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STAND DER
TECHNIK
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren und Vorrichtung zum dosierten
Schwächen
von schneidfähigen
Materialkörpern,
und insbesondere zur Herstellung von Sollbruchlinien für Airbag-Abdeckungen
in Kraftfahrzeugen.
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Obwohl
die Erfindung einen weitaus größeren Schutzumfang
besitzt, wird sie von einem spezifischen Stand der Technik, wie
er für
die Herstellung von Airbag-Abdeckungen benutzt wird, im folgenden abgegrenzt.
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Airbags
haben die Aufgabe, Fahrzeuginsassen bei einem Aufprall zu schützen. Insbesondere sollen
dabei der Brust- und
Kopfbereich von einem Vorder-Airbag und die seitlichen Bereiche
des Körpers
bei gegebenenfalls vorhandenen Seiten-Airbags geschützt werden. Um diese Schutzaufgabe
erfüllen
zu können,
muß insbesondere
ein Vorder-Airbag an exponierter Stelle in die Fahrzeuginnenraum-Verkleidung
eingebaut werden, um bei einem Aufprall den Menschen entsprechend
schützen
zu können.
Dabei werden insbesondere beim Vorder-Airbag auf der Beifahrerseite
besonders hohe ästhetische
Anforderungen gestellt, den Airbag so einzubauen, und von einer Airbag-Abdeckung
zu umgeben, daß man
das Vorhandensein eines Airbags außer im Falle eines Aufpralls
möglichst
nicht wahrnimmt. Es werden also Airbag-Abdeckungen geschaffen, die
insbesondere auf der Beifahrerseite in das Armaturenbrett integriert
sind.
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Das
Armaturenbrett enthält
meist als wesentliches Element hierfür einen auch als Instrumententafel
dienenden Trägerkörper, der
sich im Allgemeinen über
die gesamte Breite des PKW-Innenraums erstreckt. Er ist meistens
einstückig
ausgebildet, um ein perfektes Äußeres zu
gewährleisten.
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Eine
solche Instrumententafel ist üblicherweise
mehrschichtig aufgebaut: eine Trägerschicht aus
relativ hartem Werkstoff, meist ein thermoplastisches Material wie
etwa ABS oder ein Duroplast gegebenenfalls im Verbund mit einer
Faserverstärkung aus
Glasfasern, etc. bildet die untere Schicht, die der Instrumententafel
im wesentlichen Formstabilität
verleiht.
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Eine
zweite Schicht besteht oft aus einem Kunststoffschaum, etwa Polyuretanschaum,
um der Fläche
eine gewisse fühlbare
Weichheit zu geben. Die Schichtstärke der Schaumschicht beträgt beispielsweise
8 mm.
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Um
für eine
ansprechende Optik und eine angemessene Haptik zu sorgen, wird die
Sichtseite der Instrumententafel durch eine dritte Schicht, die Dekorschicht,
gebildet. Die Dekorschicht besteht oft aus einer Kunststoffolie,
die eine genarbte Oberfläche
aufweist, oder die als Leder oder Leder imitat ausgebildet ist. Sie
hat im Allgemeinen einen Stärke von
0,8 bis 2 mm. An anderen Stellen des Fahrzeuginnenraums, etwa bei
einer Türverkleidung
oder einer Holmverkleidung wird prinzipiell eine ähnliche
Situation angetroffen. Die eingangs genannte Airbag-Abdeckung wird
nun im Stand der Technik von der Instrumententafel selbst gebildet.
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Um
ein einwandfreies Entfalten des Airbags in Richtung der zu schützenden
Person gewährleisten
zu können,
muß dafür gesorgt
werden, daß sich durch
die Explosion eine entsprechende Öffnung in der Airbag-Abdeckung
bildet, durch die hindurch sich der Airbag entfalten kann. Dafür sind im
Stand der Technik längs
einer vorgegebenen Konturlinie Schwächungen der Materialstärke des
vorgenannten Schichtaufbaus vorgesehen. Bei entsprechendem Druck,
der durch die Explosion des Airbag-Kissens entsteht, wird dann die
Airbag-Abdeckung längs
dieser Konturlinie aufgebrochen und die gewünschte Öffnung entsteht.
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Angesichts
der hohen, ästhetischen
Anforderungen werden in zunehmendem Maße die Sollbruchlinien in der
Airbag-Abdeckung
ausschließlich von
der Rückseite
der Instrumententafel her vorgenommen, um jegliche Kontur der Sollbruchlinie
von der Sichtseite her unsichtbar zu machen.
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Dafür ist es
notwendig, bei dem verwendeten Verfahren zur Herstellung dieser
Schwächungslinie oder
Sollbruchlinie möglichst
wenig Druck auf die Sichtseite der Airbag-Abdeckung auszuüben, um einen Abdruck zu vermeiden.
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Problematisch
bei der Herstellung der Schwächungslinie
ist nun insbesondere, daß das Material
aller drei Schichten geschwächt
werden muß,
um ein Öffnen
der Airbag-Abdeckung sicher zu gewährleisten.
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Angesichts
der verschiedenen Stärken
der verwendeten Schichten im Schichtaufbau sowie der unterschiedlichen
Härten
dieser Schichten wird im Stand der Technik – etwa wie in
DE 44 09 405 A1 geschildert – die Dekorschicht
(dort Außenhaut
genannt) gar nicht geschwächt,
sei es bei Verwenden eines Schneidlasers oder bei Verwenden eines
Messers, insbesondere eines heißen
Messers.
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Um
die Außenhaut
dennoch zu schwächen, etwa
weil dies durch verschärfte
Norm-Vorgaben notwendig ist, würden
dann zwei unterschiedliche Arbeitsgänge benötigt, um einerseits die Trägerschicht und
den Schaum zu schwächen
und andererseits eine äußerst dünne Dekorschicht
mit höchster
Präzision
zu schwächen.
Denn beim Erzeugen der Schwächungslinie
in der dünnen
Dekorschicht von 0,8 – 2 mm
soll nach solchen Vorgaben eine Rest-Dekorstärke von etwa 0,3 – 0,8 mm
je nach Ursprungs-Wandstärke
stehenbleiben. Dabei muß mit einer
erhöhten
Genauigkeit gearbeitet werden, die beispielsweise 2 bis 5/100 mm
beträgt.
Ist die verbleibende Rest-Wandstärke
zu gering, so besteht die Möglichkeit,
daß durch
die Beanspruchung der Instrumententafel im Alltag die Sollbruchlinie
unbeabsichtigt aufreißt.
Andererseits, falls die Rest-Wandstärke zu groß ist, besteht
die Gefahr, daß sich
die Öffnung
im Falle einer Airbag-Explosion nicht bildet und der Airbag sich
nicht in Richtung Fahrzeuginsasse entfalten kann.
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Solch
hohe Genauigkeitsanforderungen kann das in der
DE 44 09 405 A1 foffenbarte
Schneideverfahren nicht erfüllen:
Denn
die dortige Offenbarung zeigt nur ein Schwächungsverfahren, um einen Schnitt
durch eine Doppelschicht aus Schaum hoher Dichte (innen) und eine Schicht
geringerer Dichte (außen,
zur Sichtseite hin) mit vollständiger
Durchtrennung der inneren Schicht und einer Schwächung der äußeren Schicht um etwa 1 mm
zu bilden, wobei eine verhältnismäßig große Reststärke von
etwa 4 mm stehen bleiben darf.
