DE10123794A1 - Walzgerüst, insbesondere Duo- oder Quartowalzgerüst, umfassend Biege- und Ausbalanciervorrichtung für axial verschiebbare Walzen - Google Patents
Walzgerüst, insbesondere Duo- oder Quartowalzgerüst, umfassend Biege- und Ausbalanciervorrichtung für axial verschiebbare WalzenInfo
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Abstract
Bei einem Walzgerüst, insbesondere Duo- oder Quartowalzgerüst, umfassend Biege- und Ausbalanciervorrichtungen (7) für axial verschiebbare Walzen (4, 5), wobei beidseitig im Fenster (1) jedes Walzenständers (2) je ein ortsfester Führungsblock (6) im Höhenbereich der Walzeneinbaustücke (3) befestigt ist und die Kraft von Biegezylindern (8) auf die in Achsrichtung und vertikal verschiebbar geführten Walzeneinbaustücke (3) übertragen wird, sind die Biegezyliner (8) am oberen und unteren Kolbenende mit jeweils größerer Länge als Breite ausgebildet und mit ihrer längeren Achse in Richtung der Axialverschiebung der Walzen (4, 5) verlaufend angeordnet.
Description
Die Erfindung betrifft ein Walzgerüst, insbesondere Duo- oder Quartowalzgerüst,
umfassend Biege- und Ausbalanciervorrichtungen für axial verschiebbare Walzen,
wobei beidseitig im Fenster jedes Walzenständers je ein ortsfester Führungsblock
im Höhenbereich der Walzen-Einbaustücke befestigt ist und die Kraft von Biege
zylindern auf die in Achsrichtung und vertikal verschiebbar geführten Walzenein
baustücke übertragen wird.
Eine solche Biegevorrichtung mit Verschiebesystem für Arbeitswalzen ist bei
spielsweise durch die EP 0 256 408 A2 bekanntgeworden. Die die Lager für die
Arbeitswalzen aufnehmenden Einbaustücke sind dort über je eine im mittleren
Höhenbereich angeordnete Gleitfläche an einem Führungsabsatz von paarweise
angeordneten Druckübertragungskörpern angeordnet, die sich über je zwei zwi
schen ihnen angeordnete Biegezylinder in vertikaler Richtung auseinanderdrücken
lassen. Zur Führung der Druckübertragungskörper besitzen die Führungsblöcke
seitliche Führungsstege, die von den Druckübertragungskörpern umgriffen wer
den. Die jeweils unteren Druckübertragungskörper sind zur Vergrößerung der Füh
rungslänge zusätzlich mit einem mittleren Führungsschenkel versehen, der in den
Bereich des jeweiligen oberen Druckübertragungskörpers vorsteht und in eine
Führungsnut des Führungsblockes zwischen den beiden Führungsstegen ein
greift. Die oberen Druckübertragungskörper, die eine Aufnahmeausnehmung für
den Führungsschenkel des zugehörigen, unteren Druckübertragungskörpers bil
den, weisen zur weiteren Führung einen gegen den unteren Druckübertragungs
körper vorstehenden, in eine Führungsbuchse des unteren Druckübertragungs
körpers ragenden Führungsbolzen auf.
