DE10109064A1 - Öffnungssystem mit Rückbelüftungsmechanik - Google Patents
Öffnungssystem mit RückbelüftungsmechanikInfo
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Abstract
Ventilsystem zum dosierten Auslassen einer Substanz aus einem Behälter, wobei für das Auslassen der Substanz aus dem Behälter eine Abgabeöffnung (14) durch zumindest eine der Wände des Behälters und für eine Rückbelüftung eine Belüftungsöffnung (10) durch zumindest eine der Wände des Behälters vorgesehen ist; mit einem ersten Ventil (7), welches die Abgabeöffnung (14) für die Substanz abdichtet, solange eine Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem Behälteräußeren kleiner als ein erster vorgegebener Grenzwert ist, und welches die Abgabeöffnung für die Substanz öffnet, wenn die Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem Behälteräußeren größer als der erste vorgegebene Grenzwert ist, sowie mit einem zweiten Ventil (11), welches die Belüftungsöffnung für die Rückbelüftung öffnet, solange eine Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem Behälteräußeren kleiner als ein zweiter vorgegebener Grenzwert ist, und welches die Belüftungsöffnung für die Rückbelüftung abdichtet, wenn die Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem Behälteräußeren größer als der zweite vorgegebene Grenzwert ist, dadurch gekennzeichnet, daß DOLLAR A das zweite Ventil (11) aus einem flexiblen Material besteht und in Form einer Lippe ausgebildet ist, welche in der Lage ist, die Belüftungsöffnung (10) zu verschließen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Ventilsystem zum dosierten Auslassen eines fließfähigen Pro
duktes aus einem Behälter, insbesondere aus einem Behälter für kosmetische oder der
matologische Produkte.
Viele flüssige und cremeartige kosmetische Produkte, aber auch solche aus den Berei
chen Lebensmittel, Medizin, Haushalt, Chemie und Technik, werden in elastischen Fla
schen aus Kunststoff angeboten (oder in ähnlichen Behältnissen wie Kunststofftuben,
Kanistern oder dergleichen). Diese sind meist mit einem Verschluss, vorzugsweise aus
Kunststoff, versehen. Zur Entnahme wird der Behälter geneigt, und speziell bei etwas
dickflüssigeren Produkten drückt man den Behälter zusammen, um Produkt auszutragen.
Ein Beispiel ist Haarshampoo, welches durch Druck auf den Behälter aus einer relativ
kleinen Öffnung herausgedrückt wird und der Behälter mit einem sogenannten Klappde
ckel versehen ist. Wenn genügend Shampoo ausgebracht wurde, verringert man den
Druck, und der Behälter nimmt seine ursprüngliche Gestalt wieder ein. Das fehlende
ausgetragene Volumen wird durch Einsaugen von Luft ausgeglichen. Dabei werden auch
Reste des Produktes, die sich im Bereich der Entnahmeöffnung befinden, mit in die Fla
sche zurückgezogen. Bei dem Beispiel Haarshampoo ist dieser Produktrest meist mit
Spritzwasser kontaminiert, da die Anwendung am Waschbecken oder unter der Dusche
erfolgt. Es ist aber auch möglich, daß die Shampooreste um die Ausgießöffnung herum
mit der Hand abgestreift wurden und dann Schweiß, Hautreste oder andere Substanzen
auf der Haut mit eingesaugt werden.
Im medizinischen Bereich gibt es Nasensprays, die in elastischen Flaschen verkauft wer
den. Bei dieser Anwendung ist es möglich, daß virenhaltiges Nasensekret mit in die Fla
sche gelangt. Bei der Anwendung von Pflegelotionen oder Sonnenmilch oder -öl ist
ebenfalls möglich, daß außer Luft noch weitere Substanzen (Sand, Meerwasser, Waschsubstanzen)
in den Behälter zurückgesaugt werden, nachdem das Produkt auf die Haut
appliziert wurde.
