DE10100242A1 - Vorrichtung für die Gasanalyse - Google Patents
Vorrichtung für die GasanalyseInfo
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Abstract
Bei einer Vorrichtung für die Gasanalyse, insbesondere die Rauchgasanalyse, wird das Gas durch einen Gasweg an einen Gassensor (20, 22) geführt. Zur Vermeidung einer Kondensatbildung wird die gasführende Komponente (18) des Gasweges elektrisch beheizt, wozu diese aus einem elektrisch beheizbaren Material, insbesondere einem elektrisch leitenden Kunststoff, besteht.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Gasanalyse,
insbesondere die Rauchgasanalyse gemäß dem Oberbegriff des An
spruchs 1.
Zur Prüfung und Überwachung von Prozessen ist es üblich, Gase
aus dem Prozess zu entnehmen und mittels eines Gassensors zu
analysieren. Fallen die Gase bei dem Prozess mit hoher Tempe
ratur an, wie dies zum Beispiel bei der Rauchgasanalyse von
Verbrennungsprozessen der Fall ist, so kann sich in dem das
Gas zu dem Gassensor führenden Gasweg Kondensat bilden. Dieses
Kondensat kann zu einer Messwertverfälschung führen, zum Bei
spiel bei Messgasen, die durch das anfallende Kondensat teil
weise absorbiert werden (zum Beispiel SO2, NO2). Enthält das
Kondensat aggressive Substanzen, zum Beispiel Säuren oder Lau
gen, so kann das Kondensat die gasführenden Komponenten und
gegebenenfalls den Gassensor angreifen und schädigen.
Bei hochwertigen Vorrichtungen werden daher komplett tempe
rierte Gaswege verwendet. Insbesondere werden Kondensa
tabscheider verwendet (zum Beispiel DE 41 01 194 C1 und DE 197 10 581 C1),
die Kondensatanfall in dem nachfolgendem Gasweg
verhindern. Vorzugsweise werden die Gase dabei durch Abkühlung
getrocknet. Zum Beheizen bzw. Abkühlen der gasführenden Kompo
nenten ist ein hoher Energieaufwand notwendig, d. h. die Vor
richtung ist von einem Netzanschluss abhängig oder benötigt
leistungsfähige und somit schwere Akkus. Gaskühler bzw. Ga
strockner können erst bei Temperaturen über 0°C eingesetzt
werden, da die Gefahr des Einfrierens des Kühlers und der kon
densatführenden Teile besteht. Einfache netzunabhängig be
treibbare Vorrichtung arbeiten daher mit passiven Kondensat
fallen. Diese Kondensatfallen nehmen das Kondensat auf, wel
ches sich bei der Abkühlung des Gases in den gasführenden Kom
ponenten vor dem Kondensatabscheider bildet. Dieses Prinzip
ist jedoch nicht sicher, da die Kondensation von den jeweili
gen Umgebungstemperaturen und den Temperaturen der gasführenden
Komponenten abhängt. Ein Kondensatausfall hinter der Kon
densatfalle kann nicht zuverlässig verhindert werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung
für die Gasanalyse, insbesondere die Rauchgasanalyse, zur Ver
fügung zu stellen, welche mit einer geringen elektrischen Lei
stungsaufnahme einen Kondensatanfall im Gasweg mit hoher Zu
verlässigkeit verhindern kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrich
tung mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Vorteilhafte Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
Der wesentliche Gedanke der Erfindung besteht darin, wenig
stens eine gasführende Komponente des Gasweges in der Vorrich
tung mittels eines elektrisch beheizbaren Materials heizbar
auszubilden. Das elektrisch heizbare Material kann unmittelbar
formschlüssig an dem Gasweg anliegend angeordnet sein, so dass
sich ein guter wärmeleitender Kontakt mit dem in der gasfüh
renden Komponente strömenden Gas ergibt. Eine noch effektivere
Beheizung des Gases ergibt sich, wenn die gasführende Kompo
nente selbst aus dem beheizbaren Material gefertigt wird. Vor
zugsweise wird als beheizbares Material ein elektrisch leiten
der Kunststoff verwendet. Dadurch ist es möglich, der jeweili
gen Formgebung des Gasweges optimal angepaßte Heizelemente aus
Kunststoff zu verwenden.
Die Verwendung von elektrisch leitendem Kunststoff als heizba
res Material eignet sich insbesondere für die Herstellung der
gasführenden Komponenten unmittelbar aus dem beheizbaren
Kunststoff, da Kunststoffe verwendet werden können, die eine
hohe chemische Widerstandsfähigkeit aufweisen und durch die
durchgeleiteten Gase in der Regel nicht chemisch angegriffen
werden.
