DE10122336A1 - Rheo-Thixocasting - Google Patents
Rheo-ThixocastingInfo
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Abstract
Qualitativ gute Druckgußteile sind bei der Verarbeitung einer thixotropen Schmelze in Druckgießverfahren erzielbar. Eine bedeutende Aufgabe ist hierbei die Aufbereitung der Schmelze zur Erzielung einer optimalen Zusammensetzung der Fest-/Flüssiganteile. Die Erfindung schlägt hierzu eine Vorrichtung vor, die außerhalb der Maschine angeordnet ist und die Einrichtungen enthält zur Erreichung einer thixotropen Schmelze. Mit der Schmelze selber kommt nur ein geometrisch einfacher Behälter, der widerstandsfähig gegen den Schmelzeangriff ausgeführt ist, in Berührung. Bei einem einfachen Prozeßablauf und kostengünstigem Aufbau ist eine hohe Fertigungssicherheit gewährleistet.
Description
Die Erfindung betrifft die thixotrope Verarbeitung von Schmelzen
im Druckguß und insbesondere die Schmelzebehandlung und deren
Handhabung bis zur Dosierung in der Gießkammer.
Durch die vorgeschlagene Erfindung gelingt es mit geringem
Apparate-, Meß- und Regelaufwand eine hohe Prozeßsicherheit bei
der thixotropen Aufbereitung und Zuführung der Schmelze zur
Druckgußmaschine zu erreichen.
Vielfältige physikalische Vorteile ergeben sich für eine
Verbesserung der Teilequalität durch eine thixotrope
Verarbeitung der Schmelze beim Druckgießen. Zu dem als
Thixocasting bezeichnetem Verfahren sind eine Vielzahl von
Veröffentlichungen bekannt. Insbesondere ist ein Schwerpunkt von
Untersuchungen die Fest-/Flüssiganteile des Werkstoffes zwischen
der Solidus- und der Liquiduslinle. Für die jeweiligen
Stoffsysteme findet die Darstellung der Umwandlungslinien in
Abhängigkeit von der Temperatur in Zustandsschaubildern statt.
Aus diesen Zustandsschaubildern ist erkennbar, dass das
Thixocasting-Verfahren in einem sehr engen Temperaturbereich
ablaufen muß. Zur Erreichung der Fertigungssicherheit ist eine
große Genauigkeit in der Prozeßführung erforderlich. Diese
Genauigkeit erfordert einen hohen Aufwand an Geräten und der
thermischen Regelung. Die bekannten Untersuchungen beziehen sich
im wesentlichen auf den Zustand des Werkstoffes in der
Gießkammer und auf den Vorgang der Formfüllung. Wenig bekannt
ist die thixotrope Aufbereitung und Bereitstellung der Schmelze
vor der Einfüllung bzw. Dosierung in die Gießkammer.
In der EP 10 04 374 A1 werden ausführlich die komplexen Vorgänge
zur Erreichung einer Schmelze mit gleichmäßiger Verteilung von
kleinen Partikeln aus festen Stoffen, einer sog. Suspension,
dargestellt. Insbesondere wird auch die Temperaturführung und
das "Rühren" der Schmelze zur Erzielung einer feinen Verteilung
der Partikel beschrieben.
Es wurde die Aufgabe gestellt, dass ein vorgegebenes
Schmelzevolumen bis zu einem halberstarrten Zustand aufbereitet
wird, damit es schon als metallische Suspension mit einer
gleichmäßigen Verteilung von festen Phasen in die Gießkammer
eingefüllt wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die Verwendung von zwei
Gießgarnituren vorgeschlagen. Eine Gießgarnitur, bestehend aus
einer Bearbeitungskammer mit Dosierkolben, dient zur
Schmelzevordosierung mit anschließender thixotroper
Aufbereitung, während die zweite Gießgarnitur, bestehend aus
Gießkammer und Gießkolben, nach weiterer Schmelzebehandlung
diese im halbstarren Zustand in die Form eingepreßt. Der
Bearbeitungskammer vorgelagert ist ein Schmelzebehälter mit
einer Stopfenstange. Nach erfolgter Anhebung der Stopfenstange
entsteht eine Öffnung durch welche die Schmelze dosiert
ausfließt. Über einen Gießgang gelangt die Schmelze in die
Bearbeitungskammer. Nach erfolgter Aufbereitung zu einer
Suspension wird die Schmelze durch den Dosierkolben in die
Gießkammer verschoben.
