DE10109496A1 - Hydrodynamische Kopplungseinrichtung - Google Patents
Hydrodynamische KopplungseinrichtungInfo
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Abstract
Eine hydrodynamische Kopplungseinrichtung, insbesondere Drehmomentwandler oder Fluidkupplung, umfasst: eine Gehäuseanordnung (12), ein in der Gehäuseanordnung (12) vorgesehenes Turbinenrad (30), eine Überbrückungskupplungsanordnung (46), durch welche wahlweise eine Drehmomentübertragungsverbindung zwischen dem Turbinenrad (30) und der Gehäuseanordnung (12) herstellbar ist, wobei die Überbrückungskupplungsanordnung (46) umfasst: wenigstens zwei mit einer Baugruppe von Gehäuseanordnung (12) und Turbinenrad (30) drehbare Reiborgane (56, 58), zwischen jeweils zwei Reiborganen (56, 58) wenigstens ein mit der anderen Baugruppe von Gehäuseanordnung (12) und Turbinenrad (30) drehbares Gegen-Reiborgan (68), welches in Reibflächenbereichen (80, 82) desselben in Anlagekontakt mit Reibflächenbereichen der Reiborgane (56, 58) bringbar ist. Das Gegen-Reiborgan (68) weist bei wenigstens einem seiner Reibflächenbereiche (80, 82) wenigstens im Bereich seiner Oberfläche ein Material auf, das eine höhere Wärmeleitfähigkeit als Stahl aufweist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine hydrodynamische Kopplungsein
richtung, insbesondere Drehmomentwandler oder Fluidkupplung, umfas
send eine Gehäuseanordnung, ein in der Gehäuseanordnung vorgesehenes
Turbinenrad, eine Überbrückungskupplungsanordnung, durch welche wahl
weise eine Drehmomentübertragungsverbindung zwischen dem Turbinenrad
und der Gehäuseanordnung herstellbar ist, wobei die Überbrückungskupp
lungsanordnung umfasst: wenigstens zwei mit einer Baugruppe von Ge
häuseanordnung und Turbinenrad drehbare Reiborgane, zwischen jeweils
zwei Reiborganen wenigstens ein mit der anderen Baugruppe von Gehäu
seanordnung und Turbinenrad drehbares Gegen-Reiborgan, welches in
Reibflächenbereichen desselben in Anlagekontakt mit Reibflächenbereichen
der Reiborgane bringbar ist.
Aus der WO 00/031 58 ist eine hydrodynamische Kopplungseinrichtung in
Form eines hydrodynamischen Drehmomentwandlers bekannt. Bei diesem
hydrodynamischen Drehmomentwandler sind zwei in Form von reibschei
benartigen Lamellen bereitgestellte Reiborgane mit dem Turbinenrad zur
gemeinsamen Drehung gekoppelt. Diese beiden Lamellen liegen zwischen
einem Kupplungskolben und einem Bereich der Gehäuseanordnung, wobei
sowohl am Kupplungskolben als auch an diesem Bereich der Gehäusean
ordnung jeweilige Reibflächen vorgesehen sind, mit welchen entsprechende
Reibflächen an den beiden Lamellen in Anlagekontakt bringbar sind. Ferner
ist zwischen den beiden als Lamellen ausgebildeten Reiborganen als wei
teres mit der Gehäuseanordnung zur gemeinsamen Drehung gekoppeltes
Gegen-Reiborgan eine ringscheibenartig ausgebildete Reibplatte vorgese
hen. Diese wird bei der Verlagerung des Kupplungskolbens zwischen den
beiden lamellenartig ausgebildeten Reiborganen gepresst. An den beiden
Reiborganen bzw. Lamellen sind beidseits jeweils Reibbeläge vorgesehen,
so dass diese mit dem Kupplungskolben bzw. der Gehäuseanordnung
einerseits und dem ringscheibenartigen Gegen-Reiborgan andererseits in
Reibkontakt treten können. Dies bedeutet letztendlich, dass im Bereich der
Reiborgane die dort vorgesehenen Reibflächenbereiche jeweils durch Ober
flächenbereiche der Reibbeläge gebildet sind, während im Bereich der
Gegen-Reiborgane, d. h. dem Kupplungskolben, dem ringscheibenartigen
und zwischen den beiden Reiborganen liegenden Bauteil und der Gehäuse
anordnung jeweils Metalloberflächen die Reibflächenbereiche bilden.
