DE10105184A1 - Verfahren zum automatischen Einstellen eines digitalen Equalizers und Wiedergabeeinrichtung für Audiosignale zur Realisierung eines solchen Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum automatischen Einstellen eines digitalen Equalizers und Wiedergabeeinrichtung für Audiosignale zur Realisierung eines solchen VerfahrensInfo
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Abstract
Es wird ein Verfahren zum automatischen Einstellen der Filterparameter - Mittenfrequenz, Güte und Verstärkung bzw. Dämpfung - mindestens eines digitalen Equalizers (6, 7) vorgeschlagen, der Bestandteil einer Wiedergabeeinrichtung (1) für Audiosignale in einem Fahrzeuginnenraum ist. DOLLAR A Dazu wird zunächst der akustische Frequenzgang des Fahrzeuginnenraums ermittelt. Dann werden die Unzulänglichkeiten der Akustik des Fahrzeuginnenraums in Form von lokalen Maxima und Minima im gemessenen Frequenzgang bestimmt. Auf dieser Grundlage werden die Filterparameter automatisch so eingestellt, dass zumindest ein Teil dieser Unzulänglichkeiten kompensiert wird. Es wird ferner eine Wiedergabeeinrichtung für Audiosignale zur Realisierung dieses Verfahrens vorgeschlagen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum automatischen Einstellen der Filterpara
meter - Mittenfrequenz, Güte und Verstärkung bzw. Dämpfung - mindestens eines
digitalen Equalizers, der Bestandteil einer Wiedergabeeinrichtung für Audiosignale
in einem Fahrzeuginnenraum ist. Desweiteren betrifft die Erfindung eine Wieder
gabeeinrichtung für Audiosignale zur Realisierung eines solchen Verfahrens, mit
einer Lautsprechereinrichtung und mit einem Audioprozessor, der mindestens
einen digitalen Equalizer umfasst, im Signalpfad zwischen mindestens einer
Signalquelle und der Lautsprechereinrichtung angeordnet ist und über einen
Steuerbus mit einem Steuerprozessor verbunden ist.
Die Erfindung geht von den aus der Praxis bekannten Autoradiogeräten aus, die
auf der sogenannten 2-IC-Technologie basieren. Bei diesen Autoradiogeräten sind
zwei oder drei frei programmierbare Audiofilter in den Signalpfad integriert. Diese
Digitalen Parametrischen Equalizer (DPE) stehen dem Benutzer zur Verfügung,
um Unzulänglichkeiten der Akustik im Fahrzeuginnenraum zu kompensieren. Der
Benutzer kann jedes Filter in Mittenfrequenz, Güte, d. h. Filterbreite, und Verstär
kung bzw. Dämpfung variieren, um Überhöhungen und sogenannte Löcher im
akustischen Frequenzgang des Fahrzeuginnenraums auszugleichen.
Dies erweist sich in der Praxis allerdings als problematisch, da der Benutzer die
Akustik seines Fahrzeugs für eine optimale Einstellung der Equalizer sehr gut
kennen muss und die Ermittlung des akustischen Frequenzgangs ohne messtech
nische Hilfe, allein durch Hören sehr schwierig ist. Die Bedienungsanleitung der
bekannten Autoradiogeräte kann nur sehr eingeschränkt Hilfestellungen für die
bestmögliche Einstellung der Equalizer geben, da hier keinesfalls alle Fahrzeugtypen
und schon gar nicht die Vielzahl der individuellen Ausstattungsvarianten sowie
Lautsprecher- und Verstärkerkonfigurationen berücksichtigt werden können.
Desweiteren sind Autoradiogeräte mit einem in den Signalpfad integrierten
Audiomodul bekannt, auf dem mit Hilfe eines digitalen Signalprozessors ein grafi
scher Equalizer realisiert ist. Die sieben bzw. neun Bänder eines solchen grafi
schen Equalizers sind in ihrer Mittenfrequenz und Güte fix und nur in ihrer Ver
stärkung veränderbar. Das separate Audiomodul dieser Autoradiogeräte ermög
licht ein automatisches Einmessen des grafischen Equalizers. Dazu wird die Aku
stik im Fahrzeuginnenraum mit Hilfe eines Mikrofons gemessen, das über einen
A/D-Wandler an das Audiomodul angeschlossen ist. Mit Hilfe einer speziellen
Software wird der grafische Equalizer anschließend so eingestellt, dass die Unzu
länglichkeiten der Akustik bestmöglich ausgeglichen werden.
