DE10118131A1 - Verfahren zum berührungslosen Detektieren von Teilen aus Verbundwerkstoffen - Google Patents
Verfahren zum berührungslosen Detektieren von Teilen aus VerbundwerkstoffenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Temperaturverteilung an den Oberflächen wie auch im Inneren von Teilen aus Verbundwerkstoffen (1). Dies trifft insbesondere auf Flugzeugteile aus Verbundwerkstoffen (1) zu, die mit Heizbahnen (6) versehen sind. In regelmäßigen Abständen, entweder im Flugzeug selbst oder in Werkhallen, sollen die relevanten Teile gewartet und geprüft werden und mit diesem bildgebenden Verfahren etwaige Fehlerquellen frühzeitig aufgespürt werden, so dass es keinen Ausfall von Enteisungsanlagen bei Vereisungsgefahr geben kann.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Temperaturverteilung an
den Oberflächen wie auch im Inneren von hochsicherheitsrelevanten Teilen aus
Verbundwerkstoffen, insbesondere von Flugzeugteilen.
Bei der Herstellung, sowie bei lang- oder mittelfristigem Einsatz von zum Teil groß
flächigen, hochsicherheitsrelevanten Teilen aus Verbundwerkstoffen kann es zu
Lufteinschlüssen, Rissen, Inhomogenitäten oder Delaminationen sowohl im Materi
al selbst, als auch zwischen den einzelnen Komponenten kommen. Diese struktu
rellen Schwächen vermindern in der Regel die Festigkeit und damit die Qualität
des Produktes. Es ist daher wünschenswert, möglichst frühzeitig bei Funktions
kontrollen, die in regelmäßigem Abstand insbesondere bei Flugzeugen erfolgen,
diese Fehler oder Schwächen zu erkennen, dies auch, um korrigierend in den Her
stellungs- oder Reparaturprozess eingreifen zu können.
Es sind verschiedene Verfahren zur Erkennung von Materialschwächen bekannt:
So gibt es punktuell messende Systeme wie z. B. Ultraschall, radiometrische, in duktive oder kapazitive Methoden, die Auskunft über die Materialschwächen in ei nem kleinen Messfeld geben. Um mit diesen Methoden eine 100%-ige Kontrolle von großflächigen Teilen aus Verbundwerkstoffen zu ermöglichen, müssen punk tuell messende Verfahren zeitraubend über das gesamte Objekt geführt werden. Diese punktuell messenden Verfahren sind für eine 100%-ige On-Line- Fertigungskontrolle in der Regel wegen des zeitaufwendigen Scannens der Ver bundwerkstoffteile nicht zeitgünstig zu verwenden. Gleichzeitiges paralleles Betrei ben mehrerer Geräte verkürzt in der Regel zwar die Messzeit, macht aber die Messeinrichtungen entsprechend teuer.
So gibt es punktuell messende Systeme wie z. B. Ultraschall, radiometrische, in duktive oder kapazitive Methoden, die Auskunft über die Materialschwächen in ei nem kleinen Messfeld geben. Um mit diesen Methoden eine 100%-ige Kontrolle von großflächigen Teilen aus Verbundwerkstoffen zu ermöglichen, müssen punk tuell messende Verfahren zeitraubend über das gesamte Objekt geführt werden. Diese punktuell messenden Verfahren sind für eine 100%-ige On-Line- Fertigungskontrolle in der Regel wegen des zeitaufwendigen Scannens der Ver bundwerkstoffteile nicht zeitgünstig zu verwenden. Gleichzeitiges paralleles Betrei ben mehrerer Geräte verkürzt in der Regel zwar die Messzeit, macht aber die Messeinrichtungen entsprechend teuer.
Ein anderes Verfahren ist die optische Inspektion der Oberfläche von Verbund
werkstoffteilen im sichtbaren Licht, wobei Fehler in der Oberflächenschicht schnell
und flächenhaft detektiert werden.
Interferometrische Messsysteme, wie z. B. das elektronische Specklemuster Inter
ferometer können Fehler auch im Inneren von Materialproben ganzflächig vermes
sen. Sie sind aber wegen ihrer großen Empfindlichkeit gegen äußere Störeinflüsse
nicht einfach und zuverlässig in den Qualitätskontrollprozess - sowohl bei Ferti
gung, als auch bei Reparaturen - zu integrieren.
Verfahren zur Bestimmung der Temperaturverteilung an den Oberflächen und im
Inneren von Bauelementen sind als thermografische Verfahren schon lange in der
einschlägigen Industrie bekannt.
Als Stand der Technik sei hier die DE 340 711 A1 benannt, in der mittels Thermo
grafle beaufschlagte Prüfkörper, z. B. Flugzeugteile, angeführt sind.
