DE10108502A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Fadens in einer Offenend-Spinnvorrichtung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Fadens in einer Offenend-SpinnvorrichtungInfo
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Abstract
Für das Anspinnen wird ein Spinnrotor (30) einer Offenend-Spinnvorrichtung (3) auf eine niedrige Anspinndrehzahl gebracht und anschließend auf die Betriebsdrehzahl beschleunigt. Zu diesem Zweck wird dem Spinnrotor (30) oder einem mit diesem in antriebsmäßiger Verbindung stehenden Element von einer Wartungseinrichtung (2) aus eine Antriebsübertragungsvorrichtung (7) zugestellt, mit deren Hilfe eine Umschaltung von der normalen Produktionsdrehzahl des Spinnrotors (30) auf eine reduzierte Anspinndrehzahl und zurück vorgenommen werden kann. Dabei kann die Antriebsübertragungsvorrichtung (7) ihren Antrieb entweder von einer auf der Wartungseinrichtung (2) angeordneten Antriebsvorrichtung (20) oder einem sich längs der Rotorspinnmaschine (1) erstreckenden Antriebsriemen (12) erhalten. Die auf der Wartungseinrichtung (2) gelagerte Antriebsvorrichtung (20) ist steuermäßig mit einer Steuervorrichtung (5) zur Steuerung des Drehzahlverlaufes des Spinnrotors (30) verbunden, welcher während der Dauer, während welcher seine Drehzahl von seiner Betriebsdrehzahl abweicht, nach einem Drehzahlverlauf angetrieben wird, welcher durch ein mit Hilfe der Steuervorrichtung (5) vorgegebenes Programm gesteuert wird.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß Oberbegriff des An
spruches 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bei den heutzutage üblichen hohen Betriebsdrehzahlen des Spinnrotors
lässt sich ein Anspinnen unter Betriebsbedingungen nicht oder nur unter
Schwierigkeiten durchführen, wobei der entstehende Ansetzer auch nicht
den gestellten Erfordernissen entspricht. Aus diesem Grunde erfolgt das
Anspinnen in der Regel bei einer niedrigen Anspinndrehzahl des Spinnrotors,
wobei die Faserzufuhr und der Abzug des angesponnenen Fadens aus dem
Spinnrotor der Drehzahl des spätestens nach dem Anspinnen hochlaufenden
Spinnrotors angepasst wird (DE 23 60 296 A1).
Es ist ferner bekannt, die Drehzahl des Spinnrotors während des
Anspinnvorganges innerhalb eines vorgegebenen Drehzahlbereiches zu
halten, wozu dem Spinnrotor eine Bremse zugeordnet ist, die in
Abhängigkeit von dem gemessenen Drehzahlverhalten des Spinnrotors auf
diesen zur Einwirkung gebracht wird oder diesen freigibt (DE 44 03 120 A1).
Auf diese Weise ist jedoch nur eine grobe Beeinflussung der Rotordrehzahl
möglich, da eine Änderung der Bremstätigkeit nur als Folge einer
festgestellten Drehzahlabweichung vorgenommen werden kann, so dass
nicht verhindert werden kann, dass die Ist-Drehzahl des Spinnrotors um eine
vorgegebene Solldrehzahl pendelt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Möglichkeit zu schaffen, die
die Rotordrehzahl nicht nur während des Anspinnvorganges, sondern wäh
rend der Zeitdauer, während welcher die Rotordrehzahl von ihrer Betriebs
drehzahl abweicht, in gewünschter Weise zu steuern.
Die vorgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruches 1 gelöst. Durch Vorsehen einer Antriebsübertragungsvorrichtung
lässt sich der Spinnrotor während des Anspinnvorganges, während welcher
der Spinnrotor nicht seine Betriebsdrehzahl aufweist, in genauer Weise mit
einer gewünschten Drehzahl bzw. mit einem gewünschten Drehzahlverlauf
antreiben.
Die Antriebsübertragungsvorrichtung kann dabei solange im Einsatz bleiben,
bis die Betriebsdrehzahl des Spinnrotors erreicht ist. Es ist aber auch
möglich, sie schon vorher zu deaktivieren, wenn durch andere Maßnahmen
ein kontrollierter Drehzahlverlauf des Spinnrotors erreicht wird.
Vorzugsweise ist für die Antriebsübertragungsvorrichtung nach Anspruch 2
eine Antriebsvorrichtung auf der Wartungseinrichtung angeordnet, so dass
eine derartige Antriebsvorrichtung nicht für jede Offenend-Spinnvorrichtung
separat vorgesehen zu sein braucht. Die erfinderische Lösung ist auf diese
Weise wirtschaftlich sowohl vom Material- als auch vom Platzbedarf her.
Durch die direkte Steuerung der Rotordrehzahl wird ein sehr exakter Verlauf
der Rotordrehzahl erreicht.
Vorteilhafterweise wird die Drehzahl des Spinnrotors während des Anspin
nens nach Anspruch 3 gesteuert. Durch diese Art der Steuerung der Rotor
drehzahl ist es möglich, diese Drehzahl für den Anspinnvorgang auf einem
derartigen Drehzahlniveau oder -bereich zu halten, was hinsichtlich des
Ausfalls eines Ansetzers zu optimalen Ergebnissen führt.
Es ist von Vorteil, wenn nach erfolgtem Anspinnen der Hochlauf des Spinn
rotors auf seine Betriebsdrehzahl gemäß Anspruch 4 in Abstimmung mit der
Faserzufuhr zum Spinnrotor und/oder dem Abzug des gesponnenen Fadens
aus dem Spinnrotor erfolgt. Dabei kann es durchaus von Vorteil sein, wenn
gemäß Anspruch 5 nicht der Spinnrotor, sondern beispielsweise wegen der
unterschiedlichen Trägheit einer den abgezogenen Faden aufwickelnden
Spule bei unterschiedlichem Füllgrad die Drehzahl dieser Spule als Leitgröße
dient, nach welcher der Hochlauf des Spinnrotors und die Faserzufuhr ge
steuert werden.
Es ist ferner von Nutzen, wenn nach Anspruch 6 für die Drehzahlsteuerung
des Spinnrotors die Eigenschaften des zu verspinnenden Fasermaterials
bzw. des zu erzeugenden Fadens berücksichtigt werden.
Alternativ kann zur Lösung der gestellten Aufgabe ein Verfahren nach An
spruch 7 Anwendung finden, gemäß welchem auf der Wartungseinrichtung
keine Antriebsvorrichtung für den Spinnrotor vorgesehen ist, sondern der
Spinnrotor durch eine von der Wartungseinrichtung aus gesteuerte Änderung
des Übersetzungsverhältnisses zwischen einer in der Spinn- oder Arbeits
stelle befindlichen Antriebsvorrichtung und dem Spinnrotor in jeder Arbeits
phase mit der benötigten Geschwindigkeit angetrieben wird.
Gemäß einer vorteilhaften Ausbildung des Verfahrens gemäß der Erfindung
wird nach Anspruch 8 die Rotordrehzahl während des Anspinnens zumindest
im wesentlichen konstant gehalten.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens kann nach
Anspruch 9 die Antriebsübertragungsvorrichtung nicht dem Spinnrotor
selber, sondern einem direkt oder indirekt mit dem Spinnrotor in
antriebsmäßiger Verbindung stehenden Element zugestellt werden.
Zur Durchführung des Verfahrens dient erfindungsgemäß eine Vorrichtung
nach Anspruch 10. Durch die Zuordnung einer steuerbaren Antriebsübertra
gungsvorrichtung zum Spinnrotor kann der Spinnrotor exakt mit der für den
Anspinnvorgang gewünschten niedrigen Geschwindigkeit angetrieben wer
den.
Gemäß einer vorteilhaften Ausbildung der erfinderischen Vorrichtung nach
Anspruch 11 kann der Antriebsübertragungsvorrichtung eine steuerbare An
triebsvorrichtung zugeordnet sein, welche in zweckmäßiger Weiterbildung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß Anspruch 12 als Teil der An
spinnvorrichtung ausgebildet sein kann.
Vorzugsweise besitzt die Anspinnvorrichtung nach Anspruch 13 ein Stellele
ment zur Betätigung der Antriebsübertragungsvorrichtung.
Erfindungsgemäß kann nach Anspruch 14 vorgesehen sein, dass die An
triebsübertragungsvorrichtung während des Anspinnvorganges statt mit dem
Spinnrotor direkt mit diesem indirekt unter Zwischenschaltung eines oder
mehrerer Elemente in antriebsmäßiger Verbindung steht.
Gemäß einer bevorzugten Ausbildung des Erfindungsgegenstandes ist nach
Anspruch 15 und/oder 16 ein Reibrad vorgesehen, das den Spinnrotor unter
Zwischenschaltung einer den Spinnrotor stützenden Stützscheibe antreibt.
Vorteilhafterweise ist die Steuervorrichtung gemäß Anspruch 17 program
mierbar. Dabei kann in zweckmäßiger Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung nach Anspruch 18 und/oder 19 eine steuermäßige Verbindung
zwischen den Antrieben des Spinnrotors, der Speisevorrichtung und einer
Abzugsvorrichtung für den angesponnenen Faden vorgesehen sein.
Es ist von Vorteil, wenn für die Steuerung der Rotordrehzahl nach Anspruch
20 und/oder 21 eine Referenzgröße liefernde Vorrichtung vorgesehen
ist. Außerdem kann gemäß Anspruch 22 eine Vorrichtung zur Beeinflussung
des Drehzahlverlaufs des Spinnrotors in Abhängigkeit von den
Eigenschaften des zu verspinnenden Fasermaterials bzw. des zu
erzeugenden Fadens vorgesehen werden.
Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung ermöglichen in
einfacher Weise eine exakte Steuerung der Rotordrehzahl während des An
spinnvorganges. Auf diese Weise lassen sich die Sicherheit beim Anspinnen
erhöhen sowie der Ausfall des Ansetzers verbessern.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend mit Hilfe von
Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in schematischer Seitenansicht eine erfindungsgemäß
ausgebildete Vorrichtung einer Rotorspinnmaschine
einschließlich ihrer steuermäßigen Verbindungen; und
Fig. 2 in schematischer Darstellung die Antriebsverhältnisse in bezug
auf den Spinnrotor während des Anspinnvorganges, während
des Stillstandes und während des normalen Betriebes.
In Fig. 1 ist auf der linken Darstellungsseite eine Rotorspinnmaschine 1
durch eine gestrichelte Linie angedeutet, während auf der rechten Seite der
Abbildung mit Hilfe einer strichpunktierten Linie eine Wartungseinrichtung 2
angedeutet ist.
Üblicherweise besitzt eine Rotorspinnmaschine 1 eine Vielzahl gleichartiger
Arbeitsstellen 10, die Seite an Seite angeordnet sind und längs welchen die
erwähnte Wartungseinrichtung 2 verfahrbar ist, um bei Bedarf jede dieser
Arbeitsstellen 10 warten zu können, um beispielsweise eine volle Spule 110
gegen eine Leerhülse (nicht gezeigt) auszutauschen oder um an einer Ar
beitsstelle 10 nach einer Produktionsunterbrechung einen Faden F anzu
spinnen und so den Spinnprozess wieder aufzunehmen.
An jeder dieser nebeneinander angeordneten Arbeitsstellen 10 ist eine Of
fenend-Spinnvorrichtung 3 vorgesehen. Diese weist als Spinnelement einen
Spinnrotor 30 auf, welcher gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel einen
Rotorschaft 31 aufweist, mit dessen Hilfe er gelagert ist und angetrieben
wird. Der Spinnrotor 30 ist in an sich bekannter Weise mit Hilfe seiner Rotor
schaftes im Zwickel von Stützscheiben 32 gelagert. Ferner ist üblicherweise
noch eine axiale Abstützung für den Spinnrotor 30 vorgesehen. Auf die Dar
stellung und Beschreibung dieser Abstützung wurde verzichtet, da diese für
das Verständnis der vorliegenden Erfindung nicht erforderlich sind. Dies trifft
auch für weitere übliche Elemente zu, die in den Abbildungen nicht darge
stellt und somit auch nicht erläutert worden sind, doch versteht es sich von
selbst, dass derartige Elemente und Aggregate in üblicher Weise
vorgesehen sind.
Ein sich längs der Vielzahl von Arbeitsstellen 10 erstreckender Antriebsrie
men 12 treibt während der normalen Produktion den Spinnrotor 30 mit hoher
Drehzahl, der Betriebsdrehzahl, an.
Um den Spinnrotor 30 bei Bedarf stillsetzen zu können, ist eine Vorrichtung
4 vorgesehen, die einerseits eine Abhebevorrichtung 40 zum Abheben des
Antriebsriemens 12 vom Rotorschaft 31 und andererseits eine Bremsvor
richtung 41 zum Stillsetzen des Spinnrotors 30 aufweist, welche zur Einwir
kung auf den Rotorschaft 31 gebracht werden kann. Die Abhebevorrichtung
40 und die Bremsvorrichtung 41 sind gemäß der gezeigten Ausbildung mit
Hilfe eines Gestänges 42 bewegungsmäßig miteinander gekoppelt in der
Weise, dass beim Abheben des Antriebsriemens 12 vom Rotorschaft 31 die
sem die Bremsvorrichtung 41 zugestellt und beim Freigeben des Rotor
schaftes 31 durch die Bremsvorrichtung 41 der Antriebsriemen 12 dem Ro
torschaft 31 wieder zugestellt wird, wobei in einer Zwischenstellung der Ro
torschaft 31 durch die Bremsvorrichtung 41 freigegeben ist, ohne dass sich
der Antriebsriemen 12 in Anlage am Rotorschaft 12 befindet.
Das Gestänge 42 steht mit einer Antriebs- oder Betätigungsvorrichtung 43 in
Verbindung, welche mittels einer Steuerleitung 172 mit einer Steuervorrich
tung 17 verbunden ist. Durch diese Betätigungsvorrichtung 43 können die
erwähnten Antriebszustände des Spinnrotors 30 (Antrieb durch Antriebsrie
men 12, Freigabe durch Antriebsriemen 12 und Bremsvorrichtung 41 bzw.
Stillstand durch zugestellte Bremsvorrichtung 41) gesteuert werden.
Dem Spinnrotor 30 werden die zu verspinnenden Fasern (nicht gezeigt) mit
Hilfe einer Auflösevorrichtung 13 zugestellt, welche diese Fasern in bekann
ter Weise aus dem voreilenden Ende eines Faserbandes B herauslöst, wel
ches ihm mit Hilfe einer Speisevorrichtung 14 zugeführt wird. Diese weist
üblicherweise eine Speisewalze 140 auf, welche mit Hilfe eines Antriebes
141 angetrieben wird. Mit der Speisewalze 140 arbeitet eine Speisemulde
142 zusammen, welche in bekannter Weise durch eine Druckfeder o. dgl.
elastisch beaufschlagt ist, um das Faserband B elastisch zwischen sich und
der Speisewalze 140 zu klemmen.
Der Antrieb 141 der Speisevorrichtung 14 ist mittels einer Steuerleitung 170
mit der bereits erwähnten Steuervorrichtung 17 verbunden. Diese kann bei
spielsweise als zentrale Steuervorrichtung für eine Vielzahl von
Arbeitsstellen 10 ausgebildet oder aber auch lediglich einer einzigen
Arbeitsstelle 10 zugeordnet und mit einer zentralen Steuervorrichtung (nicht
gezeigt) verbunden sein, mit welcher weitere Arbeitsstellen-Steuer
vorrichtungen (nicht gezeigt) in steuermäßiger Verbindung stehen.
Der im Spinnrotor 30 aus den Fasern gesponnene Faden F wird durch ein
Fadenabzugsrohr 33 hindurch mit Hilfe einer Abzugsvorrichtung 15 aus dem
Spinnrotor 30 abgezogen. Diese besitzt eine angetriebene Abzugswalze
150, welche einer Vielzahl nebeneinander befindlicher Arbeitsstellen 10
gemeinsam zugeordnet ist, sowie eine individuelle Druckrolle 151, welche
auf einem Schwenkhebel 152 angeordnet ist. Dieser Schwenkhebel 152 ist
durch ein elastisches Element, beim gezeigten Ausführungsbeispiel durch
eine Zugfeder 153, in der Weise beaufschlagt, dass während des normalen
Spinnbetriebes die Druckrolle 151 elastisch an der angetriebenen
Abzugswalze 150 anliegt.
In Abzugsrichtung folgt der Abzugsvorrichtung 15 ein Fadenspannungsaus
gleichsbügel 16, der dafür sorgt, dass der der Spule 110 zugeführte Faden F
unabhängig von seiner Verlegeposition längs der Spule 110 im wesentlichen
eine konstante Spannung aufweist.
Die Spule 110 befindet sich in einer Spulvorrichtung 11 und wird während
des normalen Spinnbetriebes durch eine Spulwalze 111 angetrieben. Die
Spule 110 wird drehbar zwischen zwei schwenkbaren Spulenhaltern 112
gehalten.
Wie bereits erwähnt, arbeitet mit den Arbeitsstellen 10 der Rotorspinnma
schine 1 eine Wartungseinrichtung 2 zusammen. Diese besitzt eine Anspinn
vorrichtung 9, welche bei der gezeigten Ausbildung als wesentliche
Elemente eine Antriebsvorrichtung 20 für eine
Antriebsübertragungsvorrichtung 7, eine Hubeinrichtung 21, eine
Abhebevorrichtung 22 sowie einen Hilfsantrieb 23 aufweist.
Die Antriebsübertragungsvorrichtung 7 weist ein Antriebsübertragungsrad
200 auf, welches am Ende einer antreibbaren Achse 201 sitzt, welche in
axialer Richtung verschiebbar ist. In der mit durchgezogener Linie gezeigten
Endposition befindet sich das Antriebsübertragungsrad 200 innerhalb der
Konturen der Wartungseinrichtung 2, damit diese ungehindert längs der
Rotorspinnmaschine 1 fahren kann. In der anderen, durch eine gestrichelte
Linie angedeuteten Position 200a befindet sich das Antriebsübertragungsrad
200 in einer gemeinsamen Ebene E mit einer der Stützscheiben 32. Die An
triebsvorrichtung 20 ist so ausgebildet, dass sie neben der geschilderten
Verschiebung der das Antriebsübertragungsrad 200 tragenden Achse 201
auch noch deren Rotation bewirken kann.
Der Antriebsvorrichtung 20 ist eine Hubvorrichtung 21 mit einer Hubstange
210 zugeordnet, durch welche die Antriebsvorrichtung 20 in der Weise be
wegt werden kann, dass das Antriebsübertragungsrad 200 aus der gestri
chelt gezeigten Position 200a zur Anlage an die sich mit dem Antriebsüber
tragungsrad 200 in einer gemeinsamen Ebene E befindlichen Stützscheibe
32 gebracht werden kann (Antriebsübertragungsposition 200b).
Sowohl die Antriebsvorrichtung 20 als auch die Hubvorrichtung 21 sind mit
einer auf der Wartungseinrichtung 2 angeordneten Steuervorrichtung 5 mit
tels einer Steuerleitung 50 bzw. 51 verbunden.
