DE10105721A1 - Abgasimpulsgeladenes Motordruckbremsverfahren mit doppeltem Hub - Google Patents
Abgasimpulsgeladenes Motordruckbremsverfahren mit doppeltem HubInfo
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Abstract
Ein Verfahren zum Kompressions- bzw. Motorbremsen wird vorgesehen, und zwar zur Anwendung bei einem Verbrennungsmotor mit einer Vielzahl von Brennkammern, die gemeinsam eine Auslaßsammelleitung verwenden, wie beispielsweise für einen 6-Zylinder-Motor. Das Verfahren weist die Schritte auf, jedes Auslaßventil in eine offene Position zu einem ersten Zeitpunkt zu bewegen, und zwar entsprechend ungefähr dem Beginn des Leistungsteils des Zyklusses der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist, und die Bewegung von jedem Auslaßventil in die offene Position zu einem zweiten Zeitpunkt entsprechend ungefähr dem Ende des Einlaßteils des Zyklusses der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist.
Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf Mo
torbremsverfahren und insbesondere auf ein Verfahren zur
Motordruckbremsung.
Motorbremsen oder Verzögerer bzw. Retarder werden verwen
det, um den Radbremsen bei der Verlangsamung von schweren
Fahrzeugen zu helfen und diese zu unterstützen, wie bei
spielsweise bei Traktoranhängern. Motorbremsen sind wün
schenswert, da sie dabei helfen, zu erleichtern, daß die
Radbremse überhitzt. Als die Fahrzeugkonstruktion und
-technologie vorangeschritten ist, sind die Lieferkapazi
täten von Traktoranhängern gestiegen, während gleichzei
tig der Rollwiderstand und der Windwiderstand abgenommen
haben. Somit gibt es eine Notwendigkeit für verbesserte
Motorbremssysteme bei heutigen Schwerfahrzeugen.
Bekannte Motordruckbremsen wandeln einen Verbrennungsmo
tor von einer Leistungserzeugungseinheit in einen Lei
stung verbrauchenden Luftkompressor um.
Das US-Patent 3,220,392, ausgegeben an Cummins am 30. No
vember 1965 offenbart ein Motorbremssystem, bei dem ein
Auslaßventil, das in einem Zylinder gelegen ist, geöffnet
wird, wenn der Kolben im Zylinder sich der oberen Tot
punktposition (TDC = top dead center = oberer Totpunkt)
im Kompressions- bzw. Verdichtungshub nähert. Eine Betä
tigungsvorrichtung weist einen Hauptkolben auf, der von
einer Nocke und einer Druckstange angetrieben wird, die
wiederum einen Hilfskolben antreibt, um das Auslaßventil
während des Motorbremsens zu öffnen. Die Bremse, die von
der Vorrichtung von Cummins unterstützt bzw. begleitet
werden kann, ist eingeschränkt, und zwar weil die Zeit
steuerung und Dauer des Öffnens des Auslaßventils von der
Geometrie der Nocke vorgegeben wird, die den Hauptkolben
antreibt, und daher können diese Parameter nicht unabhän
gig gesteuert werden.
Bei einer Anstrengung, die Bremsleistung zu maximieren,
sind Motorbremssysteme entwickelt worden, die sowohl den
Kompressions- bzw. Verdichtungshub verwenden, als auch
das, was normalerweise der Auslaßhub des Motors bei einem
4-Takt-Leistungsbetrieb wäre, um zwei Drucklöseereignisse
pro Motorzyklus zu erzeugen. Solche Systeme werden im
allgemeinen als Zwei-Zyklus-Retarder oder Zwei-Zyklus-
Motorbremsen bezeichnet und werden beispielsweise offen
bart im US-Patent 4,592,319, ausgegeben an Meistrick am
3. Juni 1986, und im US-Patent 4,664,070, ausgegeben an
Meistrick und andere am 12. Mai 1987. Das '070-Patent von
Meistrick und anderen offenbart auch einen elektronisch
gesteuerten, hydromechanischen Überkopf bzw. Zylinderkopf,
der die Auslaß- und Einlaßventile betätigt und statt des
üblichen Kipphebelmechanismus zum Ventilbetrieb einge
setzt wird.
Ein Verfahren zur Zwei-Takt-Motorbremsung unter Verwen
dung eines (Drossel-)Klappenventils in einem Auslaßrohr
oder einer Auslaßsammelleitung in Kombination mit der
Öffnung eines Auslaßventils sowohl zu Beginn als auch am
Ende des Kompressionshubes wird offenbart im US-Patent
4,981,119, ausgegeben an Neitz u. a. am 1. Januar 1991.
Bei einer weiteren Anstrengung, die Bremsleistung zu ma
ximieren, sind Systeme entwickelt worden, die die Auslaß
ventile von jedem Zylinder während des Bremsens zumindest
für einen Teil des Abwärtshubes des assoziierten Kolbens
öffnen.
In dieser Weise wird der Druck, der aus einem ersten Zy
linder in die Auslaßsammelleitung abgelassen wird, ver
wendet, um den Druck eines zweiten Zylinders zu laden
bzw. nachzuladen. Danach wird der Druck in dem zweiten
Zylinder weiter während des Aufwärtshubes des assoziier
ten Kolbens gesteigert, so daß die Verzögerungskräfte in
ähnlicher Weise vergrößert werden. Dieser Betriebszustand
wird "Rückfüllung" genannt, und Systeme, die dieses Be
triebsverfahren einsetzen, sind in dem '319-Patent von
Meistrick und im US-Patent 4,741,307 offenbart, das an
Meneely am 3. Mai 1988 ausgegeben wurde.
