DE10118382A1 - Hautfaltenbehandlungsmittel - Google Patents
HautfaltenbehandlungsmittelInfo
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Abstract
Verwendung eines Extrakts aus Pflanzenteilen von Hamamelis virginiana zur Behandlung von Hautfalten.
Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Extrakt aus
Pflanzenteilen von Hamamelis virginiana und diesen Extrakt
enthaltende Arzneimittel.
Die Zaubernuß oder Hexenhasel Hamamelis virginiana ist seit
langem als Arzneipflanze bekannt. Pharmakologisch wichtige
Inhaltsstoffe sind die Gerbstoffe wie z. B. das Hamamelitannin,
eine Digalloyl-α-hydroxymethyl-D-ribose, sowie freie
Gallussäure und Flavonoide, die durch Extraktion der Rinde
gewonnen werden, sowie die aus den Blättern durch
Wasserdampfdestillation erhältlichen etherischen Öle. Ihre
Wirksamkeit ist für leichte Hautverletzungen, lokale
Entzündungen der Haut und Schleimhäute, Hämorrhoiden und
Krampfaderbeschwerden anerkannt (BGA im Bundesanzeiger vom 21.
August 1985, Seite 154). Daneben finden Hamamelis-Extrakte auch
Anwendung in kosmetischen Präparaten.
Schließlich wird in der PCT-Anmeldung FR 90/00200 (WO 90/13304)
eine Zusammensetzung pflanzlichen Ursprungs auf
Proanthocyanidin-Basis beschrieben, bei der mindestens 50 Gew.-
% der in ihr enthaltenen Moleküle ein relatives
Molekulargewicht von über 2000 aufweisen, wobei von diesem
Anteil etwa 40 Gew.-% der Moleküle mit Gerbfunktion aus
Proanthocyanidinen bestehen. Diese Zusammensetzung ist im
wesentlichen frei von etherischen Ölen und anderen lipophilen
Substanzen und von Zuckern, weitere Substanzen, die nicht in
dieser Zusammensetzung enthalten sein sollen, sind pflanzliche
Proteine, Pyrogallol-Gerbstoffe, freie Gallussäure,
Hydroxybenzoesäuren, Flavonoide, die nicht zu den Flavandiolen
gehören, sowie Oligomere dieser Flavandiole. Als geeignete
Pflanzen zur Extraktion dieser Gerbstoffe werden z. B. einige
Koniferen-, Ingwer-, Quebracho- und Mimosenarten mit einem
hohen Gehalt an kondensierten Gerbstoffen angesehen. Das in der
obengenannten PCT-Anmeldung beschriebene Verfahren zur
Isolierung dieser Zusammensetzung besteht darin, den zunächst
gewonnenen alkoholischen Primärextrakt zur Trockene
einzudampfen und anschließend mit mindestens drei
Lösungsmitteln von unterschiedlicher Polarität in
Gegenstromverteilung zu behandeln. Ein weiteres vorgeschlagenes
Verfahren sieht vor, den alkoholischen Primärextrakt über eine
Ultrafiltration zu reinigen, wobei die Ausschlußgrenze der
verwendeten Membran für ein globuläres Protein in wäßriger
Lösung bei 20000 Dalton liegen soll. Die so erhaltenen Extrakte
enthalten Proanthocyanidine mit einem Molekulargewicht von über
2000, und zeigen eine hohe Wirksamkeit gegenüber HSV 1 und
einer Anzahl weiterer Viren bei gleichzeitig geringer
Cytotoxizität.
In der EP 496 649 A wird die Aktivität von Hamamelisextrakten
als UV-Schutz und als gegen Radikale wirkendes Mittel sowie
Sonnenschutzmittel, mittels des Extrakts üblicher wässriger
oder wässrig alkoholischer Extraktion, beschrieben.
Trotz der gut bekannten Anwendbarkeit bei den eingangs
genannten Indikationen sind Hautfalten bekämpfende Wirkungen
von wäßrig-alkoholischen Hamamelis-Extrakten unbekannt.
Es besteht daher ein Bedürfnis, neue Anwendungen für Hamamelis-
Extrakte zu erschließen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Hamamelis-Extrakt zur
Behandlung von Hautfalten zur Verfügung zu stellen.
Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung eines Extrakt aus
Pflanzenteilen von Hamamelis virginiana zur Behandlung von
Hautfalten.
Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass der
erfindungsgemäße Extrakt Hautfalten im Gesicht, insbesondere an
den Augen und im Halsausschnitt zurückbildet.
Daneben zeigt der erfindungsgemäße Extrakt signifikante lokale
antiphlogistische Wirkungen und Radikalfängereigenschaften in
pharmakologischen Modellen.
Gegenstand der Erfindung sind auch Arzneimittel, zur Behandlung
von Hautfalten, die den Extrakt enthalten, gegebenenfalls
zusammen mit üblichen, pharmakologisch verträglichen Hilfs- und
Zusatzstoffen. Auch der Zusatz weiterer Wirkstoffe ist möglich,
sofern diese Wirkstoffe mit dem Extrakt kompatibel sind.
Beispiele hierfür sind Wirkstoffe mit antiseptischen oder
antiinflamatorischen Eigenschaften. Bei den pharmakologisch
verträglichen Hilfs- und Zusatzstoffen kann es sich um übliche
Salbengrundlagen, Tablettierhilfsstoffe, Farb-, Geschmacks-,
Geruchsstoffe und dergleichen handeln.
Bei dem Verfahren zur Herstellung des Hamamelis-Trockenextrakts
wird ein wäßrig-alkoholischer Auszug der Hamamelis-Droge,
vorzugsweise der getrockneten Rinden, der nachfolgend
"Primärextrakt" genannt wird, durch Ultrafiltration unter
Verwendung einer Ultrafiltrationsmembran mit einer nominellen
molekularen Ausschlußgrenze von jeweils 20000 bis 3000 Dalton,
vorzugsweise 10000 Dalton, besonders bevorzugt 3000 Dalton
fraktioniert, wonach das jeweils erhaltene Retentat, das die
Inhaltsstoffe mit einem Molekulargewicht von wenigstens 20000
Dalton, beziehungsweise 10000 Dalton sowie 3000 Dalton enthält,
abgetrennt, von Lösungsmitteln befreit und getrocknet wird.
Das dabei jeweils erhaltene Filtrat, das Inhaltsstoffe mit
einem Molekulargewicht von weniger als 20000 Dalton, bzw. 10000
Dalton, bzw. 3000 Dalton hat, wird verworfen.
Das jeweils von der Ultrafiltrationsmembran zurückgehaltene
Retentat wird anschließend in wäßrig-alkoholischer,
vorzugsweise wäßrig-ethanolischer Lösung mit einem
Ethanolgehalt von etwa 70 Vol.-%, aufgenommen, der Alkohol wird
behutsam abgezogen, worauf schließlich getrocknet, vorzugsweise
gefriergetrocknet wird. Das Retentat enthält jeweils die
Inhaltsstoffe des Primärextrakts mit einem Molekulargewicht von
wenigstens 20000 Dalton, bzw. 10000 Dalton oder bzw. 3000
Dalton, darunter kondensierte Gerbstoffe vom Typ der
Proanthocyanine. Die Retentat-Ausbeute liegt, bezogen auf das
Gewicht der als Ausgangsdroge verwendeten Hamamelis-Rinde,
zwischen 4 und 12%, vorzugsweise zwischen 5 und 8%. Dem
Retentat können gegebenenfalls übliche Hilfs- und Zusatzstoffe
zugemischt werden.
Der erfindungsgemäß als Ausgangsmaterial eingesetzte
Primärextrakt wird gewöhnlich durch Extraktion der Droge mit 50
bis 80 Vol.-%igem Alkohol, vorzugsweise Ethanol, hergestellt,
anschließend getrocknet und für die Fraktionierung bzw.
Ultrafiltration wieder in die Form einer wäßrig-alkoholischen
Lösung gebracht. Hierzu wird der getrocknete Primärextrakt
vorzugsweise in 25%igem wäßrigem Ethanol gelöst, und zwar in
solcher Menge, dass die Lösung einen Gehalt von 5 Gew.-%
Primärextrakt aufweist.