Bei einer derartig ausgebildeten hydrodynamischen Kopplungseinrichtung
besteht grundsätzlich das Problem, dass bei im Schlupfbetrieb der Über
brückungskupplungsanordnung entstehender Reibwärme insbesondere in
dem zwischen den beiden lamellenartig ausgebildeten Reibelementen
liegenden ringscheibenartig ausgebildeten Gegen-Reibelement eine ver
gleichsweise große thermische Belastung auftritt. Dies liegt zum einen
daran, dass dieses Bauteil an einem Großteil seiner Oberfläche reibmäßig
beaufschlagt wird, so dass eine Wärmeabfuhr aus diesem Bauteil nur
schlecht möglich ist. Auch ist es hinsichtlich seiner Abmessung, insbeson
dere seiner Dicke, deutlich kleiner dimensioniert als beispielsweise der
Kupplungskolben oder die Gehäuseanordnung in dem reibmäßig beauf
schlagten Bereich, so dass auch hier eine Wärmeverteilung in einem größe
ren Volumenbereich nicht möglich ist. Auf Grund der im Reibbetrieb nicht
gleichmäßigen Erwärmung der involvierten Komponeten oder Komponeten
bereiche können lokale Überhitzungen entstehen, so dass trotz der Tat
sache, dass andere Bereiche thermisch nicht überlastet sind, in diesem
überhitzten Bereich eine Beschädigung bzw. ein Ausfall der gesamten
Überbrückungskupplungsanordnung induziert werden kann.
Aus der DE 41 35 631 A1 ist eine hydrodynamische Kopplungseinrichtung
mit einer Überbrückungskupplungsanordnung bekannt, bei welcher ein
ringscheibenartiges Gegen-Reibelement mit der Gehäuseanordnung drehbar
verbunden ist. Dieses ringscheibenartige Gegen-Reibelement liegt zwischen
einem wiederum lamellenartig ausgebildeten Reibelement und einem Kupp
lungskolben, welcher hier letztendlich als mit dem lamellenartig ausgebil
deten Reibelement gemeinsam drehbares weiteres Reibelement zu betrach
ten ist. Auch bei dieser Anordnung kann in dem nicht mit Reibbelägen
versehenen ringscheibenartigen Gegenreibelement das vorangehend ange
sprochene Problem der lokalen Überhitzung auf Grund der vergleichsweise
schlechten Wärmeabführmöglichkeit entstehen.
