DE10118723A1 - Verfahren zur Oberflächenbearbeitung eines Werkstückes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Oberflächenbearbeitung eines Werkstückes und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung (1) zur Oberflächenbearbeitung eines Werkstückes (2), insbesondere zum Entgraten, bei dem ein Flüssigkeitsstrahl (5) mit hohem Druck auf einen zu bearbeitenden Bereich des Werkstückes (2), insbesondere einen Fräsgrat (4), gerichtet wird. Um zu verhindern, daß der gegenüber dem Werkstück (2) hervortretende Fräsgrat (4) durch den Flüssigkeitsstrahl (5) lediglich verformt und nicht, wie gewünscht, abgetrennt wird, hat die Vorrichtung (1) eine beweglich angeordnete Düse (6). Hierdurch wird der Flüssigkeitsstrahl (5) in schneller Abfolge aus unterschiedlichen Richtungen auf den Fräsgrat (4) gelenkt, der hierdurch einer ständigen Verformungskraft ausgesetzt ist, ohne etwa durch zu hohe Krafteinleitung gegen das Werkstück (2) gepreßt zu werden. Der Fräsgrat (4) wird durch die ständige Verformung schließlich zuverlässig abgetrennt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Oberflächenbearbeitung eines Werkstückes, ins
besondere zum Entgraten, bei dem ein Flüssigkeitsstrahl mit hohem Druck auf einen zu
bearbeitenden Bereich des Werkstückes gerichtet wird. Weiterhin betrifft die Erfindung
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung der genannten Art werden in der Praxis eingesetzt,
um eine beispielsweise bei der spannenden Bearbeitung auftretende Gratbildung mit ge
ringem Aufwand entfernen zu können. Dabei trifft der Hochdruckflüssigkeitsstrahl auf den
zu entfernenden Bereich der Oberfläche des Werkstückes, der dadurch abgetrennt und
anschließend von der Flüssigkeit abtransportiert wird.
Dabei eignet sich ein Verfahren der genannten Art auch zum Einsatz bei solchen Werk
stücken, deren Oberfläche nur sehr eingeschränkt zugänglich ist. Beispielsweise zeigt die
DE 40 15 412 C1 eine Vorrichtung zur Entgratung von Mündungspunkten wenigstens
zweier Bohrungen im Inneren eines Werkstückes. Hierbei wird eine rotierende Lanze an
eine Hochdruckwasserversorgung angeschlossen. An mehreren am Umfang gegenüber
liegenden Austrittskanälen tritt das Wasser mit hohem Druck aus und gelangt so auf die
zu entgratenden Wandabschnitte der Bohrungen, deren störende Bestandteile dabei
entfernt werden. Der rotierende Antrieb der Sonde bewirkt dabei, daß der Grat durch den
Wasserstrahl sicher getroffen wird.
Es ist weiterhin durch die DE 35 07 923 A1 eine Strahleinrichtung zum Entgraten von
ringförmigen Zonen an Werkstückober- oder innenflächen an Bohrungsmündungen oder
Bohrungskreuzungen bekannt, bei der ein Hochdruckflüssigkeitsstrahl aus einem Düsen
kopf austritt. Die Düsenkopföffnung ist dabei als eine Ringdüse zum Erzeugen eines etwa
kegelförmigen oder zylinderförmigen Hohlstrahles ausgeführt. Die Düsenöffnung wird
koaxial zu der jeweils zu entgratenden Ringzone positioniert. Hierdurch kann auf eine
Bewegung des Düsenkopfes verzichtet werden und zugleich die Pumpenleistung verrin
gert werden, da kein Vollstrahl der Flüssigkeit erzeugt werden muß.
In der Praxis hat es sich bei der vorstehend beschriebenen Bearbeitung als hinderlich
erwiesen, daß der unerwünschte Grat durch den auftreffenden Flüssigkeitsstrahl oftmals
nicht, wie gewünscht, abgetrennt, sondern lediglich verformt wird. Dabei wird der Grat
beispielsweise umgebogen, wodurch das nachfolgende Entfernen des Grates zusätzlich
erschwert wird.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der ein
gangs genannten Art zu schaffen, durch welches die Entfernung von unerwünschten Be
standteilen der Oberfläche des Werkstückes zuverlässig und mit geringem Aufwand er
reicht wird. Weiterhin soll eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens geschaffen
werden.
