DE10115911C2 - Einrichtung für ein Interferometer nach Michelson - Google Patents
Einrichtung für ein Interferometer nach MichelsonInfo
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Abstract
Ein Interferometer nach Michelson weist eine erste optische Einheit, deren Komponenten eine Ebene festlegen, sowie eine bezüglich der ersten optischen Einheit drehbar gelagerte, zweite optische Einheit auf, deren Drehachse annähernd parallel zur Ebene liegt und deren Komponente einen Punkt festlegt(en), welcher einen Abstand r > 0 von der Drehachse hat und in welchem die optische Wegdifferenz im Interferometer eine Funktion des Abstands des Punktes von der Ebene ist. Zum Messen eines Drehwinkels der zweiten optischen Einheit bezüglich der ersten optischen Einheit ist eine erste Meßeinrichtung vorgesehen. Die optische Wegdifferenz wird aus dem mittels der ersten Einrichtung gemessenen Drehwinkel über eine Gleichung (Gl.(4)) berechnet, welche auf der aus einem ersten physikalischen und geometrischen Modell eines realen Aufbaus resultierenden Abhängigkeit der Wegdifferenz von dem Drehwinkel basiert.
Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung für ein Interferome
ter nach Michelson.
Solche Interferometer werden in vielen verschiedenen Ausfüh
rungsformen und in breiten Anwendungsfeldern zur optischen
Spektroskopie (ultraviolette, sichtbare, infrarote, ferne
infrarote Strahlung) und Spektrometrie im Labor und zunehmend
auch im Feld, wie in der Prozeßtechnik und der Fernerkundung
aus der Luft und dem Weltraum verwendet.
Es sind Michelson-Interferometer bekannt, welche nur zwei
Planspiegel und einen Strahlteiler in Form eines halbdurch
lässigen Spiegels aufweisen. Nachteilig bei diesem Aufbau
ist, daß
- a) die vorgegebene Ausrichtung des bewegten Planspiegels re lativ zur Ausrichtung des Strahlenbündels bei der Bewegung des Spiegels exakt eingehalten und deshalb die Lagerung des Spiegels sehr aufwendig ausgeführt werden muß,
- b) aus der für fortlaufende Messungen notwendigen repetieren den Linearbewegung des Spiegels ein relativ hoher Aufwand für den Antrieb des Spiegels und dessen Regelung resultiert, und
- c) dieser Aufbau empfindlich gegenüber mechanischen Störungen (Kräften) von außen ist.
Aus US 5,341,207 ist ein Interferometer nach Michelson be
kannt, welcher zwei Planspiegel, eine rotierenden Retro
reflektor, dessen Drehachse gegenüber dem Tripelpunkt des
Retroreflektors seitlich versetzt ist, einen dem Retroreflek
tor zugeordneten Antriebsmotor, zwei Umlenkspiegel sowie ei
nen Strahlteiler, eine Sammellinse, einen Detektor und eine
Laserreferenz-Einheit mit Laser und Laserdetektor aufweist.
Bei diesem bekannten Interferometer ist der rotierende Retro
reflektor als einziger Retroreflektor für beide Interferome
ter Zweige in der Weise angeordnet, dass beide durch den
Strahlteiler geteilten und auf je eine Umlenkspiegel auftref
fenden Strahlenhälften in Appertur-Teilbereiche des einzigen
Retroreflektors gelenkt werden, welche bezogen auf die Retro
reflektor-Drehachse einander gegenüber liegen. Hierbei sind
die optischen Achsen der beiden Strahlenhälften gegeneinander
um eine Winkel 2α und gegenüber der Retroreflektor-Drehachse
jeweils um einen Neigungswinkel α geneigt.
Zur Bestimmung des Spektrums elektromagnetischer Strahlung
mit Hilfe eines Interferometers nach Michelson wird diese
durch das Interferometer geleitet und die optische Wegdiffe
renz s zwischen den Strahlungsbündeln in den Teilarmen des
Interferometers über einen vorgegebenen Bereich durchge
stimmt. Der dabei durch die Überlagerung der Strahlungsbündel
der beiden Teilarme entstehende Verlauf des Interferogramms
wird mit Hilfe eines Strahlungsdetektors gemessen, elektro
nisch verstärkt, mit Hilfe eines Analog-Digital-Umsetzers di
gitalisiert und mittels eines digitalen Rechners aufgezeich
net. Für die Berechnung des Spektrums aus dem Interferogramm
werden Interferogrammpunkte mit bezüglich der optischen Weg
differenz bekanntem, äquidistantem Abstand benötigt. Hierfür
muß die optische Wegdifferenz im Interferometer gemessen wer
den.
Bei nahezu allen am Markt befindlichen Spektrometern auf der
Basis von Michelson-Interferometern wird die optische Wegdif
ferenz mit Hilfe einer Laserreferenz gemessen. Hierfür wird
über einen Einkoppelspiegel ein Laserstrahl parallel zur
Nutzstrahlung in das Interferometer eingekoppelt; dieser
durchläuft das Interferometer in gleicher Weise wie die Nutz
strahlung und wird am Ausgang des Interferometers über einen
Auskoppelspiegel auf einen separaten Strahlungsdetektor ge
leitet. Das von diesem Detektor gemessene Interferogramm wird
zur Bestimmung der optischen Wegdifferenz im Interferometer
verwendet.
Bei Verwenden der Laserreferenz ist folgendes nachteilig. Ein
Teil des optischen Querschnitts des Spektrometers wird von
den Ein- und Auskoppelspiegeln abgeschattet, wodurch die er
reichbare Signalstärke des Nutzinterferogramms reduziert
wird. Die Wellenlänge der Laserreferenz liegt meist außerhalb
des Bereichs der Wellenlängen der Nutzstrahlung und deshalb
müssen die optischen Komponenten des Interferometers häufig
mit speziellen Fenstern und Beschichtungen ausgeführt werden,
was zu erhöhten Kosten und auch zur Reduktion der Signalstär
ke des Nutzinterferogramms führt.
Ferner gelangt häufig ein Teil der Laserstrahlung auch auf
den Detektor des Nutzinterferogramms, was zu Störungen im ge
messenen Spektrum führen kann. Die meist verwendeten Gaslaser
sind empfindlich und ausfall-anfällig. Der daraus resultie
rende Mangel an Zuverlässigkeit hat einen breiten Einsatz
dieser Spektrometer in der Prozeßtechnik bisher verhindert.
Bei der heute üblichen Auswertung des Laserinterferogramms
ist der Abstand der Abtastpunkte bestenfalls auf ein ganzzah
liges Vielfaches der halben Laserwellenlänge festgelegt, wor
aus Einschränkungen bei der Messung des Spektrums resultie
ren.
Aufgabe der Erfindung ist es, die optische Wegdifferenz in
einem Interferometer nach Michelson basierend auf einem In
terferometerkonzept ohne den Einsatz einer Laserreferenz zu
messen, und zudem die Nachteile von Michelson-Interferometer
mit linear bewegten Planspiegeln zu vermeiden.
Gemäß der Erfindung ist diese Aufgabe bei einer Einrichtung
für ein Interferometer nach Michelson durch die Merkmale im
kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteran
sprüchen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausfüh
rungsformen unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen
im einzelnen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines gemäß der Erfin
dung ausgelegten Interferometers;
Fig. 2 schematisch den Aufbau einer ersten Ausführungsform
zum Bestimmen der optischen Wegdifferenz in dem In
terferometer nach Fig. 1;
Fig. 3 eine schematische Darstellung zur Definition einer
Abweichung dd;
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer entsprechenden
Interferometeranordnung;
Fig. 5a bis 5e schematisch Anordnung und Verbindung der opti
schen Komponenten einer ersten optischen Einheit, wo
bei Fig. 5a eine Vorderansicht, Fig. 5b eine Seitenan
sicht, Fig. 5c eine schematische Draufsicht, Fig. 5d
eine weitere Seitenansicht und Fig. 5e eine stark ver
größerte durch einen dicken Strich hervorgehobene
Klebestelle wiedergeben;
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer Anbringung einer
zweiten optischen Einheit an der Welle einer Inter
ferometeranordnung;
Fig. 7 eine Ausführungsform von Lagerung und Antrieb der
Welle der Interferometeranordnung;
Fig. 8a und 8b schematisch eine Anordnung von Komponenten ei
ner Meßeinrichtung zum kombinierten Messen von Dreh
winkel w und Abweichung dd, und zwar in Fig. 8a eine
Seitenansicht und in Fig. 8b eine Vorderansicht;
Fig. 9a und 9b schematisch die Anordnung von Komponenten ei
ner Meßeinrichtung zum gesonderten Messen der Abwei
chung dd, und zwar in Fig. 9a eine Seitenansicht und
in Fig. 9b eine Vorderansicht;
Fig. 10 schematisch eine Ausführungsform einer Einzelmeßein
richtung;
Fig. 11a und 11b schematisch eine weitere Ausführungsform ei
ner Einzelmeßeinrichtung, und zwar in Fig. 11a eine
Seitenansicht und in Fig. 11b eine Schnittansicht, und
Fig. 12a und 12b schematisch noch eine Ausführungsform einer
Einzelmeßeinrichtung, und zwar in Fig. 12a eine Sei
tenansicht und Fig. 12b eine Schnittansicht.
