DE10113329A1 - Turbomolekularpumpe - Google Patents
TurbomolekularpumpeInfo
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Abstract
Die Turbomolekularpumpe weist einen Stator (14) und einen Rotor (15) auf. Der Stator (14) ist durch eine Kühlvorrichtung (24) gekühlt. Zur Ermöglichung einer Wärmeabfuhr vom Rotor (15) haben die Scheiben des Stators und/oder des Rotors eine Wärmestrahlungsemissivität epsilon von mindestens 0,7. Dadurch erfolgt ein Wärmetransport vom Rotor zum Stator durch Wärmestrahlung. Der Rotor wird gegen Überhitzung geschützt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Turbomolekularpumpe mit einem Sta
tor, einem Rotor und einer am Stator vorgesehenen Kühlvorrich
tung.
Eine Turbomolekularpumpe dient dazu, ein Hochvakuum zu er
zeugen, indem die einzelnen abzupumpenden Gasteilchen durch Zu
sammenstöße mit schnell bewegten Flächen eines Rotors einen Im
puls in Förderrichtung erhalten. Die Drehgeschwindigkeit des
Rotors ist so groß, dass die Umfangsgeschwindigkeit (am Außen
rand der Rotorscheiben) in die Größenordnung der mittleren
thermischen Geschwindigkeit der zu pumpenden Gasmoleküle kommt.
Je nach Größe der Pumpe beträgt die Drehzahl zwischen 20.000
und 100.000 U/min.
Für die Verwendung von Turbomolekularpumpen in Hochvakuum
prozessen der Halbleiter- und Beschichtungstechnologie gewinnt
die Temperatur des vom Medium durchströmten Pumpenbereichs so
wie der Flächen, die diesen Pumpenbereich begrenzen, immer mehr
an Bedeutung. Es besteht häufig die Forderung, diese Bereiche
zu beheizen bzw. auf einer möglichst hohen Temperatur zu hal
ten. Der maximale thermische Einsatzbereich wird in der Regel
von der zulässigen Maximaltemperatur des Rotors begrenzt. Ein
Überschreiten der zulässigen Temperatur führt zu frühzeitigem
Versagen der Turbine durch Materialkriechen oder gar Material
bruch.
Turbomolekularpumpen, bei denen der Stator eine Kühlvorrichtung
enthält, sind bekannt. Die Kühlung bzw. Temperaturregelung des
Stators auf einen gewünschten Wert ist relativ einfach durchzu
führen, beispielsweise durch den Einbau einer Kühlschlange mit
entsprechender Regelung des Kühlmitteldurchsatzes. Dagegen ist
die Temperatur des Rotors schwierig zu beherrschen, weil es
nicht möglich ist, während des Betriebes dem Rotor ein Kühl
medium zuzuführen und es auch wieder abzuführen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Turbomolekular
pumpe zu schaffen, die eine wirksame Wärmeabfuhr von den Schei
ben des Rotors ermöglicht.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den im
Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen. Hiernach weisen der
Stator und/oder der Rotors eine Oberfläche mit einer Wär
mestrahlungsemissivität s von mindestens 0,7 auf. Die Emissivi
tät ist eine dimensionslose Größe, die Werte zwischen 0 und 1
annehmen kann. Sie gibt das Strahlungsvermögen einer Fläche an,
das gleich dem Absorptionsvermögen ist und für einen schwarzen
Körper den Wert 1 hat. Während die Scheiben von Stator und
Rotor einer Turbomolekularpumpe üblicherweise aus Aluminium be
stehen, das mit Nickel beschichtet ist und eine glatte Oberfläche
bildet, deren Emissivität etwa 0,3 beträgt, ist erfin
dungsgemäß die Emissivität der Scheibenoberfläche relativ hoch.
Vorzugsweise gilt die Emisivität von mindestens 0,7 sowohl für
die Scheiben des Stators als auch für diejenigen des Rotors.
Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, dass ein Wärmeübertrag
vom Rotor auf den Stator durch Wärmeleitung, Konvektion und
Wärmestrahlung erfolgen kann. Da die Scheiben einander nicht
berühren, findet Wärmeleitung nur in geringem Maße statt, da
die Dichte des Gases gering ist. Infolge des Vakuums kommt ist
eine Wärmeübertragung durch Konvektion nur geringfügig vorhan
den. Durch den hohen Wert von ε wird ein hoher Wärmefluss durch
Wärmestrahlung erzeugt, wodurch eine Angleichung der Rotortem
peratur in Richtung auf die Statortemperatur bewirkt wird.
Die Oberflächen der Scheiben sind vorzugsweise von einer Be
schichtung gebildet, insbesondere aus einem Keramikmaterial.
Vorzugsweise enthält die Beschichtung Aluminiumoxid.