Die Verwendung eines grafischen Equalizers zur Kompensation der Unzulänglich
keiten in der Akustik eines Fahrzeuginnenraums erweist sich in der Praxis als pro
blematisch. Wie bereits erwähnt, sind die Mittenfrequenzen der Equalizerbänder
eines grafischen Equalizers fix. Sie liegen in der Regel in einem Abstand von mi
nimal einer Oktave bei neun Bändern. Schmale Resonanzüberhöhungen im aku
stischen Frequenzgang des Fahrzeuginnenraums, die zwischen den Equalizer
bändern liegen, können so nicht optimal kompensiert werden. Außerdem ist das
zusätzliche Audiomodul mit dem digitalen Signalprozessor zur Realisierung des
grafischen Equalizers und zum Einmessen dieses Equalizers relativ kosteninten
siv.
Mit der vorliegenden Erfindung wird nun vorgeschlagen, die Filterparameter -
Mittenfrequenz, Güte und Verstärkung bzw. Dämpfung - des bzw. der digitalen
Equalizer automatisch einzustellen, um dem Benutzer die schwierige Aufgabe der
Anpassung des bzw. der digitalen Equalizer an die spezielle Akustik seines Fahr
zeuginnenraums abzunehmen.
Dies wird erfindungsgemäß erreicht durch ein Verfahren zum automatischen Ein
stellen der Filterparameter, bei dem zunächst der akustische Frequenzgang des
Fahrzeuginnenraums ermittelt wird, dann die Unzulänglichkeiten der Akustik des
Fahrzeuginnenraums in Form von lokalen Maxima und Minima im Frequenzgang
bestimmt werden und daraufhin die Filterparameter automatisch so eingestellt
werden, dass zumindest ein Teil dieser Unzulänglichkeiten kompensiert wird.
Desweiteren wird eine Wiedergabeeinrichtung der eingangs genannten Art vorge
schlagen, die zur automatischen Einstellung des bzw. der digitalen Equalizer er
findungsgemäß einen Rauschgenerator umfasst, über den sich dem Equalizer ein
Rauschsignal zuführen lässt. Außerdem umfasst der Steuerprozessor Mittel, über
die die Filterparameter so einstellbar sind, dass der Equalizer eine Bandpass-Cha
rakteristik mit schmaler Bandbreite aufweist, wobei die Mittenfrequenz über dem
Audiospektrum variierbar ist. Zum Erfassen des von der Lautsprechereinrichtung
in den Fahrzeuginnenraum abgestrahlten Signals und zum Bestimmen des Fre
quenzgangs ist mindestens ein Mikrofon mit Auswertemitteln vorgesehen.
Schließlich umfasst der Steuerprozessor noch Mittel, über die die Filterparameter
unter Berücksichtigung des gemessenen Frequenzgangs einstellbar sind.
Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass eine automatische Einstellung der Fil
terparameter der digitalen Equalizer einer Wiedergabeeinrichtung für Audiosignale
in einem Fahrzeuginnenraum sinnvoll ist, da bei der Optimierung der Filterpara
meter die individuellen akustischen Eigenschaften des benutzerspezifisch ausge
stalteten und ausgestatteten Fahrzeuginnenraums berücksichtigt werden müssen
und diese am besten messtechnisch erfasst werden können. Durch Variation nicht
nur der Verstärkung bzw. Dämpfung der Equalizer sondern auch der Mittenfre
quenzen und Güten kann eine sehr gute Kompensation der Unzulänglichkeiten in
der Akustik des Fahrzeuginnenraums unabhängig von der Lage und Breite der
Überhöhungen und Löcher im gemessenen Frequenzgang erzielt werden.
