DE10103642A1 - Aktuator - Google Patents
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Abstract
Aktuator (1) mit einer trocken laufenden Kupplung (6) und einem trocken laufenden Getriebe (12), wobei ein Teil der Kupplung (6) in dem Getriebe (12) integriert ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen Aktuator nach der im
Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art.
Aktuatoren werden in einer Vielzahl von technischen
Anwendungen Verwendet, so z. B. bei Lenksystemen, die ohne
mechanische Kopplung zwischen Lenkhandrad und gelenkten
Fahrzeugrädern arbeiten. Diese Lenksysteme werden als
steer-by-wire-Lenksysteme bezeichnet. Diese Lenksysteme
weisen einen mit dem Lenkhandrad gekoppelten Lenkhandradak
tuator auf, der sich beispielsweise aus Elektromotor, Lenk
winkel- und/oder Drehmomentsensor zusammensetzt. Dieser
Lenkhandradaktuator ist über eine elektronische Regelung
mit einem Lenkaktuator verbunden, der elektrisch, hydrau
lisch oder pneumatisch arbeiten kann. Die Differenz zwi
schen einem vorgegebenen Soll-Wert und einem gemessenen
Ist-Wert wird von einer Erfassungseinheit erfaßt und an ein
Steuergerät übermittelt. Eine Elektronikeinheit berechnet
dann aus diesem Signal und in Abhängigkeit von weiteren
Faktoren wie z. B. Fahrzeuggeschwindigkeit, Querbeschleuni
gung, Fahrbahnoberfläche und Beladungszustand ein erforder
liches Hilfsmoment, das über den Lenkaktuator auf die zu
lenkenden Räder des Kraftfahrzeuges übertragen wird. Um dem
Fahrer Rückmeldung über den momentanen Fahrzustand übermit
teln zu können, wird über den Lenkhandradaktuator ein ent
sprechendes Signal auf das Lenkhandrad übertragen, sodaß
der Fahrer ein gleiches Lenkgefühl wahrnimmt, wie er es von
herkömmlichen, mechanisch gekoppelten Lenksystemen gewohnt
ist. Neben den Baugruppen Lenkaktuator, Lenkhandradaktuator
und Regelsystem weisen solche steer-by-wire-Lenksysteme
häufig noch ein Rückfallsystem auf, das z. B. aus einer
durch eine Kupplung unterbrochene Lenksäule bestehen kann.
Diese Kupplung muß unter Last schaltbar sein, um die volle
Funktionalität des steer-by-wire-Lenksystems zu gewährlei
sten. Die Kupplung wird im normalen Betriebszustand ge
schmiert, dadurch muß die Anpreßkraft der Kupplungsfeder
und demzufolge auch die für das Öffnen notwendige magneti
sche Kraft erhöht werden. Dies bedingt eine größere magne
tische Spule. Meist ist jedoch keine Einbauraumvergrößerung
möglich, so daß die Kupplung möglichst klein bauen muß, um
überhaupt im Fahrzeug integriert werden zu können. Aus die
ser Forderung heraus ergibt sich eine trocken laufende
Kupplung, die platzsparend eingebaut werden kann.
In der DE 198 05 015 C1 ist ein Lenksystem beschrie
ben, das einen hydraulischen Aktuator aufweist, der über
ein elektrisches Regelventil einen Zylinder ansteuert. Das
beschriebene Lenksystem weist zudem eine Lenksäulenverbin
dung mit einer hydraulischen Kupplung auf. Diese Kupplung
hat die Aufgabe in Notfällen eine mechanische Zwangskopp
lung zwischen Lenkhandrad und gelenkten Rädern herzustel
len. Die verwendete Kupplung ist durch Federkraft in
schließender Richtung beaufschlagt und kann durch Einspei
sung von hydraulischem Druck in ein Verdrängeraggregat ge
öffnet werden.
