodie
rung angewendet wird, während für ein Bit einer mittelwichti
gen Bit-Klasse (B Bit) zwei Bit übertragen werden (1/2 Kodie
rung) und für ein Bit der niedrigsten Bit-Klasse (Class C
Bit) nur das Nutzbit selber ohne Redundanz übertragen wird
(1/1-Kodierung).
Netzseitig werden die drei verschiedenen Kanäle der Luft
schnittstelle für den terrestrischen Teil in einen einzigen
physikalischen Kanal zusammengefasst. Dabei werden zur netz
seitigen Weiterleitung Verfahren z. Bs. in UMTS gemäß ATM AAL2
(ATM Adaptionslayer Nr. 2) oder leitungsvermittelte Verfahren
verwendet. Dies ermöglicht insbesondere die Verwendung stan
dardisierter und bestehender Netzeinrichtungen und Netzver
fahren für die verbindungsbezogenen Sprachübertragung.
Für die Sprachübertragung durch Netze, deren Transport auf
dem Internetprotokoll (IP) basiert und die zum Verbindungs
aufbau Signalisierungsprotokolle wie z. B. das Session Initia
tion Protokoll(SIP) verwenden, wird ein Datenstrom von einem
Endgerät zum anderen Endgerät generiert, der von Netzelement
nicht mehr analysiert wird.
Nachteilhafterweise können die Daten derzeit für den Versand
auf der Luftschnittstelle nicht speziell aufbereitet werden
und müssen netzseitig und auf der Luftschnittstelle in einem
Kanal übertragen werden. Dadurch ist keine bandbreiten
optimierte Übertragung über die Luftschnittstelle möglich.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren bzw.
eine Vorrichtung zur vereinfachten und effizienten Datenübertragung
zwischen zwei Stationen vorzuschlagen, wenn die Über
tragung sowohl über eine Luftschnittstelle als auch über ein
paketvermittelndes Netz erfolgen soll.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Datenübertragung
zwischen mehreren Stationen mit den Merkmalen des Patentan
spruchs 1 bzw. eine Vorrichtung zum Durchführen dieses Ver
fahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand von abhängigen
Ansprüchen.
Eine besonders vorteilhafte Umsetzung einer Datenübertragung
über Luftschnittstellenkanäle eines Kommunikationssystem, bei
dem Daten eines einzigen Dienstes entsprechend verschiedenen
Zuordnungskriterien in verschiedenen Kanälen oder Verbindun
gen über die Luftschnittstelle übertragen werden, ergibt sich
dadurch, dass die Daten auch bzw. bereits netzseitig derart
aufgeteilt übertragen werden. Zuordnungskriterium für die
Verteilung auf verschiedene Verbindungen oder Kanäle kann da
bei eine bestehende Aufteilung auf verschiedene Teildaten
ströme innerhalb der Daten sein. Auch eine Priorisierung ver
schiedener Datenstromanteile kann als Kriterium herangezogen
werden. Bei Sprachdiensten können die Daten entsprechend der
Klassifizierung z. B. gemäß dem AMR-Kodierungsverfahren aufge
teilt werden.
Die paketvermittelte Übertragung von Daten über die Luft
schnittstelle wird vorteilhafterweise durch eine Verlängerung
der Verbindungen bzw. Kanäle über die Luftschnittstelle hin
aus in die netzseitigen Einrichtungen bewirkt. Dabei kann
netzseitig insbesondere ein einzelner physikalischer Kanal
mit mehreren logischen Verbindungskanälen verwendet werden.
Die Verlängerung erfolgt vorteilhafterweise über die Luft
schnittstelle und das Netz bis zu einer teilnehmerseitigen
Datenendeinrichtung bzw. Station als anderer Endeinrichtung
hin.
Vorteilhafterweise erfolgt das Zerlegen und/oder Kodieren von
Daten entsprechend nicht in einer Netzeinrichtung nahe der
Funkschnittstelle sondern nur in der teilnehmerseitigen ers
ten Station vor der Übertragung über die Luftschnittstelle
und entsprechend werden netzseitig übertragene Daten erst
nach der Übertragung in einer entsprechenden anderen teilneh
merseitigen Endstation dekodiert bzw. zusammengesetzt.