Desweiteren ist erfindungsgemäß erkannt worden, dass die einzumessenden
Equalizer aufgrund ihrer Programmierbarkeit zunächst zur Bestimmung des aku
stischen Frequenzgangs des Fahrzeuginnenraums verwendet werden können,
bevor die Filterparameter zur Kompensation der Unzulänglichkeiten im gemessenen
Frequenzgang eingestellt werden. Ferner ist erkannt worden, dass die Opti
mierung der Filterparameter mit Hilfe einer entsprechenden Zusatzsoftware vom
ohnehin vorhandenen Steuerprozessor des Autoradiogeräts vorgenommen wer
den kann. Insgesamt ist also im Rahmen der Erfindung kein zusätzliches Audio
modul mit digitalem Signalprozessor erforderlich, sondern lediglich eine Mikrofon-
Verstärkungs- und Gleichrichtungsschaltung, die an den im Steuerprozessor vor
handenen A/D-Wandler angekoppelt wird. Dadurch ist für die erfindungsgemäß
vorgeschlagene automatische Einstellung der Filterparameter lediglich ein sehr
geringer Mehraufwand an Hardware und Software und damit an Kosten erforder
lich.
Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Ermittlung des akusti
schen Frequenzgangs des Fahrzeuginnenraums im Rahmen des erfindungsge
mäßen Verfahrens. In einer vorteilhaften Variante wird die Lautsprechereinrich
tung der Wiedergabeeinrichtung nacheinander von Bandpass-Rauschsignalen mit
unterschiedlichen Mittenfrequenzen angesteuert. Die jeweils in Form eines Band
pass-Rauschsignals eingestellten Frequenzbänder decken das gesamte Audio
spektrum ab. Der zu ermittelnde Frequenzgang wird nun in Form von Frequenz
messpunkten für die einzelnen Frequenzbänder ermittelt. Als Frequenzmesspunkt
für ein bestimmtes Frequenzband kann einfach der Schallpegel des Signals be
stimmt werden, das in diesem Fall von der Lautsprechereinrichtung in den Fahr
zeuginnenraum abgestrahlt wird.
Im Hinblick auf eine Minimierung des Hardware- und Software-Aufwands erweist
es sich als vorteilhaft, die Bandpass-Rauschsignale zur Ermittlung des akusti
schen Frequenzgangs des Fahrzeuginnenraums mit Hilfe des einzustellenden
Equalizers selbst zu erzeugen. Da dieser sowohl in seiner Mittenfrequenz als auch
in seiner Güte frei programmierbar ist, können die Filterparameter so eingestellt
werden, dass sich für den Equalizer eine Bandpass-Charakteristik mit schmaler
Bandbreite bei vorgegebener Mittenfrequenz ergibt. Der Equalizer erzeugt dann
aus einem ihm zugeführten Rauschsignal das gewünschte Bandpass-Rausch
signal bzw. eine Abfolge von Bandpass-Rauschsignalen, die das gesamte Audio
spektrum abdecken.
Auch für das automatische Bestimmen und Einstellen der Filterparameter gibt es
im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens grundsätzlich verschiedene Mög
lichkeiten. In einer vorteilhaften Variante sind hierfür mehrere normierte Equalizer-
Musterkurven verschiedener Güte abgespeichert. Zur Bestimmung der Filterpara
meter werden nun für jede Musterkurve und jedes im gemessenen Frequenzgang
bestimmte lokale Maximum die Mittenfrequenz der Musterkurve auf das lokale
Maximum verschoben und eine Dämpfung bestimmt, indem die Musterkurve auf
die Höhe dieses lokalen Maximums skaliert wird. Der dieser skalierten Muster
kurve entsprechende Filter wird dann auf den gemessenen Frequenzgang ange
wendet, und es wird die Abweichung des daraus resultierenden Frequenzgangs
von einem Zielfrequenzgang bestimmt. Auf diese Weise werden für jede poten
tielle Mittenfrequenz des Equalizers so viele Fehlerwerte für die Abweichung vom
Zielfrequenzgang bestimmt, wie Musterkurven bzw. Güten abgespeichert sind.
Der automatischen Einstellung des Equalizers werden schließlich die Filterpara
meter - Mittenfrequenz, Dämpfung und Güte - derjenigen Musterkurve zugrunde
gelegt, für die der kleinste Fehlerwert bestimmt worden ist.
