DE10110200A1 - Verfahren zum Honbearbeiten - Google Patents
Verfahren zum HonbearbeitenInfo
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Abstract
Ein Verfahren zur Honbearbeitung schlägt vor, mit einem Dornhonwerkzeug entweder gleich oder im Anschluss an ein Dornhonen mit dem gleichen Werkzeug eine Nachbearbeitung durchzuführen, bei der das Verhältnis von Hubgeschwindigkeit zu Drehzahl des Werkzeugs deutlich erhöht wird. Dadurch wird eine Kreuzstruktur der Honspuren erreicht, die ein besseres Ölhaltevermögen zulässt.
Description
Es ist bekannt, Bohrungen mit höchster Formgenauigkeit mit
Hilfe des Dornhonens zu bearbeiten. Einsatzbeispiele sind die
Bearbeitung kleinster Bohrungen für Einspritzsysteme für
PkWs, die Bearbeitung von Bohrungen in Hydraulikkomponenten
sowie die Bearbeitung des großen und kleinen Auges in Pleu
eln.
Beim Dornhonen wird das auf den Enddurchmesser eingestellte
Honwerkzeug mit hoher Drehzahl aber geringer Hubgeschwindig
keit mindestens einmal, höchstens dreimal durch die Bohrung
hindurch bewegt. Infolge der im Verhältnis zur Hubgeschwin
digkeit hohen Umfangsgeschwindigkeit des Honwerkzeugs ist der
Honwinkel beim Dornhonen sehr klein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Honverfahren
unter Beibehaltung der durch das Dornhonen erzielten Vorteile
im Hinblick auf eine tribologisch günstige Oberflächento
pographie weiterzuentwickeln.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Verfahren
mit den im Anspruch 1 genannten Merkmalen vor. Weiterbildun
gen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
Während bei normalen Dornhonen mit einem Dornhonwerkzeug die
Bohrung mit hoher Umdrehungszahl nur langsam durchfahren
wird schlägt die Erfindung vor, das Dornhonwerkzeug mindes
tens teilweise in einer Weise zu benutzen, die beim Dornhonen
nicht üblich ist. Bei geringem Aufmaß der zu bearbeitenden
Bohrung kann beispielsweise schon der erste Hub mit dem
Dornhonwerkzeug mit einem vergrößerten Verhältnis von Hubge
schwindigkeit zu Drehzahl durchfahren werden, anders ausge
drückt, sehr schnell.
Ist das Aufmaß nicht ganz so gering, kann beispielsweise der
erste Hub, d. h. das Erstdurchfahren der Bohrung mit der
üblichen Geschwindigkeit erfolgen, und anschließend das
Werkzeug schnell zurückgezogen werden. Auch dadurch kann
unter den genannten Voraussetzungen eine Kreuzstruktur
erzeugt werden.
In Weiterbildung kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die
Bohrung in der üblichen Weise zunächst mit einem Hub und
einem Rückhub bearbeitet wird, und dass erst anschließend das
Dornhonwerkzeug in der unüblichen Weise verwendet wird.
Die zu bearbeitende Bohrung wird also in der gleichen Weise
wie bisher üblich bearbeitet. Es wird ein Dornhonwerkzeug
verwendet, das mit hoher Drehgeschwindigkeit aber geringer
Hubgeschwindigkeit in mindestens einem Hub und einem Rückhub
durch die Bohrung bewegt wird. Anschließend wird entweder die
Umfangsgeschwindigkeit verändert oder die Hubgeschwindigkeit
vergrößert. Dann wird mit dem gleichen Werkzeug die Bohrung
nochmals bearbeitet, wobei sich jetzt aufgrund der höheren
Hubgeschwindigkeit im Verhältnis zur Drehzahl ein größerer
Winkel der Honspuren ergibt. Beim Zurückziehen kann dafür
gesorgt werden, dass sich eine kreuzende Struktur ergibt, die
dann zu den gewünschten verbesserten tribologischen Eigen
schaften führt.
Beim Rückhub kann sich aufgrund der Eigenschaften eines
Dornhonwerkzeugs, das sich entspannt, die Möglichkeit erge
ben, dass der Abtrag tiefer wird als die Honspuren des
Vorwärtshubs. Dadurch kann unter Umständen die Gefahr beste
hen, dass keine Kreuzstruktur entsteht. Um diese Gefahr
unter allen Umständen auszuschließen, kann erfindungsgemäß
in Weiterbildung vorgesehen sein, dass das Werkzeug vor dem
Rückhub der Nachbearbeitung zurückgestellt und damit ent
spannt wird. Diese Rückstellung bzw. Entspannung kann so
weit geschehen, dass die beim Rückhub entstehenden Honspuren
die gleiche Tiefe aufweisen wie die beim Vorwärtshub entstan
denen.
