DE1009761B - Verfahren zur Herstellung von Faeden aus regenerierter Cellulose mit hohen Reiss-, Biege- und Scheuerfestigkeiten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Faeden aus regenerierter Cellulose mit hohen Reiss-, Biege- und ScheuerfestigkeitenInfo
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Description
DEUTSCHES
Fäden aus regenerierter Cellulose, die zu besonders widerstandsfähigen Geweben oder Gewirken verarbeitet
oder für technische Zwecke, insbesondere als Reifenkord, eingesetzt werden, müssen sich neben
sehr guten Reißfestigkeits- und Elastizitätswerten auch durch erhöhte Biege- und Scheuerfestigkeiten
auszeichnen, damit sie den hohen Beanspruchungen gewachsen sind. Außerdem sind auch die Erniedrigung
des Quellgrades sowie eine Erhöhung des Ermüdungswiderstandes von großer Wichtigkeit.
Man hat auf verschiedene Weise versucht, den von der Technik gestellten Forderungen nachzukommen
und verschiedene Verfahren entwickelt, durch die es gelingt, Fäden mit einer starken Mantelzone zu erzeugen,
die sich bekanntlich durch gute Elastizitätseigenschaften, geringe Quellgrade und hohe Festigkeitswerte
auszeichnen. Die Scheuer- und Biegefestigkeit wird durch das Verspinnen von Viskosen mit
hohen Gamma-Zahlen sowie hohem Schwefelkohlenstoffeinsatz
günstig beeinflußt, doch ist insbesondere ao die letztere Maßnahme so unwirtschaftlich, daß eine
solche Arbeitsweise für eine großtechnische Fabrikation nicht ernstlich in Erwägung gezogen werden
kann. Gute Ergebnisse hat man weiterhin durch den Zusatz von Monoaminen mit wenigstens 4 C-Atomen
zur Viskose und Verspinnen in Fällbädern mit hohem Zinksulfatgehalt erreicht. Die Zugaben dieser Stoffe
sollen nicht mehr als 4 Millimol pro 100 g Viskose betragen. Diese Monoamine wurden gleichfalls und
etwa in der gleichen Größenordnung den Spinnbädern zugesetzt. Die bei diesen Arbeitsweisen verwendeten
Spinnbäder enthalten Zinksulfat, und zwar in Mengen von 3 bis 25%. Auch diesen Verfahren haften jedoch
erhebliche Mängel an, da die Spinnbedingungen in sehr engem Rahmen eingehalten werden müssen und
darüber hinaus für die Abzugsgeschwindigkeit nur ein geringer Spielraum gegeben ist. So kann man,
wenn der technische Erfolg gewährleistet sein soll, nicht mit größeren Geschwindigkeiten als 20 bis
25 m/min Abzug arbeiten.
Es wurde nun gefunden, daß man hochwertige Fäden mit sehr starker Mantelzone und weiter verbesserten
Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften erzielt, die einen niedrigen Quellgrad und einen hohen
Ermüdungswiderstand zeigen, wenn man zu einer nicht zu reifen Viskose geringe Mengen Isopropanolamin
zusetzt und die Viskose dann in Bädern verspinnt, die einen Zinksulfatgehalt von wenigstens
3,2% aufweisen und deren Schwefelsäurekonzentration gleich oder geringer als die Alkalikonzentration
der versponnenen Viskose ist. Es hat sich ergeben, daß bei der Verwendung dieser Verbindung
die beim Spinnen von Viskose mit Zusätzen von Monoaminen mit wenigstens 4 C-Atomen auftretenden
Verfahren zur Herstellung von Fäden
aus regenerierter Cellulose mit hohen
Reiß-, Biege- und Scheuerfestigkeiten
aus regenerierter Cellulose mit hohen
Reiß-, Biege- und Scheuerfestigkeiten
Anmelder:
Vereinigte Glanzstoff-Fabriken A. G.,
Wuppertal-Elberfeld, Am Laurentiusplatz
Wuppertal-Elberfeld, Am Laurentiusplatz
Dr. Hugo Ellung, Oberbruch bei Grebben,
Dr. Richard Elssner, Randerath (Bez. Aachen),
und Dr. Kurt Heuer, Obernburg/M.r
sind als Erfinder genannt worden
Schwierigkeiten ausbleiben und mit Abzugsgeschwindigkeiten von 40 bis 50 m/min und mehr gearbeitet
werden kann, ohne daß der technische Erfolg ausbleibt.