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Dazu
wird in der
DE 44 09
405 A1 vorgeschlagen, einen Laserstrahl zu verwenden, der
längs der
vorgegebenen Konturlinie sorgfältig
geführt
wird und durch genau dosierte Laserleistung und Führungsgeschwindigkeit
des Strahls längs
der Linie den benötigten
Schnitt mit der geforderten Schnittqualität durchzuführen. Dabei kann in einem Arbeitsgang
der vorgenannte 2-Schicht-Verbund bearbeitet werden, ohne Schwächung der
Dekorschicht.
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Der
zweite Nachteil an dem in
DE
44 09 405 A1 vorgeschlagenen Verfahren besteht jedoch darin, daß der Laserstrahl
längs der
vorgegebenen Konturlinie geführt
werden muß,
was einerseits, etwa bei Verwendung eines Roboters teuer ist und
andererseits den Produktionsprozeß verzögert, weil es lange dauert,
bis der Schnitt erfolgt ist. Des weiteren ist die Laserschneidanlage
selbst im Vergleich zu mechanischen Schneidvorrichtungen relativ
teuer.
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Wird
das Verfahren anstelle eines Schneidlasers mit einem (Heiß-)Messer
durchgeführt,
wie in der
DE 44 09
405 A1 als Alternative vorgeschlagen, so dauert es weiterhin
lange, bis der Schnitt entlang der gesamten Ronturlinie erfolgt
ist, und es ergibt sich keinerlei Anregung, wie eine solch hohe
Genauigkeit erreicht werden soll. Es werden daher zwei getrennte
Arbeitsgänge
benötigt,
was den Nachteil besitzt, daß die
Produktion von Instrumententafeln, in diesem Sinne die Herstellung
der geschwächten
Instrumententafel, erschwert wird, weil die vorgeschwächten Teile
dann noch paßgenau übereinandergelegt
werden müssen.
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Auch
das in der deutschen Patentschrift
DE 199 10 141 A1 offenbarte Verfahren geht
von einem Schneiden durch Abfahren der Ronturlinie vorzugsweise
mit einer skalpellartigen Klinge aus. Durch das Abfahren der Linie
dauert es lange, bis der Schnitt erfolgt ist, was den Produktionsprozeß verzögert.
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Mit
einem beheizbaren Schneidwerkzeug, das in dem Gebrauchsmuster
DE 297 20 203 U1 offenbart
ist, geht der Schneidvorgang erheblich schneller vonstatten, weil
es sich um ein großes
entsprechend geformtes Messer handelt, mit dem die Konturform mit
einem einzigen stanzenden Schneidstich eingeschnitten wird. Aber
dabei sind keine besonderen Vorrichtungen für eine präzise einhaltbare Schnitttiefe
offenbart, so dass diese Vorrichtungen den hohen Anforderungen an
die exakte Schnitttiefe für
Airbagverkleidungen nicht gerecht wird.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein verbessertes Verfahren
zur Herstellung von Schwächungslinien
mit vorgegebener Kontur zu schaffen.
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VORTEILE DER
ERFINDUNG
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Das
erfindungsgemäße Schwächungsverfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 oder die entsprechende Vorrichtung
löst diese
Aufgabe.
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In
den Unteransprüchen
finden sich vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des
jeweiligen Gegenstandes der Erfindung.
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Gemäß ihrem
Hauptaspekt schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren, mit
dem schneidfähige
Materialkörper
längs einer
vorgegebenen Konturlinie fein dosiert geschwächt werden können, wobei eine
präzise
Steuerung oder Regelung vorgesehen ist, um den Schnitt zu kontrollieren.
Dabei können
ein oder mehrere Schneidmesser verwendet werden, um eine entsprechende
Anzahl von Abschnitten der Konturlinie zu bearbeiten.
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Im
Einzelnen enthält
das Verfahren in seiner Grundform die Schritte:
- a.
Drücken
des Materialkörpers
in Anlage zu einer vorgegebenen Anlagefläche,
- b. Erhitzen bzw. Halten des oder der Schneidmesser, dessen (deren)
Schneide die Form der vorgegebenen Kontur aufweist, auf eine bzw.
einer vorgegebene(n) erhöhte(n)
Temperatur,
- c. Annähern
der Messerschneide(n) passend zur Konturlinie des zu schwächenden
Materialkörpers,
- d. Ausüben
von Druck geringer oder gleich einem vorgegebenen Maximalwert über die
Sehneide(n) auf den Materialkörper,
um einen Schnitt durchzuführen,
bis eine vorgegebene Restmaterialstärke erreicht ist, und
- e. Ausbringen des (r) Schneidmesser(s) aus dem Schnittgraben.
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Die
Begrenzung der Schnitttiefe kann in bevorzugter Weise über einen
präzise
ausgeführten, mechanischen
Anschlag erfolgen, der zwischen einem Messerhalter und der Anlagefläche vorgesehen ist.
Durch diese Massnahmen ergibt sich der Vorteil, dass durch die vorgegebene
Maximaldruckbegrenzung, die erhitzte(n) Messerschneide(n) und das
Vorliegen des (r) Konturmesser(s) in mit einer Schnittkontur in
zwei- oder dreidimensional gekrümmter Ausprägung eine
präzise,
stanzend-schneidende Schwächung
des Materials möglich
ist, ohne einen Abdruck auf der Sichtseite zu hinterlassen, wobei durch
das 2D- oder 3D-Messer ein effizienter, schneller Schneidvorgang
ermöglicht
wird. Daraus ergeben sich Kostensenkungen im Produktionsvorgang.
Die Schneidegeschwindigkeit ergibt sich dabei als Resultierende
aus Druckvorgabe und Temperaturvorgabe. Sie ist auch individuell
bei der Bearbeitung von verschiedenen Materialien.
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Wenn
das Verfahren darüber
hinaus die Schritte enthält:
Erfassen
der noch verbleibenden, ungeschnittenen Materialstärke an einer
oder mehreren Stellen der Konturlinie,
Generieren eines entsprechenden
Wegsignals, Auswerten des Signals,
Stoppen der Druckausübung, wenn
aus dem Signal hervorgeht, dass ein vorgegebener Grenzwert der ungeschnittenen
Materialstärke
erreicht ist,
dann wird eine zusätzliche Schnittkontrolle möglich, mit
der auch sehr hohe Genauigkeitsanforderungen an die Schnitttiefe
längs der
Kontur realisierbar sind.
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Wenn
das Verfahren über
das Grundverfahren hinaus die Schritte enthält:
Erfassen der Schneidegeschwindigkeit,
und
Vermindern des Druckes, wenn ein vorgegebener Maximalwert
der Schneidgeschwindigkeit überschritten
wird, so ergibt sich der Vorteil einer weiteren Kontrollmöglich
keit
des Schneidens, besonders im Bereich des Dekors oder bei verborgenen
Materialinhomogenitäten in
dem zu schwächenden
Körper.
Es wird dann kein zu tiefer Schnitt erzeugt, et wa, weil eine sonst
zu schnelle Schneidbewegung der Messerschneide zu spät gestoppt
würde.
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Wenn
bei Erreichen der vorgegebenen Restmaterialstärke die Messerschneide während einer vorgegeben
Zeitspanne am Boden des Schnittes belassen wird, ergibt sich der
Vorteil, dass der Schnittraum weiter freigeschmolzen wird, im wesentlichen ohne
den Schnitt weiter zu vertiefen.