Das elektrisch beheizbare Material kann gezielt an den gasfüh
renden Komponenten formschlüssig außen anliegend oder die Wandung
bildend eingesetzt werden, wo die Wärme benötigt wird und
eine Kondensatbildung zuverlässig verhindert werden muß. Der
gute Wärmeübergang von dem beheizbaren Material auf das durch
strömende Gas und die gezielte Anordnung des beheizbaren Mate
rials führen dazu, dass mit einer sehr geringen elektrischen
Leistungsaufnahme eine zuverlässige Kondensatverhinderung er
reicht werden kann. Die Vorrichtung ermöglicht es, ein Gerät
netzunabhängig mit einem leichten Akku zu betreiben.
Herstellungstechnisch ist von Vorteil, dass gasführende Kompo
nenten aus einem elektrisch leitenden Kunststoff als Formteile
hergestellt werden können, wobei diese Formteile gleichzeitig
die Heizung für das durchgeführte Gas bilden. Die elektrischen
Anschlüsse für die Heizung können dabei als Kontakte in das
Formteil eingespritzt werden. Dadurch ist es möglich, die be
heizbaren gasführenden Komponenten als steckbare Module auszu
bilden, so dass eine einfache Montage und gegebenenfalls auch
eine Nachrüstbarkeit gewährleistet sind.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 schematisch einen Axialschnitt einer Ausführung,
Fig. 2 schematisch einen Querschnitt dieser Ausführung,
Fig. 3 schematisch einen Schnitt einer zweiten Ausfüh
rung
Fig. 4 schematisch einen Schnitt einer dritten Ausfüh
rung und
Fig. 5 eine Seitenansicht dieser dritten Ausführung.
Bei einer Vorrichtung für die Gasanalyse, insbesondere die
Rauchgasanalyse, wird eine Probe des zu analysierenden Gases
aus dem Prozess entnommen und einem Gassensor zugeführt. Dabei
strömt das zur Analyse entnommene Gas durch einen Gasweg in
der Vorrichtung.
Um zu verhindern, dass durch Abkühlung des Gases in einer gas
führenden Komponente des Gasweges Kondensat abgeschieden wird,
kann gemäß der Darstellung der Fig. 1 und 2 die gasführende
Komponente, zum Beispiel eine gasführende Leitung 10, aus ei
nem beheizbaren Material, insbesondere aus einem elektrisch
leitenden Kunststoff, gefertigt sein. In die Wandung der Lei
tung 10 sind elektrische Anschlusskontakte 12 und 14 einge
spritzt, an welche ein Akku 16 oder eine Batterie angeschlos
sen werden kann.
Da die Wandung der gasführenden Leitung 10 selbst durch die
elektrische Beheizung erwärmt wird, ergibt sich ein optimaler
Wärmekontakt mit dem Gas, welches durch die Leitung 10 hin
durchströmt, wie in Fig. 1 durch einen Pfeil dargestellt ist.
Aufgrund dieses günstigen Wärmeüberganges von der elektrisch
beheizten Wandung der Leitung 10 auf das hindurchströmende Gas
wird nur eine geringe elektrische Leistung benötigt, um das
hindurchströmende Gas soweit zu erwärmen bzw. eine Abkühlung
des Gases zu verhindern, dass keine Kondensation eintritt. Für
diese geringe Leistungsaufnahme ist ein kleiner, leichter,
aufladbarer Akku 16 bzw. eine Batterie ausreichend, so dass
die Vorrichtung netzunabhängig betrieben werden kann.
Beheizte Leitungen 10 sind als gasführende Komponenten insbe
sondere oder zumindest an den Stellen oder in Strömungsrich
tung unmittelbar vor den Stellen angeordnet, an welchen ein
Kondensatanfall schädlich sein kann.
Fig. 3 zeigt eine Ausführung, bei welcher die aus dem elek
trisch beheizbaren Material hergestellte gasführende Komponen
te die Messzelle 18 ist, in welcher das Gas an dem eigentli
chen Sensor 20 vorbeigeleitet wird. Durch die Ausbildung der
Wandung der Messzelle 18 aus einem elektrisch beheizbaren
Kunststoff wird das Gas in dem Bereich, in welchem es mit dem
Sensor 20 in Berührung kommt, auf eine solche Temperatur auf
geheizt, dass sich kein Kondensat an dem Sensor 20 und insbesondere
an dessen unmittelbar mit dem Gas in Berührung kommen
de Kontaktfläche 22 niederschlagen kann.
