DE10116403A1 - Energieführungskette - Google Patents
EnergieführungsketteInfo
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Abstract
Gegenstand der Erfindung ist eine Energieführungskette mit Kettengliedern (1), die seitliche Kettenlaschen (2) aufweisen und deren Schwenkwinkel von Anschlägen (4) an den Kettenlaschen (2) begrenzt ist. Erfindungsgemäß sind die Kettenlaschen (2) drehelastisch verbunden.
Description
Die Erfindung betrifft eine Energieführungskette mit
Kettengliedern, die seitliche Kettenlaschen aufweisen und
deren Schwenkwinkel von Anschlägen an den Kettenlaschen
begrenzt ist.
Im Rahmen der bekannten Maßnahmen sind die Kettenlaschen
der Kettenglieder gelenkig durch Zapfen, die in Bohrungen
der benachbarten Kettenlasche eingreifen, verbunden. Im
Betrieb der Energieführungskette tritt eine Gleitreibung an
den Gelenkverbindungen auf, die Abrieb verursacht und z. B.
bei einem Einsatz der Energieführungskette in Reinräumen
nicht hinnehmbar ist. Ferner ist der Betrieb der Energie
führungskette mit einem beachtlichen, bei vielen Anwen
dungen störenden Abrollgeräusch verbunden. Dazu trägt
wesentlich bei, dass die Anschläge an den Kettenlaschen
ungebremst aufeinandertreffen, wenn die Kettenglieder im
Zuge der Abrollbewegung den Krümmungsbereich zwischen
Obertrum und Untertrum durchlaufen.
Aus DE 198 60 948 A1 ist eine Energieführungskette für
Reinraumanwendungen bekannt, die aus einem Tragband und auf
dem Rücken des Tragbandes aufgesteckten Segmenten aufgebaut
ist. Zwischen den Segmenten sind keine Gelenkverbindungen
vorgesehen. Das Tragband weist in einem vorgegebenen
Teilungsabstand dünnwandige, als Filmscharnier ausgebildete
Bereiche auf, die beim Betrieb der Energieführungskette
Biegewechselbeanspruchungen sowie dynamischen Zug- und
Druckkräften ausgesetzt sind und potentielle Stellen dar
stellen, an denen die Kette im Dauerbetrieb reißen kann.
Die Ausführung mit einem zusätzlichen Tragband ist ferner
konstruktiv aufwendig.
Bei Reinraumanwendungen werden ferner einteilige Profil
bänder zur Kabelführung eingesetzt, die kanalförmig aus
gebildet sind (DE 198 37 231 A1, DE 198 39 966 A1). Die
Seitenwände des Profilbandes sind geschlitzt. Die Schlitze
öffnen sich, wenn das Profilband den Krümmungsbereich
zwischen Obertrum und Untertrum durchläuft. Das Profilband
weist konstruktionsbedingt nur eine geringe Verdrehfestig
keit auf, was sich nachteilig bemerkbar macht, wenn es im
Betrieb starken Beschleunigungskräften ausgesetzt ist. Das
Profilband ist nur in Sonderfällen einsetzbar.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bewegliche
Verbindung der Kettenglieder einer aus einzelnen Ketten
gliedern bestehenden Energieführungskette so auszubilden,
dass beim Betrieb der Energieführungskette an den Ver
bindungen kein Abrieb entsteht. Ferner sollen die von
Anschlagselementen an den Kettenlaschen verursachten
Abrollgeräusche der Kette gedämpft werden.
