DE10104195A1 - Walze zum Aufwickeln einer Materialbahn - Google Patents
Walze zum Aufwickeln einer MaterialbahnInfo
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Abstract
Bei einer einen Grundkörper umfassenden Walze zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere Papierbahn, besitzt die bahnberührte Umfangsfläche infolge einer entsprechenden, zumindest abschnittsweise auf den Grundkörper aufgebrachten flexiblen Schicht und/oder wenigstens eines entsprechenden, auf dem Grundkörper angeordneten flexiblen Elements im Bereich der beiden Walzenende eine größere radiale Nachgiebigkeit als im mittleren Walzenbereich, um eine sich bei maximalem Wickeldurchmesser ergebende Durchbiegung des Grundkörpers zumindest teilweise zu kompensieren.
Description
Die Erfindung betrifft eine Walze oder einen Tambour zum Aufwickeln ei
ner Materialbahn, insbesondere Papierbahn.
Bei den bisher üblichen Ausführungen von Tambouren kommt es bei gro
ßen Wickeldurchmessern sowie weit voneinander entfernten Lagern zu ei
ner deutlichen Durchbiegung des Tambourkerns, die eine Neigung der
Ränder oder Enden bewirkt. Dies führt zu Lagenverschiebungen im Wic
kelgut, deren Folge Glanzstellen sein können. Der höhere Randdruck in
den Papierlagen führt zu einer Biegebeanspruchung des Wickelguts, wo
durch Schubspannungen zwischen den Papierlagen entstehen, die die
Relativverschiebungen verursachen können. Die Durchbiegung stellt so
mit das eigentliche Dimensionierungskriterium für solche Tambouren dar,
was bedeutet, daß Wanddicke und Durchmesser und folglich Gewicht und
Kosten eines jeweiligen Tambours durch einen relativ kleinen Randbereich
bestimmt sind.
Bei einer aus der EP-B-0 500 515 bekannten Aufwickelhülse ist eine dop
pelwandige Rohrkonstruktion mit zwei Stützlagern vorgesehen, wodurch
die Biegelinie des äußeren Rohres im Sinne einer Vergleichmäßigung bzw.
Verringerung der Randneigung des Außenrohres beeinflußt wird. Auch bei
einer aus der DE-B-22 11 892 bekannten Walze ist wieder eine 2-Körper-
Walzenkonstruktion vorgesehen, wobei der innere Körper durch einen
vollen oder massiven Walzenkern gebildet ist. Eine gerade Mantelrohrau
ßenseite wird hier durch eine konische Ausführung des Kerns erreicht, an
dem sich das Rohr mit zunehmender Belastung anlegt. Am Rand kann
das Rohr hydraulisch oder pneumatisch abgestützt sein.
Bei einer aus der DE-B-23 16 746 bekannten elastischen Walze zur
Druckbehandlung von Warenbahnen ist eine mehrteilige Walzenrohr/
Walzenkern-Konstruktion vorgesehen, wobei das Rohr aus thermoplasti
schem Kunststoff besteht. Eine drehfeste, jedoch längs verschiebliche Ab
stützung des Rohres in den Randbereichen und in der Mitte dient einem
Dehnungsausgleich bei größeren Temperaturunterschieden aufgrund un
terschiedlicher Temperaturausdehnungskoeffizienten. In der DE-A-197 29 907
ist eine Walze mit einer 2-Körper-Walzenkernkonstruktion beschrie
ben, bei der sich das Rohr mittig auf dem Kern abstützt und eine sich zu
den Rändern hin verjüngende Wanddickenkontur vorgesehen ist. Hier
geht es nicht um eine Kompensation der globalen Durchbiegung des Wal
zenkerns, sondern darum, eine möglichst konstante Krümmung der Bie
gelinie des Walzenrohres und damit eine Breitstreckwirkung zu erhalten.
Aus der DE-A-37 03 563 ist eine Streckwalze oder dergleichen für Papier
maschinentücher bekannt, die eine doppelwandige Walzenkonstruktion
aufweist, wobei sich das aus faserverstärktem Kunststoff bestehende äu
ßere Rohr mittig auf dem inneren Metallrohr abstützt. Auch hier wird wie
der eine Breitstreckwirkung und nicht die Kompensation der globalen
Durchbiegung des Innenrohres angestrebt.
