DE10122001A1 - Verankerungspfahl und Verfahren zur Herstellung desselben - Google Patents
Verankerungspfahl und Verfahren zur Herstellung desselbenInfo
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Abstract
Der erfindungsgemäße Ramm-/Hochdruckinjektionspfahl besteht in seinem oberen Teil aus einem Rammpfahl, der in seiner Längsrichtung eine Durchführung aufweist, und in seinem unteren Teil aus einem Hochdruckinjektionspfahl. In seinem Inneren verläuft eine Längsbewehrung.
Description
Die Erfindung betrifft die Konstruktion von Verankerungspfählen, speziell zur
Verankerung von Baugrubensohlen.
Baugrubensohlen oder Bauwerksbodenplatten werden beispielsweise mit
Rammpfählen verankert, die als Fertigteil, meist aus Beton, hergestellt wer
den. Diese Rammpfähle, die im Falle eines Betonfertigteils in ihrem Innern ei
ne käfigartige Bewehrung aufweisen, sind aufgrund ihrer hochwertigen Her
stellung sowohl gegenüber Zugkräften als auch gegenüber Druckkräften sehr
widerstandsfähig. Sie müssen allerdings dergestalt ausgeführt sein, daß sie in
den Boden eingerammt werden können. Das bedeutet aber, daß sie nur von
solchem Durchmesser sein dürfen und mit einer ebenen Oberfläche ausge
stattet sein müssen, daß sie beim Einrammen das Erdreich noch hinreichend
leicht durchdringen können. Genau dies verhindert aber auch eine gute Haf
tung im Erdreich bei Zugbeanspruchung, wie sie bei Auftrieb der Sohle auftritt.
Es müssen dann erheblich mehr Pfähle gesetzt werden um dem gleichen
Auftrieb widerstehen zu können.
Baugrubensohlen werden auch mit Hochdruckinjektionspfählen (HDI-Pfählen)
gegen Auftrieb gesichert. Die Hochdruckinjektionspfähle bestehen jedoch nur
aus einem Beton, der durch Erdvermörtelung entsteht. Je nach Bodenart, z. B.
bei Ton, entsteht ein Vermörtelungskörper mit nur geringer Zugfestigkeit im
Vergleich zu normalem Beton. Der Vermörtelungskörper weist aber aufgrund
seiner rauhen unregelmäßigen Oberfläche und seines größeren Durchmes
sers, der am unteren Ende hergestellt werden kann, eine größere Veranke
rungskraft auf. In seinem Innern ist der Pfahl mit einem GEWI®-Stab längsbe
wehrt.
Die Zugbruchlast eines Fertigteil-Rammpfahles wird dadurch allerdings nicht
erreicht.
Aus der CN 1143137 ist es ferner bekannt, in einen durchgehenden Kanal in
einem Betonrammpfahl nach dessen Einrammen ins Erdreich Beton einzu
pressen, der dann am unteren Ende austritt. Auf diese Weise ist jedoch nur
ein relativ kleiner Betonpfropfen am unteren Ende des Fertigteils herstellbar,
der zudem keine Bewehrung aufweist und daher nur die Belastbarkeit des
Pfahles gegenüber Druckkräften erhöht, nicht jedoch gegenüber den viel
wichtigeren Zugkräften, die den Auftrieb der Sohle verhindern sollen.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verankerungspfahl anzugeben, der die
Druck- und Zugfestigkeit des Rammpfahles mit der Auftriebssicherheit eines
Hochdruckinjektionspfahles verbindet. Aufgabe der Erfindung ist auch ein
Verfahren zur Herstellung eines solchen Verankerungspfahles.
Die Erfindung wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
Der erfindungsgemäße Verankerungspfahl besteht hierzu aus einem längeren
oberen Teil, der wie ein Rammpfahl als hochwertiges Fertigteil, bevorzugt
Betonfertigteil mit Bewehrung, gefertigt ist, und einem darunter anschließen
den kürzeren Teil, welcher als Hochdruckinjektionspfahl ausgebildet ist. Der
obere als Fertigteil ausgeführte Bereich weist in seiner Längsrichtung eine
Durchführung auf, in welcher sich im späteren vollendeten Pfahl ein Beweh
rungsstab befindet, der sich nach unten in den Hochdruckinjektionsteil hinein
erstreckt. Der Bewehrungsstab ist bevorzugt im Bereich der Durchführung mit
Beton, vorzugsweise Zementstein, korrosionssicher ummantelt.
Der untere Teil des Pfahles, der als Hochdruckinjektionspfahl ausgebildet ist,
weist bevorzugt einen gegenüber dem oberen Teil vergrößerten Durchmesser
auf (erweiterter Pfahlfuß). Auf diese Weise wird die Verankerungskraft im um
gebenden Erdreich drastisch erhöht, so daß bei Anwendung dieses Systems
weniger Pfähle zur Verankerung einer Sohle nötig sind.