Das Isopropanolamin wird in Mengen von 0,06 bis 0,4 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,10 bis 0,15 Gewichtsprozent, der Viskose zugesetzt, und zwar kann
das bereits beim Lösen des Xanthogenate geschehen. Die Zusätze können allen betriebsüblich zusammengesetzten
Viskosen zugegeben werden, als welche zu nennen sind solche mit 7 bis 8% Cellulose und
5 bis 7% NaOH. Die Spinnreife der Viskose soll nicht unter einer Gamma-Zahl von 42 liegen. Die zu
verwendenden Spinnbäder müssen Zink enthalten, und zwar in Mengen von wenigstens 3,2 %. Der Natriumsulfatgehalt
kann in den üblichen Grenzen zwischen 14 und 20'% liegen, während der Schwefelsäuregehalt
dem NaOH-Gehalt entsprechend oder etwas niedriger gewählt werden soll. Spinnbad-Temperatur zwischen
45 und 70°. Mit Abzugsgeschwindigkeit von 40 bis 50 m/min erhält man sehr gute Ergebnisse. Der Abzug
kann jedoch weiter erhöht werden, wenn man unter Zuhilfenahme bekannter Mittel dafür sorgt, daß
dem Spinnbad wenigstens auf der ersten Wegstrecke hinter der Düse eine Geschwindigkeit erteilt wird, die
der Fadengeschwindigkeit etwa gleich ist, so daß die Reibung zwischen Faden und Spinnbad weitgehend
herabgesetzt wird. Die Badstrecke soll mindestens 30 cm betragen. Der Faden wird sodann in einem
zweiten, heißen, schwach, sauren Bad einer Verstrekkung von 80 bis 120%, vorzugsweise 50 bis 100%,
unterworfen und kann danach auf eine Spule oder in
.. ν 709 547/406
einer Zentrifuge gesammelt oder auf ein Siebband gelegt werden. ._....,...·...
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ersponnenen
Fäden weisen Festigkeiten von 400 bis 42Q g/100 den auf. Sie können durch Nachstrecken auf
430 bis 460 g/100 den erhöht werden. Für die Verwendung als Reifenkord sind die Fäden besonders
durch die hohen Schrumpf- und Scheuerwertie sowie durch einen außerordentlich geringen Quellgrad geeignet.
An Hand des nachfolgenden Beispiels wird das Verfahren näher erläutert:
Be i s ρ i e 1 1
Alkalicellulose aus Linters oder Holzzellstoff mit hohem Alpha-Cellulosegehalt wird mit 38°/» Schwefelkohlenstoff
5 Stunden sulfidiert und das erhaltene Xanthat zu einer Viskose mit 7,4% Cellulose und
50Af-NaOH gelöst. Während des Lösens werden der
Viskose 0,1 % Isopropanolamin zugesetzt. Dann wird auf die übliche Weise nitriert, entlüftet und nachgereift
und mit einer Viskosität von 60 see Kugelfall
bei einer Gamma-Zahl von 44 versponnen. Das Spinnbad hat eine Zusammensetzung von 4,8 % H2 S O1,
4°/o ZnSO4 und 17% Na2SO4 bei einer Temperatur
von 60°. Der Faden besitzt 1000 Einzelfäden mit einem Einzeltiter von 1,65 den und wird auf einer
Strecke von 65 cm im Spinnbad geführt und von einer Galette mit einer Geschwindigkeit von 21 m/min abgezogen.
Sodann durchläuft der Faden ein zweites, schwach saures Bad, das eine Temperatur von etwa
90° besitzt, und wird an seinem Ende von einer mit einer Geschwindigkeit von 42 m/min umlaufenden
Galette abgezogen, so daß der Faden eine Verstrekkung von 100 % erfährt. Von der zweiten Galette läuft
der Faden in eine mit 4600 n/m umlaufende Zentrifuge und erhält dort einen Zwirn von etwa 120 n/m.
Nach dem Waschen und Avivieren wird um 8 % nachverstreckt und getrocknet. Der fertige Faden hat
Reißfestigkeiten von 4,4 g/den (trocken) und 3 g/den j(naß) und Dehnungswerte von 14% (trocken) und
27% (naß).
- Eine Viskose entsprechend Beispiel 1 wird in ein Bad der Zusammensetzung 5% H2SO4, 4% ZnSO4
und 16% Na2SO4 bei einer Temperatur von 60° versponnen.
Es wird eine 120-Loch-Düse verwendet; die Fäden haben einen Einzeltiter von 6 den. Nach Verstrecken
in einem zweiten heißen Bad um 100% wird der Faden in einer Zentrifuge gesammelt. Er hat eine
Reißfestigkeit von 4,2 g/den bei einer Dehnung von 15%.
Die Prüfung der Scheuerfestigkeit der erfindungsgemäß hergestellten im Vergleich mit anderen Fäden
zeigen deutlich die wesentliche Verbesserung, die durch das Verfahren erzielt wird. Die Messung wird
durchgeführt, indem man einen mit 30 g (bei einem Gesamttiter von 1650 den) belasteten Faden über eine
mit einer Geschwindigkeit von 100 n/m rotierenden Walze legt. Während ein normaler Zellwollfaden
nach 600 Touren, ein Baumwollfaden nach 7000 Touren und ein für Reifenkord eingesetzter Faden bester
Qualität nach 80 000 Touren durchgescheuert ist, hält ein erfindungsgemäß erzeugter Faden 250 000 Touren
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von Fäden aus regenerierter Cellulose mit hohen Reiß-, Biege- und Scheuerfestigkeitswerten sowie guten Elastizitätseigenschaften und Ermüdungseigenschaften, die sich insbesondere zur Herstellung von Kordgarnen eignen, durch Verspinnen von Viskose in salzhaltige, saure Bäder, dadurch gekennzeichnet, daß man einer nicht zu reifen Viskose 0,06 bis 0,4 Gewichtsprozent Isopropanolamin zusetzt und diese Viskose dann in Bäder verspinnt, die wenigstens 3,2% Zinksulfat enthalten und deren Schwefelsäuregehalt gleich oder geringer als der Alkaligehalt der versponnenen Viskose ist.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 860 389.© 709 547/406 5.57
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