Die Biegezylinder dieser bekannten Vorrichtung sind symmetrisch zu den Füh
rungszapfen so angeordnet, daß die oberen Druckübertragungskörper die Zylinder
bilden, während die Kolbenstangen in Aufnahmeausnehmungen der unteren
Druckübertragungskörper abgestützt sind. Da die Biegezylinder hierbei zwischen
den einander zugeordneten Druckübertragungskörpern vorgesehen sind und sich
nicht am ständerfesten Führungsblock abstützen, kann eine durch die Biegebe
aufschlagung der Arbeitswalzen bedingte Biegebeanspruchung der Führungsblök
ke und damit der Walzenständer vermieden werden. Bei dieser sehr kompakten
Bauweise sind somit die Führungsblöcke walzenseitig zur Vertikalführung eines
unteren Hubgehäuses und eines oberen Hubgehäuses in der Form eines U mit
abgewinkelten Schenkeln profiliert. Die Hubgehäuse umgreifen die abgewinkelten
Schenkel klauenartig, wobei um die Schenkel herum die Gleitführungen vorgese
hen sind. Die Biegezylinder sind allerdings außerhalb der Gleitflächen angeordnet,
was bei Axialverschiebungen zu hohen Momenten und damit verstärkter Reibung
auf die Gleitflächen führt. Außerdem ist bei diesem Biege- und Verschiebesystem
der Verstellbereich der Axialverschiebung begrenzt und liegt etwa in der Größen
ordnung von +/- 50 bis 100 mm. Die gestiegenen höheren Anforderungen an die
Toleranz des Bandes und das Walzen von Sondenwerkstoffen erfordern aber ei
nen größeren axialen Verstellbereich. Eine Vergrößerung des axialen Verschie
beweges würde bei dieser bekannten Bauweise aber die Momente noch weiter
erhöhen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Biege- und Ausbalanciervor
richtung mit Axialverschiebung der Walzen zu schaffen, die ohne zusätzliche Rei
bung auf die Gleitflächen und ohne Erhöhung der aufzubringenden Momente ei
nen größeren axialen Verstellbereich bzw. Verschiebeweg ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Biegezylinder am
oberen und unteren Kolbenende mit jeweils größerer Länge als Breite ausgebildet
und mit ihrer längeren Achse in Richtung der Axialverschiebung der Walzen ver
laufend angeordnet sind. Durch dieses unterschiedliche Längen-/Breitenverhältnis,
wobei eine elliptische oder ovale Ausbildung bevorzugt wird, läßt sich abhängig
von der Bemessung der längeren Achse ein größerer Stellbereich erreichen, z. B.
+/- 100 bis 200 mm, wenn die längere Achse 100 mm größer als die kleine Achse
ist, ohne daß sich dabei die aufzubringenden Momente wesentlich vergrößern,
weil für den Biegekolben bzw. die Biegezylinder auch bei dem längeren Verschie
beweg stets eine ausreichend große Auflagefläche zur Verfügung steht. Durch die
erfindungsgemäße Ausgestaltung der Biegezylinder der Walzen eines Duogerü
stes bzw. der Arbeitswalzen eines Quartogerüstes werden die Biegekräfte zudem
innerhalb der Gleitebenen aufgebracht, womit eine zusätzliche Reibung auf die
Gleitflächen vermieden wird.
Nach einem Vorschlag der Erfindung bestehen die Biegezylinder aus zwei inein
ander teleskopierbaren Hülsen, von denen eine Hülse einen Verschiebekolben
aufnimmt, der über eine Pendelstütze mit der anderen Kolbenhülse verbunden ist.
Es liegt damit eine schwimmende Anordnung vor, bei der sich die Kolbenhülse mit
der Beaufschlagung der anderen Hülse, diese stellt in der Einbaulage in der Regel
das obere Ende der Biegezylinder dar, im Führungsblock nach oben oder unten
bewegt.
Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, daß die Verschiebekolben-
Aufnahmehülse und die Kolbenhülse in ihrem ineinandergreifenden Mittelabschnitt
zylindrisch und endseitig jeweils elliptisch bzw. oval ausgebildet sind. Das Inein
andergleiten der Hülsen findet somit im zylindrischen Mittelabschnitt statt, wäh
rend die endseitig elliptische bzw. ovale Hülsenausbildung die für den erhöhten
axialen Stellbereich vergrößerte Auflagefläche bereitstellt. Die elliptische bzw.
ovale Form läßt sich fertigungstechnisch einfach herstellen und gut gegen Verun
reinigungen, z. B. Zunder, abdichten.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Patentan
sprüchen und der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen darge
stellten Ausführungsbeispiels der Erfindung. Es zeigen
Fig. 1 von einem weiter nicht dargestellten Walzgerüst als Einzelheit im Längs
schnitt durch einen Walzenständer die darin gelagerten Duo- bzw. Arbeits
walzen mit ihnen in ortsfesten Führungsblöcken zugeordneten Biegevor
richtungen;
Fig. 2 als Einzelheit im Längsschnitt eine der Biegevorrichtungen;
Fig. 3 die Biegevorrichtung nach Fig. 2 entlang der dortigen Linie III-III geschnit
ten;
Fig. 4 die Biegevorrichtung nach Fig. 3 in der Draufsicht; und
Fig. 5 die Biegevorrichtung nach Fig. 3 entlang der dortigen Linie V-V geschnitten.
