DE10101796A1 - Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten, welches einen Piezoaktor (2), einen mechanischen Übersetzer (3) zur Übersetzung des Hubes des Piezoaktors (2), ein Rückstellelement (4) und einen Betätigungskolben (6) zur Betätigung eines Ventilglieds aufweist. Dabei ist der mechanische Übersetzer (3) in Betätigungsrichtung des Piezoaktors zwischen dem Piezoaktor (2) und dem Rückstellelement (4) angeordnet. Somit übersetzt der mechanische Übersetzer (3) in Betätigungsrichtung den Piezoaktorhub und in umgekehrter Richtung die Rückstellkraft des Rückstellelements (4).
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ventil zum Steuern
von Flüssigkeiten gemäß der Gattung des Patentanspruchs 1.
Ventile zum Steuern von Flüssigkeiten sind in unterschied
lichen Ausgestaltungen bekannt. Dabei wird in jüngster Zeit
verstärkt die Verwendung von Piezoaktoren zur Auslösung des
Ventils vorgeschlagen. Da die Piezoaktoren einen relativ
geringen Hub aufweisen, wurde vorgeschlagen, diesen Hub
mittels Übersetzern in eine größere Hubbewegung zu überset
zen. Dabei können mechanische oder hydraulische Übersetzer
verwendet werden. Bei der Verwendung von hydraulischen
Übersetzern wurde festgestellt, dass die Steifigkeit von
Ventilen mit hydraulischen Übersetzern im Vergleich zu de
nen mit mechanischen Übersetzern relativ gering ist. Diese
geringe Steifigkeit wirkt sich nachteilig auf die Ein
spritzgenauigkeit des Ventils aus. Im Vergleich mit hydrau
lischen Übersetzern weisen mechanische Übersetzer eine hohe
Steifigkeit auf, jedoch besitzen sie eine relativ hohe An
zahl von Einzelteilen, so dass ihr Aufbau kompliziert ist.
Weiter wird aufgrund der Anzahl der Einzelteile auch ein
relativ großer Bauraum für mechanische Übersetzer benötigt,
was insbesondere in beengten Motorraumgeometrien nachteilig
ist.
Das erfindungsgemäße Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat demgegenüber
den Vorteil, dass es einen mechanischen Übersetzer auf
weist, welcher eine relativ hohe Steifigkeit aufweist, wo
bei der Übersetzer zwischen dem Piezoaktor und einem Rück
stellelement angeordnet ist. Dadurch wirkt der Übersetzer
in Hubrichtung des Piezoaktors als mechanischer Übersetzer
des Piezoaktorhubes und in umgekehrter Richtung als
Kraftübersetzer für die Kraft des Rückstellelements. Mit
anderen Worten ist der Übersetzer derart ausgebildet, dass
er in eine Richtung (der Hubrichtung des Piezoaktors) als
Wegübersetzer arbeitet und in die entgegengesetzte Richtung
(Rückstellrichtung) als Kraftübersetzer arbeitet. Somit
wird die Federkraft zum Rückstellen des Piezoaktors eben
falls durch den mechanischen Übersetzer übersetzt, so dass
eine Feder mit einer deutlich kleineren Kraft und einer
deutlich kleineren Federrate eingesetzt werden kann. Da
durch kann der Aufbau des erfindungsgemäßen Ventils sehr
kompakt ausgebildet werden.
Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist ein Zwi
schenglied zwischen dem Übersetzer und dem Rückstellelement
angeordnet. Somit wird die Rückstellkraft des Rückstellele
ments zuerst auf das Zwischenglied und anschließend auf den
mechanischen Übersetzer übertragen. Dadurch können insbe
sondere geometrische Vereinfachungen der einzelnen Bauteile
des Übersetzers ermöglicht werden.