Dem Schwenkhebel 152 mit der Druckrolle 151 der Abzugsvorrichtung 15
kann eine auf der Wartungseinrichtung 2 gelagerte Abhebevorrichtung 22
zugestellt werden. Diese Abhebevorrichtung 22 besitzt einen Schwenkhebel
220, der gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel schwenkbar auf einer
Kolbenstange 221 gelagert ist, welche ihrerseits durch einen Antrieb 222
(Zylinder o. dgl.) in axialer Richtung bewegbar ist. Eine weitere Kolbenstange
223 ist mit einem Antrieb 224 verbunden und trägt ein Koppelglied 225, das
mit seinem anderen Ende gelenkig mit dem Schwenkhebel 220 zwischen
dessen beiden Enden verbunden ist. Der Schwenkhebel 220 trägt an seinem
freien Ende einen Greifer 226, welcher dem freien Ende des Schwenkhebels
152 zugestellt werden kann. Um den Schwenkhebel 220 in der gewünschten
Weise steuern zu können, sind die beiden Antriebe 222 und 224 mittels
Steuerleitungen 52 bzw. 53 mit der Steuervorrichtung 5 verbunden.
Die Spule 110 kann mit Hilfe nicht gezeigter Mittel von der angetriebenen
Spulwalze 111 abgehoben werden, so dass sie dann die in Fig. 1 gezeigte
Position einnimmt. In dieser Abhebestellung der Spule 110 kann dieser ein
Hilfsantrieb 23 zugestellt werden, welcher einen schwenkbaren Arm 230 mit
einer Hilfsantriebsrolle 231 an seinem freien Ende aufweist. Dem Arm 230 ist
ein Schwenkantrieb 232 zugeordnet, welcher über eine Steuerleitung 54 mit
der Steuervorrichtung 5 in Verbindung steht. Der Hilfsantriebsrolle 231 ist ein
Antrieb 233 zugeordnet, der mittels einer Steuerleitung 55 mit der Steuervor
richtung 5 der Wartungseinrichtung 2 verbunden ist.
Der Spulvorrichtung 11 ist eine Überwachungsvorrichtung 6 zugeordnet.
Gemäß dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel weist diese Überwa
chungsvorrichtung 6 eine mit dem Arm 230 zwischen dessen Enden verbun
dene Stange 60 auf, die mittels einer ein Gehäuse aufweisenden Abtastvor
richtung 61 schwenkbar auf einer Achse 62 gelagert ist. Diese Abtastvor
richtung 61 hat die Aufgabe, die Relativstellung der Stange 60 ihr gegenüber
zu ermitteln. Die Abtastvorrichtung 61 ist mittels einer Steuerleitung 56 mit
der Steuervorrichtung 5 verbunden.
Die gezeigte Steuervorrichtung 5 besitzt einen Aufnahmeschacht 57, in wel
chen ein Datenträger, z. B. in Form einer CD-ROM, einer Diskette etc. ein
geführt werden kann und auf welcher ein Grundprogramm für das Anspinnen
eines Fadens F gespeichert ist.
Die Steuervorrichtung 5 ist mit Hilfe einer Steuerleitung 171 mit der Steuer
vorrichtung 17 der Rotorspinnmaschine 1 verbunden.
Die normale Produktion eines Fadens F erfolgt in üblicher Weise. Ein Faser
band B wird mit Hilfe der Speisevorrichtung 14 der Auflösevorrichtung 13
zugeführt, welche fortlaufend aus dem voreilenden Ende des Faserbandes B
Fasern herauslöst und dem rotierenden Spinnrotor 30 zuführt, in welchem
die Fasern in Form eines Faserringes abgelegt werden. Mit diesem Faserring
steht das Ende des fortlaufend abgezogenen Fadens F in Kontakt und bindet
während seines Abzuges stetig den Faserring ein. Der Fadenabzug wird be
wirkt durch die Abzugsvorrichtung 15, indem die Druckrolle 151 in elastischer
Anlage an der angetriebenen Abzugswalze 150 gehalten wird und somit den
in der Abzugsvorrichtung geklemmten Faden F fördert. Der Faden F wird
über den Fadenspannungsausgleichsbügel 16 geführt und mittels einer nicht
gezeigten Changiervorrichtung während des Aufwickelns auf der Spule 110
changiert. Die Spule befindet sich während dieser Zeit in Anlage auf der
angetriebenen Spulwalze 111.
Tritt eine Produktionsunterbrechung auf, sei es infolge eines ungewollten
Fadenbruches oder sei es infolge eines absichtlich durch eine Bedienungs
person herbeigeführten gewollten Stillsetzens der Offenend-Spinnvorrichtung
3 einer einzelnen Arbeitsstelle 10 oder der gesamten Rotorspinnmaschine 1,
so erfolgt auch diese Produktionsbeendigung oder -unterbrechung in
üblicher Weise. Dabei werden u. a. zumindest der Antrieb 141 der
Speisevorrichtung 14 und die Spule 110 stillgesetzt. Das Stillsetzen der
Spule 110 erfolgt in üblicher und daher nicht gezeigter Weise durch Abheben
von der Spulwalze 111.
Wenn die Produktion wieder aufgenommen werden soll, so fährt die War
tungseinrichtung 2 zu der wieder in Betrieb zu nehmenden Arbeitsstelle 10,
um den Anspinnvorgang durchzuführen. Spätestens jetzt wird der Spinnrotor
30 mit Hilfe der Vorrichtung 4 und ihres Gestänges 42 stillgesetzt. Dabei wird
der Antriebsriemen 12 vom Rotorschaft 31 abgehoben und die Bremsvor
richtung 41 zur Einwirkung auf den Rotorschaft 31 gebracht.
Das Anspinnen wird durch die Steuervorrichtung 5 der Anspinnvorrichtung 9
gesteuert, mit welcher die beim Anspinnen zum Einsatz gelangenden Vor
richtungen und Aggregate in steuermäßiger Verbindung stehen.
Zunächst wird zur Vorbereitung des Anspinnens der Hilfsantrieb 23 der von
der Spulwalze 111 abgehobenen Spulwalze 110 zugestellt. Durch entspre
chendes Antreiben der Hilfsantriebsrolle 231 durch den Antrieb 233 wird die
Spule 110 in Abwickelrichtung gedreht, während eine nicht gezeigte Faden
aufnahmevorrichtung das sich auf der Spulenoberfläche befindliche Faden
ende sucht und erfasst und entsprechend der Rückdrehgeschwindigkeit der
Spule 110 aufnimmt. Das Fadenende wird in üblicher Weise (mit Hilfe eben
falls nicht gezeigter Mittel) in einen für das Anspinnen optimalen Zustand ge
bracht und dann in eine Bereitschaftsstellung in Nähe des Spinnrotors 30
gebracht, wobei die Rücklieferung des Fadens F in Abhängigkeit von den
erforderlichen Fadenbewegungen und -behandlungen durch Stillsetzen des
Antriebs 233 auch einmal oder mehrmals unterbrochen werden kann. Wäh
rend der Rücklieferung des Fadens F bis in die erwähnte Bereitschaftsstel
lung in Nähe des Spinnrotors 30 wird üblicherweise eine Fadenreserve (nicht
gezeigt) gebildet, welche für das spätere eigentliche Anspinnen benötigt
wird. Hat der Faden F die Bereitschaftsstellung erreicht, so wird die
Hilfsantriebsrolle 231 stillgesetzt.
Zeitlich abgestimmt auf das Rückführen des Fadenendes in eine Bereit
schaftsstellung, aus welcher heraus dann zum gegebenen Zeitpunkt das
eigentliche Anspinnen erfolgt, wird die Druckrolle 151 der Abzugsvorrichtung
15 von der nach wie vor angetriebenen Abzugswalze 150 abgehoben. Zu
diesem Zweck wird mit Hilfe des Antriebs 222 die Kolbenstange 221 in
Richtung zur Rotorspinnmaschine 1 verschoben. Der Antrieb 224 wird noch
nicht angesprochen. Auf diese Weise wird während des Vorschubs der Kol
benstange 221 der am Ende dieser Kolbenstange 221 angelenkte Schwenk
hebel 220 durch die zurückbleibende Kolbenstange 223 und das Koppelglied
225 hochgeschwenkt, so dass der Greifer 226 sich am Ende dieser Vor
schubbewegung oberhalb des freien Endes des die Druckrolle 151
tragenden Schwenkhebels 152 befindet. Durch Betätigung des Antriebes
224 wird nun der Schwenkhebel 220 abgesenkt, welcher nun den
Schwenkhebel 152 mit der Druckrolle 151 ergreift. Durch gleichzeitigen
Rückzug der Kolbenstangen 221 und 223 mit Hilfe ihrer Antriebe 222 und
224 wird der Schwenkhebel 152 von der Abzugswalze 150 weggezogen, so
dass sich auch die Druckrolle 151 von dieser entfernt.
Für das Anspinnen ist es erforderlich, dass der Spinnrotor 30 eine ganz be
stimmte Drehzahl aufweist, auf welche das Einsetzen der Faserzufuhr in den
Spinnrotor 30 und die Menge der zuzuführenden Fasern, das Rückliefern
des sich in der Bereitschaftsstellung befindlichen Fadenendes in den
rotierenden Spinnrotor 30 sowie das Abziehen des Fadens F abgestimmt
sein müssen.
Um den Spinnrotor 30 mit der gewünschten Drehzahl antreiben zu können,
wird durch die Steuervorrichtung 5 der Anspinnvorrichtung 9 die Antriebsvor
richtung 20 angesprochen und die das Antriebsübertragungsrad 200 tra
gende Achse 201 aus der mit durchgezogener Linie dargestellten Ausgangs-
oder Ruheposition so weit aus der Wartungseinrichtung 2 heraus in Richtung
zur Rotorspinnmaschine 1 verschoben, dass das Antriebsübertragungsrad
200 seine Position 200a erreicht, in welcher es sich mit der Stützscheibe 32
in ein und der selben Ebene E befindet.