In Fig. 1 sind die Grundlagen des gemäß der Erfindung ausge
legten Konzepts eines Interferometers nach Michelson schema
tisch dargestellt. Das Interferometer besteht dabei aus zwei
optischen Einheiten, nämlich einer ersten optischen Einheit 1
und einer zweiten optischen Einheit 2.
Optische Strahlung wird am Strahleintritt 6 in die erste op
tische Einheit 1 geleitet, in welcher das Strahlenbündel in
zwei Teilstrahlenbündel aufgeteilt wird, welche ein oder
mehrmals in die zweite optische Einheit 2 und wieder zurück
zur ersten optischen Einheit 1 geleitet werden. Die beiden
Teilstrahlenbündel werden anschließend in der optischen Ein
heit 1 wieder vereint und verlassen diese am Strahlaustritt
7.
Die erste optische Einheit 1 ist so aufgebaut, daß ihre Kom
ponenten eine Ebene E festlegen, während die Komponente(n)
der zweiten optischen Einheit 2 einen Punkt P festlegt (fest
legen). Die beiden optischen Einheiten 1 und 2 sind so auf
gebaut, daß die optische Wegdifferenz s im Interferometer in
einem festen funktionalen Zusammenhang bezüglich des Abstan
des d eines Punktes P von der Ebene E steht und im Idealfall
von keinen weiteren während der Messung veränderlichen Größen
des Aufbaus beeinflußt wird; daher gilt gemäß Gl. (1)
s = f(d) (1)
Dem funktionalen Zusammenhang nach Gl. (1) liegt das aus den
geometrischen und physikalischen Gegebenheiten des prinzipi
ellen Aufbaus der beiden optischen Einheiten 1 und 2 abgelei
tete Modell zugrunde.
Die zweite optische Einheit 2 ist auf einer Welle 8 mit einer
Drehachse D montiert, wobei die Drehachse D parallel zur Ebe
ne E verläuft und so orientiert ist, daß sie bei Drehen der
optischen Einheit 2 einen ungestörten Strahlungsfluß zwischen
den beiden optischen Einheiten 1 und 2 ermöglicht. Der Punkt
P hat einen Abstand r von der Drehachse D. Bei einer Drehbe
wegung der Welle 8 beschreibt der Punkt P somit eine(n)
Kreis(bahn) K mit einem dem Abstand r entsprechenden Radius
r; der Mittelpunkt M der Kreisbahn K hat einen Abstand a von
der Ebene E. Verläuft die Drehachse D parallel zur Ebene E,
so gilt für einen Abstand d bei einem Drehwinkel w der Wel
le 8 um die Drehachse D nach Fig. 1 gemäß Gl. (2):
d = a + r.cos(w) (2)
Ist die Drehachse D zur Ebene E um einen Winkel w1 geneigt,
so ergibt sich der Abstand d gemäß Gl. (3) zu:
d = a + r.cos(w1).cos(w) (3)
Wird vom idealisierten Fall einer ortsfesten, ideal rund lau
fenden Welle 8 ausgegangen, so kann bei bekannten Parametern
a, r, w1 und bei bekanntem funktionalem Zusammenhang f(d) die
optische Wegdifferenz s im Interferometer aus dem Drehwinkel
w der Welle 8 um die Drehachse D gemäß Gl. (4) berechnet wer
den zu:
s(w) = f(a + r.cos(w1).cos(w)) (4)
Nach dem Stand der Technik wird die optische Wegdifferenz mit
Hilfe einer Laserreferenz gemessen. Im Unterschied hierzu
wird gemäß der Erfindung in vereinfachter Betrachtungsweise
die optische Wegdifferenz s aus dem Drehwinkel w anhand von
Gl. (4) berechnet, so daß die eingangs angeführten Nachteile
aufgrund der Verwendung einer Laserreferenz entfallen.
Bei dem vorstehend dargelegten Interferometerkonzept wird auf
preiswerte Weise eine höhere Genauigkeit der Meßeinrichtung
für das Messen des Drehwinkels als mit einer Meßeinrichtung
erreicht, bei welcher der lineare Spiegelweg gemessen wird.
Fig. 2 zeigt schematisiert einen Überblick über den erfin
dungsgemäßen Aufbau des Interferometers mit Einrichtungen zum
Bestimmen der optischen Wegdifferenz s.
Zum Messen des Drehwinkels w ist das Interferometer um eine
erste Meßeinrichtung 14 erweitert. Die erste Meßeinrichtung
14 ist so gestaltet und in den Aufbau integriert, daß sie den
Drehwinkel w der Welle 8 um die Drehachse D mißt. Eine ruhen
de Einheit 14-1 der Einrichtung 14 ist drehsteif bezüglich
der von der ersten optischen Einheit 1 festgelegten Ebene E
mit der optischen Einheit 1 oder deren Komponenten verbunden,
während eine bewegte Einheit 14-2 der Einrichtung 14 dreh
steif bezüglich des Lots zur Drehachse D durch den Punkt P
mit der zweiten optischen Einheit 2 oder deren Komponenten
verbunden ist.
Die erste Meßeinrichtung 14 zum Messen des Drehwinkels w ist
bei Verwenden des Interferometers in einem Spektrometer so
ausgelegt, daß die zu erwartende Abweichung der berechneten
optischen Wegdifferenz s infolge von zufälligen, nicht repro
duzierbaren Fehlern des gemessenen Drehwinkels sowie von zu
fälligen, nicht reproduzierbaren Fehlern des angenommenen
Meßzeitpunktes bei gegebenem Verlauf der Drehgeschwindigkeit
in etwa im Bereich von 1/20 bis 1/10000 der kürzesten mit dem
Spektrometer gemessenen Wellenlänge liegt.
Bei einer zweiten Ausführungsform wird zum Verbessern der Ge
nauigkeit der berechneten optischen Wegdifferenz s die vom
Meßzeitpunkt abhängige Abweichung dd des Punktes P von der
angenommenen Kreisbahn K in Richtung des Lotes zur Ebene E
von einer zusätzlich an das Interferometer angebrachten oder
integrierten Meßeinrichtung 15 gemessen; bei der Berechnung
der optischen Wegdifferenz s wird die idealisierte Gl. (5)
verwendet:
s(w) = f(a + r.cos(w1).cos(w) - dd(w)) (5)
In Fig. 3 ist schematisch die Definition der Abweichung dd
veranschaulicht.
Für das Messen der Abweichung dd wird eine erste Einheit 15-1
einer zweiten Meßeinrichtung 15 steif in bezug auf die von
der ersten optischen Einheit 1 festgelegten Ebene E mit der
optischen Einheit 1 oder deren Komponenten verbunden und eine
zweite Einheit 15-2 der Meßeinrichtung 15 ist steif in bezug
auf den Punkt P mit der zweiten optischen Einheit 2 oder de
ren Komponenten verbunden. In der zweiten Meßeinrichtung 15
wird die Abweichung dd durch Messen eines an die zweite opti
sche Einheit 2 oder der Welle 8 angebrachten runden Referenz
körpers mit mindestens einer kreisförmigen Kante oder einem
kreisförmigen Ring durchgeführt, dessen Mittelpunkt sich auf
der Drehachse D der Welle 8 befindet. Der Referenzkörper wird
an einer Stelle gemessen, welche sich (zumindest annähernd)
in der Ebene der Kreisbahn K des Punktes P befindet.
Die zweite Meßeinrichtung 15 für die Abweichung dd ist bei
Verwenden des Interferometers in einem Spektrometer so ausge
legt, daß die zu erwartende Abweichung der berechneten opti
schen Wegdifferenz s infolge von zufälligen, nicht reprodu
zierbaren Fehlern der gemessenen Abweichung dd sowie von zu
fälligen, nicht reproduzierbaren Fehlern des angenommenen
Meßzeitpunktes bei gegebenen Verlauf der Drehgeschwindigkeit
in etwa im Bereich von 1/20 bis 1/10000 der kürzesten mit dem
Spektrometer gemessenen Wellenlänge liegt.
In einer dritten Ausführungsform gemäß der Erfindung sind die
beiden Meßeinrichtungen 14 und 15 durch eine dritte Meßeinrichtung
16 (siehe Fig. 8a und 8b) ersetzt, welche sowohl den
Drehwinkel w als auch die Abweichung dd mißt. Beim Berechnen
der optischen Wegdifferenz s wird genauso vorgegangen wie bei
der zweiten Ausführungsform.
Nicht systematische Abweichungen der Lage der Drehachse D
können bei der ersten Ausführungsform direkt und bei den
zweiten und dritten Ausführungsformen indirekt über Meßfehler
der Abweichung dd zu Fehlern bei der Bestimmung der optischen
Wegdifferenz s führen.