Eine besondere Anwendung ist die Verwendung von Massageköpfen, um ein Duschpro
dukt aufzutragen und die Haut zu massieren. Dabei besteht verstärkt die Möglichkeit, daß
beim Massieren Substanzen von der Haut gelöst werden und in die Öffnung des Massa
gekopfes eingesaugt werden. Im Lebensmittelbereich tritt das Problem der Verunreini
gung des Behälterinhaltes beispielsweise beim Auftragen von Mayonnaise auf Salate
oder Wurstbrote oder Senf auf Bratwurst auf. Die zurückgesaugten Substanzen können
oft Bakterien, Viren oder Pilzkeime enthalten. Dadurch ist es möglich, daß sich insbeson
dere Bakterien und Pilzkeime im Füllgut vermehren und es dadurch unappetitlich, unge
nießbar oder im Extremfall sogar toxisch machen.
Die am häufigsten bei bisherigen Produkten umgesetzte, weil meist auch kostengüns
tigste Lösung für die vorstehende Problematik ist die Verwendung von konservierenden
und stabilisierenden Substanzen (Benzoesäure, Formaldehydbildner, Nitrate, Nitrite, An
tioxidantien, Ascorbinsäure . . . . etc.).
Weitere Bestrebungen gehen in den Bereich der Entwicklung technischer beziehungs
weise bauartbedingter Vermeidung der Kontamination von Behälterinhalten.
Die Verwendung von Verschlüssen mit relativ kleinen Öffnungen und günstiger Geomet
rie in Kombination mit diesen Substanzen sorgt meist dafür, das Problem im erträglichen
Rahmen zu halten. Günstige Geometrie bedeutet, daß der Verschluss so gestaltet wird,
daß ein Kontakt mit der Haut oder anderen kontaminierten Flächen erschwert wird.
Ebenfalls ist es möglich, den Behälter so zu gestalten, daß keine Luft nachgezogen wird,
diese Ausführungen werden als Airless-Systeme bezeichnet. Airless-Systeme verfügen
meist über eine Pumpe und einen Behälter mit variablem Volumen, beispielsweise
Schleppkolben oder Innenbeutel (Ausbringung durch Druckluft). Diese Systeme sind
auch für Mehrkammersysteme geeignet. Der erhöhte Aufwand erzeugt meist sehr viel
höhere Kosten als eine elastische Kunststoffflasche. Außerdem ist die Restentleerung
dieser Systeme meist sehr schlecht.
Systeme mit Pumpen fördern mit einem Steigrohr die Substanz aus der Flasche. Der
Ausgleich des Volumens erfolgt durch Luft, die über einen separaten Kanal in die Flasche
gelangt. Meist ist der Kanal so angebracht, daß er nur bei betätigter Pumpe geöffnet ist.
Dies bedeutet, daß dieser Kanal im Ruhezustand der Pumpe (meist durch den Pumpen
kolben selbst) verschlossen ist und daß dadurch eine weitere Sicherung gegen Kontami
nation mit Fremdsubstanzen gegeben ist.
Pumpsysteme sind etwas günstiger als Airless-Systeme, aber immer noch teurer als
einfache Flaschen mit Verschluss. Auch der Aufwand zur Abfüllung ist höher.
Eine weitere Entwicklung für Abgabesysteme von Behältern betrifft den Einbau von Ven
tilsystemen zur kontrollierten Abgabe von fließfähigen oder ähnlichen Stoffen. Bei den auf
dem Markt befindlichen Membranventil-Behältern ist die Öffnung des Gefäßes durch ein
elastisches Ventil verschlossen. Durch Druck auf die Flasche erhöht sich der Druck im
Behälter und das Ventil öffnet sich. Lässt der Druck nach, schließt das Ventil wieder
selbstständig. Allerdings ist auch hier eine Rückbelüftung nötig, die auch bei entspre
chendem Unterdruck in der Flasche über dieses Ventil geschieht, wobei für eine solche
Ventilkonstruktion auch Produktreste und eventuell Verschmutzungen zurückgesaugt
werden. Bei diesem System ist gewährleistet, daß der Behälter bei Nichtverwendung
geschlossen ist und weder Produkt austritt noch fremde Substanzen eindringen. Außer
dem sind diese Ventile meist so gestaltet, daß der Strom der ausgebrachten Substanz
abreißt, wenn ein entsprechender Ausbringdruck unterschritten wird, weil dann das Ventil
schlagartig zurückschnappt und die Öffnung verschließt. Dieses Verhalten sorgt dafür,
daß die Ausgabeöffnung nur gering verschmutzt wird und somit auch das Zurücksaugen
geringer ist.
