Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Behandeln, insbe
sondere zum Lackieren, von Gegenständen, insbesondere
von Fahrzeugkarosserien, mit
- a) mindestens einem Bad, in dem sich eine Behandlungs
flüssigkeit, insbesondere ein Lack befindet, in
welche die Gegenstände eingetaucht werden sollen;
- b) einer Fördereinrichtung, mit welcher die Gegenstände
in einer kontinuierlichen oder intermittierenden
Translationsbewegung durch die Anlage geführt werden
können;
- c) einer Vielzahl von Eintaucheinrichtungen, die auf
einer über eine Verbindungsstruktur mit der Förderein
richtung verbundenen Tragstruktur jeweils einen Gegen
stand tragen und in der Lage sind, diesen Gegenstand
in das Bad einzutauchen.
Eine derartige Anlage ist in der DE 196 41 048 C2 beschrie
ben. Bei dieser sind die Eintaucheinrichtungen so ausge
bildet, daß die zu behandelnden Gegenstände, im dargestell
ten Ausführungsbeispiel zu lackierende Fahrzeugkarosserien,
unter Überlagerung der Translationsbewegung und einer
Drehbewegung um eine senkrecht zur Transportrichtung
ausgerichtete Achse in die Bäder eingetaucht und aus
dieser wieder herausgehoben werden. Die Verbindungsstruk
turen dieser Eintaucheinrichtungen sind dabei in sich
starre Haltegestelle, in deren in der Normalposition
unterem, mittlerem Bereich sich eine einzige Drehachse
für die Drehbewegung befindet. Sinn dieser Anordnung ist
es, auf einem verhältnismäßig kurzen Weg der Translations
bewegung die zu behandelnden Gegenstände in die Bäder
vollständig eintauchen zu können, so daß die Stirnwände
der Bäder steil und die Bäder insgesamt kurz sein können.
Nachteilig ist, daß die zu behandelnden Gegenstände
vollständig "auf den Kopf" gestellt werden müssen. Dies
erfordert bei Gegenständen, die ein erhebliches Gewicht
aufweisen, sehr aufwendige Halterungsgestelle und große
Kräfte. Handelt es sich bei den zu behandelnden Gegenstän
den um Fahrzegkarosserien, müssen deren bewegliche Teile,
zum Beispiel Türen, Kofferraum- und Motorhauben, gegen
ein Aufklappen gesichert werden. Außerdem lassen diese
bekannten Eintaucheinrichtungen nur eine einzige Kinematik
der Eintauchbewegung, eben die Drehbewegung, zu, was für
viele Gegenstände, die hierfür ungünstige Geometrien
aufweisen, nicht optimal ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Anlage
der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß unter
Verwendung von im wesentlichen gleich kurzen Bädern
eine Drehung der zu behandelnden Gegenstände um 180°
nicht erforderlich und die Kinematik des Eintauchvor
ganges ggf. variabler gestaltet werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
- a) die Verbindungsstruktur mindestens einen Schwenkarm,
der an der Fördereinrichtung um eine erste Achse
verschwenkbar angelenkt ist, und eine dem Schwenkarm
zugeordnete Antriebseinrichtung, mit welcher der
Schwenkarm verschwenkt werden kann, umfaßt;
- b) die Tragstruktur um eine zweite Achse, die einen
Abstand von der ersten Achse aufweist, verschwenkbar
an dem Schwenkarm angelenkt ist und
- c) eine Antriebseinrichtung vorgesehen ist, mit welcher
die Tragstruktur um die zweite Achse gegenüber dem
Schwenkarm verschwenkbar ist.
Erfindungsgemäß wird also innerhalb der Verbindungsstruk
tur, die jede Eintaucheinrichtung aufweist, eine doppelte
Verschwenkungsmöglichkeit vorgesehen: Zum einen verschwenkt
der Schwenkarm selbst gegenüber der Fördereinrichtung,
zum anderen die Tragstruktur gegenüber dem Schwenkarm.