Eine andere Möglichkeit der Erzielung einer Oberfläche mit
hoher Strahlungsemissivität besteht darin, die Oberfläche auf
zurauen, beispielsweise durch Strahlen (nach Art des Sand
strahlens) oder Ätzen.
Im folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Aus
führungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen schematischer Längsschnitt durch eine erste Aus
führungsform einer Turbomolekularpumpe,
Fig. 2 eine gegenüber Fig. 1 modifizierte Ausführungsform mit
einer sich an die Scheibenstufe anschließenden Gewinde
stufe nach dem Holweck-Prinzip,
Fig. 3 eine Turbomolekularpumpe nach dem Holweck-Prinzip,
Fig. 4 eine Turbomolekularpumpe nach dem Siegbahn-Prinzip, wo
bei die spiralförmigen Nuten sich am Stator befinden,
und
Fig. 5 eine weitere Turbomolekularpumpe nach dem Siegbahn-
Prinzip, wobei die Spiralen sich am Rotor befinden.
Die Turbomolekularpumpe weist ein Pumpengehäuse 10 auf, das an
einem Ende einen Vakuumanschluss 11 besitzt und am gegenüber
liegenden Ende durch einen Basisflansch 12 abdichtend ver
schlossen ist. Vom Basisflansch 12 geht der Vorvakuumanschluss
13 ab, an den eine Vorvakuumpumpe angeschlossen wird.
Das Gehäuse 10 enthält einen Stator 14 aus zahlreichen Ringen,
welche ein Paket bilden, von dem Schaufeln oder Scheiben 16
radial nach innen abstehen.
Der Stator 14 umgibt einen Rotor 15, der eine Rotorwelle 18
aufweist, welche von einem Motor 17 angetrieben ist. Der Rotor
15 weist zahlreiche radial abstehende Scheiben 20 auf, die je
weils zwischen die Scheiben 16 des Stators ragen. Die Scheiben
16 und 20 bilden jeweils Kompressionsstufen.
Der Motor 17 ist zusammen mit einer Magnetlagerung der Welle 18
in einer Kartusche 22 untergebracht, welche über einen be
stimmten Teil gehalten wird, das an dem Basisflansch 12 ange
schraubt ist. Der Stator oder ein damit wärmeleitend verbundenes
Teil, beispielsweise der Basisflansch 12 oder die Kar
tusche 22 oder der Motor 17, enthält einen Temperaturmessfühler
21. Der Basisflansch 12 enthält eine Kühlschlange 24, die von
einem Kühlmedium durchströmt ist. Die Durchflussrate des Kühl
mediums wird in Abhängigkeit von der Temperatur geregelt, die
der oder die Temperaturmessfühler 21 angeben.
Die einander zugewandten Flächen der Scheiben 16 und 20 sind
mit einer Beschichtung aus KEPLA-Coat (registrierte Marke der
Fa. AHC Oberflächentechnik GmbH & Co. OHG, Kerpen) versehen,
einer Keramik, die Aluminiumoxid aufweist. Diese Beschichtung
hat eine Strahlungsemissivität s von mehr als 0,7.
Der sich beim Betrieb der Turbomolekularpumpe erwärmende Rotor
15 gibt über die Scheiben 20 Strahlungswärme an den Stator 14
ab, welcher durch die Kühlvorrichtung 24 gekühlt wird. Die aus
getauschte Wärmeleistung ergibt sich nach folgender
Gleichung:
Hierin ist
die ausgetauschte Wärmeleistung in W,
A die Fläche der sich gegenüberstehenden Scheiben in m2,
εR die Emissivität bzw. der Emissionsgrad des Rotors,
εS die Emissivität bzw. der Emissionsgrad des Stators,
σ = 5,67 W/m2K4, die Boltzmann-Konstante (Naturkonstante),
TR die Temperatur des Rotors in K,
TS die Temperatur des Stators in K.
die ausgetauschte Wärmeleistung in W,
A die Fläche der sich gegenüberstehenden Scheiben in m2,
εR die Emissivität bzw. der Emissionsgrad des Rotors,
εS die Emissivität bzw. der Emissionsgrad des Stators,
σ = 5,67 W/m2K4, die Boltzmann-Konstante (Naturkonstante),
TR die Temperatur des Rotors in K,
TS die Temperatur des Stators in K.
Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 2 handelt es sich um eine
Turbomolekularpumpe, bei der sich an den Scheibenabschnitt 25
der zusammengreifende Scheiben 16 und 20 von Rotor und Stator
enthält, eine Gewindestufe 26 anschließt. In der Gewindestufe
26 hat der Rotor 15 an seiner Außenseite eine schraubenförmige
Nut 27, die sich mit geringem Abstand an einer zylindrischen
Innenfläche 28 des Stators 10 entlangbewegt. Die Gewindestufe
26 schließt sich an die Scheibenstufe 25 an. In der Gewinde
stufe 26, die auch als Holweck-Stufe bezeichnet wird, sind
ebenfalls mindestens die einander zugewandten Flächen von
Stator 10 und Rotor 15 mit einer Wärmestrahlungsemissivität s
von mindestens 0,7 ausgestattet. Die Temperaturmessfühler 21
sind an stationären Komponenten vorgesehen, beispielsweise am
Basisflansch 12, an der Kartusche 22 oder am Motor 17. Eine
Kühlvorrichtung 24 ist im Basisflansch 12 vorgesehen.
Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 3 handelt es sich um eine
Turbomolekularpumpe, die nur aus einer Gewindestufe oder Hohl
weck-Stufe besteht, wobei schraubenförmige Nuten 27a, 27b an der
Innenwand des Stators 10 vorgesehen sind, während der Rotor 15
eine zylindrische Außenfläche hat. Die Gewindegänge der Gewin
destufen 27a und 27b sind gegenläufig. Die Pumpe fördert von
dem Vakuumanschluss 11 zu dem Vorvakuumanschluss 13, der sich
in der axialen Mitte der Pumpe befindet und auf den die schrau
benförmigen Nuten der Gewindestufen zulaufen. Der Rotor 15 wird
von einem Motor 17 angetrieben. Auch hier ist eine (nicht dar
gestellte) Kühlvorrichtung im Stator 10 vorgesehen, deren Kühl
leistung von mindestens einem Temperaturmessfühler 21 geregelt
wird. Die einander zugewandten Flächen von Stator und Rotor
haben eine Emissivität ε von mindestens 0,7.
Fig. 4 zeigt eine Turbomolekularpumpe nach dem Siegbahn-Prin
zip, wobei ein scheibenförmiger Rotor 15 in einem Stator 10
oder Gehäuse rotiert. Der scheibenförmige Rotor 15 weist ebene
Flächen auf, die jeweils einer spiralförmigen Nut 28a, 28b des
Stators zugewandt sind. Die Pumpe fördert von dem Vakuuman
schluss 11 zu dem Vorvakuumanschluss 13.
Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 5 handelt es sich eben
falls um eine Turbomolekularpumpe nach dem Siegbahn-Prinzip,
wobei die spiralförmigen Nuten 28a, 28b an den Flächen des
scheibenförmigen Rotors 15 vorgesehen sind, während die Innen
flächen des Stators 10 eben sind.
Auch bei den Ausführungsbeispielen von Fig. 4 und 5 ist ε min
destens 0,7, so dass eine Wärmeabfuhr durch Strahlung von dem
Rotor auf den Stator erfolgt.
Claims (6)
1. Turbomolekularpumpe mit einem Stator (14), einem Rotor (15)
und einer am Stator (14) vorgesehenen Kühlvorrichtung (24),
dadurch gekennzeichnet,
dass diejenigen Oberflächen des Stators (14) und/oder des
Rotors (15), die dem jeweils anderen Teil (Rotor bzw. Sta
tor) zugewandt sind, eine Wärmestrahlungsemissivität u von
mindestens 0,7 aufweisen.
2. Turbomolekularpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Oberflächen von einer Beschichtung ge
bildet sind.
3. Turbomolekularpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Beschichtung aus einem Keramikmaterial
besteht.
4. Turbomolekularpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Beschichtung Aluminiumoxid aufweist.
5. Turbomolekularpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Oberflächen der Scheiben (16, 20) durch
Aufrauhen bearbeitet sind.
6. Turbomolekularpumpe nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch
gekennzeichnet, dass an dem Stator (14) oder an einem mit
dem Stator (14) verbundenen Bauteil ein Temperaturmess
fühler (21) zur Regelung der Kühlvorrichtung (24) angeord
net ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10113329A DE10113329A1 (de) | 2001-03-20 | 2001-03-20 | Turbomolekularpumpe |
| PCT/EP2002/002672 WO2002075157A1 (de) | 2001-03-20 | 2002-03-12 | Turbomolekularpumpe |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10113329A DE10113329A1 (de) | 2001-03-20 | 2001-03-20 | Turbomolekularpumpe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10113329A1 true DE10113329A1 (de) | 2002-09-26 |
Family
ID=7678115
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10113329A Withdrawn DE10113329A1 (de) | 2001-03-20 | 2001-03-20 | Turbomolekularpumpe |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE10113329A1 (de) |
| WO (1) | WO2002075157A1 (de) |
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- 2001-03-20 DE DE10113329A patent/DE10113329A1/de not_active Withdrawn
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| JP2024095999A (ja) * | 2022-12-30 | 2024-07-11 | プファイファー・ヴァキューム・テクノロジー・アクチエンゲゼルシャフト | 真空ポンプ及び真空ポンプを運転する方法 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO2002075157A1 (de) | 2002-09-26 |
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