Vorzugsweise ist das Zwischenglied im Schnitt T-förmig aus
gebildet. Dabei kann der vorstehende Bereich des T-förmigen
Zwischengliedes als Anschlag für das Rückstellelement ver
wendet werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Er
findung ist das Rückstellelement als Schraubenfeder ausge
bildet. Bei Verwendung eines T-förmigen Zwischenglieds kann
dabei insbesondere der zylinderförmige Stamm des Zwi
schengliedes in den inneren Hohlbreich der Schraubenfeder
eingeführt werden.
Vorzugsweise weist der mechanische Übersetzer Rollkörper
zur Übertragung des Piezoaktorhubes auf. Beispielsweise
können die Rollkörper als Walzen oder Kugeln ausgebildet
sein. Besonderes bevorzugt werden dabei zwei Rollkörper
verwendet. Die Verwendung der Rollkörper ermöglicht es,
dass der mechanische Übersetzer besonders kompakt ausgebil
det werden kann, wobei durch die Rollkörper nur geringe
Reibungswiderstände auftreten.
Bevorzugt werden die Rollkörper mittels eines Betätigungs
elements betätigt, welches einen sich verjüngenden Bereich
aufweist, der mit den Rollkörpern in Kontakt ist. Dadurch
können die Rollkörper an dem sich verjüngenden Bereich des
Betätigungselements abrollen, wobei immer nur ein relativ
kleiner, punktförmiger Kontaktbereich zwischen dem Betäti
gungselement und den Rollkörpern vorhanden ist. Besonders
bevorzugt ist der sich verjüngende Bereich als Kegel ausge
bildet.
Gemäß einem anderen bevorzugten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung rollen die Rollkörper über schiefe
Ebenen ab, welche in einem Gehäuse des Ventils ausgebildet
sind.
Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Ventil zum Steuern
von Flüssigkeiten in einem Speichereinspritzsystem zur Ein
spritzung von Kraftstoff verwendet. Beispielsweise kann das
erfindungsgemäße Ventil in einem Common-Rail-System (Die
sel) oder einem Benzin-Direkt-Einspritzungssystem verwendet
werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung nä
her, erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Schnittdarstellung eines er
findungsgemäßen Ventils zum Steuern von Flüssig
keiten gemäß einem Ausführungsbeispiel der vor
liegenden Erfindung.
In Fig. 1 ist ein Ventil 1 zum Steuern von Flüssigkeiten
gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
dargestellt. Dabei handelt es sich bei dem in Fig. 1 ge
zeigten Ventil 1 um ein Steuerventil für ein Kraftstoffein
spritzventil.
Wie in Fig. 1 gezeigt, umfasst das Ventil 1 einen Piezoak
tor 2, einen mechanischen Übersetzer 3 sowie ein Rückstell
element 4. Der mechanische Übersetzer 3 weist zwei Walzen 7
auf, welche an einer schiefen bzw. geneigten Fläche 11, die
in einem Gehäuse 10 des Ventils 1 gebildet ist, abrollen
können. Der Piezoaktor 2 ist über ein Betätigungselement 8
mit dem mechanischen Übersetzer 3 verbunden. An dem zum me
chanischen Übersetzer 3 gerichteten Ende weist das Betäti
gungselement 8 einen sich kegelförmig verjüngenden Bereich
9 auf.
Weiter ist zwischen dem mechanischen Übersetzer 3 und dem
Rückstellelement 4 ein Zwischenglied 5 angeordnet, welches
im Schnitt T-förmig ausgebildet ist. Dadurch kann das Zwi
schenglied 5 das als Schraubenfeder ausgebildete Rückstel
lelement 4 aufnehmen und dient somit als Federsitz für die
Schraubenfeder 4. Wie in Fig. 1 gezeigt, sind die Schrau
benfeder 4 und das Zwischenglied 5 in einer im Gehäuse 10
des Ventils 1 vorgesehenen abgestuften Bohrung angeordnet,
wobei eine Unterlegscheibe 12 in der Bohrung angeordnet
ist, auf welcher die Schraubenfeder 4 lagert. Dadurch kann
verhindert werden, dass das Gehäuse durch die Druckkraft
der Schraubenfeder 4 beschädigt wird.