Die WO 00/06460 beschreibt eine Ventilvorrichtung für einen Behälter, welche im Bereich
der Öffnung zum dosierten Auslassen eines Mediums angebracht ist. Die WO 00/07899
und die WO 00/07900 zeigen Ventilsysteme, welche mit Diaphragmen arbeiten. In der
WO 00/48921 ist ein Ventil mit Zweiwegefunktion gezeigt, bei welchem der Auslaß einer
Flüssigkeit und der Einlass von Luft durch gleichzeitiges Öffnen beider Wege gewährleis
tet ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Ventilsystem für einen Behälter anzubieten, welche eine
Abgabe des Behälterinhaltes gewährleistet, eine Rückbelüftung ermöglicht und ein Rückfließen
des einmal abgegebenen Produktes in den Behälter verhindert. Die Nachteile des
Standes der Technik sollen dabei vermieden werden.
Die Aufgabe wird gelöst durch das erfinderische Ventilsystem, wie es im Hauptanspruch
dargelegt wird. Die Unteransprüche betreffen vorteilhafte Weiterentwicklungen des erfin
derischen Ventilsystems.
Der Anspruch 1 betrifft ein Ventilsystem zum dosierten Auslassen einer Substanz aus
einem Behälter, wobei für das Auslassen der Substanz aus dem Behälter eine Abgabe
öffnung durch zumindest eine der Wände des Behälters und für eine Rückbelüftung eine
Belüftungsöffnung durch zumindest eine der Wände des Behälters vorgesehen ist. Die
ses Ventilsystem weist ein erstes Ventil (Auslaßventil), welches die Abgabeöffnung für
die Substanz abdichtet, solange eine Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und
dem Behälteräußeren kleiner als ein erster vorgegebener Grenzwert ist, und welches die
Abgabeöffnung für die Substanz öffnet, wenn die Druckdifferenz zwischen dem Behäl
terinneren und dem Behälteräußeren größer als der erste vorgegebene Grenzwert ist,
sowie ein zweites Ventil (Belüftungsventil), welches die Belüftungsöffnung für die Rück
belüftung öffnet, solange eine Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem
Behälteräußeren kleiner als ein zweiter vorgegebener Grenzwert ist, und welches die
Belüftungsöffnung für die Rückbelüftung abdichtet, wenn die Druckdifferenz zwischen
dem Behälterinneren und dem Behälteräußeren größer als der zweite vorgegebene
Grenzwert ist, auf. Das zweite Ventil besteht hierbei aus einem flexiblen Material und ist
in Form einer Lippe ausgebildet, welche in der Lage ist, die Belüftungsöffnung zu ver
schließen. Dieses Verschließen kann bevorzugt derart geschehen, daß die Lippe sich
dabei über die Belüftungsöffnung legt und diese dabei abdichtet. Günstig ist auch die
Variante, bei der die Lippe oder Teile hiervon teilweise in die Belüftungsöffnung dringen
und derart eine Abdichtung erzielen.
Zur Vermeidung von Mißverständnissen wird die Druckdifferenz zwischen dem Behälter
inneren und dem Behälteräußeren definiert als Behälterinnendruck abzüglich Behälter
außendruck in den korrekten mathematischen, also mit Vorzeichen behafteten Größen.
Die Angabe in den mathematischen, mit Vorzeichen behafteten Größen gilt ebenfalls für
die Angabe des ersten und des zweiten vorgegebenen Grenzwertes.