Vorzugsweise ist nicht nur die Messzelle 18 aus dem beheizba
ren Kunststoff gefertigt, sondern auch die Aufnahme 24 des
Messzellenkopfes 28, in welchem der Sensor 20 angeordnet ist.
Dadurch kann auch der Sensor 20 erwärmt werden, so dass ver
mieden wird, dass die mit dem Gas in Berührung kommende Kon
taktfläche 22 des Sensors 20 eine niedrigere Temperatur auf
weist als die umgebende Wandung der Messzelle 18. Die Messzel
le 18 und die Aufnahme 24 des Messzellenkopfes 28 sind vor
zugsweise einstückig aus dem elektrisch leitenden Kunststoff
gefertigt, was zum Einen eine günstige Herstellung und Montage
bedeutet und zum Anderen eine gemeinsame Beheizung über die
eingespritzten Anschlusskontakte 12 und 14 ermöglicht.
Die Fig. 4 und 5 zeigen eine weitere Ausführung, die sich
insbesondere dadurch auszeichnet, dass die aus dem elektrisch
beheizbaren Material bestehende Heizung für die gasführende
Komponente ein steckbares Modul bildet.
In dieser Ausführung ist der Messzellenkopf 28 ein herkömmli
ches Bauelement, welches aus der Messzelle 18 und dem Sensor
20 besteht. Die Messzelle 18 und die den Sensor einschließende
Aufnahme 24 des Messzellenkopfes 28 bestehen in herkömmlicher
Weise aus einem Werkstoff, der nicht elektrisch beheizbar ist.
Der Messzellenkopf 28 ist auf eine Trägerplatine 26 aufge
setzt, wobei die Anschlusskontakte des Sensors 20 in die Trä
gerplatte 26 eingesetzt und die vorzugsweise als Leiterplatte
ausgebildete Trägerplatine 26 kontaktiert sind.
Die Messzelle 18 und vorzugsweise der gesamte Messzellenkopf
28 mit der den Sensor 20 umschließenden Aufnahme 24 werden
durch ein Heizelement 30 beheizt, welches aus dem elektrisch
beheizbaren Material besteht. Das Heizelement 30 umschließt
formschlüssig den Messzellenkopf 28. Hierzu ist das Heizele
ment 30 in Form eines U-förmigen Joches ausgebildet, dessen
Schenkel seitlich großflächig an dem Messzellenkopf 28 anlie
gen, wobei das obere Querteil die Oberfläche der Messzelle 18
bedeckt und großflächig mit dieser in Berührung steht. Die
Schenkel des Heizelementes 30 sitzen mit seitlich abstehenden
Laschen auf der Trägerplatine 26 auf. In diesen seitlich ab
stehenden Laschen sind die Anschlusskontakte 12 und 14 als
Kontaktstifte eingespritzt, die in die Trägerplatine 26 einge
setzt werden und an der Unterseite der Trägerplatine 26 kon
tatkiert und gegebenenfalls mit den Leiterbahnen der Träger
platine 26 verlötet werden.
Da das Heizelement 30 in dieser Ausführung ein separates Bau
teil bildet, kann die Vorrichtung in der Erstausstattung mit
oder ohne das Heizelement 30 ausgeführt werden und gegebenen
falls kann ein vorhandenes Gerät mit dem Heizelement 30 nach
gerüstet werden.
Claims (6)
1. Vorrichtung für die Gasanalyse, insbesondere die Rauch
gasanalyse, in welchem das Gas durch einen Gasweg an einen
Gassensor geführt wird und in diesem Gasweg beheizt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gas
in wenigstens einer gasführenden Komponente (10, 18) des
Gasweges mittels eines elektrisch beheizbaren Materials
heizbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das
heizbare Material ein elektrisch leitender Kunststoff ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das
elektrisch beheizbare Material in wärmeleitender Berührung
mit gasführenden Komponenten (10, 18) oder mit dem Gas in
Berührung kommenden Komponenten (20, 22) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die mit
dem Gas in Berührung kommende Wandung der gasführenden
Komponente (10, 18) aus dem elektrisch beheizbaren Materi
al besteht.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die
elektrischen Anschlusskontakte (12, 14) für die elektri
sche Beheizung in den elektrisch leitenden Kunststoff ein
gespritzt sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die
elektrischen Anschlusskontakte (12, 14) für die elektri
sche Beheizung steckbare Kontaktstifte sind.
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Publications (1)
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