Dies ermöglicht vorteilhafterweise auch das Bereitstellen von
Daten gemäß dem Internetprotokoll in der teilnehmerseitigen
Station bzw. den Empfang solcher Daten in einer solchen teil
nehmerseitigen Station über die Luftschnittstellen hinweg.
Weiterhin wird bei einem solchen Verfahren auch das Anwenden
einer Fehlerkorrektur für paketvermittelte Daten vor dem
Versenden über die Luftschnittstelle bzw. nach dem Empfang
über die Luftschnittstelle in der teilnehmerseitigen Station
ermöglicht, so dass die netzseitigen Einrichtungen im Ideal
fall lediglich eine Weiterleitung ohne Datenbearbeitungen
vorzunehmen haben. dabei ist nur die rein auf die Luft
schnittstelle bezogene Umsetzung notwendig, d. h. Kanalkodie
rung.
Das Koordinieren und/oder Synchronisieren der einzelnen Teil
datenströme auf mehreren Verbindungskanälen ermöglicht insbe
sondere in den netzseitigen, zweckmäßigerweise aber auch in
den endseitigen Stationen und Transporteinrichtungen eine Ü
bermittlung der einzelnen Teildatenströme über verschiedene
Verbindungskanäle in einer Art und Weise, die eine spätere
Dekodierung und Zusammensetzung bei der empfangenden Daten
endeinrichtung problemlos und innerhalb tolerierbarer Zeit
versätze ermöglicht. Vorteilhaft ist dabei eine Koordinierung
der Teildatenströme usw., die zu einer Sitzung (session) ge
hören.
Vorteilhafterweise ist auch eine Priorisierung der Datenpake
te möglich, so dass Daten wichtiger Dienste über Teildatenströme
bzw. Verbindungskanäle mit einer hohen Priorität
schneller oder sicherer als weniger wichtige Teildaten wei
tergeleitet werden. Dies kann alternativ oder in Kombination
mit einer entsprechenden Koordinierung und Synchronisierung
von Teildatenströmen im Netz erfolgen.
Neben entsprechenden Anpassungen der Funktionalität in netz
seitigen Einrichtungen wird zweckmäßigerweise eine entspre
chen Steuereinrichtung in den Datenendeinrichtungen, insbe
sondere Teilnehmerstationen, bereitgestellt, die zum Verar
beiten der dort anfallenden Daten gemäß einem vorstehend an
gegebenen Verfahren ausgebildet ist. Im einfachsten Fall kann
eine bestehende Steuereinrichtung mit einer zusätzlichen
Funktionalität durch entsprechende Programmierung eingerich
tet werden.
Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 schematisch verschiedene Einrichtungen eines Funk-
Kommunikationssystems sowie logische Verbindungen bei
verschiedenen Verfahrensschritten im Zusammenhang mit
dem Aufbau einer Datenübertagungsverbindung über eine
Luftschnittstelle.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, besteht das beispielhaft darge
stellte Kommunikationssystem aus einer Vielzahl von Netzein
richtungen, die über eine Basisstation B, die zum Beispiel
bei UMTS auch als node B bezeichnet wird, und über eine Luft
schnittstelle V mit zumindest einer teilnehmerseitigen Stati
on UE kommunizieren. Die teilnehmerseitige Station UE, bei
UMTS auch als User Equipment bezeichnet, kann beispielsweise
ein zellulares Telefon oder ein stationärer oder mobiler Com
puter bzw. Host sein. Die teilnehmerseitige Station weist ei
ne Vielzahl von Einrichtungen und Funktionen zur Steuerung
der Datenübermittlung über die Funkschnittstelle V auf. Dies
sind insbesondere ein Sitzungseinleitungsprotokoll SIP (Session
Initiation Protocol), eine Funktion für ein Sitzungsma
nagement SM (Session Management), eine Steuereinrichtung und
Steuerfunktionen für die Funkressourcen RRC (Radio Research
Control) und ein Anwendungsmodul zur Bereitstellung und Aus
führung von anwendungsbezogenen Funktionen.