Die DE 98 26 351 A1 offenbart eine hydrodynamische Kopplungseinrich
tung in Form eines hydrodynamischen Drehmomentwandlers, bei welchem
sowohl der Kupplungskolben als auch ein Widerlagerelement mit der Ge
häuseanordnung drehbar verbunden ist. Zwischen diesen beiden Organen
liegen zwei mit dem Turbinenrad zur gemeinsamen Drehung gekoppelte
lamellenartig ausgebildete und Reibbeläge tragende Reiborgane. Zwischen
diesen beiden Reiborganen wiederum liegt ein ringscheibenartig ausgebil
detes Gegen-Reiborgan, das zusammen mit dem Widerlagerelement und
dem Kupplungskolben und einem weiteren, unmittelbar angrenzend an den
Kupplungskolben liegenden ringscheibenartig ausgebildeten Gegen-Reibor
gan mit der Gehäuseanordnung drehbar ist. Insbesondere im Bereich des
zwischen den beiden Reiborganen liegenden ringscheibenartigen Gegen-
Reiborgans besteht auch bei dieser Anordnung die Gefahr einer lokalen
Überhitzung auf Grund der vergleichsweise schlechten Wärmeabfuhr aus
diesem Bereich.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße hydro
dynamische Kopplungseinrichtung derart weiterzubilden, dass durch im
Bereich der Überbrückungskupplungsanordnung erzeugte Wärme die Gefahr
einer lokalen Überhitzung verringert bzw. ausgeschlossen werden kann.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine
hydrodynamische Kopplungseinrichtung, insbesondere Drehmomentwandler
oder Fluidkupplung, umfassend eine Gehäuseanordnung, ein in der Gehäu
seanordnung vorgesehenes Turbinenrad, eine Überbrückungskupplungs
anordnung, durch welche wahlweise eine Drehmomentübertragungsver
bindung zwischen dem Turbinenrad und der Gehäuseanordnung herstellbar
ist, wobei die Überbrückungskupplungsanordnung umfasst: wenigstens
zwei mit einer Baugruppe von Gehäuseanordnung und Turbinenrad dreh
bare Reiborgane, zwischen jeweils zwei Reiborganen wenigstens ein mit
der anderen Baugruppe von Gehäuseanordnung und Turbinenrad drehbares
Gegen-Reiborgan, welches in Reibflächenbereichen desselben in Anlage
kontakt mit Reibflächenbereichen der Reiborgane bringbar ist.
Dabei ist erfindungsgemäß dann vorgesehen, dass das Gegen-Reiborgan
bei wenigstens einem seiner Reibflächenbereiche wenigstens im Bereich
seiner Oberfläche ein Material aufweist, das eine höhere Wärmeleitfähigkeit
als Stahl aufweist.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird also zumindest in einem Teil des
reibmäßig besonders beaufschlagten Bereichs eines Gegen-Reiborgans ein
Material mit höherer Wärmeleitfähigkeit eingesetzt, als das für derartige
Bauteile bisher verwendete Stahl-Material, welches im Allgemeinen eine
Wärmeleitfähigkeit im Bereich von 45 W/mK (15 W/mK für V2A-Stahl)
aufweist. Durch den Einsatz eines Materials mit höherer Wärmeleitfähigkeit
kann die in diesen reibmäßig beaufschlagten und dabei erwärmten Berei
chen erzeugte Wärme verbessert und schneller abgeführt werden, so dass
dadurch eine lokale Überhitzung vermieden werden kann.
Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das wenigstens eine Gegen-
Reiborgan im Bereich wenigstens eines Reibflächenbereichs desselben mit
dem Material beschichtet ist. Eine weiter verbesserte Wärmeabfuhr kann
dadurch erlangt werden, dass das wenigstens eine Gegen-Reiborgan im
Wesentlichen vollständig mit dem Material beschichtet ist.
Bei einer alternativen Ausgestaltungsform kann des Weiteren vorgesehen
sein, dass das wenigstens eine Gegen-Reiborgan im Wesentlichen voll
ständig aus dem Material gebildet ist.
Um bei der erfindungsgemäßen hydrodynamischen Kopplungseinrichtung
aus dem Bereich eines Gegen-Reiborgans bzw. der reibmäßig beaufschlag
ten Oberflächen desselben die Wärme sehr schnell abführen zu können,
kann beispielsweise vorgesehen sein, dass das Material eine Wärmeleitfä
higkeit im Bereich von wenigstens 150 W/mK, vorzugsweise wenigstens
250 W/mK, am meisten bevorzugt wenigstens 300 W/mK, aufweist.
Vorzugsweise kann als derartiges Material Kupfer (Cu) oder Kupfer enthal
tendes Material eingesetzt werden.