Im Hinblick auf die unterschiedliche Wahrnehmung von Resonanzen und Löchern
im Frequenzgang sowie die generelle Abhängigkeit der Wahrnehmung von der
Frequenz des Audiosignals ist es vorteilhaft, bei der Bestimmung der Abweichung
eines gefilterten Frequenzgangs vom Zielfrequenzgang eine Wichtung der Einzel
abweichungen vorzunehmen. Dabei erweist es sich als sinnvoll, positive Einzel
abweichungen stärker zu wichten, als negative Einzelabweichungen, so dass ver
bleibende Restüberhöhungen im Frequenzgang als schlechter bewertet werden,
als die psychoakustisch weitaus unkritischeren Löcher. Alternativ oder auch er
gänzend dazu können psychoakustisch kritische Frequenzbereiche stärker ge
wichtet werden, als psychoakustisch unkritische Frequenzbereiche.
Desweiteren ist es von Vorteil, wenn bei der Bestimmung der Abweichung eines
gefilterten Frequenzgangs vom Zielfrequenzgang die Höhe des lokalen Maximums
bzw. der diesem entsprechenden Resonanz berücksichtigt wird, so dass schmale,
hohe Resonanzen gegenüber breiteren, weniger hohen Resonanzen zu einem
kleineren Fehlerwert führen und daher bevorzugt eliminiert werden.
Müssen die Filterparameter von mehreren digitalen Equalizern automatisch einge
stellt werden, so ist es von Vorteil die Filterparameter der einzelnen Equalizer
nacheinander zu bestimmen, indem jeweils vor der Bestimmung der Filterpara
meter eines Equalizers der bzw. die vorher eingestellten Equalizer auf den ge
messenen Frequenzgang angewendet werden.
Wie bereits voranstehend ausführlich erörtert, gibt es verschiedene Möglichkeiten,
die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und
weiterzubilden. Dazu wird einerseits auf die den Patentansprüchen 1 und 10
nachgeordneten Patentansprüche und andererseits auf die nachfolgende Be
schreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung ver
wiesen.
Die einzige Figur zeigt das Blockschaltbild einer Wiedergabeeinrichtung für Audio
signale zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Die in der einzigen Figur dargestellte Wiedergabeeinrichtung 1 dient der Wieder
gabe von Audiosignalen in einem Fahrzeuginnenraum, wobei die Audiosignale
von unterschiedlichen Audioquellen 2, 3, wie z. B. Radio, CD, CC, etc., generiert
werden können. Die Wiedergabeeinrichtung 1 umfasst eine Lautsprechereinrich
tung 4 und einen im Signalpfad zwischen den Audioquellen 2, 3 und der Lautspre
chereinrichtung 4 angeordneten Audioprozessor 5 mit zwei frei einstellbaren digi
talen Equalizern 6, 7, über die die Signale der unterschiedlichen Audioquellen 2, 3
der Lautsprechereinrichtung 4 zugeführt werden. Selbstverständlich können hier
auch mehr als zwei Equalizer vorgesehen sein. Zur Einstellung der Filterparame
ter - Mittenfrequenz, Güte und Verstärkung bzw. Dämpfung - sendet ein Steuerprozessor
8 über einen Steuerbus 9 geeignete Filterparameter an den Audiopro
zessor 5.
Zum Bestimmen des Frequenzgangs des Fahrzeuginnenraums umfasst die Wie
dergabeeinrichtung 1 ferner einen Rauschgenerator 10, über den den Equalizern
6, 7 ein Rauschsignal zugeführt werden kann. Der Rauschgenerator 10 ist hier als
Zusatzsoftware im Audioprozessor 5 implementiert und kann bei Bedarf über den
Steuerprozessor 8 gestartet werden. Alternativ könnte das Rauschsignal auch von
einer externen Rauschquelle als zusätzlicher Audioquelle erzeugt werden, z. B. mit
Hilfe einer entsprechenden CD oder eines geeignet eingestellten Tuners.
Desweiteren umfasst der Steuerprozessor 8 Mittel, über die die Filterparameter so
eingestellt werden können, dass die Equalizer 6, 7 eine Bandpass-Charakteristik
mit schmaler Bandbreite, d. h. mit einer Güte der Größenordnung 8, aufweisen,
wobei die Mittenfrequenz über dem Audiospektrum variierbar ist. Auf diese Weise
kann die Lautsprechereinrichtung 4 mit Hilfe des Rauschgenerators 10 und über
die Equalizer 6, 7 mit einem Bandpass-Rauschsignal angesteuert werden.