Das erste Ventil ist also vorteilhaft geschlossen, solange ein Überdruck im Behälterinne
ren gegenüber dem Behälteräußeren kleiner als ein erster vorgegebener Grenzwert ist,
und geöffnet, wenn der Überdruck größer als der erste vorgegebene Grenzwert ist. Ent
sprechend ist das zweite Ventil bei einem Unterdruck im Behälterinneren gegenüber dem
Behälteräußeren geöffnet und günstigenfalls geschlossen, wenn dieser Unterdruck nicht
vorhanden ist.
Die Belüftungsöffnung sollte in dem Zustand, bei welchem der Behälterinnendruck in
etwa dem Außendruck entspricht, vorteilhaft durch das Belüftungsventil verschlossen
sein, da ansonsten bei der im nicht verwendeten Zustand liegenden Flasche Substanz
durch den Belüftungskanal auslaufen kann. Der zweite Grenzwert ist bevorzugt entspre
chend zu wählen, bevorzugt etwa zu Null. Dabei kann für den zweiten vorgegebenen
Grenzwert auch ein negativer Wert gewählt werden, insbesondere, wenn der Behälter
anderweitig gegen Auslaufen gesichert ist, beispielsweise als Standbehälter gestaltet ist.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfinderischen Ventilsystems weist das erste
Ventil ein Verschlussteil auf, welches im wesentlichen konusförmig gestaltet ist, sowie
insbesondere drei Stege, welche das Verschlussteil mit dem umgebenden Behälter ver
binden und welche aus einem rückstellfähigen Material bestehen.
Sehr günstig ist das erfinderische Ventilsystem einzusetzen für Behälter, bei welchen der
Bereich der Abgabeöffnung in Form eines Halses ausgebildet ist, wobei dieser Hals be
vorzugt einen runden oder ovalen Querschnitt aufweist, wobei die Belüftungsöffnung sich
in einer Seitenwand dieses Halses befindet und wobei sich die Abgabeöffnung bevorzugt
an dem Ende des Halses befindet, welches dem Behälter gegenüberliegt.
Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn sich im Bereich des Halses mehrere Belüftungsöffnun
gen befinden, welche für die Rückbelüftung vorgesehen sind.
Bei einer sehr bevorzugten Ausführungsform des erfinderischen Ventilsystems ist das
zweite Ventil als an der Innenwand des Halses umlaufende manschettenförmige Lippe
ausgebildet, welche in der Lage ist, zur Abdichtung alle Belüftungsöffnungen zu ver
schließen. "Als an der Innenwand des Halses umlaufend" soll hierbei derart verstanden
werden, daß die Manschette in der Lage ist, sich bei Druckerhöhung an die Innenwand
vollständig oder teilweise anzulegen beziehungsweise vollständig oder teilweise in diese
zu dringen und damit eine Abdichtung der Öffnungen hervorzurufen. In dem Fall, in dem
die Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem Behälteräußeren nicht größer
als der zweite vorgegebene Grenzwert ist, sollte diese Manschette an der Wand anlie
gen, vergleiche hierzu auch die näheren Ausführungen bei den in den Abbildungen dar
gestellten Ausführungsformen.
Damit ist das Ventil im unbenutzten Zustand des Behälters ("Ruhezustand") abgedichtet;
schon bei geringem Unterdruck in dem Behälter erfolgt ein Druckausgleich durch Ein
strömen von Luft.
Die Erfindung soll im folgenden durch Abbildungen näher veranschaulicht werden, ohne
sich durch die Wahl der dargestellten Ausführungsform unnötig einschränken zu wollen.