Wie in Fig. 1 gezeigt, ist das im Schnitt T-förmige Zwi
schenglied 5 mit einem Betätigungskolben. 6 verbunden, wel
cher seinerseits in bekannter Weise beispielsweise über ei
nen Steuerraum den Injektor eines Kraftstoffeinspritzven
tils (nicht dargestellt) betätigt.
Die Funktion des erfindungsgemäßen Ventils 1 ist dabei wie
folgt:
Wenn der Piezoaktor 2 aktiviert wird, erfolgt eine Vergrö ßerung seiner Länge in Richtung des mechanischen Überset zers 3. Dieser Piezoaktorhub wird auf das Betätigungsele ment 8 übertragen, welches den sich verjüngenden Bereich 9 aufweist. An diesem sich verjüngenden Bereich 9 steht das Betätigungselement 8 mit den beiden Rollkörpern 7 an Punkten X in Verbindung. Weiter bilden die beiden Rollkörper 7 jeweils punktförmige Verbindungsstellen Y, Z mit den schrä gen Flächen 11 des Gehäuses 10 sowie dem Zwischenglied 5. Genauer stehen die Rollkörper 7 mit dem Gehäuse 10 an Punk ten Y in Verbindung und mit dem Zwischenglied 5 an Punkten Z in Verbindung.
Wenn der Piezoaktor 2 aktiviert wird, erfolgt eine Vergrö ßerung seiner Länge in Richtung des mechanischen Überset zers 3. Dieser Piezoaktorhub wird auf das Betätigungsele ment 8 übertragen, welches den sich verjüngenden Bereich 9 aufweist. An diesem sich verjüngenden Bereich 9 steht das Betätigungselement 8 mit den beiden Rollkörpern 7 an Punkten X in Verbindung. Weiter bilden die beiden Rollkörper 7 jeweils punktförmige Verbindungsstellen Y, Z mit den schrä gen Flächen 11 des Gehäuses 10 sowie dem Zwischenglied 5. Genauer stehen die Rollkörper 7 mit dem Gehäuse 10 an Punk ten Y in Verbindung und mit dem Zwischenglied 5 an Punkten Z in Verbindung.
Somit wird der Hub des Piezoaktors 2 über das Betätigungs
element 8 auf die Rollkörper 7 übertragen, welche durch den
sich verjüngenden Bereich 9 des Betätigungselements 8 nach
aussen gedrückt werden. Durch die schrägen Flächen 11 am
Gehäuse 10 wird diese nach aussen gerichtete Bewegung in
eine nach unten gerichtete Bewegung der Rollkörper 7 teil
weise umgewandelt. Dadurch drücken die beiden Rollkörper 7
auf das Zwischenglied 5, welches somit den Betätigungskol
ben 6 betätigt. Gleichzeitig wird die Schraubenfeder 4
durch das Zwischenglied 5 zusammengedrückt. Dadurch kann in
bekannter Weise eine Ventilnadel am Injektor öffnen und ei
ne Kraftstoffeinspritzung erfolgen. Somit ist der relativ
kleine Hub des Piezoaktors 2 durch den mechanischen Über
setzer mit einem Übersetzungsverhältnis von A : B übersetzt
worden (vgl. Fig. 1).