Wenn das Einmessen der Equalizer 6, 7 beispielsweise durch Tastendruck ge
startet worden ist, variiert der Steuerprozessor 8 die Filterparameter in definierter
zeitlicher Abfolge so, dass die Mittenfrequenz des Bandpassfilters z. B. im Terzab
stand von der höchsten bis zur tiefsten einzustellenden Frequenz abnimmt. Die
Signale, die dann jeweils über die Lautsprechereinrichtung 4 in den Fahrzeugin
nenraum abgestrahlt werden, werden mit Hilfe eines Mikrofons 11 erfasst und mit
geeigneten Auswertemitteln 12 zur Bestimmung des Frequenzgangs des Fahr
zeuginnenraums ausgewertet. Dazu werden die vom Mikrofon 11 erfassten
Signale in einer Operationsverstärkerschaltung verstärkt, logarithmiert und gleich
gerichtet, so dass am Ausgang dieser Schaltung eine Gleichspannung anliegt. Die
Größe dieser Gleichspannung ist proportional zum Schallpegel bzw. Schalldruck
im Fahrzeuginnenraum für das Frequenzband, das durch das jeweilige Bandpass-
Rauschsignal eingestellt ist. Durch das Durchstimmen der Equalizer 6, 7 wird der
Schallpegel für das gesamte Audiospektrum detektiert
Die den Schallpegel repräsentierende Gleichspannung wird von einem A/D-
Wandler 13 des Steuerprozessors 8 abgetastet, so dass dem Steuerprozessor 8
nach dem Durchstimmen aller zu messenden Frequenzen bzw. Frequenzbänder
mit den entsprechenden Spannungswerten ein genaues Abbild des akustischen
Frequenzgangs des Fahrzeuginnenraums vorliegt. Als Frequenzgang wird hier
ausschließlich der Betragsfrequenzgang bzw. Amplitudengang bezeichnete und
nicht der Phasengang.
Der Steuerprozessor 8 ermittelt nun die Unzulänglichkeiten, d. h. die Resonanzen
und Löcher, der Akustik des Fahrzeuginnenraums in Form von lokalen Maxima
und Minima im gemessenen Frequenzgang und bestimmt die Filterparameter,
Mittenfrequenz, Verstärkung und Güte, der Equalizer 6, 7 so, dass diese Unzu
länglichkeiten möglichst gut kompensiert werden.
Der gesamte Zusatzaufwand gegenüber einem Autoradiogerät, dessen Equalizer
nicht automatisch einstellbar sind, besteht in einer Zusatzhardware 10 bzw. Zu
satzsoftware zum Generieren eines Rauschsignals, einer Zusatzsoftware im
Steuerprozessor 8, die die Ablaufsteuerung des Einmessvorgangs sowie die Er
mittlung der besten Filterparametereinstellung übernimmt, und einer Zusatzhard
ware 12 für die Verstärkung, Logarithmierung und Gleichrichtung des Mikrofon
signals.
Zum Ermitteln der bestmöglichen Einstellung der Filterparameter sind im Audio
prozessor 5 normierte Equalizer-Musterkurven mit unterschiedlicher Güte abge
speichert.
In einer vorteilhaften Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens werden zu
nächst die Resonanzen, d. h. die lokalen Maxima, im gemessenen und um den
Frequenzgang des Mikrofons bereinigten Frequenzgang bestimmt. Für jede Mu
sterkurve und jedes dieser lokalen Maxima werden dann folgende Arbeitsschritte
durchgeführt:
- - Die Mittenfrequenz der Musterkurve wird auf das lokale Maximum verschoben und mit der Höhe der Resonanz, d. h. der Höhe des Maximums, skaliert. Der sich daraus ergebende Frequenzgang wird vom gemessenen Frequenzgang subtrahiert, was der Anwendung eines Filters mit den Eigenschaften der ver schobenen und skalierten Musterkurve auf den gemessenen Frequenzgang entspricht.