Durch Betätigen der Hubvorrichtung 21 wird nun die Antriebsvorrichtung 20
mit dem Antriebsübertragungsrad 200 am Ende der Achse 201 derart be
wegt, dass das Antriebsübertragungsrad 200 in seine Antriebsübertragungs
position 200b und somit zur Anlage an die Umfangsfläche der Stützscheibe
32 gelangt. Spätestens jetzt wird die Antriebsvorrichtung 20, die außer der
Axialverschiebung der Achse 201 auch den Rotationsantrieb dieser Achse
201 und somit des Antriebsübertragungsrades 200 bewirkt, in der Weise be
tätigt, dass das Antriebsübertragungsrad 200 in gesteuerter Weise zur Rota
tion gebracht wird und dabei unter Zwischenschaltung der Stützscheibe 32
auch den Rotorschaft 31 und damit den Spinnrotor 30 zum Rotieren bringt.
Der durch die Steuervorrichtung 5 mit Hilfe der Antriebsvorrichtung 20 be
wirkte Rotationsantrieb wird dabei so gesteuert, dass der Spinnrotor 30 auf
seine für das Anspinnen festgelegte Drehzahl gebracht wird.
Die Drehzahl des Spinnrotors 30 kann während des nachfolgenden Anspinn
vorganges konstant gehalten oder mit einer geringen Beschleunigung in ge
steuerter Weise derart angetrieben werden, dass der nachstehend beschrie
bene Anspinnvorgang innerhalb eines durch die Steuervorrichtung 5 vorge
gebenen Drehzahlbereiches des Spinnrotors 30 durchgeführt wird.
Durch die vorstehend erörterten Arbeitsschritte wurde das eigentliche An
spinnen vorbereitet, das nun durchgeführt werden kann. Zunächst wird der
Antrieb 141 der Speisevorrichtung 14 wieder in Betrieb genommen, so dass
Fasern in das Innere des rotierenden Spinnrotors 30 gelangen und dort in
Form eines sich bildenden Faserringes abgelegt werden. Sodann wird das
Fadenende durch Freigabe der zuvor gebildeten Fadenreserve so weit in
den Spinnrotor 30 zurückgeliefert, dass es in Kontakt mit den sich hier
ansammelnden Fasern gelangt.
In zeitlicher Abstimmung mit der Aufnahme der Faserspeisung oder -zufuhr
in den Spinnrotor 30 und der Fadenrücklieferung in den Spinnrotor 30 wird
der Abzug des Fadens F aus dem Spinnrotor 30 aufgenommen. Zu diesem
Zweck wird von der Steuervorrichtung 5 der Anspinnvorrichtung 9 aus der
Antrieb 233 für die Hilfsantriebsrolle 231 betätigt in der Weise, dass die
Spule 110 in Aufwickelrichtung angetrieben wird. Die Aufwickelgeschwindig
keit wird dabei entsprechend einem vorgegebenen Programm in Form einer
Beschleunigungskurve bis zum Erreichen der vollen Betriebsdrehzahl der
Spule 110 erhöht. Da die Druckrolle 151 von der Abzugswalze 150 abgeho
ben ist, bildet die Spule 110 während des Anspinnabzuges die Abzugsvor
richtung für den angesponnenen Faden F.
Während dieses Hochlaufs der Spule 110 werden auch die Drehgeschwin
digkeiten des Spinnrotors 30 und der Speisewalze 140 erhöht in der Weise,
dass die Drehzahlen des Spinnrotors 30, der Speisewalze 140 und der Spule
110 bis zum Erreichen der Betriebsdrehzahl aneinander angepasst sind und
bleiben, was jedoch nicht unbedingt zu bedeuten hat, dass diese Drehge
schwindigkeiten während der gesamten Zeit in einem gleichbleibenden
Drehzahlverhältnis zueinander stehen müssen. Da die Fliehkraft im Spinn
rotor 30 während seines Hochlaufs ansteigt und daher die Drehungsfort
pflanzung aus dem Fadenabzugsrohr 33, in welchem die Drehung im Faden
F entsteht, bis in jenen Punkt, in welchem das Fadenende die als Faserring
im Spinnrotor 30 abgelegten Fasern einbindet, entsprechend zunehmend
erschwert, kann es zur Erzielung einer gleichbleibenden Garnqualität durch
aus angebracht sein, dieses Drehzahlverhältnis in Abhängigkeit von der Ro
tordrehzahl zu ändern.
Die Beschleunigung der Spule 110 lässt sich jedoch nicht nach Belieben
steuern, da ihre Beschleunigung von ihrer Masse abhängt. Je größer die
Spule 110 ist, desto größer ist auch jene Masse, welche durch die Hilfsan
triebsrolle 231 anzutreiben und zu beschleunigen ist. Aus diesem Grunde
kann die Spule 110 beispielsweise nicht in Abhängigkeit von der Beschleuni
gung der Speisewalze 140 beschleunigt werden, da die Speisewalze 140
eine sehr geringe Masse aufweist und somit sehr rasch ihre
Betriebsdrehzahl erreichen kann. Deshalb ist gemäß der gezeigten Ausbil
dung eine Abtastvorrichtung 61 vorgesehen, welche den Durchmesser der
durch die Hilfsantriebsrolle 231 angetriebenen Spule 110 ermittelt. Je kleiner
die Masse der Spule 110 ist, desto kleiner ist auch ihr Durchmesser, so dass
der Durchmesser als Referenzwert für die Masse der Spule 110 herangezo
gen werden kann. Je kleiner der Durchmesser der Spule 110 ist, desto
weiter senkt sich der Arm 230 mit der Hilfsantriebsrolle 231 in Richtung zur
Spulwalze 111 herab, so dass der Schwenkweg des Armes 230 in einem
festgelegten Verhältnis zum Spulendurchmesser und somit auch zur Masse
der Spule 110 steht.
Der Schwenkweg des Armes 230 wird mit Hilfe der Abtastvorrichtung 61 er
mittelt, gegenüber welcher die am Arm 230 angelenkte Stange 60 in direkter
Abhängigkeit vom Spulendurchmesser axial verschoben wird. Die Abtastvor
richtung 61 meldet den Grad der Verschiebung bzw. die Relativposition der
Stange 60 gegenüber der Abtastvorrichtung 61 an die Steuervorrichtung 5,
welche diese Angaben umwandelt in Steuersignale zur Steuerung der Dreh
zahlen der Antriebsvorrichtung 20 zum Antreiben des Spinnrotors 30, des
Antriebes 233 des Hilfsantriebes 23 für die Spule 110 und des Antriebes 141
der Speisevorrichtung 14. Meldet die Abtastvorrichtung 61 der Steuervor
richtung 5 einen großen Spulendurchmesser, so bewirkt die Steuervorrich
tung 5, dass die Beschleunigung des Spinnrotors 30 mit Hilfe der Antriebs
vorrichtung 20 geringer ausfällt als bei einem kleinen Durchmesser der Spule
110. Entsprechend werden dann auch der Antrieb 141 der Speisevorrichtung
14 und der Antrieb 233 der Hilfsantriebsvorrichtung 23 für die Spule 110 an
getrieben.
Es versteht sich von selbst, dass die Beschleunigungen des Spinnrotors 30,
der Spule 110 und der Speisevorrichtung 14 in einem vorgegebenen Ge
schwindigkeitsverhältnis - das sich während der Beschleunigung gemäß
einem vorgegebenen Programm auch ändern kann - zueinander stehen und
nur so groß gewählt werden, dass die Spule 110 mit Sicherheit der vom An
trieb 233 vorgegebenen Geschwindigkeitszunahme zu folgen vermag.
Die Referenzgröße für die Rotordrehzahl muss jedoch nicht unbedingt durch
die Spule 110 geliefert werden; es kann auch sinnvoll sein, die Beschleuni
gungen der Spule 110 und des Spinnrotors 30 in Abhängigkeit von einer ge
steuerten Beschleunigung der Speisewalze 140 zu steuern. Da das vorei
lende Ende des Faserbandes B, auch wenn dieses Ende für den Anspinn
vorgang eigens präpariert worden ist, sehr rasch die volle Stärke des Faser
bandes B erreicht, muss die Speisewalze 140 sehr langsam angetrieben und
beschleunigt werden, um einen akzeptablen Ausfall des Ansetzers, d. h. der
Stelle zwischen dem Ende des rückgelieferten Fadens F und dem Beginn
des neu gesponnenen Fadens F, zu erzielen.
Der Drehzahlverlauf des Spinnrotors 30 wird während der gesamten Dauer,
während welcher seine Drehzahl von seiner Betriebsdrehzahl abweicht, ent
sprechend einem vorgegebenen Programm gesteuert.
In dem Zeitraum bis zum Beginn des Anspinnvorganges spielt der Drehzahl
verlauf des Spinnrotors 30 keine wesentliche Rolle, so dass bei dessen Be
schleunigung lediglich darauf zu achten ist, dass der Zeitraum zwischen dem
Beginn des Antreibens des Spinnrotors 30 durch die Antriebsvorrichtung 20
und dem eigentlichen Anspinnvorgang, d. h. der Kontaktaufnahme zwischen
dem in den Spinnrotor 30 rückgelieferten Faden F und den dort als Faserring
abgelegten Fasern, ausreichend groß ist, um den Spinnrotor 30 während
dieser Zeitspanne auf seine Anspinndrehzahl zu bringen. So ist es beispiels
weise möglich, den Spinnrotor 30 hierbei ungesteuert mit hoher Beschleuni
gung auf die Anspinndrehzahl zu bringen.