Gemäß der Erfindung ist deshalb die Lagerung der Welle 8 so
ausgeführt, daß sie steif gegenüber äußeren Kräften und Mo
menten ist, welche Verschiebungen oder Verkippungen der Welle
8 und damit deren Drehachse D bewirken würden und die Welle 8
bei der Drehung ohne den Einfluß äußerer Kräfte oder Momente
möglichst rund läuft, sich also ohne Verkippungen oder Ver
schiebungen dreht; hierzu ist ein Antrieb 20 so ausgeführt,
daß außer dem Antriebsmoment möglichst keine, insbesondere
keine zeitlich veränderlichen Kräfte oder Momente auf die
Welle 8 und damit deren Drehachse D ausgeübt werden.
In Drehrichtung aufgebrachte veränderliche Momente können zu
elastischen Lageveränderungen der Punktes P relativ zur Dreh
achse D und somit zu Fehlern bei der Bestimmung der optischen
Wegdifferenz s führen. Gemäß der Erfindung ist deshalb die
zweite optische Einheit 2 so aufgebaut und mit der Welle 8
verbunden, daß sich eine möglichst steife Verbindung des
Punktes P bezüglich der Drehachse D der Welle 8 ergibt. Hier
zu ist der Antrieb so ausgeführt, daß er eine Drehung der
Welle 8 um deren Drehachse D mit konstanter Drehgeschwindig
keit oder einen zeitlichen Verlauf der Drehgeschwindigkeit
bewirkt, welcher für zumindest einen Teil des Drehwinkelbe
reichs einer Umdrehung einen zumindest annähernd zeitlinearen
Verlauf der optischen Wegdifferenz s zur Folge hat, und daß
er im Hinblick auf die Übertragung des Drehmoments auch zur
Vermeidung von Drehschwingungen möglichst steif mit der Welle
8 verbunden ist.
Gemäß der Erfindung werden Abweichungen der optischen Wegdif
ferenz, welche aus Lageänderungen einzelner Komponenten der
beiden optischen Einheiten 1 und 2 resultieren, vom Meßsystem
für die optische Wegdifferenz nicht erfaßt. Gemäß der Erfin
dung sind die Komponenten der beiden optischen Einheiten 1
und 2 deshalb so zusammengefügt, daß die infolge von Mate
rialalterung, thermischen Einflüssen oder äußeren (Beschleu
nigungs-)Kräften resultierenden Lageänderungen auf ein mög
lichst geringes Maß reduziert sind.
In Fig. 4 ist schematisch eine Interferometeranordnung darge
stellt, welche einen Strahlteiler 35, zwei Umlenkspiegel 36,
37, zwei Lochspiegel 38, 39, welche die erste optische Ein
heit 1 bilden, und einen Tripelspiegel (Retroreflektor) 3
aufweist, welcher die zweite optische Einheit 2 darstellt,
wobei der Punkt P im Tripelpunkt des Tripelspiegels 3 liegt.
Die erste optische Einheit 1 legt die Ebene E fest, welche
bei symmetrischem Aufbau einer durch die Strahlteilerschicht
festgelegten Ebene entspricht.
Die zu untersuchende Strahlung wird am Strahleintritt 6 kol
limiert in das Interferometer geleitet. Alternativ hierzu
kann divergente Strahlung auch durch eine vorgeschaltete ab
bildende Optik in der ersten optischen Einheit 1 kollimiert
werden. Die kollimierte Strahlung wird am Strahlteiler 35 in
zwei Teilstrahlen 44 und 47 aufgeteilt. Der Teilstrahl 44
läuft über den Spiegel 36 durch das Loch des Lochspiegels 38
auf den Tripelspiegel 3, welcher die Strahlung auf den Loch
spiegel 38 leitet. Der Lochspiegel 38 ist so justiert, daß
die Strahlung senkrecht auf ihn auftrifft. Der Teilstrahl 49
wird in sich reflektiert und läuft über den Tripelspiegel 3
und den Spiegel 36 zurück zum Strahlteiler 35. Der vom
Strahlteiler 35 transmittierte Anteil der Strahlung verläßt
das Interferometer am Strahlaustritt 7.
Der Teilstrahl 47 läuft über den Spiegel 37 durch das Loch
des Lochspiegels 39 auf den Tripelspiegel 3, der die Strah
lung 48 auf den Lochspiegel 39 leitet. Der Lochspiegel 39 ist
ebenfalls so justiert, daß die Strahlung senkrecht auf ihn
auftrifft. Der Teilstrahl 50 wird in sich reflektiert und
läuft über den Tripelspiegel 3 und den Spiegel 37 zurück zum
Strahlteiler 35. Der vom Strahlteiler 35 reflektierte Anteil
der Strahlung verläßt das Interferometer am Strahlaustritt 7.
Die Drehachse D des Tripelspiegels 3 befindet sich dabei in
Höhe der Mitte der kollimierten Strahlenbündel; bei einer Ro
tation des Tripelspiegels 3 kreisen die Strahlenbündel 49, 50
auf den Lochspiegeln.
In Fig. 5a bis 5d sind eine Vorderansicht, zwei Seitenansich
ten und eine schematische Draufsicht einer vorteilhaften Aus
führung der Verbindung der optischen Komponenten der ersten
optischen Einheit 1 dargestellt. Zwei plane Trägerplatten 30
und 31 sind über abstandhaltende Blöcke 32 miteinander ver
bunden, vorzugsweise verklebt. Die Komponenten der ersten op
tischen Einheit 1 befinden sich zwischen den Trägerplatten
30, 31 oder an den Seiten der Trägerplatten. Sie sind vor
zugsweise an Flächen, welche senkrecht zu den optischen Flä
chen stehen, mit den Trägerplatten verbunden.
Dies hat folgende Vorteile: Die Komponenten lassen sich auch
bei sehr dünnen Klebstoffschichten leicht durch Drehen und
Verschieben justieren. Kräfte von den Trägerplatten 30, 31
oder den Klebstoffschichten wirken sich nur indirekt auf die
Form der optischen Komponenten aus; es ergibt sich somit ein
sehr stabiler und steifer Aufbau der ersten optischen Einheit
1. Ferner entfallen die Kosten für Fassungen der einzelnen
optischen Komponenten. Der Aufbau aus planen Trägerplatten
30, 31 mit nur wenigen bearbeiteten Flächen ist kostengünstig
herzustellen.
Vorzugsweise werden auch optische Komponenten 33, 34 zur
Strahlkollimierung und Strahlbündelung in gleicher Weise wie
die anderen Komponenten der ersten optischen Einheit 1 ver
klebt. Vorzugsweise werden auch ein Träger 41 für einen In
terferogrammdetektor 42 und eine Eingangsblende 40 für die
Strahlungseinkopplung mit den Trägerplatten 30, 31 vorzugswei
se verklebt oder auf andere Weise verbunden. Dies hat den
Vorteil, daß die Lage der Eingangsblende 40, des Detektors 42
sowie die Orientierung der Strahlenbündel innerhalb der er
sten optischen Einheit 1 dauerhaft justiert sind.
Sämtliche optische Komponenten sowie die Trägerplatten 30, 31
und die abstandshaltenden Blöcke 32 sind, soweit möglich, aus
Materialien mit zumindest annähernd gleichen, möglichst klei
nen thermischen Ausdehnungskoeffizienten gefertigt. Dies hat
den Vorteil, daß bei Temperaturänderungen im Aufbau keine
oder nur sehr geringe mechanische Spannungen entstehen, wel
che zu Verformungen der optischen Komponenten und somit zur
Dejustierung des Interferometers führen.
Die optischen Komponenten werden beim Verkleben mit den Trä
gerplatten 30, 31 justiert. Die Justierung erfolgt mit Hilfe
von hochgenauen Klebeschablonen, an welche die optischen Kom
ponenten beim Verkleben fixiert werden, und/oder durch das
Ausrichten der optischen Komponenten über Aktoren (Piezoakto
ren) oder einstellbare Justiervorrichtungen mit Kontrolle
oder Regelung der Ausrichtung und Position der optischen Kom
ponenten durch Vermessen der Lage und der Ausrichtung eines
Laserstrahls, welcher durch bzw. auf die Komponenten des op
tischen Aufbaus geleitet wird oder durch Vermessen des vom
Interferometer erzeugten Interferogramms einer monochromati
schen Strahlungsquelle.
Die Klebeschablonen und Justiereinrichtungen werden nach dem
Verkleben der Komponenten, soweit als möglich, wieder aus dem
Aufbau entfernt und können so mehrmals verwendet. Dies wie
derum hat den Vorteil, daß keine oder nur wenige kostspieli
ge, hochgenaue Justiereinrichtungen im Aufbau verbleiben, und
somit bei einer Serienfertigung ein preiswerter Aufbau ermög
licht ist. In Fig. 5e ist vergrößert und schematisiert eine
durch einen dicken Strich hervorgehobene Klebestelle wieder
gegeben
Der in Fig. 5a bis 5d dargestellte Aufbau ist bezüglich der
Anordnung und der Form der optischen Komponenten, der Träger
platten und der abstandshaltenden Blöcke nur als Beispiel an
geführt. So können bei anderen Ausführungen der ersten opti
schen Einheit 1, beispielsweise einzelne Komponenten auch nur
an eine der Trägerplatten geklebt werden. Wesentlich ist die
prinzipielle Art des Verbindens und des Justierens der Kompo
nenten.