Es ist aber ebenfalls möglich und wird von der Erfindung
vorgeschlagen, die Nachbearbeitung mit mehreren insbesondere
schnellen Hüben durchzuführen, so dass dann aufgrund der
mehreren Hübe auch Kreuzstrukturen gleicher Tiefe entstehen.
Dabei kann vorgesehen sein, das Werkzeug weiter zuzustellen,
um die vorher entstandenen Spuren mit Sicherheit zu über
decken.
Es ist ebenfalls möglich, schon beim Abwärtshub den Abtrag so
gering zu gestalten, dass bei festeingestelltem Werkzeug im
Aufwärtshub nicht alle Spuren des Abwärtshubs abgetragen
werden.
In nochmaliger Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass anschließend an die Nachbearbeitung eine nochmali
ge Nachbearbeitung erfolgt, bei der die Spitzen der Ober
flächenstruktur geglättet werden. Dies bildet eine Art
Plateaubearbeitung, um eine bestimmte Tragstruktur herstellen
zu können.
Für diese Glättung kann erfindungsgemäß das gleiche Werkzeug
wie für die vorhergehende Nachbearbeitung verwendet werden.
Es ist aber ebenfalls möglich und wird von der Erfindung
vorgeschlagen, dass die Glättung der Spitzen mit Hilfe eines
anderen Werkzeugs mittels Dornhonen oder Normalhonen erfolgen
kann.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung, den Patentansprüchen, deren
Wortlaut durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht
wird, sowie an Hand der Zeichnung. Hierbei zeigen:
Fig. 1 schematisch den Querschnitt durch eine Bohrung
vor Beginn der von der Erfindung vorgeschlage
nen Honbearbeitung;
Fig. 2 den Zustand der Bohrung nach dem ersten Hub;
Fig. 3 den Zustand der Bohrung nach dem ersten
Rückhub;
Fig. 4 den Zustand der Bohrung nach dem ersten Hub
der Nachbearbeitung;
Fig. 5 den Zustand der Bohrung nach Beendigung der
Nachbearbeitung.
Fig. 1 zeigt schematisch den Querschnitt durch ein Werkstück
1 mit einer darin enthaltenen Bohrung 2. Die Bohrung 2 ist
durch einen vorhergehenden Bearbeitungsschritt entstanden und
durch Schleifen, Drehen oder ein sonstiges Bearbeitungsver
fahren auf ein gewisses Maß gebracht worden. Die Bohrung 2
soll nun in ihrer Struktur geglättet und auf das endgültige
Fertigmaß gebracht werden. Hierzu wird ein angedeutetes
Honwerkzeug 3 verwendet, bei dem es sich um ein Dornhonwerk
zeug handelt. Dieses Werkzeug 3 enthält eine vordere leicht
konische Schneidzone 4, die in der schematischen Darstellung
stark übertrieben dargestellt ist. Das Werkzeug 3 wird mit
hoher Drehzahl und niedriger Hubgeschwindigkeit durch die
Bohrung 2 hindurch bewegt. Dadurch erfolgt ein Abtrag der
Wand der Bohrung 2, also der Oberfläche. Die Bohrung vergrö
ßert sich in ihrem Durchmesser und weist nach dem Durchgang
des Werkzeugs 3 eine Oberflächenstruktur mit Honspuren 5
auf. Der Zustand nach dem ersten Durchgang des Werkzeugs 3
durch die Bohrung 2 ist in Fig. 2 dargestellt. Die Honspuren
5 verlaufen fast parallel zu der Oberfläche 6 des Werkstücks
1 oder anders ausgedrückt fast senkrecht zur Drehachse des
Honwerkzeugs 3. Dieser nur geringfügig von Null abweichende
Winkel ergibt sich aus der hohen Drehzahl des Werkzeugs im
Verhältnis zur Hubgeschwindigkeit.
Nach dem ersten Durchfahren der Bohrung 2 wird das Werkzeug 3
dann wieder zurückgezogen, so dass es die in Fig. 3 darge
stellte Position einnimmt. Beim Zurückziehen werden neue
Honspuren 5 erzeugt, die infolge der geschilderten Kinematik
wiederum sehr flach verlaufen. Sie weisen jedoch jetzt eine
andere Orientierung auf, da die beim Zurückziehen entstehen
den Honspuren im dargestellten Beispiel tiefer sind als sie
vorher erzeugten Honspuren. Dadurch bleiben nur die beim
Rückhub entstandenen Honspuren sichtbar. Bis zu dieser Stelle
entspricht das Honverfahren einem herkömmlichen Dornhonver
fahren.