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Wenn
darüberhinaus
nach Erreichen einer Mindestreststärke das Messer mit einer vorgebbaren Rückziehgeschwindigkeit
aus dem Material gezogen wird, resultiert der Vorteil, gezielt Einfluss
zu nehmen: wenn zu langsam zurückgezogen
wird, so verschmutzt das Messer zu leicht. Wenn es zu schnell herausgezogen
wird, verbleiben Restteilchen aus dem Schnitt im Schnittgraben und
können
bei Verwendung des Verfahrens zur Herstellung einer Sollbruchstelle
für Airbagabdeckungen
bei späterer
Airbagexplosion gesundheitlich schädigend wirken, etwa weil sie
ins Auge gelangen könnten.
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Der
Haupteinsatzbereich des erfindungsgemässen Verfahrens liegt in der
Herstellung einer Sollbruchkonturlinie in der Abdeckung eines Airbags
in einem Fahrzeug.
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Wenn
in einem einzigen Schneidvorgang eine Trägerschicht und eine zwischenliegende Schaumschicht
zumindest in wesentlichen Abschnitten der Konturlinie durchschnitten
und eine die Sichtseite der Airbagabdeckung bildende Schicht in
wesentlichen Abschnitten der Konturlinie nicht durch- sondern nur
angeschnitten, also geschwächt
werden, so ergibt sich daraus der Vorteil, dass nur ein einziger
Arbeitsgang benötigt
wird, statt zwei, wie im Stand der Technik teilweise vorhanden.
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Wenn
das Verfahren den zusätzlichen
Schritt enthält,
einen der Lauer und der Größe nach
vorgebbaren Druckwert zum Durchbrechen oder Schwächen einer Schicht einzustellen,
so ergibt sich auch eine Alternative zur Auswertung des Geschwindigkeitssignals
zum Zwecke einer Steuerung oder Regelung. Sie ist vorteilhaft anwendbar
auf eine in der Schichtfolge zuletzt anzuschneidende Schicht, insbesondere
die Sichtfolie, die sehr präzise
geschwächt
werden muss.
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So
kann beispielsweise der Druck beim Durchschneiden des Dekors gezielt
heruntergefahren werden, um die vorgegebenen Toleranzen leichter
einhalten zu können
und um den Ausschußanteil zu
reduzieren.
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Wenn
das Verfahren so ausgestaltet ist, dass der Materialkörper in
ein und derselben Anlage aus einem Rohling insbesondere durch stanzendes Schneiden
heraus gebildet wird und dosiert längs der vorgegebenen Konturlinie
geschwächt
wird, so kann die Herstellung der Produkte noch kostengünstiger erfolgten.
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Eine
erfindungsgemäße Schwächungseinrichtung
ist beispielsweise als Schneidanlage ausgebildet zum dosierten Schwächen von
schneidfähigen Materialkörpern längs einer
vorgegebenen Konturlinie, und enthält Einrichtungen zum Durchführen des Verfahrens
oder seiner Abwandlungen. Wesentlicher struktureller Bestandteil
sind erhitzbare Schneidmes ser in einer vorgegebenen Linienkontur,
sowie zumindest optional paßgenaue
Anschlagstücke,
die die Eindringtiefe der Messer begrenzen oder/und eine Wegmessanlage,
um den Schneidefortschritt zu messen und ggf. für eine Regelung oder Steuerung der
Schnittbewegung zugänglich
zu machen.
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Auch
eine kombinierte Schneid/Stanzanlage ist erfindungsgemäß beansprucht,
enthaltend Einrichtungen zur Durchführung des kombinierten Schneid-Stanzverfahrens.
Dabei erfolgt das Schneiden bevorzugterweise nicht gleichzeitig
mit dem Stanzvorgang, um die Schneidpräzision nicht durch mechanische
Erschütterungen
herabzusetzen.
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Wesentlicher
Teil der Schneidvorrichtung ist ein Schneidwerkzeug, enthaltend
wenigstens ein Schneidmesser mit ggf. 3D-gekrümmter Schneidlinienkontur zum
Einbau in eine vorbezeichnete Anlage.
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ZEICHNUNGEN
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden
Beschreibung näher
erläutert.
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Es
zeigten:
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1 eine schematische Schnittdarstellung, die
den prinzipiellen Aufbau eines erfindungsgemäßen Werkzeuges für eine einzige
Schwächungsrichtung
zeigt,
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2 eine Detailausschnittsvergrößerung (Detail
C) aus 1, die zeigt,
wie das Schneidmesser in dem Werkzeug eingesetzt wird,
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3 eine schematische Schnittdarstellung einer
erfindungsgemäßen Werkzeugvariante,
die den prinzipiellen Aufbau eines Werkzeuges für zwei Schwächungsrichtungen zum bevorzugten
Einsatz bei stark gekrümmten
Produkten zeigt,
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4 bis 7 eine jeweilige Schnittdarstellung eines
erfindungsgemäßen Schwächungsvorgangs
ohne vorschwächung
des zu schwächenden
Materialkörpers,
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8 bis 11 eine Darstellung gemäß 4 bis 7 für
einen erfindungsgemäßen Schwächungsvorgang
für einen
in seiner Dicke reduzierten Träger
und ein nicht vorgeschwächtes
Dekor,
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12 bis 15 eine Darstellung gemäß 4 bis 7 für
einen in seiner Dicke nicht reduzierten Träger und ein vor dem Schäumen einer Schaumschicht
geschwächtes
Dekor,
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16 bis 19 eine Darstellung gemäß 4 bis 7 für
einen erfindungsgemäßen Schwächungsvorgang
für einen
in seiner Dicke reduzierten Träger
und ein vor dem Schäumvorgang
geschwächtes
Dekor,
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20 eine Ansichtsdarstellung
eines direkt elektrisch erhitzbaren Schneidmessers mit in der, Klinge
vorhandenen Verzahnungen,
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21 eine schematische Schnittdarstellung
eines erfindungsgemäßen Schneidmessers, das
durch Heizpatronen indirekt beheizbar ist,
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22 eine Darstellung gemäß 21, mit Temperierkanälen im Schneidmesser,
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23 bis 29 die Draufsicht auf verschiedene beispielhafte
Schnittkonturlinien, die mit einem oder mehreren erfindungsgemäßen Werkzeugen
erzeugt werden können.
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BESCHREIBUNG
DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
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In
den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche
Komponenten.
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Eine
erfindungsgemäß ausgestaltete Schneid-
oder Schwächungsvorrichtung
ist in einer fest mit dem Boden verbundenen Anlage eingebaut. Das
Werkzeug zur Herstellung zur erfindungsgemäßen Materialschwächung an
einer exemplarisch bearbeiteten PKW Instrumententafel bestehend
aus einem 3-Schichtverbund
wird im folgenden mit Bezug zu 1 und 2 näher erläutert:
Ein fest in der
Anlage fixiertes Anlage-Formstück 10 weist
eine zur Form der entstehenden Instrumententafel passende Negativform
auf. Es dient als Aufnahme und formangepasste Gegenlage für das sogenannte
Produkt, hier die Instrumententafel, deren Material geschwächt werden
soll.
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Ein
weiterer Teil des Werkzeugs wird durch einen von der Form her zum
entstehenden Produkt passenden Niederhalter 12 gebildet,
der als Fixierungseinrichtung für
das Produkt dient.
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Der
Niederhalter 12 wird mit einem vorzugsweise hydraulischen
Antrieb einerseits über
Führungen 14 aus
Führungszylinder 14a sowie
eine Paßbuchse 14b mit
passendem Paßbolzen 14c geführt und
andererseits über
Federn 16 und Distanzstücke 18 passgenau
auf ein in das Anlageformstück 10 der Schneideeinrichtung
eingelegtes Produkt gefahren.