- - Dann wird die Abweichung des resultierenden Frequenzgangs von einem vor gegebenen Zielfrequenzgang ermittelt. Der Zielfrequenzgang ist in der Regel linear, es kann aber auch eine Anhebung oder Absenkung bestimmter Fre quenzbereiche vorgesehen sein. Die Abweichung wird durch gewichtete Sum mation der Beträge der Einzelabweichungen an den Frequenzpunkten ermittelt und ist ein Maß dafür, wie gut die Entzerrung für die einzelnen verschobenen und skalierten Musterkurven ist. Je größer der Wert der Abweichung desto schlechter ist das Equalizing. Positive Abweichungen werden gegenüber ne gativen Abweichungen doppelt gewichtet, so dass verbliebene Restüberhö hungen im Frequenzgang als schlechter bewertet werden als die psychoaku stisch weitaus unkritischeren Löcher. Denkbar ist hier auch eine unterschiedli che Gewichtung einzelner Frequenzbereiche, da Resonanzen in bestimmten Frequenzbereichen kritischer sind als in anderen. Das Ergebnis dieser ge wichteten Summation entspricht im Prinzip der "Fläche" zwischen Zielkurve und realer Kurve, wobei der Anteil oberhalb der Zielkurve doppelt bewertet wird. Für jede Musterkurve, d. h. für jede Güte, und für jedes lokale Maximum im gemessenen Frequenzgang liegt nun ein Fehlerwert vor.
- - Von diesem Fehlerwert wird noch die Höhe der jeweiligen Resonanz, d. h. des entsprechenden Maximums, subtrahiert. Dadurch werden schmalen hohen Resonanzen kleinere Fehlerwerte zugeordnet, als breiten weniger hohen Re sonanzen mit gleicher "Fehlerfläche". Erstere werden somit bevorzugt elimi niert, was unter psychoakustischen Gesichtspunkten sinnvoll ist.
Nun liegen für jede potentielle Equalizer-Mittenfrequenz jeweils so viele Fehler
werte vor, wie Musterkurven bzw. Güten abgespeichert sind. Als Filterparameter
werden nun die Parameter, Verstärkung bzw. Skalierung, Mittenfrequenz und
Güte, der verschobenen und skalierten Musterkurve gewählt, für die der kleinste
Fehlerwert bestimmt worden ist.
Der auf diese Weise für den ersten Equalizer bestimmte Frequenzgang wird auf
den gemessenen Frequenzgang aufaddiert. Dann werden dieselben Arbeits
schritte zur Ermittlung der Filterparameter des zweiten Equalizers durchgeführt,
wobei hier dann nicht der gemessene Frequenzgang des Fahrzeuginnenraums
zugrunde gelegt wird, sondern der mit dem ersten Equalizer gefilterte Frequenz
gang des Fahrzeuginnenraums.
Claims (13)
1. Verfahren zum automatischen Einstellen der Filterparameter - Mittenfre
quenz, Güte und Verstärkung bzw. Dämpfung - mindestens eines digitalen
Equalizers (6, 7), der Bestandteil einer Wiedergabeeinrichtung (1) für Audiosignale
in einem Fahrzeuginnenraum ist, dadurch gekennzeichnet,
dass zunächst der akustische Frequenzgang des Fahrzeuginnenraums ermit telt wird,
dass dann die Unzulänglichkeiten der Akustik des Fahrzeuginnenraums in Form von lokalen Maxima und Minima im gemessenen Frequenzgang be stimmt werden und
dass daraufhin die Filterparameter automatisch so eingestellt werden, dass zumindest ein Teil dieser Unzulänglichkeiten kompensiert wird.
dass zunächst der akustische Frequenzgang des Fahrzeuginnenraums ermit telt wird,
dass dann die Unzulänglichkeiten der Akustik des Fahrzeuginnenraums in Form von lokalen Maxima und Minima im gemessenen Frequenzgang be stimmt werden und
dass daraufhin die Filterparameter automatisch so eingestellt werden, dass zumindest ein Teil dieser Unzulänglichkeiten kompensiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der akustische
Frequenzgang des Fahrzeuginnenraums ermittelt wird,
indem die Lautsprechereinrichtung (4) der Wiedergabeeinrichtung (1) nachein ander von Bandpass-Rauschsignalen mit unterschiedlichen Mittenfrequenzen angesteuert wird, wobei die jeweils in Form eines Bandpass-Rauschsignals eingestellten Frequenzbänder das gesamte Audiospektrum abdecken, und
indem der Frequenzgang in Form von Frequenzmesspunkten für die einzelnen Frequenzbänder ermittelt wird, wobei als Frequenzmesspunkt für ein be stimmtes Frequenzband der Schallpegel des Signals bestimmt wird, das in diesem Fall von der Lautsprechereinrichtung (4) in den Fahrzeuginnenraum abgestrahlt wird.