Nachteilig an dem in der DE 198 05 015 C1 beschriebe
nen Lenksystem ist die Tatsache, daß es für elektrische
Regelventile in hydraulischen Lenksystemen kaum Seriener
fahrungen gibt, was ein hohes Risiko und einen hohen Ent
wicklungsaufwand bedeutet. Zudem fällt das Lenksystem bei
Ausfall des Regelsystems in eine mechanische Lenkung zu
rück, was für den Fahrer große Lenkkräfte bedeutet. Erfolgt
diese Reaktion plötzlich, kann dies zu Fehlreaktionen beim
Fahrer führen.
Desweiteren sind Lenksysteme bekannt, die mit einer
Kupplung und einem elektrischen Aktuator ausgerüstet sind.
Bei diesen Lenksystemen ist vor allem eine ausreichende
Energieversorgung bei großen Lenkkräften schwierig umzuset
zen.
Alle diese Lenksysteme haben zusätzlich das Problem
des Einbauraums. Die verwendeten Bauteile müssen sich
leicht ein- und ausbauen lassen können, ohne dabei mit an
deren Aggregaten im Motorraum zu kollidieren. Die Kupplung,
die unter Last schaltbar ist, darf keinen großen Bauraum in
Anspruch nehmen, vielmehr sollte sie sich in anderen Kompo
nenten integrieren lassen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde
einen Aktuator darzustellen, der trotz kompakter Einbaumaße
hohe Kupplungsmomente übertragen kann und unter Last
schaltbar ist.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch
einen, auch die kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruchs
aufweisenden, gattungsgemäßen Aktuator gelöst.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt insbesondere dadurch,
daß in dem Aktuator die Kupplung und das Getriebe trocken
laufen und ein Teil der Kupplung in dem Getriebe integriert
ist. Die Kupplung kann auch unter Last geöffnet werden.
Eine Stirnverzahnung überträgt dabei ein Drehmoment in Ab
hängigkeit von Verzahnungswinkel, Reibwert, Anpreßkraft der
Kupplungsfeder und Durchmesser der Stirnverzahnung. Diese
Faktoren müssen so gewählt werden, daß keine Selbsthemmung
der Kupplung auftreten kann, welche ein Öffnen der Kupplung
unter Last ausschließen würde. Aufgrund des wesentlich hö
heren Reibwertes einer trocken laufenden Kupplung kann der
Durchmesser der Stirnverzahnung der Kupplungsscheiben klei
ner gewählt werden, wodurch sie leichter im Fahrzeug inte
griert werden kann. Eine Kupplungsscheibe ist gleichzeitig
Teil des Getriebes, was zu einer hohen Funktionalität bei
kleinem Einbauraum führt. Durch die Integration des Getrie
bes muß dieses aufgrund der Forderung nach einer trocken
laufenden Kupplung und einer kompakten Bauweise auch troc
ken laufen. Aufgrund dieser Forderungen muß eine geeignete
Verzahnung des Getriebes gewählt werden, die hohe Funktio
nalität und Trockenlauf miteinander verbindet. Um die Ge
fahr eines Verklemmen der Zahnräder des Getriebes zu redu
zieren, wählt man bei einem trocken laufenden Getriebe auf
grund eines höheren Reibwertes eine größere positive Pro
filverschiebung am treibenden Zahnrad mit kleiner Zähnezahl
und eine kleine positive bis negative Profilverschiebung am
getriebenen Zahnrad mit großer Zähnezahl. Zusätzlich ver
kleinert man bei der trocken laufenden Verzahnung die Ein
trittseingriffsstrecke und vergrößert die Austrittsein
griffsstrecke. Die trocken laufende Verzahnung kann als
progressives oder degressives Reibsystem ausgelegt werden.