Die sich an das Anspinnen anschließende Beschleunigung des Spinnrotors
30 richtet sich nach dem in der Steuervorrichtung 5 gespeicherten Pro
gramm. Dabei kann entweder die Beschleunigung des Spinnrotors 30 (und
der Speisewalze 140) in Abhängigkeit von der durch die Überwachungsvor
richtung 6 überwachte Größe und Masse der Spule 110 in unterschiedlicher
Weise erfolgen, oder aber es wird vorgesehen, dass die Beschleunigung der
Spule 110, der Speisewalze 140 und des Spinnrotors 30 so gering ist, dass
die Spule 110 mit Sicherheit dem ihr durch die Hilfsantriebsrolle 231 vorge
gebenen Drehzahlverlauf folgen kann.
Es ist nicht unbedingt erforderlich, irgendeine der während des Anspinnens
und der anschließenden Beschleunigung wichtigen Drehzahlen als Refe
renzwert für die anderen Drehzahlen heranzuziehen. Alternativ können
sämtliche Drehzahlverläufe für Spinnrotor 30, Spute 110 und Speisevorrich
tung 14 direkt durch die Steuervorrichtung 5 vorgegeben werden.
Wenn der Spinnrotor 30, die Speisewalze 140 und die Spule 110 ihre jeweili
gen Betriebsdrehzahlen erreicht haben, sind die normalen Betriebsverhält
nisse wieder hergestellt. Der von der Wartungseinrichtung 2 bisher bewirkte
Antrieb der Spule 110 und des Spinnrotors 30 kann somit wieder normalisiert
und an die Rotorspinnmaschine 1 selber zurückgegeben werden; der von
der Steuervorrichtung 17 der Arbeitsstelle 10 bereits bisher gesteuerte
Antrieb der Speisevorrichtung 14 dagegen braucht nicht umgestellt zu
werden.
Die Spule 110 wird nach Erreichen ihrer Betriebsdrehzahl auf die Spulwalze
111 abgesenkt, so dass diese fortan den Antrieb der Spule 110 übernimmt,
und die Hilfsantriebsrolle 231 wird von der Spule 110 abgehoben. Außerdem
wird durch entsprechende Steuerung der Antriebe 222 und 224 der
Schwenkhebel 152 durch den Greifer 226 freigegeben, so dass der
Schwenkhebel 152 nun infolge der Wirkung der Zugfeder 153 die Druckrolle
151 zur Anlage an die Abzugswalze 150 bringt und der Faden F durch die
Abzugsvorrichtung 15 vom Spinnrotor 30 abgezogen wird.
Durch Betätigen der Betätigungseinrichtung 43 werden der Rotorschaft 31
durch die Bremsvorrichtung 41 freigegeben und gleichzeitig der Antriebsrie
men 12 zur Anlage an den Rotorschaft 31 gebracht. Außerdem wird durch
Betätigung der Hubvorrichtung 21 das Antriebsübertragungsrad 200 von der
Stützscheibe 32 abgehoben, woraufhin die Antriebsvorrichtung 20 das An
triebsübertragungsrad 200 der Antriebsübertragungsvorrichtung 7 stillsetzt
und den Rückzug derselben bis innerhalb der Kontur der Wartungseinrich
tung 2 bewirkt.
Wenn die Wartungseinrichtung 2 nicht mehr in irgendeines der Elemente der
Arbeitsstelle 10 eingreift oder mit einem solchen zusammenarbeitet, verlässt
die Wartungseinrichtung 2 diese Arbeitsstelle 10, um an einer anderen Ar
beitsstelle 10 ihre Arbeit wieder aufzunehmen.
Fig. 1 zeigt lediglich ein Ausführungsbeispiel. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung sind jedoch zahlreiche Abwandlungen sowohl der gezeigten Vor
richtung als auch des beschriebenen Verfahrens möglich, beispielsweise
durch Austausch einzelner Merkmale gegen Äquivalente oder durch andere
Kombinationen dieser Merkmale oder ihrer Äquivalente. So wird zwar bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel das Antriebsübertragungsrad 200 der
Stützscheibe 32 durch eine Bewegung innerhalb der Ebene E zugestellt bzw.
von der Stützscheibe 32 durch eine Bewegung innerhalb der Ebene E ent
fernt. Eine derartige Bewegung des Antriebsübertragungsrades 200 ist je
doch keine Voraussetzung für die Durchführung des geschilderten Verfah
rens. Es ist alternativ auch möglich, das Antriebsübertragungsrad 200 nicht
der Stützscheibe 32, sondern dem Rotorschaft 31 durch eine in bezug auf
den Rotorschaft 31 radiale Bewegung zuzustellen. Dabei kann diese Bewe
gung je nach Ausbildung der Offenend-Spinnvorrichtung 3 bzw. der Arbeits
stelle 10 abweichend von dem gezeigten Ausführungsbeispiel, bei welchem
diese Zustellbewegung von unten nach oben erfolgt, auch in einer anderen
Zustellrichtung innerhalb der Ebene E erfolgen.
Prinzipiell kann das Antriebsübertragungsrad 200 mit einem beliebigen Ele
ment, das in einem festen Drehzahlverhältnis zur Drehzahl des Spinnrotors
30 steht, in antriebsmäßige Verbindung gebracht werden, um den Spinnrotor
30 während der Zeit, während welcher seine Drehzahl von seiner Betriebs
drehzahl abweicht, anzutreiben. Dieses Element kann, wie bisher erläutert,
durch eine der Stützscheiben 32 gebildet sein, welche den Rotorschaft 31
(oder aber in nicht gezeigter Weise den Spinnrotor 30 selber) abstützt. Wenn
derartige Stützscheiben 32 für die direkte oder indirekte Abstützung des
Spinnrotors 30 vorgesehen sind, so hat ein solcher Antrieb den zusätzlichen
Vorteil, dass das Antriebsübertragungsrad 200 in Anbetracht der Überset
zung zwischen Stützscheibe 32 und Rotorschaft 31 bzw. Spinnrotor 30 durch
die Antriebsvorrichtung 20 der Wartungseinrichtung 2 nur mit einer relativ
geringen Geschwindigkeit angetrieben zu werden braucht.
Wie zuvor bereits angedeutet, kann das Antriebsübertragungsrad 200 mit
der Außenumfangsfläche des Spinnrotors 30 in antriebsmäßigen Kontakt ge
bracht werden, insbesondere dann, wenn der Spinnrotor 30 direkt ohne Zu
hilfenahme eines Rotorschaftes 31 und/oder von Stützscheiben 32 gelagert
ist (nicht gezeigt). Auch kann der Antrieb des Spinnrotors 30 während der
normalen Produktion in einer anderen bekannten Weise auch ohne Tangen
tialriemen 12 und somit abweichend von der Darstellung in Fig. 1 erfolgen.
Gemäß einer anderen alternativen Ausgestaltung kann die Antriebsvorrich
tung 20 in einem schwenkbaren Gehäuse (nicht gezeigt) angeordnet sein
und durch ein Verschwenken aus dem Bereich der Wartungseinrichtung 2
mit der durch das Antriebsübertragungsrad 200 gebildeten Antriebsübertra
gungsvorrichtung 7 zur Anlage an den Rotorschaft 31 oder ein anderes, mit
dem Rotorschaft 31 in antriebsmäßiger Verbindung stehenden Element, z. B. der Stützscheibe 32, gebracht werden, so dass die Bewegungsrichtung le
diglich in Nähe der Antriebsübertragungsposition 200b des Antriebsübertra
gungsrades 200 als Tangente in diese Ebene E fällt.
Des weiteren kann gemäß einer weiteren, nicht gezeigten Abwandlung vor
gesehen sein, dass sich das Antriebsübertragungsrad 200 zumindest in sei
ner Antriebsposition in einer Ebene (nicht gezeigt) befindet, welche die dar
gestellte Ebene E in einem im wesentlichen rechten Winkel schneidet. Dabei
befindet sich das seine Antriebsübertragungsposition 200b einnehmende
Antriebsübertragungsrad 200 in Anlage an einer Stirnfläche der Stützscheibe
32. Auch hierbei kann das Antriebsübertragungsrad 200 dem
anzutreibenden Element wie Rotorschaft 31, Stützscheibe 32 o. dgl. in
verschiedener Weise, z. B. in Form einer linearen oder kreisförmigen Bewe
gung, zugestellt werden. Anders ausgebildete Zuführbahnen sind ebenfalls
möglich, was z. B. dadurch erreicht werden kann, dass ein die Achse 201
des Antriebsübertragungsrades 200 tragendes Element in einer
kulissenartigen Führung geführt wird (nicht gezeigt).
Bei entsprechender Formgebung des Antriebsübertragungsrades 200 und
des Elementes, mit welchem das Antriebsübertragungsrad 200 in antriebs
mäßige Verbindung gebracht werden kann, braucht das Antriebsübertra
gungsrad 200 weder in einer gemeinsamen Ebene E mit der Stützscheibe 32
etc. noch in einer diese Ebene E rechtwinklig schneidenden Ebene mit der
Stützscheibe 32 etc. in Kontakt gebracht zu werden, sondern es ist durchaus
möglich, das Antriebsübertragungsrad 200 unter einem beliebigen Winkel
mit dem anzutreibenden Element (Stützscheibe 32, Spinnrotor 30,
Rotorschaft 31) in antriebsmäßige Verbindung zu bringen.
Das Antriebsübertragungsrad 20C kann ebenfalls in verschiedenartigster
Weise ausgebildet sein; so kann als Antriebsübertragungsrad 200 ein Reib
rad, ein Zahnrad (z. B. als Ritzel) o. dgl. Anwendung finden und dabei eine
unterschiedliche Form aufweisen und beispielsweise auch als Kegelrad etc.
ausgebildet sein.