Die Fertigung des erfindungsgemäßen Pfahles erfolgt vor Ort im Boden. Hier
zu wird zuerst der vorgefertigte obere Teil des erfindungsgemäßen Pfahles,
gegebenenfalls unter Verwendung einer oben angesetzten Verlängerung, ei
ner sogenannten Jungfer, in den Boden eingerammt, eingedrückt oder auch
eingespült. Bevorzugt ist hierbei die Durchführung durch diesen Pfahlteil an ih
rem unteren Ende durch eine Kappe oder einen Stopfen verschlossen, um die
Durchführung freizuhalten. Die Durchführung kann auch durch eine dünne
Betonwand verschlossen sein.
Anschließend wird ein Hochdruckinjektionsbohrgestänge durch die Durchfüh
rung nach unten geführt, durchstößt dort den eventuell vorhandenen Ver
schluß und bohrt dann unter gleichzeitiger Rotation und Bodenvermörtelung
weiter in die Tiefe. Alternativ wird erst in die Tiefe gebohrt und beim Ziehen
des Bohrgestänges unter Hochdruckinjektion der Boden bis zum unteren En
de des oberen Pfahlteils vermörtelt. Bevorzugt wird dabei ein deutlich größerer
Durchmesser dieses Pfahlteils gegenüber dem oberen Pfahlteil erzeugt.
Übliche Bemessungen des unteren erfindungsgemäßen Pfahlteils sind eine
Länge von ungefähr 0,5 bis drei Metern bei einem Durchmesser von etwa 0,3
bis 1,5 Metern. Form und Größe dieses unteren Pfahlteils ergeben sich aus
der Beschaffenheit des umgebenden Bodens und den aufzunehmenden
Kräften.
Nachdem der Hochdruckinjektionskörper hergestellt ist, wird das Bohrgerät
emporgezogen. Bevorzugt wird dabei reine Zementsuspension eingepreßt, so
daß der Hochdruckinjektionskörper, oder die Durchführung des oberen Fer-
tigteils oder beide Teile in ihrem Innern eine Säule aus Zementsuspension
enthalten.
Durch die Durchführung im oberen Pfahlteil wird anschließend ein Beweh
rungsstab in den Hochdruckinjektionskörper hinein abgesenkt. Der Beweh
rungsstab (zum Beispiel 6EWI®-Stab) reicht bevorzugt bis an das obere Ende
des oberen Pfahlteils, oder sogar darüber hinaus. Im Falle einer noch nicht mit
ausgehärtetem Zement aufgefüllten Durchführung (oder im Falle einer Plasti
kummantelung) kann dann nach Erhärtung des unteren Hochdruckinjektions
körpers der Stab unter Zugspannung und damit der gesamte Pfahl unter
Druckspannung gesetzt werden, was bei späterer Zugbeanspruchung zu klei
neren Verformungen und zu Druckspannungserhalt im Fertigpfahlbeton führt.
Erst anschließend kann dann bevorzugt der Hohlraum der Durchführung mit
einer vor Korrosion schützenden Zementsuspension ausgefüllt werden.
Anstelle eines einfachen Bewehrungsstabes sind Konstruktionen denkbar, die
die Bewehrung im unteren Hochdruckinjektionskörper verbessern. Um den
noch durch die gegenüber dem Durchmesser des Hochdruckinjektionskörpers
schmale Durchführung des oberen Pfahlteils zu passen, müssen sie sich im
Hochdruckinjektionskörper aufweiten lassen. Denkbar sind z. B. radiale Kon
struktionen, z. B. Litzen, die sich unten ähnlich wie bei einem Regenschirm
durch elastische Kräfte nach Austritt aus der unteren Öffnung der Durchfüh
rung von selber öffnen, oder durch Hilfsvorrichtungen von oben aufgespreizt
werden. Um ein mögliches Festklemmen der Bewehrung in der Durchführung
bei einem eventuell nötigen Zurückziehen zu verhindern, sind die Enden der
radial abspreizbaren Bewehrungsstäbe zum zentralen Bewehrungsstab hin
kufenartig gekrümmt.
Es sind auch sich aufrollende Konstruktionen denkbar, ähnlich wie bei den
bekannten Stents zur Stützung von Herzkranzgefäßen.
Die Fig. 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel für einen erfindungsge
mäßen Pfahl in einer Baugrubensohle. Der obere Pfahlteil ist als Betonfertig
teil mit käfigartiger Bewehrung ausgeführt, die aus dem unteren Teil des
Pfahlteils herausragt und in den Erdvermörtelungskörper als Bewehrung ein
gebettet ist (aus Gründen der Übersichtlichkeit ist sie in der Figur nur in die
sem Bereich als Käfig abgebildet). Ein solches Herausragen der Bewehrung
aus der Unterseite des oberen Pfahlteils ist nur in weichen Böden möglich.