Der gesamte Vorgang läuft in einer Art geschlossenem System ab.
Nicht nur der apparative Aufwand ist durch die Verwendung von 2
Gießgarnituren sehr hoch, sondern auch die Regelung von Dosier-
und Gießkolben die jeweils, laut der Beschreibung, während einem
Dosier- und Formfüllvorgang in 3 Positionen gefahren werden.
Zusätzlich aufwendig ist, dass bei dem vorgeschlagenen
Verfahrensablauf drei komplette Spulensysteme erforderlich sind.
Die Spulensysteme bauen jeweils ein elektromechanisches Feld
auf, das auf die Schmelze wie eine Rühreinrichtung einwirkt.
Weiterhin scheint auch der gesamte Schmelzedurchlauf,
einschließlich dessen Aufbereitung, zeitaufwendig, was zu einer
entsprechend geringen Teileausbringung pro Zeiteinheit führt.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein vereinfachtes System
zur Erzielung einer thixotropen Schmelze einschließlich deren
Einbringung in die Gießkammer vorzuschlagen, welches bei
geringem Regelaufwand eine hohe Teileausbringung bei guter
Fertigungssicherheit gewährleistet.
Diese Aufgabe wird ausgehend von einer thixotropen
Schmelzeaufbereitung nach dem Oberbegriff des Anspruch 1, durch
die kennzeichnenden Merkmale des Anspruch 1 gelöst.
Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde das gewünschte
Schmelzevolumen aus einer Dosiervorrichtung in einen Behälter zu
dosieren der anschließend in eine Vorrichtung geführt wird. In
der Vorrichtung wird die Schmelze so aufbereitet, dass sich das
gewünschte Fest-/Flüssigkeitsverhältnis bei globularer
Kornstruktur einstellt.
In der Praxis hat sich dabei ein Fest-/Flüssigkeitsverhältnis
von 30/70 bis 70/30 als günstig erwiesen. Während die
Dosiervorrichtung der Schmelzebehälter und das zum Transport
verwendete Handhabungsgerät handelsübliche Einrichtungen sind,
ist lediglich die erwähnte Vorrichtung eine Sondereinrichtung.
Diese Vorrichtung enthält alle zur Erzeugung einer thixotropen
Schmelze erforderlichen Einrichtungen wie:
- - Induktionsspule, als Rühreinrichtung für die Schmelze.
- - Temperiereinrichtung, zur Einregelung der Temperatur bei der sich das gewünschte Fest-/Flüssigkeitsverhältnis einstellt.
- - Thermoelement, als Signalgeber für die Temperiereinrichtung.
- - Zuführung für keimbildende Materie, zur Unterstützung der Keimbildung in feinkörniger globaler Ausbildung.
- - Schutzgaseinleitung, zur Verhinderung der Oxidation der Schmelze.
Wesentliche Vorteile der vorgeschlagenen Erfindung sind dabei:
- - Mit Schmelze kommt nur ein geometrisch einfacher Behälter, der widerstandsfähig gegen Schmelzeangriff ausgeführt ist, in Berührung.
- - Die Dosierung in den Behälter erfolgt ventillos, Steig- oder Fallrohre entfallen.
- - Der Temperierungs- und Thixotropisierungsaufwand ist minimiert, dabei ist jedoch ein fertigungssicherer Produktionsablauf gewährleistet.
- - Es ist nur ein geringer Regelaufwand erforderlich.
- - Der Dosierungsvorgang läuft ventillos ab.
- - Durch den Einsatz mehrerer Behälter und Vorrichtungen wird die gleiche Ausbringung wie beim der herkömmlichem Druckgußproduktion erzielt, bzw. durch die Reduzierung der Erstarrungszeit der thixotropen Schmelze kann die Ausbringung sogar höher liegen.
- - Der einfache Aufbau ermöglicht eine problemlose Nachrüstung vorhandener Druckgußmaschinen.