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In
der in 1 dargestellten
Ausführungsform
ist als zentrale Befestigungseinheit für die Führungen 14 und Federn 16 und
das Werkzeug selbst – siehe
weiter unten – eine
Basisplatte 15 vorgesehen, an denen die oben genannte Führungseinrichtung 14 bzw.
die Druckfeder 16 mit Distanzstücken 18 in Längsrichtung
der Schnittkontur in wiederholter Weise jeweils umgekehrt angeordnet
ist. Da der Niederhalter 12 somit auf beiden Seiten seiner
Längsachse geführt und
durch Federkraft fixiert wird, ist auch bei erheblicher Längserstreckung
des Produkts dessen genaue Positionierung und stabile Fixierung
bezüglich
des eigentlichen Schneidwerkzeugs gewährleistet.
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In
der in 1 dargestellten
Geschlossen-Stellung befindet sich das Produkt mit seiner Sichtseite
in relativ leichtem, über
die Druckkraft der Federn 16 einstellbaren Kontakt mit
dem formgenau passenden Formstück 10.
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Die
beiden Einrichtungen 14 und 16 bzw. 18 wiederholen
sich in gewissem Abstand paarweise in Längsrichtung – in 1 nicht dargestellt, da
die Längsrichtung
die Papierebene verläßt – um auf
der gesamten Länge
der zu schwächenden
Kontur ein gleichmäßiges Niederhalten
und Fixieren des Produkts für
den nachfolgenden Schneidvorgang zu gewährleisten.
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Vorzugsweise
besteht der Niederhalter aus Metall, beispielsweise Edelstahl, geeigneter
Dicke, um eine geeignete Standfestigkeit aufweisen zu können. Alternativen
wären entsprechend
steife Kunststoffkonstruktionen, sofern sie die nötige Steifigkeit und
Festigkeit der angestrebten Standzeit des Werkzeugs entsprechend
aufweisen. Der Niederhalter 12 ist also flächig ausgebildet,
hat eine Öffnung
in dem Bereich, wo das Produkt geschwächt werden soll, wird hier
im Beispiel unten geführt
und steht oben unter einer von der Feder 16 gelieferten
Vorspannung, mit der er im Zusammenspiel mit den Distanzstücken gegen
das Produkt drückt.
Das Produkt bleibt daher sicher fixiert.
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Der
Messerhalter 20 erstreckt sich jenseits der Zeichenebene
von 1, um ein oder mehrere Schneidmesser 22 in
ihrer gesamten Länge
aufzunehmen. Er weist eine geeignete Aufnahmevorrichtung für die Schneidmesser
auf, die vorzugsweise deren schnelles Auswechseln ermöglicht.
Der Mes serhalter 20 besteht vorzugsweise aus einem steifen, harten
Material, um eine hohe Standzeit des Werkzeugs zu gewährleisten.
Die weiteren Materialeigenschaften des Messerhalters richten sich
vorzugsweise danach, wie das oder die Schneidmesser 22 erhitzt
wird (werden).
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Generell
weist der Messerhalter 20 dafür eine Heizeinrichtung auf,
mit Hilfe derer das oder die Schneidmesser 22 auf eine
vorgegebene Temperatur erhitzt werden können. In 1 ist dafür ein Temperierkanal 26 skizziert,
der den Messerhalter gegebenenfalls in mehreren Windungen durchzieht
oder mehrfach vorhanden sein kann. Dieser Kanal wird dann mit einem
geeigneten Medium, etwa Wasser, Öl oder
Dampf, etc. in geeigneter Weise beschickt, um die Schneidmesser 22 auf
die gewünschte
Temperatur (beispielsweise ca. 480 Kelvin für häufig vorkommende Kunststoffe)
zu bringen und dort zu halten. Dafür ist vorzugsweise ein großflächiger Kontakt
zwischen dem Sockel der Schneidmesser 22 und dem Messerhalter 20 vorgesehen
und der Messerhalter besteht aus einem Material hoher Wärmeleitfähigkeit.
Die eingestellte Temperatur der Schneidmesser sollte an das zu schneidende
Material in geeigneter Weise angepaßt sein, wobei dafür eine Gesamtbetrachtung
notwendig ist, in die auch der Schneiddruck als wesentlicher Bestandteil
eingeht.
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Alternativ
oder in Kombination zu den genannten Temperierkanälen 26 können auch
Heizpatronen 24 vorhanden sein, oder die Schneidmesser selbst
können
als Ohm'sche Widerstände ausgebildet
mit einem entsprechenden Strom beschickt werden, so daß die vorgegebene
Temperatur erreicht wird.
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Der
Messerhalter 20 ist mit einem Ansatz 21 an der
Basisplatte 15 befestigt und trägt als wesentlichen Bestandteil
die beiden Schneidmesser 22, die so geformt sind, daß ihre Schneiden
jeweils eine dreidimensionale Konturlinie bilden, die genau diejenige 3D-Form
besitzt, die in der Instrumententafel erzeugt werden soll. Letzteres
ist aus 1 nicht ersichtlich, da
diese eine Schnittdarstellung durch das Werkzeug ist. Konturlinien
sind jedoch gezeigt in den 23 bis 29. Auf diese selbst wird
weiter unten eingegangen.
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Wenn
die Schneidmesser 22 als elektrische Widerstandselemente
betrieben werden, sind sie von dem sie umgebenden Messeraufnahmeteil
vorzugsweise elektrisch isoliert, jedoch fest mit diesem verbunden.
Dies geschieht beispielsweise durch eine Keramikisolierung, die
den Sockelteil der Schneidkörper
umgibt. Der Sockelteil ist damit elektrisch vom Rest der Anlage
isoliert, aber dennoch mit dem Messeraufnahmeteil fest fixiert verbunden.
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Ein
Temperatursensor 28 sitzt im Bereich des Messersockels
und nimmt an einer Stelle, wo er den Schneidvorgang selbst nicht
stört,
die Temperatur der Messerschneide ab und leitet ein entsprechendes
Temperaturüberwachungssignal
an eine Steuerungseinheit oder einen Regler (nicht gezeichnet) für den Schneidvorgang.
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Der
Messerhalter 20 ist in geeigneten, beispielsweise I analog
zu den Führungen
des Niederhalters aufgebauten Werk zeugführungen 30 über einen
hydraulischen Antrieb (nicht gezeichnet) mitsamt der Basisplatte 15 und
dem Ansatz 21 hin- und
herbewegbar. Paßgenaue
Distanzstücke 32 (im
oberen Teil der 1 auch
vorhanden, jedoch aus Gründen erhöhter Klarheit
nicht gezeichnet) sorgen in Verbindung mit Säulenhalter 29 und
Buchsenhalter 31 dafür,
daß die
Bewegung in die Tiefe des Schnittes hinein durch einen präzise definierten
Endanschlag zwischen den Distanzstücken 32 gestoppt wird,
wobei die Schnitttiefe der Schneidmesser 22 damit begrenzt
wird:
Beim Anschlag stoßen
die beiden Distanzstücke 32 aufeinander,
die ihrerseits über
Säulenhalter 29 an der
Basisplatte 15 bzw. über
den Buchsenhalter 31 an einem gemeinsamen Sockel mit dem
Anlageformstück 10 satt
anliegend befestigt sind, wodurch eine stabile, präzise Gegenlagerung
für den
Schneidvorgang erreicht ist.