In Fig. 6a ist eine teilweise geschnittene, schematische Sei
tenansicht und in Fig. 6b ist in einer schematischen Drauf
sicht eine vorteilhafte Möglichkeit der Verbindung des Tri
pelspiegels 3 der zweiten optischen Einheit 2 mit der Welle 8
dargestellt. Der Tripelspiegel 3 besteht aus drei verklebten
Planspiegeln oder alternativ aus optisch transparentem
Vollmaterial. Die Verbindung des Tripelspiegels 3 mit der
Welle 8 muß sehr steif sein, da Bewegungen zwischen diesen
Komponenten zu Fehlern bei der Berechnung der optischen Weg
differenz s führen, insbesondere bei Ausführungen eines Auf
baus ohne ein Messen der Abweichung dd.
Die häufig verwendeten Materialien der Welle 8, beispielswei
se Metall und beim Tripelspiegel, beispielsweise Glas oder
Keramik, haben unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffi
zienten. Bei direktem steifem Verbinden des Tripelspiegels 3
mit der Welle 8 führen Temperaturänderungen daher zu thermi
schen Spannungen und zu Verformungen des Tripelspiegels 3,
wodurch die optische Qualität des Spiegels negativ beeinflußt
wird.
Vorzugsweise wird der Tripelspiegel 3 mit einer Spiegelauf
nahme 51 (welche den gleichen oder annähernd gleichen thermi
schen Ausdehnungskoeffizienten wie der Tripelspiegel 3 hat)
mittels eines Klebemittels verklebt. Dies hat den Vorteil,
daß keine oder nur sehr kleine thermische Spannungen zwischen
Tripelspiegel und Aufnahme entstehen.
Eine solche Verklebung erfolgt vorzugsweise, wie in Fig. 6a
dargestellt, an drei Stellen. Dabei wird eine Verklebung 55,
welche vorzugsweise, wie dargestellt, in Richtung des Abstan
des r des Punktes P von der Drehaches D liegt, möglichst
steif ausgeführt, während die beiden anderen Verklebungen 56
vorzugsweise elastisch ausgeführt werden.
Dies hat folgende Vorteile: Der Tripelspiegel 3 ist insbeson
dere in Richtung des Abstandes r steif mit der Spiegelaufnah
me 51 verbunden, und es können nur geringe Zugkräfte auf die
empfindlichen Klebestellen innerhalb des Tripelspiegels ent
stehen. Ferner ist der Tripelspiegel 3 bezüglich Schwingungen
bedämpft.
Die Spiegelaufnahme 51 kann über einen vorzugsweise ringför
migen Klebstoffsteg 53 mit der Welle 8 verbunden werden. Da
mit die Verklebung, wie in Fig. 6a dargestellt, nur an den ra
dialen Flächen, nicht aber an den Stirnseiten erfolgt, kann
ein Ring 54 aus klebstoffabweisendem, weichem Material, wie
beispielsweise Teflon (registrierte Marke), zwischen Spiegel
aufnahme 51 und Welle 8 vorgesehen werden. Die Breite dk
und/oder der thermische Ausdehnungskoeffizient ktk des Kleb
stoffringes 53 werden/wird an Radius r1 und thermischen Aus
dehnungskoeffizienten kt1 der Spiegelaufnahme sowie an Radius
r2 und thermischen Ausdehnungskoeffizient kt2 der Welle 8 an
gepaßt, so daß Gl. (6) zumindest annäherungsweise erfüllt ist:
r1.kt1 + dk.ktk = r2.kt2 (6)
Diese Art der Befestigung hat folgende Vorteile. Zumindest
bei gleichmäßigen Temperaturänderungen entstehen keine oder
nur sehr kleine thermische Spannungen und die Verbindung mit
der Welle 8 ist sehr steif. Obendrein ist diese Art der Befe
stigung kostengünstig, da die Anforderungen an die Präzision
der Welle 8 und der Spiegelaufnahme 51 an der Verbindungs
stelle nur gering sind und keine weiteren Teile benötigt wer
den.
Wird die Abweichung dd (Fig. 3) zum Bestimmen der optischen
Wegdifferenz s gemessen, so ist vorzugsweise die Spiegel
aufnahme 51 so geformt, daß sie zugleich als Referenzkörper
52 zum Messen der Abweichung dd dient. Dies wiederum ist vor
teilhaft, da der Referenzkörper 52 direkt mit dem Tripelspie
gel 3 steif verbunden ist bzw. mit dem Tripelkörper eine Ein
heit bildet, und der Meßort für die Abweichung dd zumindest
annähernd in die Ebene der Kreisbahn K des Punktes P gelegt
werden kann. Ferner wird kein zusätzlicher Referenzkörper und
somit auch keine Verbindung des Referenzkörpers mit dem Tri
pelspiegel benötigt.
In Fig. 7 ist schematisch eine vorteilhafte Anordnung der Kom
ponenten Lagerung, Drehwinkelmessung und Antrieb der Welle
dargestellt. Die Welle 8 wird vorzugsweise über zwei in einem
Lagergehäuse 60 gegeneinander verspannte Kugellager, z. B.
Präzisions-Schrägkugellager 62, 63 oder andere Wälz- oder
Gleitlager gelagert. In Fig. 7 befinden sich Antrieb 64, 65
und Meßaufnehmer 61 für die Drehwinkelmessung zwischen den
beiden Lagerstellen. Für die Drehwinkelmessung sind ein
Drehwinkelmeßaufnehmer 61 mit Hohlachse und als Antrieb ein
Direktantrieb 65 verwendet, dessen Rotor 64 direkt auf der
Welle 8 montiert ist.
Eine solche Anordnung hat folgende Vorteile: Für die Lagerung
stehen Präzisions-Schrägkugellager 62, 63 als Normteile hoher
Präzision und Laufruhe zur Verfügung. Die Lagerstellen (62,
63) der Welle 8 befinden sich bei vorgegebener Baugröße in
größtmöglichem Abstand voneinander. Somit ist die Lagerung
sehr steif gegenüber sämtlichen Kippmomenten. Der Drehwinkel
meßaufnehmer 61 mit Hohlachse ist eine in der industriellen
Meßtechnik verwendete Komponente.
Es können auch keine Meßfehler durch Fehlausrichtungen beim
Verbinden des Drehwinkelmeßaufnehmers 61 mit der Welle 8,
über eine Kupplung entstehen. Durch die direkte Montage des
Rotors 64 auf der Welle 8 ergibt sich eine sehr steife Ver
bindung, wodurch unerwünschte Torsionsschwingungen zwischen
Welle und Antrieb weitestgehend vermieden sind und eine prä
zises Regeln des Antriebs der Welle erleichtert wird.
Für den Antrieb der Drehachse ergeben sich je nach angestreb
ter Drehgeschwindigkeit in Abhängigkeit vom Drehwinkel unter
schiedliche vorteilhafte Ausführungsformen. Werden keine be
sonderen Ansprüche an die Genauigkeit der Drehgeschwindigkeit
gestellt, so reicht als Antrieb ein Elektromotor aus, welcher
über einen Riemen oder ein Reibradgetriebe mit der Welle ver
bunden ist.
Sowohl der Riemenantrieb (Flachriemen) als auch der Reibrad
antrieb haben den Vorteil, daß mit einfachen Mitteln eine
Übersetzung des Drehmoments des Motors erreicht wird, und so
mit ein Motor mit kleinerem Drehmoment verwendet werden kann.
Der Riemenantrieb hat darüber hinaus den Vorteil, daß nur
sehr wenig Schwingungen von der Motorachse auf die Welle
übertragen werden, während der Reibradantrieb den Vorteil
hat, daß er relativ torsionssteif ist und wesentlich ruhiger
als ein Zahnradgetriebe läuft.
Wird ein präziser Verlauf der Drehgeschwindigkeit angestrebt,
so ist ein Direktantrieb vorteilhaft, dessen Rotor fest mit
der Welle verbunden ist. Hierfür bietet sich die Verwendung
eines Asynchronmotors oder Synchronmotors, beispielsweise ei
nes Scheibenmagnet-Schrittmotors an, bei welchem die Ströme
in der(n) Wicklung(en) des Stators entweder gesteuert oder ge
regelt werden.