Weiterhin ist aus der DE 197 03 484 A1 ein Verfahren zur zerstörungsfreien Prü
fung von Materialien und Materialverbunden auf innere Fehler mittels Thermografie
bekannt, wobei im zu untersuchenden Bereich ein Wärmestrom erzeugt wird, der
an Fehlerstellen gestört ist.
Eine weitere Schrift, nämlich die DE 199 19 441 A1, zeigt ein Verfahren zur Fest
stellung von Unregelmäßigkeiten oder Fehlerstellen an Kunst- oder Dämmstoffen,
wobei auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz kommt.
Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, eine sichere Methode zu
rechtzeitiger Erkennung beschädigter, sicherheitsrelevanter Bauteile, insbesondere
bei Flugzeugteilen zu finden, um Schäden von Mensch und Material abzuwenden.
Dies wird durch die Anwendung des an sich bekannten Thermografieverfahrens
mit einer Wärmequelle, einer hochauflösenden Wärmebildkamera, einem Rechner
und einem Monitor für die Fertigungs-, Qualitäts- und Funktionskontrolle von in den
Verbundwerkstoffen eingebetteten Heizleiterbahnen erreicht, wie auch für das Er
kennen des Verlaufs der Heizleiterbahnen, insbesondere bei Reparaturen von Kor
rosionsschäden, Bahnunterbrechungen und mangelhaften Kabelanschlusspunkten.
Diese Heizleiterbahnen in Flugzeugteilen aus Verbundwerkstoffen sind von hoch
sicherheitsintensiver Relevanz im Flugbetrieb, sollen sie doch im Falle von Verei
sungen des Flugzeuges wirksam gesetzt werden, um bei Vereisungsgefahr
Mensch und Gerät zu schützen. Die hochsicherheitsrelevanten Bauteile mit den in
ihnen eingebetteten Heizleiterbahnen werden mit der erfinderischen Anwendung
der Thermografle sicher geprüft.
Diese Prüfung kann sowohl in und am Flugzeug, wie aber auch durch Ausbau der
Teile und nachfolgender Inspektion in den dazu vorgesehenen Werkshallen mittels
des erfinderischen Verfahrens durchgeführt werden.
Die Vorteile der Thermografie bzw. IR-Technik ergeben sich dadurch, dass die
Temperaturmessung an sehr heißen wie auch unzugänglichen Objekten berüh
rungslos möglich ist, und keine Beeinflussung des Messobjektes oder des Prozes
ses erfolgt, weiterhin durch die Schnelligkeit, es ist also ein Echtzeitsystem mit bis
zu 50 Bildern/Sekunde. Die Bildgebung ist flächenhaft und ermöglicht sehr genaue
Temperaturinformationen (mit einer Genauigkeit von kleiner als +/- 0,1 Grad Cel
sius bei einer dementsprechenden Reproduzierbarkeit, daher wird eine hochsensi
tive Temperaturauflösung erzielt).
In detaillierter Ausführung der Prüfmethode erfahren die Teile aus Verbund
werkstoffen durch den entsprechenden Einsatz einer geeigneten Wärmequelle ei
ne gleichmäßige Temperaturerhöhung, z. B. durch ein als Kreuzgang ausgewiese
nes, seitliches Hin- und Herbewegen eines Heißluftgebläses, bis ein farblich ho
mogenes Bild auf dem Monitor der Wärmbildkamera erkennbar wird und solcher
Art mittels einer Temperaturdifferenzmessung die Fehler bzw. Schadstellen infolge
schlechterer Wärmeableitung sichtbar werden. Solcher Art wird eine Topografie -
also eine Landkarte - der zu prüfenden Heizleiterbahnen sichtbar, wobei beim Start
von einer homogenen Temperaturverteilung ausgegangen werden muss.
In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens wird die Wärmebildkamera auf die er
wärmte Fläche des Verbundwerkstoffs fokussiert, in dem Level und Span über die
Automatik der Kamera angeglichen werden und das Fixieren des erfassten Bildes
durch nochmaliges Abgleichen auf den vorhandenen Temperaturbereich mit ab
schließendem Speichern des Bildes erfolgt. Auf diese Weise wird eine Feinein
stellung des Wärmebildes mit evtl. Fehleranzeige erzielt.
In vorteilhafter Weise sind Heizbahnen bzw. -zonen mäanderförmig angeordnet, so
dass entsprechende Heizleistungsfaktoren optimierbar sind.
Als Heißluftgebläse kann ein handelsüblicher Föhn eingesetzt werden, so dass
sich die Verwendung der erfindungsgemäßen Methode verbilligt und auch infolge
seiner Handlichkeit gut im Einsatz direkt im oder am Flugzeug bewährt.