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Im
folgenden wird nun das erfindungsgemäße Schwächungsverfahren selbst in weiteren
Einzelheiten beschrieben:
Nachdem die Materialkörper 36 in
die Schneidvorrichtung eingelegt und durch eine einleitende Bewegung
der Niederhaltervorrichtung dort fixiert wurde, werden die beiden
Schneidmesser 22 durch die hydraulische Steuerung über einen
Steuerzylinder (nicht gezeigt) in Anlage zu dem zu schwächenden Materialkörper 36 gebracht,
also in Anlage zur vorgesehenen Lokation der zu erzeugenden Schwächungslinienkontur
an der Materialkörper 36.
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Die
beiden Messerschneiden besitzen eine Keilform und verjüngen sich
zu einer Schnittkante von etwa 1 bis 2 Zehntel Millimetern Breite.
Die Schneide selbst hat etwa eine Stärke (Breite) von 1 mm und wird
mit dem Temperierkanal 26 und zirkulierendem heißem Medium
darin oder/und durch die oft verwendeten Heizpatronen bzw. durch
Widerstandsheizung auf eine Mindesttemperatur von etwa 480 Kelvin
gebracht. Sollen spezielle, hohe Anforderungen an eine homogen verteilte
Wärme im
Messer erfüllt
werden, so können
gegebenenfalls gewünschte Kombinationen
der Heizeinrichtungen an verschiedenen Stellen des Messers kombiniert
werden.
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Nun
wird auf die Messerschneiden ein Druck mit einem bestimmten, vorgegebenen
Maximalwert ausgeübt.
Dadurch, daß dieser
Druckwert für
den folgenden Schwächungsvorgang
niemals überschritten wird,
ist bei unproblematischem Schichtaufbau des Produkts bereits sichergestellt,
daß ein
Schnitt durch das Material erfolgen kann.
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In
vorteilhafter Weise wird die Schnitttiefe durch einen mechanischen
Anschlag der Anschlagstücke
an den Distanzstücken 32 an
mehreren Stellen gleichzeitig begrenzt. Dieser mechanische Anschlag
ist mit einer Feineinstellung versehen, die auch über lange
Standzeiten des Werkzeugs hinweg präzise aufrecht erhalten werden
kann. In vorteilhafter Weise sind dafür gehärtete, feingeschliffene Distanzstücke und
-zusatzscheiben vorgesehen, die eine hohe mechanische Stabilität für lange
Standzeiten gewährleisten.
Damit lassen sich präzise
Schnitte durchführen
mit einer Schnitttiefen-Genauigkeit
von etwa 1 – 3/100
mm.
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Wenn
die Distanzstücke 32 mit
ihren Stirnseiten gegenseitig anliegen, ist die erforderliche Schnitttiefe
erreicht, und die Schneidmesser können nach einer gegebenenfalls
vorgegebenen Verweilzeit für
eine Rückziehbewegung
in umgekehrter Richtung durch eine entsprechende hydraulische Ansteuerung aus
dem zuvor erzeugten Schnittgraben zurückgezogen werden.
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Wenn
die Schneidmesser 22 zurückgefahren sind, ist das eigentliche
Schneidverfahren abgeschlossen. Nun kann die Basisplatte 15 ggf.
samt geschwächter
Instrumententafel in eine Offen-Stellung gefahren werden, aus der
die Instrumententafel manuell oder maschinell entnommen werden kann
und für
eine Weiterverarbeitung oder Einbau zur Verfügung steht.
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Wie
aus der vorangegangenen Beschreibung für den Fachmann ersichtlich
ist, kann nun der oben erwähnte
maximale Druckwert an die verwendeten Materialien im Schichtaufbau
angepaßt
werden. Beispielsweise kann ein niedriger Druckwert, der etwa einer
wirksamen Schneidkraft von ca. 10 N pro Millimeter Schneidlänge entspricht,
durch eine entsprechende Kraftsteuerung auf die Steuerzylinder der
Messerschneiden erzeugt werden. Ein relativ niedriger Druckwert
sorgt in Verbindung mit der erhöhten
Temperatur des Schneidmessers dafür, daß ein Schnitt erfolgen kann,
solange die Schneidetemperatur in der Nähe des oder über dem
jeweiligen Schmelzpunkt des zu schneidenden Materials liegt. Dann
kann erfindungsgemäß eben auch
ein Schnitt mit geringer Geschwindigkeit – falls aufgrund einer erhöhten Schnittgenauigkeit
erwünscht – in die
Tiefe des Materials hinein erfolgen, bei dem nur sehr geringe Druckkräfte benötigt werden.
Trotz langsamen Schneidens ist die Bearbeitungszeit jedoch erfindungsgemäß immer
noch relativ kurz in Relation zur Laserbearbeitung.
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Durch
den niedrigen Auflagedruck der Messerschneiden 22 ist jedoch
gewährleistet,
daß auf
der Sichtseite des Pro dukts, hier im Ausführungsbeispiel der Instrumententafel,
keinerlei Abdruck erzeugt wird. Auf Grund der geringen Wärmeleitfähigkeit
der zu schneidenden Materialien – es werden ja meistens Kunststoffe,
insbesondere thermoplastische Stoffe oder Duroplaste geschnitten – sowie
aufgrund einer gering gehaltenen Verweilzeit der Schneidmesser im Umkehrpunkt
bei maximaler Schnitttiefe kann ausgeschlossen werden, daß die Dekorschicht über die
Hitzeeinwirkung der Messerschneide einen optisch sichtbaren Schaden
erleidet.
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Wie
ein Fachmann weiter erkennt, kann gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
durch eine einzige, vergleichsweise kurze steuernde Schnittbewegung
im wesentlichen senkrecht zur Fläche
des zu schneidenden Materials der Präzisionsschnitt durchgeführt werden,
ohne daß es
einer aufwendigen Steuerung von Schneidmesser oder Laserstrahl in Längsrichtung
der vorgegebenen Konturlinie bedarf, denn erfindungsgemäß wird die
gesamte Kontur vorzugsweise samt Dekorschicht gleichzeitig oder
zumindest abschnittsweise gleichzeitig geschnitten.
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Damit
werden die Taktzeiten bei der Produktion erhöht, wodurch die Produktivität erhöht wird. Gleichzeitig
ist eine Kontrolle der Schnitttiefe dadurch möglich, daß die Messer erst dann für die Rückziehbewegung
umgesteuert werden, wenn der mechanische Anschlag erfolgt ist. Dabei
kann das Signal für
die Rücksteuerung
beispielsweise durch einen elektrischen Kontakt an einem oder mehreren der
vorgesehenen Anschläge
direkt erzeugt werden, oder im Zusammenhang mit einer Sensorsteuerung, wie
es nachfolgend beschrieben wird.
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In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Schneidanlage
sind mehrere, fest mit dem Messerhalter 20 verbundene Wegsensoren
für Wegmesssysteme
vom Stand der Technik vorhanden, die den zurückgelegten Weg der Messerschneide
bezogen auf eine fest vorgegebene Startstellung erfassen, wobei
neben den Wegpunkten für den
Schnittfortschritt vorzugsweise zugehörige Zeitwerte und insbesondere
diese Daten am Umkehrpunkt, d.h. bei maximaler Schnitttiefe für eine Kontrollauswertung
und Protokollierung gespeichert werden. Die Startstellung ist vorzugsweise
eine Nullstellung der Messer in der oben erwähnten Geschlossen-Stellung
der Anlage. Vorzugsweise befinden sich zumindest zwei Wegmeßsysteme
an den beiden Längsenden
der Schnittkontur.