Das US-Patent 5,526,784, ausgegeben an Hakkenberg und an
dere am 18. Juni 1996 und der Anmelderin der vorliegenden
Erfindung zu eigen, offenbart ein System und ein Verfah
ren zur Kompressions- bzw. Motorbremsung eines Mehrzylin
dermotors, das eine simultane Öffnung von allen Auslaß
ventilen des Motors verwendet. Das System und Verfahren
von Hakkenberg und anderen im '784-Patent, wenn es bei
einem Mehrzylindermotor eingesetzt wird, wie beispiels
weise bei einem 6-Zylinder-Motor, sieht höhere Zylinder
drücke in den Zylindern noch in früheren Stufen eines
Kompressionshubes vor, wenn die Auslaßventile geöffnet
werden, wodurch gestattet wird, daß der Zylinderdruck
sich aufbaut und die Bremsfunktion verbessert bzw. stei
gert.
Das US-Patent 5,724,939, ausgegeben an Faletti und andere
am 10. März 1998 und der Anmelderin der vorliegenden Er
findung zu eigen, offenbart 2-Takt- und 4-Takt-Verfahren
zur Kompressions- bzw. Motorbremsung für einen Verbren
nungsmotor. Gemäß des bei Faletti und anderen im '939-
Patent offenbarten Verfahrens, werden Auslaßventile in
den Zylindern geöffnet, wobei die assoziierten Kolben na
he dem oberen Totpunkt sind, und es werden im wesentli
chen Simultanauslaßventile in Zylindern geöffnet, in de
nen die assoziierten Kolben nominell über dem unteren
Totpunkt (BDC = bottom dead center = unterer Totpunkt)
liegen. Dies bietet eine vorteilhafte Bremsleistungsstei
gerung aufgrund der Rückfüllung der Zylinder, in denen
die assoziierten Kolben nominell über dem unteren Tot
punkt hinaus sind.
Die Anmelderin hat entdeckt, daß ein wünschenswertes Ver
fahren zur Rückfüllung eines Motorbremssystems die Öff
nung von jedem Auslaßventil in jedem Zylinder zu einem
ersten Zeitpunkt ist, und zwar ungefähr zum Beginn des
Leistungshubes, und zu einem zweiten Zeitpunkt ungefähr
am Ende des Einlaßhubes. Dieses Verfahren bietet zusätz
liche Bremsleistung, was aus der Rückfüllung von jedem
Zylinder resultiert, und Simulationen zeigen an, daß eine
Steigerung der Bremsleistung von ungefähr 20% von dem
Verfahren der vorliegenden Erfindung im Vergleich zu der
Abbremsung ohne Rückfüllung vorgesehen wird.
Gemäß eines Aspektes der vorliegenden Erfindung ist ein
Verfahren zur Kompressions- bzw. Motorbremsung zur Anwen
dung bei einem Verbrennungsmotor vorgesehen, der eine
Vielzahl von Brennkammern hat. Jede Brennkammer arbeitet
in einem Zyklus, der Einlaß-, Kompressions- bzw. Verdich
tungs-, Leistungs- und Auslaßhübe aufweist, und jede
Brennkammer ist in Flußverbindung mit einem Auslaßventil,
das zwischen einer offenen Position und einer geschlosse
nen Position bewegbar ist, um selektiv jede Brennkammer
in Flußverbindung mit einer gemeinsamen Auslaßsammellei
tung zu setzen. Das Verfahren weist die Schritte auf, je
des Auslaßventil in die offene Position bei einem ersten
Zeitpunkt entsprechend ungefähr dem Beginn des Leistungs
teils des Zyklus der Brennkammer zu bewegen, die mit
dem Auslaßventil assoziiert ist, und das Auslaßventil in
die offene Position zu einem zweiten Zeitpunkt entspre
chend ungefähr dem Ende des Einlaßteils des Zyklus der
Brennkammer zu bewegen, die mit dem Auslaßventil assozi
iert ist.
Gemäß eines weiteren Aspektes der vorliegenden Erfindung
weist jeder Teil des Zyklus des Verbrennungsmotors
180 Grad Kurbelwellenwinkeldrehung auf, und der Schritt der
Bewegung von jedem Auslaßventil in die offene Position
zum ersten Zeitpunkt weist einen Schritt des Offenhaltens
des Auslaßventils ungefähr vom Beginn des Leistungsteils
des Zyklus der Brennkammer auf, die mit dem Auslaßven
til assoziiert ist, und zwar bis zu einem Kurbelwinkel
von ungefähr 80 Grad nach dem Beginn des Leistungsteils
des Zyklus der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil
assoziiert ist.
Gemäß noch eines weiteren Aspektes der vorliegenden Er
findung weist der Schritt der Bewegung von jedem Auslaß
ventil in die offene Position zum zweiten Zeitpunkt einen
Schritt des Offenhaltens des Auslaßventils auf, und zwar
von einem Kurbelwinkel von ungefähr 120 Grad nach dem Be
ginn des Einlaßteils des Zyklus der Brennkammer, die
mit dem Auslaßventil assoziiert ist, und zwar bis zu ei
nem Kurbelwinkel von ungefähr 30 Grad nach dem Beginn des
Kompressions- bzw. Verdichtungsteils des Zyklus der
Brennkammer, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist.
Andere Merkmale und Vorteile wohnen dem beanspruchten und
offenbarten Verfahren inne oder werden dem Fachmann aus
der folgenden detaillierten Beschreibung in Verbindung
mit den beigefügten Zeichnungen offensichtlich.
Fig. 1 ist ein Blockdiagramm eines Auslaßventilbetäti
gungssystems, das das Verfahren der vorliegen
den Erfindung ausführen kann;
Fig. 2 ist eine diagrammartige Teilschnittansicht des
Ventilbetätigungssystems der Fig. 1, die die
Auslaßventile in einer geschlossen Position
zeigt;
Fig. 3 ist eine Ansicht ähnlich der Fig. 2, die die
Auslaßventile in einer offenen Position zeigt;
Fig. 4 ist eine übertriebene, vergrößerte Detailan
sicht, die von 4-4 in Fig. 3 umgeben wird;
Fig. 5 ist ein Blockdiagramm eines Auslaßventilbetäti
gungssystems zur Anwendung bei einem 6-
Zylinder-Motor, das das Verfahren der vorlie
genden Erfindung ausführen kann;
Fig. 6 ist eine Tabelle, die den Zeitpunkt der Auslaß
ventilöffnung für jeden Zylinder des Systems
der Fig. 5 während des Bremsbetriebszustandes
gemäß des Verfahrens der vorliegenden Erfindung
zeigt; und
Fig. 7 ist eine Kurvendarstellung, die Simulationser
gebnisse abbildet, die den Bremsbetriebszustand
gemäß der vorliegenden Erfindung veranschau
licht und den Brennkammerdruck, die Brennkam
mertemperatur, die Ventilereignisse und den
Auslaßanschlußdruck als eine Funktion des Kur
belwinkels zeigt. Eine Brennstoff- bzw. Brenn
stoffversorgungskurvendarstellung wird von der
durchgezogenen Linie angezeigt, eine Auslaß
rückfüllung wird von dem unterbrochenen Linien
symbol angezeigt, und die Grundlinie wird von
dem Symbol mit gestrichelter Linie abgezeigt.
Die vorliegende Erfindung wird nun mit Bezugnahme auf die
Fig. 1 bis 5 beschrieben, die eine Vorrichtung zeigen,
die das Verfahren der vorliegenden Erfindung ausführen
kann, das ein Auslaßventilbetätigungssystem 10A aufweist,
das mit einem Zylinder 11A eines 6-Zylinder-4-Takt-
Verbrennungsmotors 12 assoziiert ist. Zur Verdeutlichung
ist nur das Ventilbetätigungssystem 10A in den Fig. 1
bis 3 gezeigt, das mit dem Zylinder 11A assoziiert ist,
da die Komponenten und ihr Betrieb identisch mit jenen
der Ventilbetätigungssysteme 10B, 100, 10D, 10B und 10F
sind, die jeweils mit den Zylindern 11B, 11C, 11D, 11E
und 11F assoziiert sind. Der Motor 12 hat einen Zylinder
kopf 14 und eines oder mehrere Motorauslaßventil(e) 16,
das (die) mit jedem Zylinder assoziiert ist (sind) und
hin und her beweglich innerhalb des Zylinderkopfes 14 an
geordnet sind. Die Auslaßventile 16 sind in den Fig. 2
und 3 nur teilweise gezeigt und sind bewegbar zwischen
einer ersten oder geschlossenen Position, wie in Fig. 2
gezeigt, und einer zweiten oder offenen Position, wie in
Fig. 3 gezeigt. Die Ventile 16 sind zu der ersten Posi
tion hin durch irgendwelche geeigneten Mittel vorge
spannt, wie beispielsweise durch Schraubendruckfedern 18.
Jedes Ventil 16 bringt einen assoziierten Motorzylinder
11A, 11B, 11C, 11D, 11E oder 11F wenn es offen ist in
Strömungsmittelverbindung mit einer gemeinsamen Auslaß
sammelleitung 13 über einen Auslaßanschluß 15.
Ein Betätigungsvorrichtungskopf 20 besitzt eine sich
axial dort hindurch erstreckende Bohrung 22 von variie
renden Durchmessern. Zusätzlich hat der Betätigungsvor
richtungskopf 20 einen Druckleitungs- bzw. Schienendurch
laß (rail passage) 24A darin, der selektiv in Strömungs
mittelverbindung entweder mit einer Niederdruckströmungs
mittelquelle 26 oder einer Hochdruckströmungsmittelquelle
28 gesetzt werden kann, die beide in Fig. 1 gezeigt
sind. Der Druck des Strömungsmittels von der Hochdruck
strömungsmittelquelle 26 ist größer als 1.500 psi und
insbesondere vorzugsweise größer als 3.000 psi. Der Druck
des Strömungsmittels von der Niederdruckströmungsmittel
quelle ist vorzugsweise geringer als 400 psi und insbe
sondere vorzugsweise weniger als 200 psi.
Ein zylindrischer Körper 30 (Fig. 2) ist dichtend inner
halb der Bohrung 22 durch eine Vielzahl von O-Ringen (32)
eingepaßt und hat eine sich axial erstreckende Bohrung
36.
Ein Brückenglied 46 ist innerhalb einer Ausnehmung (48)
im Betätigungsvorrichtungskopf 20 benachbart zum Körper
30 angeordnet. Die Brücke 46 hat eine Bohrung 50 von vor
bestimmter Länge, die koaxial mit der Bohrung 36 im Kör
per 30 ausgerichtet ist.
Ein Stößel 54 weist eine Stößeloberfläche 58 auf und
weist einen Endteil 60 auf, der innerhalb der Bohrung 50
der Brücke 46 befestigt bzw. gesichert ist. Ein zweites
Ende 62 des Stößels 54 ist gleitend innerhalb der Bohrung
36 des Körpers 30 angeordnet. Das zweite Ende 62 des Stö
ssels 54 hat eine Kegelstumpfform 64, die von der Stöße
loberfläche 58 in einem vorbestimmten Winkel divergiert
bzw. abweicht, der genauer in Fig. 4 zu sehen ist. Der
Stössel 54 kann integral mit der Brücke 46 ausgeformt
sein oder getrennt mit ihr verbunden sein, wie beispiels
weise durch Preßpassung. Der Stößel 54 ist betriebsmäßig
mit den Ventilen 16 assoziiert und ist bewegbar zwischen
einer ersten Position und einer zweiten Position. Die Be
wegung des Stössels 54 zur zweiten Position hin bewegt
die Ventile 16 in die offene Position. Es sei bemerkt,
daß der Stössel 54 verwendet werden kann, um direkt die
Auslaßventile 16 ohne Verwendung einer Brücke 46 zu betä
tigen. In dieser Weise würde der Stößel 54 integral mit
den Auslaßventilen 16 ausgeformt sein oder getrennt be
nachbart zu diesen positioniert sein, so daß die Ventile
16 in Eingriff kommen, wenn der Stößel 54 in die zweite
Position bewegt wird.
Mittel 68 zur Übermittlung des Niederdruckströmungsmit
tels in die Drücke 46 sind vorgesehen. Die Verbindungs
mittel 68 weisen ein Paar von Zumeßöffnungen 69 auf, die
innerhalb der Brücke 46 angeordnet sind, und ein Paar von
Verbindungsdurchlässen 70, die sich durch die Zumeßöff
nungen 69 und die Brücke 46 und in den Stößel 54 erstrec
ken. Eine Längsbohrung 74 erstreckt sich durch einen Teil
des Stößels 54 und ist in Strömungsmittelverbindung mit
den Verbindungsdurchlässen 70 innerhalb der Brücke 46.
Eine Zumeßöffnung 80 erstreckt sich nach außen von der
Längsbohrung 74. Eine Querbohrung 84 erstreckt sich durch
den Körper 30 an einem unteren Ende 90. Die Querbohrung
84 ist mit einem unteren ringförmigen Hohlraum 94 verbun
den, der zwischen dem Körper 30 und dem Betätigungsvor
richtungskopf 20 definiert ist. Der untere ringförmige
Hohlraum 94 ist in Verbindung mit der Niederdruckströ
mungsmittelquelle 26 durch einen Durchlaß 96A im Betäti
gungsvorrichtungskopf 20. Wie genauer unten besprochen,
hat die Querbohrung 84 eine vorbestimmte Position relativ
zur Zumeßöffnung 80, so daß die Zumeßöffnung 80 in Strö
mungsmittelverbindung mit der Niederdruckströmungsmittel
quelle 26 ist, und zwar durch den Durchlaß 96A, wenn der
Stößel 54 beginnt, sich von der ersten Position in die
zweite Position zu bewegen.
Ein Paar von hydraulischen Stoß- bzw. Schlageinstellvor
richtungen 100, 102 ist innerhalb eines Paares von großen
Bohrungen 106 bzw. 107 in der Brücke 46 durch irgendwel
che geeigneten Mittel befestigt, wie beispielsweise durch
ein Paar von Halteringen 108, 1 : 10. Die Schlageinstellvor
richtungen 100, 102 sind in Strömungsmittelverbindung mit
den Zumeßöffnungen 69, und die Verbindungsdurchlässe 70
sind benachbart zu den Auslaßventilen 16. Es sei jedoch
bemerkt, daß die Schlageinstellvorrichtungen 100, 102 die
Zumeßöffnungen 69 haben können oder nicht, und zwar ab
hängig von der verwendeten inneren Konstruktion.
Ein Stöpsel bzw. Stecker 120 ist mit dem Betätigungsvor
richtungskopf 20 verbunden und ist dichtend in die Boh
rung 50 an einem oberen Ende 124 des Körpers 30 in ir
gendeiner geeigneten Weise eingepaßt, wie beispielsweise
durch Verschraubung oder Preßpassung und/oder durch Hal
teplatten 125, die an den Betätigungsvorrichtungskopf 20
durch Bolzen 127 gesichert sind. Ein Hohlraum 130, der
einen Teil der Bohrung 50 bildet, ist zwischen dem Stec
ker 120 und der Stößeloberfläche 58 definiert. Es sei be
merkt, daß obwohl ein Stecker 120 als in die Bohrung 50
hineingepaßt gezeigt ist, um den Stößelhohlraum 130 zu
definieren, der Zylinderkopf 14 dichtend gegen die Boh
rung 50 gepaßt sein kann. Daher würde der Stößelhohlraum
130 zwischen dem Zylinderkopf 14 und der Stößeloberfläche
58 definiert sein.
Erste Mittel 140 zur selektiven Verbindung bzw. Leitung
von Strömungsmittel von der Hochdruckströmungsmittelquel
le 28 in den Stößelhohlraum 130 ist vorgesehen, um den
Stößel 54 zur zweiten Position hin zu drücken. Die ersten
Verbindungsmittel 140 weisen Mittel 144 auf, die einen
primären Flußpfad 148 zwischen der Hochdruckströmungsmit
telquelle 28 und dem Stößelhohlraum 130 definieren, und
zwar während der Anfangsbewegung zur zweiten Position
hin. Die Mittel 144 definieren weiter einen sekundären
Flußpfad 152 zwischen der Hochdruckströmungsmittelquelle
28 und dem Stößelhohlraum 130 während der Endbewegung zur
zweiten Position hin.
Ein Steuerventil, vorzugsweise ein Kolbenventil 156A,
leitet Strömungsmittel durch den Hochdruckschienendurch
laß 24A und in die primären und sekundären Flußpfade 148,
152. Das Kolbenventil 156A ist zu einer ersten Position
P1 durch ein Paar von Schraubendruckfedern (nicht ge
zeigt) vorgespannt, und wird gegen die Kraft der (nicht
gezeigten) Federn in eine zweite Position P2 durch eine
Betätigungsvorrichtung 158A bewegt. Die Betätigungsvor
richtung 158A kann von irgendeiner geeigneten Bauart
sein; jedoch ist in diesem Ausführungsbeispiel die Betä
tigungsvorrichtung 158A ein piezoelektrischer Motor. Der
piezoelektrische Motor 158A wird durch eine Steuereinheit
159 angetrieben, die ein herkömmliches An/Aus-Spannungs
muster hat.
Der primäre Flußpfad 148 der ersten Verbindungsmittel 140
weist eine ringförmige Kammer 160 auf, die zwischen dem
Körper 30 und dem Betätigungsvorrichtungskopf 20 defi
niert ist. Ein Hauptanschluß 164 ist innerhalb des Kör
pers 30 in Strömungsmittelverbindung mit der ringförmigen
Kammer 160 definiert und hat einen vorbestimmten Durch
messer. Ein ringförmiger Hohlraum 168 ist zwischen dem
Stößel 54 und dem Körper 30 definiert und hat eine vorbe
stimmte Länge und eine vorbestimmte Position relativ zum
Hauptanschluß 164. Der ringförmige Hohlraum 168 ist in
Strömungsmittelverbindung mit dem Hauptanschluß 164 wäh
rend eines Teils der Bewegung des Stößels 54 zwischen den
ersten und zweiten Positionen. Ein Durchlaßweg 170 ist
innerhalb des Stößels 154 angeordnet und überquert teil
weise den ringförmigen Hohlraum 168 zur Strömungsmittel
verbindung damit.
Ein erstes Rückschlagventil 174 sitzt innerhalb einer
Bohrung 176 im Stößel 154 und hat eine Zumeßöffnung 178
darin in Strömungsmittelverbindung mit dem Durchlaßweg
170. Das erste Rückschlagventil 174 hat eine offene Posi
tion und eine geschlossene Position, und die Zumeßöffnung
178 hat einen vorbestimmten Durchmesser.
Ein Stop bzw. Anschlag 180 sitzt innerhalb einer anderen
Bohrung 182 in dem Stößel 54 und ist um eine vorbestimmte
Distanz vom ersten Rückschlagventil 174 angeordnet. Der
Anschlag 180 hat eine sich axial erstreckende Bohrung 184
zur strömungsmittelmäßigen Verbindung der Zumeßöffnung
178 mit dem Stößelhohlraum 130 und hat einen zurückge
nommenen Außendurchmesser. Eine Rückstellfeder 183 ist
innerhalb des ersten Rückschlagventils zwischen dem Ven
til 174 und dem Anschlag 180 angeordnet.
Der zweite Flußpfad 152 der ersten Verbindungsmittel 140
weist einen begrenzten Anschluß 190 auf, der einen klei
neren Durchmesser als den Durchmesser des Hauptanschlus
ses 164 hat. Der eingeschränkte Anschluß 190 verbindet
strömungsmittelmäßig die ringförmige Kammer 160 mit dem
ringförmigen Hohlraum 168 während eines Teils der Bewe
gung des Stößels 54 zwischen den ersten und zweiten Posi
tionen. Zweite Mittel 200 zur selektiven Leitung von
Strömungsmittel, das aus dem Stößelhohlraum 130 zur Nie
derdruckströmungsmittelquelle 26 ansprechend auf die
Schraubenfedern 18 ausgestoßen wird, sind vorgesehen, um
den Stößel 54 zur ersten Position hin zu drücken. Die
zweiten Verbindungsmittel 200 weisen Mittel 204 auf, die
einen primären Flußpfad 208 zwischen dem Stößelhohlraum
130 und der Niederdruckströmungsmittelquelle 26 während
der Anfangsbewegung von der zweiten Position zur ersten
Position hin definieren. Die Mittel 144 definieren weiter
einen sekundären Flußpfad 210 zwischen dem Stößelhohlraum
130 und der Niederdruckströmungsmittelquelle 26 während
der Endbewegung von der zweiten Position zur ersten Posi
tion hin. Das Kolbenventil 156A leitet selektiv Strö
mungsmittel durch den primären und sekundären Flußpfad
208, 210 und in die Niederdruckströmungsmittelquelle 26
durch den Schienendurchlaß 24A.
Der primäre Flußpfad 208 der zweiten Verbindungsmittel
200 weist ein zweites Rückschlagventil 214 auf, das in
nerhalb einer Bohrung 216 im Körper 30 sitzt, wobei sich
ein Teil des zweiten Rückschlagventils 214 in die ring
förmige Kammer 160 erstreckt. Das zweite Rückschlagventil
214 hat eine offene und eine geschlossene Position. Eine
kleine (nicht gezeigte) kegelförmige Rückstellfeder ist
innerhalb des zweiten Rückschlagventils 214 angeordnet.
Ein Auslaßdurchlaß 218 ist innerhalb des Körpers 30 zwi
schen dem zweiten Rückschlagventil 214 und dem Stößel 54
definiert. Der Auslaßdurchlaß 218 sieht eine Strömungs
mittelverbindung zwischen dem Stößelhohlraum 130 und der
ringförmigen Kammer 160 vor, wenn das zweite Rückschlag
ventil 214 in der offenen Position ist, und zwar während
eines Teils der Bewegung des Stößels 54 zwischen der
zweiten und der ersten Position.
Der sekundäre Flußpfad 210 der zweiten Verbindungsmittel
200 ordnet die Zumeßöffnung 178 in Strömungsmittelverbin
dung mit der Niederdruckquelle 26 an, und zwar während
eines Teils der Bewegung des Stößels 54 zwischen den
zweiten und ersten Positionen.
Erste Hydraulikmittel 230 sind vorgesehen, um die Ge
schwindigkeit des Stößels 54 zu verringern, wenn sich die
Ventile 16 der offenen Position nähern. Die ersten Hy
draulikmittel 230 begrenzen die Strömungsmittelleitung zu
dem ringförmigen Hohlraum 168 von der Hochdruckströmungs
mittelquelle 28 durch den Hauptanschluß 164 während eines
Teils der Bewegung des Stößels 54 zwischen den ersten und
zweiten Positionen und blockiert die Strömungsmittelver
bindung bzw. Strömungsmittelleitung zum ringförmigen
Hohlraum 168 von der Hochdruckströmungsmittelquelle 28
durch den Hauptanschluß 164 während eines getrennten
Teils der Bewegung des Stößels 54 zwischen den ersten und
zweiten Positionen. Zweite Hydraulikmittel 240 sind vor
gesehen, um die Geschwindigkeit des Stößels 54 zu verrin
gern, wenn sich die Ventile 16 der geschlossenen Position
nähern. Die zweiten Hydraulikmittel 240 weisen ein kegel
stumpfförmiges, zweites Ende 62 des Stößels 54 auf, um die
Strömungsmittelverbindung zu der Niederdruckströmungsmit
telquelle 26 vom Stößelhohlraum 168 durch den Auslaß
durchlaß 218 zu begrenzen, und um die Strömungsmittelver
bindung zu der Niederdruckströmungsmittelquelle 26 vom
Stößelhohlraum 168 durch den Auslaßdurchlaß 218 zu bloc
kieren.
Zum verbesserten Verständnis beginnt die folgende Abfolge
damit, daß der Stößel 54 in der ersten Position ist, und
daher ist das Ventil in der geschlossenen (oder aufge
setzten) Position. Mit Bezug auf Fig. 1 wird zum Beginn
der Ventilöffnungssequenz eine Spannung von der Steuer
einheit 159 an dem piezoelektrischen Motor 158A angelegt,
die wiederum das Kolbenventil 156A in bekannter Weise aus
der ersten Position P1 in die zweite Position P2 treibt.
Die Bewegung des Kolbenventils 156A aus der ersten Posi
tion P1 in die zweite Position P2 schließt die Verbindung
zwischen der Niederdruckströmungsmittelquelle 26 und dem
Stößelhohlraum 130 ab und öffnet die Verbindung zwischen
der Hochdruckströmungsmittelquelle 28 und dem Stößelhohl
raum 130.
Insbesondere mit Bezug auf Fig. 2 wird während des An
fangsteils der Bewegung des Stößels 54 aus der ersten Po
sition in die zweite Position Hochdruckströmungsmittel
von der Hochdruckströmungsmittelquelle 28 zum Stößelhohl
raum 130 durch den primären Flußpfad 148 geleitet. Das
Hochdruckströmungsmittel hebt das erste Rückschlagventil
174 vom Sitz ab, was gestattet, daß der Hauptteil des
Hochdruckströmungsmittels schnell in den Stößelhohlraum
130 eintritt, und zwar um das erste Rückschlagventil 174
herum durch den zurückgenommenen Außendurchmesser des An
schlags 180.
Wenn sich der Stößelhohlraum 130 mit Hochdruckströmungs
mittel füllt, bewegt sich der Stößel 54 schnell nach un
ten, was die Ventile 16 gegen die Kraft der Federn 18
öffnet. Wenn sich der Stößel 54 nach unten bewegt, verän
dert sich die Position des ringförmigen Hohlraums 168 mit
Bezug auf den Hauptanschluß 164 konstant. Die Abwärtsbe
wegung des ringförmigen Hohlraums 168 gestattet eine
Strömungsmittelverbindung zwischen dem ringförmigen Hohl
raum 168 und dem eingeschränkten Anschluß 190, wodurch
gestattet wird, daß Hochdruckströmungsmittel in den Stö
ßelhohlraum 130 sowohl durch die primären als auch die
sekundären Flußpfade 148, 152 eintritt.
Wie in Fig. 3 zu sehen, ist die Strömungsmittelverbin
dung wenn der ringförmige Hohlraum 168 sich über den
Hauptanschluß 164 im Endteil der Stößelbewegung bewegt,
beschränkt und schließlich durch den äußeren Umfang des
Stößels 54 blockiert, so daß die gesamte Strömungsmittel
verbindung zwischen der Hochdruckströmungsmittelquelle 28
und dem Stößelhohlraum 130 durch den eingeschränkten An
schluß 190 läuft. Da der Durchmesser des eingeschränkten
Anschlusses 190 kleiner ist als vom Hauptanschluß 174,
wird die Abwärtsbewegung des Stößels 54 verlangsamt, wo
durch die Geschwindigkeit des Ventils 16 verringert wird,
wenn es eine vollständig offene Position erreicht.
Wenn der ringförmige Hohlraum 168 sich über den einge
schränkten Anschluß 190 bewegt, wird die Strömungsmittel
verbindung eingeschränkt und schließlich vom Außenumfang
des Stößels 54 blockiert, was gestattet, daß der Stößel
54 das Ventil 16 auf seiner maximalen Hubposition hält.
Wenn ein Leck innerhalb des Systems auftritt, wird sich
der Stößel 54 nach oben bewegen und geringfügig den ein
geschränkten Anschluß 190 erneut öffnen und daher den
Stößelhohlraum 130 erneut laden, was bewirkt, daß sich
der Stößel 54 zurück nach unten bewegt. Die offene Posi
tion des Ventils 16 ist dann um die maximale Hubposition
durch kleine Bewegungen des Stößels 54 stabilisiert, der
den eingeschränkten Anschluß 190 öffnet und schließt.
Während dieser Zeit stellt die Rückstellfeder 183 am er
sten Rückschlagventil 174 das Ventil 174 zu seinem Sitz
zurück. Es sei bemerkt, daß der eingeschränkte Anschluß
190 nicht notwendig sein kann, und zwar abhängig von den
speziellen Konstruktionen, die ein schnelles Stoppen des
Stößels 54 beim maximalen Hub erreichen würden, wie bei
spielsweise unter Verwendung eines Stößels 54 mit einem
größeren Durchmesser oder höheren Kräften auf den Federn
18.
Wiederum mit Bezug auf Fig. 1 wird eine Spannung von der
Steuereinheit zum Beginn der Ventilverschlußsequenz vom
piezoelektrischen Motor 158 entfernt, was wiederum ge
stattet, daß das Kolbenventil 156A in bekannter Weise von
der zweiten Position P2 zur ersten Position P1 zurück
kehrt. Die Bewegung des Kolbenventils 156A aus der zwei
ten Position P2 in die erste Position P1 schließt die
Verbindung zwischen der Hochdruckströmungsmittelquelle 28
und dem Stößelhohlraum 130 ab und öffnet die Verbindung
zwischen der Niederdrucktströmungsmittelquelle 26 und dem
Stößelhohlraum 130. An diesem Punkt wird die potentielle
Energie der Federn 18 in kinetische Energie in dem sich
nach oben bewegenden Auslaßventil 16 umgewandelt.
Mit Bezug auf Fig. 3 hebt das Hochdruckströmungsmittel
innerhalb des Stößelhohlraums 130 das zweite Rückschlag
ventil 214 vom Sitz ab, da das Niederdruckströmungsmittel
nun innerhalb der ringförmigen Kammer 160 ist. Das Abhe
ben des zweiten Rückschlagventils 214 vom Sitz gestattet,
daß der Hauptteil des Strömungsmittels innerhalb des Stö
ßelhohlraums 130 schnell zu der Niederdruckströmungsmit
telquelle 26 durch den primären Flußpfad 208 zurückkehrt.
Ein Teil des Hochdruckströmungsmittels innerhalb des Stö
ßelhohlraums 130 wird zu der Niederdruckströmungsmittel
quelle 26 durch den sekundären Flußpfad zurückgeleitet,
wenn die Zumeßöffnung 178 strömungsmittelmäßig mit der
ringförmigen Kammer 160 während der Endbewegung des Stö
ßels 54 von der zweiten Position zur ersten Position eine
Verbindung herstellt.
Wenn das zweite Ende 62 des Stößels 54 mit der Kegel
stumpfform 64 sich über den Auslaßdurchlaß 218 bewegt,
wird die Strömungsmittelverbindung zu der Niederdruck
strömungsmittelquelle 26 allmählich eingeschränkt und
schließlich blockiert, was die Geschwindigkeit des Ven
tils 16 verringert, wenn es seine geschlossene oder auf
gesetzte Position erreicht. Sobald der Auslaßdurchlaß 218
vollständig abgeblockt ist, ist die Strömungsmittelver
bindung vom Stößelhohlraum 130 zur Niederdruckströmungs
mittelquelle 26 nur durch die Zumeßöffnung 178, wie in
Fig. 2 zu sehen. Die Strömungsmittelverbindung tritt nur
durch die Zumeßöffnung 178 auf, da das erste Rückschlag
ventil 174 aufgesetzt ist, was im wesentlichen keine zu
sätzliche Strömungsmittelverbindung bzw. Strömungsmittel
leitung um das erste Rückschlagventil 174 herum gestat
tet. Daher wird die letztendliche Aufsetzgeschwindigkeit
feiner durch die Größe des kleinen Durchmessers der Zu
meßöffnung 178 gesteuert.
Wenn zusätzlich das Kolbenventil 156A in der Position P1
ist und mit der Niederdruckströmungsmittelquelle 26 ver
bunden ist, wird Strömungsmittel zu den hydraulischen
Einstellvorrichtungen 100, 102 durch die Zumeßöffnungen
69 geleitet. Die Zumeßöffnungen 69 stehen in Verbindung
mit den Durchlässen 70, um den maximalen Druck zu steu
ern, der für die Stoßeinstellvorrichtungen 100, 102 zu
lässig ist. Wenn sich jedoch das Kolbenventil in die Po
sition P2 bewegt, wird der Stößel 54 nach unten bewegt,
und die Zumeßöffnung 80 bewegt sich über die Querbohrung
84, was die Strömungsmittelleitung von der Niederdruck
strömungsmittelquelle 26 zu den Einstellvorrichtungen
100, 102 begrenzt und schließlich blockiert.
Mit Bezug auf die Fig. 5 bis 7 wird der Motor in einen
Bremsbetriebszustand umgeschaltet, wenn ein Bremsvorgang
erwünscht ist, wobei darin die normalen Einlaß- und Aus
laßventilereignisse vorzugsweise ausgeschaltet sind, oder
wobei sie alternativ auftreten können (d. h. wenn ein noc
kenbetätigter Ventilöffnungsmechanismus für die normalen
Einlaß- und Auslaßventilereignisse verwendet wird) und
wobei jedes Auslaßventil 16 um ungefähr 2 mm zu einem er
sten Zeitpunkt geöffnet wird, wenn der Zylinder 11A, 11B,
11C, 11D, 11E oder 11F, der mit dem Auslaßventil 16 asso
ziiert ist, zum Beginn des Leistungshubes des Betriebszy
klusses (d. h. wenn der nicht gezeigte) assoziierte Kol
ben auf dem oberen Totpunkt ist, wie in den Fig. 6 und
7 angezeigt, und zwar für den Zylinder 1 mit einem Kurbel
winkel von 0 Grad) und wird vorzugsweise für ungefähr
80 Grad Kurbelwinkel offen gehalten.
Als eine Folge ist der Auslaßanschlußdruck in der Auslaß
sammelleitung 13 angehoben, und zwar aufgrund des Druck
impulses 242 (Fig. 7) der verursacht wird durch das Öff
nen von jedem Auslaßventil 16 zum Beginn des Leistungs
teils des Betriebszyklus.
Zusätzlich wird jedes Auslaßventil 16 um ungefähr 2 mm zu
einem zweiten Zeitpunkt geöffnet, wenn der Zylinder 11A,
11B, 11C, 11D, 11E oder 11F, der mit dem Auslaßventil 16
assoziiert ist, am Ende des Einlaßteils des Betriebszy
klus ist (d. h. wenn der (nicht gezeigte) assoziierte
Kolben bei ungefähr 60 Grad vor dem unteren Totpunkt ist,
wie in den Fig. 6 und 7 angezeigt, und zwar für den
Zylinder 1 mit einem Kurbelwinkel von 480 Grad) und wird
wiederum vorzugsweise für ungefähr 80 Grad Kurbelwinkel
offen gehalten.
Die Zeitsteuerung und Dauer des Öffnens von jedem Auslaß
ventil wird vorgegeben durch die Steuereinheit 159, die
ein Signal an jeden piezoelektrischen Motor 158A, 158B,
158C, 158D, 158E oder 158F sendet (der mit dem jeweiligen
entsprechenden Zylinder 11A bis 11F assoziiert ist). Je
der piezoelektrische Motor 158A-E wiederum treibt das
entsprechende Kolbenventil 156A, 156B, 156C, 156D, 156E
oder 156F von der ersten Position P1 zur zweiten Position
P2, um wiederum das entsprechende Ventilbetätigungssystem
10A, 10B, 10C, 10D, 10E oder 10F zu betreiben, wie oben
mit Bezug auf Fig. 1 besprochen.
Wie in Fig. 6 zu sehen, fallen während des Bremsbe
triebszustandes gemäß des Verfahrens der vorliegenden Er
findung die ersten und zweiten Öffnungsereignisse mit
einander zusammen, und zwar wie folgt: Das erste Öff
nungsereignis des Zylinders 1 fällt zusammen mit dem
zweiten Öffnungsereignis des Zylinders 3; das erste Öff
nungsereignis des Zylinders 5 fällt zusammen mit dem
zweiten Öffnungsereignis des Zylinders 6; das erste Öff
nungsereignis des Zylinders 3 fällt zusammen mit dem
zweiten Öffnungsereignis des Zylinders 2; das erste Öff
nungsereignis des Zylinders 6 fällt zusammen mit dem
zweiten Öffnungsereignis des Zylinders 4; das erste Öff
nungsereignis des Zylinders 2 fällt zusammen mit dem
zweiten Öffnungsereignis des Zylinders 1; und das erste
Öffnungsereignis des Zylinders 4 fällt zusammen mit dem
zweiten Öffnungsereignis des Zylinders 5. Somit wird für
jedes der vorangegangenen Paare von Zylindern der Druck
in dem Zylinder, der das zweite Öffnungsereignis erfährt,
als eine Folge des Druckimpulses 242 steigen, der von dem
Zylinder geliefert wird, der das erste Öffnungsereignis
erfährt.
Zahlreiche Modifikationen und alternative Ausführungsbei
spiele der Erfindung werden dem Fachmann im Hinblick auf
die vorangegangene Beschreibung offensichtlich sein. Ent
sprechend soll diese Beschreibung nur veranschaulichend
sein und ist zum Zwecke der Lehre des Fachmanns über die
beste Art der Ausführung der Erfindung vorgesehen. Die
Details der Struktur können wesentlich verändert werden,
ohne vom Kern der Erfindung abzuweichen, und die aus
schließliche Anwendung von allen Modifikationen, die in
den Umfang der beigefügten Ansprüche fallen, ist ge
schützt. Beispielsweise wurde die vorangegangene Be
schreibung in erster Linie auf eine Vorrichtung gerich
tet, die ein Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
ausführen kann, und zwar unter Verwendung eines elektro
nisch gesteuerten hydraulischen Ventilbetätigungssystems.
Wie jedoch der Fachmann erkennen wird, kann das Verfahren
gemäß der vorliegenden Erfindung mit irgendeiner geeigne
ten Vorrichtung ausgeführt werden.
Claims (4)
1. Verfahren zum Kompressions- bzw. Motorbremsen
eines Verbrennungsmotors, wobei der Motor eine Viel
zahl von Brennkammern hat, wobei jede Brennkammer in
einem Zyklus arbeitet, der Einlaß-, Kompressions-
bzw. Verdichtungs-, Leistungs- und Auslaßteile auf
weist, wobei jede Brennkammer in Flußverbindung mit
einem Auslaßventil ist, das bewegbar ist zwischen
einer offenen Position und einer geschlossenen Posi
tion zum selektiven Anordnen von jeder Brennkammer
in Flußverbindung mit einer gemeinsamen Auslaßsam
melleitung, wobei das Verfahren folgende Schritte
aufweist:
Bewegung von jedem Auslaßventil in die offene Posi tion zu einem ersten Zeitpunkt entsprechend ungefähr dem Beginn des Leistungsteils des Zyklus der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist; und
Bewegung von jedem Auslaßventil in die offene Posi tion zu einem zweiten Zeitpunkt entsprechend unge fähr dem Ende des Einlaßteils des Zyklus der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist.
Bewegung von jedem Auslaßventil in die offene Posi tion zu einem ersten Zeitpunkt entsprechend ungefähr dem Beginn des Leistungsteils des Zyklus der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist; und
Bewegung von jedem Auslaßventil in die offene Posi tion zu einem zweiten Zeitpunkt entsprechend unge fähr dem Ende des Einlaßteils des Zyklus der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei jeder Teil des Zy
klusses des Verbrennungsmotors 180 Grad Kurbelwin
keldrehung aufweist, und wobei der Schritt der Bewe
gung von jedem Auslaßventil in die offene Position
zu einem ersten Zeitpunkt einen Schritt des Offen
haltens des Auslaßventils von ungefähr dem Beginn
des Leistungsteiles des Zyklus der Brennkammer,
die mit dem Auslaßventil assoziiert ist, zu einem
Kurbelwinkel von ungefähr 80 Grad nach dem Beginn
des Leistungsteils des Zyklus der Brennkammer
aufweist, die mit dem Auslaßventil assoziiert ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei der Schritt der Be
wegung von jedem Auslaßventil in die offene Position
zu einem zweiten Zeitpunkt einen Schritt des Offen
haltens des Auslaßventils aufweist, und zwar von ei
nem Kurbelwinkel von ungefähr 120 Grad nach dem Be
ginn des Einlaßteils des Zyklus der Brennkammer,
die mit dem Auslaßventil assoziiert ist, bis zu ei
nem Kurbelwinkel von ungefähr 30 Grad nach dem Be
ginn des Kompressions- bzw. Verdichtungsteils des
Zyklusses der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil
assoziiert ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei jeder Teil des Zy
klus des Verbrennungsmotors 180 Grad Kurbelwin
keldrehung aufweist, und wobei der Schritt der Bewe
gung von jedem Auslaßventil zur offenen Position
beim zweiten Zeitpunkt einen Schritt des Offenhal
tens des Auslaßventils aufweist, und zwar von einem
Kurbelwinkel von ungefähr 120 Grad nach dem Beginn
des Einlaßteiles des Zyklusder Brennkammer, die
mit dem Auslaßventil assoziiert ist, bis zu einem
Kurbelwinkel von ungefähr 30 Grad nach dem Beginn
des Kompressions- bzw. Verdichtungsteils des Zyklus
der Brennkammer, die mit dem Auslaßventil asso
ziiert ist.
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