Bei gesteuertem Betrieb ist der zeitliche Verlauf der Wick
lungsströme so eingeprägt, daß sich ein schwingungsarmer An
trieb mit dem geforderten zeitlichen Verlauf des Drehwinkels
ergibt. Bei geregeltem Antrieb wird der Drehwinkel des Win
kelsystems, d. h. dessen Istdrehwinkel mit einem Solldrehwin
kel verglichen und die Statorwicklungen werden über einen Re
gelalgorithmus, beispielweise über einen digitalen Signalpro
zessor entsprechend angesteuert. Vorteilhaft ist hierbei eine
Vorabsteuerung des Antriebs mit einem dem Verlauf des Soll
drehwinkels entsprechenden Antriebsmoment, wobei der hierfür
notwendig Momentenverlauf in einer Identifikationsphase ge
messen werden kann.
Die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen von Direktan
trieben haben folgende Vorteile. Die Verbindung des Antriebs
mit der Drehachse ist torsionssteif; somit sind keine oder
allenfalls nur geringe Torsionsschwingungen möglich. Der An
trieb ist weitestgehend verschleißfrei und kann mit hoher
Präzision mit einer hohen Grenzfrequenz des Regelkreises sta
bil geregelt werden.
Die Drehwinkelmessung erfolgt vorzugsweise mit einem inkre
mentalen Winkelmeßsystem, beispielsweise optisch, interfe
renzoptisch oder magnetisch. Die Drehwinkelschritte des Meß
systems können dabei vorzugsweise drehwinkeläquidistant oder
entsprechend dem funktionalen Zusammenhang zwischen der opti
schen Wegdifferenz s und dem Drehwinkel w äquidistant bezüg
lich der optischen Wegdifferenz festgelegt werden.
Inkrementale Winkelmeßsysteme haben den Vorteil, daß damit
der Drehwinkel mit der für Interferometer notwendigen Genau
igkeit und zeitlichen Auflösung gemessen werden kann. Auch
die zeitlich variierenden Meßfehler sind nur sehr gering.
Nachfolgend werden vorteilhafte Drehwinkelmessungen beschrie
ben. Bei einem gekapselten Meßaufnehmer mit Hohlachse zur
Drehwinkelmessung nimmt die Hohlachse die Drehwelle auf,
was den Vorteil hat, daß solche Meßsysteme relativ preiswert
in vielen Variationen angeboten werden, und bei der Montage
keine oder nur sehr wenige Justierarbeiten notwendig sind.
Auch ist eine feste Kopplung mit der Welle nur mit geringen
Fehlern aufgrund der Kopplung zwischen Winkelmeßsystem und
Welle belastet.
Bei Verwenden eines zweigeteilten Systems zur Drehwinkelmes
sung ist der Referenzkörper der Drehwinkelmessung direkt
(fest) mit der zweiten optischen Einheit 2, deren Aufnahme
oder deren Komponenten verbunden. Die Sensorik des Drehwin
kelmeßsystems, welche den Referenzkörper abtastet, ist
(dreh)steif mit der ersten optischen Einheit 1 verbunden.
Dies ist vorteilhaft, da der Drehwinkel sehr nahe am Punkt P
gemessen wird, und somit Meßfehler durch die Torsion der
Drehachse oder der Befestigung der zweiten optischen Einheit
2 ausgeschlossen sind.
Bei einem weiteren vorteilhaften Drehwinkelmeßsystem ist der
zur Drehwinkelmessung benötigte Referenzkörper wieder direkt
fest mit der zweiten optischen Einheit 2, deren Aufnahme oder
deren Komponenten verbunden. Der Referenzkörper wird von zwei
bezüglich der Drehachse diametral angeordneten Sensoren abge
tastet.
Der bei der Drehwinkelmessung durch einen Achsversatz entste
hende Fehler wird durch eine Auswertung der beiden Sensorsi
gnale kompensiert. Die beiden Sensoren sind fest mit der er
sten optischen Einheit 1 verbunden. Dadurch ist eine höhere
Genauigkeit bei der Drehwinkelmessung erreicht. Auch kann
diese Variante für eine kombinierte Messung des Drehwinkels
und der Wellenposition verwendet werden.
Nachfolgend sind vorteilhafte Ausführungen zum Messen der Ab
weichung dd angegeben.
In Fig. 8a ist in einer Seitenansicht und in Fig. 8b ist in ei
ner Vorderansicht eine vorteilhafte Ausführungsform einer
Meßeinrichtung 16 zum kombinierten Messen von Drehwinkel w
und Abweichung dd in Form eines inkrementalen Winkelmeßsy
stems dargestellt, welches einen Referenzkörper 66 sowie zwei
Abtasteinheiten 67, 68 und eine nicht dargestellte Auswer
teelektronik aufweist. Jede der Abtasteinheiten 67, 68 lie
fert den von ihr gemessenen Drehwinkel in analoger oder digi
taler Form.
Das Meßsystem ist so ausgelegt, daß der von den Abtasteinhei
ten 67, 68 gemessene inkrementale Drehwinkel dw proportional
zur Länge dl des an der Abtaststelle vorbeibewegten Teils des
Referenzkörpers ist, wobei gilt:
dw = kwl.dl,
dw = kwl.dl,
wobei mit kwl = 1/rRK, ein fester Proportionalitätsfaktor und
mit rRK der Radius des Referenzkörpers an der Meßstelle be
zeichnet sind.
Zwei Abtaststellen 69, 70 befinden sich in der Ebene der
Kreisbahn K des Punktes P und auf einer Geraden, welche par
allel zur Ebene E verläuft und die Drehachse D schneidet. Die
beiden Abtaststellen 69, 70 haben annähernd den gleichen Ab
stand zur Drehachse 8. Im Unterschied zu der dargestellten
Abtastung kann die Abtastung des Referenzkörpers auch an des
sen Stirnseiten oder in anderer Weise durchgeführt werden.
Zum Berechnen der optischen Wegdifferenz s wird das arithme
tische Mittel der von den beiden Abtasteinheiten 69, 70 ge
messenen Drehwinkel verwendet. Die für die Berechnung der op
tischen Wegdifferenz s verwendete Abweichung dd des Punktes P
von der Kreisbahn K wird aus den beiden Drehwinkeln w1 und w2
der Abtasteinheiten 69, 70 entsprechend der Gl. (7):
dd = (w1 - w2)/(2.kwl) (7)
berechnet. Zur Verbesserung der Ortsauflösung können mehrere
berechnete Abweichungen dd zeitlich gemittelt werden. So kann
in vorteilhafter Weise der Drehwinkel sehr genau gemessen
werden und es wird nur ein Meßsystem für die Messung von
Drehwinkel und Abweichung dd benötigt.
In Fig. 9a ist in einer Seitenansicht und in Fig. 9b ist in ei
ner Vorderansicht eine vorteilhafte Anordnung eines Referenz
körpers 71 und von Abtasteinrichtungen 72, 74 für eine ge
trennte Messung der Abweichung dd dargestellt. Mittels der
Abtasteinrichtungen 72, 74 wird die Abweichung der Position
einer kreisförmigen Kante, eines kreisförmigen Ringes oder
einer Zylinderfläche des Referenzkörpers 71 von einer Sollpo
sition gemessen, und zwar vorzugsweise nur der Anteil in
Richtung des Lotes zur Ebene E, da dieser der Abweichung dd
entspricht. Die Abtaststellen 73, 75 liegen annähernd in der
Ebene E der Kreisbahn K des Punktes P und auf einem Lot zur
Ebene E, welches die Drehachse D schneidet.
Zur Kalibrierung des Meßsystems zum Messen der Abweichung dd
ist es vorteilhaft, Kalibrierstufen vorgegebener Größe (siehe
beispielsweise Stufe 78 in Fig. 10) an beim Messen des Inter
ferogramms nicht benötigten Drehwinkelpositionen auf dem Re
ferenzkörper anzubringen. Diese Kalibrierstufen täuschen eine
bekannte Abweichung dd vor, deren gemessene Größe durch einen
Vergleich mit der bekannten Größe zur Kalibrierung der Emp
findlichkeit des Meßsystems für die Abweichung dd auch wäh
rend des Meßbetriebs des Interferometers verwendet werden
kann. Das Abtasten kann mit einer oder mit zwei diametral an
geordneten Abtasteinrichtungen erfolgen.
Das diametrale Abtasten hat den Vorteil, daß das Messen der
Abweichung dd sowie die optionale Kalibrierung der Empfind
lichkeit des Meßsystems für die Abweichung dd anhand von Ka
librierstufen genauer erfolgt. Statt einer radialen Anordnung
der Abtasteinrichtungen 72, 74, wie in Fig. 9a und 9b darge
stellt, können diese je nach Ausführung des Meßsystems auch
in anderer Orientierung angebracht werden.
Der Referenzkörper 71 sollte vorzugsweise in montiertem Zu
stand der sich drehenden Welle 8 so nachbearbeitet werden,
daß eine Referenzkante, ein Referenzring oder eine Referenz
fläche eine geringe Exzentrizität bzw. eine geringe Abwei
chung von einer idealen Kreisbahn haben. Je nach Ausführung
des Meßsystems kann beispielsweise die Kontur geschliffen
werden, oder es kann eine Spur in eine dünne Schicht durch
mechanisches Bearbeiten, oder in einer photoempfindlichen
Schicht durch Belichten eingebracht werden, oder eine dünne
Spur kann auf den Referenzkörper aufgebracht werden.