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Des
weiteren ist in bevorzugter Weise auf Basis der durch die Wegsensoren
ermittelten Wegmessungen in der programmierten Logik für die Schnittsteuerung
oder ggf. Schnittregelung eine Geschwindigkeitssteuerung vorgesehen.
Diese ist vorzugsweise so programmiert, daß bei Überschreiten einer vorgebbaren
Schnittgeschwindigkeit der dafür ursächliche
Steuerdruck gesenkt wird, wodurch sich die Schnittbewegung wieder
verlangsamt.
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Damit
können
vom Schichtaufbau her eher problematische Schichtfolgen präzise geschnitten werden,
ohne daß ein
unkontrolliertes Schneiden stattfindet. Dies ist insbesondere dann
wichtig, wenn zuerst eine relativ harte Schicht mit relativ hohem Schmelzpunkt,
etwa einem Thermoplast mit zur Verstärkung eingearbeiteten Glasfasern
geschnitten werden soll und danach eine relativ weiche Schicht mit
einem gegebenenfalls niedrigen Schmelzpunkt.
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Erfindungsgemäß werden
die über
die Wegsensoren gelieferten Signale von der Steuerungslogik überwacht
und ausgewertet. Wenn diese Auswertung ergibt, daß, beispielsweise
bei zwei von insgesamt vier Wegsensoren die erforderliche Schnitttiefe
erreicht ist, so wird die Druckausübung auf den einen (zentralen)
Steuerzylinder für
die Schneidmesser gezielt verringert oder gestoppt, um eine entsprechende
Umsteuerung für
die Rückziehbewegung
durchführen
zu können.
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Sind
mehrere Steuerzylinder für
den Schneiddruck vorhanden, können
dann sogar gezielt bestimmte der Zylinder drucklos gemacht werden, während andere
auf ggf. einem geringeren Wert bleiben, um den Schnitt in "ihren" Bereichen zu vollenden.
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In
vorteilhafter Weise kann aus einem oder mehreren Wegsignalen und
einer Zeitquelle die jeweils aktuelle Schneidgeschwindigkeit durch
die Steuerungseinheit errechnet werden. Ergibt sich nun ein sehr
plötzlicher
Anstieg der Schneidgeschwindigkeit, so kann daraus geschlossen werden,
daß gerade
eben das Messer von einer harten Schicht in eine weiche Schicht
hineingestoßen
ist. Somit kann ein plötzlicher,
zu steiler oder zu hoher Anstieg ausgenutzt werden, um den Druck
auf die Steuerzylinder zu erniedrigen, um eine präzise, kontrollierte
Schneidbewegung mit nunmehr verminderter Schnittgeschwindigkeit
durchführen
zu können.
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Die
Wegsensoren ergeben ein Signal, das anstelle oder in Kombination
mit dem mechanischen Anschlag, wie er weiter oben beschrieben wurde, dazu
ausgenutzt werden kann, um die Vorwärtsbewegung der Schneidmesser
zu stoppen, zu verlangsamen oder eine Rückziehbewegung durchzuführen.
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Dafür muß die programmierbare
Logikeinheit der Steuerungseinrichtung nur über einen entsprechend vorgegebenen
Grenzwert des Weges verfügen.
Wird dieser Grenzwert bei der Wegmessung erreicht, und dies über die
Signalauswertung der Logik mitgeteilt, so wird ein entsprechender
Rückziehvorgang
von der Steuerungseinrichtung ausgelöst.
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In
weiterer Abwandlung der erfindungsgemäßen Schwächungsverfahren kann in vorteilhafter Weise
die Rückziehgeschwindigkeit
der Schneidmesser aus dem Material heraus konstant oder alternativ
in Abhängigkeit
vom Ort der Messerschneide im Schnittgraben vorgegeben werden. Dazu
werden die doppelt ansteuerbaren Steuerzylinder mit einem entsprechend
vorgegebenen Druck angesteuert, wodurch sich eine entsprechende
Rückziehgeschwindigkeit
einstellt.
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Beispielsweise
kann mit einer anfänglich langsamen,
dann aber gesteigerten, und am Rand des Schnittgrabens wieder bewusst
verringerten Rückziehgeschwindigkeit
ein gutes Ergebnis erzielt werden, bei dem einerseits eine zu intensive
Verschmutzung des Messers vermieden wird und andererseits sichergestellt
wird, daß die
Messerschneiden langsam genug zurückgezogen werden, um einen sauberen
Schnitt zu hinterlassen, bei dem möglicherweise vorhandene Schnittreste
durch Abrieb, etc. weggeschmolzen werden. Insbesondere der Wulst 50 in
den 4-19 kann abgerundet werden, um im Falle der
Explosion des Airbags für
den Menschen gefährliche
Rückstände zu vermeiden.
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Weitere
Einzelheiten zum eigentlichen Schneiden durch verschiedene Materialverbunde werden
weiter unten noch beschrieben.
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2 zeigt, wie die Schneidmesser 22 in
einen 3-Schichten-Verbund
aus Trägerschicht 38, Schaumschicht 40 und
Dekorschicht 42 des Produkts bis kurz vor Beginn der Dekorschicht 42 vorgedrungen
ist. Aus 2, die durchaus
realistische Schichtdicken-Verhältnisse
zeigt, wird ersichtlich, daß der
erfindungsgemäße Schneidevorgang
nicht trivial ist, da eine hohe Präzision gerade beim Schwächen der
letzten, oft sehr dünnen
Dekorschicht verlangt ist. Die erfindungsgemäße Schneidvorrichtung realisiert
eine Schnitttiefengenauigkeit von etwa 1 bis 3/100 Millimetern.
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In 3 ist in Ergänzung zur
Beschreibung von 1 eine
weitere erfindungsgemäße Variante eines
Ausführungsbeispiels
der Schneidvorrichtung gezeigt, die anstelle von nur einem hydraulisch
bewegten Messerhalter 20 zwei aufweist, die nacheinander
zum Einsatz kommen. Die Verwendung von mehreren Messerhaltern und
Schneidmessern empfiehlt sich dann, wenn die zu schneidenden Oberflächen des
Produkts eine relativ starke Krümmung
aufweisen und es wichtig ist, daß die Bewegung der Messerschneiden
parallel zu der Messerschneidenfläche ist. Dies ist bei den weitaus überwiegenden Fällen eine
relativ zwingende Randbedingung, um eine saubere Schnittgeometrie
zu erzeugen, um Hinterschneidungen zu vermeiden und um hohe Standzeiten
der Messer zu erlangen.
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3 zeigt einen ähnlichen
Aufbau wie 1, insbesondere
hinsichtlich der Lagerung des Produktes in dem Anlageformstück 10,
sowie der Niederhalter 12 und seinen Führungen, sowie der Basisplatte 15 und
des Sockels 13.
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Es
sind jedoch zwei getrennte Schneidmessereinheiten vorgesehen, die
unabhängig
voneinander arbeiten. Die eine Schneidmesservorrichtung ist im oberen
Teil der Figur im ausgefahrenen Zustand im Eingriff mit dem Produkt
gezeigt.
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Sie
enthält
im Wesentlichen einen Hydraulikzylinder 44A, der fest mit
dem schraffiert gezeichneten, als Anschlagstück ausgebildeten Rahmenteil 46 des
Oberwerkzeugs verbunden ist. Die Schneideinheit weist ferner eine
Schieberführung 49a auf,
die eine lineare Verschiebung des Messerhalters 20a von
einem eingezogenen Zustand – siehe
untere Messereinheit – in
einen ausgezogenen Zustand – siehe
obere Schneideinheit – zuläßt. Der
Schneiddruck kann ebenso wie oben beschrieben fein eingestellt werden,
um den aktuellen Situationen während des
Schneidens gerecht zu werden.