indem die Lautsprechereinrichtung (4) der Wiedergabeeinrichtung (1) nachein ander von Bandpass-Rauschsignalen mit unterschiedlichen Mittenfrequenzen angesteuert wird, wobei die jeweils in Form eines Bandpass-Rauschsignals eingestellten Frequenzbänder das gesamte Audiospektrum abdecken, und
indem der Frequenzgang in Form von Frequenzmesspunkten für die einzelnen Frequenzbänder ermittelt wird, wobei als Frequenzmesspunkt für ein be stimmtes Frequenzband der Schallpegel des Signals bestimmt wird, das in diesem Fall von der Lautsprechereinrichtung (4) in den Fahrzeuginnenraum abgestrahlt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandpass-
Rauschsignale zur Ermittlung des akustischen Frequenzgangs des Fahrzeugin
nenraums mit Hilfe des Equalizers (6, 7) erzeugt werden,
indem dem Equalizer (6, 7) ein Rauschsignal zugeführt wird und
indem die Filterparameter so eingestellt werden, dass sich für den Equalizer (6, 7) eine Bandpass-Charakteristik mit schmaler Bandbreite bei vorgegebener Mittenfrequenz ergibt.
indem dem Equalizer (6, 7) ein Rauschsignal zugeführt wird und
indem die Filterparameter so eingestellt werden, dass sich für den Equalizer (6, 7) eine Bandpass-Charakteristik mit schmaler Bandbreite bei vorgegebener Mittenfrequenz ergibt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei zur automatischen
Einstellung der Filterparameter eines Equalizers (6, 7) mehrere normierte Muster
kurven verschiedener Güte abgespeichert sind, dadurch gekennzeichnet,
dass für jede Musterkurve und jedes im gemessenen Frequenzgang bestimmte lokale Maximum
die Mittenfrequenz der Musterkurve auf das lokale Maximum verschoben wird,
eine Dämpfung bestimmt wird, indem die Musterkurve auf die Höhe dieses lo kalen Maximums skaliert wird,
der dieser skalierten Musterkurve entsprechende Filter auf den gemessenen Frequenzgang angewendet wird und
die Abweichung des daraus resultierenden Frequenzgangs von einem Zielfre quenzgang bestimmt wird,
so dass für jede potentielle Mittenfrequenz des Equalizers (6, 7) so viele Fehler werte für die Abweichung vom Zielfrequenzgang vorliegen, wie Musterkurven bzw. Güten abgespeichert sind, und
dass der automatischen Einstellung des Equalizers (6, 7) die Filterparameter - Mittenfrequenz, Dämpfung und Güte - derjenigen Musterkurve zugrunde gelegt werden, die zum kleinsten Fehlerwert geführt hat.