Ein progressives Reibsystem am Eintrittsbeginn hat bei
Trockenlauf die Tendenz die Flanken der Verzahnung aufzu
rauhen, während ein degressives Reibsystem bei Trockenlauf
am Zahnaustritt die Flanken eher glättet. Der Übergang vom
progressiven zum degressiven Reibsystem erfolgt im Wälz
punkt. Bei weit vom Wälzpunkt entfernt liegenden Punkten
auf der Eingriffsstrecke, gleitet ein großer Abschnitt der
Gegenzahnkopfkante der Verzahnung an einem kleinen Ab
schnitt der Zahnfußflanke vorbei. Aufgrund des kleinen
Krümmungsradius steigt hier die Hertz'sche Pressung in der
Verzahnung stark an. Bei großen Reibungswinkeln, d. h. große
Reibwerte und große Abstände vom Wälzpunkt besteht die Ge
fahr des Verklemmens der Verzahnung, da die resultierende
Kraft nicht mehr unterhalb des Drehpunktes der Verzahnung
zeigt. Bei Ritzeln mit kleinen Zähnezahlen erzielt man mit
einer großen Profilverschiebung am treibenden Rad eine
kleine Eintrittseingriffsstrecke und eine große Aus
trittseingriffsstrecke. Die Verzahnung des Getriebes zeich
net sich dadurch aus, daß zumindest die Laufflächen eines
der Zahnräder beschichtet sind, und. die Laufflächen der
Verzahnung eine höhere Verschleißfestigkeit und einen nied
rigeren Reibungskoeffizienten aufweisen als das jeweils
zugehörige Grundmaterial. Durch eine geeignete Wahl der
Beschichtung der Zahnräder des Getriebes kann eine Wir
kungsgradverbesserung und eine Erhöhung der Dauerfestigkeit
erreicht werden. Hierbei sind vor allem PVD-Beschichtungen,
galvanische und mechanische Beschichtungen sowie Beschich
tungen durch Ionenimplantation zu erwähnen.
Nachfolgend ist anhand der Figur ein Ausführungsbei
spiel eines erfindungsgemäßen Aktuators näher beschrieben.
Die einzige Figur zeigt einen Schnitt durch einen er
findungsgemäßen Aktuator, der Teil eines steer-by-wire-
Lenksystems ist.
Ein Aktuator 1 weist einen Lenkhandradaktuator 2 und
einen Lenkaktuator 3 auf, die in einem Gehäuse 4 integriert
sind. Der Lenkhandradaktuator 2 und der Lenkaktuator 3 ste
hen über eine Kupplung 6 und ein Getriebe 12 in Wirkverbin
dung. Eine Eingangswelle 5 des Lenkhandradaktuators 2 ist
mit einer nicht dargestellten Lenksäule verbunden. Über
die, eine selbsthemmende Stirnverzahnung 7 aufweisende,
Kupplung 6, kann die Eingangswelle 5 mit einem Getrieberad
8 in Eingriff gebracht werden. Das Getrieberad 8 greift in
ein Antriebsritzel 9 ein, das mit einer Antriebswelle 10
eines Elektromotors 11 des Lenkaktuators 3 verbunden ist.
Das Getrieberad 8 übernimmt gleichzeitig die Funktion einer
Kupplungsscheibe 13. Das Getrieberad 8 steht mit einem
Drehschieberventil 14 in Wirkverbindung. Das Drehschieber
ventil 14 enthält zwei Ventilelemente, die koaxial ineinan
der beweglich angeordnet und zum Erzielen eines Steuerweges
begrenzt zueinander verdrehbar angeordnet sind.
Dabei ist ein erstes Ventilelement, das mit einem Ventil-
Eingangsglied 15 verbunden ist, als radial innenliegender
Drehschieber 16 ausgebildet. Ein zweites Ventilelement ist
mit einem Ventil-Ausgangsglied 17 drehfest verbunden und
als radial außenliegende Steuerbuchse 18 ausgebildet. Der
Drehschieber 17 ist zusätzlich über eine einen Steuerweg
begrenzende Totgangkupplung mit einem Antriebsritzel 19
verbunden. Ein in dem Antriebsritzel 19 spielfrei einge
presster Stift 20 greift zur Drehmitnahme in die Steuer
buchse 18 ein.