Ferner kann die erfindungsgemäße hydrodynamische Kopplungseinrichtung
derart aufgebaut sein, dass wenigstens zwei Reiborgane Reibscheiben
elemente umfassen und dass wenigstens ein Gegen-Reiborgan ein Gegen-
Reibscheibenelement umfasst, wobei vorzugsweise an den Reiborganen
Reibbeläge zur Anlage an dem wenigstens einen Gegen-Reiborgan vor
gesehen sind. Dabei kann vorzugsweise weiter vorgesehen sein, dass die
wenigstens zwei Reibscheibenelemente mit dem Turbinenrad drehbar sind.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden
Zeichnungen detailliert beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine Teil-Längsschnittansicht einer hydrodynamischen Kopp
lungseinrichtung in Form eines hydrodynamischen Drehmo
mentwandlers;
Fig. 2 eine vergrößerte Detailansicht eines Teils der hydrodyna
mischen Kopplungseinrichtung gemäß Fig. 1.
Bevor nachfolgend detailliert auf die erfindungsgemäßen Maßnahmen
eingegangen wird, wird mit Bezug auf die Fig. 1 allgemein der Aufbau einer
hydrodynamischen Kopplungseinrichtung der gattungsgemäßen Art be
schrieben.
Die in Form eines hydrodynamischen Drehmomentwandlers 10 ausgebil
dete hydrodynamische Kopplungseinrichtung umfasst eine allgemein mit 12
bezeichnete Gehäuseanordnung. Die Gehäuseanordnung 12 wiederum
umfasst einen Gehäusedeckel 14, der in seinem zentralen Bereich mit einer
Gehäusenabe 53 verbunden ist, welche einen Lagerzapfen 16 trägt, und
der über eine Ankoppelanordnung 18 an eine Antriebswelle, beispielsweise
Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, angebunden werden kann. Im radial
äußeren Bereich ist mit diesem Gehäusedeckel 14 eine Pumpenradschale
20 beispielsweise durch Verschweißung fest verbunden. Die Pumpenrad
schale 20 ist in ihrem radial äußeren Bereich ausgebaucht und trägt dort
eine Mehrzahl von Pumpenradschaufeln 22. In ihrem radial inneren Bereich
ist die Pumpenradschale 20 mit einer zu einer Drehachse A konzentrisch
angeordneten Pumpenradnabe 24 fest verbunden. Die Pumpenradschale 20
bildet zusammen mit der Pumpenradnabe 24 und den Pumpenradschaufeln
16 im Wesentlichen ein allgemein mit 26 bezeichnetes Pumpenrad.
Im Inneren 28 der Gehäuseanordnung 12 ist ein Turbinenrad 30 angeord
net. Dieses Turbinenrad 30 umfasst eine Turbinenradschale 32, die an
ihrem radial äußeren, ausgebauchten Bereich eine Mehrzahl von Turbinen
radschaufeln 34 trägt. Im inneren Bereich ist die Turbinenradschale 32 mit
einer Turbinenradnabe 36 verbunden. Über die Turbinenradnabe 36 ist ein
nicht dargestelltes Antriebsglied, beispielsweise eine Getriebeeingangs
welle, durch den erfindungsgemäßen Drehmomentwandler 10 zur Drehung
antreibbar.
Zwischen dem Pumpenrad 26 und dem Turbinenrad 30 liegt ein Leitrad 38.
Dieses umfasst eine Mehrzahl von Leitradschaufeln 40, die auf einem
Leitradring 42 getragen sind. Der Leitradring 42 ist über eine allgemein mit
44 bezeichnete Freilaufanordnung auf einem nicht dargestellten und zur
Pumpenradnabe 24 und der ebenfalls nicht dargestellten Abtriebswelle
konzentrischen und zwischen diesen beiden Bauelementen angeordneten
Stützelement derart getragen, dass er um die Drehachse A in einer Rich
tung drehbar, gegen Drehung in der anderen Richtung jedoch blockiert ist.