Es zeigen:
Fig. 1 Bereich der Auslaßöffnung bei einem Behälter mit einem erfin
derischen Ventilsystem
Fig. 2 Ventilelement des erfinderischen Ventilsystems
Fig. 3 Bereich der Auslaßöffnung bei einem Behälter mit einem erfin
derischen Ventilsystem mit geöffnetem Auslaßventil
Fig. 4 Bereich der Auslaßöffnung bei einem Behälter mit einem erfin
derischen Ventilsystem; Weg der eindringenden Luft bei der
Rückbelüftung durch das geöffnete Lippenventil
Fig. 5 Bereich der Auslaßöffnung bei einer zweiten Ausführungsform
eines Behälters mit dem erfinderischen Ventilsystem
Die Fig. 1 zeigt einen Behälter, hier insbesondere für kosmetische Zubereitungen, im
Bereich der Auslaßöffnung. In diesem Bereich ist der Behälter in Form eines Halses 1
ausgebildet. Auf diesen Hals 1, welcher an seiner Außenseite mit einem Schraubgewinde
2 versehen ist, lässt sich ein Aufsatzteil 3 mit entsprechendem Innengewinde aufschrau
ben, welches das erfinderische Ventilsystem beinhaltet. In der hier dargestellten Ausfüh
rungsform ist das Aufsatzteil 3 mit einem fixierbaren Bauteil 16 versehen, welches in das
Aufsatzteil 3 eingesteckt, eingeklippt, verschweißt oder dergleichen angebracht sein
kann, wobei auch eine reversible Befestigung möglich ist. Dieser Einsatz ist umlaufend
abdichtend zum Aufsatzteil befestigt. Der Aufsatz bestehend aus den Teilen 3 und 16
kann aber auch einteilig ausgeführt sein. Der Behälter kann mit einem Klappdeckel 9,
welcher mit dem Behälter durch das Scharnier 8 verbunden ist, verschlossen werden.
Das Aufsatzteil 3 weist eine Vorkammer 4 auf, welche derart gestaltet ist, daß bei aufge
schraubtem Aufsatzteil 3 der Behälter im Bereich der Positionen 5 abgedichtet ist, so daß
hier zu keiner Zeit eine sich im Behälter befindliche Substanz ausdringen kann.
In der Wand der Vorkammer 4 befindet sich ein Auslaßkanal 6, an dessen oberen Ende
sich das Auslaßventil 7 befindet. Die Vorkammer 4 ist umlaufend dicht zum Einsatz 16
angebracht.
Das Auslaßventil 7 ist in Form eines bevorzugt konusförmig zulaufenden Verschlusses
13 für die Abgabeöffnung 14 ausgebildet; vorzugsweise besitzt auch die Abgabeöffnung
14 eine Konusform. Eine Draufsicht auf das Ventilelement 7 (Auslaßventil) zeigt die Fig.
2. Das Verschlussteil 13 ist mit mehreren flexiblen oder federnden Stegen 15 mit dem
Behälter, hier mit dem Bauteil 16 verbunden. In der hier dargestellten Ausführungsform
wird die Verbindung realisiert durch drei s-förmige Stege aus einem flexiblen Material.
Wird nun vom Behälterinneren ein Druck ausgeübt, so wird das Verschlussteil 13
angehoben und gibt die Abgabeöffnung 14 frei, so daß die Substanz austreten kann. Das
Verschlussteil 13 wird in der angehobenen Position gehalten (vergleiche hierzu Fig. 3).
Die Vergrößerung des Abstandes des Verschlusses 13 zu dem umliegenden Bauteil 16
wird dadurch erzielt, daß die Stege 15 bei diesem Vorgang die s-Form aufgeben und
gestreckt werden (in einer alternativen Ausführungsform können als Stege beispielsweise
Spiralfedern dienen, welche bei dem Vorgang gedehnt werden, oder auch allgemein ein
elastischer beziehungsweise dehnbarer Werkstoff). Wird der Druck im Behälterinneren
wieder verringert, so senkt sich das Verschlussteil 13 aufgrund der Rückstellkraft der
Stege 15 ab und verschließt die Abgabeöffnung 14 wieder, so daß keine Restsubstanz in
den Behälter zurückfließen kann. Der Klappdeckel 9 kann vorteilhaft derart gestaltet sein,
daß er im geschlossenen Zustand das Verschlussteil 13 auf die Abgabeöffnung 14 drückt
und so die Abdichtung verbessert.
Die Geometrie des Verschlussteils 16 kann bei Erfüllung der Funktion auch von der Ke
gelform abweichen (Kugel, Elipsoid, Zylinder etc.).