Das Verfahren hat den Vorteil, dass zur Funktionskontrolle der Heizbahnen statt
der Benutzung der Wärmequelle eine geeignete elektrische Spannung an den
Heizleitern angelegt wird, so dass die Heizleiterbahnen sich selbst erwärmen, was
Ihre Funktion und ihren Verlauf zu beurteilen erlaubt.
Die Erfindung ist in einer Figure dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Schemaskizze des erfinderischen Verfahrens.
Aus der Fig. 1 sind die schematischen wie auch bildhaften Einzelheiten des erfin
derischen Verfahrens zu entnehmen. So zeigt die Fig. 1 "Prinzipskizze Thermo
grafie" das zu untersuchende Objekt (1) mit den dort eingebauten Heizleiterbahnen
(6).
Auf das Teil aus Verbundwerkstoff (1) ist die Wärmequelle (2) gerichtet; das Teil
(1) mit den dort eingebauten Heizleiterbahnen (6) strahlt die Wärme zurück auf die
Wärmebildkamera (IR-Kamera) (3), die wiederum mit Rechner (4) und Monitor (5)
gekoppelt ist, so dass über die Rechnerauswertung auf Monitor (5) das Bild des
geprüften Teils (1) einschliesslich der Heizleiterbahnen (6) erkennbar wird. Dabei
werden auch im Material bzw. an den Heizleiterbahnen (6) vorhandene Fehler, wie
auch der Verlauf der Heizleiterbahnen selbst, gut sichtbar. Aktiviert man hingegen
die Heizleiterbahnen (6) durch Anlegen einer elektrischen Spannung, können, oh
ne Wärmequelle von außen, die Heizleiterbahnen hinsichtlich Verlauf, der eigentli
chen Funktion bzw. lokalen Störungen geprüft werden.
1
Teil aus Verbundwerkstoff
2
Wärmequelle (z. B. Heißluftgebläse)
3
IR-Kamera (Wärmebildkamera)
4
Rechner
5
Monitor
6
Heizbahnen bzw- -zonen mit Anschlussstellen
Claims (6)
1. Verfahren zur Bestimmung der Temperaturverteilung an den Oberflächen wie auch
im Inneren von Teilen aus hochsicherheitsrelevanten Verbundwerkstoffen, insbe
sondere Flugzeugteilen, gekennzeichnet durch die Anwendung, des an sich be
kannten Thermografieverfahrens mit einer Wärmequelle (2), einer hochauflö
senden Wärmebildkamera (3), einem Rechner (4) und einem Monitor (5) für die
Fertigungs-, Qualitäts- und Funktionskontrolle von in den Verbundwerkstoffen (1)
eingebetteten Heizleiterbahnen (6), wie auch für das Erkennen des Verlaufs der
Heizleiterbahnen (6), insbesondere bei Reparaturen von Korrosionsschäden,
Bahnunterbrechungen und mangelhaften Anschlusspunkten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teile aus Ver
bundwerkstoffen (1) durch den entsprechenden Einsatz einer Wärmequelle (2) ei
ne gleichmäßige, geringfügige Temperaturerhöhung erfahren, z. B. durch ein als
Kreuzgang ausgewiesenes, seitliches Hin- und Herbewegen eines Heißluftgeblä
ses (2), bis ein farblich homogenes Bild auf dem Monitor (5) der Wärmebildkamera
(3) erkennbar wird und solcher Art mittels einer Temperaturdifferenzmessung die
Fehler bzw. Schadstellen infolge schlechterer Wärmeableitung sichtbar werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärme
bitdkamera (3) auf das erwärmte Teil aus Verbundwerkstoffen fokussiert wird, indem
Level und Span über die Automatik der Kamera (3) ausgeglichen werden und
das Fixieren des erfassten Bildes durch nochmaliges Abgleichen auf den vorhan
denen Temperaturbereich mit anschließendem Speichern des Bildes erfolgt.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Heiz
bahnen bzw. -zonen (6) mäanderförmig angeordnet sind.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass als Wärmequelle (2) ein handelsüblicher Föhn eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, insbesbondere da
durch gekennzeichnet, dass zur Funktionskontrolle statt der Benutzung der Wär
mequelle (2) eine geeignete elektrische Spannung an den Heizleitern (6) angelegt
wird.
Priority Applications (1)
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| DE2001118131 DE10118131C2 (de) | 2001-04-11 | 2001-04-11 | Verfahren zur thermographischen Fertigungs-, Qualitäts- und Funktionskontrolle von in Flugzeugteilen eingebetteten Heizleiterbahnen |
Applications Claiming Priority (1)
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ID=7681262
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10118131C2 (de) |
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| CN105548251A (zh) * | 2016-01-25 | 2016-05-04 | 西安工程大学 | 一种导线覆冰过程对流换热系数测量装置及测量方法 |
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-
2001
- 2001-04-11 DE DE2001118131 patent/DE10118131C2/de not_active Expired - Lifetime
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