Der eigentliche Funktionsablauf ist wie folgt:
Die Dosierung der dem Gußteil entsprechenden Schmelzemenge, die eine über der Liquiduslinie liegenden Temperatur hat, in einen Behälter erfolgt über eine übliche Dosiereinrichtung. Der Behälter wird von einem Handhabungsgerät in eine Vorrichtung geführt und gehalten. In der Vorrichtung ist eine Induktionsspule zum Rühren der Schmelze und eine Temperiereinrichtung durch welche die Schmelze auf eine vorgegebene Temperatur eingeregelt wird. Bei der vorgegebenen Temperatur stellt sich das gewünschte Fest-/Flüssigverhältnis bei globularer Kornstruktur ein. Diese Temperatur kann in einem Vorversuch ermittelt werden. Unterstützend kann zur Keimbildung eine keimbildende Materie zugeführt werden. Über ein Thermoelement wird die Schmelzetemperatur gemessen. Bei Erreichung der gewünschten Temperatur führt das Handhabungsgerät den Behälter aus der Vorrichtung über die Öffnung der Gießkammer einer Druckgießmaschine und leert die im Behälter befindliche, über Keimbildung, induktives Rühren und Kühlen/Heizen sachgerecht konditionierte Schmelze in die Gießkammer. Anschließend erfolgt der Druckgießvorgang.
Die Dosierung der dem Gußteil entsprechenden Schmelzemenge, die eine über der Liquiduslinie liegenden Temperatur hat, in einen Behälter erfolgt über eine übliche Dosiereinrichtung. Der Behälter wird von einem Handhabungsgerät in eine Vorrichtung geführt und gehalten. In der Vorrichtung ist eine Induktionsspule zum Rühren der Schmelze und eine Temperiereinrichtung durch welche die Schmelze auf eine vorgegebene Temperatur eingeregelt wird. Bei der vorgegebenen Temperatur stellt sich das gewünschte Fest-/Flüssigverhältnis bei globularer Kornstruktur ein. Diese Temperatur kann in einem Vorversuch ermittelt werden. Unterstützend kann zur Keimbildung eine keimbildende Materie zugeführt werden. Über ein Thermoelement wird die Schmelzetemperatur gemessen. Bei Erreichung der gewünschten Temperatur führt das Handhabungsgerät den Behälter aus der Vorrichtung über die Öffnung der Gießkammer einer Druckgießmaschine und leert die im Behälter befindliche, über Keimbildung, induktives Rühren und Kühlen/Heizen sachgerecht konditionierte Schmelze in die Gießkammer. Anschließend erfolgt der Druckgießvorgang.
Weitere Einzelheiten und Vorteile ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels für eine
Kaltkammer-Druckgußmaschine.
Die Figur zeigt eine vereinfachte, schematische Darstellung des
vorgeschlagenen Verfahrens.
In chronologischer Reihenfolge entsprechend den Pfeilen A, B
ergibt sich folgender Ablauf:
Aus einer Dosiereinrichtung 1 wird eine dem zu gießenden Teil entsprechende Schmelzemenge 2 in ein Gefäß 3 dosiert. Mittel eines Handhabungsgerätes 4 wird das Gefäß 3 in die Vorrichtung 5 geführt und gehalten. In der Vorrichtung 5 befindet sich Induktionsspule 6 und Temperiergerät 7. Thermoelement 8 mißt die Schmelzetemperatur. Zuführung 9 dient zur Einbringung der keimbildenden Materie. Über Leitungen 10, 11 kann Schutzgas auf die Schmelze 2 oder in die Gießkammer 12 geleitet werden. Nach Erreichung der vorgegebenen Temperatur, mit dem optimalen Wert zur Erreichung des gewünschten Fest-/Flüssigkeitsverhältnis, wird der Behälter 3 mit Schmelze 2 durch Handhabungseinrichtung 4 zur Gießkammer 12 der Druckgießmaschine 13 transportiert. Die Schmelze 2 wird durch die Einfüllöffnung 14 in die Gießkammer 12 entleert und durch Gießkolben 15 in bekannter Weise in den Formhohlraum 16 eingebracht.