Ausgehend von einer Energieführungskette mit den eingangs
beschriebenen Merkmalen wird die Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Kettenlaschen drehelastisch ver
bunden sind. Die Verbindungen können als drehelastische
Kupplungen oder drehelastische Lager ausgebildet sein. Sie
lassen Schwenkbewegungen zwischen den Kettenlaschen der
Kettenglieder zu, ohne dass eine abriebverursachende Gleit
reibung zwischen den relativ zueinander beweglichen Teilen
auftritt. Dadurch ist die erfindungsgemäße Energieführungs
kette auch für Anwendungen in Reinräumen geeignet. Bei
Schwenkbewegungen der Kettenglieder relativ zueinander
erzeugen die drehelastischen Verbindungen ein Rückstell
moment, welches die Geschwindigkeit, mit der die Anschlag
elemente nach einer Abrollbewegung aufeinandertreffen,
reduziert. Die Geräuschentwicklung durch Stoßvorgänge an
den Anschlagsflächen wird dadurch gemindert.
Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind die
drehelastischen Verbindungen als Klauenkupplungen aus
gebildet, die ein in der Drehachse angeordnetes dauer
elastisches, tordierbares Verbindungselement und an die
Kettenlaschen angeformte klauenförmige Vorsprünge auf
weisen, wobei die Vorsprünge in Taschen der benachbarten
Kettenlaschen eingreifen, zwischen den von den Taschen
begrenzten Anschlägen bewegbar sind und in Kettenlängs
richtung wirkende Zug- und Druckkräfte übertragen. Da das
dauerelastische Verbindungselement bei dieser Ausführung
keinen Zug- und Druckkräften ausgesetzt ist, können aus den
Kettengliedern Energieführungsketten großer Länge gebildet
werden und hält die erfindungsgemäße Energieführungskette
auch großen dynamischen Kräften, die im Betrieb einer
Energieführungskette auftreten können, ohne weiteres stand.
Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführung der Erfindung
weist die Verbindung dauerelastische, auf Torsion
beanspruchte Zapfen auf, die an den miteinander zu ver
bindenden Kettenlaschen drehfest angeordnet sind. Die auf
Torsion beanspruchten Zapfen sind zweckmäßig formschlüssig
in zugeordnete Zapfenaufnahmen der Kettenlaschen ein
gesetzt. Die Zapfenaufnahmen und zugeordneten Enden der
Zapfen weisen zweckmäßig ein von einer Zylinderform
abweichendes Profil auf. Geeignet sind z. B. Mehrkant
profile. Bevorzugt ist ein keilwellenförmiges Profil der
Zapfen und der zugeordneten Ausnehmungen. Als vorteilhaft
erweist es sich ferner, wenn die Zapfenaufnahmen der mit
einander zu verbindenden Kettenlaschen Profile aufweisen,
die zumindest in Strecklage der Kettenglieder winkel
versetzt oder unterschiedlich ausgebildet sind.
Die drehelastischen Verbindungen können als Distanzelemente
ausgebildet sein, welche die relativ zueinander beweglichen
überlappenden Seitenflächen benachbarter Kettenlaschen in
einem definierten Abstand halten. Zweckmäßig sind die Ver
bindungen so angeordnet, dass sie torsionsfrei sind, wenn
die Kettenglieder eine Zwischenstellung zwischen der
Strecklage und dem durch die Anschläge begrenzten maximal
möglichen Schwenkwinkel einnehmen. Sowohl in der Strecklage
als auch bei einem Schwenkwinkel, der sich bei einer
Abrollbewegung der Energieführungskette einstellt, üben die
drehelastischen Verbindungen ein Rückstellmoment auf die
Kettenglieder aus. Das Rückstellmoment bewirkt eine
Dämpfung der Geräuschentwicklung in den Anschlägen, da der
Auftreffimpuls verringert wird. Dieser Effekt ist besonders
ausgeprägt, wenn die Verbindungen eine progressive Dreh
momentkennlinie aufweisen. Eine progressive Drehmomentkenn
linie bedeutet, dass das Rückstellmoment mit zunehmender
Verdrehung aus der torsionsfreien Grundstellung heraus
überproportional zunimmt.