Der Drehmomenwandler 10 weist ferner eine Überbrückungskupplungs
anordnung 46 auf. Diese umfasst einen Kupplungskolben 48, der über eine
Mitnahmeanordnung 50 an der Gehäusenabe 52 drehfest, bezüglich dieser
jedoch axial verlagerbar gehalten ist. An der Turbinenradschale 32 ist ein
Mitnehmerring 52 drehfest angebracht. Mit diesem Mitnehmerring 52 sind
über entsprechende Verzahnungen zwei im Wesentlichen ringartige Lamel
len als Reiborgane 56, 58 drehfest verbunden. Jede dieser Lamellen trägt
zwei Reibbeläge 60, 62, 64, 66. Der Reibbelag 60 der dem Gehäusedeckel
14 am nächsten liegenden Lamelle 56 ist in Reibanlage an einem gegen
über liegenden Innenoberflächenbereich des Gehäusedeckels 14 bringbar,
und der Reibbelag 66 der dem Kupplungskolben 48 am nächsten liegenden
Lamelle 58 ist in Reibanlage mit einem entsprechenden Reibflächenbereich
des Kupplungskolbens 48 bringbar. Zwischen diesen beiden als Lamellen
ausgebildeten und mit dem Turbinenrad 30 drehbaren Reiborganen 56, 58
liegt ein im Wesentlichen ringscheibenartig ausgebildetes Gegen-Reiborgan
68. Dieses ist über einen weiteren mit Verzahnung versehenen Mitnehmer
ring 70 drehfest an die Gehäuseanordnung 12 bzw. den Gehäusedeckel 14
angekoppelt und kann in seinem radial äußeren Bereich in den den Reibbe
lägen 62, 64 gegenüber liegenden Reiboberflächenbereichen in Anlagekon
takt mit diesen Reibbelägen 62, 64 gebracht werden.
Durch Erhöhung des Fluiddrucks in dem im Wesentlichen zwischen dem
Kupplungskolben 48 und der Pumpenradschale 20 gebildeten Raumbereich
72 bezüglich des Fluiddrucks, welcher in dem im Wesentlichen zwischen
dem Kupplungskolben 48 und dem Gehäusedeckel 14 gebildeten Raumbe
reich 74 vorgesehen ist, wird der Kupplungskolben 48 in Richtung auf den
Gehäusedeckel 14 zu gepresst. Dabei kommen die einander gegenüber
liegenden Reibflächenbereiche des Kupplungskolbens 48, der Lamellen 56,
58 bzw. der Reibbeläge 60, 62, 64, 66 derselben, der im Wesentlichen das
Gegen-Reiborgan 68 bildenden Gegen-Reibscheibe und des Gehäusedeckels
14 in Reibwechselwirkung, so dass über die Überbrückungskupplungs
anordnung 46 ein Drehmoment vom Gehäusedeckel 14 bzw. der Gehäu
seanordnung 12 auf das Turbinenrad 30 übertragen werden kann.
Es sei darauf hingewiesen, dass vorangehend lediglich der prinzipielle
Aufbau einer hydrodynamischen Kopplungseinrichtung insofern beschrieben
worden ist, als er für das Verständnis der vorliegenden Erfindung relevant
ist. Es ist selbstverständlich, dass in verschiedensten Bereichen andere
Ausgestaltungen vorgesehen sein können.
Der Bereich der Überbrückungskupplungsanordnung 46 der erfindungs
gemäßen hydrodynamischen Kopplungseinrichtung 10 ist in Fig. 2 ver
größert dargestellt. Man erkennt dort die reibmäßig mit den Reibbelägen
62, 64 der Lamellen bzw. Außenlamellen 56, 58 zusammenwirkenden
Reibflächenbereiche 80, 82 der Gegen-Reibscheibe 68. Gemäß den Prinzi
pien der vorliegenden Erfindung wird die im Schlupfbetrieb in diesen Reib
flächenbereichen 80, 82 erzeugte Wärme aus dem Gegen-Reiborgan bzw.
der Gegen-Reibscheibe 68 dadurch verbessert abgeführt, dass diese aus
einem Material gebildet ist, das eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit aufweist.