Ein Bearbeiten vorzugsweise im montierten Zustand bei sich
drehender Welle 8 ist vorteilhaft, da die Lage des Referenz
körpers bei der Montage und dessen Form vor dem Bearbeiten
nicht sehr genau sein muß. Auch drehwinkelabhängige systema
tische Abweichungen der Lage der Welle können in dem Sinne
kompensiert werden, daß sich der Referenzkörper an der Meß
stelle nur noch mit den zu messenden statistischen Abweichun
gen bewegt, und der erforderliche Meßbereich und somit auch
die relative Genauigkeit des Meßsystems für die Abweichung dd
klein gehalten werden können.
Eine vorteilhafte Ausführungsform einer separaten Meßeinrich
tung zum Messen der Abweichung dd ist in Fig. 10 dargestellt.
Als Referenzkörper 76 wird eine Trommel verwendet. Mittels
eines berührungslosen (beispielsweise induktiven, kapazitiven
oder optischen) Abstandssensors 77 wird der Abstand 79 zur
Trommel 76 gemessen. Der Abstand 79 ist ein direktes Maß für
die Abweichung dd. Der Abstandssensor 77 ist fest mit der er
sten optischen Einheit 1 verbunden.
Für die Kalibrierung der Empfindlichkeit des Meßsystems kön
nen auf der Trommel 76 eine oder mehrere Stufen 78 in Form
einer Erhebung oder Vertiefung vorgegebener Höhe und Breite
angebracht werden. In vorteilhafter Weise können auf dem
Markt verfügbare Abstandsmeßsysteme verwendet werden, und die
zylinderförmige Referenzfläche (Trommel 76 mit Stufen 78)
kann insbesondere bei Bearbeitung im montierten Zustand mit
geringem Aufwand hergestellt werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der separaten
Meßeinrichtung zum Messen der Abweichung dd ist in einer
schematischen Seitenansicht in Fig. 11a und in einer schemati
sierten Schnittansicht in Fig. 11b dargestellt. Als Referenz
körper dient eine Scheibe 80, welche zumindest am Rand licht
undurchlässig ist. Die Referenzscheibe 80 bildet zusammen mit
einem ortsfesten Gegenstück 81 eine Schlitzblende, deren
Breite von der Position der Welle abhängt.
Zum Messen der Breite der Blende ist auf der einen Seite eine
Lichtquelle 85 und auf der anderen Seite ein lichtempfindli
cher Detektor 83 vorgesehen, welcher die auf ihn auftreffende
Lichtmenge 86 mißt. Das Ausgangssignal des Detektors 83 ist
ein Maß für die Abweichung dd. Das Gegenstück 81 ist an der
ersten optischen Einheit 1 befestigt.
Für die Kalibrierung der Empfindlichkeit des Meßsystems sind
auf der Referenzscheibe eine oder mehrere Stufen 84 wiederum
in Form einer Erhebung oder Vertiefung vorgegebener Höhe und
Breite vorgesehen. Zur Kompensation von Empfindlichkeits
schwankungen, die durch Schwankungen der Intensität der
Lichtquelle oder durch Empfindlichkeitsschwankungen des De
tektors hervorgerufen sind, ist ein zweiter Detektor 82 vor
gesehen.
Vorzugsweise sind die Detektoren 82 und 83 auf einem Chip
aufgebracht. Hierbei wird der Detektor 82 über ein Loch im
Gegenstück 81 von der Lichtquelle 85 bestrahlt. Über einen
Regelkreis wird die Intensität der Lichtquelle 85 so gere
gelt, daß der Strom vom Detektor 82 einen konstanten, vorge
gebenen Wert hat. Auch bei dieser Ausführung ist die kreis
förmige Kante der Referenzscheibe insbesondere bei Bearbei
tung im montierten Zustand mit geringem Aufwand herzustellen.
Noch eine weitere separate Meßeinrichtung zum Messen der Ab
weichung dd ist in Fig. 12a und 12b dargestellt. Als Referenz
körper ist wiederum eine Scheibe 88 mit einen ringförmigen
lichtdurchlässigen Bereich 89, beispielsweise eine beschich
tete Glasscheibe, vorgesehen. Der lichtdurchlässige Bereich
89 ist von zwei lichtundurchlässigen Bereichen begrenzt. Zum
Messen der Position des lichtdurchlässigen Ringes ist dieser
auf der einen Seite der Scheibe von einer Lichtquelle 94 be
strahlt und auf der anderen Seite ist ein in zwei Segmente
geteilter Detektor 90 angeordnet; die Trennlinie zwischen
beiden Segmenten liegt genau in der Mitte des lichtdurchläs
sigen Rings 89 und verläuft tangential zu dem ringförmigen
Bereich. Die Differenz der Ausgangssignale der beiden Segmen
te ist ein Maß für die Abweichung dd. Detektor 90 und Licht
quelle 94 sind an der optischen Einheit 1 befestigt.
Die Intensität der Lichtquelle 94 kann anhand der Summe der
Detektorsignale auf einen konstanten Wert geregelt werden.
Zum Kalibrieren des Meßsystems sind zusätzlich auf dem licht
durchlässigen ringförmigen Bereich ein oder mehrere Sektoren
93 bekannter Breite vorgesehen. Ein Vergleich der Veränderung
der Summe der beiden Detektorsignale mit der bekannten Verän
derung der Breite des ringförmigen Bereichs liefert die Emp
findlichkeit des Meßsystems.
Alternativ können auch der ringförmige Bereich lichtundurch
lässig und die Scheibe lichtdurchlässig ausgeführt sein. Auf
grund des Differenzmeßverfahrens kann mit dieser Ausführung
sehr genau gemessen werden.
1
Erste optische Einheit
2
Zweite optische Einheit
3
Tripelspiegel (Retroreflektor)
4
Strahlung
6
Strahleintritt
7
Strahlaustritt
8
Welle
14
Erste Meßeinrichtung
14-1
Ruhende Einheit von
14
14-2
Bewegte Einheit von
14
15
Zweite Meßeinrichtung
15-1
Erste Einheit von
15
15-2
Zweite Einheit von
15
16
Dritte Meßeinrichtung
20
Antrieb
33
,
34
Optische Komponenten zur Strahlkollimierung/-bündelung
35
Strahlteiler
36
,
37
Umlenkspiegel
38
,
39
Lochspiegel
40
Blende
41
Träger
42
Detektor
44
,
47
Teilstrahlen
49
,
50
Teilstrahlen
51
Spiegelaufnahme
52
Referenzkörper
60
Lagergehäuse
61
Meßaufnehmer
62
,
63
Kugellager
64
Rotor
65
Antrieb
66
Referenzkörper
67
,
68
Abtasteinheit
69
,
70
Abtaststellen
71
Referenzkörper
72
,
74
Abtasteinrichtungen
76
Referenzkörper (Trommel)
77
Abstandsensor
78
Stufen in
76
80
Referenzkörper (Scheibe)
81
Gegenstück
82
,
83
Detektor
84
Stufen
85
Lichtquelle
86
Lichtmenge
88
Scheibe
89
Lichtdurchlässiger Bereich
90
Detektor
93
Sektor
94
Lichtquelle
D Drehachse
E Ebene
K Kreis(bahn)
M Mittelpunkt von K
r Abstand (Radius von K)
d Abstand
e Abstand von E
w Drehwinkel
w1
D Drehachse
E Ebene
K Kreis(bahn)
M Mittelpunkt von K
r Abstand (Radius von K)
d Abstand
e Abstand von E
w Drehwinkel
w1
Aktueller Drehwinkel
Claims (26)
1. Einrichtung für ein Interferometer nach Michelson, das be
steht aus einer ersten optischen Einheit (1), deren Komponen
ten eine Ebene (E) festlegen, und einer bezüglich der ersten
optischen Einheit (1) drehbar gelagerten, zweiten optischen
Einheit (2), deren Drehachse (D) annähernd parallel zur Ebene
(E) liegt, und deren Komponente(n) einen Punkt (P) fest
legt(en), welcher einen Abstand (r) von der Drehachse (D) hat
und in welchem die optische Wegdifferenz (s) im Interferome
ter eine Funktion des Abstands (d) des Punktes (P) von der
Ebene (E) ist, dadurch gekennzeichnet, dass
eine erste Meßeinrichtung (14) zum Messen eines Drehwinkels
(w) der zweiten optischen Einheit (2) bezüglich der ersten
optischen Einheit (1)vorgesehen ist, wobei die optische Weg
differenz (s) aus dem mittels der ersten Einrichtung (14) ge
messenen Drehwinkel (w) über eine Gleichung (Gl. (4)) berech
net wird, welche auf der aus einem ersten physikalischen und
geometrischen Modell eines realen Aufbaus resultierenden Ab
hängigkeit der Wegdifferenz (s) von dem Drehwinkel (w) ba
siert.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine zweite Meßeinrichtung (15) zum Messen der in Rich
tung des geometrischen Lotes zur Ebene (E) weisenden Kompo
nente einer Abweichung (dd) der Position des Punktes (P) von
einer durch Solllage und Sollposition der Drehachse (D) und
Sollabstand (r) des Punktes (P) von der Drehachse (D) festge
legten Kreisbahn (K) vorgesehen ist, wobei die optische Weg
differenz (s) aus dem mit der ersten Meßeinrichtung (14) ge
messenen Drehwinkel (w) und der mit der zweiten Meßeinrichtung
(15) gemessenen Abweichung (dd) über eine Gleichung (Gl. (5))
berechnet wird, welche auf der aus einem zweiten physikali
schen und geometrischen Modell des tatsächlichen Aufbaus re
sultierenden Abhängigkeit der Wegdifferenz (s) von dem Dreh
winkel (w) und der Abweichung (dd) basiert.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß statt der beiden Meßeinrichtungen (14, 15) eine dritte
Meßeinrichtung (16)zum Messen sowohl des Drehwinkels (w) als
auch der Abweichung (dd) vorgesehen ist.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet,
daß eine ruhende Einheit (14-1) der ersten (14) oder dritten Meßeinrichtung (16) zum Messen des Drehwinkels (w) drehsteif bezüglich der von der ersten optischen Einheit (1) festgeleg ten Ebene (E) mit der ersten optischen Einheit (1) oder deren Komponenten verbunden ist, und
eine bewegte Einheit (14-2) der ersten (14) oder dritten Meßeinrichtung (16) zum Messen des Drehwinkels (w) drehsteif bezüglich des Lots zur Drehachse (D) durch den Punkt (P) mit der zweiten optischen Einrichtung (2) oder deren Komponenten verbunden ist.