Die Verformung der drehelastischen Verbindung zwischen den
Kettenlaschen bleibt während der Abrollbewegung der
Energieführungskette innerhalb des elastischen Bereiches,
so dass unter dynamischen Aspekten eine unbegrenzte Lebens
dauer zu erwarten ist. Die Verbindungen zwischen den
Kettengliedern erzeugen keinen Abrieb. Das ermöglicht den
Einsatz der Energieführungskette in Reinräumen und mindert
den Verschleiß der Kette im Betrieb. Da zwischen den anein
ander gekoppelten, jeweils benachbarten Bauteilen keine
reibende Bewegung stattfindet, werden auch geräusch
entwickelnde Stoßvorgänge bei der Abrollbewegung vermieden.
Es resultiert ein geräuscharmer ruhiger Lauf der Kette.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläutert. Es
zeigen schematisch
Fig. 1 zwei miteinander verbundene Kettenglieder einer
Energieführungskette in Strecklagenanschlag,
Fig. 2 zwei miteinander verbundene Kettenglieder der
Energieführungskette im Radienanschlag,
Fig. 3 eine Draufsicht auf den Gegenstand aus Fig. 1,
Fig. 4 ein Kupplungselement zur Verbindung der Ketten
glieder in einer gegenüber Fig. 1 bis 3 ver
größerten Darstellung,
Fig. 5 die Ansicht A aus Fig. 4,
Fig. 6 eine weitere Ausführungsform der Erfindung in einer
Seitenansicht auf zwei miteinander verbundene
Kettenlaschen von Kettengliedern,
Fig. 7 eine Draufsicht auf den Gegenstand der Fig. 6 und
Fig. 8 ein Verbindungselement für die in den Fig. 6 und
7 dargestellte Ausführungsform.
Die in den Figuren dargestellten Kettenglieder 1 für eine
Energieführungskette sind an seitlichen Kettenlaschen 2
durch drehelastische Kupplungen 3 schwenkbeweglich ver
bunden, wobei der Schwenkwinkel von Anschlägen 4 an den
Kettenlaschen 2 begrenzt ist. Andere drehelastische Ver
bindungen, z. B. in Form von Lagern, sollen nicht aus
geschlossen sein.
Die Verbindungselemente 5 sind als dauerelastische, auf
Torsion beanspruchte Zapfen ausgebildet, die an den mit
einander zu verbindenden Kettenlaschen 2 drehfest
angeordnet sind. Die Zapfen 5 sind formschlüssig in Zapfen
aufnahmen 8 der Kettenlaschen 2 eingesetzt und besitzen ein
in Fig. 4 dargestelltes Keilwellenprofil. Zweckmäßig sind
die Profile der Zapfenaufnahmen 8 in den zugeordneten
Anschlussflächen der miteinander zu verbindenden Ketten
laschen 2 zumindest in Strecklage der Kettenglieder 1
winkelversetzt ausgebildet (Fig. 1). Entsprechend weisen
auch die tordierbaren Verbindungselemente Abschnitte 9, 10
mit zueinander versetzt angeordneten Profilen auf.
Die Kupplungen 3 sind zwischen den Kettenlaschen so ein
gebaut, dass sie bei einer Zwischenstellung der Ketten
glieder zwischen der in Fig. 1 dargestellten Strecklage und
einem durch die Anschläge 4 begrenzten, in Fig. 3 dar
gestellten, maximalen Schwenkwinkel torsionsfrei sind. Das
tordierbare Verbindungselement 5 baut je nach Winkellage,
Ausführungsform und Materialeigenschaften durch die
Schwenkbewegung der Kettenglieder 1 Rückstellkräfte auf.
Diese bewirken eine Dämpfung der Geräuschentwicklung in den
Anschlägen, da der Auftreffimpuls verringert wird. Eine
ruhigere Abrollbewegung der Kette ist die Folge. Der Effekt
ist besonders ausgeprägt, wenn die drehelastischen
Kupplungen eine progressive Drehmomentkennlinie aufweisen,
also das Rückstellmoment bei sich änderndem Schwenkwinkel
überproportional zunimmt.