Aus einer Dosiereinrichtung 1 wird eine dem zu gießenden Teil entsprechende Schmelzemenge 2 in ein Gefäß 3 dosiert. Mittel eines Handhabungsgerätes 4 wird das Gefäß 3 in die Vorrichtung 5 geführt und gehalten. In der Vorrichtung 5 befindet sich Induktionsspule 6 und Temperiergerät 7. Thermoelement 8 mißt die Schmelzetemperatur. Zuführung 9 dient zur Einbringung der keimbildenden Materie. Über Leitungen 10, 11 kann Schutzgas auf die Schmelze 2 oder in die Gießkammer 12 geleitet werden. Nach Erreichung der vorgegebenen Temperatur, mit dem optimalen Wert zur Erreichung des gewünschten Fest-/Flüssigkeitsverhältnis, wird der Behälter 3 mit Schmelze 2 durch Handhabungseinrichtung 4 zur Gießkammer 12 der Druckgießmaschine 13 transportiert. Die Schmelze 2 wird durch die Einfüllöffnung 14 in die Gießkammer 12 entleert und durch Gießkolben 15 in bekannter Weise in den Formhohlraum 16 eingebracht.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen und dargestellten
Ausführungen beschränkt. Sie umfaßt auch alle fachmännischen
Ausgestaltungen im Rahmen des geltenden Anspruch 1. So kann z. B.
das Thermoelement 8 auch durch ein einstellbares Zeitglied
ersetzt werden.
Claims (7)
1. Schmelzedosierungs- und Schmelzebehandlungseinrichtung zur
Erzeugung einer thixotropen Schmelze für eine Verarbeitung
insbesondere in Kaltkammer-Druckgießmaschinen (13) mit einer
Dosiereinrichtung (1) und einer Gießkammer (12) mit Schmelze-
Einfüllöffnung (14), dadurch gekennzeichnet, dass die Dosierung
der Schmelze (2) aus einer Dosiereinrichtung (1) in ein Gefäß
(3) erfolgt und dieses Gefäß (3) in eine Vorrichtung (5) geführt
und gehalten wird, wobei diese Vorrichtung (5) mit derartigen
Mitteln (6, 7, 8) versehen ist, dass eine Schmelze mit
thixotropen Eigenschaften erzielbar und diese über
Einfüllöffnung (14) in Gießkammer (12) dosierbar ist.
2. Schmelzedosierungs- und Schmelzebehandlungseinrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Vorrichtung (5) eine
Induktionsspule (6) und/oder ein Temperiergerät (7) angeordnet
ist.
3. Schmelzedosierungs- und Schmelzebehandlungseinrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer thixotropen
Aufbereitung der Schmelze (2) in Vorrichtung (5) zur
Temperaturanzeige oder Temperaturregelung ein Thermoelement (8)
oder ein Zeitglied vorgesehen ist.
4. Schmelzedosierungs- und Schmelzebehandlungseinrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Handhabungsgerät
(4) zum halten und bewegen von Gefäß (3) einsetzbar ist.
5. Schmelzedosierungs- und Schmelzebehandlungseinrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass keimbildende Materie in
Gefäß (3) über Zuführung (9) einbringbar ist.
6. Schmelzedosierungs- und Schmelzebehandlungseinrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Schutzgas über
Leitungen (10, 11) in Behälter (3) und/oder Einfüllöffnung (14)
auf Schmelze (2) einwirken kann.
7. Schmelzedosierungs- und Schmelzebehandlungseinrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als ein Gefäß (3)
und/oder Vorrichtung (5) für eine Kaltkammer-Druckgießmaschine
einsetzbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001122336 DE10122336A1 (de) | 2001-05-08 | 2001-05-08 | Rheo-Thixocasting |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001122336 DE10122336A1 (de) | 2001-05-08 | 2001-05-08 | Rheo-Thixocasting |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10122336A1 true DE10122336A1 (de) | 2002-11-21 |
Family
ID=7684035
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2001122336 Ceased DE10122336A1 (de) | 2001-05-08 | 2001-05-08 | Rheo-Thixocasting |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10122336A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN104550304A (zh) * | 2013-10-21 | 2015-04-29 | 广东科达洁能股份有限公司 | 一种加热型导流槽 |
| DE102020113633B3 (de) * | 2020-05-20 | 2021-05-20 | Universität Kassel | Druckgießzelle und Druckgussverfahren |
-
2001
- 2001-05-08 DE DE2001122336 patent/DE10122336A1/de not_active Ceased
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN104550304A (zh) * | 2013-10-21 | 2015-04-29 | 广东科达洁能股份有限公司 | 一种加热型导流槽 |
| DE102020113633B3 (de) * | 2020-05-20 | 2021-05-20 | Universität Kassel | Druckgießzelle und Druckgussverfahren |
| EP3912749A1 (de) | 2020-05-20 | 2021-11-24 | Universität Kassel | Druckgiesszelle und druckgussverfahren |
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