DE10117031A1 - Triebfahrwerk für Schienenfahrzeuge - Google Patents
Triebfahrwerk für SchienenfahrzeugeInfo
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Abstract
Triebfahrwerk eines Schienenfahrzeugs mit folgenden Merkmalen: DOLLAR A - Einzelrädern (1), die durch permanenterregte Synchronmotoren (3) angetrieben sind, DOLLAR A - eine elektrische Kopplung der beiden gegenüberliegenden Einzelräder (1) durch Parallelschaltung und Speisung beider Synchronmotoren (3) über einen gemeinsamen Umrichter, insbesondere Pulswechselrichter (4).
Description
Die Erfindung betrifft ein angetriebenes Fahrwerk für Schie
nenfahrzeuge ohne Radsätze.
Bei Schienenfahrzeugen wird in der Regel ein gesamter Radsatz
durch einen Motor angetrieben. Die Niederflurigkeit, insbe
sondere moderner Straßenbahnen erzwingt die Auflösung des
Radsatzes und führt zu Einzelrädern oder über je einen Längs
motor mechanisch gekoppelten seitlichen Radpaaren.
So ist ein einzelner Radantrieb für ein elektrisches Fahrzeug
bei dem ein Motor mit seinem Stator an einem ersten Fahrwerk
befestigt ist und bei dem sich das erste Fahrwerksteil über
eine Primärfederung in einen ungefederten zweiten Fahrwerks
teil abstützt auf dem das Einzelrad drehbar gelagert ist, be
kannt. Dabei überträgt der Rotor des Motors sein Drehmoment
über eine Kupplungseinrichtung deren radiale Beweglichkeit
größer ist als der Federweg der Primärfederung. Dieser Ein
zelradantrieb, der insbesondere für elektrisch angetriebene
Schienenfahrzeuge geeignet ist, hat den Vorteil, dass der An
teil an ungefederten Massen gering ist.
Eine mechanische Kopplung seitlicher Radpaare ist aus der
DE 44 46 043 C1 bekannt, bei der ein Fahrwerk mit zwei paral
lelen Längsträgern, die durch wenigstens einen Querträger
miteinander verbunden sind, und zwei Radpaaren aus jeweils
zwei Einzelrädern, wobei wenigstens zwei axial gegenüberlie
gende Einzelräder von jeweils einem Motor mit Getriebe ange
trieben sind und jedes Einzelrad in einer Radschiene drehbar
gelagert ist, wobei die Radschienen jeweils parallel zur
Fahrwerkslängsachse an beiden Enden von parallelen Fahrwerks
teilen angeordnet und um ein Gelenk vertikal auslenkbar sind,
und die Motoren mit ihren Längsachsen parallel zu den Längsträgern
angeordnet und die Radschienen als Getriebegehäuse
ausgebildet sind.
Bei diesem Stand der Technik werden die Einzelräder oder die
Einzelradpaare von je einem Asynchronfahrmotor angetrieben,
die an einem gemeinsamen Pulswechselrichter elektrisch paral
lelgeschaltet sind. Dadurch sind sie über eine elektrische
Schlupfkupplung gekoppelt und nicht drehzahlstarr gekoppelt.
Nachteilig dabei ist, dass durch die Elimination der Radsatz
welle die eigenstabile Spurführung des Radsatzes, d. h. des
Sinuswellenlaufes, verloren geht, was zu erhöhtem Verschleiß
an Rädern und Schienen führt. Außerdem führt die bekannte Lö
sung zu einem schlechten Geradeauslauf bei Schienenfahrzeugen
ohne Radsätze.
Ausgehend davon, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Fahrwerk eines Schienenfahrzeugs zu schaffen, das die o
ben genannten Nachteile vermeidet und ein wirtschaftliches
Antriebskonzept eines derartigen Fahrwerks ermöglicht.
Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt durch ein Trieb
fahrwerk nach Anspruch 1 oder Anspruch 4.
Erfindungsgemäß ist durch die Ausführung eine Kopplung der
beiden einzeln angetriebenen Einzelräder oder Einzelradpaare
über eine elektromagnetische Drehfeder geschaffen. Dies führt
zu einem deutlich verbesserten Geradeauslauf der Schienen
fahrzeuge gegenüber Schienenfahrzeugen mit Asynchronfahrmoto
ren ohne Radsätze. Damit wird der Verschleiß an Rädern und
Schienen reduziert. Dies führt u. a. zu einem erhöhten Fahr
komfort der Fahrgäste.
Es ist somit eine elektromagnetische Radsatzwelle geschaffen,
die wie eine mechanische Radsatzwelle keinerlei zusätzlichen
Software- oder Inbetriebnahmeaufwand erfordert. Die elektro
magnetische Radsatzwelle funktioniert auch bei Ausfall oder
Abschalten eines die permanentmagneterregten Synchronmotoren
speisenden Umrichters, insbesondere Pulswechselrichters und
bei reinem Rollen des Fahrzeugs durch permanente Erregung der
Synchronmotoren. Durch Verwendung permanenterregter Synchron
motoren erhöht sich der Antriebswirkungsgrad, und außerdem
werden elektrische Geräusche und Pendelmomente der Fahrmoto
ren gegenüber Asynchronmotoren verringert.
Die Synchronmotoren treiben die Einzelräder entweder direkt
an oder sind über Getriebe mit den Einzelrädern oder Einzel
radpaaren mechanisch gekoppelt.