Zum Aufbau der eigentlichen Funkschnittstelle dient netzsei
tig die Netzstation B, die ihrerseits mit einer netzseitigen
Steuereinrichtung für das Funknetz RNC (Radio Network
Control) verbunden ist. Die Steuereinrichtung für das Funk
netz, von der in einem Funknetz bei Bedarf auch mehrere Ein
richtungen bereitgestellt werden können, was auch für die üb
rigen Einrichtungen gilt, weist wiederum eine Vielzahl von
Einrichtungen und Funktionen auf. Dazu zählen insbesondere
eine Steuereinrichtung für die Funkressource RRC für die Kom
munikation mit der entsprechenden Steuereinrichtung der teil
nehmerseitigen Stationen UE und eine Einrichtung und Funktion
für Funknetzzugriffe RANAP (Radio Access Network Application
Part). Letztere dienen für eine entsprechende Kommunikation
und Funktionssteuerung mit einer weiteren Einrichtung, die
als dienender GPRS-Unterstützungsknoten SGSN (Serving GPRS
Support Node) mit einer entsprechenden Untereinrichtung
dient. Der SGSN weist insbesondere auch eine Funktion für das
Sitzungsmanagement SM auf. Der SGSN steht unter anderem mit
einem Gateway GPRS-Unterstütungsknoten GGSN (Gateway GPRS
Support Node) in Verbindung, der ebenfalls eine Funktion für
das Sitzungsmanagement SM aufweist. Der GGSN weist einerseits
eine Verbindung zu einem Medium-Zugriffs-Gateway MGW (Media
GateWay) auf, das über ein Zusammenarbeitsmodul (Inter Wor
king) einen Zugang zu anderen Kommunikationssystemen, bei
spielsweise einem Festnetz PSTN aufweist. Der GGSN weist fer
ner eine Verbindung zu einer Einrichtung mit einer Rufzu
stands-Steuerfunktion CSCF (Call State Control Function) auf,
wobei dort Funktionen bereit gestellt werden, die den Anfor
derungen des Sitzungseinleitungsprotokolls SIP genügen.
In für sich genommen bekannter Art und Weise wird zu Beginn
des Aufbaus einer Verbindung über die Funkschnittstelle V zum
späteren Datenaustausch einleitend eine Diensteverhandlung
(Service Negotiation) gemäß dem Sitzungseinleitungsprotokoll
SIP vorgenommen. Die Diensteverhandlung findet dabei zwischen
der teilnehmerseitigen Station UE und der Rufzustands-
Steuerfunktion CSCF statt, wobei der Austausch über einen Ka
nal auf der Funkschnittstelle V und die diversen dazwischen
liegenden Netzeinrichtungen stattfindet. Bei der Dienste
verhandlung kann beispielsweise ein Dienst angefordert wer
den, bei dem ein Teil der Daten als Sprachdaten gemäß dem
Teilnehmerdatenprotokoll udp (user data protokoll) mit Zu
gangsnummer (port) p1 mit der adaptiven Multirate-kodierung
amr der Güteklasse A übersendet wird, ein weiterer Teil der
Daten mit der nächst schlechteren Güteklasse übertragen wird
und der letzte Datenanteil als Daten gemäß dem Teilnehmerda
tenprotokoll mit Zugangsnummer p5 mit der adaptiven Multi
rate-kodierung der Klasse C übertragen wird. Mit anderen Wor
ten werden dabei die Daten eines einzigen Dienstes z. B. durch
eine AMR-Kodierung aufgeteilt und die einzelnen Datenanteile
gewichtet bzw. priorisiert.
Nachdem die entsprechenden Anforderungen zwischen der teil
nehmerseitigen Station UE und der Rufzustands-Steuerfunktion
CSCF in dem ersten Schritt ausgehandelt wurden, folgt in ei
nem zweiten Verfahrensschritt die Anforderung (Request) für
einen Dienst mit einer generischen Dienstegüte QoS (Quality
of Service). Beim vorliegenden Beispiel soll der zu übertra
gende Datenstrom die Daten aufweisen, die den drei verschie
denen Dienstegüten bzw. AMR-Bitklassen zugeordnet sind. Ent
sprechend den Anforderungen gemäß der Sitzungsmanagementfunk
tion SM werden netzseitig mehrere, hier drei Funkzugriffsträ
ger RAB (Radio Access Bearer) zwischen der Steuereinrichtung
für das Funknetz RNC und dem SGSN ausgehandelt. Dies erfolgt
in ein einem dritten Verfahrensschritt unter Einbindung der
Einrichtungen und Funktionen für die Funknetzzugriffe RANAP.