Beide Schwenkbewegungen können unabhängig voneinander
durch jeweils eine gesonderte Antriebseinrichtung bewirkt
werden. Durch entsprechende Koordination der beiden
Antriebseinrichtungen läßt sich auch erreichen, daß der
Gegenstand bei einer Verschwenkung des Schwenkarmes seine
Orientierung gegenüber der Horizontalen oder Vertikalen
beibehält. Besondere Flexibilität erreicht die erfindungs
gemäße Anlage, wenn die beiden Schwenkfreiheitsgrade mit
einer geeigneten Linearbewegung des Fördersystemes gekop
pelt wird.
Zweckmäßigerweise sollte die Antriebseinrichtung für
die Verschwenkung der Tragstruktur gegenüber dem Schwenk
arm an einer Stelle angeordnet sein, die beim Verschwen
ken des Schwenkarmes nicht in das Bad eintaucht, und
über eine mechanische Verstelleinrichtung mit der Trag
struktur verbunden sein. Die Behandlungsflüssigkeiten
innerhalb der Bäder, auch Lacke, können so aggressiv
sein, daß die Antriebseinrichtung diesen Behandlungs
flüssigkeiten nicht ausgesetzt sein sollten. Die Ver
stelleinrichtungen dagegen können so unempfindlich aus
geführt werden, daß sie durch die Behandlungsflüssigkeit
keinen Schaden nehmen.
Besonders bevorzugt wird in dieser Hinsicht, daß die
Verstelleinrichtung ein Gestänge aufweist. Über ein
solches Gestänge lassen sich nicht nur erhebliche Kräfte
übertragen; es arbeitet robust und unempfindlich auch
in einer Umgebung, in der sich Substanzen auf ihm ablagern
können. Fest gewordene Ablagerungen können durch ein
solches Gestänge ohne weiteres abgesprengt werden.
Besonders vorteilhaft ist, wenn die Verstelleinrichtung
zwei Stangen umfaßt, die so einerseits an einem starr
mit der Tragstruktur verbundenen Teil und andererseits
an einem starr mit der Ausgangswelle der Antriebseinrich
tung verbundenen Teil angelenkt sind, daß sie niemals
gleichzeitig einen Totpunkt erreichen. Auf diese Weise
können problemlos Schwenkwinkel erzeugt werden, die
größer als 180° sind.
Grundsätzlich kann die mechanische Verstelleinrichtung
jedoch auch eine konventionelle Kette umfassen.
Eine vorteilhafte Ausführung der Erfindung zeichnet
sich dadurch aus, daß die Ausgangswelle der Antriebs
einrichtung des Schwenkarmes hohl ist und die Ausgangs
welle der Antriebseinrichtung für die Verschwenkung
der Tragstruktur koaxial durch die Ausgangswelle der
Antriebseinrichtung des Schwenkarmes hindurchgeführt
ist. Diese Bauweise ist besonders platzsparend.
Zweckmäßigerweise trägt der Schwenkarm ein Ausgleichs
gewicht, so daß das Drehmoment, welches zum Verschwen
ken des Dreharmes erforderlich ist, sehr klein gehalten
werden kann.
Ein ähnliches Ziel wird bei der Ausgetaltung der Erfindung
verfolgt, bei welcher der Schwenkarm mit einem Energie
speicher zusammenwirkt, welcher in der Lage ist, die bei
der Abwärtsbewegung des mit der Tragstruktur verbundenen
Endes des Schwenkarms frei werdende Energie zwischenzu
speichern, um sie bei dessen Aufwärtsbewegung wieder
zurückzugeben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Zeichnung näher erläutert; Es zeigen
Fig. 1: einen perspektivischen Ausschnitt aus einer
Tauchlackieranlage für Fahrzeugkarosserien;
Fig. 2: einen Schnitt durch die Anlage von Fig. 1
senkrecht zur Bewegungsrichtung der Fahrzeug
karosserien, gesehen von links unten;
Fig. 3: eine Seitenansicht des Ausschnittes der Lackier
anlage von Fig. 1;
Fig. 4: eine Seitenansicht eines Transportwagens, der
in der Lackieranlage verwendet wird, mit einer
hieran befestigten Fahrzeugkarosserie in normaler
Transportposition;
Fig. 5: eine Seitenansicht des Transportwagens ähnlich
der Fig. 4, in welcher die Fahrzeugkarosserie
jedoch aus der Transportposition zum Eintauchen
in ein Bad oder Austauchen aus dem Bad verschwenkt
ist;
Fig. 6: die Draufsicht auf den Transportwagen von
Fig. 5;
Fig. 7: eine perspektivische Ansicht des Transportwagens
samt Fahrzeugkarosserie von Fig. 4;
Fig. 8: einen Schnitt durch Fig. 6 gemäß der dortigen
Linie VIII-VIII;
Fig. 9: eine vergrößerte Detailansicht im Bereich
des mit dem Buchstaben A gekennzeichneten
Kreises von Fig. 2;
Fig. 10: eine vergrößerte Detailansicht im Bereich
des mit dem Buchstaben B gekennzeichneten
Kreises von Fig. 2.