Die Verwendung eines derartigen Antriebssystems ist insbeson
dere bei Niederflurstraßenbahnen ohne Radsätze vorteilhaft.
Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung gemäß Merkmalen der Unteransprüche werden im fol
genden anhand schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele
in der Zeichnung näher erläutert, darin zeigen:
Fig. 1 den prinzipiellen Einzelradantrieb eines Fahrwerks,
Fig. 2 den prinzipiellen Einzelradpaarantrieb eines Fahr
werks,
Fig. 3 den prinzipiellen Einzelradpaarantrieb mit Getriebe
eines Fahrwerks,
Fig. 4 einen weiteren Einzelradpaarantrieb mit Getriebe.
Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Antrieb eines Fahrwerks mit
seinen Einzelrädern 1. Die Einzelräder 1 werden über Kupp
lungseinrichtungen 2 von einem Synchronmotor 3, vorzugsweise
einem permanentmagneterregten Synchronmotor, angetrieben. Die
elektrische Versorgung der Synchronmotoren 3 von axial neben
einander liegenden Einzelrädern 1 erfolgt jeweils über einen
Pulswechselrichter 4. Dabei können die Synchronmotoren 3 sich
an den Querträgern des Fahrwerks oder an nicht näher darge
stellten Längsträgern befinden.
In einer weiteren Ausführungsform sind zwei Einzelräder 1,
die sich in Fahrtrichtung hintereinander befinden, jeweils
einem Synchronmotor 3 zugeordnet, der diese Einzelräder über
eine mechanische Kupplungseinrichtung 2 direkt antreibt.
Fig. 3 zeigt beispielhaft eine weitere Ausführungsform der Fig.
2 bei der der Antrieb der Einzelräder 1 nicht direkt, sondern
über ein Getriebe 5 erfolgt. Als Kupplungseinrichtung 2 sind
bei den beschriebenen Ausführungsformen winkel- und axial
nachgiebige Kupplungen vorgesehen, wie z. B. Laschen, Bogen
zahn- oder Keilpaketkupplungen. Anstelle von winkel- und axi
al nachgiebigen Kupplungen können auch radial- und axial
nachgiebigen Kupplungen, z. B. Parallelkurbel- und Dreiring
lenkerkupplungen eingesetzt werden.
Fig. 4 zeigt eine Ausführung, bei der hintereinanderliegende
Einzelräder 1 mechanisch starr gekoppelt sind. Diese Kupp
lungseinrichtung 2 kann auch über ein Getriebe 5 erfolgen.
Als Kupplungseinrichtung 2 eignen sich auch die unter Fig. 3
beschriebenen Ausführungsformen. Es werden somit zwei Einzel
räder 1 über einen Synchronmotor 3 angetrieben. Die beiden
Synchronmotoren 3 eines Fahrwerks sind elektrisch parallel
geschaltet und werden von einem gemeinsamen Pulswechselrich
ter gespeist.
Bei Ausführung der Einzelradantriebe nach Fig. 1 sind die Syn
chronantriebe als Innenläufer- oder auch als Außenläufermotor
vorgesehen.
Die erfindungsgemäß gebildete elektromagnetische Radsatzwelle
funktioniert auch bei Ausfall oder Abschalten des Pulswech
selrichters und reinem Ausrollen des Fahrzeugs aufgrund der
Permanenterregung der Synchronmotoren 3. Die elektromagneti
sche Radsatzwelle erfordert weiterhin keinerlei Software-
oder Inbetriebnahmeaufwand. Sie reduziert den Verschleiß an
Rädern und Schienen, führt zu einem erhöhten Fahrkomfort, und
reduziert durch die elektrische Parallelschaltung der Fahrmotoren,
insbesondere permanenterregte Synchronmotoren 3, die
Anzahl der erforderlichen Pulwechselrichter.
Claims (6)
1. Triebfahrwerk eines Schienenfahrzeugs mit folgenden Merk
malen:
- - Einzelrädern (1), die durch permanenterregte Synchronmoto ren (3) angetrieben sind,
- - eine elektrische Kopplung der beiden gegenüberliegenden Einzelräder (1) durch Parallelschaltung und Speisung beider Synchronmotoren (3) über einen gemeinsamen Umrichter, ins besondere Pulswechselrichter (4).
2. Triebfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, dass die Synchronmotoren (3) die
Einzelräder (1) direkt antreiben.
3. Triebfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, dass die Synchronmotoren (3) die
Einzelräder (1) über ein Getriebe (3) antreiben.
4. Triebfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, dass statt mechanisch entkoppel
ten Einzelrädern (1) je zwei Einzelräder (1) hintereinander
mechanisch starr gekoppelt sind und über einen gemeinsamen
Synchronmotor (3) angetrieben werden, wobei die beiden einem
Fahrwerk zugeordneten Synchronmotoren (3) elektrisch paral
lelgeschaltet sind und von einem gemeinsamen Umrichter, ins
besondere Pulswechselrichter (4), gespeist werden.
5. Triebfahrwerk nach Anspruch 4, dadurch ge
kennzeichnet, dass die mechanisch starr gekop
pelten Einzelräder (1) über ein Getriebe (5) von dem Syn
chronmotor (3) angetrieben werden.
6. Verwendung eines Triebfahrwerks nach einem oder mehreren
der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere bei Niederflur
straßenbahnen.
Priority Applications (4)
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