In für sich bekannter Art und Weise wird nachfolgend in einem
vierten Verfahrensschritt eine Funkschnittstelle für den an
geforderten Datendienst bereitgestellt, wobei im vorliegenden
Fall drei verschiedene Kanäle auf der Funkschnittstelle be
reitgestellt werden würden. Diesen drei Kanälen würden ent
sprechend die Datenbit einer bestimmten der drei Dienstegüten
zugeordnet, was eine entsprechende Datenumwandlung für die
Übertragung über die Funkschnittstelle erforderlich macht,
d. h. insbesondere die oben aufgeführte Kanalkodierung. Netz
seitig erfolgt eine Weiterleitung der drei Datenströme über
nunmehr ebenfalls drei im Netz bereitgestellte Kanäle. Diese
können für die terrestrische bzw. netzseitige Übertragung ge
mäß dem Internetprotokoll IP optional in einer einzigen logi
schen Sitzung mit hier drei physikalischen Kanälen zusammen
gefasst werden. Eine Umwandlung der über die Funkschnittstel
le netzseitig empfangenen Daten zu einem einzigen Datenstrom
ist vorteilhafterweise nicht mehr zwingend erforderlich und
nach heutigen Standards nicht möglich. Bei einer Übertragung
in umgekehrter Richtung werden Daten gemäß dem Internetproto
koll IP bereits netzseitig als drei Datenströme übertragen
und an die Funkschnittstelle übergeben.
Zur derartigen Vermeidung einer bandbreitenaufwendigen Ver
bindung zwischen Funkschnittstelle und Netzeinrichtungen wer
den beim vorliegenden Ausführungsbeispiel somit mehrere spe
zielle Übertragungskanäle über die Funkschnittstelle und das
Netz angefordert und aufgebaut. Dazu sind keine oder nur ge
ringfügige Anpassungen gegenüber den in bisherigen Standards
beschriebenen Funktionen und Verfahrensschritte erforderlich.
Anstelle die Daten über die Funkschnittstelle in einem eige
nen Format zu übertragen und dann über das weitere Kommunika
tionsnetz umgewandelt paketvermittelt weiterzuleiten, sollen
die Daten vorteilhafterweise bereits in der teilnehmerseiti
gen Station derart bereitgestellt werden, dass sie bereits
über die Luftschnittstelle V paketvermittelt übertragen wer
den können, also insbesondere den Bedingungen des Internetprotokolls
IP genügen. Damit sind direkte Dienste von einem
Endpunkt zum anderen Endpunkt (End-to-End-Services) über pa
ketvermittelte Netze möglich. Vorteilhafterweise muss der Da
tenstrom nur an den beiden Enden, in der Regel Terminals oder
teilnehmerseitigen Stationen UE, ausgepackt und bearbeitet
werden.
Beim herkömmlichen Verfahren, d. h. die gesamten Sprachdaten
werden in einer IP Verbindung übertragen, ist auf der Luft
schnittstelle die Möglichkeit des ungleichen Fehlerschutzes
UEP (Unequal Error Protection) nicht gegeben. Bei AMR-
Kodierter Sprache wird mehr als die doppelte Bandbreite benö
tigt, da alle Daten mit der höchsten Redundanz, z. B. doppel
ter Redundanz übertragen werden müssen.
Beim hier beschrieben Verfahren ist auch eine Art ungleicher
Fehlerschutz UEP auf der Luftschnittstelle möglich, was mit
einer entsprechenden Bandbreitenersparnis verbunden ist, da
nicht alle Daten mit höchster Redundanz übertragen werden
müssen. Dazu wird der Datenstrom bereits vom Endgerät, hier
also der teilnehmerseitigen Station UE in die einzelnen Teil
datenströme unterteilt, sofern die Daten nicht bereits in
solchen Teildatenströmen vorliegen. Diese einzelnen Daten
ströme werden dann von der teilnehmerseitigen Station UE aus
über die Luftschnittstelle V und durch das Netz hindurch bis
zum gegenseitigen Endgerät, z. B. einer weiteren teilnehmer
seitigen Station UE, in separaten Datenströmen übertragen.