Die in der Zeichnung dargestellte Tauchlackieranlage
für Fahrzeugkarosserien umfaßt eine eine Vielzahl von
senkrechten Ständern und horizontalen Trägern aufweisende
Stahlkonstruktion 1, in der ein Badbehälter 2 aufge
hängt sind. Der Badbehälter 2 ist bis zu einem bestimmten
Spiegel mit flüssigem Lack angefüllt, in welche Fahrzeug
karossieren 4 eingetaucht werden sollen. Diese Fahrzeug
karosserien 4 werden hierzu mit Hilfe von einzelnen
Transportwagen 5 in Richtung des Pfeiles 6 (vgl. Fig. 1)
transportiert, wobei diese Translationsbewegung der
einzelnen Transportwagen 5 unabhängig voneinander erfolgen
kann und im Zuge dieser unabhängigen Bewegungen Verlang
samungen, Beschleunigungen, Stopps und auch Bewegungsum
kehrungen möglich sind. Insgesamt erfolgt jedoch ein
Transport der Fahrzeugkarosserien 4 in Richtung des Pfeiles
6 von Fig. 1.
Die genaue Bauweise der Transportwagen 5 ist in den
Fig. 4 bis 10 näher dargestellt. Wie insbesondere
die Fig. 6 und 7 zeigen, besitzt jeder Transportwagen
5 zwei Längstraversen 7, 8, an deren Unterseite jeweils
zwei Doppelräder 9, 10 bzw. 11, 12 um eine horizontale
Achse drehbar gelagert sind. Zusätzlich sind die Räder 9
bis 12 jeweils mit Hilfe eines in Einzelnen nicht darge
stellten Drehschemels um eine vertikale Achse verdrehbar,
so daß die Ausrichtung der Doppelräder 9 bis 12 gegenüber
den jeweiligen Längstraversen 7, 8 verändert werden kann.
Die Doppelräder 9, 10 rollen auf einer ersten Lauffläche 13
und die Doppelräder 11, 12 auf einer hierzu parallen
zweiten Lauffläche 14 ab. Die Laufflächen 13, 14 sind
ihrerseits auf jeweils einem I-Profilträger 15, 16 montiert,
der von dem Stahlbau 1 getragen wird (vgl. insbesondere
Fig. 2).
In der Mitte der in den Fig. 6 und 7 rechten, zweiten
Lauffläche 14 ist eine Führungsrippe 17 angebracht, die
von eine komplementäre Ausnehmung aufweisenden Führungs
gliedern 18 (vgl. Fig. 10) übergriffen wird. Jeweils ein
Führungsglied 18 ist mit dem Drehschemel eines zugeordneten
Doppelrads 11 bzw. 12 so verbunden, daß es dieses Doppelrad
11 bzw. 12 entsprechend dem Verlauf der Führungsrippe 17
um die vertikale Achse verdreht. Auf diese Weise folgen
die Doppelräder 11, 12 der Lauffläche 14. Die der ersten,
in den Fig. 6 und 7 linken Lauffläche 13 zugeordneten
Doppelräder 9, 10 dagegen sind als reine Nachlaufräder
konzipiert; das heißt, es sind keine gesonderten Führungs
mittel zur Beeinflussung der Winkellage der Räder um deren
vertikale Drehachse vorgesehen. Auf diese Weise können
die Genauigkeitsanforderungen an die Führungsmittel, mit
denen die Transportwagen 5 auf den Laufflächen 13, 14
gehalten werden, gering gehalten werden.