Von einem als solches hinlänglich bekannten Duo- oder Quartowalzgerüst sind in
Fig. 1 die in einem Fenster 1 eines Walzenständers 2 mit ihren Einbaustücken 3
gelagerten Arbeitswalzen 4 bzw. 5 dargestellt. In der Ausführung als Quartowalz
gerüst sind den Walzen 4 bzw. 5 in den Ständerfenstern 1 des Walzgerüstes so
wohl oben als auch unten mit ebenfalls in Einbaustücken gelagerte Stützwalzen
(hier nicht gezeigt) zugeordnet. Die endseitig in den einander gegenüberliegenden
Walzenständern gelagerten Walzen 4, 5 lassen sich vertikal im Fenster 1 der bei
den einander gegenüberliegenden Walzenständer 2, von denen in Fig. 1 einer
gezeigt ist, verstellen, um über diese Vertikalverstellung den Biegeverlauf der
Walzen 4, 5 zu beeinflussen, insbesondere im Zusammenhang mit einer üblichen
axialen Verschiebung der Walzen 4, 5.
Zur Beeinflussung des Biegeverlaufs sind den Walzen 4, 5 beidseitig im Fenster 1
eines jeden Walzenständers 2 ortsfeste Führungsblöcke 6 im Höhenbereich der
Walzeneinbaustücke 3 vorgesehen. Diese sind mit Biegevorrichtungen 7 verse
hen, von denen in jedem Fenster zwei und somit insgesamt vier vorhanden sind.
Jede Biegevorrichtung 7 weist einen Biegezylinder 8 auf. Dieser besteht aus einer
oberen, über einen verschraubten Deckel 9 oben verschlossen Hülse 10 und einer
in der dargestellten Einbaulage unteren, auf- und abbeweglichen Kolbenhülse 11.
An ihren einander zugewandten Seiten besitzen die Hülsen 10, 11 zylindrische
Abschnitte 10a, 11a, die in einem einen Mittelabschnitt der Biegezylinder 8 bilden
den Bereich konzentrisch ineinandergesteckt sind, wobei die obere Hülse 10a mit
ihrem endseitigen zylindrischen Hülsenabschnitt 10a in den zylindrischen Hülsen
abschnitt 11a der Kolbenhülse 11 eintaucht.
In der oberen Hülse 10 ist ein Verschiebekolben 12 angeordnet, der über eine
Pendelstütze 13 mit der unteren Kolbenhülse 11 verbunden ist. Die Pendelstütze
13 ist endseitig ballig ausgebildet und wirkt mit komplementären, einerseits in dem
Verschiebekolben 12 und andererseits in der Kolbenhülse 11 vorgesehenen
Druckstücken 14 bzw. 15 zusammen. Von der Seite des Deckels 9 her führen
Druckmittelbohrungen 16 zu einem im Deckel 9 ausgebildeten Anlauf-Druckraum
17, der - mit dem Verstellen des Verschiebekolbens 12, wie in Fig. 1 gezeigt - in
einen Druckraum 18 der oberen Hülse bzw. Verschiebekolben-Aufnahmehülse 10
übergeht. Bei Druckbeaufschlagung der Druckräume 17 bzw. 18 der Biegevor
richtungen 7 bewirkt die Bewegung der Verschiebekolben 12 über die Pendelstüt
zen 13 eine Verlagerung der in den Führungsblöcken 6 schwimmend angeordne
ten Kolbenhülsen 11, die sich je nach Grad der Druckbeaufschlagung in ihren zy
lindrischen Hülsenabschnitten 10a bzw. 11a mehr oder weniger teleskopartig ver
schieben. In der Fig. 1 ist die Betriebsposition mit maximaler Druckbeaufschla
gung zum Wechseln der Walzen 4, 5 dargestellt. Die beiden Einbaustücke 3 ha
ben sich hierbei so weit voneinander entfernt, daß zum Walzenausbau benötigte
Distanzbolzen 19 des unteren Einbaustückes 3 aus ihrer im Betrieb eingerasteten
Lage gelöst sind und nach einer Verschiebebewegung zum Tragen des oberen
Einbaustückes 3 dienen.
Die Einbaustücke 3 der Arbeitswalzen 4 bzw. 5 stützen sich über Stützansätze 20
und zwischengeschaltete Gleitplatten 21, die bei der Axialverstellung der Walzen
4, 5 mittels der nicht gezeigten Axialverstellung das Verschieben der Einbaustücke
3 gegenüber den Biegevorrichtungen 7 bzw. Biegezylindern 8 erleichtern, an ei
nerseits den Deckeln 9 und andererseits den endseitigen Stirnflächen des Bodens
der Kolbenhülsen 11 ab.