Erst ein entsprechendes Anwendungsprogramm im anderen Endge
rät führt die Teildatenströme wieder zusammen. Zur Erhöhung
der Bandbreiten-Effizienz können bei einem solchen Verfahren
zusätzlich auch Kompressionsverfahren für den Kopfabschnitt
(Header) für die einzelnen Verbindungen zwischen dem UTRAN
und der Station verwendet werden.
Während Netzaufbau und Übertragungsverfahren am Beispiel des
UMTS dargestellt sind, ist eine Übertragung aber auch auf be
liebige andere Kommunikationsnetze, insbesondere Mobilfunknetze,
und für verschiedenartigste Dienste möglich, deren Da
tenströme aus verschiedenen Bit-Klassen oder gemäß anderen
Kriterien zusammengesetzt sind.
Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel werden in einer
teilnehmerseitigen Station UE vorliegende Daten oder Daten
ströme in Teildatenströme unterschiedlicher Bit-Klassen un
terteilt. Dies geschieht vorzugsweise auf der Anwendungs-
bzw. Applikationsebene. In der Signalisierung werden bei der
Diensteverhandlung über z. B. das Sitzungseinleitungsproto
koll SIP zwischen den betroffenen Stationen und dem Netz be
reits die erforderlichen Kanäle für die Teildatenströme ange
fordert. Das darunter liegende Transportnetz baut die Verbin
dungen vorzugsweise nach den bisherigen Prozeduren auf. Ein
besonderer Vorteil liegt darin, dass dieses Transportnetz
Dienst-unabhängig ist. Neue Kodierungen unterschiedlichster
Art für beispielsweise Ton- oder Bildübertragung können somit
leicht eingeführt werden.
Vorzugsweise werden Funktionen und bei Bedarf Einrichtungen
eingeführt, die sicherstellen, dass die Qualität der Dienste
gewährleistet wird, indem im Netz und in den Stationen die
Teildatenströme jeweils synchron übertragen bzw. bearbeitet
werden.
Während vorliegend der Aufbau einer Verbindung von einer
teilnehmerseitigen Station aus beschrieben wird, kann ein
solcher Aufbau einer Verbindung auch von einer netzseitigen
Station eingeleitet werden, wenn von dieser oder über diese
entsprechende Daten zu der teilnehmerseitigen Station UE ge
liefert werden sollen. Denkbar ist ein solcher Fall, wenn die
entfernte Station, die eine Verbindung ursprünglich anfor
dert, Daten nur nach einem herkömmliche Verfahren an das Netz
übergeben kann, wobei eine Netzstation nahe dieser entfernten
teilnehmerseitigen Station die empfangen Daten in entspre
chende Teildatenströme umwandelt, die entsprechend dem hier
beschrieben Verfahren über die Funkschnittstelle V hinweg zu
der diesseitigen teilnehmerseitigen Station UE übertragen und
erst in dieser entsprechend verarbeitet werden.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel werden in
dem ersten Schritt über eine Sitzungssteuerungs-
Signalisierung, bei UMTS mittels SIP, ein angeforderter
Dienst sowie die zu verwendende Kodierung bzw. bei AMR die zu
verwenden Kodierungsmodi mit den dazu erforderlichen Trans
portkanälen zwischen den Endgeräten und den dazwischen lie
genden Kontrollknoten im Netz, hier der Rufzustands-
Steuerfunktion CSCF, ausgehandelt. Dabei werden auf den je
weiligen Protokoll-Ebenen (IP: Internetprotokoll, UDP: User
Data Protokoll, RTP: Real Time Protokoll (Echtzeitprotokoll))
für jeden erlaubten AMR-Modus entsprechende Teildatenkanäle
angefordert.