Alternativ kann auf die Trocknung bzw. Isolierung des
Primärextrakts verzichtet werden; in diesem Falle wird der
Primärextrakt konzentriert, auf einen Ethanolgehalt von 25% und
einen Trockenextraktgehalt von 5% eingestellt und dann die so
erhaltene Lösung durch Ultrafiltration fraktioniert.
Der erfindungsgemäß erhaltene Trockenextrakt zeigt neben den
bereits genannten antiphlogistischen Eigenschaften eine hohe
Hautfalten rückbildende Wirksamkeit und kann vorteilhaft zur
Herstellung von Arzneimitteln, beispielsweise zur Bekämpfung
von Hautfalten, zur Therapie von Hautverletzungen, Entzündungen
der Haut und der Schleimhäute und somit zur Wundheilung
verwendet worden. Er läßt sich auf übliche Weise in eine Fett-
oder Emulsionssalbe, ein Gel, einen Stift oder eine andere
topische Darreichungsform einarbeiten.
Die Erfindung wird anhand des folgenden Ausführungsbeispiels
weiter erläutert:
Getrocknete, grob gepulverte Hamamelis-Rinde als Ausgangsdroge
wird mit 68 bis 72 Vol.-%igem Ethanol bei etwa 58-60°C
extrahiert. Dieser Primärextrakt wird schonend am Vakuum
getrocknet.
Dabei wird ein erster Trockenextrakt mit einem Hamamelitannin-
Gehalt von 20% erhalten. Die Ausbeute an diesem ersten
Trockenextrakt beträgt 19 bis 20%, bezogen auf das Gewicht der
Ausgangsdroge.
Dieser Trockenextrakt wird dann in 25%igem wäßrigem Ethanol
(V/V) gelöst, so das eine 5%ige Lösung erhalten wird. Drei
derartige Lösungen werden dann jeweils über eine
Ultrafiltrationsspiralpatrone mit einer unteren nominellen
molekularen Trenngrenze von jeweils 20000 Dalton, bzw. 10000
Dalton und bzw. 3000 Dalton bei einem Druck von 1 bis 2 bar
filtriert. Die Kalibrierung der Ultrafiltrationsmembran wird
mit Hilfe von Cytochrom c ausgeführt, wobei die Rückhalterate
an Cytochrom C größer als 90% gewählt wird. Die zu
filtrierende Lösung wird dabei jeweils auf etwa ein Drittel bis
etwa auf die Hälfte des Ausgangsvolumens filtriert und
anschließend mit 25%igem Ethanol wieder auf das
Ausgangsvolumen aufgefüllt. Auf diese Weise wird praktisch bis
zur Farblosigkeit des Filtrats filtriert. Das jeweilige
Retentat wird mit 70%igem Ethanol (V/V) aus der Spiralpatrone
ausgewaschen, anschließend am Vakuum von Ethanol befreit und
schließlich gefriergetrocknet.
Auf diese Weise werden durch Extraktion von 1750 g Hamamelis-
Rinde etwa 350 g an getrocknetem Primärextrakt erhalten, woraus
jeweils 102 g Retentat gewonnen werden, was einer Ausbeute von
ca. 6%, bezogen auf die Ausgangsdroge, entspricht.
- a) Die Hautfalten rückbildende Wirksamkeit der Hamamelis- Extrakte verschiedener Hamamelis-Extrakte werden auf ihre Wirksamkeit gegen Hautfalten untersucht und mit den jeweiligen Extrakten verglichen
Durch visueller Prüfung wurde festgestellt, dass bereits der
nach üblichen Methoden erhaltene Primärextrakt eine Hautfalten
rückbildende Wirkung aufweist. Das gemäß Beispiel a) erhaltene
Filtrat zeigt bereits eine bessere Wirkung, wobei die Wirkung
über die Retentate mit 20000 Dalton, 10000 Dalton bis zu 3000
Dalton immer weiter steigt.
6,0% Polyethylenglycerinsorbitanisostearat
13,50% Paraffin subl.
4,00% Mikrowachs
11,50% mittelkettige Triglyceride
2,00% Glycerol (85%)
5,00% Propylenglykol
0,70% MgSO4
13,50% Paraffin subl.
4,00% Mikrowachs
11,50% mittelkettige Triglyceride
2,00% Glycerol (85%)
5,00% Propylenglykol
0,70% MgSO4
× 7 H2
O
55,30% Aqua purificata (DAB 10) werden miteinander vermischt und in bekannter Weise in eine topische Darreichungsform eingearbeitet.