Die Rückbelüftung zur Erzielung eines Druckausgleiches zwischen Behälterinnerem und
Behälteräußerem erfolgt über Belüftungsöffnungen 10, welche sich in der Wand zwi
schen der Vorkammer 4 und dem Behälteräußeren befinden. In der hier dargestellten
Figur befinden sich diese Belüftungsöffnungen 10 in dem Aufsatzteil 3. Der Luftweg (vgl.
auch Fig. 4, starker unterbrochener Pfeil) durch das Schraubgewinde 2 ist hierbei ge
währleistet.
Die Belüftungsöffnungen 10 können durch ein Belüftungsventil 11 verschlossen werden.
Dieses Belüftungsventil 11 hat die Form einer Lippe, hier insbesondere einer in der Vor
kammer 4 umlaufenden Manschette mit lippenförmigem Querschnitt und besteht aus
einem flexiblen Material. Im oberen Bereich ist diese Manschette (Belüftungsventil 11) in
dem Bauteil 16 angebracht, der untere Teil ragt in die Vorkammer 4 und ist bevorzugt
derart geformt, daß er sich vor die Belüftungsöffnungen 10 neigt. Wird der Druck in dem
Behälter erhöht, so ergibt sich die in Fig. 3 gezeigten Verhältnisse: Durch Eintrittsöff
nungen 12 im Boden der Vorkammer 4 dringt die in dem Behälter befindliche Substanz
ein. Durch den sich in der Vorkammer 4 erhöhenden Druck (Luftdruck bzw. Druck durch
die eingetretene Substanz) wird das Belüftungsventil 11 auf die Belüftungsöffnungen 10
gedrückt. Bevorzugt ist das Belüftungsventil 11 im unteren Bereich dünnwandig gestaltet,
so daß die Anpreßwirkung hier am größten ist. Im Bereich der Positionsziffern 17 schließt
das Ventil für die im Behälter befindliche Substanz dicht ab, die Belüftungsöffnungen 10
sind dabei verschlossen. Ein Austreten von Substanz ist auf diesem Wege nicht möglich
ist.
Ist die Druckdifferenz zwischen dem Innendruck des Behälters und dem Außendruck
kleiner als ein vorgegebener Grenzwert, so öffnet das Belüftungsventil 11 und ermöglicht
das Eindringen von Luft durch die Belüftungsöffnungen 10 und nach unten aus dem Be
lüftungsventil 11 heraus in die Vorkammer 4 hinein, bis der Unterdruck im Behälter na
hezu ausgeglichen ist. In Fig. 4 ist der Weg der eindringenden Luft bei geöffnetem Be
lüftungsventil 11 für die hier dargestellte Ausführungsform der Erfindung durch einen un
terbrochenen Pfeil dargestellt (Im Bereich des Schraubgewindes 2 kann die Luft entlang
dieses Schraubgewindes 2 eindringen).
Durch die umlaufende, manschettenförmige Gestaltung des Belüftungsventils 11 ist ge
währleistet, daß bei Erhöhung des Innendrucks des Behälters der Druck auf dieses Be
lüftungsventil 11 gleichmäßig ausgeübt wird und damit ein gleichmäßiges Verschließen
der Belüftungsöffnungen 10 erfolgt. Damit kann eine bestmögliche Abdichtung erzielt
werden.
Fig. 5 zeigt beispielhaft einen Behälter mit einem erfinderischen Ventilsystem, bei dem
das Auslaßventil 7 bei ansonsten ähnlicher Bauweise des Behälters alternativ gestaltet
ist.
Das fixierbare Bauteil 16 beinhaltet hier eine oder mehrere Abgabeöffnungen 20, welche
durch das Auslaßventil 7 verschlossen beziehungsweise geöffnet werden können. Dieses
Ventil besteht aus einer Ventilscheibe 18 aus einem flexiblen Material, bevorzugt bei
spielsweise Gummi, und besitzt eine Durchlaßöffnung 19, welche derart positioniert ist,
daß im verschlossenen Zustand die Abgabeöffnungen 20 des Bauteils 16 und die
Durchlaßöffnung 19 der Ventilscheibe 18 nicht übereinanderliegen. Die Ventilscheibe 18
ist dabei an ihrem Außenrand an dem Bauteil 16 befestigt.