Die Fahrzeugkarosserien 4 werden auf den Transportwagen
5 mit Hilfe einer Eintauchvorrichtung getragen, die
beidseits der Fahrzeugkarosserien 4 jeweils eine Schwenk
vorrichtung umfaßt. Jede dieser Schwenkvorrichtungen
besitzt einen Schwenkarm 50, 51, der sich in noch zu
beschreibender Weise in einer vertikalen Ebene, die
parallel zur Förderrichtung verläuft, verschwenken kann.
Hierzu ist jeder Schwenkarm 50, 51 über eine Stummel
welle 52, 53, die senkrecht zur Förderrichtung verläuft,
mit der Ausgangswelle eines Getriebes 54, 55 verbunden.
Das Getriebe 54, 55 ist an der jeweiligen Längstraverse
7, 8 des Transportwagens 5 etwa in deren mittlerem Be
reich befestigt. Es wird von einem Motor 56 bzw. 57
angetrieben, der seitlich an das Getriebe 54, 55 ange
flanscht ist.
Die in Bewegungsrichtung hinteren Enden der Schwenkarme
50, 51 sind gelenkig mit einer Lasche 58, 59 verbunden,
die sich in der normalen, in Fig. 4 dargestellten Trans
portposition senkrecht vom entsprechenden Schwenkarm
50, 51 nach unten erstreckt. Die unteren Enden der La
schen 58, 59 sind über eine senkrecht zur Bewegungsrich
tung verlaufende Quertraverse 60 miteinander verbunden,
die ihrerseits starr mit dem mittleren Bereich einer
Tragplattform 61 für die Fahrzeugkarosserie 4 in Ver
bindung steht. Die Erstreckungsrichtung der beiden La
schen 58, 59 verläuft dabei senkrecht zur Ebene der
Tragplattform 61.
Die Winkelstellung, welche die Laschen 58, 59 gegenüber
den Schwenkarmen 50, 51 einnehmen, wird jeweils durch
eine Verstelleinrichtung bestimmt, die insgesamt das
Bezugszeichen 62 bzw. 63 trägt. Jede dieser Verstellein
richtungen 62, 63 umfaßt ein Gestänge mit zwei parallelen
Schubstangen 64, 65 bzw. 66, 67, die an ihren gegenüber
liegenden Enden jeweils über eine Verbindungslasche 68,
69 bzw. 70, 71 miteinander verbunden sind. Die in Bewe
gungsrichtung hinteren Verbindungslaschen 69 bzw. 71
sind an ihrem unteren Ende starr an der Quertraverse 60
festgemacht.
Die in Bewegungsrichtung vorne liegende Verbindungslaschen
70, 71 dagegen sind starr jeweils mit einer Stummel
welle verbunden, die in der Zeichnung nicht erkennbar ist,
da sie sich koaxial durch die zugeordnete, als Hohlwelle
ausgebildete Stummelwelle 52, 53 hindurcherstreckt.
Diese weiteren Stummelwellen verlaufen auch durch die
Getriebe 54, 55 hindurch und sind an die Ausgangswellen
weiterer Getriebe 78, 79 angekoppelt, die seitlich an
den Getrieben 54, 55 befestigt sind. Auch an die Getriebe
78, 79 sind Antriebsmotoren 80, 81 angeflanscht.
Die vorderen Enden der beiden Schwenkarme 50, 51 tragen
gemeinsam ein Gegengewicht 88, so daß die auf die Stummel
wellen 52, 53 wirkenden Drehmomente annähernd bei aufge
setzter Fahrzeugkarosserie 4 ausbalanciert sind.
Die Doppelräder 19 bis 12 der Transportwagen 5 sind selbst
nicht angetrieben. Der Vorwärtstrieb der Transportwagen
5 erfolgt vielmehr über einen gesonderten Antrieb, der
nachfolgend anhand der Fig. 5 bis 10 näher erläutert
wird.