Als derartiges Material kommt beispielsweise Kupfer in Frage, das eine
Wärmeleitfähigkeit von etwa 384 W/mK (bei 20°C) aufweist und somit
eine deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit hat als der herkömmlicherweise
eingesetzte Stahl, dessen Wärmeleitfähigkeit im Bereich von einigen 10 W/mK
liegt. Bei reibmäßiger Beaufschlagung der Gegen-Reibscheibe kann
die in dieser erzeugte Wärme dann verbessert und schneller zu den nicht
reibmäßig beaufschlagten Volumenbereichen bzw. Oberflächenbereichen
geleitet werden und von diesen über die im Inneren der Gehäuseanordnung
12 enthaltene Flüssigkeit abgeführt werden.
Die Auswahl des für die Gegen-Reibscheibe 68 eingesetzten Materials
hängt selbstverständlich auch von der mechanischen Beanspruchung ab.
So ist es beispielsweise auch möglich, Kupferlegierungen oder andere
Materialien mit hoher Wärmeleitfähigkeit und hoher mechanischer Stabilität
einzusetzen. Auch ist es beispielsweise möglich, als Körpermaterial für die
Gegen-Reibscheibe 68 Stahlmaterial einzusetzen und dieses beispielsweise
in einem Galvanisierungsverfahren mit einem Material mit hoher Wärmeleit
fähigkeit, also beispielsweise mit Kupfer, zu beschichten. Aufgrund der
leichteren Herstellbarkeit und der verbesserten Wärmeabführkapazität wird
hierbei die Gegen-Reibscheibe vorzugsweise in ihren gesamten Oberflä
chenbereichen mit diesem Material beschichtet.
Durch den Einsatz eines Materials, durch das sehr schnell Wärme aus
denjenigen Bereichen abgeführt wird, in denen im Schlupfbetrieb bzw. im
Überbrückungsbetrieb eine reibmäßige Beaufschlagung vorliegt, kann das
Entstehen von lokalen Überhitzungen in der Gegen-Reibscheibe 68 weit
gehend ausgeschlossen werden, wobei hier von besonderer Bedeutung ist,
dass an den beiden Lamellen 56, 58 die Reibbeläge 62 bzw. 64 vorge
sehen sind und dass die für derartige Reibbeläge eingesetzte Materialien
vergleichsweise schlechte Wärmeleiter sind, so dass eine Wärmeabfuhr
über die Reibbeläge 62, 64 nur in geringem Umfang stattfinden wird.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Prinzipien der vorliegenden Erfindung,
also der Einsatz eines sehr gut Wärme leitenden Materials bei einem reib
mäßig beaufschlagten Organ in einer Überbrückungskupplung, auch dann
Anwendung finden kann, wenn mehr als die zwei dargestellten Außen
lamellen 56, 58 bzw. mehr als die eine dargestellte Innenlamelle bzw.
Gegen-Reibscheibe 68 zum Einsatz kommen. Letztendlich kann die vor
liegende Erfindung dann Anwendung finden, wenn ein reibmäßig beauf
schlagtes Bauteil mit seiner Oberfläche reibend wirksam wird, ohne daran
spezielle Reibbeläge bereitzustellen. Insbesondere ist jedoch der Einsatz
dann von Vorteil, wenn, wie vorangehend bereits ausgeführt, die Reib
wechselwirkung dieses besonders beanspruchten Bauteils mit Reibbelägen
stattfinden wird, die vergleichsweise schlecht Wärme leiten.