55,30% Aqua purificata (DAB 10) werden miteinander vermischt und in bekannter Weise in eine topische Darreichungsform eingearbeitet.
6,0% Polyethylenglykolsorbitanisostearat
13,5% Paraffin
4,0% Mikrowachs
11,5% mittelkettige Triglyceride
5,0% Propylenglykol
1,0% Benzylalkohol
2,0% Lecithin
0,7% MgSO4
13,5% Paraffin
4,0% Mikrowachs
11,5% mittelkettige Triglyceride
5,0% Propylenglykol
1,0% Benzylalkohol
2,0% Lecithin
0,7% MgSO4
× 7 H2
O
54,3% Aqua purificata (DAB 10)
54,3% Aqua purificata (DAB 10)
Claims (5)
1. Verwendung eines Extrakt aus Pflanzenteilen von Hamamelis
virginiana zur Behandlung von Hautfalten.
2. Verwendung eines Extrakt aus Pflanzenteilen von Hamamelis
virginiana zur Behandlung von Hautfalten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Extrakt um
einen Trockenextrakt aus Pflanzenteilen von Hamamelis
virginiana handelt, der, gegebenenfalls neben üblichen
Hilfs- und Zusatzstoffen, ausschließlich solche
Inhaltsstoffe eines wäßrig-alkoholischen Auszugs der
Hamamelis-Droge enthält, die durch eine
Ultrafiltrationsmembran mit einer nominellen molekularen
Trenngrenze von 20000 Dalton zurückgehalten werden.
3. Verwendung eines Extrakt aus Pflanzenteilen von Hamamelis
virginiana zur Behandlung von Hautfalten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Extrakt um
einen Trockenextrakt aus Pflanzenteilen von Hamamelis
virginiana handelt, der, gegebenenfalls neben üblichen
Hilfs- und Zusatzstoffen, ausschließlich solche
Inhaltsstoffe eines wäßrig-alkoholischen Auszugs der
Hamamelis-Droge enthält, die durch eine
Ultrafiltrationsmembran mit einer nominellen molekularen
Trenngrenze von 10000 Dalton zurückgehalten werden.
4. Verwendung eines Extrakt aus Pflanzenteilen von Hamamelis
virginiana zur Behandlung von Hautfalten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Extrakt um
einen Trockenextrakt aus Pflanzenteilen von Hamamelis
virginiana handelt, der, gegebenenfalls neben üblichen
Hilfs- und Zusatzstoffen, ausschließlich solche
Inhaltsstoffe eines wäßrig-alkoholischen Auszugs der
Hamamelis-Droge enthält, die durch eine
Ultrafiltrationsmembran mit einer nominellen molekularen
Trenngrenze von 3000 Dalton zurückgehalten werden.
5. Arzneimittel, nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur
Behandlung von Hautfalten gegebenenfalls zusammen mit
üblichen, pharmakologisch verträglichen Hilfs- und
Zusatzstoffen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10118382A DE10118382A1 (de) | 2001-04-12 | 2001-04-12 | Hautfaltenbehandlungsmittel |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10118382A DE10118382A1 (de) | 2001-04-12 | 2001-04-12 | Hautfaltenbehandlungsmittel |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10118382A1 true DE10118382A1 (de) | 2002-10-17 |
Family
ID=7681436
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10118382A Withdrawn DE10118382A1 (de) | 2001-04-12 | 2001-04-12 | Hautfaltenbehandlungsmittel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10118382A1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2004032946A1 (de) * | 2002-10-08 | 2004-04-22 | Irene Boldt | Hautfaltenbehandlungsmittel |
| EP1454620A3 (de) * | 2003-03-06 | 2005-04-13 | Kao Corporation | Mittel gegen Alterung der Haut oder zur Verbesserung des Hautzustandes |
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| FR3030273A1 (fr) * | 2014-12-23 | 2016-06-24 | Laboratoires Lea | Composition comprenant un extrait de lotus, un extrait d'hamamelis et du zinc, et son utilisation cosmetique |
-
2001
- 2001-04-12 DE DE10118382A patent/DE10118382A1/de not_active Withdrawn
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