Nun wird in einem sich daran anschließenden Nachbearbeitungs
vorgang die Drehzahl des Honwerkzeugs 3 verringert und/oder
seine Hubgeschwindigkeit vergrößert. Nach dem ersten Hub
dieser Nachbearbeitung entsteht das in Fig. 4 dargestellte
Bild der Honspuren 5, die jetzt unter einem viel größeren
Winkel verlaufen. Dieser Winkel entspricht dem Winkel bei
einem herkömmlichen normalen Honverfahren, das mit vielen
Hüben arbeitet. Zur Erzeugung dieser jetzt vorhandenen
Struktur der Honspuren reicht jedoch ein einziger Hub aus, da
der Abtrag des Materials in dem vorhergehenden Arbeitsgang
mit Hilfe des Dornhonens bereits erfolgte.
Das Werkzeug 3 muss nun wieder durch die Bohrung 2 zurückge
zogen werden. Durch eine geringen Durchmesserdifferenz
zwischen Werkzeug und Werkstück entsteht hier eine geringe
Eindringtiefe der Schneidkörner. Die Spuren des vorhergehen
den Abwärtshubes bleiben erhalten. Die geringe Durchmesser
differenz kann unter Umständen dadurch erreicht werden, dass
das Werkzeug etwas entspannt wird, so dass sich sein Außen
durchmesser leicht verringert. Dadurch wird es möglich, dass
die beim Zurückziehen entstehenden Honspuren die gleiche
Tiefe aufweisen können wie die vorher beim Vorwärtshub
entstandenen Honspuren, die in Fig. 4 dargestellt sind. Es
ergibt sich also eine Struktur der Honspuren, wie sie in
Fig. 5 nach dem Zurückziehen des Honwerkzeugs dargestellt
sind.
Die Erfindung vereint die Vorteile des Dornhonens mit den
Vorteilen des normalen Honens. Die Vorteile des Dornhones wie
eine hohe Zylinderformgenauigkeit, geringe Werkzeugkosten,
geringe Maschinenkosten und geringe Bearbeitungs- und Neben
zeiten können mit einer tribologisch geeigneten Oberflächen
eigenschaft, wie sie mit Hilfe des normalen Honens erreicht
werden können, verbunden werden.
Claims (11)
1. Verfahren zum Bearbeiten der Oberfläche einer Bohrung
(2), mit folgenden Verfahrensschritten:
- 1. 1.1 die Bohrung (2) wird mit einem Dornhonwerkzeug mit mindestens einem Hub und einem Rückhub bearbeitet,
- 2. 1.2 bei mindestens einem Hub bzw. Rückhub wird das Verhältnis von Hubgeschwindigkeit zu Drehzahl des Werkzeugs (3) gegenüber dem beim Dornhonen üblichen Verhältnis vergrößert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem schon beim ersten Hub
das Verhältnis von Hubgeschwindigkeit zur Drehzahl des
Werkzeugs (3) gegenüber dem beim Dornhonen üblichen
Verhältnis vergrößert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der erste Hub mit
einem beim Dornhonen üblichen Verhältnis von Hubge
schwindigkeit zu Drehzahl des Werkzeugs (3) durchgeführt
wird, während beim ersten Rückhub das Verhältnis ver
größert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem nach dem Zurückziehen
des Werkzeuges (3) aus der Bohrung (2) das Verhältnis
von Hubgeschwindigkeit zu Drehzahl des Werkzeuges (3)
vergrößert und die Bohrung (2) mit mindestens einem Hub
und einem Rückhub nachbearbeitet wird.
5. Verfahren nach der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das
Werkzeug (3) vor dem Rückhub der Nachbearbeitung auf
ein kleineres Maß zurückgestellt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem in der Nachbearbeitung mehrere Hübe durchgeführt
werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem vor oder während der
Nachbearbeitung mit der höheren Geschwindigkeit eine
Zustellung des Honwerkzeugs erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem anschließend an die Nachbearbeitung die Spitzen der
Oberflächenstruktur geglättet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem die Glättung der
Spitzen der Oberflächenstruktur mit Hilfe des gleichen
Werkzeugs (3) wie die vorherige Bearbeitung erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem die Glättung der
Spitzen der Oberflächenstruktur mit Hilfe eines anderen
Werkzeugs erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem das Dornhonen höchstens drei Hübe und drei Rückhübe
umfasst.
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