Parallel zu den beiden Laufflächen 13, 14 erstrecken
sich zwei senkrecht ausgerichtete, stationäre Antriebs
flansche 26, 27. Diese wirken jeweils mit einem Preßrol
lenantrieb 28 bzw. 29 zusammen, der an der Seitenfläche
der benachbarten Längstraverse 7, 8 mittels einer Lasche
30 bzw. 31 befestigt ist. Die Preßrollenantriebe 28, 29
umfassen jeweils einen elektrischen Antriebsmotor 32, 33
und ein Antriebsgetriebe 34, 35. Letzteres treibt die pa
rallelen, vertikalen Achsen zweier Preßrollen 36, 37
bzw. 38, 39 an, die von beiden Seiten her gegen den
jeweils zugeordneten Antriebsflansch 26 bzw. 27 angepreßt
werden. Werden die Antriebsmotoren 32, 33 bestromt, laufen
die Preßrollen 36, 37 bzw. 38, 39 auf den jeweiligen
Seitenflächen der Antriebsflansche 26, 27 ab und bewegen
dabei den Transportwagen 5 auf den Laufflächen 13, 14
vorwärts.
Jeder Transportwagen 5 umfaßt seine eigene Wagensteuerung,
unter deren Regime er sowohl seine Translationsbewegung
entlang der Laufflächen 13, 14 als auch die Eintauchbewe
gung der Fahzeugkarosserien 4 ausführt.
Die Funktion der oben beschriebenen Tauchlackieranlage
insgesamt ist wie folgt:
Die zu lackierenden Fahrzeugkarosserien 4 werden jeweils
auf einen eigenen Transportwagen 5 aufgesetzt und so dem
Bad 2 zugeführt. Hat das vorauseilende Ende einer Fahr
zeugkarosserie 4 den Beginn des Bades 2 erreicht, entschei
det die Wagensteuerung, ob diese Fahrzeugkarosserie 4 in
dieses Bad 2 eingetaucht werden soll. Wird dies bejaht, wird
der Eintauchvorgang eingeleitet. Dieser kann mit Hilfe
der beschriebenen Schwenkvorrichtung in sehr unterschied
lichen Kinematiken durchgeführt werden, wie nunmehr anhand
der Fig. 4 und 5 näher erläutert wird.
Ausgangspunkt der Betrachtung ist die Fig. 4, welche,
wie schon erwähnt, die "normale" Transportposition des
Transportwagens 5 darstellt. In dieser verlaufen sowohl
die Schwenkarme 50, 51 als auch die Tragplattform 61
und die auf dieser befestigte Karosserie 4 horizontal.
Nun sei angenommen, daß durch entsprechende Bestromung
der auf die Getriebe 54, 55 wirkenden Motoren 56, 57
die Schwenkarme 50, 51 um einen bestimmten Winkel ver
schwenkt werden. Die Antriebsmotoren 80, 81 der Verstell
einrichtungen 62, 63 sollen bei dieser Bewegung so bestromt
werden, daß sich die Laschen 58, 59 um denselben Winkel
verdrehen. Dann verändert sich die geometrische Zuordnung
der einzelnen Komponenten dieser Verstelleinrichtungen,
nämlich der Schubstangen 64, 65, 66, 67 und der Verbin
dungslaschen 68, 69, 70, 71 gegenüber den Schwenkarmen
50, 51 nicht. Die Tragplattform 61 und die Karosserie 4
verlaufen daher zunächst weiterhin parallel zur Richtung
der Schwenkarme 50, 51; sie machen die Schwenkbewegung
der Schwenkarme 50, 51 um denselben Winkel mit. Die
Tragplattform 61 wird dabei angehoben. Die Anlenkpunkte
zwischen den Schwenkarmen 50, 51 und den in Bewegungsrich
tung hinteren Verbindungslaschen 58, 59 bewegen sich dabei
auf Kreisen, deren Durchmesser dem Abstand zwischen diesen
Anlenkpunkten und den Achsen der Stummelwellen 52, 53 ent
spricht.
Statt der oben geschilderten Schwenkbewegung, bei welcher
Tragplattform 61 und Schwenkarme 50, 51 parallel blieben,
ist es möglich, mit Hilfe der Verstelleinrichtungen 62,
63 die Winkelposition der Verbindungslaschen 58, 59, damit
die Winkelposition der Tragplattform 61 und der Fahrzeug
karosserie 4 gegenüber den Schwenkarmen 50, 51 zu verändern.