Der untere Pfahlteil ist gegenüber dem oberen im Durchmesser erweitert. In
seinem Inneren enthält er einen Kern aus Zementstein. Auch die Durchfüh
rung im oberen Teil des Pfahles ist mit Zementstein gefüllt. Als Bewehrungs
stab dient ein einfacher GEWI®-Stab, der am oberen Teil des Fertigteils ver
spannt ist.
1
Betonfertigteil des erfindungsgemäßen Pfahles
2
käfigartige Bewehrung des Fertigteils
3
Hochdruckinjektionskörper
4
Bewehrungsstab (GEWI®)
5
Zementstein
6
Verspannmutter
7
Erdreich
8
Baugrubensohle
9
Durchführung durch Fertigteil
Claims (9)
1. Verankerungspfahl für Baugrubensohlen oder Bauwerksbodenplatten,
dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem oberen und einem unteren Ab
schnitt besteht, wobei der obere Abschnitt ein Fertigteil mit in Längsrich
tung sich erstreckender Durchführung ist und der untere Abschnitt als
Hochdruckinjektionskörper gefertigt ist und außerdem der Hochdruckinjek
tionskörper durch eine in die Durchführung ragende Bewehrung verstärkt
ist.
2. Verankerungspfahl nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Fertigteil ein Betonfertigteil ist, welches
eine käfigartige Bewehrung aufweist, und daß die Durchführung in Längs
richtung vor der Fertigung des Hochdruckinjektionskörpers am unteren En
de des Fertigteils durch eine Wand, einen Stopfen oder eine Kappe ver
schlossen oder auch offen ist.
3. Verankerungspfahl nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrung des Hochdruckinjektionskör
pers sich durch die Durchführung nach oben bis zum oberen Ende des
Fertigteils oder darüber hinaus ersteckt.
4. Verankerungspfahl nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrung ein GEWI®-Stab ist.
5. Verankerungspfahl nach mindestens einem der Ansprüche 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrung gegen das obere Ende des
Fertigteils gespannt worden ist.
6. Verankerungspfahl nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Durchführung beim fertiggestellten Pfahl
mit einer aushärtbaren Masse gefüllt ist.
7. Verankerungspfahl nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hochdruckinjektionskörper in seinem
Inneren eine Säule aus Zementstein enthält, in der die Bewehrung einge
bettet ist.
8. Verfahren zur Herstellung eines Verankerungspfahles nach mindestens ei
nem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
zuerst das Fertigteil in den Boden eingerammt, eingedrückt oder eingespült wird, anschließend ein Bohrer mit seitlicher Düsenstrahldüse durch die Durch führung nach unten geführt wird und von dort aus direkt unterhalb des Fer tigteils im Hochdruckinjektionsverfahren durch Erdvermörtelung einen Hochdruckinjektionskörper herstellt,
und nach dem Entfernen des Bohrgerätes eine Bewehrung durch die Durchführung bis in den Hochdruckinjektionskörper eingeführt wird.
zuerst das Fertigteil in den Boden eingerammt, eingedrückt oder eingespült wird, anschließend ein Bohrer mit seitlicher Düsenstrahldüse durch die Durch führung nach unten geführt wird und von dort aus direkt unterhalb des Fer tigteils im Hochdruckinjektionsverfahren durch Erdvermörtelung einen Hochdruckinjektionskörper herstellt,
und nach dem Entfernen des Bohrgerätes eine Bewehrung durch die Durchführung bis in den Hochdruckinjektionskörper eingeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß während des Ziehens des Bohrgerätes Ze
mentsuspension eingepreßt wird, die eine Zementsäule im Hochdruckin
jektionskörper erzeugt, in der später die Bewehrung sitzt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001122001 DE10122001A1 (de) | 2001-05-05 | 2001-05-05 | Verankerungspfahl und Verfahren zur Herstellung desselben |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001122001 DE10122001A1 (de) | 2001-05-05 | 2001-05-05 | Verankerungspfahl und Verfahren zur Herstellung desselben |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10122001A1 true DE10122001A1 (de) | 2002-11-07 |
Family
ID=7683820
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2001122001 Withdrawn DE10122001A1 (de) | 2001-05-05 | 2001-05-05 | Verankerungspfahl und Verfahren zur Herstellung desselben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10122001A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN119195128A (zh) * | 2024-11-15 | 2024-12-27 | 重庆市轨道交通设计研究院有限责任公司 | 一种用于减少基坑开挖量的筒式锚具结构预埋嵌入方法 |
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-
2001
- 2001-05-05 DE DE2001122001 patent/DE10122001A1/de not_active Withdrawn
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