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Wenn
der eine Schneidvorgang mit dem in 3 oben
dargestellten Schieber beendet ist, und der Messerhalter 20a wieder
in die eingezogene Stellung zurückgefahren
worden ist, kann der zweite Schneidvorgang durchgeführt werden,
in dem die untere Schneideinheit mit dem Messerhalter 20B und dem
Schieber 48B zum Einsatz kommt. Das Schnittergebnis kann über eine
gezielte Auswertung durch Vergleich zwischen je weiligen, gespeicherten
Istwerten, insbesondere denen am Umkehrpunkt der Schneidebewegung
und vorgegebenen Sollwerten kontrolliert werden. Sicherheitsgefährdende
Ausschussprodukte können
somit sicher erkannt werden.
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Wenn
beide Schnitte erfolgreich durchgeführt worden sind, das Schnittergebnis
gegebenenfalls kontrolliert worden ist, und der Schnitt als erfolgreich
qualifiziert werden kann, kann auch der zweite Schieber wieder eingezogen
werden und das Produkt aus der Schneidvorrichtung entfernt werden,
wie es zuvor im Zusammenhang mit 1 beschrieben wurde.
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In
den 4 bis 7 ist eine Abfolge während des
erfindungsgemäßen Schneidvorgangs
dargestellt, wobei ein Träger
verwendet wird, der an der Stelle der Schwächung nicht selbst vorgeschwächt ist.
In den Figuren ist jeweils in einer Schnittdarstellung von oben
nach unten der Niederhalter 12, Trägerschicht 38, Schaumschicht 40,
Dekorschicht 42 sowie das Anlageformstück 10 als Konturgegenlage gezeichnet.
Eine willkürlich
gewählte
Form ist dabei als Beispiel angenommen.
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Die
Dicke der Dekorschicht ist aus Klarheitsgründen et was zu groß dargestellt.
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Wie
eingangs erwähnt,
ist die Trägerschicht 38 meist
härter
als die darunter liegende Schaumschicht 40 und die Dekorschicht 42.
In 4 ist das Schneidmesser 22 beim
Aufsetzen auf die Trägerschicht
durch eine Öffnung
im Niederhalter gezeigt. In 5 hat
das Schneidmesser auf Grund des auf sie wirkenden Drucks nach unten
und ihrer schmelzenden Wirkung die Trägerschicht 38 fast
vollständig durchdrungen,
wobei sich am Schnitteingang beidseitig der Schneidmesser ein Wulst 50 aus
aufgeschmolzenem Material ablagert.
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In 6 hat das Schneidmesser 22 bereits die
Schaumschicht 40 vollständig
durchdrungen und hat die Dekorschicht 42 bis zu der verlangten
Restwandstärke
geschwächt.
Dies ist die Phase, in der entweder der mechanische Anschlag, wie
oben erwähnt,
erreicht wurde, oder alternativ oder in Kombination miteinander
ein Wegsensor ein entsprechendes Rückfahr-Signal in Verbindung
mit der oben erwähnten
Steuerungslogik erzeugt.
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In 7 ist das Schneidmesser 22 in
der zurückgefahrenen
Stellung gezeigt. Die Schnittgeometrie selbst entspricht der Querschnittskontur
des Schneidmessers. Das Material aus dem Schnittgraben ist teilweise
in aufgeschmolzener Form als Wulst 50 erkennbar oder beim
Schneiden selbst bereits verdampft.
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In
den 8 bis 11 ist eine analoge Schnittabfolge
gezeigt, wobei jedoch die Trägerschicht 38 in
einem separaten Arbeitsgang bereits vorgeschwächt wurde, beispielsweise direkt
beim Gießen des
Trägerformteils.
Der Vorteil beim Schneiden einer bereits vorgeschwächten Trägerschicht 38 ist
darin zu sehen, daß das
Schneiden mit der erfindungsgemäßen Schneidvorrichtung
auf das wirklich wesentliche beschränkt wird, nämlich das vollständige Durchtrennen
von Trägerschicht 38 nur
noch durch die Ausnehmung 52, von Schaumschicht 40 und
das "Nur-Schwächen" der Dekorschicht 42.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß das Schäumen der Schaumschicht 40 trotz
Schwä chung
der Trägerschicht 38 immer
noch uneingeschränkt
möglich
ist, da die Trägerschicht
immerhin noch geschlossen ist.
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Für die weitere
Beschreibung kann auf die Beschreibung der 4 bis 7 verwiesen
werden.
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In
den 12 bis 15 ist eine analoge Schnittabfolge
dargestellt, bei der die Trägerschicht 38 nicht
vorgeschwächt,
dafür jedoch
die Dekorschicht 42 bereits in einem separaten Arbeitsgang
vorgeschwächt
wurde, s. Ausnehmung 54. Ein solches Vorgehen kann sich
empfehlen, wenn sehr hohe Genauigkeitsanforderungen an die Eindringtiefe
des Schneidmessers in die Dekorschicht gestellt werden. Dies kann
beispielsweise der Fall sein, wenn die Dekorschicht selbst sehr
dünn ist – etwa 1
bis 1,5 Millimeter und deren Reststärke nach erfolgter Schwächung etwa
2/10mm bis 3/10 mm oder darunter betragen soll. In einem solchen
Fall kann die Tatsache ausgenutzt werden, daß es einfacher ist, die Schwächung der
Dekorschicht separat durchzuführen, wenn
sie in einer Ebene liegt und dort eben bearbeitet werden kann.
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In 14 ist das Schneidmesser
soweit vorgedrungen, daß eine
gewisse Restwandstärke
X in der Schaumschicht stehen bleibt, um nicht zu riskieren, das
Schneidmesser bis in die Dekorschicht vordringen zu lassen. Ein
unbeabsichtigtes Durchstoßen
der Dekorschicht wäre
dann unter Umständen
zu befürchten,
wenn der Fokus beispielsweise auf sehr schnelle (und damit gröbere) Bearbeitung
der Werkstücke
gelegt wird.
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Erfindungsgemäß ist also
das Schneidverfahren auch für
Fälle anwendbar,
bei denen die Dekorschicht bereits vorge schwächt ist. Abweichend von 14 und 15 kann jedoch, wenn es gewollt ist, auch
die Schaumschicht 40 vollständig durchdrungen werden, wenn
dies erforderlich ist. Verzichtet man jedoch auf eine vollständige Durchdringung
der Schaumschicht 40, so ergibt sich als Vorteil, daß der Schichtaufbau
mit einer weitaus geringeren Schnitttiefengenauigkeit vorgenommen
werden kann, da die Dekorschicht 42 bereits vorher geschwächt wurde. Die
Schaumschicht 40 hat eine so geringe Reißfestigkeit,
daß es
keinerlei Schwierigkeiten beim Aufreißen der Sollbruchlinie gibt.
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16 bis 19 zeigt eine analoge Schnittabfolge,
wobei eine vorgeschwächte
Trägerschicht und
eine vorgeschwächte
Dekorschicht verwendet wird. Für
eine solche Kombination im Schichtaufbau gilt das, was oben jeweils
für die
einzelnen Fälle – vorgeschwächte Dekorschicht
beziehungsweise vorgeschwächte
Trägerschicht – in Alleinstellung
gesagt wurde.