Dies geschieht durch entsprechende Bestromung der Antriebs
motoren 80 und 81. Hierdurch werden die in Bewegungsrichtung
vorne liegenden Verbindungslaschen 68, 70 verschwenkt. Die
Schwenkbewegung dieser Verbindungslaschen 68, 70 wird
über die Schubstangen 64, 65, 66, 67 auf die hinteren
Verbindungslaschen 69, 71 übertragen, was zu einer
Verschwenkung der Tragplattform 61 und der Fahrzeugkaros
serie 4 gegenüber den Schwenkarmen 50, 51 führt. Auf
diese Weise ist es z. B. möglich, die in Fig. 5 darge
stellte Position der Fahrzeugkarosserie 4 zu erhalten.
Selbstverständlich können die durch die Verschwenkung
der Schwenkarme 50, 51 und durch die Betätigung der
Verstelleinrichtungen 62, 63 hervorgerufenen Bewegungen
gleichzeitig durchgeführt und somit überlagert werden.
All diesem läßt sich, wiederum unabhängig, die Transla
tionsbewegung der Transportwagen 5 superponieren.
Ein möglicher Bewegungsablauf beim Eintauchen einer
Fahrzeugkarosserie 4 in ein Bad 2 ist folgender: Zunächst
wird der Transportwagen 5 so weit über das Bad 2 gefah
ren, bis der vordere Bereich der Tragplattform 61 bis
etwa hinter die Verbindungslasche 71 über dem Bad 2 steht.
Nun wird durch entsprechende Bestromung der die Verstell
einrichtungen 62, 63 betätigenden Motoren 80, 81 die
Tragplattform 61 annähernd senkrecht gestellt. Dabei taucht
der vordere Bereich der Fahrzeugkarosserie 4 in kurzem
Abstand hinter der Stirnwand des Bades 2 in das Bad 2 ein.
Nunmehr werden die bisher nach wie vor horizontal verlau
fenden Schwenkarme 50, 51 mit Hilfe der Elektromotoren
56, 57 gegen den Uhrzeigersinn verschwenkt, so daß die
die Tragplattform 61 tragenden hinteren Enden der Schwenk
arme 50, 51 nach unten in das Bad 2 gebracht werden. Bei
dieser Schwenkbewegung werden gleichzeitig die Verstell
einrichtungen 62, 63 so betätigt, daß die vertikale
Ausrichtung der Tragplattform 61 erhalten bleibt. Gleich
zeitig werden die Antriebe 28, 29 des Transportwagens 5
aktiviert; der Transportwagen 5 fährt während der geschil
derten Schwenkbewegungen der Schwenkarme 50, 51 und der
Transportplattform 61 so rückwärts, daß der Abstand
zwischen der Tragplattform 61 und der benachbarten Stirn
wand des Bades 2 etwa konstant bleibt. Auf diese Weise
taucht die Fahrzeugkarosserie 4 praktisch senkrecht in
das Bad 2 ein.
Ist eine ausreichende Eintauchtiefe erreicht, wird die
Verschwenkung der Schwenkarme 50, 51 beendet. Nun wird
mit Hilfe der beiden Verstelleinrichtungen 62, 63 eine
Schwenkbewegung der Tragplattform 61 zurück in die Hori
zontale eingeleitet. Damit bei dieser Schwenkbewegung der
Tragrahmen 61 nicht an der benachbarten Stirnwand des Bades
2 anstößt, wird durch Aktivierung der Antriebe 28, 29
der Transportwagen 5 so linear bewegt, daß sich das hintere
Ende des Tragrahmens 61 in etwa konstantem Abstand von
der Stirnwand des Bades 2 nach unten bewegt. Hat der
Tragrahmen 61 dann die horizontale Ausrichtung erreicht,
werden die Verstelleinrichtungen 62, 63 stillgesetzt. Die
Karosserie 4 bewegt sich nunmehr mit Hilfe des Transport
wagens 5 in horizontaler Ausrichtung durch das Bad 2.
Gegebenenfalls kann bei dieser Bewegung durch entsprechende
gegensinnige Bestromung der Motoren 80, 81 der Verstell
einrichtungen 62, 63 eine Wippbewegung der Tragplattform
61 bewirkt werden.
Hat der Transportwagen 5 das Ende des Bades 2 erreicht,
wird die Tragplattform 61 durch eine kombinierte Schwenk
bewegung der Schwenkarme 50, 51, der Verstelleinrichtun
gen 62, 63 und gegebenenfalls eine überlagerte Linearbe
wegung des gesamten Transportwagens 5 wieder aus dem
Bad 2 herausgehoben und in die "normale" Transportposi
tion der Fig. 4 gebracht. Der Bewegungsablauf kann dabei
umgekehrt zum Eintauchvorgang oder auch mit einer voll
ständig anderen Kinematik erfolgen.