Beide Ventilelemente weisen Steuerlängsnuten auf, die we
nigstens zu einem Teil in ihrer axialen Erstreckung be
grenzt sind und zur Steuerung eines Druckmittels von oder
zu einem der zwei Arbeitsräume eines nicht dargestellten
Servomotors dienen. Zur Rückstellung der beiden Ventilele
mente aus einer ausgelenkten Stellung in ihre Neutralstel
lung dient eine Drehstabfeder 21. Das Antriebsritzel 19
steht über seine Verzahnung im Eingriff mit einer Zahnstan
ge 22, die in dem Gehäuse 4 axial verschiebbar geführt ist.
Über ein federbelastetes Druckstück 23 wird ein definiertes
Verzahnungsspiel zwischen Antriebsritzel 19 und Zahnstan
ge 22 eingestellt.
1
Aktuator
2
Lenkhandradaktuator
3
Lenkaktuator
4
Gehäuse
5
Eingangswelle
6
Kupplung
7
Stirnverzahnung
8
Getrieberad
9
Antriebsritzel
10
Antriebswelle
11
Elektromotor
12
Getriebe
13
Kupplungsscheibe
14
Drehschieberventil
15
Ventil-Eingangsglied
16
Drehschieber
17
Ventil-Ausgangsglied
18
Steuerbuchse
19
Antriebsritzel
20
Stift
21
Drehstabfeder
22
Zahnstange
23
Druckstück
Claims (9)
1. Aktuator (1), mit einer trocken laufenden Kupp
lung (6) und einem trocken laufendem Getriebe (12), dadurch
gekennzeichnet, daß ein Teil der Kupp
lung (6) in dem Getriebe (12) integriert ist.
2. Aktuator (1) nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein Getrieberad (8) gleich
zeitig als Kupplungsscheibe (13) verwendet werden kann.
3. Aktuator (1) nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Kupplung (6) unter Last
geschaltet werden kann.
4. Aktuator (1) nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Kupplung (6) eine
selbsthemmende Stirnverzahnung (7) aufweist.
5. Aktuator (1) nach einem der vorangegangenen Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß zumin
dest ein Zahnrad des Getriebes (12) beschichtete Laufflä
chen aufweist.
6. Aktuator (1) nach Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Laufflächen eine höhere
Verschleißfestigkeit und einen niedrigeren Reibungskoeffi
zienten aufweisen als das jeweils zugehörige Grundmaterial.
7. Aktuator (1) nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß das trocken laufende Ge
triebe (12) aufgrund eines höheren Reibwertes eine größere
positive Profilverschiebung am treibenden Zahnrad mit klei
ner Zähnezahl und eine kleine positive bis negative Profil
verschiebung am getriebenen Zahnrad mit großer Zähnezahl
aufweist.
8. Aktuator (1) nach einem der vorangegangenen Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß durch
eine PVD-, galvanische oder mechanische Beschichtung der
Oberfläche der Zahnräder des Getriebes (12) oder durch Io
nenimplantation eine Wirkungsgradverbesserung und eine Er
höhung der Dauerfestigkeit erreicht wird.
9. Verwendung von mindestens einem Aktuator (1) in
einem Lenksystem, der nach einem der vorangegangenen Pa
tentansprüche ausgebildet ist, sich aus einem Lenkaktua
tor (3) und einem Lenkhandradaktuator (2) zusammensetzt und
über Kupplung (6) und Getriebe (12) miteinander in Wirkver
bindung stehen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE2001103642 DE10103642A1 (de) | 2001-01-27 | 2001-01-27 | Aktuator |
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|---|---|---|---|
| DE2001103642 DE10103642A1 (de) | 2001-01-27 | 2001-01-27 | Aktuator |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=7671915
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|---|---|---|---|
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