Ziel der Erfindung ist es, eine verbesserte Walze der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei der die globale Durchbiegung des Walzenkörpers zumindest
teilweise kompensiert und die Durchbiegung der Walzenmantelli
nie entsprechend reduziert ist. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß ge
löst durch eine Walze zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere
Papierbahn, mit einem Grundkörper und einer bahnberührten Umfangs
fläche, die infolge einer entsprechenden, zumindest abschnittsweise auf
den Grundkörper aufgebrachten flexiblen Schicht und/oder wenigstens
eines entsprechenden, auf dem Grundkörper angeordneten flexiblen Ele
ments im Bereich der beiden Walzenenden eine größere radiale Nachgie
bigkeit besitzt als im mittleren Walzenbereich, um eine sich bei maxima
lem Wickeldurchmesser ergebende Durchbiegung des Grundkörpers zu
mindest teilweise zu kompensieren.
Aufgrund dieser Ausbildung wird auch bei größeren Wickeldurchmessern
und größeren Lagerabständen die Durchbiegung des Grundkörpers zu
mindest so weit reduziert, daß größere Randneigungen ausgeschlossen
sind, wodurch auch zu Glanzstellen führende Lagenverschiebungen im
Wickelgut vermieden werden. Die Kompensation erfolgt im Bereich der
Oberfläche des Walzengrundkörpers, wobei im Prinzip eine Art Winkler-
Bettung erreicht wird. Nachdem bei entsprechender Einstellung der Werk
stoffparameter die Dimensionierung nicht mehr durch die vertikale Aus
lenkung des Tambours bzw. die Randneigung definiert ist, ergibt sich eine
deutliche Gewichtsreduktion. Mit dem geringeren Tambour- oder Walzen
gewicht ergibt sich auch eine entsprechend geringere Belastung der Hebe-
und Transporteinrichtungen. Der Kostenmehraufwand ist minimal. Be
reits vorhandene Tamboure können einfach entsprechend angepaßt wer
den. Eine Neufertigung ist nicht erforderlich. Angesichts der Gewichtsre
duzierung ist auch keine Anpassung der Hebe-, Transport- und An
triebseinrichtungen erforderlich.
Die radiale Schicht- oder Elementdicke kann in Richtung der Walzenachse
betrachtet unterschiedlich sein. Alternativ oder zusätzlich kann die radiale
Steifigkeit der jeweiligen Schicht bzw. Elemente in Richtung der Wal
zenachse betrachtet unterschiedlich sein.
In bestimmten Fällen ist es von Vorteil, wenn vorzugsweise im mittleren
Walzenbereich wenigstens eine insbesondere starre Stützstelle vorgesehen
ist, in deren Bereich die bahnberührte Umfangsfläche eine entsprechend
kleinere radiale Nachgiebigkeit besitzt als im Bereich der beiden Walze
nenden.
Bei einer zweckmäßigen praktischen Ausführungsform sind mehrere, in
Axialrichtung einen Abstand voneinander aufweisende, insbesondere star
re Stützstellen vorgesehen, in deren Bereich die bahnberührte Umfangs
fläche jeweils eine entsprechend kleinere radiale Nachgiebigkeit besitzt als
im Bereich der beiden Walzenenden.
Vorzugsweise ist wenigstens eine starre Stützstelle zumindest teilweise
durch den Grundkörper selbst gebildet.
Die bahnberührte Umfangsfläche ist zweckmäßigerweise durch ein den
Grundkörper umgebendes, insbesondere flexibles Rohr gebildet, wobei die
flexible Schicht bzw. das flexible Element radial zwischen dem Grundkör
per und dem Rohr angeordnet ist. Das vorzugsweise flexible Rohr dient
insbesondere der Vergleichmäßigung der Walzen- oder Tambouroberflä
che. Es kann insbesondere aus Metall bestehen oder beispielsweise auch
durch einen Gummibezug oder dergleichen gebildet sein. Dieses Rohr wä
re bei der Dimensionierung der flexiblen Schicht bzw. der flexiblen Elemente
mit zu berücksichtigen. Anders als bei den bekannten Walzen han
delt es sich also nicht um ein biegebeanspruchtes, tragendes Rohr.
Bei einer bevorzugten vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsge
mäßen Walze ist zumindest im Bereich der beiden Walzenenden eine flexi
ble Schicht auf den Grundkörper aufgebracht, die über ihre axiale Länge
eine konstante radiale Steifigkeit besitzt und zum jeweiligen Walzenende
hin eine allgemein zunehmende Dicke aufweist. Dabei kann die Dicke der
flexiblen Schicht zum jeweiligen Walzenende hin zumindest im wesentli
chen entsprechend der sich bei maximalem Wickeldurchmesser ergeben
den Durchbiegung des Grundkörpers zunehmen. Vorzugsweise ist der
Grundkörper zum jeweiligen Walzenende hin zumindest im wesentlichen
entsprechend der zunehmenden Dicke der flexiblen Schicht verjüngt.
Dabei entsteht, sofern eine kompressible Schicht vorliegt, durch die ober
flächige Eindrückung der flexiblen Schicht ein deformierter, im Durch
messer kleinerer Randbereich, was eine Aufweitung der Lagen in den
Randzonen im unteren Walzen- oder Tambourbereich bedingt, wodurch
ein Entweichen von Luft begünstigt wird. Dabei geht allerdings die Ra
dialspannung verloren. Ziel muß es sein, den Durchmesser konstant zu
halten, und nicht nur die Durchbiegung teilweise zu kompensieren.
Als flexible Schicht kann insbesondere eine gummielastische Schicht vor
gesehen sein.
Die flexible Schicht kann insbesondere auch durch eine inhomogene
Schicht aus geschäumtem Material und/oder einer Wabenstruktur usw.
gebildet sein.
Bei einer zweckmäßigen praktischen Ausführungsform ist die zumindest
im Bereich der beiden Walzenenden vorgesehene flexible, vorzugsweise
gummielastische Schicht zwischen dem Grundkörper und dem insbeson
dere durch einen Gummibezug oder dergleichen gebildeten flexiblen Rohr
vorgesehen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsge
mäßen Walze ist zumindest im Bereich der beiden Walzenenden eine flexi
ble Schicht auf den Grundkörper aufgebracht, die über ihre axiale Länge
eine konstante Dicke besitzt und zum jeweiligen Walzenende hin eine all
gemein zunehmende radiale Nachgiebigkeit aufweist.
Die flexible Schicht kann über ihre axiale Länge also insbesondere einen
variablen E-Modul besitzen. In den meisten Fällen dürfte es jedoch einfa
cher sein, diskrete flexible Elemente wie z. B. diskrete Federelemente vor
zusehen.
So sind gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfin
dungsgemäßen Walze mehrere, in Axialrichtung einen Abstand voneinan
der aufweisende flexible Elemente vorgesehen, wobei zur Erzeugung der
im Bereich der beiden Walzenenden im Vergleich zum mittleren Walzenbe
reich größeren radialen Nachgiebigkeit der bahnberührten Umfangsfläche
deren gegenseitige Abstände entsprechend gewählt sind und/oder deren
Nachgiebigkeit entsprechend unterschiedlich ist. Dabei können die flexi
blen Elemente zumindest teilweise jeweils durch ein diskretes Federele
ment gebildet sein. Als diskrete Federelemente können beispielsweise
gummielastische ringförmige Körper und/oder sich über den Umfang des
Grundkörpers erstreckende Federpakete vorgesehen sein.
Die flexiblen Elemente können zumindest teilweise vorgespannt sein.
Zur Vergleichmäßigung der bahnberührten Umfangsfläche kann wieder
ein vorzugsweise flexibles Rohr aufgezogen sein.
Der Grundkörper ist vorzugsweise als Hohlkörper vorgesehen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen un
ter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben; in dieser zeigen:
Fig. 1 eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung
einer Walze zum Aufwickeln einer Materialbahn mit ei
ner auf den Grundkörper aufgebrachten flexiblen
Schicht und einer im mittleren Walzenbereich vorgese
henen Stützstelle höherer Steifigkeit,
Fig. 2 eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung
einer weiteren Ausführungsform der Walze mit zwei in
Axialrichtung einen Abstand voneinander aufweisenden
Stützstellen,
Fig. 3 eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung
einer weiteren Ausführungsform der Walze mit mehre
ren, in Axialrichtung einen Abstand voneinander auf
weisenden flexiblen Elementen und einer im mittleren
Walzenbereich vorgesehenen Stützstelle höherer Steifig
keit,
Fig. 4 eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung
einer möglichen Ausführungsform eines Walzengrund
körpers mit einem sich zu den Enden hin verjüngenden
Querschnitt,
Fig. 5 eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung
einer weiteren Ausführungsform der Walze mit Zonen
unterschiedlicher Steifigkeit,
Fig. 6 eine schematische, teilweise geschnittene Teildarstel
lung einer weiteren Ausführungsform der Walze mit ei
ner im Bereich der Walzenenden auf dem Grundkörper
aufgebrachten, zwischen diesem und einem Gummibe
zug angeordneten flexiblen Schicht von zum jeweiligen
Walzenende hin zunehmender radialer Dicke, und
Fig. 7 einen beispielhaften Verlauf des Papierdrucks der obe
ren Mantellinie der Walze bzw. des Tambours entlang
der Walze ausgehend vom Tambourrand zur Tambour
mitte hin sowie einen beispielhaften Verlauf der verti
kalen Durchbiegung der oberen Mantellinie des Tam
boures.
Die Fig. 1 bis 6 zeigen verschiedene Ausführungsformen einer Walze
10 zum Aufwickeln einer Materialbahn 12, bei der es sich insbesondere
um eine Papierbahn handeln kann.
Die Walze 10 umfaßt jeweils einen Grundkörper 14, der z. B. über endsei
tige Zapfen 16 entsprechend gelagert wird.
Infolge einer entsprechenden, zumindest abschnittsweise auf den Grund
körper 14 aufgebrachten flexiblen Schicht 18 und/oder wenigstens eines
entsprechenden, auf dem Grundkörper 14 angeordneten flexiblen Ele
ments 20 besitzt die bahnberührte Umfangsfläche 22 im Bereich der bei
den Walzenenden 24, 24' eine größere raidale Nachgiebigkeit bzw. geringe
re Steifigkeit als im mittleren Walzenbereich, um eine sich bei maximalem
Wickeldurchmesser ergebende Durchbiegung des Grundkörpers 14 zu
mindest teilweise zu kompensieren.
Dabei kann in Richtung der Walzenachse betrachtet die radiale Schicht-
oder Elementdicke und/oder die radiale Steifigkeit der jeweiligen Schicht
bzw. der Elemente in Richtung der Walzenachse betrachtet variieren.
Fig. 1 zeigt in schematischer, teilweise geschnittener Darstellung eine
Walze 10 mit einer auf den Grundkörper 14 aufgebrachten flexiblen
Schicht 18 und einer im mittleren Walzenbereich vorgesehenen Stützstelle
26 höherer Steifigkeit, in deren Bereich die bahnberührte Umfangsfläche
22 eine entsprechend kleinere radiale Nachgiebigkeit besitzt als im Be
reich der beiden Walzenenden 24, 24'.
Im vorliegenden Fall ist die bahnberührte Umfangsfläche 22 durch ein den
Grundkörper 14 umgebendes, insbesondere flexibles Rohr 28 gebildet.
Dieses Rohr 28 liegt im mittleren Walzenbereich direkt auf der steiferen
Stützstelle 26 auf. Im verbleibenden Zwischenraum zwischen dem Rohr
28 und dem Grundkörper 14 ist die flexible Schicht 18 angeordnet.
Wie anhand der Fig. 1 zu erkennen ist, wird die sich bei maximalem
Winkeldurchmesser ergebende globale Durchbiegung des Grundkörpers
14 zumindest teilweise kompensiert, so daß sich eine zumindest im we
sentlichen horizontale Mantellinie 30 ergibt.
Auch bei der in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist die flexible
Schicht 18 wieder zwischen einem insbesondere flexiblem Rohr 30 und
dem Grundkörper 14 vorgesehen. In diesem Fall sind zwei in Axialrich
tung einen Abstand voneinander aufweisende steifere, insbesondere starre
Stützstellen 26 vorgesehen. Der verbleibende Zwischenraum zwischen
dem Rohr 30 und dem Grundkörper 14 ist wieder durch eine elastische
Schicht 18 bzw. entsprechende elastische Elemente ausgefüllt.
Auch bei der Ausführung gemäß der Fig. 3 ist der Grundkörper 14 wie
der von einem insbesondere flexiblen Rohr 30 umgeben. In diesem Fall ist
im mittleren Walzenbereich wieder eine relativ starre Stützstelle 26 vorge
sehen. In diesem Fall sind ausgehend vom mittleren Walzenbereich zu den
beiden Walzenenden hin jeweils zwei einen axialen Abstand voneinander
aufweisende elastische Elemente 20 zwischen dem Rohr 30 und dem
Grundkörper 14 angeordnet. Diese elastischen Elemente 20 können bei
spielsweise aus Gummi bestehen oder durch Federn, z. B. Stahlfedern, ge
bildet sein. Es können beispielsweise gummielastische ringförmige Körper
oder sich über den Umfang des Grundkörpers 14 erstreckende Federpa
kete oder dergleichen vorgesehen sein.
Fig. 4 zeigt in schematischer, teilweise geschnittener Darstellung eine
mögliche Ausführungsform eines Walzengrundkörpers 14 mit einem sich
zu den Enden hin verjüngenden Querschnitt. Im mittleren Walzenbereich
kann somit insbesondere wieder eine Stützstelle 26 gebildet sein, in deren
Bereich die bahnberührte Umfangsfläche wieder eine entsprechend kleine
re radiale Nachgiebigkeit bzw. höhere Steifigkeit besitzt als im Bereich der
beiden Walzenenden.
Auf den sich zum jeweiligen Walzenende hin verjüngenden Abschnitten
des Grundkörpers 14 können z. B. eine flexible Schicht mit entsprechend
variierender radialer Schichtdicke oder z. B. diskrete elastische Elemente
mit entsprechender variierender Dicke aufgebracht werden. Selbst bei
gleichbleibender Steifigkeit der betreffenden Schicht bzw. der betreffenden
Elemente ergibt sich somit zu den Walzenenden hin eine höhere Nachgie
bigkeit bzw. kleinere Steifigkeit der bahnberührten Oberfläche.
Fig. 5 zeigt in schematischer, teilweise geschnittener Darstellung eine
weitere Ausführungsform einer Walze 10 mit in Axialrichtung aufeinan
derfolgenden Zonen unterschiedlicher Steifigkeit, die beispielsweise durch
entsprechende Abschnitte 18' einer flexiblen Schicht oder durch entspre
chend unterschiedliche flexible Elemente 20 gebildet sein können.
Bei dieser Ausführungsform kann die bahnberührende Oberfläche 30 di
rekt durch die flexible Schicht bzw. die elastischen Elemente gebildet sein.
Es ist also kein äußeres flexibles Rohr vorgesehen.
Fig. 6 zeigt in schematischer teilweise geschnittener Teildarstellung eine
weitere Ausführungsform der Walze 10 mit einer im Bereich der Walze
nenden auf den Grundkörper 14 aufgebrachten flexiblen Schicht 18. Diese
flexible Schicht 18 ist im vorliegenden Fall im Bereich eines jeweiligen
Walzenendes zwischen einem sich zum Walzenende hin verjüngenden Ab
schnitts des Grundkörpers 14 und einem hier beispielsweise durch einen
Gummibezug gebildeten äußeren flexiblen Rohres 28 angeordnet.
Im vorliegenden Fall kann somit zumindest im Bereich der beiden Walzen
enden eine flexible Schicht 18 auf den Grundkörper 14 aufgebracht sein,
die über ihre axiale Länge eine konstante radiale Steifigkeit besitzt und
zum jeweiligen Walzenende hin eine zunehmende Dicke aufweist.
Wie anhand der Fig. 6 zu erkennen ist, ist die radiale Dicke d der flexi
blen Schicht 18 im Bereich des betreffenden Walzenendes am größten.
Die Walze kann an ihren beiden Enden jeweils durch einen Deckel 32 ab
geschlossen sein, von den in der Fig. 6 einer zu erkennen ist.
Allgemein kann der Grundkörper 14 jeweils als Hohlkörper vorgesehen
sein. Er kann beispielsweise aus Stahl bestehen.
Gemäß einer ersten Variante kann somit beispielsweise eine über die Län
ge der bahnberührten Oberfläche eine konstante Steifigkeit (E-Modul)
aufweisende flexible Schicht aufgebracht sein, die in der Dicke von der
Mitte zum Rand hin im Verhältnis der globalen Durchbiegung des Grund
körpers zunimmt. Um eine zylindrische Außenkontur der unbelasteten
Walze bzw. Tambours zu erhalten, kann der Randbereich des beispiels
weise durch ein Metallrohr gebildeten Grundkörpers konisch bzw. para
bolisch ausgeführt sein.
Gemäß einer zweiten Variante kann beispielsweise eine über die Länge der
bahnberührten Oberfläche eine in der Dicke konstante flexible Schicht
aufgebracht sein, deren Steifigkeit von der Walzenmitte zum Rand hin im
Verhältnis der globalen Durchbiegung des Tambours abfällt. Der Grund
körper kann dabei zylindrisch ausgeführt sein.
Grundsätzlich ist beispielsweise auch eine Kombination der beiden zuvor
genannten Varianten möglich.
Die Realisierung der ersten Variante ist insbesondere durch eine gum
mielastische Schicht möglich, die in den Randzonen innerhalb eines
Gummibezugs aufgebracht wird. Die Materialeigenschaften dieser Schicht
sind dann vorzugsweise durch die Forderung einer möglichst horizontalen
ebenen Mantellinie bestimmt.
Die Realisierung der zweiten Variante würde bei der Ausführung als Mate
rialschicht einen variablen E-Modul über die Papierbahnbreite erfordern.
Eine einfacher zu realisierende Möglichkeit besteht z. B. darin, diskrete
elastische Elemente bzw. Federelemente zu verwenden, die z. B. durch Än
derung des Abstandes zwischen diesen Elementen und/oder durch eine
unterschiedliche Elementsteifigkeit die erforderliche Veränderlichkeit der
Bettungssteifigkeit ermöglichen. Um eine Vergleichmäßigung an der Wal
zen- oder Tambouroberfläche zu erzielen, kann ein äußeres Rohr aufgezo
gen werden (WS z. B. 5-10 mm bei einer Ausführung aus beispielsweise
Metall). Ein solches äußeres Rohr wäre bei der Dimensionierung der Fede
relemente zu berücksichtigen. Es ist jedoch nicht zu vergleichen mit den
biegebeanspruchten, tragenden Rohren der bisher üblichen Tamboure.
Die Federelemente können beispielsweise durch gummielastische, ringförmige
Körper gebildet oder z. B. als umlaufend aufgezogene Metallfeder
pakete realisiert sein. Ebenso ist ein Vorspannen dieser Elemente denk
bar.
Insbesondere im Zusammenhang mit der zuvor genannten ersten Variante
konstanter Steifigkeit bzw. gleichbleibenden E-Moduls (vgl. beispielsweise
auch Fig. 6) können die Materialparameter zumindest im wesentlichen
z. B. wie folgt bestimmt oder festgelegt werden:
Die flexible Schicht kann insbesondere als homogene Schicht (Randdicke z. B. 20 mm, Dicke zur Tambourmitte hin beispielsweise etwa 5 mm, Länge z. B. etwa 3000 mm) mit einem E-Modul von etwa 1 N/mm2 modelliert werden. Diese Größe stellt ein unteres Limit der Elastizitäten polymerer Materialien dar (E-Modul zwischen 1 und 500 N/mm2). Ein Gummibezug kann als Schutzschicht gegenüber der flexiblen Schicht dienen.
Die flexible Schicht kann insbesondere als homogene Schicht (Randdicke z. B. 20 mm, Dicke zur Tambourmitte hin beispielsweise etwa 5 mm, Länge z. B. etwa 3000 mm) mit einem E-Modul von etwa 1 N/mm2 modelliert werden. Diese Größe stellt ein unteres Limit der Elastizitäten polymerer Materialien dar (E-Modul zwischen 1 und 500 N/mm2). Ein Gummibezug kann als Schutzschicht gegenüber der flexiblen Schicht dienen.
Anhand von Berechnungen kommt man zu dem Ergebnis, daß in diesem
Fall trotz einer deutlich höheren Gesamtdurchbiegung des Grundkörpers
sich die Differenz der Auslenkung der bahnberührten Oberfläche (Gummi
bezug) zwischen Rand und Mitte wesentlich verringert hat. Die größere
Gesamtdurchbiegung des Grundkörpers resultiert zum einen aus der
Wandstärkenreduktion des z. B. durch ein Metallrohr gebildeten Innen
körpers in den Randzonen (konischer Verlauf von z. B. 40 auf z. B. 20 mm),
zum anderen aus der Vergleichmäßigung des Papierdruckes an der bahn
berührten Oberfläche (vgl. Fig. 7). Wie anhand der Fig. 7 zu erkennen
ist, führt lediglich das abrupte Ende der flexiblen Schicht an dieser Stelle
zu einer Druckspitze. Eine Optimierung dieses Übergangs ist anzustreben.
Für eine vollständige Kompensation der globalen Durchbiegung des
Grundkörpers müßte dessen Kontur parabolisch ausgeführt sein. Man er
kennt auch, daß das Material mit 1 N/mm2 bei den angenommenen
Schichtdicken geringfügig zu steif ist. Dies wäre durch eine weitere Erhö
hung der Schichtdicke in den Randbereichen bzw. durch einen noch ge
ringeren E-Modul des Materials auszugleichen.
An das Material der flexiblen Schicht sind zweckmäßigerweise insbesonde
re die folgenden Anforderungen zu stellen.
- - hochelastisch, auch nach z. B. 108 Lastwechsel
- - geringe Walk-/Deformationsarbeit, trotz großer Deformation bei je der Umdrehung
- - Temperaturbeständigkeit bis zu jener Temperatur, die durch die Deformationsarbeit entsteht
- - kostengünstige Herstellung und einfache Aufbringung auf das Rohr.
Falls die zweckmäßigerweise geforderten Eigenschaften nicht durch ein
homogenes Material erfüllt werden können, wäre ein inhomogenes Materi
al. z. B. mit Stegen und Hohlräumen, oder ein geschäumtes Material her
anzuziehen. Die Weiterführung eines solchen beispielhaften Lösungsan
satzes würde unmittelbar wieder zur zuvor genannten zweiten Ausfüh
rungsvariante führen, wobei hier die variable Steifigkeit in Querrichtung
z. B. durch vereinzelte, unterschiedlich steife, ringförmig angeordnete Fe
derelemente realisiert werden könnte.
10
Walze, Tambour
12
Materialbahn, Papierbahn
14
Grundkörper
16
Zapfen
18
flexible Schicht
18
' Schichtabschnitt
20
flexibles Element
22
bahnberührte Umfangsfläche
24
Walzenende
24
' Walzenende
26
Stützstelle
28
Rohr
30
Mantellinie
32
Deckel
d radiale Dicke
d radiale Dicke
Claims (21)
1. Walze (10) zum Aufwickeln einer Materialbahn (12), insbesondere
Papierbahn, mit einem Grundkörper (14) und einer bahnberührten
Umfangsfläche (22), die infolge einer entsprechenden, zumindest
abschnittsweise auf den Grundkörper (14) aufgebrachten flexiblen
Schicht (18) und/oder wenigstens eines entsprechenden, auf dem
Grundkörper (14) angeordneten flexiblen Elements (20) im Bereich
der beiden Walzenenden (24, 24') eine größere radiale Nachgiebigkeit
besitzt als im mittleren Walzenbereich, um eine sich bei maximalem
Wickeldurchmesser ergebende Durchbiegung des Grundkörpers (14)
zumindest teilweise zu kompensieren.
2. Walze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die radiale Schicht- oder Elementdicke in Richtung der Wal
zenachse betrachtet unterschiedlich ist.
3. Walze nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die radiale Steifigkeit der jeweiligen Schicht (18) bzw. der Ele
mente (20) in Richtung der Walzenachse betrachtet unterschiedlich
ist.
4. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß vorzugsweise im mittleren Walzenbereich wenigstens eine ins
besondere starre Stützstelle (26) vorgesehen ist, in deren Bereich die
bahnberührte Umfangsfläche (22) eine entsprechend kleinere radiale
Nachgiebigkeit besitzt als im Bereich der beiden Walzenenden.
5. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere, in Axialrichtung einen Abstand voneinander aufwei
sende, insbesondere starre Stützstellen (26) vorgesehen sind, in de
ren Bereich die bahnberührte Umfangsfläche (22) jeweils eine ent
sprechend kleinere radiale Nachgiebigkeit besitzt als im Bereich der
beiden Walzenenden.
6. Walze nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine starre Stützstelle (26) zumindest teilweise
durch den Grundkörper (14) selbst gebildet ist.
7. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die bahnberührte Umfangsfläche (22) durch ein den Grundkör
per (14) umgebendes, insbesondere flexibles Rohrs (28) gebildet und
die flexible Schicht (18) bzw. das flexible Element (20) radial zwi
schen dem Grundkörper (14) und dem Rohr (28) angeordnet ist.
8. Walze nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das flexible Rohr (28) durch einen Gummibezug oder derglei
chen gebildet ist.
9. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest im Bereich der beiden Walzenenden eine flexible
Schicht (18) auf den Grundkörper (14) aufgebracht ist, die über ihre
axiale Länge eine konstante radiale Steifigkeit besitzt und zum je
weiligen Walzenende hin eine allgemein zunehmende Dicke (d) auf
weist.
10. Walze nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dicke (d) der flexiblen Schicht (18) zum jeweiligen Walze
nende hin zumindest im wesentlichen entsprechend der sich bei
maximalem Wickeldurchmesser ergebenden Durchbiegung des
Grundkörpers (14) zunimmt.
11. Walze nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (14) zum jeweiligen Walzenende hin zumindest
im wesentlichen entsprechend der zunehmenden Dicke (d) der flexi
blen Schicht (18) verjüngt ist.
12. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexible Schicht (18) durch eine gummielastische Schicht
gebildet ist.
13. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexible Schicht (18) durch eine inhomogene Schicht aus ge
schäumtem Material und/oder einer Wabenstruktur usw. gebildet
ist.
14. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zumindest im Bereich der beiden Walzenenden vorgesehene
flexible, vorzugsweise gummielastische Schicht (18) zwischen dem
Grundkörper (14) und dem insbesondere durch einen Gummibezug
oder dergleichen gebildeten flexiblen Rohr (28) vorgesehen ist.
15. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest im Bereich der beiden Walzenenden eine flexible
Schicht (18) auf den Grundkörper (14) aufgebracht ist, die über ihre
axiale Länge eine konstante Dicke (d) besitzt und zum jeweiligen
Walzenende hin eine allgemein zunehmende radiale Nachgiebigkeit
aufweist.
16. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere, in Axialrichtung einen Abstand voneinander aufwei
sende flexible Elemente (20) vorgesehen sind und zur Erzeugung der
im Bereich der beiden Walzenenden im Vergleich zum mittleren
Walzenbereich größeren radialen Nachgiebigkeit der bahnberührten
Umfangsfläche (22) deren gegenseitige Abstände entsprechend ge
wählt sind und/oder deren Nachgiebigkeit entsprechend unter
schiedlich ist.
17. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexiblen Elemente (20) zumindest teilweise jeweils durch ein
diskretes Federelement gebildet sind.
18. Walze nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexiblen Elemente (20) zumindest teilweise jeweils durch ei
nen gummielastischen ringförmigen Körper gebildet sind.
19. Walze nach Anspruch 17 oder 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexiblen Elemente (20) zumindest teilweise jeweils durch ein
sich über den Umfang des Grundkörpers (14) erstreckendes Feder
paket gebildet sind.
20. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexiblen Elemente (20) zumindest teilweise vorgespannt
sind.
21. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (14) als Hohlkörper vorgesehen ist.
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