Claims (8)
1. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung, insbesondere Drehmo
mentwandler oder Fluidkupplung, umfassend:
eine Gehäuseanordnung (12),
ein in der Gehäuseanordnung (12) vorgesehenes Turbinenrad (30),
eine Überbrückungskupplungsanordnung (46), durch welche wahlweise eine Drehmomentübertragungsverbindung zwi schen dem Turbinenrad (30) und der Gehäuseanordnung (12) herstellbar ist,
wobei die Überbrückungskupplungsanordnung (46) umfasst:
wenigstens zwei mit einer Baugruppe von Gehäuseanordnung (12) und Turbinenrad (30) drehbare Reiborgane (56, 58),
zwischen jeweils zwei Reiborganen (56, 58) wenigstens ein mit der anderen Baugruppe von Gehäuseanordnung (12) und Turbinenrad (30) drehbares Gegen-Reiborgan (68), welches in Reibflächenbereichen (80, 82) desselben in Anlagekontakt mit Reibflächenbereichen der Reiborgane (56, 58) bringbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gegen-Reiborgan (68) bei wenigs tens einem seiner Reibflächenbereiche (80, 82) wenigstens im Be reich seiner Oberfläche ein Material aufweist, das eine höhere Wär meleitfähigkeit als Stahl aufweist.
eine Gehäuseanordnung (12),
ein in der Gehäuseanordnung (12) vorgesehenes Turbinenrad (30),
eine Überbrückungskupplungsanordnung (46), durch welche wahlweise eine Drehmomentübertragungsverbindung zwi schen dem Turbinenrad (30) und der Gehäuseanordnung (12) herstellbar ist,
wobei die Überbrückungskupplungsanordnung (46) umfasst:
wenigstens zwei mit einer Baugruppe von Gehäuseanordnung (12) und Turbinenrad (30) drehbare Reiborgane (56, 58),
zwischen jeweils zwei Reiborganen (56, 58) wenigstens ein mit der anderen Baugruppe von Gehäuseanordnung (12) und Turbinenrad (30) drehbares Gegen-Reiborgan (68), welches in Reibflächenbereichen (80, 82) desselben in Anlagekontakt mit Reibflächenbereichen der Reiborgane (56, 58) bringbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gegen-Reiborgan (68) bei wenigs tens einem seiner Reibflächenbereiche (80, 82) wenigstens im Be reich seiner Oberfläche ein Material aufweist, das eine höhere Wär meleitfähigkeit als Stahl aufweist.
2. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Gegen-Reiborgan
(68) im Bereich wenigstens eines Reibflächenbereichs (80, 82) des
selben mit dem Material beschichtet ist.
3. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Gegen-Reiborgan
(68) im Wesentlichen vollständig mit dem Material beschichtet ist.
4. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Gegen-Reiborgan
(68) im Wesentlichen vollständig aus dem Material gebildet ist.
5. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material eine Wärmeleitfähigkeit
von wenigstens 150 W/mK, vorzugsweise wenigstens 250 W/mK,
am meisten bevorzugt wenigstens 300 W/mK, aufweist.
6. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material Kupfer (Cu) ist oder
enthält.
7. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Reiborgane (56, 58)
Reibscheibenelemente umfassen und dass wenigstens ein Gegen-
Reiborgan (68) ein Gegen-Reibscheibenelement umfasst, wobei
vorzugsweise an den Reiborganen (56, 58) Reibbeläge (60, 62, 64,
66) zur Anlage an dem wenigstens einen Gegen-Reiborgan (62)
vorgesehen sind.
8. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei Reibscheiben
elemente mit dem Turbinenrad (30) drehbar sind.
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10109496A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102014224332A1 (de) * | 2014-11-28 | 2016-06-02 | Zf Friedrichshafen Ag | Drehschwingungsdämpfungsanordnung für den Antriebsstrang eines Fahrzeugs |
-
2001
- 2001-02-28 DE DE2001109496 patent/DE10109496A1/de not_active Withdrawn
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102014224332A1 (de) * | 2014-11-28 | 2016-06-02 | Zf Friedrichshafen Ag | Drehschwingungsdämpfungsanordnung für den Antriebsstrang eines Fahrzeugs |
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