Die erstgenannte Aufgabe wird gelöst mit einem Verfahren gemäß den Merkmalen des
Patentanspruchs 1.
Erfindungsgemäß ist es also vorgesehen, daß der Flüssigkeitsstrahl in schneller Abfolge
aus unterschiedlichen Richtungen auf den zu bearbeitenden Bereich gelenkt wird. Hier
durch wird der Grat mit schnell wechselnden, unterschiedlichen Krafteinwirkungen beauf
schlagt, wobei jeweils eine begrenzte Verformung des Grates auftritt. Hierdurch tritt bei
jeder Umformung eine Veränderung der Werkstoffeigenschaften im Bereich der Biege
stelle ein, die schließlich zu einem Bruch führt. Daher kann der Grad auf diese Weise
zuverlässig abgetrennt werden, ohne daß eine unerwünschte Verformung zu befürchten
ist. Zugleich können mit dem Verfahren auch solche Oberflächenabschnitte bearbeitet
werden, deren zu entfernende Oberflächenbestandteile jeweils eine Bearbeitung durch
den Flüssigkeitsstrahl aus abweichenden Richtungen erfordern, wie dies beispielsweise
bei der Entfernung von Beschichtungen oder Lacken eintritt.
Die zweitgenannte Aufgabe, eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu
schaffen, wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Düse relativ zu der Vorrichtung
beweglich angeordnet ist. Hierdurch kann in einfacher Weise die gewünschte Umkehrung
des Flüssigkeitsstrahles erfolgen, indem lediglich die Düse oder ein die Düse tragender
Abschnitt der Vorrichtung beweglich angeordnet ist. Der Flüssigkeitsstrahl kann dabei
kontinuierlich aus der Düse austreten, so daß eine permanente, wechselnde Krafteinwir
kung sichergestellt ist.
Dabei ist eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung dadurch erreicht,
daß die Düse um eine im wesentlichen horizontale Achse schwenkbar an der Vorrichtung
angeordnet ist. Hierdurch trifft der Flüssigkeitsstrahl beispielsweise abwechselnd von
verschiedenen Seiten auf den Oberflächenabschnitt des Werkstückes auf. Dabei kann in
schneller Abfolge eine Umkehrung der angreifenden Verformungskräfte erreicht werden,
wodurch der gegenüber dem Oberflächenabschnitt hervortretende Grat in kurzer Zeit
abgetrennt wird.
Eine weitere, besonders zweckmäßige Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird
dadurch geschaffen, daß die Düse um eine im wesentlichen vertikale Achse drehbeweg
lich an der Vorrichtung angeordnet ist, um dadurch problemlos eine Krafteinleitung aus
allen Richtungen zu erreichen, die zu einer zuverlässigen Trennung des Grates führt.
Dabei kann die Vorrichtung mit einer Drehachse ausgestattet sein, um die ein die Düse
aufnehmender Abschnitt der Vorrichtung umlaufend drehbeweglich angeordnet ist. Eine
andere vorteilhafte Abwandlung wird auch erreicht, wenn die Düse zwischen zwei End
positionen hin- und herbeweglich angeordnet ist, wodurch die Anordnung der Zuleitungen
für die Flüssigkeit erleichtert wird. Hierzu kann die Düse mit einem flexiblen Schlauch
ausgestattet sein, welcher die gewünschte eingeschränkte Beweglichkeit ermöglicht.
Besonders vorteilhaft ist es auch, wenn die Düse mittels eines Antriebes beweglich ist.
Hierdurch kann der zeitliche Ablauf der mittels des Flüssigkeitsstrahles übertragbaren
Krafteinwirkung in optimaler Weise an die Werkstoffeigenschaften und die Geometrie des
gegenüber der Oberfläche hervortretenden Grates abgestimmt werden, der dadurch in
minimaler Zeit abgetrennt werden kann.
Eine weitere, besonders einfache Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird dadurch
geschaffen, daß die Düse durch die Rückstoßkraft der aus der Düse austretenden Flüssigkeit
antreibbar ist. Hierdurch entfällt der zusätzliche Aufwand für einen Antrieb wobei
die Geschwindigkeit der beweglichen Düse insbesondere durch den Flüssigkeitsdruck
bestimmt wird.
Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres
Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend be
schrieben. Diese zeigt jeweils in einer seitlichen, teilweise geschnittenen Darstellung in
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer gebogenen Zuleitung;
Fig. 2 eine weitere Vorrichtung mit einem eine Düse aufnehmenden Formkörper.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zur Oberflächenbearbeitung eines
Werkstückes 2 mit einem gegenüber einer Oberfläche 3 des Werkstückes 2 hervortreten
den Fräsgrat 4. Dieser unerwünschte Fräsgrat 4 wird mittels eines Hochdruck
flüssigkeitsstrahles 5, welcher aus einer Düse 6 der Vorrichtung 1 mit einer im wesentli
chen quer zu einer Haupterstreckung des Fräsgrates 4 auftreffenden Wirkrichtung aus
tritt, getrennt. Um dabei ein unerwünschtes Verbiegen oder ein Anpressen des Fräsgra
tes 4 gegen die Oberfläche 3 zu vermeiden, wird der Flüssigkeitsstrahl 5 in schneller
Abfolge aus unterschiedlichen Richtungen auf den Fräsgrat 4 gelenkt. Hierzu ist die Düse
6 an einer gebogenen Zuleitung 7 angeordnet, deren vertikaler Abschnitt 8 mit einem
handelsüblichen Antrieb 9 verbunden ist. Hierdurch kann die Drehzahl der um eine im
wesentlichen vertikale Achse 10 rotierenden Düse 6 an die Werkstoffeigenschaften und
die Geometrie des Fräsgrates 4 angepaßt werden, um so den Trennvorgang zu be
schleunigen. Der Fräsgrat 4 wird dabei mit einer schnell wechselnden Krafteinwirkung
mittels des Flüssigkeitsstrahles 5 beaufschlagt, wodurch dieser schließlich bricht.
Eine weitere Vorrichtung 11 zeigt die Fig. 2 in einer geschnittenen Seitenansicht. Dabei
ist eine Düse 12 der Vorrichtung 11 an einem Formteil 13 angeordnet, welches an einer
nicht dargestellten Aufnahme drehbeweglich angeordnet werden kann. Diese Ausführung
gestattet zusätzlich gegenüber der in Fig. 1 gezeigten Ausführung die Anordnung einer
oder mehrerer weiterer baugleicher oder abgewandelter, nicht dargestellter Düsen, wo
durch der Trennvorgang des gegenüber dem Werkstück 2 hervortretenden Fräsgrates 4
weiter beschleunigt werden kann. Ein hierzu aus einer dem Flüssigkeitsstrahl 5 abge
wandten Richtung auftreffender weiterer Flüssigkeitsstrahl ist dabei lediglich durch eine
gestrichelte Linie 14 dargestellt.
1
Vorrichtung
2
Werkstück
3
Oberfläche
4
Fräsgrat
5
Flüssigkeitsstrahl
6
Düse
7
Zuleitung
8
Abschnitt
9
Antrieb
10
vertikale Achse
11
Vorrichtung
12
Düse
13
Formteil
14
Linie
Claims (7)
1. Verfahren zur Oberflächenbearbeitung eines Werkstückes, insbesondere zum Ent
graten, bei dem ein Flüssigkeitsstrahl mit hohem Druck auf einen zu bearbeitenden
Bereich des Werkstückes gerichtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüs
sigkeitsstrahl in schneller Abfolge aus unterschiedlichen Richtungen auf den zu be
arbeitenden Bereich gelenkt wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Düse (6, 12) relativ zu der Vorrichtung (1, 11) beweglich ange
ordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse (6, 12) um
eine im wesentlichen horizontale Achse schwenkbar an der Vorrichtung (1, 11) an
geordnet ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Düse (6, 12) um eine im wesentlichen vertikale Achse (10) drehbeweglich an der
Vorrichtung (1, 11) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeich
net, daß die Düse zwischen zwei Endpositionen hin- und herbeweglich angeordnet
ist.
6. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeich
net, daß die Düse (6) mittels eines Antriebes (9) beweglich ist.
7. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Düse durch die Rückstoßkraft der aus der Düse austretenden Flüssig
keit antreibbar ist.
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2001
- 2001-04-12 DE DE2001118723 patent/DE10118723B4/de not_active Expired - Fee Related
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