Bei dem in Fig. 6 und 7 dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Kupplungen 3 sind als Klauenkupplungen
ausgebildet, die ein in der Drehachse angeordnetes
dauerelastisches, tordierbares Verbindungselement 5 und an
die Kettenlaschen 2 angeformte klauenförmige Vorsprünge 6
aufweisen. Die Vorsprünge 6 greifen in Taschen 7 der
benachbarten Kettenlasche 2 ein und sind zwischen den von
den Taschen begrenzten Anschlägen 4 bewegbar. Die in die
Taschen 7 eingreifenden Vorsprünge 6 übertragen auch in
Kettenlängsrichtung wirkende Zug- und Druckkräfte. Der Fig.
8 entnimmt man, dass das drehelastische Verbindungselement
5 als Steckzapfen ausgebildet ist, der an einem Ende einen
Bund aufweist und als Verdrehsicherung mantelseitige
Vorsprünge 11 besitzt, die in Ausnehmungen 12, 12' an den
Kettenlaschen eingreifen. Zur weiteren Sicherung des
Verbindungselementes 5 ist eine Klammer 13 vorgesehen, die
in eine Öffnung 14 des Verbindungselementes 5 einsetzbar
ist.
Claims (11)
1. Energieführungskette mit Kettengliedern (1), die seit
liche Kettenlaschen (2) aufweisen und deren Schwenkwinkel
von Anschlägen (4) an den Kettenlaschen (2) begrenzt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kettenlaschen
(2) drehelastisch verbunden sind.
2. Energieführungskette nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Kettenlaschen (2) durch drehelastische
Kupplungen oder drehelastische Lager verbunden sind.
3. Energieführungskette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die drehelastischen Verbindungen (3)
als Klauenkupplungen ausgebildet sind, die ein in der Dreh
achse angeordnetes dauerelastisches, tordierbares Ver
bindungselement (5) und an die Kettenlaschen (2) angeformte
klauenförmige Vorsprünge (6) aufweisen, wobei die Vor
sprünge (6) in Taschen (7) der benachbarten Kettenlasche
(2) eingreifen, zwischen den von den Taschen (7) begrenzten
Anschlägen (4) bewegbar sind und in Kettenlängsrichtung
wirkende Zug- und Druckkräfte übertragen.
4. Energieführungskette nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungen (3) dauer
elastische, auf Torsion beanspruchte Zapfen (5) aufweisen,
die an den miteinander zu verbindenden Kettenlaschen (2)
drehfest angeordnet sind.
5. Energieführungskette nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Zapfen (5) formschlüssig in Zapfenauf
nahmen (8) der Kettenlaschen (2) eingesetzt sind.
6. Energieführungskette nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Zapfen (5) ein Keilwellenprofil auf
weisen.
7. Energieführungskette nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, dass die Zapfenaufnahmen (8) in den zuge
ordneten Anschlussflächen der miteinander zu verbindenden
Kettenlaschen (2) Profile aufweisen, die zumindest in
Strecklage der Kettenglieder (1) winkelversetzt oder
unterschiedlich ausgebildet sind.
8. Energieführungskette nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die drehelastischen Ver
bindungen (3) als Distanzelemente ausgebildet sind, welche
die relativ zueinander beweglichen Anschlussflächen der
Kettenlaschen (2) in einem definierten Abstand halten.
9. Energieführungskette nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die drehelastischen Ver
bindungen (3) so angeordnet sind, dass sie bei einer
Zwischenstellung der Kettenglieder (1) zwischen der Streck
lage und einem durch die Anschläge (4) begrenzten maximalen
Schwenkwinkel torsionsfrei sind.
10. Energieführungskette nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die drehelastischen Ver
bindungen (3) eine progressive Drehmomentkennlinie auf
weisen.
11. Energieführungskette nach einem der Ansprüche 1 bis
10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungen (3) aus
einem thermoplastischen Elastomer bestehen.
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| DE20107003U1 (de) | 2001-04-23 | 2002-09-19 | Igus Spritzgußteile für die Industrie GmbH, 51147 Köln | Energieführungskette |
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