Je nach Wunsch kann die Translationsbewegung des Transport
wagens 5 bei eingetauchter Fahrzeugkarosserie 4 verlangsamt
oder angehalten werden.
Bei Bedarf kann die Fahrzeugkarosserie 4 oberhalb des Bades
2 in unterschiedliche Winkelpositionen gebracht werden, um
ein möglichst vollständiges Auslaufen und Abtropfen des
Lacks in das zugeordnete Bad 2 zu ermöglichen und auf
diese Weise die Verschleppung von Lack zu minimieren.
Sodann wird durch Betätigung der Preßrollenantriebe
28, 29 die Translationsbewegung des Transportwagens 5
wieder aufgenommen, ggfs. mit höherer Geschwindigkeit,
bis die Fahrzeugkarosserie 4 beispielsweise ein in Bewe
gungsrichtung folgendes, weiteres Bad 3 erreicht hat.
Dort können dieselben Vorgänge erneut ablaufen, wie dies
für das erste Bad 2 beschrieben wurde.
In bestimmten Lackieranlagen folgen unterschiedliche
Fahrzeugkarosserien 4 aufeinander, die in unterschiedlicher
Weise behandelt werden müssen. Dies ist mit der beschrie
benen Lackieranlage ohne weiteres möglich. Beispielsweise
kann ein Bad 2 vollständig überfahren werden; die Fahrzeug
karosserie 4 kann auch mit einer rückwärts gerichteten,
kombinierten Schwenk- und Translationsbewegung in das frag
liche Bad 2, 3 eingetaucht werden.
Da, wie erwähnt, aufeinanderfolgende Fahrzeugkarosserien
4 in unterschiedlicher Weise in den Bädern behandelt
werden können, können sich unterschiedliche Abstände
zwischen aufeinanderfolgenden Transportwagen 5 einstellen.
Diese unterschiedlichen Abstände können auf Wunsch durch
entsprechende Beschleunigung bzw. Verzögerung aufeinander
folgender Transportwagen 5 wieder vergleichmäßigt werden.
Am Anfang der Lackieranlage befindet sich eine nicht dar
gestellte Aufgabestation, an welcher die einzelnen Fahr
zeugkarosserien 4 auf einen stehenden Transportwagen 5
aufgesetzt und an diesem befestigt werden. In entspreche
nder Weise befindet sich am Ende der Lackieranlage eine Ab
nahmestation, an welcher die Fahrzeugkarosserien 4 von
einem stehenden Transportwagen 5 abgenommen werden.
Sowohl die Aufgabe- als auch die Abnahmestation können
als Hubstationen ausgebildet sein. In der Abnahmestation
wird der entleerte Transportwagen 5 nach unten abgesenkt,
bis die Laufflächen 13, 14, die sich auch in die Abnahme
station hinein fortsetzen, mit parallelen Laufflächen
fluchten, die sich in einem Untergeschoß des Stahlbaues
1 zurück bis zur Aufgabestation erstrecken. Die leeren
Transportwagen 5 werden auf diesen Laufflächen unterhalb
der Bäder 2 entgegen der Richtung des Pfeils 6 zur Aufga
bestation gebracht, was mit einer höheren Geschwindigkeit
geschehen kann. In der Aufgabestation werden die Trans
portwagen 5 wieder auf das Niveau der oberen Laufflächen
13, 14 gebracht und, wie schon beschrieben, mit neuen zu
lackierenden Fahrzeugkarosserien 4 bestückt.
Selbstverständlich können die Transportwagen 5 auch
auf eine andere Art wieder zum Einlaß der Anlage zurück
gebracht werden.
Wie insbesondere der Fig. 1 zu entnehmen ist, befinden
sich sämtliche Fördertechnikkomponenten der beschriebenen
Lackieranlage seitlich von dem Bad 2, so daß die in dem
Bad 2 befindliche Flüssigkeit von diesen Fördertechnik
komponenten nicht verschmutzt werden kann.