Abweichend von der gezeigten Ausgestaltung ist es auch nicht erforderlich,
das Trennen des Spinnrotors 30 vom Antriebsriemen 12 mit Hilfe eines eine
Abhebevorrichtung 40 und eine Bremsvorrichtung 41 der gezeigten Art tra
genden Gestänges 42 durchzuführen. Es ist durchaus auch möglich, die Ab
hebevorrichtung 40 und die Bremsvorrichtung 41 unabhängig voneinander
auszubilden und z. B. jeweils durch einen eigenen Antrieb (Elektromagnet,
Hydraulik- oder Pneumatikzylinder u. dgl.) anzutreiben, wobei diese beiden
nicht gezeigten Antriebe mit der Steuervorrichtung 17 in steuermäßiger Ver
bindung stehen.
In Abänderung der gezeigten Vorrichtung braucht die Betätigungsvorrichtung
43 nicht mittels einer Steuerleitung 172 mit der Steuervorrichtung 17 und
über diese mit der Steuervorrichtung 5 in Verbindung zu stehen. Statt
dessen kann das Gestänge 42 mit einer Abdeckung der Offenend-Spinn
vorrichtung 3 in Verbindung stehen, welche auf nicht gezeigte Weise
von einer mit der Steuervorrichtung 5 in Verbindung stehenden, nicht
gezeigten Vorrichtung der auf der Wartungseinrichtung 2 angeordneten
Anspinnvorrichtung 9 geöffnet und wieder verschlossen werden kann, wobei
in Abhängigkeit von der Schwenkposition der nicht gezeigten Abdeckung die
verschiedenen Antriebszustände des Spinnrotors 30 (Antrieb durch
Antriebsriemen 12, Freigabe durch Antriebsriemen 12 und Bremsvorrichtung 41
sowie Stillstand durch zugestellte Bremsvorrichtung 41) gesteuert
werden.
Die gezeigte Steuervorrichtung 5 weist außer dem Aufnahmeschacht 57 für
einen geeigneten Datenträger zwei zusätzliche Eingabevorrichtungen 570
und 571 auf, mit deren Hilfe in das durch den Datenträger vorgegebene
Grundprogramm eingegriffen werden kann. Beispielsweise handelt es sich
bei der Eingabevorrichtung 570 um eine Vorrichtung zur Eingabe der Faser
eigenschaften hinsichtlich Material, Faserlänge, Kräuseleigenschaften etc.
Mit Hilfe dieser Eingabevorrichtung 570 und dem in der Steuervorrichtung 5
gespeicherten Programm lassen sich somit die Anspinnbedingungen ent
sprechend verändern, so dass stets optimale Anspinnbedingungen in bezug
auf die Fasereinbindung erzielt werden können. In analoger Weise kann mit
Hilfe der zweiten Eingabevorrichtung 571 beispielsweise die gewünschte
Garneigenschaft hinsichtlich Drehung, Fadenstärke etc. eingestellt werden.
Mit Hilfe der beiden Eingabevorrichtungen 570 und 571 wird auf diese Weise
Einfluss auf den Ablauf des Anspinnvorganges und hierbei insbesondere
auch auf den Drehzahlverlauf des Spinnrotors 30 genommen. Hierbei kann
in Abhängigkeit von der durch die Eingabevorrichtungen 570 und/oder 571
gewählten Einstellung auch die konstante Anspinndrehzahl des Spinnrotors
30 bzw. der für das Anspinnen vorgesehene Drehzahlbereich des
Spinnrotors 30 festgelegt werden.
Natürlich können die Eingaben auch mit Hilfe einer kombinierten Eingabevor
richtung (nicht gezeigt) in die Steuervorrichtung 5 eingegeben werden.
Die gezeigte und beschriebene Ausbildung der Steuervorrichtung 5 hinsicht
lich Programmierung und Beeinflussung des gespeicherten Programmes ist
lediglich ein mögliches, für die Erörterung des Verfahrens und der Vorrich
tung gewähltes Ausbildungsbeispiel; andere Ausbildungen der Steuervor
richtung 5, insbesondere auch im Hinblick auf die Steuerung des Drehzahl
verlaufes des Spinnrotors 30, sind durchaus möglich. Gegebenenfalls ist die
Steuerung des Drehzahlverlaufs des Spinnrotors 30 so exakt, dass auf eine
Einstell- oder Programmiermöglichkeit zur Berücksichtigung der Eigenschaf
ten des Fasermaterials und des zu produzierenden Fadens F verzichtet wer
den kann.
Es ist auch nicht erforderlich, den Ablauf des Anspinnverfahrens in der oben
geschilderten Weise vorzusehen; auch andere Anspinnabläufe, bei denen
das Anspinnen bei einer im Vergleich zur Betriebsdrehzahl des Spinnrotors
30 reduzierten Rotordrehzahl erfolgt, können zur Anwendung kommen, wo
bei der Antrieb des Spinnrotors 30 während des Anspinnvorganges in der
geschilderten Weise durch die Antriebsvorrichtung 20 der Wartungsvorrich
tung 2 mit Hilfe der Antriebsübertragungsvorrichtung 7 vorgenommen und
gesteuert wird.
Während der Dauer, während welcher der Spinnrotor 30 unter der Steuerung
der Wartungseinrichtung und ihrer Antriebsvorrichtung 20 steht, ist es
vorteilhaft, direkten Antrieb der Spinnrotors 30 durch den Antriebsriemen 12
zu unterbinden. Dies geschieht in an sich üblicher Weise durch Abheben des
Antriebsriemens 12 vom Rotorschaft 31, wie dies beispielsweise zuvor unter
Zuhilfenahme der Betätigungsvorrichtung 43 und des Gestänges 42 be
schrieben worden ist. Hierzu gibt die Steuervorrichtung 5 über die Steuerlei
tung 171 ein entsprechendes Signal an die Steuervorrichtung 17, welche ih
rerseits über die Steuerleitung 172 die Betätigungsvorrichtung 43 entspre
chend steuert.
Bei dem zuvor geschilderten Ausführungsbeispiel befindet sich die Antriebs
vorrichtung 20 für den Spinnrotor 30 auf der längs den Arbeitsstellen 10 ver
fahrbaren Wartungseinrichtung 2. Abweichend hiervon wird nachstehend mit
Hilfe der Fig. 2 eine Ausführung einer Antriebsübertragungsvorrichtung 70
geschildert, die auf eine eigene, d. h. zusätzliche, Antriebsvorrichtung 20 für
den Spinnrotor 30 verzichtet. Vielmehr bewirkt die Antriebsübertragungsvor
richtung 70, dass der Antriebsriemen 12 oder eine andere in der Ro
torspinnmaschine 1 selber vorgesehene Antriebsvorrichtung je nach Arbeits
phase mit einer unterschiedlichen Übersetzung zur Einwirkung auf den
Spinnrotor 30 gebracht werden kann.
Die Antriebsübertragungsvorrichtung 70 besitzt als wesentliches Element
einen Halter 8 - in Fig. 2 lediglich schematisch angedeutet - der eine Rie
menandrückrolle 80, wie sie bei Rotorspinnvorrichtungen 3 üblich ist, und im
Abstand von dieser auf der anderen Seite des Antriebsriemens 12 eine Stu
fenrolle 81 mit einem ersten, einen großen Durchmesser D aufweisenden
Bereich 810 sowie einen zweiten, einen kleineren Durchmesser d aufwei
senden Bereich 811 trägt. Der Bereich 810 der Stufenrolle 81 mit dem gro
ßen Durchmesser D liegt - zumindest während der Dauer, während welcher
die Stufenrolle 81 die vom Antriebsriemen 12 abgenommene Drehung über
tragen soll - am Antriebsriemen 12 an, während sein Bereich 811 mit dem
kleinen Durchmesser d an einer der Stützscheiben 32 anliegt.
Der Halter 8 ist gemäß Fig. 2 mit Hilfe von zwei stationär in der Arbeitsstelle
10 vorgesehenen Führungen 87 und 88 axialbeweglich gelagert. Er weist an
geeigneter Stelle einen Stellanschlag 82 auf, an welchen ein Stellelement 71
zur Anlage gebracht werden kann. Dieses lediglich schematisch angedeutete
Stellelement 71 wird von der Steuervorrichtung 5 der Wartungseinrichtung 2
aus gesteuert, ähnlich wie dies zuvor im Zusammenhang mit dem Antriebs
rad 200 geschildert wurde, jedoch mit dem Unterschied, dass die Antriebs
vorrichtung 20 keinen Drehantrieb erteilt und dass das Stellelement 71 nicht
einer Stützscheibe 32, sondern der Antriebsübertragungsvorrichtung 70
zugestellt wird.
Das Stellelement 71 hat die Aufgabe, die Antriebsübertragungsvorrichtung
70 aus einer Ruhestellung, in welcher diese außer Funktion ist, in eine Über
tragungsstellung zu bringen, in welcher diese den Antriebsriemen 12 (oder
eine andere, in der Rotorspinnmaschine 21 vorgesehene Antriebsvorrich
tung) mit dem Spinnrotor 30 antriebsmäßig verbindet.
Der Halter 8 weist außerdem einen Anschlagarm 83 auf, der sich in seiner
normalen Betriebsposition in Anlage an einem stationären Anschlag 870 be
findet, der gemäß dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel durch eine
Stirnfläche der Führung 87 gebildet wird. Der Halter 8 besitzt ferner einen
Arm 84, in welchem das Ende einer Zugfeder 86 verankert ist, deren
anderes Ende in einem stationären, beispielsweise von der Führung 88
getragenen Federhaken 880 verankert ist.