dass für jede Musterkurve und jedes im gemessenen Frequenzgang bestimmte lokale Maximum
die Mittenfrequenz der Musterkurve auf das lokale Maximum verschoben wird,
eine Dämpfung bestimmt wird, indem die Musterkurve auf die Höhe dieses lo kalen Maximums skaliert wird,
der dieser skalierten Musterkurve entsprechende Filter auf den gemessenen Frequenzgang angewendet wird und
die Abweichung des daraus resultierenden Frequenzgangs von einem Zielfre quenzgang bestimmt wird,
so dass für jede potentielle Mittenfrequenz des Equalizers (6, 7) so viele Fehler werte für die Abweichung vom Zielfrequenzgang vorliegen, wie Musterkurven bzw. Güten abgespeichert sind, und
dass der automatischen Einstellung des Equalizers (6, 7) die Filterparameter - Mittenfrequenz, Dämpfung und Güte - derjenigen Musterkurve zugrunde gelegt werden, die zum kleinsten Fehlerwert geführt hat.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Be
stimmung der Abweichung eines gefilterten Frequenzgangs vom Zielfrequenzgang
eine Wichtung der Einzelabweichungen vorgenommen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass positive Einze
labweichungen stärker gewichtet werden als negative Einzelabweichungen.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass psycho
akustisch kritische Frequenzbereiche stärker gewichtet werden als psycho
akustisch unkritische Frequenzbereiche.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Bestimmung der Abweichung eines gefilterten Frequenzgangs vom
Zielfrequenzgang die Höhe des lokalen Maximums bzw. der diesem entsprechen
den Resonanz berücksichtigt wird, so dass schmale, hohe Resonanzen gegen
über breiteren, weniger hohen Resonanzen bevorzugt eliminiert werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, wobei die Filterparameter von
mindestens zwei digitalen Equalizern (6, 7) automatisch eingestellt werden, da
durch gekennzeichnet, dass die Filterparameter der einzelnen Equalizer (6, 7)
nacheinander bestimmt werden, indem jeweils vor der Bestimmung der Filterpa
rameter eines Equalizers (6, 7) der bzw. die vorher eingestellten Equalizer (6, 7)
auf den gemessenen Frequenzgang angewendet werden.
10. Wiedergabeeinrichtung (1) für Audiosignale zur Realisierung eines Verfah
rens nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
mit einer Lautsprechereinrichtung (4) und
mit einem Audioprozessor (5), der mindestens einen digitalen Equalizer (6, 7) umfasst, im Signalpfad zwischen mindestens einer Signalquelle (2, 3) und der Lautsprechereinrichtung (4) angeordnet ist und über einen Steuerbus (9) mit einem Steuerprozessor (8) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Rauschgenerator (10) vorgese hen ist, über den sich dem Equalizer (6, 7) ein Rauschsignal zuführen lässt,
dass der Steuerprozessor (8) Mittel umfasst, über die die Filterparameter so ein stellbar sind, dass der Equalizer (6, 7) eine Bandpass-Charakteristik mit schmaler Bandbreite aufweist, wobei die Mittenfrequenz über dem Audiospektrum variierbar ist,
dass mindestens ein Mikrofon (11) mit Auswertemitteln (12) zum Erfassen des von der Lautsprechereinrichtung (4) in den Fahrzeuginnenraum abgestrahlten Signals und zum Bestimmen des Frequenzgangs vorgesehen ist und
dass der Steuerprozessor (8) Mittel umfasst, über die die Filterparameter unter Berücksichtigung des gemessenen Frequenzgangs einstellbar sind.
mit einer Lautsprechereinrichtung (4) und
mit einem Audioprozessor (5), der mindestens einen digitalen Equalizer (6, 7) umfasst, im Signalpfad zwischen mindestens einer Signalquelle (2, 3) und der Lautsprechereinrichtung (4) angeordnet ist und über einen Steuerbus (9) mit einem Steuerprozessor (8) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Rauschgenerator (10) vorgese hen ist, über den sich dem Equalizer (6, 7) ein Rauschsignal zuführen lässt,
dass der Steuerprozessor (8) Mittel umfasst, über die die Filterparameter so ein stellbar sind, dass der Equalizer (6, 7) eine Bandpass-Charakteristik mit schmaler Bandbreite aufweist, wobei die Mittenfrequenz über dem Audiospektrum variierbar ist,
dass mindestens ein Mikrofon (11) mit Auswertemitteln (12) zum Erfassen des von der Lautsprechereinrichtung (4) in den Fahrzeuginnenraum abgestrahlten Signals und zum Bestimmen des Frequenzgangs vorgesehen ist und
dass der Steuerprozessor (8) Mittel umfasst, über die die Filterparameter unter Berücksichtigung des gemessenen Frequenzgangs einstellbar sind.
11. Wiedergabeeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
der Rauschgenerator (10) im Audioprozessor (5) implementiert ist.
12. Wiedergabeeinrichtung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
dass der Rauschgenerator in Form einer zusätzlichen externen Signalquelle reali
siert ist.
13. Wiedergabeeinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, dass die Auswertemittel (12) zum Auswerten des vom Mikrofon
(11) erfassten Signals Mittel zum Verstärken, Logarithmieren und Gleichrichten
des Signals umfassen.
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