Wird der Druck im Behälterinneren erhöht, so wird die Ventilscheibe 18 angehoben und
gibt den Durchlaß für die abzugebende Substanz aus dem Behälterinneren frei, indem
diese zunächst durch die Abgabeöffnungen 20, dann zwischen der Ventilscheiben 18 und
dem Bauteil 16 entlang bis zur Durchlaßöffnung 19 fließen und durch diese hindurch nach
außen treten kann.
Die Befestigung der Ventilscheibe 18 am Bauteil 16 kann auf unterschiedliche Weise
geschehen, nachfolgend seien nur einige Beispiele genannt. So kann der Rand der Ven
tilscheibe 18 mit dem Bauteil 16 verklebt sein, er kann in eine entsprechende Einfräsung
im Bauteil 16 eingelassen sein, wobei auch hier eine zusätzliche Verklebung vorteilhaft
ist, alternativ oder zusätzlich kann die Ventilscheibe 18 durch entsprechende Halteringe
am Bauteil 16 fixiert werden. Weiterhin kann die Ventilscheibe 18 mit dem Bauteil 16 im
Mehrkomponentenspritzguß einteilig hergestellt werden. Eine weitere Variante ist, die
Lippen des Belüftungsventils 11 und die Ventilscheibe 18 einteilig zu gestalten, indem
dieses einteilige Bauteil im Spritzguß hergestellt wird, wobei es in entsprechende Aus
sparungen im Bauteil 16 teilweise eingegossen wird.
Die Rückbelüftung erfolgt bei dieser Ausführungsform in analoger Weise zu der weiter
oben dargestellten Variante (Fig. 4).
Eine Abgabevorrichtung mit dem erfinderischen Ventilsystem erlaubt beispielsweise die
Integration des Ventilsystem in spezielle Applikatoren. Das erfinderische Ventilsystem
oder eine seiner Ausführungsformen sind derart konstruiert, daß ein Zurückfließen einmal
abgegebenen Produktes von der Applikatorfläche in den Behälter nicht möglich ist. Sie
sind damit geeignet für Behälter für fließfähige Stoffe aller Art, bieten aber zusätzlich
große Vorteile für Behälter, welche zur Abgabe leicht verderblicher Stoffe vorgesehen
sind oder welche hohen hygienischen Ansprüchen genügen müssen.
Einige Beispiele für derartige Anwendungsbereiche, ohne den Anspruch auf Vollständig
keit zu erheben, sind:
- - Zahnbürsten mit integrierter Spendeöffnung
- - Reinigungsbürsten mit integriertem Vorratsbehälter
- - Schleif- und Polierapplikatoren im entsprechendem Hilfsmittelbehälter
- - Duschgelapplikatoren, insbesondere auch mit Massagekopf,
- - Mascarabürsten,
- - Aufträger von Schuhcreme oder sonstigen reinigenden und pflegen den/konservierenden Substanzen, insbesondere solche mit einer Bürste oder einem Schwamm auf dem Behälter zur Reinigung von Kleidung,
- - Deoroller,
- - Aufträger von Nagellack oder Korrekturflüssigkeit,
- - Aufträger von Klebstoffen,
- - Aufträger von Farben, Schutzlacken, Rostentferner, Anlauger etc.
Weiterhin ist das Ventilsystem hervorragend für die herkömmlichen Behälterverschlüsse
und -applikatoren geeignet. Hierzu zählen beispielsweise Behältnisse für Wasch- und
Pflegesubstanzen (Shampoo, Duschgel, Sonnenmilch, Pflegelotion usw.). Durch die na
hezu ausgeschlossene Kontamination des Füllgutes lässt sich der Anteil der konservie
renden und stabilisierenden Substanzen stark verringern. Außerdem wird das Füllgut
nicht eingetrübt, was in vielen Bereichen als Qualitätsmagel empfunden wird.