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In 20 ist ein elektrisch erhitzbares Schneidmesser 22 mit
in der Klinge vorhandenen Verzahnungen mit Anschlüssen an
die Pole einer Gleichspannugsquelle gezeigt. Das Schneidmesser wird
also direkt und komplett in zusammenhängenden, elektrisch leitfähigen Abschnitten
erhitzt.
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In 21 erhitzen in den Messerhalter 20 eingelassene
Heizpatronen 24, die vorzugsweise als in Sand und/oder
Keramik eingebetteter Ohmscher Widerstand in einem Metallrohr ausgebildet
sind, die Schneidmesser 22 indirekt. Eine gute Wärmeleitung sollte
dafür zwischen
Halter 20 und Schneidmesser 22 gegeben sein.
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In 22 ist ein Temperierkanal 26 im
Halter 20 der Schneidmesser 22 vorhanden. Dieser
heizt den Halter und über
Wärmeleitung
auch die Schneidmesser auf. Er wird mit einem geeigneten heissen Medium
permanent durchströmt,
um eine konstante Temperatur am Schneidmesser zu halten.
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In
den 23 bis 29 sind verschiedene Schwächungskonturen
gezeigt. Alle hier jetzt gezeigten Schwächungskonturen sind prinzipiell
geeignet, um eine geeignete Airbag-Ausbruchöffnung zu bilden.
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23 zeigt als Konturlinie
eine horizontale Linie 37, die sich beispielsweise durch
Verwendung eines einzigen Schneidmessers herstellen läßt. 24 zeigt eine H-förmige Konturlinie 37,
die sich je nach Krümmungsverhältnissen
durch Verwendung von einem einzigen (wenig Krümmung), zwei oder drei (viel
Krümmung
längs der
vertikal gezeichneten Linien des H) Schneidmessern herstellen läßt. Gleiches
gilt für 25 und 26, bei denen die äußeren senkrechten Abschnitte
der Konturlinien 37 eine bestimmte Form aufweisen, entweder
einen Halbkreis bilden oder ein eckig ausgebildetes C.
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27 zeigt eine Schwächungskontur 37, wobei
im wesentlichen drei Seiten eines Rechtecks geschwächt werden,
und die vierte – eine
lange Seite – nicht.
Die stehen bleibende, lange Seite übernimmt die Funktion eines "Scharniers", daß heißt, wenn
die Sollbruchlinie aufreißt,
so bleibt die vorerwähnte
untere Seite stehen und das abgelöste Stück der Airbag-Abdeckung klappt
nach vorne, unten auf.
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28 zeigt eine aus 27 hervorgehende Schwächungskonturlinie 37,
wobei zusätzlich
die untere Seite von außen
kommend jeweils geschwächte
Abschnitte besitzt.
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29 geht wiederum aus 28 hervor, wobei zusätzlich auch
noch der in 28 stehen
gebliebene Bereich zwei zusätzliche,
nicht miteinander verbundene lineare Schwächungsbereiche enthält, die
symmetrisch angeordnet sind. Die in 28 und 29 angedeuteten Maßnahmen
können
sich dann empfehlen, wenn das Material des Schichtverbundes eine
relativ hohe Reißfestigkeit
hat oder seine Steifigkeit so groß ist, daß die Scharnierwirkung, also
die Klappbewegung des abgelösten
Teils der Abdeckung noch weiter unterstützt werden muß.
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Auch
abschnittweise, in geringem Abstand überlappende Schnitte (nicht
gezeigt) können
gebildet werden, um bestimmte Wirkungen des Aufreißens oder
Stehenbleiben von Material zu bewirken.
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Obwohl
die vorliegende Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
vorstehend beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern
auf vielfältige
Weise modifizierbar.
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Die
oben beschriebene Schneidanlage kann nun in vorteilhafter Weise
gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung als kombinierte Schneid-Stanzanlage ausgebildet sein,
bei der in einem separaten Verfahrensabschnitt die Instrumententafel
aus einem dafür
vorgesehenen Rohling ausgestanzt wird und in einem anderen Verfahrensabschnitt
die erfindungsgemäße Materialschwächung selbst
vorgenommen wird. Die vorbeschriebene Anlage ist dazu lediglich
mit entsprechenden Stanzwerkzeugen ausgerüstet.
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Hieraus
resultiert der klare Vorteil, daß das Produkt beziehungsweise
der Rohling für
das Produkt nur ein einziges Mal in die Anlage eingelegt beziehungsweise
herausgenommen wird, wodurch Produktionsverfahren wesentlich effizienter
ausgeführt werden
können.
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Erfindungsgemäß können alle
im Stand der Technik üblichen
Ausführungen
der Schneide des Schneidmessers 22 verwendet werden, je
nach beabsichtigter Wirkungs beispielsweise wird die Schneidendicke
an das zu schneidende Material, an die Schnitttiefe, an die Materialhärte, an
die Schnittgeschwindigkeit, sowie die beabsichtigte Standzeit des
Messers der Art angepaßt
werden, daß ein
möglichst
optimaler Kompromiss aus den vorgenannten Größen erzielt werden kann.
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Ähnliches
gilt für
die verwendeten Schneidenwinkel und "Spitzenwinkel" (bei Schnittdarstellung der Messerschneide).
Auch hier sollte das Messer so ausgebildet sein, daß eine ausreichende
mechanische Stabilität
und damit Standzeit bei vertretbarer Schneidkraft vorhanden ist.
Beispielsweise kann dafür
die Schneide so ausgebildet sein, daß sie zunächst schlank auf die Schnittkante
zuläuft
und dann jedoch in einem im Vergleich dazu stumpferen, Spitzenwinkel
endet. Dies führt
zu einem guten Kompromiss zwischen Schneidqualität und Standzeit, weil die Spitze
in gewisser Weise entschärft
ist.
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Des
weiteren können
die Schneiden der verwendeten Schneidmesser auch Verzahnungen – s. auch 20 – oder andere, beispielsweise
wellenförmige
Ausbuchtungen aufweisen. Hierdurch wird prinzipiell, wie im Stand
der Technik grundsätzlich
bekannt – eine
Verringerung des gleichzeitig eindringenden Messerquerschnitts beziehungsweise
Volumens erreicht. Dadurch kann – insbesondere beim Schwächen der
Dekorschicht – mit
vermindertem Druck gearbeitet werden. Allerdings sollten die Verzahnungen
parallel zur Schneidrichtung angeordnet sein, um keine Hinterschnitte
zu bilden, die eine sehr starke Verschmutzung des Messers nach dem Schneidvorgang
nach sich ziehen können.
Grundsätzlich
ist auch hier ein entsprechender Kompromiss zwischen Schneidkraft,
Standzeit und dem Querschnitt des durch die Verzahnung stehen bleibenden
Restquerschnitts anzustreben.
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Das
erfindungsgemäße Schneidverfahren kann
auch auf Monoschichten oder andere Schichtzusammensetzungen oder
Schichtenverbunde angewendet werden. Es ist also nicht auf den Anwendungsbereich
der Airbagabdeckungen beschränkt.
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Insbesondere
ist die Wegerfassung sinnvoll mit einer Steuerung des Schneiddrucks
kombinierbar, um auch bei sehr inhomogenen Schichtabfolgen z.B. – weich/hart/sehr
weich/hart – ein
kontrolliertes, aber dennoch effizientes und präzises Konturschneiden zu ermöglichen.
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Schließlich können die
Merkmale der Unteransprüche
im wesentlichen frei miteinander und nicht durch die in den An sprüchen vorliegende
Reihenfolge miteinander kombiniert werden, sofern die Merkmale unabhängig voneinander
sind.