daß eine ruhende Einheit (14-1) der ersten (14) oder dritten Meßeinrichtung (16) zum Messen des Drehwinkels (w) drehsteif bezüglich der von der ersten optischen Einheit (1) festgeleg ten Ebene (E) mit der ersten optischen Einheit (1) oder deren Komponenten verbunden ist, und
eine bewegte Einheit (14-2) der ersten (14) oder dritten Meßeinrichtung (16) zum Messen des Drehwinkels (w) drehsteif bezüglich des Lots zur Drehachse (D) durch den Punkt (P) mit der zweiten optischen Einrichtung (2) oder deren Komponenten verbunden ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Meßeinrichtung (15) aus einer ersten und einer
zweiten Einheit (15-1; 15-2) besteht, wobei
die erste Einheit (15-1) eine Meßeinrichtung ist, mittels welcher Position oder Abweichung der Position von einer Soll position der Kante oder des Ringes bezüglich der Ebene (E) zumindest in der Koordinate in Richtung des Lots zur Ebene (E) gemessen wird, wobei die Meßstelle zumindest annähernd bei einem der Schnittpunkte der Kante oder des Ringes mit dem durch den Mittelpunkt des Kreises der Kante oder des Rings gehenden Lot zur Ebene (E) liegt, und hinsichtlich ihres Abstandes von der Ebene (E) möglichst steif mit der optischen Einheit (1) oder deren Komponenten verbunden ist, und
die zweite Einheit (15-2) ein Referenzkörper mit mindestens einer annähernd kreisförmigen Kante oder einem annähernd kreisförmigen Ring ist, welche(r) zumindest annähernd in der durch die Kreisbahn (K) des Punktes (P) festgelegten Ebene liegt, und möglichst steif mit der zweiten optischen Einheit (2) oder deren Komponenten verbunden ist.
die erste Einheit (15-1) eine Meßeinrichtung ist, mittels welcher Position oder Abweichung der Position von einer Soll position der Kante oder des Ringes bezüglich der Ebene (E) zumindest in der Koordinate in Richtung des Lots zur Ebene (E) gemessen wird, wobei die Meßstelle zumindest annähernd bei einem der Schnittpunkte der Kante oder des Ringes mit dem durch den Mittelpunkt des Kreises der Kante oder des Rings gehenden Lot zur Ebene (E) liegt, und hinsichtlich ihres Abstandes von der Ebene (E) möglichst steif mit der optischen Einheit (1) oder deren Komponenten verbunden ist, und
die zweite Einheit (15-2) ein Referenzkörper mit mindestens einer annähernd kreisförmigen Kante oder einem annähernd kreisförmigen Ring ist, welche(r) zumindest annähernd in der durch die Kreisbahn (K) des Punktes (P) festgelegten Ebene liegt, und möglichst steif mit der zweiten optischen Einheit (2) oder deren Komponenten verbunden ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Meßeinrichtung (15) aus einer ersten und einer
zweiten Einheit besteht, wobei
die erste Einheit eine Meßeinrichtung ist, mittels welcher der Abstand oder die Abweichung des Abstandes von einem Soll abstand der zylinderförmigen Fläche von einem Punkt gemessen wird, welcher auf einer Geraden liegt, die senkrecht zur Ebe ne (E) steht und in der Ebene der Kreisbahn (K) des Punktes (P) liegt, und im Hinblick auf ihren Abstand zur Ebene (E) möglichst steif mit der ersten optischen Einheit (1) oder de ren Komponenten verbunden ist, und
die zweite Einheit ein Referenzkörper mit einer zumindest an nähernd zylinderförmigen Fläche ist, deren Symmetrieachse möglichst parallel und höchstens in einem kleinen Abstand von der Drehachse (D) der zweiten optischen Einheit (2) liegt, und möglichst steif mit der zweiten optischen Einheit (2) oder deren Komponenten verbunden ist.
die erste Einheit eine Meßeinrichtung ist, mittels welcher der Abstand oder die Abweichung des Abstandes von einem Soll abstand der zylinderförmigen Fläche von einem Punkt gemessen wird, welcher auf einer Geraden liegt, die senkrecht zur Ebe ne (E) steht und in der Ebene der Kreisbahn (K) des Punktes (P) liegt, und im Hinblick auf ihren Abstand zur Ebene (E) möglichst steif mit der ersten optischen Einheit (1) oder de ren Komponenten verbunden ist, und
die zweite Einheit ein Referenzkörper mit einer zumindest an nähernd zylinderförmigen Fläche ist, deren Symmetrieachse möglichst parallel und höchstens in einem kleinen Abstand von der Drehachse (D) der zweiten optischen Einheit (2) liegt, und möglichst steif mit der zweiten optischen Einheit (2) oder deren Komponenten verbunden ist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Referenzkörper (76) zur fortlaufenden
Kalibrierung der Empfindlichkeit der zweiten Meßeinrichtung
(15) eine oder mehrere Stufen (78) vorgegebener Höhe auf
weist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß zum Vermessen des Referenzkörpers die zweite
Meßeinrichtung (15) zwei diametral gegenüber liegende Meß-
Abtaststellen aufweist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Referenzkörper im montierten Zustand
bei einer Drehbewegung um die Drehachse (D) so nachbearbeitet
ist, daß eine Referenzkante, ein Referenzring oder eine Refe
renzfläche bei einer Drehbewegung um die Drehachse (D) eine
von einer idealen Kreisbahn möglichst gering abweichende Be
wegung ausführt.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Referenzkörper aus formstabilem Materi
al hergestellt ist, welches zum direkten Anbringen an den
Komponenten der zweiten optischen Einheit (2) den gleichen
oder annähernd gleichen thermischen Ausdehnungskoeffiziente
nen wie diese Komponenten hat.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Referenzkörper einen möglichst geringen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten hat.
12. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Meßeinrichtung (15) eine Lichtschranke, bestehend
aus einer Lichtquelle (85) und einem Detektor (83), aufweist,
und ein Referenzkörper (80) zwischen Lichtquelle (85) und De
tektor (83) angeordnet ist, wobei
der Lichtfluß von der Lichtquelle (85) zum Detektor (83)
teilweise vom Referenzkörper (80) so unterbrochen wird, daß
die auf den Detektor (83) auftreffende Lichtleistung in einem
funktionalen Zusammenhang zu der zu messenden Größe steht,
und das Ausgangssignal des Detektors (83) das Maß für die zu
messende Größe ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß
der Detektor der Lichtschranke aus zwei Einzeldetektoren(82,
83) besteht, wobei
der Lichtfluß von der Lichtquelle (85) zum Detektor (83) vom Referenzkörper (80) teilweise unterbrochen wird,
der Lichtfluß von der Lichtquelle (85) zum Detektor (82) vom Referenzkörper (89) nicht beeinflußt wird, und
die Lichtleistung der Lichtquelle elektronisch so geregelt ist, daß das Ausgangssignal des Detektors (82) einen vorgege benen Wert annimmt.
der Lichtfluß von der Lichtquelle (85) zum Detektor (83) vom Referenzkörper (80) teilweise unterbrochen wird,
der Lichtfluß von der Lichtquelle (85) zum Detektor (82) vom Referenzkörper (89) nicht beeinflußt wird, und
die Lichtleistung der Lichtquelle elektronisch so geregelt ist, daß das Ausgangssignal des Detektors (82) einen vorgege benen Wert annimmt.
14. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die zwei Einzeldetektoren (82, 83) auf einem Sensorchip
integriert sind.
15. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die dritte Meßeinrichtung (16) eine inkrementale Winkel meßeinrichtung ist, welche einen Referenzkörper sowie zwei Abtasteinheiten (72, 74) mit zugehöriger Auswerteelektronik aufweist, wobei
die Winkelmeßeinrichtung so ausgelegt ist, daß der von den Abtasteinheiten (72, 74) gemessene inkrementale Drehwinkel dw entsprechend einem festen Proportionalitätsfaktor kwl propor tional zur Länge dl des an der Abtaststelle vorbeibewegten Teils des Referenzkörpers ist, wobei gilt: dw = kwl.dl, und die beiden Abtaststellen annähernd in der Ebene der Kreisbahn (K) des Punktes (P) und auf einer Geraden liegen, welche pa rallel zur Ebene (E) verläuft und die Drehachse (D) schnei det, und annähernd den gleichen Abstand zur Drehachse (D) ha ben, wobei
zum Berechnen der optischen Wegdifferenz (s) das arithmeti sche Mittel der von den beiden Abtasteinheiten (72, 74) ge messene Drehwinkel gebildet, und die Abweichung (dd) des Punktes (P) von der Kreisbahn (K) aus den beiden Drehwinkeln (w1 und w2) der Abtasteinheiten (72, 74) berechnet wird nach der Gleichung
dd = (w1 - w2)/(2.kwl)
sowie zur Verbesserung der Ortsauflösung mehrere berechnete Abweichungen (dd) zeitlich gemittelt werden können.
daß die dritte Meßeinrichtung (16) eine inkrementale Winkel meßeinrichtung ist, welche einen Referenzkörper sowie zwei Abtasteinheiten (72, 74) mit zugehöriger Auswerteelektronik aufweist, wobei
die Winkelmeßeinrichtung so ausgelegt ist, daß der von den Abtasteinheiten (72, 74) gemessene inkrementale Drehwinkel dw entsprechend einem festen Proportionalitätsfaktor kwl propor tional zur Länge dl des an der Abtaststelle vorbeibewegten Teils des Referenzkörpers ist, wobei gilt: dw = kwl.dl, und die beiden Abtaststellen annähernd in der Ebene der Kreisbahn (K) des Punktes (P) und auf einer Geraden liegen, welche pa rallel zur Ebene (E) verläuft und die Drehachse (D) schnei det, und annähernd den gleichen Abstand zur Drehachse (D) ha ben, wobei
zum Berechnen der optischen Wegdifferenz (s) das arithmeti sche Mittel der von den beiden Abtasteinheiten (72, 74) ge messene Drehwinkel gebildet, und die Abweichung (dd) des Punktes (P) von der Kreisbahn (K) aus den beiden Drehwinkeln (w1 und w2) der Abtasteinheiten (72, 74) berechnet wird nach der Gleichung
dd = (w1 - w2)/(2.kwl)
sowie zur Verbesserung der Ortsauflösung mehrere berechnete Abweichungen (dd) zeitlich gemittelt werden können.
16. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Welle (8) so gelagert ist, daß sie steif
gegenüber äußeren Kräften und Momenten ist.
17. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein möglichst steif mit der Welle verbunde
ner Antrieb (64, 65) eine Drehung der Welle (8) um die Dreh
achse (D) mit konstanter Drehgeschwindigkeit oder einen zeit
lichen Verlauf der Drehgeschwindigkeit bewirkt, welcher für
zumindest einen Teil des Drehwinkelbereichs einer Umdrehung
einen zumindest annähernd zeitlinearen Verlauf der optischen
Wegdifferenz (s) zur Folge hat.
18. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekenn
zeichnet durch zwei als Träger für die Komponenten der ersten
optischen Einheit (1) vorgesehene Platten (30, 31), welche
über parallel zueinander angeordnete Abstandshalter (32) so
miteinander verbunden sind, daß sich die Komponenten der er
sten optischen Einheit (1) zwischen den beiden Platten
(30, 31) oder an den Stirnseiten der beiden Platten befinden.
19. Einrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Kollimierungsoptik (33) und eine Bündelungsoptik (34)
des Interferometers, eine Eingangsblende (40) und ein Detek
torträger (41) mit den Trägerplatten (30, 31) verbunden sind.
20. Einrichtung nach einem der Ansprüche 18 oder 19, dadurch
gekennzeichnet, daß als Verbindungsmittel ein sehr dünn auf
gebrachtes Klebemittel dient.
21. Einrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch
gekennzeichnet, daß die verklebten Flächen der optischen Kom
ponenten vorzugsweise senkrecht zu den optischen Flächen der
optischen Komponenten sind.
22. Einrichtung nach den Ansprüchen 18 bis 21, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Trägerplatten (30, 31), die Abstands
halter (32), die Eingangsblende (40), der Detektorträger (41)
und das dazwischen aufgebrachte Klebemittel den gleichen,
möglichst kleinen thermischen Ausdehnungskoeffizientenen wie
die miteinander zu verbindenden Komponenten haben.
23. Einrichtung nach den Ansprüchen 18 bis 22, dadurch ge
kennzeichnet, daß die miteinander zu verbindenden Komponenten
mittels Klebeschablonen oder mittels mit Hilfe eines Laser
strahls und/oder eines von einem Interferometer erzeugten In
terferogramms einstellbaren Justiervorrichtungen justierbar
sind.
24. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die zweite optische Einheit (2) steif mit
der Welle (8) und mit einem Trägerkörper (51) verbunden ist,
welche den gleichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten wie
die optische Einheit (2) haben und der Trägerkörper (51) mit
tels eines Klebstoffrings (53) der Breite dk mit einer kreis
zylinderförmigen Fläche der Welle (8) verbunden ist, wobei
die Breite dk des Klebstoffrings (53) und der thermische Aus
dehnungskoeffizient ktk des Klebemittels, der thermische Aus
dehnungskoeffizient kt1 und der Radius r1 der zylinderförmi
gen Fläche des Trägerkörpers (51) sowie der thermische Aus
dehnungskoeffizient kt2 und der Radius r2 der zylinderförmigen
Fläche der Welle (8) so aneinander angepaßt sind, daß
gilt:
dk.ktk + r1.kt1 = r2.kt2.
dk.ktk + r1.kt1 = r2.kt2.
25. Einrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß
der Trägerkörper (51) vorzugsweise auch als Referenzkörper
zum Messen der Abweichung des Punktes (P) von einer idealen
Kreisbahn (K) ausgelegt ist.
26. Einrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß
der Referenzkörper vorzugsweise zum Messen der Abweichung
(dd) des Punktes (P) von dessen idealen Kreisbahn (K) direkt
an dem Trägerkörper (51) angebracht ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10115911A DE10115911C2 (de) | 2001-01-31 | 2001-03-30 | Einrichtung für ein Interferometer nach Michelson |
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|---|---|---|---|
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| DE10115911A DE10115911C2 (de) | 2001-01-31 | 2001-03-30 | Einrichtung für ein Interferometer nach Michelson |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10115911A1 DE10115911A1 (de) | 2002-08-22 |
| DE10115911C2 true DE10115911C2 (de) | 2002-12-05 |
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ID=7672463
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10115911C2 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2008019937A1 (de) * | 2006-08-14 | 2008-02-21 | Siemens Aktiengesellschaft | Michelson-interferometer |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB2154019A (en) * | 1984-02-10 | 1985-08-29 | Zeiss Jena Veb Carl | Double-beam interferometer arrangement particularly for fourier-transform spectrometers |
| DE4215871A1 (de) * | 1992-05-14 | 1993-11-18 | Deutsche Forsch Luft Raumfahrt | Interferometer nach Michelson |
| US5341207A (en) * | 1991-08-30 | 1994-08-23 | Deutsche Forschungsanstalt Fur Luft - Und Raumfahrt E.V. | Michelson interferometer |
| DE19756936C1 (de) * | 1997-12-20 | 1999-03-11 | Deutsch Zentr Luft & Raumfahrt | Interferometer nach Michelson |
-
2001
- 2001-03-30 DE DE10115911A patent/DE10115911C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB2154019A (en) * | 1984-02-10 | 1985-08-29 | Zeiss Jena Veb Carl | Double-beam interferometer arrangement particularly for fourier-transform spectrometers |
| US5341207A (en) * | 1991-08-30 | 1994-08-23 | Deutsche Forschungsanstalt Fur Luft - Und Raumfahrt E.V. | Michelson interferometer |
| DE4215871A1 (de) * | 1992-05-14 | 1993-11-18 | Deutsche Forsch Luft Raumfahrt | Interferometer nach Michelson |
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
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