Eine weitere Anwendung für das erfinderische Ventilsystem ergibt sich im Lebensmittel
bereich, beispielsweise für Konfitüre, Honig, Ketchup und Mayonnaise, Senf, Soßen und
derartige Nahrungsmittel.
Eine derartige Gestaltung des Verschlusses verringert den Verlust an leicht flüchtigen
Substanzen wie Parfüm, Alkohol, ätherische Öle etc., auch wenn der Deckel nicht sorg
fältig verschlossen wird oder auch bei Ausführungen des Behälters ohne Klappdeckel.
Claims (6)
1. Ventilsystem zum dosierten Auslassen einer Substanz aus einem Behälter, wobei für
das Auslassen der Substanz aus dem Behälter eine Abgabeöffnung (14) durch zu
mindest eine der Wände des Behälters und für eine Rückbelüftung eine Belüftungs
öffnung (10) durch zumindest eine der Wände des Behälters vorgesehen ist; mit ei
nem ersten Ventil (7), welches die Abgabeöffnung (14) für die Substanz abdichtet,
solange eine Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem Behälteräuße
ren kleiner als ein erster vorgegebener Grenzwert ist, und welches die Abgabeöff
nung für die Substanz öffnet, wenn die Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren
und dem Behälteräußeren größer als der erste vorgegebene Grenzwert ist, sowie mit
einem zweiten Ventil (11), welches die Belüftungsöffnung für die Rückbelüftung öff
net, solange eine Druckdifferenz zwischen dem Behälterinneren und dem Behälter
äußeren kleiner als ein zweiter vorgegebene Grenzwert ist, und welches die Belüf
tungsöffnung für die Rückbelüftung abdichtet, wenn die Druckdifferenz zwischen dem
Behälterinneren und dem Behälteräußeren größer als der zweite vorgegebene
Grenzwert ist, dadurch gekennzeichnet, daß
das zweite Ventil (11) aus einem flexiblen Material besteht und in Form einer Lippe
ausgebildet ist, welche in der Lage ist, die Belüftungsöffnung (10) zu verschließen.
2. Ventilsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das erste Ventil (7) ein Verschlussteil (13), welches im wesentlichen konusförmig
gestaltet ist, sowie insbesondere drei Stege (15), welche das Verschlussteil (13) mit
dem umgebenden Behälter (16) verbinden und welche aus einem rückstellfähigen
Material bestehen, aufweist.
3. Ventilsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das erste Ventil (7) in Form einer flexiblen Abdeckung (18) für die Abgabeöffnung (20)
gestaltet ist.
4. Ventilsystem nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß
der Behälter im Bereich der Abgabeöffnung in Form eines Halses (1) ausgebildet ist,
wobei dieser Hals (1) bevorzugt einen runden oder ovalen Querschnitt aufweist, wo bei die Belüftungsöffnung (10) sich in einer Seitenwand dieses Halses (1) befindet
und wobei sich die Abgabeöffnung (14) bevorzugt an dem Ende des Halses (1) befin det, welches dem Behälter gegenüberliegt.
wobei dieser Hals (1) bevorzugt einen runden oder ovalen Querschnitt aufweist, wo bei die Belüftungsöffnung (10) sich in einer Seitenwand dieses Halses (1) befindet
und wobei sich die Abgabeöffnung (14) bevorzugt an dem Ende des Halses (1) befin det, welches dem Behälter gegenüberliegt.
5. Ventilsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
sich im Bereich des Halses (1) mehrere Belüftungsöffnungen (10) befinden, welche
für die Rückbelüftung vorgesehen sind.
6. Ventilsystem nach zumindest einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeich
net, daß
das zweite Ventil (11) als an der Innenwand des Halses (1) umlaufende manschet
tenförmige Klappe ausgebildet ist, welche in der Lage ist, zur Abdichtung alle Belüf
tungsöffnungen (10) zu verschließen.
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