Wenn der Piezoaktor 2 deaktiviert wird, erfolgt wieder eine
Verkürzung des Piezoaktors 2, so dass durch die Rückstell
kraft der Schraubenfeder der mechanisches Übersetzer 3 sowie
das Betätigungselement 8 wieder in ihre Ausgangsposition
zurückgestellt werden. Dabei wird die Rückstellkraft der
Schraubenfeder 4 über den mechanischen übersetzer 3 im Ver
hältnis B : A rückübersetzt, wodurch eine Kraftübersetzung
der Rückstellkraft erfolgt. Aufgrund dieser Kraftüberset
zung ist es möglich, dass die Rückstellfeder 4 kleiner als
im Stand der Technik ausgebildet werden kann. Somit kann
die üblicherweise benötigte hohe Vorspannkraft von 800 bis
1000 N für die Vorspannung des Piezoaktors 2 durch den me
chanischen Übersetzer 3 mit einer Feder 4 mit kleinerer Fe
derrate erreicht werden. Je nach Kraftübersetzungsverhält
nissen B : A ist dabei die Federrate der Schraubenfeder 4 zu
wählen. Somit stellt der mechanische Übersetzer 3 in
Hubrichtung des Piezoaktors 2 eine Wegübersetzung des Pie
zoaktorhubes bereit und in entgegengesetzter Richtung, d. h.
in Rückstellrichtung des Ventils, eine Kraftübersetzung der
Kraft der Schraubenfeder 4 bereit. Somit kann ein besonders
kompaktes Ventil, insbesondere ein Steuerventil für Kraft
stoffeinspritzventile, erhalten werden.
Demnach betrifft die vorliegende Erfindung ein Ventil zum
Steuern von Flüssigkeiten, welches einen Piezoaktor 2, ei
nen mechanischen Übersetzer 3 zur Übersetzung des Hubes des
Piezoaktors 2, ein Rückstellelement 4 und einen Betäti
gungskolben 6 zur Betätigung eines Ventilglieds aufweist.
Dabei ist der mechanische Übersetzer 3 in Betätigungsrich
tung des Piezoaktors zwischen dem Piezoaktor 2 und dem
Rückstellelement 4 angeordnet. Somit übersetzt der mechani
sche Übersetzer 3 in Betätigungsrichtung den Piezoaktorhub
und in umgekehrter Richtung die Rückstellkraft des Rück
stellelements 4.
Die vorhergehende Beschreibung des Ausführungsbeispiels ge
mäß der vorliegenden Erfindung dient nur zu illustrativen
Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfin
dung. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen
und Modifikationen möglich, ohne den Umfang der Erfindung
sowie ihre Äquivalente zu verlassen.
Claims (10)
1. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten mit einem Piezo
aktor (2), einem mechanischen Übersetzer (3) zur
Übersetzung des Hubes des Piezoaktors (2), einem
Rückstellelement (4) und einem Betätigungskolben (6),
dadurch gekennzeichnet, dass der mechanische Überset
zer (3) in Betätigungsrichtung des Piezoaktors zwi
schen dem Piezoaktor (2) und dem Rückstellelement (4)
angeordnet ist, so dass der Übersetzer (3) in Betäti
gungsrichtung den Hub des Piezoaktors (2) übersetzt
und in umgekehrter Richtung die Rückstellkraft des
Rückstellelements (4) übersetzt.
2. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwischenglied (5)
zwischen dem Übersetzer (3) und dem Rückstellelement
(4) angeordnet ist.
3. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenglied (5) im
Schnitt T-förmig ausgebildet ist.
4. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Rück
stellelement (4) als Schraubenfeder ausgebildet ist.
5. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach einem der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der
mechanischen übersetzer (3) Rollkörper (7) zur Über
tragung des Hubes des Piezoaktors (2) aufweist.
6. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rollkörper (7) mit
tels eines Betätigungselements (8) betätigt werden.
7. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement
(8) einen sich verjüngenden Bereich (9) aufweist.
8. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der sich verjüngende Be
reich (9) als Kegel ausgebildet ist.
9. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten nach einem der
Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die
Rollkörper (7) über schiefe Flächen (11) abrollen,
welche in einem Gehäuse (10) des Ventils ausgebildet
sind.
10. Verwendung eines Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten
nach einem der vorhergehenden Ansprüche in einem
Speichereinspritzsystem.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |