DE1010020B - Anlage zur Gewinnung von Faulgas aus Abfallstoffen, insbesondere aus Stallmist - Google Patents
Anlage zur Gewinnung von Faulgas aus Abfallstoffen, insbesondere aus StallmistInfo
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Description
- Anlage zur Gewinnung von Faulgas aus Abfallstoffen, insbesondere aus Stallmist Bei Faulgaserzeugungsanlagen, die mit landwirtschaftlichen Abfällen gespeist werden, ist es bekannt, mehrere einander gleiche Faulgasentwickler batterieweise zusammenzuführen und sie über ein Rohrsammelleitungssystem an einen gemeinsamen Gasspeicher anzuschließen. Dabei hat man auch schon vorgeschlagen, die Faulgasentwickler transportabel auszubilden, um sie von der Füllstelle zu der Gasentwicklungsanlage befördern zu können. Nach einem weiteren Vorschlag sollen die Behälter kippbar von einem Gestell getragen werden, um das Füllen und Entleeren zu ereichtern. Es wurde außerdem bereits vorgeschagen, Einzelbehälter über eine Einführöffnung in eine gemeinsame Gassammelkammer einzusetzen und dabei die Einzelbehälter von einer Drehscheibe der Gassammelkaminer oder einer Rollenbahn von der Einfüliröffnung im Unilauf zu dieser wieder zurück oder ini Durchgang zu einer Entnahmeöffnung zu bringen.
- Diese bekannten Anlagert lassen das Problem des Transportes der Faulgasentwickler von der Füllstelle zu der Gasentwicklungsanlage außer Betracht. Sie werden ferner den Erfordernissen, wie sie insbesondere hei der Gewinnung von Faulgas aus Stallmist kleinerer und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe vorliegen, nicht gerecht. Die Erfindung betrifft eine neue Ausbildung einer Anlage zur Gewinnung von 1; aulgas aus,Abfallstoffen, insbesondere aus Stallmist, in einer Reihe von einzeln beschickbaren, an eine gemeinsame Gassammelleitung anschließbaren, gasdicht verschließbaren Gasentwicklern, die insbesondere auf die landwirtschaftlichen Belange ausgerichtet ist und hier wesentliche Vorteile hinsichtlich der Bedienung bietet. Erfindungsgemäß sind bei einer Anlage der genannten Art die Gasentwickler nach Art der Kippmulden von Feldkleinbahnloren ausgebildet und auf einem Fahrgestell auf einem zwischen der Anfallstätte des Mistes oder des Abfalls und der Dunggrube durch einen Gärraum hindurchgeführtes Gleis verschiebbar, und stehen im Gärraum während der Ausfaulzeit ihrer Charge jeweils über an ihre Gasabgabeventilstutzen mittels Schnellkupplungen leicht lösbar angeschlossene, biegsame Gasleitungszwischenstücke mit der zum Gasometer führenden Hauptgasleitung in Verbindung. Der Gärrahm ist dabei zweckmäßig nach Art eines Treibhauses im wesentlichen aus Glas gebildet.
- Die Ausbildung der Anlage bedingt einen einfachen Transport der auszufaulenden Stoffe, etwa von Stallinist aus dem Stall zu dem Gärraum. Dabei entfällt jedes Umfüllen des Gutes oder ein Umheben der Behälter. Die Behälter werden im Stall gefüllt, in den Gärraum gefahren und nach dem Ausfaulen des Inhalts an der Dunggrube entleert und dann zur neuen Füllung in den Stall oder zu einer sonstigen Anfallstätte des Behandlungsgutes zurückgefahren. Die Ausbildung des Gärraumes als Treibhaus macht in den warmen Jahreszeiten. die Anwendung besonderer Heizeinrichtungen entbehrlich. Für die kältere Jahreszeit werden die Behälter mit einem beheizbaren Mantel versehen, der an eine im Gärraum vorgesehene Heizleitung anschließbar ist.
- Vorteilhaft ist jeder Behälter oder Gasentwickler auf der inneren Kippflanke mit einer nur über enge Zwischenwanddurchlässe mit dem Faulgutraum verbundenen, sonst allseitig geschlossenen Kammer ausgestattet, die beim Auskippen des ausgegorenen Faulgutrestes eine für das Impfen einer neuen Faulgutcharge und deren schnelle Durchsetzung ausreichende Gärflüssigkeitsinenge zurückhält. Durch diese Ausbildung wird erreicht, daß der Gärvorgang bei jeder Neufüllung des Gasentwicklers mit dessen Einbringen in den Gärraum geich in ausreichendem Umfang ein->etzt. Die Gasentwickler sind ferner zweckmäßig mit an der Decke der aufklappbaren Gassammelhaube starr befestigten, während der Aüsgasezeit der Faulgutcharge in diese tief eintauchenden, spitz zulaufenden und in ihrer Wandung gelochten oder geschlitzten, gegebenenfalls auch rohrförmig quer verbundenen Gassammel- und -ableitungsrohren äusgerüstet, um das Ableiten der sich bildenden Gase aus dem Faulgut in die Gassammelhaube zu erleichtern.
- Die neue Anlage ist nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt Abb. 1 einen Grundriß der Gesamtanlage, Abb. 2 einen Querschnitt durch den Gärraum mit zwei Gasentwicklern, Abb. 3 einen Querschnitt durch einen Gasentwickler in der Arbeitsstellung, Abb.4 den Gasentwickler in der Entleerungsstellung und Abb. 5 einen der Fig. 2 entsprechenden Querschnitt mit Ergänzung durch die Beheizungsanlage für die Gasentwickler.
- Das Ausführungsbeispiel geht von der Verwendung von Stallmist als Ausgangsgut aus. Der Viehstall a ist mit einem die Stallgasse durchlaufenden Gleis k versehen, das sich außerhalb des Stalles a mehrfach verzweigt und dessen einzelne Stränge vor der Dunggrube c wieder zusammenlaufen. In dem Ausführungsbeispiel ist eine Verzweigung in drei Gleisstränge vorgesehen, wobei übliche Weichen und gegebenenfalls eine Drehscheibe k1 den beliebigen Umlauf von Kipplogen d gewährleisten, deren Kippmulden im Zapfend, des Fahrgestells schwenkbar sind. Die Gleisanlage kann nach den jeweils örtlich vorliegenden. Gegebenheiten auch anderweitig ausgebildet sein.
- Die auf dem Gleis k verfahrbaren Kipplogen d sind als Gasentwickler ausgebildet. Ihre Mulden sind mit aufklappbaren Abschlußdeckeln h versehen, die die Gassammelhauben bilden. Jeder Deckel h hat einen von einem Absperrventil i beherrschten Auslaß. Auf der Kippseite ist in jedem Logenbehälter durch eine Trennwand eine allseits geschlossene Kammer g abgeteilt, die mit dem Füllraum durch nahe dem Boden des Lorenbehälters d angeordnete Löcher g1 verbunden ist. Durch diese Ausbildung wird erreicht, daß beim Kippen des Behälters über der Dunggrube c eine gewisse Menge des Faulwassers in dem Raum g zurückgehalten wird, das beim erneuten Füllen des Behälters als Impfstoff zur beschleunigten Auslösung des Faulvorganges dient. Der Deckel h ist noch mit einem Bügel hl versehen, mit dem er beim Entleeren des Behälters an diesem festgestellt werden kann, wie Abb.4 zeigt. An der Innenseite trägt der Deckel angespitzte, gelochte Rohre r, die der Ableitung der im Faulgut sich entwickelnden Faulgase unter die Haubendeckel h dienen.
- Bei der Ausbildung nach Abb. 5 sind die als Gasentwickler ausgebildeten Kipplogen ci noch mit einen Heizmantel in versehen, durch den eine Heizschlange ra geführt ist, deren Windungen zwischen sich einen ausreichenden Spülluftabstand belassen.
- Zwei der Verzweigungsstränge des Gleises k sind nach dem Ausführungsbeispiel durch ein nach Art eines Treibhauses ausgebildetes Glashaus b geführt, das an den Durchgangsseiten für die Gleisstränge mit Schleusenvorkammern bi versehen ist. Dem Glashaus b ist eine Gasableitung e zugeordnet, die an einen Gassammelbehälter f angeschlossen ist. Die Gassammelleitung hat entsprechend der Zahl der in dem Glashaus b unterbringbaren Gasentwickler d eine Mehrzahl von durch Absperrschieber i beherrschte Abzweiganschlüsse, die über biegsame Zwischenglieder j an die Abgabestutzen der Gassammelhauben h der Logenbehälter anschließbar sind. Die Kuppelglieder sind dabei als Schnellkuppelglieder. L ausgebildet, um ein müheloses und schnelles Anschließen der Gasentwickler d an die Sammelleitung e zu ermöglichen.
- Die Gasentwickler d können somit in der Stallgasse mit dem Stallmist gefüllt und dann in den Gärraum b verfahren und dort an die Gassammelleitung e angeschlossen werden. Nach dem Ausgären des Inhaltes können dann die Loren d zur Dunggrube c verfahren, dort entleert und über den an dem Gärraum vorbeigeführten Strang des Gleises k zur erneuten Füllung in die Stallgasse zurückgebracht werden.
- Für den Betrieb der Anlage in kälteren Jahreszeiten ist dem Gärraum b ein Heizkessel p zugeordnet, der über eine Zuleitung p1 von dem gewonnenen Faulgas oder sonst einer Heizquelle aus beheizbar ist. Der Kessel p ist über eine Vorlaufleitung p2 an eine Zuleitung q angeschlossen, die über von Ventilen beherrschte biegsame Zapfleitungen o1 an die Heizschlangen n der Gasentwickler d anschließbar ist. Die Rückleitung des Heizwassers erfolgt durch biegsame Leitungen o, die über Kupplungen o2 an die Rücklaufleitung p3 zum Kessel p anschließbar sind.
- Die Anschlußleitungen j für die Ableitung des sich bildenden Faulgases sind über in der Wandung des Gärraumes b vorgesehenen Halteglieder j1 zu der Sammelleitung e geführt.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE 1. Anlage zur Gewinnung von Faulgas aus Abfallstoffen, insbesondere aus Stallmist, in einer Reihe von einzeln beschickbaren, an eine gemeinsame Gassammelleitung anschließbaren, gasdicht verschließbaren Gasentwicklern, dadurch gekennzeichnet, daß diese Gasentwickler (d) nach Art der Kippmulden von Feldkleinbahnloren ausgebildet, auf einem Fahrgestell über ein zwischen der Anfallstätte des Mistes oder Abfalles (ca) und der Dunggrube (c) durch einen Gärraum hindurch gestrecktes Geleise (k) verschiebbar sind und im Gärraum (b) während der Ausfaulzeit ihrer Charge jeweils über an ihre Gasabgabeventilstutzen (i) mittels Schnellkupplungen (l) leicht lösbar angeschlossene, nachgiebig bewegliche Gasleitungszwischenstücke (j) mit der zum Gassammelbehälter (f) führenden Hauptgasleitung (e) in Verbindung stehen.
- 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zugehörige Gärraum (b) von einer nach Art eines Treibhauses gestalteten, im wesentlichen aus Glas bestehenden, der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Halle gebildet ist.
- 3. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die fahrbaren, kippbar gelagerten, jeweils mit einer aufklappbaren deckelförmigen Gassammelhaube (h) versehenen Gasentwickler (d) auf ihrer inneren Kippflanke mit einer nur über enge Zwischenwanddurchlässe (g1) mit dem eigentlichen Faulgutraum verbundenen, sonst allseitig geschlossenen Kammer (g) ausgestattet sind, die beim Auskippen des ausgegorenen Faulgutrestes eine für das Impfen einer neuen Faulgutcharge und deren schnelle Durchsetzung ausreichende Gärflüssigkeitsmenge zurückhält.
- 4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die fährbaren Gasentwickler (d) jeweils mit an der Decke der aufklappbaren Gassammelhaube (h) starr befestigten, während der Ausgasezeit der Faulgutcharge in diese tief eintauchenden, spitz zulaufenden, in ihrer Wandung gelochten oder geschlitzten, gegebenenfalls auch rohrförmig quer verbundenen Gassammel- und -ableitrohren (r) ausgerüstet sind.
- 5. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Gasentwickler (d) jeweils mit einer den Faulraum mit Hohlraumabstand einhüllenden, bis zum Deckelhauhenrand reichenden, dort gasdicht abschließenden Wanne (m) ummantelt sind, deren mit ausgiebigem Spülluftabstand zwischen ihren einzelnen Windungen eingebaute Warmwasserrohrschilangen (n) während der Ausgasungszeiten an ihren Rohrenden über biegsarne, auswechselbare Zwischenstücke (o, o1) an die Vor- und die Rücklaufleitung (p2, p3) einer zentralen Warmwasserheizung (p, p1) angeschlossen sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 509 916; österreichische Patentschrift Nr. 82 236; schweizerische Patentschriften Nr. 279642, 235 290; französische Patentschriften Nr. 929 776, 940 717, 987 338, 996 195. Entgegengehaltene ältere Rechte: Deutsches Patent Nr. 884176.
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|---|---|---|---|
| DEL11241A DE1010020B (de) | 1952-01-02 | 1952-01-02 | Anlage zur Gewinnung von Faulgas aus Abfallstoffen, insbesondere aus Stallmist |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1010020B true DE1010020B (de) | 1957-06-06 |
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|---|---|
| DE (1) | DE1010020B (de) |
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