Der Halter 8 besitzt noch einen weiteren Stellanschlag 85, dem ein Stillsetz
hebel 44 zugestellt werden kann. Dieser Stillsetzhebel 44 ist Teil der mit
Hilfe der Fig. 1 vorstehend beschriebenen, entsprechend angepassten
Vorrichtung 4 und steht mit der Betätigungsvorrichtung 43 (siehe Fig. 1) in
Verbindung und wird durch die Steuervorrichtung 17 zur Einwirkung auf den
Halter 8 gebracht, wenn die Offenend-Spinnvorrichtung 3 gewollt oder
ungewollt (z. B. bei Fadenbruch) stillgesetzt wird.
Der Halter 8 bildet die erwähnte Antriebsübertragungsvorrichtung 70, deren
drei Arbeitspositionen in Fig. 2 mit durchgezogener, mit strichpunktierter
bzw. mit gestrichelter Linie dargestellt sind.
Die Verstellung der Antriebsübertragungsvorrichtung 70 für das Anspinnen
erfolgt mit Hilfe des erwähnten Stellelementes 71, das durch die Wartungs
einrichtung 2 in nicht gezeigter Weise gesteuert wird, um den Halter 8 und
damit die Antriebsübertragungsvorrichtung 70 in oder außer Funktion zu
bringen.
Während des normalen, ungestörten Spinnbetriebes ist die Antriebsübertra
gungsvorrichtung 70 dem Spinnrotor 30 (bzw. einem mit diesem in antriebs
mäßiger Verbindung stehenden Element, beim gezeigten Ausführungsbei
spiel einer der Stützscheiben 32) zugestellt. Hierbei geben sowohl das Stell
element 71 als auch der Stillsetzhebel 44 den Halter 8 frei, welcher somit mit
der Riemenandrückrolle 80 und der Stufenrolle 81 infolge der Beaufschla
gung durch die Zugfeder 86 die in Fig. 2 mit durchgezogener Linie darge
stellte Position einnimmt, in welcher sich der Anschlagarm 83 in Anlage am
stationären Anschlag 870 befindet. Hierbei liegt die Stufenrolle 81 mit ihrem
Bereich 810 mit dem größeren Durchmesser D am Antriebsriemen 12 an,
während ihr Bereich 811 mit dem kleineren Durchmesser d an der Stütz
scheibe 32 anliegt. Da der Rotorschaft 31 im Zwickel zwischen zwei Stütz
scheiben 32 bzw. Stützscheibenpaaren angeordnet ist, wird er - und über ihn
der Spinnrotor 30 - somit von dem sich in der Arbeitsstelle 10 befindlichen
(d. h. sich durch die Arbeitsstelle 10 hindurch erstreckenden) Antriebsriemen
12 aus über die Stufenrolle 81 und die Stützscheibe 32 angetrieben. Auf
grund der Übersetzung infolge der unterschiedlichen Durchmesser D und d
der Bereiche 810 und 811 der Stufenrolle 81 sowie zwischen dem Bereich
811 der Stufenrolle 81 und der Stützscheibe 32 wird der Spinnrotor 30 mit
einer Geschwindigkeit angetrieben, die wesentlich höher ist als bei einem
direkten Antrieb des Rotorschaftes 31 durch den Antriebsriemen 12.
Wenn auch nicht eigens dargestellt, so versteht es sich von selbst, dass an
sich bekannte Mittel vorgesehen sind, die den Rotorschaft 31 im Zwickel der
Stützscheiben 32 sichern. Die Lagerung des Rotorschaftes 31 kann dabei
prinzipiell in üblicher Weise mit Hilfe von einem oder zwei Paar Stützschei
ben 32 erfolgen, wobei die Stützscheiben 32 jeweils eines
Stützscheibenpaares in bekannter Weise in einer gemeinsamen Ebene
(siehe Fig. 1) oder in parallelen Ebenen (siehe Fig. 2), gegebenenfalls mit
teilweiser Überlappung, angeordnet sein können.
Bei einem Stillstand der Offenend-Spinnvorrichtung 3 nimmt der Halter 8
eine Zwischenposition ein (in Fig. 2 strichpunktiert dargestellt), in welcher die
Stufenrolle 81 von der Stützscheibe 32 abgehoben ist, ohne dass jedoch der
Antriebsriemen 12 zur Anlage an den Rotorschaft 31 gelangt ist (siehe Posi
tion 12'). Hierzu wird der zitierte Stillsetzhebel 44 durch die
Steuervorrichtung 17 und die Betätigungsvorrichtung 43 entsprechend akti
viert.
Soll nach einem Stillstand der Arbeitsstelle 10 und ihrer Aggregate die Of
fenend-Spinnvorrichtung 3 wieder in Betrieb genommen werden, so werden
zunächst durch Steuerung von der inzwischen in bekannter Weise herbeige
rufenen Wartungseinrichtung 2 aus das Stellelement 71 dem Stellanschlag
82 zugestellt und der Halter 8 gegen die Wirkung der Zugfeder 86 in der
Weise bewegt, daß die Stufenrolle 81 noch weiter vom Antriebsriemen 12
und auch von der Stützscheibe 32 entfernt wird (siehe gestrichelte Darstel
lung in Fig. 2). Auf diese Weise wird die Antriebsübertragungsvorrichtung 70
nach wie vor außer Wirkung gehalten, während die Riemenandrückrolle 80
zur Anlage an den Antriebsriemen 12 ("Position") gelangt und diesen gegen
den Rotorschaft 31 drückt, so daß der Spinnrotor 30 seinen Antrieb nun vom
Antriebsriemen 12 direkt erhält. In dieser Position des Halters 8 befindet sich
die Stufenrolle 81 weder in Eingriff mit dem Antriebsriemen 12 noch mit der
Stützscheibe 32. Da bei dieser Art des Rotorantriebes die Übersetzung zwi
schen Antriebsriemen 12 und Rotorschaft 31 entfällt, ist die Anspinndrehzahl
des Spinnrotors 30 wesentlich geringer als bei dem indirekten Antrieb über
die Stufenrolle 81 und die Stützscheibe 32. In dieser Anspinnposition der
Antriebsübertragungsvorrichtung 70, in welcher der Spinnrotor 30 in defi
nierter Weise mit einer gegenüber seiner Betriebsdrehzahl reduzierten kön
stanten Drehzahl angetrieben wird, wird nun in bekannter Weise der An
spinnvorgang durchgeführt.
Ist der Anspinnvorgang erfolgreich abgeschlossen worden, so werden das
Stellelement 71 und, falls nicht bereits während des Anspinnvorganges ge
schehen, spätestens jetzt auch der Stillsetzhebel 44 zurückgezogen, so dass
der Halter 8 freigegeben wird und aufgrund seiner Beaufschlagung durch die
Zugfeder 86 dieser Bewegung bis zur Anlage seines Anschlagarmes 83 am
Anschlag 870 folgt. Hierbei gelangt der Antriebsriemen 12 außer Eingriff mit
dem Rotorschaft 31, während die Antriebsübertragungsvorrichtung 70 die
Bewegung des Antriebsriemens 12 über die Stufenrolle 81 und die Stütz
scheibe 32 auf den Rotorschaft 31 und damit auch auf den Spinnrotor 30
überträgt. Die angetriebenen Elemente der Antriebsübertragungsvorrichtung
70 (Stufenrolle 81) werden somit derartig angetrieben, dass der Spinnrotor
30 rasch auf seine Betriebsdrehzahl hochläuft und sodann auf dieser Be
triebsdrehzahl verharrt. Die normalen Produktions-Antriebsverhältnisse sind
wieder hergestellt.
Nachdem die in die Offenend-Spinnvorrichtung 3 während der Anspinnphase
eingreifenden Elemente wieder sämtlich in den Bereich der Wartungsein
richtung 2 zurückgezogen worden sind, kann diese die Arbeitsstelle 10 wie
der verlasen, um an einer anderen Arbeitsstelle 10 die dort notwendigen
Wartungsarbeiten durchzuführen.
Bei der vorstehend beschriebenen Ausführung ist die Drehzahl des Spinnro
tors 30 durch das Verhältnis zwischen der Produktionsdrehzahl und der An
spinndrehzahl des Spinnrotors 30 fest vorgegeben. Das Verhältnis läßt sich
gegebenenfalls durch Austausch der Stufenrolle 81 gegen eine solche mit
einem abweichenden Durchmesserverhältnis zwischen den Bereichen 810
und 811 ändern und somit den gewünschten Bedingungen anpassen.
Auch eine stufenlose Anpassung ist denkbar, indem beispielsweise der An
triebsübertrieb von der Stufenrolle 81 auf die Stützscheibe 32 oder einer
nicht gezeigten, mit der Stützscheibe 32 zusammenarbeitenden Zwischen
scheibe in Art eines Konusgetriebes o. dgl. ausgebildet ist, das entsprechend
den gegebenen Bedingungen auf das gewünschte Drehzahlverhältnis einge
stellt werden kann.
Wenn die Antriebsübertragungsvorrichtung 70, mit welcher der Antrieb von
einer Antriebsvorrichtung 12 der Arbeitsstelle 10 abgenommen und an den
Spinnrotor 30 weitergeleitet wird, lediglich während der Anspinn- und War
tungsphase aktiv ist, so kann diese alternativ auch auf der Wartungseinrich
tung 2 gelagert und der Offenend-Spinnvorrichtung 3 nur bei Bedarf zuge
stellt werden. Die Übersetzungsverhältnisse sind im letzten Fall so zu wäh
len, dass bei aktiver Antriebsübertragungsvorrichtung 70 der Spinnrotor 30 in
gewünschter Weise mit reduzierter Geschwindigkeit angetrieben wird. In
einem solchen Fall erfolgt der Spinnrotorantrieb während der normalen Pro
duktion im Gegensatz zu der vorstehend mit Hilfe der Fig. 2 beschriebenen
Ausführung unabhängig von der Antriebsübertragungsvorrichtung 70.
Unabhängig davon, ob die Antriebsübertragungsvorrichtung 7 oder 70 wäh
rend der Zeit, während welcher der Spinnrotor 30 mit seiner
Betriebsdrehzahl umläuft, oder während jener Zeit, während welcher der
Spinnrotor 30 lediglich mit reduzierter Drehzahl, seiner Anspinndrehzahl,
rotiert, aktiv ist, wird der Wechsel von der einen dieser Drehzahlen auf die
andere stets durch Eingreifen der Wartungseinrichtung 2 in den Antrieb des
Spinnrotors 30 bewirkt, wobei die Antriebsübertragungsvorrichtung ihren
Antrieb von der Wartungseinrichtung 2 (Antriebsübertragungsvorrichtung 7 in
Fig. 1) oder von einer Antriebsvorrichtung (Antriebsriemen 12) der
Rotorspinnmaschine 1 selber (Antriebsübertragungsvorrichtung 70 in Fig. 2)
erhalten kann.
Claims (22)
1. Verfahren zur Herstellung eines Fadens in einer Offenend-Spinnvor
richtung, bei welchem ein Spinnrotor für das Anspinnen auf eine
niedrige Anspinndrehzahl gebracht und der Faden nach dem An
spinnen mit einer im Vergleich zur Anspinndrehzahl höheren Be
triebsdrehzahl des Spinnrotors produziert wird, wobei die Rotordreh
zahl durch Steuerung von einer längs einer Vielzahl gleichartiger
Spinnstellen verfahrbaren Wartungseinrichtung aus beeinflusst wird
und der Faden durch Zufuhr von Fasern bei dieser niedrigen An
spinndrehzahl angesponnen und anschließend aus dem Spinnrotor
abgezogen wird, während der Spinnrotor auf seine Betriebsdrehzahl
hochläuft, dadurch gekennzeichnet, dass von der Wartungsein
richtung aus dem Spinnrotor eine Antriebsübertragungsvorrichtung
zugestellt und diese Antriebsübertragungsvorrichtung derartig an
getrieben wird, dass der Spinnrotor mit einer gegenüber der Be
triebsdrehzahl reduzierten Anspinndrehzahl rotiert, dass sodann der
Anspinnvorgang durchgeführt und die Antriebsübertragungsvor
richtung außer Wirkung gebracht und der Spinnrotor mit seiner Be
triebsdrehzahl angetrieben wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Antriebsübertragungsvorrichtung durch eine auf der Wartungsein
richtung angeordnete Antriebsvorrichtung nach einem vorgegebe
nen Drehzahlverlauf angetrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Drehzahl des Spinnrotors während des Anspinnens in gesteu
erter Weise erhöht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Be
schleunigung des Spinnrotors nach erfolgtem Anspinnen aus der
Anspinndrehzahl bis zum Erreichen seiner Betriebsdrehzahl in Ab
stimmung mit der Faserzufuhr zur Offenend-Spinnvorrichtung
und/oder des Fadenabzuges aus der Offenend-Spinnvorrichtung
gesteuert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Ver
lauf der Rotordrehzahl in Abhängigkeit vom Beschleunigungsver
halten einer den Faden aufwickelnden Spule gesteuert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der
Verlauf der Rotordrehzahl in Abhängigkeit vom zu verspinnenden
Material und/oder den gewünschten Eigenschaften des zu erzeu
genden Fadens gesteuert wird.
7. Verfahren zur Herstellung eines Fadens in einer Offenend-Spinnvor
richtung, bei welchem ein Spinnrotor für das Anspinnen auf eine
niedrige Anspinndrehzahl gebracht und der Faden nach dem An
spinnen mit einer im Vergleich zur Anspinndrehzahl höheren Be
triebsdrehzahl des Spinnrotors produziert wird, wobei die Rotordreh
zahl durch Steuerung von einer längs einer Vielzahl gleichartiger
Spinnstellen verfahrbaren Wartungseinrichtung aus beeinflusst wird
und der Faden durch Zufuhr von Fasern bei dieser niedrigen An
spinndrehzahl angesponnen und anschließend aus dem Spinnrotor
abgezogen wird, während der Spinnrotor auf seine Betriebsdrehzahl
hochläuft, dadurch gekennzeichnet, dass von der Wartungsein
richtung aus eine dem Spinnrotor zugestellte Antriebsübertra
gungsvorrichtung außer Wirkung gebracht und der Spinnrotor mit
einer in der Spinnstelle befindlichen Antriebsvorrichtung antriebs
mäßig verbunden wird, durch welche er mit einer gegenüber der
Betriebsdrehzahl reduzierten Anspinndrehzahl angetrieben wird,
dass sodann der Anspinnvorgang durchgeführt und die An
triebsübertragungsvorrichtung nach Durchführung des Anspinnvor
ganges dem Spinnrotor wieder zugestellt und derartig angetrieben
wird, dass der Spinnrotor auf seine Betriebsdrehzahl gebracht und
sodann mit dieser Betriebsdrehzahl angetrieben wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 oder
nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl des
Spinnrotors während des Anspinnens im wesentlichen auf einer
konstanten Anspinndrehzahl gehalten wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 und 8
oder nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die
Antriebsübertragungsvorrichtung statt dem Spinnrotor einem mit
diesem in antriebsmäßiger Verbindung stehenden Element zuge
stellt wird.
10. Vorrichtung zur Herstellung eines Fadens in einer Offenend-Spinn
vorrichtung, welche einen drehbar gelagerten Spinnrotor aufweist,
mit einer längs einer Vielzahl gleichartiger Offenend-Spinnvorrichtungen
verfahrbaren Wartungseinrichtung, welche eine Anspinnvor
richtung sowie eine Steuervorrichtung zum Beeinflussen der gegen
über einer vorgegebenen Betriebsdrehzahl reduzierten Anspinn
drehzahl des Spinnrotors aufweist, zur Durchführung des Verfah
rens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, dass mit der Steuervorrichtung (5) eine An
triebsübertragungsvorrichtung (7, 70) in Verbindung steht, welche
durch die Wartungseinrichtung (2) in und außer antriebsmäßigen
Eingriff mit dem Spinnrotor (30) bringbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der
Antriebsübertragungsvorrichtung (70) eine durch die Steuervorrich
tung (5) steuerbare Antriebsvorrichtung (20) zugeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die
der Antriebsübertragungsvorrichtung (70) zugeordnete Antriebsvor
richtung (20) als Teil der auf der Wartungseinrichtung (2) gelagerten
Anspinnvorrichtung (9) ausgebildet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
dass die auf der Wartungseinrichtung (2) angeordnete Anspinnein
richtung (9) ein Stellelement (71) aufweist, welches der An
triebsübertragungsvorrichtung (70) zustellbar ist, um diese aus einer
Ruheposition in eine Übertragungsposition zu bringen, in welcher sie
den Antrieb von einer von der Wartungseinrichtung (2) unabhängi
gen Antriebsvorrichtung (12) auf den Spinnrotor (30) überträgt.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsübertragungsvorrichtung
(7, 70) statt mit dem Spinnrotor (30) mit einem mit dem Spinnrotor
(30) in antriebsmäßiger Verbindung stehenden Antriebs- oder La
gerelement (32) in antriebsmäßigen Eingriff bringbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, in welcher der Spinnrotor mit Hilfe
eines Rotorschaftes im Zwickel von Stützscheiben gelagert ist, da
durch gekennzeichnet, dass die Antriebsübertragungsvorrichtung (7,
70) ein Antriebsübertragungsrad (200) aufweist, das in Eingriff mit
einer der Stützscheiben (32) bringbar ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das
Antriebsübertragungsrad (200) mit seiner Außenumfangsfläche zur
Anlage an die Außenumfangsfläche der Stützscheibe (32) bringbar
ist.
17. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (5) derart pro
grammierbar ist, dass der Spinnrotor (30) während des Anspinnens
mit einer an vorgegebene Spinnbedingungen angepassten kon
stanten Anspinndrehzahl antreibbar ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die
Steuervorrichtung (5) zur Steuerung der Beschleunigung des Spinn
rotors (30) mit den Antrieben einer Speisevorrichtung (14) zur Zufuhr
von Fasern zur Offenend-Spinnvorrichtung (3) und/oder einer Ab
zugsvorrichtung (110) für den angesponnenen Faden (F) steuermä
ßig in Verbindung steht.
19. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die
Steuervorrichtung (5) derart programmierbar ist, dass der Spinnrotor
(30) bis zum Erreichen der vorgegebenen Anspinndrehzahl mit einer
hohen Beschleunigung antreibbar ist, während er nach erfolgtem
Anspinnen aus der Anspinndrehzahl bis zum Erreichen der Betriebs
drehzahl in Anpassung an die Beschleunigung der Speisevorrich
tung (14) und/oder der Abzugsvorrichtung (110) beschleunigbar ist.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (5) mit einer
eine Referenzgröße für die Rotordrehzahl liefernden Vorrichtung
(110, 14) steuermäßig in Verbindung steht.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die
die Referenzgröße liefernde Vorrichtung durch eine Spule (110) ge
bildet wird, der eine Vorrichtung (61) zum Ermitteln ihres Füllzu
standes zugeordnet ist, welche mit der Steuervorrichtung (5) in
steuermäßiger Verbindung steht.
22. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, dass der Drehzahlverlauf des Spinnrotors
(30) mittels der Steuervorrichtung (5) in Abhängigkeit vom zu ver
spinnenden Material und/oder von den gewünschten Eigenschaften
des zu erzeugenden Fadens (F) programmierbar ist.
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