Daraufhin kontaktiert die teilnehmerseitige Station UE bzw.
das Terminal den Zugangsknoten zum Transportnetz, hier den
SGSN, und verlangt im vorliegenden Beispiel drei Verbindungen
mit entsprechenden Bandbreiten und Bitfehlerraten SW, die den
entsprechenden Diensteanforderungen der Diensteverhandlung
(Service Negotiation) entsprechen. Der SGSN baut diese Ver
bindung Richtung Kernnetz, hier dem GGSN und der Netz
zugriffseinrichtung (Access Network) in der Steuereinrichtung
für das Funknetz RNC auf. Weiterhin veranlasst der SGSN den
Aufbau der Funkträger (Radio Bearer) zur teilnehmerseitigen
Station UE über die Funkschnittstelle V. Bei Verbindungen zu
Festnetz-Stationen (PSTN Terminals) wird die Verbindung über
den GGSN hinweg zum Media-Gateway und darüber zum fremden
Festnetz PSTN aufgebaut. Zwischen den jeweiligen Endstationen
bzw. Terminals und netzseitigen Stationen werden dabei pro
ausgehandeltem AMR-Modus eigene, beim vorliegenden Beispiel
also vorzugsweise zwei bzw. drei Kanäle aufgebaut. Dadurch
können über die gesamte Strecke von der teilnehmerseitigen
Station UE zu der letzten Station, die dieses Verfahren un
terstützt, bzw. in umgekehrter Richtung unabhängige Teilda
tenströme übertragen werden. Das Bereitstellen dieser Teildatenströme
bzw. das Verarbeiten dieser Teildatenströme erfolgt
jeweils in den endseitigen Stationen. Diese Verfügen vorzugs
weise über entsprechende Kodierer bzw. Dekodierer.
Um im Fall von insbesondere Echtzeitdaten eine ausreichend
synchronisierte Übertragung zu ermöglichen, werden in einzel
nen Einrichtungen des Transportnetzes Funktionen bereitge
stellt, die eine zeitliche Koordinierung der jeweils zusam
mengehörigen Teildatenströme veranlassen. Insbesondere soll
ten zeitliche Verzögerungen bei den Teildatenströmen vermie
den werden. Sofern solche zeitlichen Verzögerungen nicht ver
meidbar sind, sollten die zeitlichen Verzögerungen für alle
zusammengehörenden Teildatenströme möglichst gleich ausfal
len. Zweckmäßigerweise werden bei der Übergabe (Handover)
zwischen Steuereinrichtungen für das Funknetz RNC oder zwi
schen SGSNs alle Teildatenströme gleichzeitig umgelenkt. Zur
Koodinierung des Transports der Daten verschiedener Teilda
tenströme können beispielsweise entsprechende Merker (Flag)
oder Signalisierungen in den Teildatenströmen bzw. Datenpake
ten der einzelnen Teildatenströme bereitgestellt werden, an
hand derer eine Zuordnung möglich ist. Ein weiteres Beispiel
für eine koordinierte Übertragung wäre die Bereitstellung
mehrerer Datenkanäle, die jeweils zwingend über die gleichen
Stationen geführt werden und als zusammengehörig gekennzeich
net sind. Letzteres würde insbesondere bei einer Übertragung
über das Internet verhindern, dass die einzelnen Teildaten
ströme über gänzlich verschiedene Wege geführt werden.
Zweckmäßigerweise wird jeder Teildatenstrom als eigene
IP/UDP/RTP-Verbindung übertragen. Für den Transport in der
UMTS-po-Domain sind dann nur geringe Änderungen der Funktio
nalität erforderlich.
Claims (10)
1. Verfahren zur Datenübertragung über Luftschnittstellenka
näle zwischen einer ersten Station (UE) und einer netzseiti
gen Station (B) eines paketvermittelnden Kommunikationssys
tems (UMTS), bei dem Daten eines einzigen Dienstes entspre
chend verschiedenen Zuordnungskriterien in verschiedenen Ka
nälen oder Verbindungen über die Luftschnittstelle (V) über
tragen werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Daten auch netzseitig von/zu weiteren netzseitigen
Einrichtungen in verschiedenen Kanälen oder Verbindungen ü
bertragen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem
als Zuordnungskriterium Daten verschiedener Teildatenströme,
Datenströme, Prioritäten und/oder Sprachgehaltanteile des
Dienstes verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
bei dem einer oder mehrere der Verbindungen bzw. Kanäle über
die Luftschnittstelle (V) netzseitig verlängert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem
die mehreren Verbindungen bzw. Kanäle für Teildatenströme
netzseitig als ein einziger physikalischer Kanal oder eine
einzige Sitzung verwaltet werden.
5. Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem
eine Vielzahl von über die Luftschnittstelle (V) zu über tragenden Daten in der ersten Station (UE) für eine Übertra gung über eine Vielzahl von Verbindungskanälen zerlegt und/oder kodiert bzw. in der ersten Station (UE) über die Luftschnittstelle (V) über eine Vielzahl von Verbindungskanä len empfangene Daten in dieser ersten Station (UE) zusammen gesetzt und/oder dekodiert werden und
erst bei einer entfernten Endstation die entsprechend umge kehrte Verarbeitung erfolgt.
eine Vielzahl von über die Luftschnittstelle (V) zu über tragenden Daten in der ersten Station (UE) für eine Übertra gung über eine Vielzahl von Verbindungskanälen zerlegt und/oder kodiert bzw. in der ersten Station (UE) über die Luftschnittstelle (V) über eine Vielzahl von Verbindungskanä len empfangene Daten in dieser ersten Station (UE) zusammen gesetzt und/oder dekodiert werden und
erst bei einer entfernten Endstation die entsprechend umge kehrte Verarbeitung erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem
über die Luftschnittstelle (V) zu versendende Daten als IP-
Daten bereitgestellt und übertragen werden.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem
auf über die Luftschnittstellenkanäle zu versendende Daten
vor dem Versenden bzw. nach dem Empfang in der ersten, teil
nehmerseitigen Station (UE) pro Kanal bzw. Verbindung eigene
Fehlerkorrekuren angewendet werden.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem
Teildatenströme auf mehreren Verbindungskanälen in netzseiti
gen und/oder endseitigen Stationen (UE) und Transporteinrich
tungen (B, RNC, SGSN, GGSN, MGW) koordiniert und/oder syn
chronisiert werden.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem
über die Luftschnittstellenkanäle und netzseitige Einrichtun
gen (B, RNC, SGSN, GGSN, MGW) zu übertragenen Daten in Teil
datenströme unterschiedlicher Priorität getrennt werden.
10. Vorrichtung in einer Station oder Einrichtung eines pa
ketvermittelnden Kommunikationssystems (UMTS) mit einer Luft
schnittstelle (V) zwischen zumindest einer ersten Station
(UE) und einer netzseitigen Station (B), wobei Daten eines
einzigen Dienstes entsprechend verschiedenen Zuordnungskrite
rien in verschiedenen Kanälen oder Verbindungen über die
Luftschnittstelle (V) übertragen werden und
wobei die Vorrichtung zumindest eine Steuereinrichtung zum Verwalten und Verarbeiten der zu übertragenden Daten auf weist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung auch zum netzseitigen Übertragen der Daten in verschiedenen Kanälen oder Verbindungen gemäß einem Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche ausge bildet ist.
wobei die Vorrichtung zumindest eine Steuereinrichtung zum Verwalten und Verarbeiten der zu übertragenden Daten auf weist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung auch zum netzseitigen Übertragen der Daten in verschiedenen Kanälen oder Verbindungen gemäß einem Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche ausge bildet ist.
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|---|---|---|---|
| DE2001123851 DE10123851A1 (de) | 2001-05-16 | 2001-05-16 | Verfahren und Vorrichtung zur Datenübertragung über Luftschnittstellenkanäle eines Kommunikationssystems |
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Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2001123851 DE10123851A1 (de) | 2001-05-16 | 2001-05-16 | Verfahren und Vorrichtung zur Datenübertragung über Luftschnittstellenkanäle eines Kommunikationssystems |
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Family
ID=7685017
Family Applications (1)
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| DE2001123851 Withdrawn DE10123851A1 (de) | 2001-05-16 | 2001-05-16 | Verfahren und Vorrichtung zur Datenübertragung über Luftschnittstellenkanäle eines Kommunikationssystems |
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