Wie näher den eine Biegevorrichtung 7 im einzelnen zeigenden Fig. 2 bis 5 zu
entnehmen ist, sind die Biegezylinder 8 zur Vergrößerung des Verstellweges für
die axiale Walzenverschiebung an jeweils ihrem oberen und unteren Kolbenende,
d. h. in dem Bereich beidseitig der zentrisch ineinandergreifenden Mittenabschnitte
bzw. der zylindrischen Hülsenabschnitte 10a und 11a oval bzw. elliptisch (vgl. die
Fig. 4 und 5) ausgebildet. Die Biegezylinder 8 bzw. deren elliptisch, oval oder der
gleichen kurvenförmig ausgebildeten Endbereiche der Verschiebekolben-
Aufnahmehülse 10 und der Kolbenhülse 11 sind in der Biegevorrichtung 7 so an
geordnet, daß die längere Achse 22 (vgl. Fig. 4) sich in Richtung der Axialver
schiebung der Walzen erstreckt; von den Axialverschiebemitteln, üblich Hydrau
likzylinder, sind in den Fig. 3 und 4 in vereinfachter Weise lediglich die diese Mittel
aufnehmenden Ständer-Anbauteile 23 gezeigt. Der Verschiebeweg für die Walzen
4, 5 erhöht sich um die Differenz zwischen der längeren Achse 22 und der kürze
ren Achse 24 (vgl. Fig. 4); entsprechend diesem Übermaß der längeren Achse 22
steht nämlich für den Biegekolben eine vergrößerte Auflagefläche bereit.
Die beim axialen Verschieben der Walzen gleichzeitigen Verschiebungen der Bie
gezylinder 8 in den Führungsblöcken 6 werden durch die Verschiebekolben-
Aufnahmehülse 10 und die Kolbenhülse 11 umschließenden sowie auch den zy
lindrischen Hülsenabschnitten 10a bzw. 11a in den Führungsblöcken 6 zugeord
neten Gleitstücken 25, 26 und 27 unterstützt. Durch die Anordnung der Biegezy
linder 8 innerhalb dieser Gleitstücke 25, 26 und 27 werden die Biegekräfte inner
halb dieser Gleitebenen aufgebracht, ohne daß auf diesen eine zusätzliche Rei
bung entsteht.
Claims (3)
1. Walzgerüst, insbesondere Duo- oder Quartowalzgerüst, umfassend Biege-
und Ausbalanciervorrichtungen (7) für axial verschiebbare Walzen (4, 5),
wobei beidseitig im Fenster (1) jedes Walzenständers (2) je ein ortsfester
Führungsblock (6) im Höhenbereich der Walzeneinbaustücke (3) befestigt
ist und die Kraft von Biegezylindern (8) auf die in Achsrichtung und vertikal
verschiebbar geführten Walzeneinbaustücke (3)übertragen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Biegezylinder (8) am oberen und unteren Kolbenende mit jeweils
größerer Länge (22) als Breite (24) ausgebildet und mit ihrer längeren Ach
se (22) in Richtung der Axialverschiebung der Walzen (4, 5) verlaufend an
geordnet sind.
2. Biegevorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Biegezylinder (8) aus zwei ineinander teleskopierbaren Hülsen (10,
11) bestehen, von denen eine Hülse (10) einen Verschiebekolben (12) auf
nimmt, der über eine Pendelstütze (13) mit der anderen Kolbenhülse (11)
verbunden ist.
3. Biegevorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verschiebekolben-Aufnahmehülse (10) und die Kolbenhülse (11) in
einem ineinandergreifenden Mittelabschnitt (10a, 11a) zylindrisch und end
seitig jeweils elliptisch bzw. oval ausgebildet sind.
Priority Applications (5)
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| AT504208B1 (de) * | 2006-04-21 | 2008-04-15 | Siemens Vai Metals Tech Gmbh | Biegevorrichtung für zwei arbeitswalzen eines walzgerüstes |
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2001
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Cited By (2)
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|---|---|---|---|---|
| AT504208B1 (de) * | 2006-04-21 | 2008-04-15 | Siemens Vai Metals Tech Gmbh | Biegevorrichtung für zwei arbeitswalzen eines walzgerüstes |
| US8196444B2 (en) | 2006-04-21 | 2012-06-12 | Siemens Vai Metals Technologies Gmbh | Bending device for two working rolls of a rolling stand |
Also Published As
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